Quellen der Menschheit

Sāmaveda · Āgneya-Kāṇḍa

Kapitel 1 Agni-Anruf: Rufer, Bote und Weihehandlung

Agni als Rufer (hotṛ) und Bote zwischen Menschen und Himmlischen; Eröffnung der Sammlung.

agna ā yāhi vītaye gṛṇāno havyadātaye ni hotā satsi barhiṣi

Agni, komm herbei zum Mahl, gepriesen, um die Darbringung zu bringen; setze dich als Rufer auf die Streu.

tvamagne yajñānāṃ hotā viśveṣāṃ hitaḥ devebhirmānuṣe jane

Du, Agni, bist der Rufer aller Weihehandlungen, eingesetzt unter dem menschlichen Volk, zusammen mit den Himmlischen.

agniṃ dūtaṃ vṛṇīmahe hotāraṃ viśvavedasam asya yajñasya sukratum

Agni erwählen wir zum Boten, den Rufer, den Allkundigen, den Einsichtigen [?] dieser Weihehandlung.

agnirvṛtrāṇi jaṅghanaddraviṇasyurvipanyayā samiddhaḥ śukra āhutaḥ

Agni, der die Widerstände niederschlägt, nach Gut verlangend, mit Lobpreis [?], entzündet, hell, mit Spende begossen.

preṣṭhaṃ vo atithiṃ stuṣe mitramiva priyam agne rathaṃ na vedyam

Euren liebsten Gast preise ich, wie einen Freund den Teuren, Agni, der wie ein Wagen zu finden ist [?].

tvaṃ no agne mahobhiḥ pāhi viśvasyā arāteḥ uta dviṣo martyasya

Du, Agni, beschütze uns mit deinen Machtkräften vor jedem Geiz [?], und auch vor dem Feind, dem Sterblichen.

ehyū ṣu bravāṇi te 'gna itthetarā giraḥ ebhirvardhāsa indubhiḥ

Komm doch her, ich will dir gut andere Lieder sagen, Agni; mit diesen Säften [Anm.: indu, Somatropfen] wachse!

ā te vatso mano yamatparamāccitsadhasthāt agne tvāṃ kāmaye girā

Zu dir hat sich das Kalb (der Sänger) den Sinn gelenkt, selbst vom fernsten gemeinsamen Sitz aus; Agni, dich begehre ich mit dem Lied.

tvāmagne puṣkarādadhyatharvā niramanthata mūrdhno viśvasya vāghataḥ

Dich, Agni, haben aus dem Lotos [Anm.: puṣkara, auch „Wasserfläche“] Atharvan herausgequirlt, aus dem Haupt des ganzen Redners [?].

agne vivasvadā bharāsmabhyamūtaye mahe devo hyasi no dṛśe

Agni, bring uns Glanz des Vivasvat [?] zum Beistand, zur Größe; denn du bist ein Gott, dass wir ihn schauen.

Interaktive Leseansicht des ganzen Werks