Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 32

Anuvāka 7 Feuerstätten der Wesen, Vorschriften zum Wasserholen und zur Speise vor dem Opfer, Glaube (śraddhā) als Grundlage; Schluss des zweiunddreißigsten Sthānaka.

devatānāṃ vā etad āyatanaṃ yad āhavanīyas

Die Wohnstätte der Götter ist fürwahr der Āhavanīya.

yad antarāgnī tat paśūnām

Was zwischen den beiden Feuern liegt, das gehört dem Vieh.

manuṣyāṇāṃ gārhapatyas

Den Menschen gehört das Gārhapatya.

anvāhāryapacanaḥ pitṝṇām

Das Anvāhāryapacana [Anm.: Südfeuer] gehört den Vätern.

pūrvaṃ cāgnim aparaṃ ca paristaritavā āha

Das vordere und das hintere Feuer soll man umlegen, sagt er [?].

manuṣyāṇām in nvai navāvasānaṃ priyam

Den Menschen ist fürwahr das neue Gewand lieb [?].

navāvasānam evākran

Das neue Gewand haben sie hergestellt [?].

sarvā ha vā asya yakṣyamāṇasya devatā yajñam āgacchanti ya evaṃ veda

Alle Gottheiten kommen zum Opfer dessen, der opfern will, der dies weiß.

agnes tanūr asi vāco visarjanam iti puroḍāśīyān āvapati

„Du bist Agnis Leib, die Entlassung der Rede“ – so streut er die Reiskuchen-Körner ein.

devatānāṃ vā eṣa grahas

Dies ist fürwahr der Schöpfbecher (graha) der Götter.

devatā evaitad agrahīt

Die Götter hat er damit ergriffen.

atha ha smāhāruṇa aupaveśir

Nun sagte, so heißt es, Aruṇa Aupaveśi:

ahutāsu vā aham āhutiṣu devatā havyaṃ gamayāmi

„Bei den noch nicht dargebrachten Spenden lasse ich die Opfergabe zu den Göttern gelangen,

sam̐sthitena yajñena sam̐sthāṃ gacchānīti

beim vollendeten Opfer möge ich zum Abschluss gelangen.“

ya evaṃ vedāhutāsv evāsyāhutiṣu devatā havyaṃ gacchati

Wer dies weiß, dessen Opfergabe gelangt schon bei den noch nicht dargebrachten Spenden zu den Göttern.

sam̐sthitena yajñena sam̐sthāṃ gacchati

Beim vollendeten Opfer gelangt er zum Abschluss.

apaḥ praṇeṣyan vācaṃ yacchet

Wer die Wasser herbeiführen will, soll die Rede zügeln.

aulūkhalena vai dṛṣadā devā yajñamukhād rakṣām̐sy apāghnan

Mit dem Mörserstein schlugen die Götter fürwahr die Rakṣas vom Mund des Opfers weg.

manasā vai prajāpatir yajñam atanuta

Mit dem Geist spannte Prajāpati das Opfer aus.

aulūkhalasyodvaditor adhvaryuś ca yajamānaś ca vācaṃ yacchetām

Wenn der Mörser erklingt, sollen Adhvaryu und Opferherr die Rede zügeln.

prajāpatir eva bhūtvā manasā yajñam tatvā tena sarvāṇi saha yajñāyudhāni prahṛtyāni mānuṣaṃ tat kriyate

Zu Prajāpati geworden, das Opfer mit dem Geist ausgespannt habend, sind damit alle Opferwaffen zusammen darzubringen [?]; das gilt als menschlich [?].

pitṛdevatyaṃ tat

Das gehört den Vätern.

yājyānuvākyayo rūpam upavasati

Er hält sich an die Gestalt von Yājyā und Anuvākyā [?].

ubhayām̐s tat paśūn avarunddhe grāmyām̐ś cāraṇyām̐ś ca

Damit gewinnt er beide Arten Vieh, das Dorf- und das Waldvieh.

yad grāmyasya nāśnāti

Dass er vom Dörflichen nicht isst,

tena grāmyān paśūn avarunddhe

damit gewinnt er die Dorftiere.

yad āraṇyasyāśnāti

Dass er vom Waldigen isst,

atho indriyaṃ vā etad yad āraṇyam

Und zugleich ist das Waldige fürwahr die Indra-Kraft.

indriyam evāvarunddhe ‖

Die Indra-Kraft gewinnt er.

na māṣāṇām aśnīyāt

Von Bohnen soll man nicht essen.

amedhyā vai māṣās

Bohnen sind fürwahr opferunrein.

na tasya sāyam aśnīyād yena prātar yakṣyamāṇas syāt

Wovon man am Morgen opfern will, davon soll man abends nicht essen.

apratijagdhena vai havyena devā vasīyobhūyam agacchan

Mit der nicht verzehrten Opfergabe gelangten die Götter fürwahr zu größerem Wohlstand.

pratijagdhenāsurāḥ parābhavan

Mit der verzehrten unterlagen die Asuras.

apratijagdhena vai tad dhavyena yajamāno vasīyobhūyaṃ gacchati

Mit der nicht verzehrten Opfergabe gelangt der Opferherr fürwahr zu größerem Wohlstand.

yo vai śraddhām anārabhya yajate pāpīyān bhavati

Wer opfert, ohne den Glauben (śraddhā) ergriffen zu haben, wird schlechter.

na vācā gṛhṇāti

Nicht mit der Rede ergreift er (sie),

ati vā etā vācaṃ nedanti

Diese (Wasser) gehen fürwahr über die Rede hinaus, sie lassen nicht ab [?].

ati vartraṃ manas tu nātinedanti

Über die Hülle (des Gefäßes) hinaus, aber am Geist lassen sie nicht ab [?].

tad yarhy apo grahīṣyan syād imāṃ tarhi manasā dhyāyet

Wenn er also die Wasser ergreifen will, soll er dann mit dem Geist an diese (Erde) denken.

iyaṃ vā etāsāṃ pātram

Diese (Erde) ist fürwahr das Gefäß dieser (Wasser).

śraddhām evārabhya yajate

Nachdem er den Glauben ergriffen hat, opfert er.

iti śrīyajuṣi kāṭhake carakaśākhāyām orimikāyāṃ yajamānabrāhmaṇaṃ nāma dvātriṃśaṃ sthānakaṃ saṃpūrṇam ‖

Damit ist im ehrwürdigen Yajus-Kāṭhaka, in der Caraka-Schule, in der Orimika-(Abteilung) [?], das Yajamāna-Brāhmaṇa genannte zweiunddreißigste Sthānaka vollendet.