Quellen der Menschheit

Śatapatha-Brāhmaṇa (Śukla-Yajurveda) · Kāṇḍa 6

Adhyāya 7 Das Umhängen des Rukma-Blechs, der Suparṇacit-Vogel und die Viṣṇu-Schritte

rukmam pratimucya bibharti | satyaṃ haitadyadrukbhaḥ satyaṃ vā etaṃ yantumarhati satyenaitaṃ devā abibharuḥ satyenaivainametadbibharti

Nachdem er sich das goldene Blech (Rukma) umgehängt hat, trägt er ihn (den Agni). Wahrheit (Satya) ist ja dieses, was das goldene Blech ist; Wahrheit nämlich vermag ihn zu tragen; mit der Wahrheit trugen ihn die Götter; mit eben der Wahrheit trägt er ihn damit.

tadyattatsatyam | asau sa ādityaḥ sa hiraṇmayo bhavati jyotirvai hiraṇyaṃ jyotireṣo 'mṛtaṃ hiraṇyamamṛtameṣa parimaṇḍalo bhavati parimaṇḍalo hyeṣa ekaviṃśatinirbādha ekaviṃśo hyeṣa bahiṣṭānnirbādham bibharti raśmayo vā etasya nirbādhā bāhyata u vā etasya raśmayaḥ

Was nun diese Wahrheit betrifft: jene Sonne, das ist sie; sie ist aus Gold. Licht nämlich ist Gold, Licht ist diese [Sonne]; unsterblich ist Gold, unsterblich ist diese. Sie ist kreisrund, denn kreisrund ist diese; einundzwanzig Zacken hat es, denn einundzwanzigfach ist diese; nach außen hin trägt er die Zacken; Sonnenstrahlen sind nämlich deren Zacken, und nach außen hin [strahlen] deren Strahlen.

yadveva rukbham pratimucya bibharti | asau vā āditya eṣa rukbho no haitamagnim manuṣyo manuṣyarūpeṇa yantumarhatyetenaiva rūpeṇaitadrūpam bibharti

Und dass er sich das goldene Blech umgehängt hat und ihn trägt: jene Sonne nämlich ist dieses goldene Blech; nicht vermag ja ein Mensch in menschlicher Gestalt diesen Agni zu tragen; mit eben dieser Gestalt trägt er diese Gestalt damit.

yadveva rukbham pratimucya bibharti | reto vā idaṃ siktamayamagnistejo vīryaṃ rukbho 'smiṃstadretasi tejo vīryaṃ dadhāti

Und dass er ferner das goldene Blech umgehängt trägt: Same ist ja das hier Eingegossene, nämlich dieser Agni; Glanzkraft ist das goldene Blech; in diesen Samen legt er damit die Glanzkraft hinein.

yadeva rukbham pratimucya bibharti | etadvai devā abibhayuryadvai na imamiha rakṣāṃsi nāṣṭrā na hanyuriti tasmā etamantikādgoptāramakurvannamumevādityamasau vā āditya eṣa rukbhastathaivāsmā ayametamantikādgoptāraṃ karoti

Dass er das goldene Blech umgehängt trägt: dies eben fürchteten die Götter: „dass die Rakṣas ihn hier nicht mit Waffen treffen mögen“; deshalb machten sie ihm eben jene Sonne zum nahen Beschützer; jene Sonne nämlich ist dieses goldene Blech; ebenso macht ihm nun dieser eben diese zum nahen Beschützer.

kṛṣṇājine niṣyūto bhavati | yajño vai kṛṣṇājinaṃ yajño vā etaṃ yantumarhati yajñenaitaṃ devā abibharuryajñenaivaitametadbibharti lomataścandāṃsi vai lomāni candāṃsi vā etaṃ yantumarhanti candobhiretaṃ devā abibharuścandobhirevainametadbibharti

In das schwarze Antilopenfell ist er eingenäht. Opfer nämlich ist das schwarze Antilopenfell; Opfer nämlich vermag ihn zu tragen; mit dem Opfer trugen ihn die Götter; mit dem Opfer eben trägt er ihn damit. Vom Haar her [gilt]: die Versmaße sind nämlich die Haare; die Versmaße nämlich vermögen ihn zu tragen; mit den Versmaßen trugen ihn die Götter; mit den Versmaßen eben trägt er ihn damit.

abhi śuklāni ca kṛṣṇāni ca lomāni niṣyūto bhavati | ṛkṣāmayorhaite rūpe ṛkṣāme vā etaṃ yantumarhata ṛkṣāmābhyāmetaṃ devā abibharurṛkṣāmābhyāmevainametadbibharti śāṇo rukbhapāśastrivṛttasyokto bandhuḥ

In weiße und schwarze Haare zugleich ist er eingenäht. Diese sind ja die Gestalten von Ṛc und Sāman; Ṛc und Sāman nämlich vermögen ihn zu tragen; mit Ṛc und Sāman trugen ihn die Götter; mit Ṛc und Sāman eben trägt er ihn damit. Ein Hanf-Band ist die Schnur des goldenen Blechs, dreifach gedreht; deren Bezug ist [damit] ausgesprochen.

tamuparinābhi bibharti | asau vā āditya eṣa rukbha uparinābhyu vā eṣaḥ

Er trägt es oberhalb des Nabels. Jene Sonne nämlich ist dieses goldene Blech, und sie steht ja oberhalb des Nabels.

yadbevoparinābhi | avāgvai nābhe retaḥ prajāpatistejo vīryaṃ rukbho nenme retaḥ prajātiṃ tejo vīryaṃ rukbhaḥ pradahāditi

Unterhalb des Nabels ist ja der Same, nämlich Prajāpati; Glanzkraft ist das goldene Blech: „nicht möge das goldene Blech diesen Samen, die Nachkommenschaft, die Glanzkraft, verbrennen“ [so denkt man].

yadvevoparinābhi | etadvai paśormedhyataraṃ yaduparinābhi purīṣasaṃhitataraṃ yadavāṅnābhestadyadeva paśormedhyataraṃ tenainametadbibharti

Und dass er es ferner oberhalb des Nabels trägt: dies ist ja das Reinere am Opfertier, was oberhalb des Nabels liegt; mit Kot vermischter ist, was unterhalb des Nabels liegt; was nun eben das Reinere am Opfertier ist, damit trägt er es damit.

yadvevoparinābhi | yadvai prāṇasyāmṛtamūrdhvaṃ tannābherūrdhvaiḥ prāṇairuccaratyatha yanmartyam parāktannābhimatyeti tadyadeva prāṇasyāmṛtaṃ tadenametadabhisampādayati tenainametadbibharti

Und dass er es ferner oberhalb des Nabels trägt: was am Atem unsterblich ist, das steigt oberhalb des Nabels mit den oberen Atemkräften auf; was aber sterblich ist, das geht rückwärts über den Nabel hinaus; was nun eben am Atem unsterblich ist, das lässt er damit erlangen; mit eben diesem trägt er es damit.

athainamāsandyā bibharti | iyaṃ vā āsandyasyāṃ hīdaṃ sarvamāsannamiyaṃ vā etaṃ yantumarhatyanayaitaṃ devā abibharuranayaivainametadbibharti

Dann trägt er ihn auf dem Sitzgestell (Āsandī). Diese Erde nämlich ist das Sitzgestell, denn auf ihr ist dies Alles gesessen; diese [Erde] nämlich vermag ihn zu tragen; mit dieser trugen ihn die Götter; mit eben dieser trägt er ihn damit.

audumbarī bhavati | ūrgvai rasa udumbara ūrjaivainametadrasena bibhartyatho sarva ete vanaspatayo yadudumbaraḥ sarve vā etaṃ vanaspatayo yantumarhanti sarvairetaṃ vanaspatibhirdevā abibharuḥ sarvairevainametadvanaspatibhirbibharti

Aus Udumbara-Holz ist es. Kraftsaft nämlich ist der Saft des Udumbara; mit dem Kraftsaft, dem Saft, trägt er ihn damit. Und ferner sind all diese Waldbäume, was Udumbara ist; alle Waldbäume nämlich vermögen ihn zu tragen; mit allen Waldbäumen trugen ihn die Götter; mit eben allen Waldbäumen trägt er ihn damit.

prādeśamātryūrdhvā bhavati | prādeśamātro vai garbho viṣṇuryonireṣā garbhasammitāṃ tadyoniṃ karotyaratnimātrī tiraścī bāhurvā aratnirbāhuno vai vīryaṃ kriyate vīryasammitaiva tadbhavati vīryaṃ vā etaṃ yantumarhati vīryeṇaitaṃ devā abibharurvīryeṇaivainametadbibharti

Eine Spanne groß ist es in der Höhe. Eine Spanne groß nämlich ist der Keim, Viṣṇu; ein Schoß ist dieses; dem Keim entsprechend macht er damit diesen Schoß. Eine Elle groß, quer, ist es; eine Elle nämlich ist der Unterarm; mit dem Unterarm nämlich wird die Kraft ausgeübt; der Kraft entsprechend wird es damit. Kraft nämlich vermag ihn zu tragen; mit Kraft trugen ihn die Götter; mit Kraft eben trägt er ihn damit.

catuḥsraktayaḥ pādā bavanti | catuḥsraktīnyanūcyāni catasro vai diśo diśo vā etaṃ yantumarhanti digbhiretaṃ devā abibharurdigbhirevainametadbibharti mauñjībhī rajjubhirvyutā bhavati trivṛdbhistasyokto bandhurmṛdā digdhā tasyo evokto 'tho anatidāhāya

Vierkantig sind die Füße. Vierkantig ist auch das Rahmenwerk. Vier nämlich sind die Himmelsrichtungen; die Himmelsrichtungen nämlich vermögen ihn zu tragen; mit den Himmelsrichtungen trugen ihn die Götter; mit den Himmelsrichtungen eben trägt er ihn damit. Mit Muñja-Gras-Schnüren, dreifach gedreht, ist es geflochten; deren Bezug ist [damit] ausgesprochen. Mit Ton bestrichen ist es; dessen Bezug ist eben ausgesprochen, und ferner: zum Schutz vor allzu großer Hitze.

athainaṃ śikyena bibharti | ime vai lokā eṣo 'gnirdiśaḥ śikyaṃ digbhirhīme lokāḥ śaknuvanti sthātuṃ yacaknuvanti tasmācikyaṃ digbhirevainametadbibharti ṣaḍudyāmam bhavati ṣaḍḍhi diśo mauñjaṃ trivṛttasyokto bandhurmṛdā digdhaṃ tasyo evokto 'tho anatidāhāya

Dann trägt er ihn mit dem Netz-Gehänge (Śikya). Diese Welten sind ja dieser Agni; die Himmelsrichtungen sind das Netz-Gehänge; durch die Himmelsrichtungen nämlich vermögen diese Welten zu bestehen, nur weil sie es vermögen; deshalb [heißt es] Netz-Gehänge; mit den Himmelsrichtungen eben trägt er ihn damit. Sechs Hebeschnüre hat es, denn sechs sind die Himmelsrichtungen; aus Muñja-Gras, dreifach gedreht; dessen Bezug ist [damit] ausgesprochen. Mit Ton bestrichen ist es; dessen Bezug ist eben ausgesprochen, und ferner: zum Schutz vor allzu großer Hitze.

tasyāpa eva pratiṣṭhā | apsu hīme lokāḥ pratiṣṭhitā āditya āsañjanamāditye hīme lokā digbhirāsaktāḥ sa yo haitadevaṃ vedaitenaiva rūpeṇaitadrūpam bibharti

Dessen Grundlage sind eben die Wasser, denn in den Wassern sind diese Welten begründet; die Sonne ist die Aufhängung, denn an der Sonne sind diese Welten durch die Himmelsrichtungen festgemacht. Wer dies so weiß, der trägt mit eben dieser Gestalt diese Gestalt.

yadvevainaṃ śikyena bibharti | saṃvatsara eṣo 'gnirṛtavaḥ śikyamṛtubhirhi saṃvatsaraḥ śaknoti sthātuṃ yacaknoti tasmācikyamṛtubhirevainametadbibharti ṣaḍudyāmam bhavati ṣaḍḍhyṛtavaḥ

Und dass er ihn ferner mit dem Netz-Gehänge trägt: das Jahr ist dieser Agni; die Jahreszeiten sind das Netz-Gehänge, denn durch die Jahreszeiten nämlich vermag das Jahr zu bestehen, nur weil es vermag; deshalb [heißt es] Netz-Gehänge; mit den Jahreszeiten eben trägt er ihn damit. Sechs Hebeschnüre hat es, denn sechs sind die Jahreszeiten.

tasyāhorātre eva pratiṣṭhā | ahorātrayorhyayaṃ saṃvatsaraḥ pratiṣṭhitaścandramā āsañjanaṃ candramasi hyayaṃ saṃvatsara ṛtubhirāsaktaḥ sa yo haitadevaṃ vedaitenaiva rūpeṇaitadrūpam bibharti tasya ha vā eṣa saṃvatsarabhṛto bhavati ya evaṃ veda saṃvatsaropāsito haiva tasya bhavati ya evaṃ na vedetyadhidevatam

Dessen Grundlage sind eben Tag und Nacht, denn in Tag und Nacht ist dieses Jahr begründet; der Mond ist die Aufhängung, denn am Mond ist dieses Jahr durch die Jahreszeiten festgemacht. Wer dies so weiß, der trägt mit eben dieser Gestalt diese Gestalt. Für den, der so weiß, wird dieser Agni zum Jahresträger; für den, der dies nicht weiß, ist das Jahr nur als verehrtes [Jahr] vorhanden – so [gilt es] in Bezug auf die Gottheiten.

athādhyātmam | ātmaivāgniḥ prāṇāḥ śikyam prāṇairhyayamātmā śaknoti sthatuṃ yacaknoti tasmācikyam prāṇairevainametadbibharti ṣaḍudyāmam bhavati ṣaḍḍhi prāṇāḥ

Nun in Bezug auf das Selbst: das Selbst eben ist Agni, die Atemkräfte sind das Netz-Gehänge, denn durch die Atemkräfte nämlich vermag dieses Selbst zu bestehen, nur weil es vermag; deshalb [heißt es] Netz-Gehänge; mit den Atemkräften eben trägt er ihn damit. Sechs Hebeschnüre hat es, denn sechs sind die Atemkräfte.

tasya mana eva pratiṣṭhā | manasi hyayamātmā pratiṣṭhito 'nnamāsañjanamanne hyayamātmā prāṇairāsaktaḥ sa yo haitadevaṃ vedaitenaiva rūpeṇaitadrūpam bibharti

Dessen Grundlage ist eben das Denken, denn im Denken ist dieses Selbst begründet; die Speise ist die Aufhängung, denn an der Speise ist dieses Selbst durch die Atemkräfte festgemacht. Wer dies so weiß, der trägt mit eben dieser Gestalt diese Gestalt.

athainamukhayā bibharti | ime vai lokā ukheme vā etaṃ lokā yantumarhantyebhiretaṃ lokairdevā abibharurebhirevainametallokairbibharti

Dann trägt er ihn mit dem Ukhā-Pot. Diese Welten nämlich sind der Ukhā-Pot; diese Welten nämlich vermögen ihn zu tragen; mit diesen Welten trugen ihn die Götter; mit eben diesen Welten trägt er ihn damit.

sā yadukhā nāma | etadvai devā etena karmaṇaitayāvṛtemāṃlokānudakhananyadudakhanaṃstasmādutkhītkhā ha vai tāmukhetyācakhate paro 'kṣam paro 'kṣakāmā hi devāḥ

Dass er den Namen Ukhā trägt: dies eben taten die Götter, mit diesem Werk, mit dieser Umhüllung: sie gruben diese Welten aus (ud-akhanan); dass sie sie ausgruben, daher [heißt es] „ut-khā“; verborgen nennen sie ja diesen Pot „ukhā“, denn die Götter lieben das Verborgene.

tadvā ukheti dve akṣare | dvipādyajamāno yajamāno 'gniryāvānagniryāvatyasya mātrā tāvataivainametadbibharti so eva kumbhī sā sthālī tatṣaṭ ṣaḍṛtavaḥ saṃvatsaraḥ saṃvatsaro 'gniryāvānagniryāvatyasya mātrā tāvattadbhavati

Dies nun, „ukhā“ ist zwei Silben: der Opferherr ist zweifüßig; der Opferherr ist Agni – wie groß Agni [ist], von welchem Maß er ist, in eben diesem Maß trägt er ihn damit. Er ist der Topf, sie ist die Schale; das macht sechs [Anm.: Zählung „ukhā (2) + kumbhī/sthālī“ auf sechs unklar/verkürzt im Quelltext]: sechs sind die Jahreszeiten [im] Jahr, das Jahr ist Agni – wie groß Agni [ist], von welchem Maß er ist, in eben diesem Maß wird dies [erreicht].

athainamiṇḍvā parigṛhṇāti | asau vā āditya eṣo 'gnirahorātre iṇḍve amuṃ tadādityamahorātrābhyām parigṛhṇāti tasmādeṣo 'horātrābhyām parigṛhītaḥ

Dann umgibt er ihn mit den Iṇḍva-Ringen. Jene Sonne nämlich ist dieser Agni; Tag und Nacht sind die Iṇḍva-Ringe; jene Sonne umgibt er damit mit Tag und Nacht; deshalb ist diese von Tag und Nacht umgeben.

yadvevainanamiṇḍvābhyām parigṛhṇāti | asau vā āditya eṣo 'gnirimā u lokāviṇḍve amum tadādityamābhyāṃ lokābhyām parigṛhṇāti tasmādeṣa ābhyāṃ lokābhyām parigṛhītaḥ parimaṇḍale bhavataḥ parimaṇḍalau hīmau lokau mauñje trivṛtī tasyokto bandhurmṛdā digdhe tasyo evokto 'tho anatidāhāya

Und dass er ihn ferner mit den beiden Iṇḍva-Ringen umgibt: jene Sonne nämlich ist dieser Agni; diese beiden Welten sind die Iṇḍva-Ringe; jene Sonne umgibt er damit mit diesen beiden Welten; deshalb ist diese von diesen beiden Welten umgeben. Kreisrund sind sie, denn kreisrund sind diese beiden Welten; aus Muñja-Gras, dreifach gedreht, sind sie; deren Bezug ist [damit] ausgesprochen. Mit Ton bestrichen sind sie; dessen Bezug ist eben ausgesprochen, und ferner: zum Schutz vor allzu großer Hitze.

athātaḥ sampadeva | āsando cokhā ca śikyaṃ ca rukbhapāśaścāgniśca rukbhaśca tatṣaṭ ṣaḍṛtavaḥ saṃvatsaraḥ saṃvatsaro 'gniryāvānagniryāvatyasya mātrā tāvattadbhavatīṇḍve tadaṣṭāvaṣṭākṣarā gāyatrī gāyatro 'gniryāvānagniryāvatyasya mātrā tāvattadbhavati

Nun folgt von hier an die Zusammenfassung: Sitzgestell und Ukhā-Pot und Netz-Gehänge und Blech-Schnur und Agni und goldenes Blech – das macht sechs: sechs sind die Jahreszeiten [im] Jahr, das Jahr ist Agni – wie groß Agni [ist], von welchem Maß er ist, in eben diesem Maß wird dies [erreicht]. Dazu die beiden Iṇḍva-Ringe – das macht acht: achtsilbig ist die Gāyatrī, Gāyatrī-gestaltig ist Agni – wie groß Agni [ist], von welchem Maß er ist, in eben diesem Maß wird dies [erreicht].

atha sarvasampat | catvāraḥ pādāścatvāryanūcyāni śikyaṃ ca rukbhapāśaśca yadu kiṃ ca rajjavyaṃ śikyaṃ tadanūkhāgnī rukbhastattrayodaśa trayodaśa māsāḥ saṃvatsaraḥ saṃvatsaro 'gniryāvānagniryāvatyasya mātrā tāvattadbhavati

Nun die vollständige Zusammenfassung: vier Füße, vier Rahmenstücke, Netz-Gehänge und Blech-Schnur, und was auch immer an Schnurwerk zum Netz-Gehänge gehört, dazu Ukhā-Pot, Agni, goldenes Blech – das macht dreizehn: dreizehn sind die Monate [im Schaltjahr], das Jahr ist Agni – wie groß Agni [ist], von welchem Maß er ist, in eben diesem Maß wird dies [erreicht].

taṃ tiṣṭhanpratimuñcate | asau vā āditya eṣa rukbhastiṣṭhatīva vā asāvādityo 'tho tiṣṭhanvai vīryavattara udaṅ prāṅ tiṣṭhaṃstasyokto bandhuḥ

Stehend hängt er es (das goldene Blech) um. Jene Sonne nämlich ist dieses goldene Blech; gleichsam stehend ist ja jene Sonne; und ferner: stehend ist man ja kraftvoller; nach Norden, nach Osten gewandt stehend; deren Bezug ist [damit] ausgesprochen.

dṛśāno rukbha urvyā vyadyauditi | dṛśyamāno hyeṣa rukbha urvyā vidyotate durmarṣamāyuḥ śriye rucāna iti durmaraṃ vā etasyāyuḥ śriyo eṣa rocate 'gniramṛto abhavadvayobhiriti sarvairvā eṣa vayobhiramṛto 'bhavadyadenaṃ dyaurajanayaditi dyaurvā etamajanayatsuretā iti suretā hyeṣā yasyā eṣa retaḥ

„Das sichtbar werdende goldene Blech leuchtete weithin auf“ [heißt es] – sichtbar werdend nämlich leuchtet dieses goldene Blech weithin auf. „Von unversieglicher Lebensdauer, für Glanz erstrahlend“ – unversieglich nämlich ist dessen Lebensdauer; für Glanz erstrahlt dieser. „Agni wurde unsterblich durch die Lebenskräfte“ – durch alle Lebenskräfte nämlich wurde dieser unsterblich. „Als der Himmel ihn zeugte“ – der Himmel nämlich zeugte diesen. „Von gutem Samen“ – von gutem Samen nämlich ist diese [Sonne], deren Same dieser ist.

athainamiṇḍvābhyām parigṛhṇāti | naktoṣāsā samanasā virūpe ityahorātre vai naktoṣāsā samanasā virūpe dhāpayete śiśumekaṃ samīcī iti yadvai kiṃ cāhorātrayostenaitameva samīcī dhāpayete dyāvākṣāmā rukbho antarvibhātīti harannetadyajurjapatīme vai dyāvāpṛthivī dyāvākṣāmā te eṣa yannantarā vibhāti tasmādetaddharanyajurjapati devā agniṃ dhārayandraviṇodā iti parigṛhya nidadhāti prāṇā vai devā draviṇodāsta etamagra evamadhārayaṃstairevainametaddhārayati

Dann umgibt er ihn mit den beiden Iṇḍva-Ringen: „Nacht und Morgenröte, gleichgesinnt, verschiedengestaltig“ [heißt es] – Tag und Nacht nämlich säugen, gleichgesinnt, verschiedengestaltig, „das eine Kind, vereint“ – was auch immer von Tag und Nacht ist, damit säugen sie eben dieses eine vereint. „Zwischen Himmel und Erde leuchtet das goldene Blech auf“ – diesen Spruch murmelt er, den Pot tragend; diese beiden Welten, Himmel und Erde, sind es, zwischen denen dieser aufleuchtet; deshalb murmelt er, ihn tragend, diesen Spruch. „Die Götter hielten den Agni, den Schätzegebenden“ [heißt es] – nachdem er ihn umfasst hat, setzt er ihn ab; die Atemkräfte nämlich sind die schätzegebenden Götter; diese hielten diesen zu Anfang eben so; mit eben diesen hält er ihn damit.

atha śikyapāśam pratimuñcate | viśvā rūpāṇi pratimuñcatekavirityasau vā ādityaḥ kavirviśvā rūpā śikyam prāsāvīdbhadraṃ dvipade catuṣpada ityudyanvā eṣa dvipade catuṣpade ca bhadram prasauti vi nākamakhyatsavitā vareṇya iti svargo vai loko nākastameṣa udyannevānuvipaśyanyanu prayāṇamuṣaso virājatītyuṣā vā agre vyucati tasyā eṣa vyuṣṭiṃ virājannanūdeti

Dann hängt er die Netz-Gehänge-Schnur um: „Alle Gestalten legt der Seher an“ – jene Sonne nämlich ist der Seher; alle Gestalten [nimmt sie an]. „Das Netz-Gehänge hat er in Gang gesetzt, Heil dem Zweifüßler, dem Vierfüßler“ – aufgehend nämlich bewirkt diese Heil für den Zweifüßler und den Vierfüßler. „Er erblickte das Firmament, Savitṛ, der Erwählenswerte“ – die Himmelswelt nämlich ist das Firmament; diese erblickt eben diese Sonne, aufgehend, hinschauend. „Der Morgenröte Aufleuchten folgend“ – die Morgenröte nämlich leuchtet zuerst auf; deren Aufleuchten folgt diese Sonne, erstrahlend, hinterher.

athainamato vikṛtyā vikaroti | idamevaitadretaḥ siktaṃ vikaroti tasmādyaunau retaḥ siktaṃ vikriyate

Dann formt er ihn von da an in Flügelgestalt um. Eben diesen eingegossenen Samen formt er damit um; deshalb wird der im Schoß eingegossene Same umgeformt.

suparṇo 'si garutmāniti | vīryaṃ vai suparṇo garutmānvīryamevainametadabhisaṃskaroti trivṛtte śira iti trivṛtamasya stomaṃ śiraḥ karoti gāyatraṃ cakṣuriti gāyatraṃ cakṣuḥ karoti bṛhadrathantare pakṣāviti bṛhadrathantare pakṣau karoti stoma ātmeti stomamātmānaṃ karoti pañcaviṃśaṃ candāṃsyaṅgānīti candāṃsi vā etasyāṅgāni yajūṃṣi nāmeti yadenamagnirityācakṣate tadasya yajūṃṣi nāma sāma te tanūrvāmadevyamityātmā vai tanūrātmā te tanūrvāmadevyamityetadyajñāyajñiyam pucamiti yajñāyajñiyam pucaṃ karoti dhiṣṇyāḥ śaphā iti dhiṣṇayirvā eṣo 'smiṃloke pratiṣṭhitaḥ suparṇo 'si garutmāndivaṃ gaca svaḥ pateti tadenaṃ suparṇaṃ garutmantaṃ kṛtvāha devāngaca svargaṃ lokam pateti

„Du bist der Schönbeflügelte (Suparna), der Beschwingte (Garutmat)“ [heißt es] – Kraft nämlich ist der Schönbeflügelte, der Beschwingte; eben die Kraft vervollständigt er damit. „Dein Haupt ist der dreifache Preisgesang“ – den dreifachen Preisgesang macht er damit zu dessen Haupt. „Gāyatra ist dein Auge“ – das Gāyatra macht er zum Auge. „Bṛhad und Rathantara sind deine Flügel“ – Bṛhad und Rathantara macht er zu den Flügeln. „Stoma ist dein Selbst“ – den Stoma macht er zum Selbst. „Die fünfundzwanzig Versmaße sind deine Glieder“ – die Versmaße nämlich sind dessen Glieder. „Die Sprüche sind dein Name“ – dass man ihn „Agni“ nennt, das ist sein Yajus-Name. „Sāman ist dein Leib“ – das Selbst nämlich ist der Leib. „Der göttliche Leib bist du“ – das [ist gemeint]. „Der Opfer-für-Opfer ist dein Schwanz“ – den Yajñāyajñiya-Gesang macht er zum Schwanz. „Die heiligen Feuerstätten sind deine Hufe“ – die Feuerstätten nämlich sind es, worauf er in dieser Welt gegründet ist. „Du bist der Schönbeflügelte, der Beschwingte; geh zum Himmel, fliege zur Sonnenwelt!“ – nachdem er ihn so zum Schönbeflügelten, Beschwingten, gemacht hat, spricht er zu ihm: „Geh zu den Göttern, fliege zur Himmelswelt!“

taṃ vā etam | atra pakṣapucavantaṃ vikaroti yādṛgvai yonau reto vikriyate tādṛgjāyate tadyadetamatra pakṣapucavantaṃ vikaroti tasmādeṣo 'mutra pakṣapucavānjāyate

Diesen nun formt er hier mit Flügeln und Schwanz um. Wie beschaffen der Same im Schoß umgeformt wird, so beschaffen wird das Geborene geboren; da man ihn hier nun mit Flügeln und Schwanz umformt, deshalb wird jener dort mit Flügeln und Schwanz geboren.

taṃ haike | etayā vikṛtyābhimantryānyāṃ citiṃ cinvanti droṇacitaṃ vā rathacakracitaṃ vā kaṅkacitaṃ vā praugacitaṃ vobhayataḥ praugaṃ vā samuhyapurīṣaṃ vā na tathā kuryādyathā pakṣapucavantaṃ garbham parivṛścettādṛktattasmādenaṃ suparṇacitameva cinuyāt

Diesen indes schichten manche, nachdem sie ihn mit diesem Umformungs-Spruch besprochen haben, in einer anderen Schichtung: als Droṇa-geschichteten, oder als Rathacakra-geschichteten, oder als Kaṅka-geschichteten, oder als Prauga-geschichteten, oder als zusammengeführten Purīṣa-geschichteten – so soll man nicht verfahren, denn das wäre, als schnitte man dem Keim seine Flügel und Schwanz ab. Deshalb soll man ihn nur als Suparṇa-geschichteten (vogelgestaltigen) schichten.

tametayā vikṛtyā | ita ūrdhvam prāñcam pragṛhṇātyasau vā āditya eṣo 'gniramuṃ tadādityamita ūrdhvam prāñcaṃ dadhāti tasmādasāvāditya ita ūrdhvaḥ prāṅ dhīyate parobāhu pragṛhṇāti parobāhu hyeṣa ito 'thainamupāvaharati tamupāvahṛtyoparinābhi dhārayati tasyokto bandhuḥ

Diesen hebt er, mit diesem Umformungs-Spruch, von hier empor gerichtet, nach vorn gewandt, hoch. Jene Sonne nämlich ist dieser Agni; jene Sonne eben stellt er damit von hier empor gerichtet, nach vorn gewandt; deshalb steht jene Sonne von hier empor, nach vorn gerichtet. Er hebt ihn mit über die Arme hinausgestreckten Händen hoch, denn dieser ist über die Arme hinaus von hier entrückt; dann trägt er ihn hin. Nachdem er ihn hingetragen hat, hält er ihn oben über dem Nabel; deren Bezug ist [damit] ausgesprochen.

atha viṣṇukramānkramate | etadvai devā viṣṇurbhūtvemāṃlokānakramanta yadviṣṇurbhūtvākramanta tasmādviṣṇukramāstathaivaitadyajamāno viṣṇurbhūtvemāṃlokānkramate

Dann schreitet er die Viṣṇu-Schritte. Dies eben taten die Götter: zu Viṣṇu geworden, durchschritten sie diese Welten; dass sie, zu Viṣṇu geworden, sie durchschritten, daher heißen sie Viṣṇu-Schritte. Ebenso durchschreitet nun dieser Opferherr, zu Viṣṇu geworden, diese Welten.

sa yaḥ sa viṣṇuryajñaḥ saḥ | sa yaḥ sa yajño 'yameva sa yo 'yamagnirukhāyāmetameva taddevā ātmānaṃ kṛtvemāṃlokānakramanta tathaivaitadyajamāna etamevātmānaṃ kṛtvemāṃlokānkramate

Der, welcher Viṣṇu ist, der ist das Opfer; der, welcher das Opfer ist, eben der ist dieser Agni, der hier im Ukhā-Pot ist; eben diesen zu ihrem Selbst machend, durchschritten die Götter diese Welten; ebenso durchschreitet nun dieser Opferherr, eben diesen zu seinem Selbst machend, diese Welten.

udaṅ prāṅ tiṣṭhan | etadvai tatprajāpatirviṣṇukramairudaṅ prāṅ tiṣṭhanprajā asṛjata tathaivaitadyajamāno viṣṇukramairudaṅ tiṣṭhanprajāḥ sṛjate

Nach Norden, nach Osten gewandt stehend [schreitet er]. Dies eben tat damals Prajāpati: nach Norden, nach Osten gewandt stehend, schuf er mit den Viṣṇu-Schritten die Geschöpfe; ebenso erschafft nun dieser Opferherr, nach Norden gewandt stehend, mit den Viṣṇu-Schritten die Geschöpfe.

viṣṇoḥ kramo 'sīti | viṣṇurhi bhūtvā kramate sapatnaheti sapatnānhātra hanti gāyatraṃ canda āroheti gāyatraṃ canda ārohati pṛthivīmanu vikramasveti pṛthivīmanu vikramate praharati pādaṃ kramata ūrdhvamagnimudgṛhṇātyūrdhvo hi rohati

„Du bist der Schritt des Viṣṇu“ [heißt es] – zu Viṣṇu geworden nämlich schreitet er. „Der Feindetöter“ – die Feinde tötet er hier damit. „Besteige das Gāyatrī-Versmaß“ – das Gāyatrī-Versmaß besteigt er. „Schreite der Erde entlang“ – der Erde entlang schreitet er; er setzt den Fuß vorwärts, schreitend, und hebt Agni empor, denn empor steigt er.

viṣṇoḥ | kramo 'sīti viṣṇurhi bhūtvā kramate 'bhimātihetyabhimātīrhātra hanti traiṣṭubhaṃ canda āroheti traiṣṭubhaṃ canda ārohatyantarikṣamanu vikramasvetyantarikṣamanu vikramata praharati pādaṃ kramata ūrdhvamagnimudgṛhṇātyūrdhvo hi rohati

„Du bist der Schritt des Viṣṇu“ – zu Viṣṇu geworden nämlich schreitet er. „Der Anschlagsplaner-Töter“ – die Anschlagsplaner tötet er hier damit. „Besteige das Triṣṭubh-Versmaß“ – das Triṣṭubh-Versmaß besteigt er. „Schreite der Luftregion entlang“ – der Luftregion entlang schreitet er; er setzt den Fuß vorwärts, schreitend, und hebt Agni empor, denn empor steigt er.

viṣṇoḥ kramo 'sīti | viṣṇurhi bhūtvā kramate 'rātīyato hantetyarātīyato hātra hanti jāgataṃ canda āroheti jāgataṃ canda ārohati divamanu vikramasveti divamanu vikramate praharati pādaṃ kramata ūrdhvamagnimudgṛhṇātyūrdhvo hi rohati

„Du bist der Schritt des Viṣṇu“ – zu Viṣṇu geworden nämlich schreitet er. „Der Missgünstigen-Töter“ – die Missgünstigen tötet er hier damit. „Besteige das Jagatī-Versmaß“ – das Jagatī-Versmaß besteigt er. „Schreite dem Himmel entlang“ – dem Himmel entlang schreitet er; er setzt den Fuß vorwärts, schreitend, und hebt Agni empor, denn empor steigt er.

viṣṇoḥ kramo 'sīti | viṣṇurhi bhūtvā kramate śatrūyato hanteti śatruyato hātra hantyānuṣṭubhaṃ canda ārohetyānuṣṭubhaṃ canda ārohati diśo 'nu vikramasveti sarvā diśo 'nu vīkṣate na praharati pādaṃ nedimāṃlokānatipraṇaśyānītyūrdhvamevāgnimudgṛhṇāti saṃ hyārohati

„Du bist der Schritt des Viṣṇu“ – zu Viṣṇu geworden nämlich schreitet er. „Der Feindschaft-Übenden-Töter“ – die Feindschaft übenden Widersacher tötet er hier damit. „Besteige das Anuṣṭubh-Versmaß“ – das Anuṣṭubh-Versmaß besteigt er. „Schreite allen Himmelsrichtungen entlang“ – nach allen Himmelsrichtungen blickt er sich um; er setzt den Fuß nicht weiter vorwärts, mit dem Gedanken: „dass ich nicht über diese Welten hinausgehe und verloren gehe“ – er hebt Agni nur empor, denn er steigt nun vollständig auf.

athainamiti pragṛhṇāti | etadvai devā akāmayanta parjanyo rūpaṃ syāmeti ta etenātmanā parjanyo rūpamabhavaṃstathaivaitadyajamāna etenātmanā parjanyo rūpam bhavati

Dann hebt er ihn mit dem folgenden Spruch empor. Dies eben wünschten sich die Götter: „Regenwolke möchten wir an Gestalt sein“; mit diesem Selbst wurden sie zur Gestalt der Regenwolke; ebenso wird nun dieser Opferherr mit diesem Selbst zur Gestalt der Regenwolke.

akrandadagni stanayanniva dyauriti | krandatīva hi parjanya stanayankṣāmā rerihadvīrudhaḥ samañjanniti kṣamā vai parjanyo rerihyamāṇo vīrudhaḥ samanakti sadyo jajñāno vi hīmiddho akhyaditi sadyo vā eṣa jajñāna idaṃ sarvaṃ vikhyāpayatyā rodasī bhānunā bhātyantaritīme vai dyāvāpṛthivī rodasī te eṣa bhānunābhāti parobāhu pragṛhṇāti parobāhu hi parjanyaḥ

„Agni erscholl, gleichsam wie der donnernde Himmel“ [heißt es] – gleichsam erschallend nämlich donnert die Regenwolke. „Die Erde leckend, die Pflanzen salbend“ – die Erde nämlich leckt die Regenwolke gleichsam und salbt die Pflanzen. „Sogleich geboren, hat der Entzündete rings hervorgeleuchtet“ – sogleich nämlich, geboren, macht dieser dies Alles rings sichtbar. „Zwischen den beiden Welthälften leuchtet er mit seinem Glanz“ – diese beiden Welten, Himmel und Erde, sind ja die beiden Welthälften; zwischen diesen leuchtet dieser mit seinem Glanz. Er hebt ihn mit über die Arme hinausgestreckten Händen hoch, denn über die Arme hinaus reicht die Regenwolke.

athainamupāvaharati | etadvai yo 'smiṃloke raso yadupajīvanaṃ tenaitatsahordhva imāṃlokānrohatyagnirvā asmiṃloke raso 'gnirupajīvanaṃ tadyattāvadeva syānna hāsmiṃloke raso nopajīvanaṃ syādatha yatpratyavarohatyasminnevaitalloke rasamupajīvanaṃ dadhāti

Dann trägt er ihn hin. Dies eben: was in dieser Welt Saft ist, was Lebensunterhalt ist, damit zusammen steigt er über diese Welten empor; Agni nämlich ist der Saft in dieser Welt, Agni ist der Lebensunterhalt; würde er dabei nur so weit aufsteigen, dann wäre in dieser Welt kein Saft, kein Lebensunterhalt mehr; dass er aber wieder hinabsteigt, damit legt er eben dieser Welt den Saft, den Lebensunterhalt, hinein.

yadveva pratyavarohati | etadvā etadimāṃlokānita ūrdhvo rohati sa sa parāṅiva roha iyamu vai pratiṣṭhā tadyattāvadeva syātpra hāsmāllokādyajamānaścyavetātha yatpratyavarohatīmāmevaitatpratiṣṭhāmabhipratyaityasyāmevaitatpratiṣṭhāyām pratitiṣṭhati

Und dass er ferner hinabsteigt: dies nämlich, dass er hier von diesen Welten aus emporsteigt – dieses Aufsteigen ist gleichsam ein Wegsteigen; diese Erde aber ist ja die Grundlage; würde er dabei nur so weit bleiben, dann würde der Opferherr von dieser Welt fortgleiten; dass er aber wieder hinabsteigt, geht er damit eben zu dieser Grundlage zurück; auf eben dieser Grundlage findet er damit festen Halt.

yadevam pratyavarohati | etadvā etadimāṃlokānita ūrdhvo jayati sa sa parāṅiva jayo yo vai parāṅeva jayatyanye vai tasya jitamanvavasyantyatha ya ubhayathā jayati tasya tatra kāmacaraṇam bhavati tadyatpratyavarohatīmānevaitallokānitaścordhvānamutaścārvāco jayati

Und dass er so hinabsteigt: dies nämlich, dass er hier von diesen Welten aus emporsteigt und so gewinnt – dieser Gewinn ist gleichsam ein Fortgehender: wer nämlich nur fortgehend gewinnt, dessen Gewonnenes nehmen andere in Besitz; wer aber auf beide Weisen gewinnt, dem steht dort freie Verfügung zu. Dass er nun hinabsteigt: eben diese Welten, sowohl die von hier aus oberen als auch die von dort her unteren, gewinnt er damit.

agne 'bhyāvartin | abhi mā nivartasvāgne aṅgiraḥ punarūrjā saha rayyetyetena mā sarveṇābhinivartasvetyetaccatuṣkṛtvaḥ pratyavarohati caturhi kṛtva ūrdhvo rohati tadyāvatkṛtva ūrdhvo rohati tāvatkṛtvaḥ pratyavarohati tamupāvahṛtyoparinābhi dhārayati tasyokto bandhuḥ

„O Agni, du Zurückkehrender, kehre zu mir zurück, o Agni, Aṅgiras, wieder mit Kraft und Reichtum“ bedeutet: kehre mit deinem ganzen Wesen zu mir zurück – das [ist gemeint]. Viermal steigt er damit hinab, denn viermal steigt er empor; wie oft er nämlich emporsteigt, ebenso oft steigt er wieder hinab. Nachdem er ihn hingetragen hat, hält er ihn oben über dem Nabel; deren Bezug ist [damit] ausgesprochen.

athainamabhimantrayate | āyurvā agnirāyurevaitadātmandhatta ā tvāhārṣamityā hyenaṃ harantyantarabhūrityāyurevaitadātmandhatte dhruvastiṣṭhāvicācalirityāyurevaitaddhruvamantarātmandhatte viśastvā sarvā vāñcantvityannaṃ vai viśo 'nnaṃ tvā sarvaṃ vāñcatvityetanmā tvadrāṣṭramadhibhraśaditi śrīrvai rāṣṭram mā tvacrīradhibhraśadityetat

Dann bespricht er ihn: Lebenskraft nämlich ist Agni; eben die Lebenskraft legt er sich damit in sein Selbst hinein. „Ich habe dich hergebracht“ [heißt es] – denn man bringt ihn her; „als inneres Wesen“ – eben die Lebenskraft legt er sich damit in sein Selbst hinein. „Feststehend, unerschütterlich stehe“ – eben die feste Lebenskraft legt er sich damit als inneres Selbst hinein. „Alle Untertanen mögen dir zuwenden“ – Speise nämlich sind die Untertanen; alle Speise möge dir zuwenden – das [ist gemeint]. „Nicht möge das Reich von dir abfallen“ – Glanz nämlich ist das Reich; nicht möge der Glanz von dir abfallen – das [ist gemeint].

atha śikyapāśaṃ ca rukbhapāśaṃ conmuñcate | vāruṇo vai pāśo varuṇapāśādeva tatpramucyate vāruṇya 'rcā svenaiva tadātmanā svayā devatayā varuṇapāśātpramucyata uduttamaṃ varuṇa pāśamasmadavādhamaṃ vi madhyamaṃ śrathāyeti yathaiva yajustathā bandhurathā vayamāditya vrate tavānāgaso aditaye syāmetīyaṃ vā aditiranāgasastubhyaṃ cāsyai syāmetyetat

Dann löst er sowohl die Netz-Gehänge-Schnur als auch die Blech-Schnur ab. Varuṇa-zugehörig ist nämlich die Schnur; von der Varuṇa-Schnur eben wird er damit gelöst, mit dem Varuṇa-Vers, mit eben diesem seinem eigenen Selbst, mit seiner eigenen Gottheit, wird er von der Varuṇa-Schnur gelöst. „Löse die oberste Schnur des Varuṇa von uns, die unterste, löse die mittlere“ – so wie es der Spruch [besagt], so ist der Bezug. „So mögen wir, o Āditya, im Gelübde deiner Herrschaft, schuldlos für Aditi sein“ – diese [Erde] nämlich ist Aditi; schuldlos möge man für dich und für sie sein – das [ist gemeint].

athainamiti pragṛhṇāti | etadvā enamado vikṛtyeta ūrdhvam prāñcam pragṛhṇāti taṃ tata iti pragṛhṇāti tadyattāvadevābhaviṣyadatra haivaiṣa vyaraṃsyatātha yadenamiti pragṛhṇāti tasmādeṣa itītvātheti punaraiti

Dann hebt er ihn mit dem folgenden Spruch empor. Diesen hier hatte er zuvor mit dem Umformungs-Spruch von hier empor gerichtet, nach vorn gewandt, emporgehoben; diesen hebt er nun mit „so“ empor. Wäre es dabei nur so weit geblieben, wäre er hier stehengeblieben; dass er ihn nun aber mit „so“ emporhebt, deshalb geht dieser nun weiter, Schritt für Schritt, von hier aus wieder voran.

agre bṛhannuṣasāmūrdhvo asthāditi | agre hyeṣa bṛhannuṣasāmūrdhvastiṣṭhati nirjaganvāntamaso jyotiṣāgāditi nirjaganvānvā eṣa rātryai tamaso 'hnā jyotiṣaityagnirbhānunā ruśatā svaṅga ityagnirvā eṣa bhānunā ruśatā svaṅga ā jāto viśvā sadnānyaprā itīme vai lokā viśvā sadnāni tāneṣa jāta āpūrayati parobāhu pragṛhṇāti parobāhu hyeṣa ito 'thainamupāvaharatīmāmevaitatpratiṣṭhāmmabhipratyaityasyāmevaitatpratiṣṭhāyām pratitiṣṭhati jagatyā jagati hemāṃlokānamuto 'rvāco vyaśnute

„Vorn, groß, ist er, über die Morgenröten erhaben, aufgestanden“ [heißt es] – vorn nämlich, groß, steht dieser über die Morgenröten erhaben. „Aus der Dunkelheit hervorgegangen, kam er mit Licht“ – aus der Dunkelheit der Nacht hervorgegangen nämlich kam dieser mit dem Licht des Tages. „Agni, mit weißem Glanz, schöngliedrig“ – Agni nämlich ist dieser, mit weißem Glanz, schöngliedrig. „Geboren erfüllte er alle Wohnstätten“ – diese Welten nämlich sind alle Wohnstätten; diese erfüllt dieser, geboren. Er hebt ihn mit über die Arme hinausgestreckten Händen hoch, denn über die Arme hinaus reicht dieser von hier; dann trägt er ihn hin. Zu eben dieser Grundlage geht er damit zurück; auf eben dieser Grundlage findet er damit festen Halt. Mit der Jagatī, in der Jagatī-Bewegung, gelangt er damit von diesen Welten aus dorthin und von dort hierher.

haṃsaḥ śuciṣaditi | asau vā ādityo haṃsaḥ śuciṣadvasurantarikṣasaditi vāyurvai vasurantarikṣasaddhotā vediṣadityagnirvai hotā vediṣadatithiriti sarveṣāṃ vā eṣa bhūtānāmatithirduroṇasaditi viṣamasadityetannṛṣaditi prāṇo vai nṛṣanmanuṣyā narastadyo 'yam manuṣyeṣu prāṇo 'gnistametadāha varasaditi sarveṣu hyeṣa vareṣu sanna ṛtasaditi satyasadityetadvyomasaditi sarveṣu hyeṣa vyomasu sanno 'bjā gojā ityabjāśca hyeṣa gojāśca 'rtajā iti satyajā ityetadadrijā ityadrijā hyeṣa ṛtamiti satyamityetadbṛhaditi nidadhāti bṛhaddhyeṣa tadyadeṣa tadenametatkṛtvā nidadhāti

„Der Wildgans, im Reinen sitzend“ [heißt es] – jene Sonne nämlich ist die Wildgans, im Reinen sitzend. „Der Vasu, in der Luftregion sitzend“ – Vāyu nämlich ist der Vasu, in der Luftregion sitzend. „Der Hotṛ, am Altar sitzend“ – Agni nämlich ist der Hotṛ, am Altar sitzend. „Der Gast“ – der Gast nämlich ist dieser aller Wesen. „Im Hause sitzend“ bedeutet: an ungleichem Ort sitzend – das [ist gemeint]. „Unter den Männern sitzend“ – Atem nämlich sitzt unter den Männern; Menschen sind die Männer; der Atem, der Agni, der so in den Menschen wohnt, den meint er damit. „Im Vortrefflichsten sitzend“ – denn unter allem Vortrefflichen sitzt dieser. „In der Wahrheit sitzend“ bedeutet: in der Wahrheit (Satya) sitzend – das [ist gemeint]. „Im Luftraum sitzend“ – denn in allen Lufträumen sitzt dieser. „Aus dem Wasser geboren, aus der Erde geboren“ – denn aus dem Wasser ist dieser geboren und aus der Erde geboren. „Aus der Ordnung geboren“ bedeutet: aus der Wahrheit geboren – das [ist gemeint]. „Aus dem Fels geboren“ – aus dem Fels nämlich ist dieser geboren. „Ordnung“ bedeutet: Wahrheit – das [ist gemeint]. „Groß (Bṛhat)“ – er setzt ihn ab, denn groß ist dieser; da er dieser ist, macht er ihn damit dazu und setzt ihn ab.

dvābhyāmakṣarābhyām | dvipādyajamāno yajamāno 'gniryāvānagniryāktyasya mātrā tāvataivainametannidadhāti

Mit zwei Silben [des Namens] – der Opferherr ist zweifüßig; der Opferherr ist Agni – wie groß Agni [ist], von welchem Maß er ist, in eben diesem Maß setzt er ihn damit ab [Anm.: Quelltext an dieser Stelle leicht verderbt/verkürzt].

athainamupatiṣṭhate | etadvā enametallaghūyatīva yadenena saheti ceti cemāṃlokānkramate tasmā evaitannihnute 'hiṃsāyai

Dann tritt er zu ihm hin. Dies eben: gleichsam leichter wird dieser dadurch, dass er mit ihm zusammen diese Welten durchschreitet; deshalb verbirgt er ihm eben dies, zur Nicht-Verletzung.

yadvevopatiṣṭhate | etadvai devā abibhayuryadvai no 'yamimāṃlokānantikānna hiṃsyāditi tadebhya evainametallokebhyo 'śamayaṃstathaivainamayametadebhyo lokebhyaḥ śamayati

Und dass er ferner zu ihm hintritt: dies eben fürchteten die Götter: „dass dieser uns hier nicht diese nahen Welten schädige“; deshalb besänftigten sie ihn eben diesen Welten gegenüber; ebenso besänftigt ihn nun dieser diesen Welten gegenüber.

sīda tvam mātuḥ | asyā upasthe 'ntaragne rucā tvaṃ śivo bhūtvā mahyamagne atho sīda śivastvamiti śivaḥ-śiva iti śamayatyevainametadahiṃsāyai tatho haiṣa imāṃlokāñcāntona hinasti

„Setze dich, o Agni, mitten in den Schoß dieser Erde, deiner Mutter, mit Glanz; freundlich geworden, setze dich für mich, o Agni, freundlich bist du“ – „freundlich, freundlich“, so besänftigt er ihn eben damit zur Nicht-Verletzung; so schädigt dieser weder diese Welten noch das Eingeweihte.

tribhirupatiṣṭhate | traya ime lokā atho trivṛdagniryāvānagniryāvatyasya mātrā tāvataivāsmā etannihnute 'tho tāvataivainametadebhyo lokebhyaḥ śamayati

Mit drei [Sprüchen] tritt er hin. Drei sind diese Welten, und ferner: dreifach ist Agni – wie groß Agni [ist], von welchem Maß er ist, in eben diesem Maß verbirgt er ihm damit dies; und in eben diesem Maß besänftigt er ihn damit diesen Welten gegenüber.

atha vātsapreṇopatiṣṭhate | etadvai prajāpatirviṣṇukramaiḥ prajāḥ sṛṣṭvā tābhyo vātsapreṇāyuṣyamakarottathaivaitadyajamāno viṣṇukramaiḥ prajāḥ sṛṣṭvā tābhyo vātsapreṇāyuṣyaṃ karoti

Dann tritt er mit dem Vātsapra-Spruch heran. Dies eben ist es: Prajāpati, nachdem er mit den Viṣṇu-Schritten die Geschöpfe geschaffen hatte, bewirkte für sie mit dem Vātsapra-Spruch Langlebigkeit; ebenso bewirkt der Opferherr hier, nachdem er mit den Viṣṇu-Schritten die Geschöpfe geschaffen hat, für sie mit dem Vātsapra-Spruch Langlebigkeit.

sa haiṣa dākṣāyaṇahastaḥ | yadvātsapraṃ tasmādyaṃ jātaṃ kāmayeta sarvamāyuriyāditi vātsapreṇainamabhimṛśettadasmai jātāyāyuṣyaṃ karoti tatho ha sa sarvamāyuretyatha yaṃ kāmayeta vīryavāntsyāditi vikṛtyainam purastādabhimantrayeta tatho ha sa vīryavānbhavati

Dies eben ist die Dākṣāyaṇahasta-Handgeste – deshalb also das Vātsapra. Wenn er für ein bereits Geborenes wünscht, es möge sein volles Lebensalter erreichen, so soll er es mit dem Vātsapra-Spruch berühren; damit bewirkt er für das Geborene Langlebigkeit, und so erreicht es sein volles Lebensalter. Wenn er aber wünscht, es solle kraftvoll sein, so soll er es, nachdem er [die Formel] abgewandelt hat, von vorn her damit besprechen; so wird es kraftvoll.

divaspari prathamaṃ jajñe agniriti | prāṇo vai divaḥ prāṇādu vā eṣa prathamamajāyatāsmaddvitīyam pari jātavedā iti yadenamado dvitīyam puruṣavidho 'janayattṛtīyamapsviti yadenamadastṛtīyamadbhyo 'janayannṛmaṇa ajasramiti prajāpatirvai nṛmaṇā agnirajasra indhāna enaṃ jarate svādhīriti yo vā enaminddhe sa enaṃ janayate svādhīḥ

„Oben vom Himmel her wurde Agni zuerst geboren“ – Prāṇa (Lebensatem) ist nämlich der des Himmels; aus dem Prāṇa wurde er eben zuerst geboren. „Von uns aus ein zweites Mal ward er geboren, der Jātavedas“ – das [bedeutet]: dieser hier erzeugte ihn ein zweites Mal in menschlicher Gestalt. „Ein drittes Mal in den Wassern“ – das [bedeutet]: dieser hier erzeugte ihn ein drittes Mal aus den Wassern. „Der Nṛmaṇas [Menschensinnige], der Unaufhörliche“ – Prajāpati nämlich ist der Nṛmaṇas, Agni der Unaufhörliche. „Ihn, den Entzündeten, preist [der Sänger] mit Wohlwollen“ – wer ihn eben entzündet, der erzeugt ihn mit Wohlwollen.

vidnā te agne tredhā trayāṇīti | agnirvāyurāditya etāni hāsya tāni tredhā trayāṇi vidnā te dhāma vibhṛtā purutreti yadidam bahudhā vihriyate vidnā te nāma paramaṃ guhā yaditi yaviṣṭha iti vā asya tannāma paramaṃ guhā vidnā tamutsaṃ yata ājaganthetyāpo vā utso 'dbhyo vā eṣa prathamamājagāma samudre tvā numaṇā apsvantariti prajāpatirvai nṛmaṇā apsu tvā prajāpatirityetannṛcakṣā īdhe divo agna ūdhanniti prajāpatirvai nṛcakṣā āpo diva ūdhastṛtīye tvā rajasi tasthivāṃsamiti dyaurvai tṛtīyaṃ rajo 'pāmupasthe mahiṣā avardhanniti prāṇā vai mahiṣā divi tvā prāṇā avardhannityetat

„Ich weiß, o Agni, deine drei Dreiheiten“ – Agni, Vāyu, Āditya, das eben sind seine drei Dreiheiten. „Ich weiß deine Erscheinungsformen, vielfach verteilt“ – das [bedeutet]: dieses [Agni], das sich auf vielfache Weise verteilt. „Ich weiß deinen höchsten Namen, den verborgenen“ – „Yaviṣṭha“ [der Jüngste] nämlich ist sein höchster, verborgener Name. „Ich weiß die Quelle, von der du gekommen bist“ – die Wasser nämlich sind die Quelle; aus den Wassern nämlich kam er zuerst her. „Im Meer, o Nṛmaṇas, inmitten der Wasser [bist du]“ – Prajāpati nämlich ist der Nṛmaṇas; „in den Wassern bist du, o Prajāpati“ – das eben [ist gemeint]. „Der Nṛcakṣas [Männeräugige] hat dich entzündet am Euter des Himmels“ – Prajāpati nämlich ist der Nṛcakṣas; die Wasser sind das Euter des Himmels. „In der dritten Luftschicht stehend“ – der Himmel nämlich ist die dritte Luftschicht. „Im Schoß der Wasser ließen dich die Büffel wachsen“ – die Atemkräfte (Prāṇas) nämlich sind die Büffel; „im Himmel ließen dich die Atemkräfte wachsen“ – das [ist gemeint].

tā etā ekavyākhyānāḥ | etamevābhi tā āgneyyastriṣṭubhastā yadāgneyyastenāgniratha yattriṣṭubho yadekādaśa tenendra aindrāgno 'gniryāvatyasya mātrā tāvataivainametadupatiṣṭhata indrāgnī vai sarve devāḥ sarvadevatyo 'gniryāvatya

Diese [Verse] haben eine einheitliche Deutung: Auf eben diesen [Agni] beziehen sich die Āgneya-Triṣṭubh-Verse; insofern sie āgneya sind, deswegen [gehören sie] dem Agni, insofern sie Triṣṭubh sind – elfsilbig –, deswegen dem Indra; [so ist er] Aindrāgna, ein Agni, der dem Indra und Agni [zugleich gehört]. In welchem Maße er ist, in eben diesem Maße tritt man ihm damit nahe. Indra und Agni nämlich sind alle Götter; allen Göttern gehörig ist er, in welchem Maße er ist [Anm.: Satzgefüge im Quelltext an dieser Stelle leicht verderbt].

yadveva viṣṇukramavātsapre bhavataḥ | viṣṇukramairvai prajāsya mātrā tāvataivainametadupatiṣṭatepatirimaṃ lokamasṛjata vātsapreṇāgniṃ viṣṇukramairvai prajāpatirantarikṣamasṛjata vātsapreṇa vāyaṃ viṣṇukramairvai prajāpatirdivamasṛjata vātsapreṇādityaṃ viṣṇukramairvai prajāpatirdiśo 'sṛjata vātsapreṇa candramasaṃ viṣṇukramairvai prajāpatirbhūtamasṛjata vātsapreṇa bhaviṣyadviṣṇukramairvai prajāpatirvittamasṛjata vātsapreṇāśāṃ viṣṇukramairvai prajāpatiraharasṛjata vātsapreṇa rātriṃ viṣṇukramairvai prajāpatiḥ pūrvapakṣānasṛjata vātsapreṇāparapakṣānviṣṇukramairvai prajāpatirardhamāsānasṛjata vātsapreṇa māsānviṣṇukramairvai prajāpatirṛtūnasṛjata vātsapreṇa saṃvatsaraṃ tadyadviṣṇukramavātsapre bhavata etadeva tena sarvaṃ sṛjate

Dass es ferner Viṣṇukrama und Vātsapra gibt [Anm.: Textstelle unmittelbar danach im Quelltext verderbt/verdoppelt; Sinn nach dem Folgenden rekonstruiert]: Mit den Viṣṇu-Schritten schuf Prajāpati diese Welt, mit dem Vātsapra den Agni; mit den Viṣṇu-Schritten schuf Prajāpati die Mittelwelt (Antarikṣa), mit dem Vātsapra den Vāyu; mit den Viṣṇu-Schritten schuf Prajāpati den Himmel, mit dem Vātsapra die Sonne (Āditya); mit den Viṣṇu-Schritten schuf Prajāpati die Himmelsrichtungen, mit dem Vātsapra den Mond; mit den Viṣṇu-Schritten schuf Prajāpati das Gewesene (Bhūta), mit dem Vātsapra das Zukünftige (Bhaviṣyat); mit den Viṣṇu-Schritten schuf Prajāpati das Erlangte (Vitta), mit dem Vātsapra die Wunschrichtung (Āśā); mit den Viṣṇu-Schritten schuf Prajāpati den Tag, mit dem Vātsapra die Nacht; mit den Viṣṇu-Schritten schuf Prajāpati die vorderen Monatshälften (Pūrvapakṣa), mit dem Vātsapra die hinteren (Aparapakṣa); mit den Viṣṇu-Schritten schuf Prajāpati die Halbmonate, mit dem Vātsapra die [ganzen] Monate; mit den Viṣṇu-Schritten schuf Prajāpati die Jahreszeiten, mit dem Vātsapra das Jahr. Dass es also Viṣṇukrama und Vātsapra gibt, damit eben schafft er alles.

yadveva viṣṇukramavātsapre bhavataḥ | viṣṇukramairvai prajāpatiḥ svargaṃ lokamabhiprāyātsa etadavasānamapaśyadvātsapraṃ tenāvāsyadapradāhāya yaddhi yuktaṃ na vimucyate pra taddahyate tathaivaitadyajamāno viṣṇukramaireva svargaṃ lokamabhiprayāti vātsapreṇāvasyati

Dass es ferner Viṣṇukrama und Vātsapra gibt: Mit den Viṣṇu-Schritten zog Prajāpati zur Himmelswelt hin; da sah er das Vātsapra als Rastplatz (Avasāna); damit ließ er sich nieder, um nicht zu verbrennen – denn was angespannt bleibt und nicht gelöst wird, das verbrennt. Ebenso zieht auch hier der Opferherr mit eben den Viṣṇu-Schritten zur Himmelswelt hin und lässt sich mit dem Vātsapra nieder.

sa vai viṣṇukramānkrāntvā | atha tadānīmeva vātsapreṇopatiṣṭhate yathā prayāyātha tadānīmeva vimuñcettādṛktaddevānāṃ vai vidhāmanu manuṣyāstasmādu hedamuta mānuṣo grāmaḥ prayāyātha tadānīmevāvasyati

Nachdem er nun die Viṣṇu-Schritte durchschritten hat, tritt er sogleich mit dem Vātsapra-Spruch heran – gleichwie einer, der aufgebrochen ist, sich sogleich [danach] löst, so ist das. Den Göttern nämlich folgen die Menschen in ihrer Ordnung nach; deshalb lässt sich auch hier, im menschlichen Dorf, [der Aufgebrochene] sogleich nieder.

tadvā ahorātre eva viṣṇukramā bhavanti | ahorātre vātsapramahorātre eva tadyātyahorātre kṣemyo bhavati tasmādu hedamuta mānuṣo grāmo 'horātre yātvāhorātre kṣemyo bhavati

Dies nun sind eben Tag und Nacht die Viṣṇu-Schritte; Tag und Nacht ist auch das Vātsapra; in eben Tag und Nacht geschieht dies, in Tag und Nacht wird man wohlgeborgen. Deshalb soll auch hier im menschlichen Dorf [der Reisende] binnen Tag und Nacht reisen und binnen Tag und Nacht wohlgeborgen sein.

sa vā ardhameva saṃvatsarasya viṣṇukramānkramate | ardhaṃ vātsapreṇopatiṣṭhate madhye ha saṃvatsarasya svargo lokaḥ sa yatkanīyo 'rdhātkrameta na haitaṃ svargaṃ lokamabhiprāpnuyādatha yadbhūyo 'rdhātparāṅ haitaṃ svargaṃ lokamatipraṇaśyedatha yadardhaṃ kramate 'rdhamupatiṣṭhate tatsamprati svargaṃ lokamāptvā vimuñcate

Er durchschreitet nun mit den Viṣṇu-Schritten eben die Hälfte des Jahres, mit dem Vātsapra tritt er der [anderen] Hälfte nahe; in der Mitte des Jahres nämlich liegt die Himmelswelt. Würde er weniger als die Hälfte durchschreiten, so erreichte er diese Himmelswelt nicht; würde er aber über die Hälfte hinausgehen, so verfehlte er diese Himmelswelt darüber hinaus. Wenn er aber die Hälfte durchschreitet und der [anderen] Hälfte naht, dann erlangt er eben zur rechten Zeit die Himmelswelt und löst sich [von ihr].

tābhyāṃ vai viparyāsameti | yathā mahāntamadhvānaṃ vimokaṃ samaśnuvīta tādṛktatsa vai purastāccopariṣṭāccobhe viṣṇukramavātsapre samasyatyaharvai viṣṇukramā rātrirvātsapramemetadvā idaṃ sarvam prajāpatiḥ prajanayiṣyaṃśca prajanayitvā cāhorātrābhyāmubhayataḥ parigṛhṇāti

Mit diesen beiden [Formeln] durchläuft er den Wechsel; wie einer, der eine lange Wegstrecke zurücklegt, eine Rast erlangt, so ist das. Er vereinigt nämlich vorne wie hinten beide, Viṣṇukrama und Vātsapra; der Tag nämlich ist die Viṣṇu-Schritte, die Nacht das Vātsapra – das eben ist es. Dieses ganze All hier umgreift Prajāpati, sowohl als er es hervorbringen wollte, als auch nachdem er es hervorgebracht hat, von beiden Seiten mit Tag und Nacht.

tadāhuḥ | yadaharviṣṇukramā rātrirvātsapramathobhe evāhanbhavato na rātryāṃ kathamasyāpi rātryāṃ kṛte bhavata ityetadvā ene ado dīkṣamāṇaḥ purastādaparāhṇa ubhe samasyati rātrirhaitadyadaparāhṇo 'thaine etatsaṃnivaṣsyannupariṣṭātpūrvāhṇa ubhe samasyatyaharhaitadyatpūrvāhṇa evamu hāsyobhe evāhankṛte bhavata ubhe rātryām

Dazu sagt man: Wenn der Tag die Viṣṇu-Schritte, die Nacht das Vātsapra ist, wie kommt es dann, dass beide [nur] am Tag vollzogen werden, nicht in der Nacht – wie werden sie dann auch für die Nacht vollzogen? [Darauf ist zu sagen:] Der sich Weihende (Dīkṣamāṇa) vereinigt hier zuvor am Nachmittag beide; Nacht ist ja das, was der Nachmittag ist. Und wenn er dann später [die Opfergabe] niederlegen will, vereinigt er am folgenden Vormittag beide; Tag ist ja das, was der Vormittag ist. So werden ihm eben beide [Riten] sowohl am Tag als auch in der Nacht vollzogen.

sa yadahaḥ saṃnivapsyantsyāt tadahaḥ prātarudita āditye bhasmaiva prathamamudvapati bhasmodupya vācaṃ visṛjate vācaṃ visṛjya samidhamādadhāti samidhamādhāya bhasmāpo 'bhyavaharati yathaiva tasyābhyavaharaṇaṃ tathāpādāya bhasmanaḥ pratyetyokhāyāmopyopatiṣṭhate 'tha prāyaścittī karoti

An dem Tag, an dem er [die Opferasche] niederzulegen beabsichtigt, an diesem Tag, nachdem die Sonne aufgegangen ist, streut er zuerst die Asche aus; nachdem er die Asche ausgestreut hat, lässt er die Stimme frei; nachdem er die Stimme freigelassen hat, legt er ein Brennscheit hinein; nachdem er das Brennscheit hineingelegt hat, trägt er Wasser auf die Asche; ganz so, wie sonst das Auftragen [des Wassers] geschieht, ebenso, nachdem er von der Asche [etwas] genommen hat, kehrt er zurück, streut es in den Ukhā-Pot und tritt heran; dann vollzieht er die Sühnehandlung.

sa yadi viṣṇukramīyamahaḥ syāt | viṣṇukramānkrāntvā vātsapreṇopatiṣṭhetātha yadi vātsaprīyaṃ vātsapreṇopasthāya viṣṇukramānkrāntvā vātsapramantataḥ kuryānna viṣṇukramānantataḥ kuryādyathā prayāya na vimuñcettādṛktadatha yadvātsapramantataḥ karoti pratiṣṭhā vai vātsapraṃ yathā pratiṣṭhāpayedavasāyayettādṛktattasmādu vātsapremevāntataḥ kuryāt

Wäre nun jener Tag ein dem Viṣṇukrama zugehöriger, so soll er, nachdem er die Viṣṇu-Schritte durchschritten hat, mit dem Vātsapra herantreten; wäre er aber ein dem Vātsapra zugehöriger, so soll er, nachdem er mit dem Vātsapra herangetreten ist, die Viṣṇu-Schritte durchschreiten [und danach] das Vātsapra ans Ende setzen, nicht die Viṣṇu-Schritte ans Ende setzen – sonst wäre es, wie wenn einer aufgebrochen wäre und sich nicht löste, so wäre das. Wenn er aber das Vātsapra ans Ende setzt: Pratiṣṭhā (fester Stand) nämlich ist das Vātsapra; das ist, wie wenn man [einen Wanderer] zur Ruhe brächte, ihn festen Stand fassen ließe, so ist das. Deshalb soll man eben mit dem Vātsapra abschließen.

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