Prapāṭhaka 6 (12 Anuvākas, 27 Kaṇḍikās) ist nun vollständig übersetzt und bildet den Abschluss des in dieser Quelle enthaltenen Karmakāṇḍa-Teils (Prapāṭhaka 1-6) des Taittirīya-Āraṇyaka. Der Prapāṭhaka ist ein BESTATTUNGSRITUAL-KOMPENDIUM (piṇḍapitṛyajña-nah), das sich als dichte LITURGISCHE KOMPILATION aus mindestens drei großen vedischen Toten-/Yama-Hymnen erweist: ṚV 10,14 (Vaivasvata-Yama-Hymnus, u.a. K.1 Eröffnungsvers, K.7 die berühmten vieräugigen Wächterhunde Śyāma/Śabala, K.11 'yamāya somaṃ sunuta'), ṚV 10,18 (Toten-/Witwenhymnus, mehrfach zitiert: K.4 und K.24 die Witwen-Erhebungs- und Witwen-Anñjana-Verse, K.24 zusätzlich der 'imaṃ jīvebhyaḥ pari dadhāmi lokam'-Vers) und ṚV 10,135 (K.13, der Baum, unter dem Yama mit den Göttern trinkt). Inhaltlicher Bogen: Anuvāka 1-3 (K.1-7) Geleit- und Schutzformeln für den Verstorbenen zu Yama, einschließlich der berühmten Wächterhunde-Verse. Anuvāka 3-4 (K.8-10) Savitṛ-Reinigung (FUND ṚV1,50,10, der berühmte 'ud vayaṃ tamasaspari'-Sonnenvers), eine Fieber-Kühlungsformel und eine Kremations-Schutzformel gegen Aasfresser. Anuvāka 5 (K.11-13) weitere Yama-Hymnus-Zitate (FUND ṚV10,14 und ṚV10,135). Anuvāka 6 (K.14-16) Vaiśvānara-Ahnenopfer für die Pitṛ-Trias, der berühmte Pflug-Segen-Vers (FUND ṚV4,57,4) und eine Grabhügel-Weiheformel (Anklang ṚV10,18,10-13). Anuvāka 7-9 (K.17-22) ein sehr dichter, technischer Katalog der Ahnen-Grabausstattung (Opferspeisen, Zahlwort-Schutzformeln, Elementezuordnung der Leibesbestandteile) — hier wurde aus Gründen der außerordentlichen Dichte streckenweise zusammenfassend statt satzweise übersetzt. Anuvāka 9 (K.23) eine Segensformel für die Lebenden ('āroha tā āyurjarasaṃ vṛṇānā'). Anuvāka 10-12 (K.24-27) weitere ṚV10,18-Zitate (FUND, Verse 4 und 7), ein Agni-Refrainhymnus ('apa naḥ śośucad aghne') und der krönende SCHLUSS: die Wiederholung der Eröffnungsformel (Ringkomposition) sowie ein GROSSER FUND — die Verwendung des berühmten Hochzeits-Entlassungsverses ṚV 10,85,33 ('sumaṅgalīr iyaṃ vadhūḥ...') als generische Ritual-Schlussformel, hier für ein Bestattungsritual, was auf eine gemeinsame liturgische 'Entlassungs'-Formel für verschiedenste vedische Übergangsriten hindeutet. WICHTIGER METHODEN-HINWEIS: wegen der außerordentlichen technischen Dichte und zahlreicher Kleindruck-Transkriptionsunsicherheiten wurde für mehrere Kaṇḍikās (insbesondere Anuvāka 7-9 und der Agni-Refrainhymnus in Anuvāka 10-11) eine zusammenfassende statt einer Satz-für-Satz-Übersetzung gegeben, wobei der vollständige Sanskrit-Text durchgehend dokumentiert bleibt; die itx-Gegenprüfung über sanskritdocuments.org blieb weiterhin unzuverlässig. Mit dem Kolophon 'iti taittirīyāraṇyakam' endet diese Quelle: Prapāṭhaka 7-9 (Taittirīya-Upaniṣad) und Prapāṭhaka 10 (Nārāyaṇa-Upaniṣad) sind hier NICHT enthalten und erfordern eine eigene, gesondert zu beschaffende gemeinfreie Textgrundlage, die als nächster Schritt recherchiert wird.
Oṃ. Ich besprenge dich mit dem Yajus-Spruch — Nachkommenschaft, Lebensspanne und Reichtum. Oṃ. Friede, Friede, Friede. — 'Dem, der auf großen Abhängen dahingegangen ist, der für viele den Pfad erkundet hat — Vaivasvata, den Versammler der Menschen, König Yama, ehre mit Opfergabe.' (TA 6,1,1) [Anm.: FUND — dies ist der berühmte ERÖFFNUNGSVERS DES YAMA-HYMNUS ṚV 10,14,1, fast wörtlich zitiert; ṚV 10,14 ist einer der zentralen vedischen Bestattungshymnen, gerichtet an Yama, den ersten Sterblichen, der den Pfad des Todes fand und nun als König der Verstorbenen über die Ahnenwelt herrscht.] [Es folgen weitere, teils schwer entzifferbare Verse desselben Zusammenhangs: eine Geleitformel für den Verstorbenen ('dieses dein Leben ging als erstes voran ... möge er dorthin gelangen, wo die Rechtschaffenen weilen') sowie eine Formel über das 'Anspannen' eines Trägers (vahni), der die Totenseele (asu) hinüberführt, damit sie zur Wohnstatt der Rechtschaffenen gelange.] (TA 6,1,1, Fortsetzung) — Pūṣan, Varuṇa der Allwissende — dich möge die göttliche [Zeit/Alterungsmacht (?)] umhüllen; er möge dich in deinem eigenen Mutterschoß gebührend aufnehmen; er möge uns auf wohlergehenden Pfaden furchtlos geleiten. (TA 6,1,2) — Dann möge dies [uns] den Himmelsglanz offenbaren; Vaiśvānara [Agni] möge mit Nachkommenschaft zurückkehren; auf wohlergehendem Pfad möge er den Göttern folgen, Indra zur Rechten; als Erster mögest du Yama emporschauend erblicken. (TA 6,1,3) — 'Diese Frau, die sich die Welt ihres Gatten erwählt, legt sich neben dich, o Sterblicher, der du dahingeschieden bist; die Standhafte, Glückhafte möge [wieder ins Leben] emporsteigen; sie möge sich das Leben, zusammen mit der Unsterblichkeit, erwählen.' (TA 6,1,4) [Anm.: FUND — dies zitiert bzw. reflektiert den berühmten Vers ṚV 10,18,8 aus demselben Toten-Hymnus-Komplex, der bereits in Prapāṭhaka 3, Anuvāka 15 (K.46-47) zitiert wurde: die Witwe legt sich rituell neben ihren verstorbenen Gatten, wird aber anschließend aufgefordert, sich für das Leben (statt für den Tod) zu entscheiden — ein historisch bedeutsamer Beleg dafür, dass das vedische Ritual die rituelle Nähe der Witwe zum Toten kannte, sie aber ausdrücklich ins Leben zurückführte, statt eine tatsächliche Mitverbrennung (Satī) vorzuschreiben.] [Coda:] '... die Witwe, [die zum Leben] Erhobene, an erster Stelle [?] — möge ich die Anfeindung besiegen, mit [meinem] Leib, dir zugewandt, svāhā.' (TA 6,1,4, Fortsetzung)
Vaivasvata, den Versammler der Menschen, König Yama, ehre mit Opfergabe [FUND, ≈ṚV10,14,1]
iyaṃ nārī patilokaṃ vṛṇānā
diese Frau, die sich die Welt ihres Gatten erwählt [FUND, ≈ṚV10,18,8]
jīvaṃ vṛṇītām amṛtena sākam
sie möge sich das Leben, zusammen mit der Unsterblichkeit, erwählen
Anuvāka 1 (K.1-4) eröffnet Prapāṭhaka 6 mit dem BESTATTUNGSRITUAL-KOMPLEX: K.1 zitiert den berühmten Yama-Hymnus ṚV 10,14,1 (FUND) als Geleitformel für den Verstorbenen zu Yama, dem Totenkönig; K.2-3 weitere Geleit- und Segensformeln (Pūṣan, Varuṇa, Vaiśvānara, Indra); K.4 zitiert/reflektiert den Witwen-Erhebungs-Vers ṚV 10,18,8 (FUND, bereits in Prapāṭhaka 3,15 begegnet) — die Witwe wird rituell zum Leben zurückgeführt, ein wichtiger Beleg gegen eine verbindliche vedische Witwenverbrennung. Mehrere Wortformen im dichten Scan unsicher; die Übersetzung folgt dem erkennbaren Sinn der zugrundeliegenden berühmten Hymnen.
Wer diesen Pfad [als] Rinderhirte [bewacht], dem svāhā; wer diesen Pfad als Beschützer [bewacht], dem svāhā; wer diesen Pfad rings beschützt, dem Nicht-Erkannten, svāhā; dem Nicht-Ableugnenden, svāhā; dem ersten Werkvollbringer, svāhā; [eine schwer entzifferbare Formel über den Nabel/Scheitel und den Wind, der ihn nicht versengte, verbunden mit der Bitte um Wiedergeburt:] 'von diesem bist du geboren, aus dir möge dieser wieder geboren werden' — für den ersten Mann, für die Himmelswelt, svāhā. (TA 6,2,5) [Anm.: Fortsetzung der Geleit- und Schutzformeln für den Verstorbenen auf dem Totenpfad, verbunden mit einer Wiedergeburtshoffnung; mehrere Wortformen im dichten Scan unsicher.] — 'Mit gewaltigem Feuerzeichen leuchtet Agni, er erleuchtet offenkundig alle Welten; er, der Hüter der Ordnung, ihre Gelübde bewachend; den goldbeschwingten Boten Varuṇas, den geschäftigen Vogel im Schoße Yamas, den man, als er zum Himmelsgewölbe emporfliegt, mit dem Herzen, dem dichtkundigen Denksinn, erfasst.' (TA 6,2,6) [Anm.: Anklang an die Sonnenvogel-Motivik dieses Āraṇyaka (vgl. K.47 in Prapāṭhaka 4, hiraṇyapakṣaḥ śakunaḥ), hier im eschatologischen Kontext auf Yamas Reich bezogen.] — 'Lauf vorbei an den beiden Sārameya-Hunden, den vieräugigen, gescheckten, auf gutem Pfad; dann nahe dich den wohlfürsorgenden Vätern, die sich mit Yama am gemeinsamen Mahl erfreuen. Diese deine beiden Hunde, o Yama, die Wächter, vieräugig, die Pfade bewachend, die Menschen erblickend — ihnen, o König, übergib [ihn] ringsum zum Heil, und gewähre ihm Wohlergehen und Freiheit von Krankheit.' (TA 6,2,7) [Anm.: FUND — fast wörtliches Zitat der berühmten Verse ṚV 10,14,10-11 aus dem Yama-Hymnus: die beiden vieräugigen Wächterhunde Yamas (traditionell Śyāma und Śabala genannt, Söhne der Saramā), die den Pfad der Toten bewachen — eines der bekanntesten Bilder der vedischen Jenseitsvorstellung.] — 'Die beiden breitnasigen, lebensgierigen, unwiderstehlichen Boten Yamas wandeln unter den Menschen; sie mögen uns noch heute hier den Lebensatem zurückgeben, zum Anschauen der Sonne, zum Guten.' (TA 6,3,7) [Anm.: FUND — fast wörtliches Zitat von ṚV 10,14,12, dem letzten Vers dieses Hymnenabschnitts: die beiden Todesboten Yamas werden gebeten, dem noch Lebenden vorzeitig entrissenes Leben zurückzugeben — eine Bitte um Heilung/Lebensverlängerung im Angesicht des Todes.]
Wort für Wort
atidrava sārameyau śvānau, caturakṣau śabalau
lauf vorbei an den beiden vieräugigen, gescheckten Sāramaya-Hunden [FUND, ≈ṚV10,14,10]
tābhyāṃ rājan pariṇehi svasti
ihnen, o König (Yama), übergib ihn zum Heil [FUND, ≈ṚV10,14,11]
urūṇasāv asutṛpau ... yamasya dūtau
die beiden breitnasigen, lebensgierigen Boten Yamas [FUND, ≈ṚV10,14,12]
punardātām asum adyeha bhadram
sie mögen uns heute den Lebensatem zurückgeben, zum Guten
Anuvāka 2-3 (K.5-7): Fortsetzung der Geleit- und Schutzformeln für den Verstorbenen (K.5), gefolgt von einer dichten Zitatfolge aus dem Yama-Hymnus ṚV 10,14: der goldbeschwingte Vogel im Schoße Yamas (K.6, Anklang an die Sonnenvogel-Motivik dieses Āraṇyaka), die berühmten vieräugigen Wächterhunde Yamas, Śyāma und Śabala (K.7, FUND, ≈ṚV10,14,10-11), und die Bitte an Yamas Boten um Rückgabe des Lebensatems (K.7, FUND, ≈ṚV10,14,12). Zusammen mit K.1 (ṚV10,14,1) und K.4 (ṚV10,18,8) zeigt sich, dass Anuvāka 1-3 im Wesentlichen eine dichte liturgische Verwendung des klassischen Yama-Bestattungshymnus-Komplexes (ṚV 10,14 und 10,18) für das Piṇḍapitṛyajña-artige Ritual dieses Prapāṭhaka darstellen.
Das reine Sieb (pavitram) des Gottes Savitṛ, tausendfach ausgespannt im Luftraum — womit [der zu] wiederhergestelltem [?] Sinn, dem Wahrhaftigen [gereinigt wird] — mit diesem reinige ich meinen ganzen Leib. Die Zweige, die vom Reich abfallen, [vom Verderben(?)] betroffen, [während sie] einen [neuen] Herrscher suchen [?] — all diese, durch den Wind gereinigt, verbinde ich mit Nachkommenschaft und dem Glanz unserer Dreiheit [?] [Anm.: Sinn dieser Zeilen sehr unsicher.] — 'Wir sind aus dem Dunkel emporgestiegen, das höchste Licht erblickend, zum Gott unter den Göttern, der Sonne, sind wir gelangt, dem höchsten Licht.' Dhātṛ möge reinigen, Savitṛ möge reinigen, mit Agnis Glut, mit der Sonne Glanz. (TA 6,3,8) [Anm.: FUND — die letzten beiden Zeilen zitieren fast wörtlich den berühmten Vers ṚV 1,50,10 ('ud vayaṃ tamasaspari...'), einen der bekanntesten vedischen Sonnenverse ('Wir sind aus der Finsternis empor zum höchsten Licht gelangt'), der bis in die heutige Sūrya-namaskāra- und Sandhyāvandana-Tradition fortlebt.] — [Es folgt eine dichte, an mehreren Stellen kaum sicher lesbare Kühlungs- und Heilformel gegen Fieberglut, an Agni/die Hitze selbst gerichtet:] '... jenen [Fieberbrand] besänftige ich mit Milch und Anregung, damit er sich wieder lege ... [es folgt eine Anrufung von Fröschen (maṇḍūkāḥ) und verschiedener kühler, feuchter Orte zur Besänftigung] ... Heilsam seien dir die Wüstenwasser, heilsam die Sumpfwasser, heilsam die Meereswasser, heilsam die Regenwasser, heilsam sei dir das Wohlergehen für den Leib, heilsam die Brunnenwasser; heilsam möge dir der Nebel [und] der Tau regnen.' (TA 6,4,9) [Anm.: Aus Gründen der schweren Entzifferbarkeit und hohen technischen Dichte zusammenfassend übersetzt; volltextlich dokumentiert bleibt der Sanskrit-Text. Inhaltlich eine Fieber-/Hitze-Kühlungsformel, die thematisch an die Takman-(Fieber-)Zauber des Atharvaveda (z.B. AV 1,25) erinnert, ohne dass eine wörtliche Übereinstimmung feststellbar wäre; auffällig die Anrufung von Fröschen, die auch im 'Froschlied' ṚV 7,103 mit Regen/Kühle assoziiert werden.] — [Es folgt eine Bestattungs-Schutzformel:] '[Der Verstorbene] werde wieder zu den Vätern entlassen, o Agni — dir, dem [Feuer, dem er] übergeben ist, svāhā. Was an Lebenszeit übrig bleibt, möge herankommen; er vereinige sich mit [seinem] Leib, Jātavedas. Vereinige dich mit den Vätern, mit [ihren] Opferanteilen (svadhā) ... Nicht sollen dich der schwarze Vogel anfallen, die Ameise, die Schlange oder ein wildes Tier; Agni möge [dich, sofern] von ihm verbrannt, [heil bewahren], Soma [ebenso] ... Erhebe dich, sammle deinen Leib, [lass] nicht Glied noch Körper [Schaden nehmen]. Erhebe dich, gehe fort, eile davon; im Bunde mit Yama mögest du das höchste Himmelsgewölbe erklimmen. Von hier bist du geboren, aus dir möge dieser [Nachkomme] wiedergeboren werden. Für die Ersten unter den Männern, für die Himmelswelt, svāhā.' (TA 6,4,10) [Anm.: Aus Gründen der schweren Entzifferbarkeit zusammenfassend übersetzt. Klassische Bestattungs-Schutzformel gegen Aasfresser (schwarzer Vogel, Ameisen, Schlangen, wilde Tiere), die den Verstorbenen zum Aufstieg in die Himmelswelt im Bunde mit Yama geleitet — thematisch verwandt mit dem Kremationshymnus ṚV 10,16, der ebenfalls um Schutz des Leichnams vor Hund und Geier bittet, ohne dass eine wörtliche Übereinstimmung vorläge.]
Wort für Wort
ud vayaṃ tamasas pari paśyanto jyotir uttamam
wir empor aus dem Dunkel, das höchste Licht erblickend [FUND, ≈ṚV1,50,10]
devaṃ devatrā sūryam agamma jyotir uttamam
zum Gott unter den Göttern, der Sonne, sind wir gelangt, dem höchsten Licht
śaṃ te samudriyā āpaḥ śam u santu vṛṣṭyāḥ
heilsam seien dir die Meereswasser, heilsam die Regenwasser
mā tvā kṛṣṇaḥ śakuna ātutodha
nicht soll dich der schwarze Vogel anfallen [Bestattungs-Schutzformel]
yamena tvayā saṃvidānottamaṃ nākam abhi rohemam
im Bunde mit Yama mögest du das höchste Himmelsgewölbe erklimmen
K.8 schließt Anuvāka 3 mit einer Savitṛ-Reinigungsformel, deren Schlussverse (FUND) fast wörtlich ṚV 1,50,10 zitieren. Anuvāka 4 (K.9-10): eine Fieber-/Kühlungsformel (K.9, Anklang an AV-Fieberzauber und ṚV 7,103) und eine Bestattungs-Schutzformel gegen Aasfresser mit Geleit zur Himmelswelt im Bunde mit Yama (K.10, Anklang an ṚV 10,16). Beide Kaṇḍikās im Scan an mehreren Stellen schwer entzifferbar; Übersetzung entsprechend zusammenfassend und mit [?] markiert.
āyātu devaḥ sumanā ihāsmai [?], yo veda yatamānam abhirakṣitā, āsīdatāṃ sapratho ha barhiḥ, pitryāya jātāya mama śatruhatye [?]. ye mīvā yatamāne udaitāḥ, prā bharma anuṣā devayantaḥ [?], āsīdatāgaṃ svam lokaṃ vidānāḥ, sthābhitim ādve naḥ [?]. yamāya somaṃ sunuta, yamāya juhuta haviḥ, yaṃ ha yajño gacchaty agnidūto arakṛtaḥ. yamāya ghṛtavad viruciḥ [?] pra ca tiṣṭha, sa no devebhyā mṛḍa dharmāyuḥ prajīvase [?]. yamāya madhumattamaṃ rāsi havyaṃ juhotana. idaṃ namaḥ ṛṣibhyaḥ pūrvajebhyaḥ pūrvebhyaḥ pathikṛdbhyaḥ || (0.6.5.11) || yo 'sya kaustho jagataḥ pārthivasyeddṛśī [?], yaṃ bhadraśravā gāṃ rājann aparokṣāḥ [?] ... hiraṇyakeśam anyasmai upaidhāt [?] hiraṇyākṣaṃ nyaśyapham, akṣan naśyantaṃ [?] dānaṃ yamo rājābhitiṣṭhati. yamo dadhāra pṛthivīṃ, yamo viśvam idaṃ jagat. yamāya sarvam itastha yat prāṇād adhyū prakṣitam [?]. yaṃ yo vidyāt sa rūpādhyekaḥ ṛṣir vijānate || (0.6.5.12) || trikadrukebhiḥ patati ṣaḍūrvīr iddhṛtaḥ [?], gāyatrī triṣṭup chandāṃsi sarvā tam āhitāḥ. ahar hanyamānaṃ gām api puruṣaṃ jagat, vaivasvato na tṛpyati gāmaśvaṃ puruṣaṃ jagat. vaivasvate vividhyanti yame rājani te janāḥ, ye ceha satyenecchanti ya u cānṛtavādinaḥ. ye rājann iha vicinvatheha yānti tvām upa, devāś ca yena namasyanti brāhmaṇāś cāpacityanti [?]. yasmin vṛkṣe supalāśe devaiḥ saṃpibate yamaḥ, atra no viśpatiḥ pitā purāṇām anu venati || (0.6.5.13) ||
Der gnädig gesinnte Gott [Yama] komme hierher, ... der Beschützer der Wandernden [?]; auf der ausgebreiteten Opferstreu (barhis) mögen sie sich niederlassen, zum väterlichen Geschlecht, zur Vernichtung meiner Feinde [?]. Die, welche schwankend dahingingen, hinter [ihm] herziehend, gottsuchend, mögen sich niedersetzen, die eigene Welt findend, ... [uns] Festigkeit [gebend (?)]. Für Yama presset den Soma, für Yama opfert die Spende, zu dem das Opfer geht, von Agni als Bote unaufgefordert geleitet. Für Yama, mit Schmalz versehen, tritt der Glanz [des Opfers] hervor; er sei uns Göttern gnädig, auf dass wir gesetzmäßiges Leben weiterleben. Für Yama gebt die süßeste Opferspende, opfert! Dies sei Verehrung den frühgeborenen Ṛṣis, den früheren Pfadfindern. (TA 6,5,11) [Anm.: FUND — diese Verse setzen die Zitatfolge aus dem Yama-Hymnus ṚV 10,14 fort (≈ṚV 10,14,13-16 im Sinngehalt: 'Für Yama presset Soma, für Yama opfert die Spende' ist eine der bekanntesten Zeilen des Hymnus, die bis heute im Śrāddha-Ritual verwendet wird); genaue Verszuordnung wegen Transkriptionsunsicherheit nicht in jedem Detail gesichert.] — [Ein an mehreren Stellen kaum sicher zu entzifferndes Stück über eine goldhaarige, goldäugige [Kuh/Wesen (?)] und Yamas kosmische Herrschaft:] '... Yama herrscht über das [entschwindende (?)] Opfergut ... Yama trug die Erde, Yama [trägt] diese ganze Welt; für Yama besteht alles, was vom Atem her belebt ist (?) ... wer dies erkennt, [dem erschließt es] ein Seher allein.' (TA 6,5,12) [Anm.: Kaṇḍikā im Scan außergewöhnlich schwer lesbar, daher zusammenfassende Übersetzung; klar erkennbar bleibt die zentrale Aussage von Yamas kosmischer Trägerschaft ('Yama dadhāra pṛthivīm, yamo viśvam idaṃ jagat' — 'Yama trug die Erde, Yama [ist] diese ganze Welt'), die Yama über seine Rolle als Totengott hinaus als kosmischen Erhalter charakterisiert.] — 'Mit den Trikadruka-[Gefäßen (?)] fliegt [das Opfer] durch die sechs Weiten, entzündet [?]; Gāyatrī, Triṣṭubh — alle Versmaße sind darauf gerichtet [?]. Tag für Tag hinsterbend — Rind wie Mensch, [alles] Lebendige — wird der Sohn des Vivasvat [Yama] nicht satt an Rind, Ross, Mensch, [allem] Lebendigen. Bei Vaivasvata, bei König Yama, [erlangen ihre Bestimmung(?)] jene Menschen — die hier in Wahrhaftigkeit begehren, wie auch die Lügenredner. Die, o König, die du hier unterscheidest, [die] hierher zu dir gelangen — vor dem sich die Götter verneigen und dem die Brahmanen Ehre erweisen [?]. Unter dem Baum mit schönem Laub, wo Yama mit den Göttern zusammen trinkt, dort sehnt sich unser Vater, der Klanherr, den Uralten nach [?].' (TA 6,5,13) [Anm.: FUND — der letzte Doppelvers zitiert fast wörtlich ṚV 10,135,1, den Eröffnungsvers des sogenannten Yama-Hymnus der Naciketas-nahen Dichtung: 'yasmin vṛkṣe supalāśe devaiḥ sampibate yamaḥ, atrā no viśpatiḥ pitā purāṇāṃ anu venati' — ein weiterer Beleg für die dichte Verwendung des gesamten Yama-Hymnenkomplexes (ṚV 10,14 UND 10,135) in diesem Prapāṭhaka.]
Wort für Wort
yamāya somaṃ sunuta, yamāya juhuta haviḥ
für Yama presset den Soma, für Yama opfert die Spende [FUND, ≈ṚV10,14,13ff.]
yamo dadhāra pṛthivīṃ, yamo viśvam idaṃ jagat
Yama trug die Erde, Yama [ist] diese ganze Welt
yasmin vṛkṣe supalāśe devaiḥ saṃpibate yamaḥ
unter dem Baum mit schönem Laub, wo Yama mit den Göttern trinkt [FUND, ≈ṚV10,135,1]
atra no viśpatiḥ pitā purāṇām anu venati
dort sehnt sich unser Vater, der Klanherr, den Uralten nach
Anuvāka 5 (K.11-13): Fortsetzung der Yama-Hymnus-Zitate — K.11 (FUND, ≈ṚV10,14,13-16, die berühmte 'yamāya somaṃ sunuta'-Zeile), K.12 (stark korrupt/unsicher, Kernaussage: Yamas kosmische Trägerschaft der Erde und Welt), K.13 (FUND, fast wörtliches Zitat von ṚV 10,135,1, dem Eröffnungsvers eines weiteren Yama-Hymnus). Damit erweist sich Prapāṭhaka 6 als Kompilation aus mindestens drei verschiedenen vedischen Yama-/Totenhymnen (ṚV 10,14; vermutlich 10,18; und nun auch 10,135).
'Dem Vaiśvānara opfere ich diese Opfergabe, tausendfach dargebracht [?], zusammen mit ihm [ehre ich] auch Vater, Großvater und Urgroßvater, [die] in ihm fortbestehen. Der feste [Ursprungs-]Keim, entlang der Erde, entlang dieser Wohnstatt, entlang des ersten [und] dritten Ursprungsortes wandelnd — diesem opfere ich, samt den sieben Hotṛ-[Priestern (?)]. Diesen Ozean mit hundert Strömen, den weiten [?], sich ausbreitend inmitten der Welt, der Aditi Schmalz spendend für die Menschheit — schade [ihm] nicht in der höchsten Himmelsweite. Weiche zurück, gefürchtet [Übel], und entweiche, wohin [auch] die Alten wie die Neuen [gegangen sind]. Tag für Tag [?] gewährt Yama diesem die [letzte] Ruhestätte; Savitṛ legt diese Leiber in der Erde, der Mutter, Schoß. Ihnen mögen sich die Wolken[-Wasser] verbinden.' (TA 6,6,14) [Anm.: Aus Gründen der Dichte und Scan-Unsicherheit zusammenfassend übersetzt. Inhaltlich eine Vaiśvānara-Opferformel zur Ehrung der drei Ahnengenerationen (Vater, Großvater, Urgroßvater — die klassische pitṛ-Trias des Piṇḍapitṛyajña), verbunden mit einer kosmischen Bestattungsformel (Erde als Mutterschoß, Savitṛ als Bestatter, Yama als Gewährer der Ruhestätte).] — 'Heilsam gehe der Zug, heilsam die Männer, heilsam pflüge der Pflug, heilsam seien die Riemen gebunden, heilsam schwinge die Stachelgerte. O Śunāsīra [ihr beiden], erfreut euch an diesem Wort, an der Milch, die ihr im Himmel bereitet habt — mit dieser besprenget diese [Erde].' [Anrede an die Ackerfurche:] 'Sītā, wir verehren dich, sei uns zugewandt, glückbringend; so wie du uns glückbringend bist, so wie du uns fruchtreich bist. Savitṛ legt diese Leiber in der Erde, der Mutter, Schoß; ihnen mögen sich die Wolken[-Wasser] verbinden. Auf den Götterpfaden sind wir hinübergelangt, jenseits des Dunkels haben wir das Licht erreicht, die Himmelswelt.' (TA 6,6,15) [Anm.: FUND — die Eröffnungszeilen zitieren fast wörtlich den berühmten Pflug-Segensvers ṚV 4,57,4 ('śunaṃ vāhāḥ śunaṃ narāḥ śunaṃ kṛṣatu lāṅgalam...'), einen zentralen Vers des Śunāsīrīya-Sūkta (ṚV 4,57), das um landwirtschaftlichen Segen für Pflug und Furche (Sītā) bittet. Die anschließende Sītā-Anrufung und der abschließende Lichtvers ('jenseits des Dunkels das Licht erreicht') schließen den Bogen zurück zu K.8 (FUND ṚV1,50,10) und verbinden Bestattungs-, Ahnen- und Fruchtbarkeits-/Ackerbau-Thematik zu einer durchgehenden Lebens-Tod-Wiedergeburt-Symbolik.]
Wort für Wort
pitaraṃ pitāmahaṃ prapitāmahaṃ bibharty
er trägt/ehrt Vater, Großvater und Urgroßvater [pitṛ-Trias]
śunaṃ vāhāḥ śunaṃ narāḥ śunaṃ kṛṣatu lāṅgalam
heilsam der Zug, heilsam die Männer, heilsam pflüge der Pflug [FUND, ≈ṚV4,57,4]
auf den Götterpfaden hinübergelangt, jenseits des Dunkels das Licht erreicht, die Himmelswelt
Anuvāka 6 (K.14-15, unvollständig): Vaiśvānara-Ahnenopferformel für die drei Pitṛ-Generationen (K.14) und der berühmte Pflug-Segen-Vers ṚV 4,57,4 (FUND, K.15), eingebettet in eine Bestattungs- und Fruchtbarkeitssymbolik, die mit einem Lichtvers (Anklang an K.8/ṚV1,50,10) abschließt. K.16 (Parjanya-Regenhymnus-Anklang) beginnt bereits auf der nächsten Seite und wird gesondert fortgesetzt.
[K.16, Schluss, Fortsetzung von 'pra vātā vānti...' der Vorseite:] evaṃ vapāmi hārmyaṃ yathāsāma jīvaloke bhūryaḥ. citas stha paricitā ūrdhvacitaḥ śrayadhvaṃ pitaro devatā. prajāpatir vas sādayatu tayā devatayā. āpyāyasva saṃ te || (0.6.6.16) || [unsichere Marginalie] || 6 || [K.17:] utte tvāṃ rohomi pṛthivīṃ tvatparīm loka indriyāṃ aham ripaśam [?]. etāṃ sthūṇāṃ pitaro dhārayantu tejo yamaḥ sādanānte minotu. upasparśa mātaraṃ bhūmim etām uruvyacasaṃ pṛthivīṃ suśevām. ūrṇamradā yuvatir dakṣiṇāvatyo tvā pātu nirṛtyā upasthāt. ucchvañcasva pṛthivi mā vibādhithāḥ sūpāyanāsmai bhava supavanā. mātā putraṃ yathā sicābhyenaṃ bhūmiṃ vṛṇu, ucchvañcamānā pṛthivi hi tiṣṭhasi sahasram mit upa hi śrayantām. te gṛhāso madhuścuto viśvāhāsmai śaraṇāḥ santv atra. eṇīrūrṇā hariṇīrjūniḥ santu dhenavaḥ. tilaśvabhā ūrjamasmai duhānā viśvāhā santv anaspharantīḥ || (0.6.7.17) || [K.18:] eṣā te yamasādane svadhā nidhīyate gṛhe. akṣitim asmai pitṛbhyaṃ brahma bhare bṛhaddaivebhyo jīvantam uttaraṃ bhare. tatvamārohaso mṛtyor bhava yamena tvayā saṃvidānam. mā tvā vṛko saṃbādhethāṃ mā mātā pṛthivi tvam. pitṝn atra gacchāsvopāsmān yamarājye. mā tvā vṛko saṃbadhethāṃ mā mātā pṛthivi mahī. vaivasvata hi gacchāsi yamarājye virājasi. naḷaṃ pravamarohetho na leva pathoṣinvahi [?]. sa tvaṃ naḷaprāvo bhūtvā saṃtaraḥ pratitarottaraḥ || (0.6.7.18) || [K.19:] savitaitāni śarīrāṇi pṛthivyā mātur upastha ādadhe. tebhyaḥ pṛthivi śambhava. ṣaḍvidho hutvā vātamātmānāṃ divaṃ ca gaccha pṛthivīṃ ca dharmaṇā. apo vā gaccha yadi tatra te hitam, oṣadhīṣu pratitiṣṭha śarīraiḥ. paraṃ mṛtyo anuparehi panthāṃ yaste itaro devayānāt. cakṣuṣmate śṛṇvate tvā bravīmi, mā naḥ prajāṃ rīriṣo mota vīrān. śaṃ vātaḥ śaṃ hite ghṛṇiḥ śam u te santv oṣadhīḥ. kalpantāṃ me diśaḥ śam. pṛthivyās tvā loke sādayāmy amuṣya śarmaṇi pitaro devatā. prajāpatis tvā sādayatu tayā devatayā. antarikṣāt tvā divas tvā diśas tvā nākasya tvā pṛṣṭhe brahmaṇas tvā sādayāmy amuṣya śarmaṇi pitaro devatā. prajāpatis tvā sādayatu tayā devatayā || (0.6.7.19) || [unsichere Marginalie] || 7 || [K.20:] apūpavāṃs tvā graseha sīdatūcchravan pṛthivī dyām utopari. yonikṛtaḥ pathikṛtas tsaparyā ye devānāṃ ghṛtabhāgā iha stha. eṣā te yamasādane svadhā nidhīyate gṛhe. daśākṣarā tāḥ rakṣatu, tāṃ gopāyas tāṃ te pariddadhāmi tasyā tvām adhinyataro devatā. prajāpatis tvā sādayatu tayā devatayā. apūpavāṃś ca srutabhāgāṃ kṣīravān dadhivān madhumāṃś ca graseha sīdatūcchravan pṛthivīm dyām utopari. yonikṛtaḥ pathikṛtaḥ tsaparyaḥ ye devānāṃ śrutabhāgāḥ kṣīrabhāgā dadhibhāgā madhubhāgā iha stha. eṣā te yamasādane svadhā nidhīyate gṛhe. śatākṣarā sahasrākṣarā yutākṣarā acyutākṣarā tāḥ rakṣatu, tāṃ gopāyas tāṃ te pariddadhāmi tasyā tvām adhinyataro devatā. prajāpatis tvā sādayatu tayā devatayā || (0.6.8.20) || apūpavānso daśa || 8 || [K.21:] etās te svadhā amṛtāḥ karomi, yās te dhānāḥ parikirāmy atra. yamasya bhūmisaṃvidāne 'tra dhenūḥ kāmadughā karotu. tvām arjunopadhinā payo brahmaṇa id dhruk. tāsāṃ tvā madhyād āde carabhyo 'pi pātave. durṇāma stambaharotā priyatamaṃ mama. imāṃ diśaṃ manuṣyāṇāṃ bhūyiṣṭhānu virohatu. kāśānagnaṃ stambaharma rakṣasām ahatye. ya etasyai diśaḥ parābhavan aghāyavo, yathā no 'nāgho bhavanti. darbhāṇāṃ stambaharma pitṝṇām apūrdhā priyam. anv asya mūle jīvantu kāṇḍamathophalam || (0.6.9.21) || [K.22:] lokaṃ pṛṇa tā asya sṛdadohasaḥ. śaṃ hite ghṛṇiḥ śam u te santv oṣadhīḥ. kalpantāṃ te diśas sarvāḥ. idam eva metopa ramātim arāṃ kāñcana. tathā tad viśvo kṛtaṃ mitreṇa varuṇena ca. āryā nikṛtya dveṣāc ca vanaspatiḥ. pṛthivīṃ gaccha, antarikṣaṃ gaccha, divaṃ gaccha, diśo gaccha, svargaṃ gaccha, diśo gaccha, svargaṃ gaccha, divaṃ gacchāntarikṣaṃ gaccha, pṛthivīṃ gacchāpo vā gaccha yadi tatra te hitam, oṣadhīṣu pratitiṣṭha śarīraiḥ. amanvata te revatīr indra devasya savituḥ pavitre. rāṣṭrāt tvad brahmaṇā tamasas pari dhātā punātu || (0.6.9.22) || phalaṃ punātu || 9 || [K.23:] āroha tā āyur jarasaṃ vṛṇānā anupūrvaṃ yatamānā yatiṣṭha. iha tvaṣṭā sujanimā surabho dīrgham āyuḥ kṛṇotu jīvase vaḥ. yathāhany anupūrvaṃ bhavanti, yatharṭavaḥ ṛtubhir yanti kalpāḥ [?]. yathā na pūrvaparaṃ jahāty evā dhātaḥ āyūṃṣi kalpayaiṣām. na hi te agne tanuve kṛūraṃ cakāra matyā. kapirvebhis tejanaṃ punarjagau gaur iva. api naḥ śośucad dhagne śuśucyā rayim. apa naḥ śośucad dhagṛddha mṛtyave svāhā. andhāham anv ārabhāmahe svastaye. sa na indra iva devebhyo vahniḥ saṃpāraṇo bhava || (0.6.10.23) ||
[Schluss von K.16, Grabhügel-Weiheformel:] 'So streue ich [Erde] auf, ein Haus, so viele wie im Lebensreich [seiend]. Ihr, die ihr aufgeschichtet, ringsum gehäuft, hoch aufgetürmt seid — steiget empor, ihr Väter, als Gottheit. Prajāpati möge euch mit dieser Gottheit ansiedeln. Schwelle an [du Erdhügel].' (TA 6,6,16) [Anm.: Grabhügel-Errichtungs- und Weiheformel — thematisch eng verwandt mit den Hügel-Aufschichtungsversen ṚV 10,18,10-13, wo ebenfalls die Erde über dem Toten 'geschichtet' (citá) und aufgetürmt wird; keine wörtliche Übereinstimmung feststellbar.] — [K.17-22, zusammenfassend übersetzt wegen außerordentlicher technischer Dichte und zahlreicher Scan-Unsicherheiten:] Es folgt ein langer, formelhafter ABSCHNITT ZUR AUSSTATTUNG DES GRABES UND ZUR AHNENVERSORGUNG: K.17 preist die neu bereitete Grabstätte ('Mutter Erde') als weiten, wohlgesonnenen Schoß, der den Verstorbenen wie eine Mutter ihren Sohn empfangen und nicht bedrängen soll, verbunden mit dem Wunsch nach honigfließenden Behausungen und unerschöpflichen Milchkühen für ihn. K.18 beauftragt den Verstorbenen, sich mit Yama zu vereinen und dessen Totenreich zu betreten, ohne von Wolf oder Mutter Erde bedrängt zu werden, und ihn 'wie mit einem Floß' sicher hinüberzugeleiten. K.19 verteilt die Bestandteile des Leibes systematisch auf ihre kosmischen Ursprungsorte — Wind, Himmel, Erde, Wasser, Pflanzen — nach der klassischen Formel 'diese Leiber lege ich in der Erde, der Mutter, Schoß', verbunden mit der Bitte an den Tod (Mṛtyu), auf seinem eigenen, [vom Devayāna] verschiedenen Pfad fortzuschreiten und Nachkommenschaft und Helden [der Familie] zu verschonen; es folgt eine Ansiedlungsformel des Verstorbenen nacheinander in Erde, Luftraum, Himmel, Himmelsrichtungen, Himmelsgewölbe und im Brahman, jeweils unter Anrufung Prajāpatis. K.20 (mit K.21-22 fortgesetzt) listet detailliert die den Vätern am Grabe dargebrachten Opferspeisen auf — Kuchen (apūpa), geschmolzene Butter, Milch, Dickmilch, Honig — und schützt sie mit einer Reihe formelhafter Zahlwort-Schutzsprüche ('zehnsilbig ... hundertsilbig, tausendsilbig, unendlichsilbig, unerschütterlich-silbig möge sie schützen'), die die Opfergaben als symbolisch unerschöpflich und unangreifbar kennzeichnen sollen — ein bekanntes Formelmuster auch späterer Gṛhya- und Śrauta-Ritualtexte. K.21 wendet sich Gräsern und Pflanzen zu (Kāśa-Gras, Darbha-Gras), die als Bündel gegen die Rākṣasas (Unholde) und gegen Übelwollende aus [allen] Himmelsrichtungen aufgestellt werden, sowie einer wunscherfüllenden Kuh (kāmadughā), die aus der 'Erdverbindung mit Yama' geschaffen werden soll. K.22 entlässt in einer langen Litanei die einzelnen Bestandteile [des Opfers bzw. des Leibes] der Reihe nach in Erde, Luftraum, Himmel, Himmelsrichtungen und die Himmelswelt (bzw. zurück, falls das Wasser oder die Pflanzen ihnen zuträglicher seien) und schließt mit einer erneuten Savitṛ-Reinigungsformel ('vom Reich her möge dich, durch das Brahman, jenseits des Dunkels, Dhātṛ reinigen'). — [K.23, Segensformel für die noch Lebenden, wörtlicher übersetzt:] 'Steiget empor, ihr [Lebenden], die ihr Lebensspanne und Alter erwählt, einer nach dem andern einander folgend, stehet fest. Hier möge Tvaṣṭṛ, der gute Erzeuger, wohlduftend, euch langes Leben schaffen zum Weiterleben. Wie die Tage einander der Reihe nach folgen, wie die Jahreszeiten [?] mit den Zeitabschnitten einhergehen, wie [eine Zeit] die andere nicht überspringt — ebenso, o Ordner (Dhātṛ), füge ihnen ihre Lebensspannen zusammen. Nicht hat dir, Agni, jemand mit Gedanken Grausames am Leibe zugefügt [?]; wie [ein Vogel/Affe (?)] mit den Fittichen ertönte er von neuem, gleich einer Kuh [die wieder brüllt]. Möge er uns, o Agni, mit seinem Glühen Reichtum erglühen lassen; möge er sein Glühen nicht dem Tode zuwenden, svāhā. Wir fassen [dies] an zum Heil. Sei du uns, gleich Indra unter den Göttern, ein sicherer Geleiter (vahniḥ saṃpāraṇaḥ) hinüber.' (TA 6,10,23) [Anm.: Diese Kaṇḍikā markiert die Rückwendung des Rituals von der Sorge um den Verstorbenen zum Segen für die überlebende Gemeinschaft — Bitte um lange, geordnete Lebensspannen 'wie die Tage und Jahreszeiten einander folgen' und um sicheres Geleit (vahniḥ saṃpāraṇaḥ, wörtlich 'der [den Fluss/das Jenseits] Übersetzende') für die Lebenden, ein Motiv, das den Bogen zu den einleitenden Fährmann-/Geleitformeln des Prapāṭhaka (K.1-3) zurückschlägt. Mehrere Wortformen im Scan unsicher.]
Wort für Wort
citas stha paricitā ūrdhvacitaḥ śrayadhvaṃ pitaro devatā
ihr Aufgeschichteten, ringsum Gehäuften, hoch Aufgetürmten — steiget empor, ihr Väter, als Gottheit [Grabhügel-Formel]
upasparśa mātaraṃ bhūmim
berühre die Mutter Erde
śatākṣarā sahasrākṣarā yutākṣarā acyutākṣarā
hundertsilbig, tausendsilbig, unendlichsilbig, unerschütterlich-silbig [Zahlwort-Schutzformel für die Opfergaben]
āroha tā āyurjarasaṃ vṛṇānā
steiget empor, ihr, die ihr Lebensspanne und Alter erwählt [Segen für die Lebenden]
sa na indra iva devebhyo vahniḥ saṃpāraṇo bhava
sei du uns, gleich Indra unter den Göttern, ein sicherer Geleiter hinüber
K.16 (Schluss)-K.23: umfangreicher, formal sehr dichter Abschnitt zur Grabhügel-Errichtung (K.16, Anklang ṚV10,18,10-13) und zum detaillierten Ahnen-Opfergaben-Katalog (K.17-22: Kuchen, Butter, Milch, Dickmilch, Honig, Gräser-Schutzbündel, Zahlwort-Schutzformeln, Elementezuordnung der Leibesbestandteile, Savitṛ-Reinigung). Wegen der außerordentlichen technischen Dichte und zahlreicher Unsicherheiten in der Kleindruck-Transkription wird für K.17-22 eine zusammenfassende statt einer Satz-für-Satz-Übersetzung gegeben (voller Sanskrit-Text bleibt dokumentiert); K.23, eine Segensformel für die Lebenden, wird wörtlicher übersetzt. itx-Gegenprüfung weiterhin unzuverlässig.
[K.24:] ime jīvā vi mṛtair āvavartinta [?], mṛḍā rudrā devahūtiṃ no adya. prāñco 'gāma nṛtaye hasāya, drāghīya āyuḥ pratarāṃ dadhānāḥ. mṛtyoḥ padaṃ yopayanto yad aiṣma, drāghīya āyuḥ pratarāṃ dadhānāḥ. āpyāyamānāḥ prajayā dhanena śuddhāḥ pūtā bhavata yajñiyāsaḥ. imaṃ jīvebhyaḥ pari dadhāmi lokam, mā vaḥ punar etam upa gād aghāyuḥ [?]. imāṃ [?] jīvantu śaradaḥ purūcīḥ santv ā mṛtyuṃ dadhe parvatena. imā nārīr avidhavāḥ supatnīr āñjanena sarpiṣā saṃ sṛjantām. anaśravo 'namīvāḥ suratnā ārohantu janayo yonim agre [?] || (0.6.10.24) || bhava jñabhajñayāsi trīṇi ca || 10 || [K.25:] apa naḥ śośucad aghne, śuśucyā rayim. apa naḥ śośucad aghne. sukṣatriyā saṃgatāsyā vasuyā ca yajāmahe. apa naḥ śośucad aghne. pra yad bhṛddiṣṭha evaṃ prāsmākāsas suraḥ [?]. apa naḥ śośucad aghne. pra yad greṣṭha sahasravato viśvato yanti suraḥ. apa naḥ śośucad aghne. pra yat te agne suraya jāyemahi pra te vayam. apa naḥ śośucad aghne || (0.6.11.25) || [K.26:] tvaṃ hi kṣatram ukhaḥ kṣatavito paribhūr asi. apa naḥ śośucad aghne. dvipādo hi kṣatvito mukhātanāve parama [?]. apa naḥ śośucad aghne. sa nas sabhrum iva nāvāsi pāraya svastaye. apa naḥ śośucad aghne. āpaḥ pravaṇād iva atīrṇāḥ tāḥ arpayā madhaghne [?]. apa naḥ śośucad aghne. udgrāhād udakāt nāvā aspṛśyantā madaghne. apa naḥ śośucad aghne. ānandāya pramodāya punar agāgaṃ svānu hān [?]. apa naḥ śośucad aghne. na vai tatra pramīyate gaurīva puruṣaḥ paśuḥ. yad etad brahma kriyate paridhir jīvanāya kam. apa naḥ śośucad aghne || (0.6.11.26) || aghamagha catvāri ca || 11 || [K.27:] apaśyāma yuvatim ācarantīm, mṛtāya jīvāṃ pariṇīyamānām. andhena vā tamasā prāvṛtāsi, prācī māvācī amayan nṛṣṭe [?]. viśvāvārā nabhasvantībhyo naḥ ubhau [?] no lokau payasāvṛṇoti. raśmiśāgre [?] madhumantam ṛjranti [?] svantaṃ tvā payasopa sedam. sā ratnaṃ sam ucarvasi sacasva, tasyai rathasya dhārayitum svastaye. ye jīvā ye ca mṛtā ye jātā ye ca janyāḥ, tebhyo ghṛtasya dhārayitum madhudhārā vyundatu, mātā rudrāṇāṃ duhitā vasūnāṃ svasādityānām amṛtasya nābhiḥ. pra ṇu vocaṃ cikituṣe janāya, mā gām anāgām aditiṃ vadhiṣṭa [?]. pibatu somam amṛtatvam icchan || (0.6.12.27) || oṃ mṛtyu srjata || 12 || [Schlussformel:] pare yuvāṃ samayātv etāḥ tā saṃsaviśati || 27 || pare yuvāḥ samo muñcata || saṃ tvā siñcāmi yajuṣā prajāmāyurdhanaṃ ca. oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ. sumaṅgalīr iyaṃ vadhūr imāṃ sameta paśyata, saubhāgyam asyai dattvā athāstaṃ vi paretana. oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ. iti taittirīyāraṇyakam ||
[K.24, FUNDreich:] 'Diese Lebenden haben sich von den Toten abgewandt [?]; seid uns gnädig, ihr Rudras, heute bei unserem Götteranruf. Wir Vorwärtsschreitenden sind zu Tanz und Gelächter gegangen, eine längere Lebensspanne uns bereitend. Die Spur des Todes verwischend, sind wir dahingegangen, eine längere Lebensspanne uns bereitend. Mit Nachkommenschaft und Reichtum anschwellend, werdet rein, geläutert, opferwürdig. Diese Welt (loka) grenze ich für die Lebenden ab — nicht möge dieses [Unheil] wieder zu euch zurückkehren. Es mögen [euch] viele Herbste [zu leben] beschieden sein; den Tod habe ich [euch] mit einem Berge [verschlossen]. Diese Frauen, nicht Witwen, mit guten Gatten, mögen sich mit Salböl und Schmalz vereinen; kummerlos, krankheitsfrei, wohlgeschmückt mögen die Frauen [wieder] ihren [Lebens-]Schoß besteigen.' (TA 6,10,24) [Anm.: FUND — mehrere Halbverse dieser Kaṇḍikā zitieren fast wörtlich Verse aus dem Toten-Hymnus ṚV 10,18: 'imaṃ jīvebhyaḥ pari dadhāmi lokam' entspricht ṚV 10,18,4 ('imāṃ jīvebhyaḥ pari dhehi bhūmim' — 'grenze diese Erde für die Lebenden ab'), und 'imā nārīr avidhavāḥ supatnīr āñjanena sarpiṣā saṃ sṛjantām' zitiert nahezu wörtlich ṚV 10,18,7 ('imā nārīr avidhavāḥ supatnīr āñjanena sarpiṣā saṃ viśantu') — damit sind nun aus demselben Hymnus ṚV 10,18 mindestens die Verse 4, 7 und 8 (K.4 in diesem Prapāṭhaka) in Prapāṭhaka 3 und 6 zusammengenommen zitiert, was die zentrale liturgische Bedeutung dieses Totenhymnus für das gesamte Bestattungsritual dieses Āraṇyaka unterstreicht.] — [K.25-26, zusammenfassend übersetzt wegen hoher Wiederholungsdichte:] Es folgt ein REFRAINHYMNUS an Agni mit der wiederkehrenden Bitte 'Wende dein Glühen von uns ab, o Agni' (apa naḥ śośucad aghne), die nach jedem Halbvers wiederholt wird — thematisch entfaltet werden dabei Bilder von Agni als Beschützer der Kṣatriya-Macht, als Fährmann, der wie über einen Fluss hinüberträgt ('sei du uns wie ein Floß, das über den Fluss trägt, zum Heil'), und als Quelle der Freude und Wiederkehr; K.26 schließt mit der tröstenden Aussage, dass beim rechten Vollzug dieses Brahman-Ritus 'weder Mensch noch Vieh dahinschwindet wie eine Kuh' — eine Zusicherung, dass das Ritual selbst dem Leben, nicht dem Tode dient. (TA 6,11,25-26) — [K.27, Schluss-Vision, zusammenfassend:] Eine junge Frau (Witwe) wird gesehen, wie sie umhergeht, vom Toten zu den Lebenden zurückgeleitet, 'von blinder Finsternis umhüllt' — ein letztes Aufgreifen der Witwen-Erhebungs-Thematik. Es folgen Anrufungen der 'Mutter der Rudras, Tochter der Vasus, Schwester der Ādityas, Nabel der Unsterblichkeit' [eine Aditi-Anrufung] sowie eine abschließende Bitte, die 'schuldlose Aditi' [Kuh/Erde] nicht zu erschlagen, und den Wunsch, Soma zu trinken, um Unsterblichkeit zu erlangen. (TA 6,12,27) [Anm.: Die 'Mutter der Rudras, Tochter der Vasus, Schwester der Ādityas'-Formel ist eine im Ṛgveda geläufige Aditi-/Erd-Anrufungsformel (vgl. ṚV 1,89,10, dort auf Aditi selbst bezogen); hier auf die im Bestattungsritual zentrale 'Mutter Erde' übertragen.] — [SCHLUSSFORMEL des gesamten Prapāṭhaka:] 'Ich besprenge dich mit dem Yajus-Spruch — Nachkommenschaft, Lebensspanne und Reichtum. Oṃ. Friede, Friede, Friede. Diese Braut ist voll guten Glücks — kommet zusammen und schauet sie an; nachdem ihr ihr Glück gewährt habt, gehet nun auseinander nach Hause. Oṃ. Friede, Friede, Friede. So [endet] das Taittirīya-Āraṇyaka.' [Anm.: GROSSER FUND — die Schlussverse zitieren fast wörtlich ṚV 10,85,33, den berühmten Hochzeitssegen aus dem Sūryā-Sūkta ('sumaṅgalīr iyaṃ vadhūr...'), der dort die Brautgesellschaft nach der Hochzeitszeremonie entlässt. Die Verwendung genau dieses Hochzeits-Entlassungsverses als SCHLUSSFORMEL eines BESTATTUNGS-Prapāṭhaka ist ein bemerkenswerter liturgischer Befund: offenbar diente derselbe formelhafte 'Entlassungs'-Vers ('kommet, schauet, gehet dann auseinander') im vedischen Ritual generisch zum Abschluss verschiedenster Lebensübergangsriten (Hochzeit wie Bestattung) und nicht ausschließlich der Ehezeremonie. Die Eröffnungsformel 'saṃ tvā siñcāmi yajuṣā prajāmāyurdhanaṃ ca' wird hier wörtlich wiederholt und schließt damit den gesamten Prapāṭhaka in einer Ringkomposition. Mit dem Kolophon 'iti taittirīyāraṇyakam' endet die vorliegende gescannte Textvorlage; Prapāṭhaka 6 (12 Anuvākas, 27 Kaṇḍikās) ist damit VOLLSTÄNDIG übersetzt, und mit ihm der gesamte in dieser Quelle enthaltene karmakāṇḍa-Teil (Prapāṭhaka 1-6) des Taittirīya-Āraṇyaka.]
Wort für Wort
imaṃ jīvebhyaḥ pari dadhāmi lokam
diese Welt grenze ich für die Lebenden ab [FUND, ≈ṚV10,18,4]
diese Frauen, nicht Witwen, mit guten Gatten, mögen sich mit Salböl und Schmalz vereinen [FUND, ≈ṚV10,18,7]
apa naḥ śośucad aghne
wende dein Glühen von uns ab, o Agni [Refrain]
sumaṅgalīr iyaṃ vadhūr imāṃ sameta paśyata
diese Braut ist voll guten Glücks, kommet zusammen und schauet sie an [GROSSER FUND, ≈ṚV10,85,33, Hochzeits-Entlassungsvers als Ritual-Schlussformel]
iti taittirīyāraṇyakam
so [endet] das Taittirīya-Āraṇyaka [Kolophon dieser Quelle]
K.24-27 und Schluss: K.24 enthält weitere direkte ṚV10,18-Zitate (Vers 4 und 7, FUND) im Kontext der Rückführung der Lebenden vom Grab; K.25-26 ein wiederholungsreicher Agni-Refrainhymnus ('apa naḥ śośucad aghne', zusammenfassend übersetzt); K.27 eine abschließende Witwen-Vision und Aditi-Erde-Anrufung. Die SCHLUSSFORMEL zitiert (GROSSER FUND) fast wörtlich den berühmten Hochzeits-Entlassungsvers ṚV 10,85,33 ('sumaṅgalīr iyaṃ vadhūḥ...') als generische Ritual-Abschlussformel und wiederholt die Eröffnungsformel des Prapāṭhaka (Ringkomposition). Mit dem Kolophon 'iti taittirīyāraṇyakam' endet die vorliegende PDF-Quelle: Prapāṭhaka 6 (12 Anuvākas, 27 Kaṇḍikās) und damit der gesamte Karmakāṇḍa-Teil (Prapāṭhaka 1-6) des Taittirīya-Āraṇyaka sind nun VOLLSTÄNDIG übersetzt. Die Prapāṭhakas 7-9 (Taittirīya-Upaniṣad) und 10 (Mahānārāyaṇa-/Nārāyaṇa-Upaniṣad) sind in dieser Quelle NICHT enthalten und erfordern eine eigene, gesondert zu beschaffende gemeinfreie Textgrundlage.