Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 32

Anuvāka 5 Formeln des Wasser-Ergreifens und Reinigens, der Schritte Viṣṇus, der Erlangung von Glanz, Nachkommen, Vieh, Leben und Halt.

pūrṇam asi pūrṇaṃ me bhūyā iti

„Du bist voll; voll sollst du mir werden“ –

yebhya eva kāmebhya ūnas tān āpūrayate

Die Wünsche, an denen er Mangel hat, füllt er auf.

agnir vai bhūyām̐saṃ yajamānaṃ pradahati

Agni verbrennt fürwahr den Opferherrn, der reicher wird.

saṃtatam̐ srāvayati

Er lässt ununterbrochen (Wasser) fließen.

apo 'timucyamānā anu yajamāno 'timucyate

Indem die Wasser hinausströmen, kommt der Opferherr hinterher los (aus der Gefahr).

atho adbhir evaitad agner ātmānam antardhatte

Und zugleich legt er mit den Wassern seinen Leib gegen Agni dazwischen.

sarvaṃ vā etasya yajño mṛṣṭaś śucābhiṣīdati yad gṛhā yat paśavaḥ

Das ganze Opfer dieses (Opferherrn), abgewischt, sinkt in Trauer hinein: was sein Haus und sein Vieh ist [?].

prācyā diśā devā ṛtvijo mārjayantām iti

„Von der östlichen Richtung her sollen die Götter, die Priester, reinigen“ –

etā vai yajñasya mṛṣṭaya etāś śāntayas

Dies sind fürwahr die Reinigungen des Opfers, dies die Beschwichtigungen.

mṛṣṭo 'sya yajño bhavati

Sein Opfer wird gereinigt.

śānto 'ghātukaḥ paśupatiḥ paśūn

Beschwichtigt, ohne Schlag, der Herr des Viehs (bewahrt) das Vieh [?].

pṛthivīṃ viṣṇur vyakram̐sta gāyatreṇa cchandaseti

„Die Erde durchschritt Viṣṇu mit dem Gāyatrī-Metrum“ –

viṣṇumukhā vai devāś chandobhir ebhyo lokebhyo 'surān prāṇudanta

Mit Viṣṇu an der Spitze stießen die Götter fürwahr die Asuras durch die Metren aus diesen Welten hinaus.

viṣṇumukha evaitad yajamānaś chandobhir ebhyo lokebhyo bhrātṛvyaṃ praṇudate

Ebenso stößt der Opferherr mit Viṣṇu an der Spitze durch die Metren den Rivalen aus diesen Welten.

aganma svar iti

„Wir sind zum Himmelslicht gelangt“ –

saṃ jyotiṣābhūmeti

„Wir haben uns mit dem Licht vereint“ –

yajña eva yajñam anusaṃtanoti

Im Opfer setzt er das Opfer fort.

sūryasyāvṛtam anvāvarta iti

„Ich bin der Kreisbahn der Sonne gefolgt“ –

amuṣyaivādityasyāvṛtam anvāvartate

der Kreisbahn eben jenes Āditya folgt er.

atho evam̐ hi yajña āvartate

Und zugleich kreist so das Opfer.

idam ahaṃ yo 'smān dveṣṭi yaṃ ca vayaṃ dviṣmas tasya prāṇaṃ niveṣṭayāmīti

„Hier umschlinge ich den Lebenshauch dessen, der uns hasst und den wir hassen“ –

yam eva dveṣṭi tasya prāṇaṃ niveṣṭayati

Den er hasst, dessen Lebenshauch umschlingt er.

tejo 'si tejo mayi dhehīti

„Du bist Glanz; Glanz lege in mich“ –

sam ahaṃ prajayā saṃ mayā prajeti

„Ich vereine mich mit Nachkommen; mit mir vereine sich Nachkommenschaft“ –

prajām evātman dhatte

Nachkommenschaft legt er in sich selbst.

sam ahaṃ rāyaspoṣeṇa saṃ mayā rāyaspoṣa iti

„Ich vereine mich mit Reichtumsgedeihen; mit mir vereine sich Reichtumsgedeihen“ –

paśavo vai rāyaspoṣaḥ

Das Vieh ist fürwahr das Reichtumsgedeihen.

agnes tejasā tejasvī bhūyāsam iti

„Durch Agnis Glanz möge ich glanzvoll werden“ –

vāyor āyuṣāyuṣmān bhūyāsam iti

„Durch Vāyus Lebensdauer möge ich langlebig werden“ –

āyur evātman dhatte

Lebensdauer legt er in sich selbst.

sūryasya varcasā varcasvī bhuyāsam iti

„Durch Sūryas Glanz möge ich glanzvoll werden“ –

varca evātman dhatte

Lichtglanz legt er in sich selbst.

indrasyendriyeṇendriyāvān bhūyāsam iti

„Durch Indras Indra-Kraft möge ich mit Indra-Kraft begabt werden“ –

indriyaṃ vā indras

Indra ist fürwahr die Indra-Kraft.

indriyam evātman dhatte ‖

Die Indra-Kraft legt er in sich selbst.

dhātā me dhāmnā sudhāṃ dadhātv iti

„Dhātṛ möge mir mit seiner Stätte gute Stützung verleihen“ [?] –

dhātaivāsmai dhāmnā sudhāṃ dadhāti

Dhātṛ selbst verleiht ihm mit der Stätte gute Stützung [?].

prajāpateḥ prajayā prajāvān bhūyāsam iti

„Durch Prajāpatis Nachkommenschaft möge ich nachkommenreich werden“ –

prajām evātman dhatte

Nachkommenschaft legt er in sich selbst.

pra vā eṣo 'smāl lokāc cyavate yaḥ prakramān prakrāmati

Der fällt fürwahr aus dieser Welt heraus, der die (Vorwärts-)Schritte weit vorschreitet.

cchandobhir hi parāṅ rohati

Denn durch die Metren steigt er (nach oben) hinauf [?].

sa īśvaraḥ prametor

Er wäre imstande, zu sterben [?],

agne gṛhapata iti gārhapatyam upatiṣṭhate

„Agni, Hausherr“ – mit diesem verehrt er das Gārhapatya-Feuer.

asminn eva loke pratitiṣṭhati ‖

In dieser Welt findet er Halt.