Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 32

Anuvāka 2 Die Iḍā-Formeln und der Verzehr des Opferherrn-Anteils, samt Sühne für die von einem Nicht-Brahmanen verzehrte Iḍā.

bṛhato mā vājena vājaya vāmadevasya mā vājena vājayeti

„Mit der Kraft des Bṛhat stärke mich, mit der Kraft des Vāmadeva stärke mich“ –

vāmadevo vā etad gonām apaśyat

Vāmadeva sah dies fürwahr (als Formel) der Rinder [?].

paśava iḍā

Das Vieh ist die Iḍā [Anm.: Opferspeise-Anteil und zugleich Göttin der Opferspeise].

paśuṣv eva paśūn dadhāti

Im Vieh legt er Vieh nieder.

juṣṭe juṣṭiṃ te gameyam upahūta upahavaṃ te 'śīyeti

„Bei der Gefallenen möge ich zu deinem Wohlgefallen gelangen; bei der Herbeigerufenen möge ich deine Herbeirufung erlangen“ –

dvyāśīr vai yajñas

Zweifach ist fürwahr der Wunsch beim Opfer [?].

yajñasyaivaitām āśiṣam āśāste

Dieses Wunschsegen des Opfers erbittet er.

suhavām ehīti

„Komm gut Herbeigerufene“ –

suhavām evaināṃ kurute

gut anrufbar macht er sie.

saha rāyaspoṣeṇeti

„Zusammen mit Reichtumsgedeihen“ –

sahaivaivaṃ rayyābhyaiti

zusammen mit Reichtum kommt er so.

asmāsv indra indriyaṃ dadhātv iti

„Indra möge uns Indra-Kraft verleihen“ –

iḍāyā vā eṣa dohas

Dies ist fürwahr das Melken der Iḍā.

iḍām evaitad duhe

Die Iḍā melkt er damit.

asmān rāyo maghavānas sacantām iti

„Uns sollen Reichtümer, die Freigebigen, folgen“ –

paśavo vai rāyo maghavānaḥ

Das Vieh sind fürwahr die Reichtümer, die Freigebigen.

paśūn evātman dhatte

Vieh legt er in sich selbst.

asmākam̐ santv āśiṣa iti

„Unsere sollen die Wünsche sein“ –

saṃjayan kṣetrāṇi sahasāham indra kurvāṇo anyām̐ adharān sapatnān iti

„Die Felder gewinnend, ich, mit Gewalt, o Indra, die anderen Nebenbuhler zu Unteren machend“ –

adharam eva bhrātṛvyaṃ kurute ‖

den Rivalen macht er zum Unteren.

brahma tejo me pinvasva kṣatram ojo me pinvasveti

„Heiliges Wort und Glanz lass mir anschwellen, Fürstenmacht und Kraft lass mir anschwellen“ –

etad evāsā iḍā sarvaṃ duhe

Damit melkt er (sich) aus dieser Iḍā alles.

sarvam̐ hāsyaitad bhavati ya evaṃ veda

Alles wird ihm dies, der dies weiß.

mayi tyad indriyaṃ mahad iti

„In mir sei jene große Indra-Kraft“ –

indriyaṃ vā āpas

Indra-Kraft sind fürwahr die Wasser.

indriyam evātman dhatte

Indra-Kraft legt er in sich selbst.

bradhna pinvasva kalpantāṃ diśa iti

„Bradhna [Anm.: die Sonne, „der Rötliche“], schwelle an; es sollen sich die Himmelsrichtungen ordnen“ –

asau vā ādityo bradhnas

Jener Āditya (die Sonne) ist Bradhna.

sa yadodety atha diśaḥ kalpante ya evaṃ veda

Wenn sie aufgeht, dann ordnen sich die Himmelsrichtungen – für den, der dies weiß.

yām abrāhmaṇaḥ prāśnāti sā skannāhutis

Die (Iḍā), die ein Nicht-Brahmane verzehrt, ist eine verschüttete Spende.

tasyā vai vasiṣṭha eva prāyaścittiṃ vidāṃcakāra

Für sie fand Vasiṣṭha allein die Sühne.

bradhna pinvasveti puroḍāśam abhimṛśati

„Bradhna, schwelle an“ – so berührt er den Reiskuchen.

dakṣiṇīyeṣv eva yajñaṃ pratiṣṭhāpayati

Bei den Opferlohn-Würdigen lässt er das Opfer Halt gewinnen.

askannam avikṣubdham api ha vā asya

Unverschüttet, unerschüttert wird auch dessen (Opfer),

yām abrāhmaṇaḥ prāśnāti sā hutaiva bhavati

die (Iḍā), die ein Nicht-Brahmane verzehrt, wird doch dargebracht.

atha ha smāha kapivano bhauvāyanaḥ

Nun sagte, so heißt es, Kapivana Bhauvāyana:

kim u sa yajeta yo gām iva yajñaṃ na duhe sudohataro vā eṣa gor iti

„Was opfert der denn, der das Opfer nicht wie eine Kuh melkt? Dies (Opfer) ist ja leichter zu melken als die Kuh.“

saṃ yajñapatir āśiṣeti yajamāno yajamānabhāgaṃ prāśnāti

„Mit dem Wunsch möge sich der Opferherr verbinden“ – so verzehrt der Opferherr den Opferherrn-Anteil.

yajamāno vai yajñapatir

Der Opferherr ist fürwahr der Herr des Opfers.

yajño yajamānabhāgas

Der Opferherrn-Anteil ist das Opfer.

yad yajamāno yajamānabhāgaṃ prāśnāti

Dass der Opferherr den Opferherrn-Anteil verzehrt,

yajñapatā eva yajñaṃ pratiṣṭhāpayati ‖

damit lässt er im Opferherrn das Opfer Halt gewinnen.