Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 32

Anuvāka 4 Wunschsegen am Opferende, die Formeln für das Ehepaar (Gattin des Opferherrn), Sviṣṭi und Duriṣṭi, Sühne und Umfassung des Opfers durch die Metren.

iṣṭo yajño bhṛgubhir draviṇodā yatibhir iti

„Verehrt ist das Opfer von den Bhṛgus, der Gutgeber von den Yati“ –

yajñasya vā eṣa dohas

Dies ist fürwahr ein Melken des Opfers.

yajñam evaitad duhe

Das Opfer melkt er damit.

tasya yajñasyeṣṭasya sviṣṭasya draviṇaṃ māgacchatv iti

„Von diesem verehrten, wohlgeopferten Opfer möge mir Gut zukommen“ –

āśiṣam evāśāste

den Wunsch erbittet er.

aṅgiraso me 'sya yajñasya prātaranuvākair ahauṣur iti

„Die Aṅgiras haben von diesem Opfer mit den Morgenrezitationen für mich geopfert“ [?] –

āśiṣām evaiṣa dohas

Dies ist ein Melken der Wünsche.

vasur yajño vasumān yajña iti

„Gut ist das Opfer, gutbegabt ist das Opfer“ –

vasumantam eva yajñaṃ kurute

ein gutbegabtes Opfer macht er.

tasya yajñasya vasor vasumato vasu māgacchatv iti

„Von diesem Opfer, dem guten, gutbegabten, möge mir Gut zukommen“ –

āśiṣam evāśāste

den Wunsch erbittet er.

somo retodhā iti

„Soma ist der Samenspender“ –

somo vai devānāṃ retodhās

Soma ist fürwahr der Samenspender der Götter.

soma evāsmai retodhā reto dadhāti

Soma selbst als Samenspender legt ihm Samen ein.

tvaṣṭā rūpāṇāṃ vikarteti

„Tvaṣṭṛ ist der Gestalter der Gestalten“ –

tvaṣṭā vai rūpāṇāṃ vikartā

Tvaṣṭṛ ist fürwahr der Gestalter der Gestalten.

so 'smai rūpāṇi vikaroti

Er gestaltet ihm die Gestalten.

devānāṃ patnīr agnir gṛhapatir mithunaṃ yajamānasyeti

„Die Götterfrauen, Agni, der Hausherr, das Paar des Opferherrn“ –

etad vai darśapūrṇamāsayor mithunam

Dies ist fürwahr das Paar der beiden Darśapūrṇamāsa (Neu- und Vollmondopfer).

darśapūrṇamāsayor eva mithunena mithunam ātman dhatte

Durch das Paar der beiden Darśapūrṇamāsa legt er ein Paar in sich selbst.

tayor ahaṃ devayajyayā mithunena prajaniṣīyeti

„Durch die Götterverehrung dieser beiden möge ich durch ein Paar fruchtbar werden“ –

pra prajayā pra paśubhir jāyate

er wird durch Nachkommen, durch Vieh vermehrt geboren.

yā vā etasya patnī saitam̐ saṃprati paścād āsītāgnir asyāḥ prajā nirdahet

Die Gattin dieses (Opferherrn) sollte sich jetzt hinter ihn setzen; (sonst) würde Agni ihre Nachkommen verbrennen.

yad āha patny eṣa te patni loka iti

Dass er sagt: „Gattin, dies ist deine Stätte, Gattin“,

lokam evāsyai karoti

damit schafft er ihr einen Platz.

anirdāhuko 'syā agniḥ prajā bhavati

Agni wird für ihre Nachkommen nicht verbrennend.

saṃ patnī patyā sukṛteṣu gacchatām iti

„Die Gattin soll sich mit dem Gatten in den guten Werken vereinen“ –

patnyā evaiṣa yajñasyānvārambhas

dies ist das Anschließen der Gattin an das Opfer.

saha svarge loke bhavatas

Sie beide werden zusammen in der himmlischen Welt sein.

svāhā svāheṣṭebhyo vaṣaḍ aniṣṭebhya iti

„Svāhā, svāhā für das Verehrte; Vaṣaṭ für das nicht Verehrte“ –

sviṣṭiś ca vai duriṣṭiś ca yajñe saṃyatete

Gutes Opfer (Sviṣṭi) und schlechtes Opfer (Duriṣṭi) ringen fürwahr beim Opfer miteinander.

yasya sviṣṭir yajñaṃ yuvate sa vasīyān bhavati

Wem das gute Opfer das Opfer zusammenbringt, der wird besser.

yasya duriṣṭir yajñaṃ yuvate sa pāpīyān bhavati

Wem das schlechte Opfer das Opfer zusammenbringt, der wird schlechter.

sviṣṭyaivāsya yajñam̐ samardhayati vasīyān bhavati

Durch das gute Opfer lässt er sein Opfer gelingen; er wird besser.

ayāś cāgne 'sy anabhiśastiś ceti

„Ayās bist du, Agni, und frei von Fluch“ [Anm.: ayās = „der bewegliche/beweglich Kommende“; Deutung unsicher] [?] –

ayā vai nāmaivāgnes tanūr

„Ayā“ ist fürwahr eben ein Name von Agnis Gestalt.

ayā maryādhair yeṇeti khalu vā āhur

„Ayā“ nennen sie (es) fürwahr in der Formel: „mit dem Ayā-Verfahren“ [?].

yāṃ ca vidma yajñasya prāyaścittiṃ yāṃ ca na vidma

„die Sühne des Opfers, die wir kennen, und die wir nicht kennen,

yaś ca yajñasya kriyate yaś ca na kriyate

die beim Opfer ausgeführt wird und die nicht ausgeführt wird“ –

tasyaiṣobhayasya prāyaścittis

Dies ist die Sühne für beides.

sarasvatyai veśabhaginyai svāheti

„Svāhā der Sarasvatī, der Veśabhaginī [Anm.: „Haus-/Zugangs-Anteilhaberin“; unsicher]“ [?] –

veśayamanaṃ vā etat

dies ist fürwahr das Eintretenlassen [?].

api ha vā enam ājīvanta upāsate vācam asya brāhmaṇasya vā rājanyasya vopāsmaha iti ya evaṃ veda

Auch die Lebenden verehren den, der dies weiß: „Wir verehren die Rede dieses Brahmanen oder dieses Fürsten.“

yajñasya tvā pramayābhimayonmayā pratimayā parigṛhṇāmīti

„Mit dem Vor-Maß, dem Hinzu-Maß, dem Auf-Maß, dem Gegen-Maß des Opfers fasse ich dich rings“ –

gāyatrī vai yajñasya pramā

Die Gāyatrī ist fürwahr das Vor-Maß des Opfers,

anuṣṭup pratimā

die Anuṣṭubh das Gegen-Maß.

etāvanti vai chandām̐si yajñaṃ vahanti

So viele Metren tragen fürwahr das Opfer.

tair evainaṃ parigṛhṇāti

Durch sie umfasst er es ringsum.

teṣv enaṃ pratiṣṭhāpayati ‖

In ihnen lässt er es Halt gewinnen.