vanīvāhyetāgnim bibhradityāhuḥ | devāścāsurāścobhaye prājāpatyā aspardhanta te devāścakramacarañcālamasurā āsaṃste devāścakreṇa caranta etatkamāpaśyaṃścakreṇa hi vai devāścaranta etatkarmāpaśyaṃstasmādanasa eva pauroḍāśeṣu yajūṃṣyanaso 'gnau
„Er möge, Agni tragend, auf dem Wagen fortgeführt werden“ – so sagt man. Die Götter und die Asuras, beide Prajāpati-Abkömmlinge, wetteiferten miteinander; da fuhren die Götter auf dem Wagen, die Asuras aber blieben ruhig sitzen. Die Götter, auf dem Wagen fahrend, erblickten dieses Werk hier; denn auf dem Wagen fahrend erblickten die Götter eben dieses Werk. Deshalb [gebraucht man] bei den Opferkuchen die Opferformeln ohne Wagenbezug, beim Agni jedoch mit Wagenbezug [Anm.: die grammatische Form von „anasa“/„anaso“ im Quelltext ist unklar; der Sinn dieser Kontrastaussage bleibt unsicher].
sa yo vanīvāhyate | devānkarmaṇaiti daivaṃ hāsya karma katam bhavatyatha yo na vanīvāhyate 'surānkarmaṇaityasuryaṃ hāsya karma kṛtam bhavati
Wer nun auf dem Wagen fortgeführt wird, der gelangt mit seinem Werk zu den Göttern; sein Werk wird eben zu einem göttlichen. Wer aber nicht auf dem Wagen fortgeführt wird, der gelangt mit seinem Werk zu den Asuras; sein Werk wird eben zu einem asurischen.
Dazu sagen manche: Er sei von selbst fortgeführt worden, er ziehe mit den Viṣṇu-Schritten und lasse sich mit dem Vātsapra nieder. So aber soll man es nicht auffassen: göttlich ist sein Fortziehen, insofern es die Viṣṇu-Schritte sind, göttlich das Niederlassen, insofern es das Vātsapra ist; menschlich hingegen ist dieses sein Fortziehen, insofern er hier fortzieht, menschlich das Niederlassen, insofern er sich niederlässt.
prajāpatireṣogniḥ | ubhayamvetatprajāpatiryacca devā yacca manuṣyāstadyadviṣṇukramavātsapre bhavato yadvavāsya daivaṃ rūpaṃ tadasya tena saṃskarotyatha yadvanīvāhyate yadevāsya mānuṣaṃ rūpaṃ tadasyatena saṃskaroti sa ha vā etaṃ sarvaṃ kṛtsnam prajāpatiṃ saṃskaroti ya evaṃ vidvānvanīvāhyate tasmādu vanīvāhyetaiva
Dieser Agni hier ist Prajāpati; beides nämlich ist Prajāpati, sowohl was die Götter als auch was die Menschen sind. Dass es Viṣṇukrama und Vātsapra gibt: damit vollendet er dessen göttliche Gestalt; wenn er aber auf dem Wagen fortgeführt wird, damit vollendet er dessen menschliche Gestalt. So vollendet er also diesen ganzen, vollständigen Prajāpati, wer, dies wissend, auf dem Wagen fortgeführt wird. Deshalb soll er eben auf dem Wagen fortgeführt werden.
An dem Tag, an dem er aufbrechen will, an diesem Tag stellt er nördlich vom Feuer den Wagen bereit und legt dann darauf ein Brennscheit; damit erfreuten einst die Götter ihn, den bevorstehend Kommenden, im Voraus mit Speise, mit diesem Brennscheit; ebenso erfreut auch dieser hier ihn, den bevorstehend Kommenden, im Voraus mit Speise, mit diesem Brennscheit.
„Mit dem Brennscheit ehrt man Agni“ – das bedeutet: „mit dem Brennscheit verehrt man Agni“ – das [ist gemeint]. „Weckt mit Schmalz den Gast, bringt ihm hier Opfergaben dar“ bedeutet: weckt mit Schmalz den Gast, bringt ihm hier die Opfergaben dar [Anm.: „etadbruddhavatyet“ im Quelltext verderbt, Bezug unsicher]; denn damit weckt er ihn zur Wachheit auf.
Dann hebt er ihn empor: „Auf, dich mögen alle Götter, o Agni, mit Bedacht emporheben“ – alle Götter nämlich hoben ihn einst mit Bedacht empor; denn das war damals ihr Bedacht; ebenso hebt ihn auch dieser hier eben damit mit Bedacht empor; denn das ist dann sein Bedacht. „Sei uns hold, du mit schönem Antlitz, Glanzreicher“ – wie der Spruch, so ist auch dessen Bezug. Er legt ihn südlich, nach Norden gewandt, [auf den Wagen]; das ist dessen Bezug. Nachdem er im Gefäß den Gārhapatya-[Funken] gesammelt hat, legt er einen weiteren [Brand] hinein. Wenn er es wünscht, mag er selbst hinaufsteigen oder daneben hergehen.
athānaḍvāhau yunakti | dakṣiṇamagre 'tha savyamevaṃ devatretarathā mānuṣe sa yāṃ kāṃ ca diśaṃ yāsyantsyātprāṅevāgre prayāyātprācī hi digagneḥ svāmeva taddiśamanu prayāti
Dann spannt er die Zugstiere an: zuerst den rechten, dann den linken – so ist es bei den Göttern; umgekehrt bei den Menschen. In welche Richtung er auch immer aufbrechen will, zuerst soll er stets ostwärts vorausziehen; denn der Osten ist Agnis eigene Himmelsrichtung; so zieht er eben seiner eigenen Richtung entlang fort.
„Zieh voran, o Agni, lichtvoll“ – „mit hold leuchtenden Flammen [ziehst] du“ bedeutet: zieh voran, o Agni, du Lichtvolle, mit hold leuchtenden Flammen – das [ist gemeint]. „Mit hohen Strahlen leuchtend, verletze nicht die Geschöpfe mit deinem Leib“ bedeutet: mit hohen, leuchtenden Flammen verletze nicht die Geschöpfe an ihrem Selbst – das [ist gemeint].
Sollte er sich beim Würfelspiel hinreißen lassen, so soll er dieses Yajus flüstern; asurisch nämlich ist diese Rede des Würfelspiels; damit beruhigt er sie, damit macht er sie den Göttern zugehörig.
Und dass er ferner dieses Yajus flüstert: Bei wem auch immer man sich beim Würfelspiel hinreißen lässt, dessen wird eben jene Rede; wenn man sich also beim Agni-Gelegten hinreißen lässt, wird sie eben Agnis Rede. Eben Agni priesen und ehrten die Götter damit einst; ebenso preist und ehrt ihn auch dieser hier eben damit. „Es dröhnte Agni auf, wie der Donnernde gleich dem Himmel“ – dessen Bezug ist damit ausgesprochen.
Sollte er ihn schon vor der beabsichtigten Rast losspannen, so wäre Agni gleichsam noch auf dem Wagen. Wenn er ihn aber zur Rast losspannt, so stellt er den Wagen im Voraus bereit, hebt [Agni] nördlich davon herab und besprengt ihn mit Wasser; dort, wohin er ihn herabbringt, dorthin bringt er ihn südlich, nach Norden gewandt, herab; dessen Bezug ist damit ausgesprochen.
Dann legt er darauf ein Brennscheit; damit erfreuten einst die Götter ihn, den nunmehr Angekommenen, nachträglich mit Speise, mit diesem Brennscheit; ebenso erfreut auch dieser hier ihn, den nunmehr Angekommenen, nachträglich mit Speise, mit diesem Brennscheit.
pra prāyamagnirbharatasya śṛṇva iti | prajāpatirvai bharataḥ sa hīdaṃ sarvam bibharti vi yatsūryo na rocate bṛhadbhā iti vi yatsūrya iva rocate bṛhadbhā ityetadabhi yaḥ pūrum pṛtanāsu tasthāviti pūrurha nāmāsurarakṣasamāsa tamagniḥ pṛtanāsvabhitaṣṭhau dīdāya daivyo atithiḥ śivo na iti dīpyamāno daivo 'tithiḥ śivo na ityetatsthitavatyā vasatyai hyenaṃ tatsthāpayati
„Vorwärts ziehend wird Agni, des Bharata, vernommen“ – Prajāpati nämlich ist der Bharata [Träger]; er trägt ja dieses Alles. „Weithin leuchtend wie die Sonne, hoch erstrahlend“ bedeutet: weithin leuchtend wie die Sonne, hoch erstrahlend – das [ist gemeint]. „Der, welcher den Pūru in den Schlachten bestand“ – Pūru war der Name eines Asura-Rakṣas; ihm stand Agni in den Schlachten gegenüber. „Leuchtend, der göttliche Gast, uns hold“ bedeutet: leuchtend, der göttliche Gast, uns hold – das [ist gemeint]. Das [alles] spricht er beim Stillstehen für die Rast; denn damit bringt er ihn zum Stillstand.
Nun folgt hier eine zusammenfassende Zählung: Mit dem ersten Spruch legt er ein Brennscheit hinein, mit einem hebt er ihn empor, mit einem zieht er fort, mit einem [besänftigt er] das Würfelspiel, mit einem spricht er die Anrede; mit dem fünften legt er wieder ein Brennscheit hinein. Das macht fünf: fünfschichtig ist Agni, fünf sind die Jahreszeiten, das Jahr [selbst]; das Jahr ist Agni. In welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße wird es hierdurch [vollzogen].
Nun folgt hier die Lehre vom Hintragen eben der Asche. Die Götter nämlich streuten einst zuerst die Asche aus; da sprachen sie: „Wenn wir uns, so wie es jetzt ist, weiterhin ausstatten, werden wir sterbliche Leichname bleiben, deren Übel nicht ausgetrieben ist; wenn wir sie aber wegschütten, so würden wir das, was hier Agni-hafte ist, außerhalb von Agni belassen. Findet heraus, wie wir dies tun sollen!“ Sie sprachen: „Ersinnt es!“ – eben davon [kommt das Wort] citi [Schichtung]: „sie ersinnen es“ – eben das sprachen sie damals: sie ersannen, wie sie dies tun sollten.
Sie, so ersinnend, sahen dies: „Wir wollen sie eben zu den Wassern hintragen; die Wasser nämlich sind der Halt von diesem Allen; dort also, wo der Halt von diesem Allen ist, dort wollen wir sie zum Stehen bringen, und was hier Agni-hafte ist, das wollen wir aus den Wassern heraus hervorbringen.“ So trugen sie sie zu den Wassern hin; ebenso trägt auch dieser hier sie eben dorthin, zu den Wassern, hin.
„Ihr göttlichen Wasser, empfangt diese Asche, macht sie euch behaglich, [macht sie zu] einem duftenden Ort“ – verzehrt nämlich ist das, was zermahlen ist [Anm.: Bezug von „yātayāma“ unsicher]; deshalb sagt er dies: „macht sie zu einem duftenden Ort“. „Ihm mögen sich die Geburtsstätten neigen“ bedeutet: Geburtsstätten nämlich sind die Wasser; aus den Wassern wird ja dieses Alles geboren. „Die guten Gattinnen“ – durch Agni nämlich sind die Wasser gute Gattinnen; wie eine Mutter ihren Sohn, so mögen sie ihn in den Wassern tragen – wie eine Mutter ihren Sohn im Schoß trüge, so tragen sie ihn – das [ist gemeint].
„In den Wassern, o Agni, ist dein Standort“ bedeutet: in den Wassern, o Agni, ist dein Schoß – das [ist gemeint]. „Den Pflanzen folgst du“ – den Pflanzen folgt er nämlich. „Als Keim wirst du wieder geboren“ – als Keim wird er nämlich wieder geboren. „Keim der Pflanzen, Keim der Waldbäume, Keim alles Seienden, o Agni, Keim der Wasser bist du“ – damit macht er ihn zum Keim von diesem Allen.
Mit dreien trägt er hin; dreifach [aufgebaut] ist Agni; in welchem Maße Agni ist, eben in diesem Maße trägt er sie damit hin. Mit einem [Spruch] zuerst, dann mit zweien, oder mit zweien zuerst, dann mit einem: zweimal je einmal trägt er hin; das entspricht den zweifüßigen Tieren; mit eben diesen trägt er sie damit hin.
Dann nimmt er Wasser hinzu; das, was hier Agni-hafte ist, das bringt er damit aus den Wassern hervor; mit eben diesem Wasser wird ja ein Heilmittel bereitet, mit eben diesem sammelt er ihn. „Besänftigt durch die Asche, den Schoß, die Wasser und die Erde, o Agni“ – besänftigt nämlich wird er durch die Asche, den Schoß, die Wasser und die Erde. „Vereint mit den Müttern, du Lichtvoller, sitze wieder“ bedeutet: vereint mit den Müttern, du Lichtvoller, sitze wieder – das [ist gemeint]. „Nachdem du wieder gesessen hast, [kehre] zur Wohnstätte zurück, mit Kraft samt Reichtum“ – damit [spricht er]: kehre nicht mit diesem allen ganz zurück [Anm.: Satzbezug „mā... abhinivartasva“ unsicher übersetzt].
Mit vieren nimmt er Wasser hinzu; das entspricht den vierfüßigen Tieren; mit eben diesen sammelt er ihn damit. Und ferner: Speise nämlich sind die Tiere; mit Speise eben sammelt er ihn damit. Mit dreien trägt er hin; das macht sieben: siebenschichtig ist Agni, sieben sind die Jahreszeiten, das Jahr [selbst]; das Jahr ist Agni. In welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße wird es hierdurch [vollzogen].
Nachdem er von der Asche [etwas] genommen hat, kehrt er zurück, streut es in den Ukhā-Pot und tritt heran; damit verbirgt er nämlich das, was hier eigentlich unangemessen wäre – dass man Agni zu den Wassern hinträgt; eben deshalb verbirgt er es dafür, um keine Verletzung zu begehen, mit den Agni-haften, wachen Sprüchen; er verbirgt es eben für Agni mit den bewussten Sprüchen, auf dass Agni dieses sein Wort vernehme.
bodhā me asya vacaso yaviṣṭheti | bodha me 'sya vacaso yaviṣṭhetyetanmaṃhiṣṭhasya prabhṛtasya svadhāva iti bhūyiṣṭhasya prabhṛtasya svadhāva ityetatpīyati tvo anu tvo gṛṇātīti pīyatyeko 'nveko gṛṇāti vandāruṣṭe tanvaṃ vande agna iti vanditā te 'haṃ tanvaṃ vande 'gna ityetatsa bodhi sūrirmaghavā vasupate vasudāvan yuyodhyasmaddveṣāṃsīti yathaivāsmāddveṣāṃsi yuyādevametadāha dvābhyāmupatiṣṭhate gāyatryā ca triṣṭubhā ca tasyokto bandhuḥ
„Vernimm, o Jüngster, dieses mein Wort“ bedeutet: vernimm, o Jüngster, dieses mein Wort – das [ist gemeint]. „Des Freigebigsten, des Dargebrachten, du Eigenmächtiger“ bedeutet: des Reichlichsten, des Dargebrachten, du Eigenmächtiger – das [ist gemeint]. „Der eine schmäht, der andere preist“ – der eine schmäht, der andere preist. „Preisend verehre ich deinen Leib, verehre dich, o Agni“ bedeutet: preisend verehre ich deinen Leib, verehre dich, o Agni – das [ist gemeint]. „Sei du weise, gebieterisch, o Herr des Guts, Gutspendender; wende die Anfeindungen von uns ab“ – wie er eben damit sagt, [er möge] die Anfeindungen von uns abwenden. Mit zweien tritt er heran, mit dem Gāyatrī- und dem Triṣṭubh-Vers; dessen Bezug ist damit ausgesprochen.
tāni nava bhavanti | nava diśo diśo 'gnirnava prāṇāḥ prāṇā agniryāvānagniryāvatyasya mātrā tāvattadbhavati
Das macht neun: neun sind die Himmelsrichtungen, Agni ist die Himmelsrichtung, neun sind die Atemkräfte, Agni ist die Atemkraft. In welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße wird es hierdurch [vollzogen].
Dann vollzieht er die Sühnehandlung. Für alle diese Wünsche legt er ihn ja ein; was nun von diesen Wünschen abgetrennt wird, während man Agni zu den Wassern hinträgt, das eben dehnt und fügt er damit wieder zusammen. Beide Sühnehandlungen vollzieht er, die eben Agni betreffen; dessen Bezug ist damit ausgesprochen.
Das macht zehn: zehnsilbig ist die Virāj, Virāj ist Agni, zehn sind die Himmelsrichtungen, Agni ist die Himmelsrichtung, zehn sind die Atemkräfte, Agni ist die Atemkraft. In welchem Maße Agni ist, in eben diesem Maße wird es hierdurch [vollzogen].