Quellen der Menschheit

Caraka-Saṃhitā · Chikitsasthana

Adhyāya 11: Kshatakshina Chikitsa Behandlung der Verletzungserschöpfung (Kṣatakṣīṇa)

Das elfte Kapitel behandelt Kṣatakṣīṇa, den durch Verletzung ausgezehrten Zustand, der entsteht, wenn die Brust durch extreme körperliche Anstrengung – Bogenschießen, Ringkampf, Lastentragen, Schwimmen, Springen – geschädigt wird. Die Symptome, Brustschmerz, Bluthusten und fortschreitender Kräfteverfall, ähneln denen des vorangehenden Rājayakṣma-Kapitels, unterscheiden sich aber durch die eindeutig traumatische statt allgemein-konsumtive Ursache; das Kapitel liefert damit ein frühes Beispiel für die ayurvedische Erfassung überlastungsbedingter innerer Verletzungen, wie sie heute etwa bei Sportlern auftreten. Als erstes Mittel bei frischer Verletzung der Brust wird Gummilack (lākṣā) mit Milch und Honig empfohlen; die weitere Behandlung setzt auf aufbauende (bṛṃhaṇa) Rezepturen mit Süßholz (madhuka), Pippalī, Balā und den seltenen, stärkenden Wurzeln Jīvaka und Ṛṣabhaka, meist in Milch oder Ghee eingekocht, um Gewebe, Samen (śukra) und Vitalkraft (ojas) wiederherzustellen.

athātaḥ kṣatakṣīṇacikitsitaṃ vyākhyāsyāmaḥ

Nun werden wir die Behandlung des durch Verletzung Erschöpften (kṣatakṣīṇa) erklären.

iti ha smāha bhagavānātreyaḥ

So sprach der erhabene Ātreya.

udārakīrtirbrahmarṣirātreyaḥ paramārthavit| kṣatakṣīṇacikitsārthamidamāha cikitsitam

Der ruhmreiche brahmanische Weise (brahmarṣi) Ātreya, kundig der höchsten Wahrheit, verkündete diese Behandlung zum Zweck der Therapie des kṣatakṣīṇa (des durch Verletzung Erschöpften).

dhanuṣā''yasyato'tyarthaṃ bhāramudvahato gurum| patato viṣamoccebhyo balibhiḥ saha yudhyataḥ

Bei jemandem, der sich mit dem Bogen (dhanus) übermäßig anstrengt, der eine schwere Last trägt, der von unebenen Höhen stürzt, oder der mit Starken kämpft,

vṛṣaṃ hayaṃ vā dhāvantaṃ damyaṃ vā'nyaṃ nigṛhṇataḥ| śilākāṣṭhāśmanirghātānkṣipato nighnataḥ parān

der einen Stier oder ein laufendes Pferd oder ein anderes noch zu zähmendes Tier bezwingt, der Felsstücke, Holz oder Steine schleudert oder Feinde niederschlägt,

adhīyānasya vā'tyuccairdūraṃ vā vrajato drutam| mahānadīṃ vā tarato hayairvā saha dhāvataḥ

der beim Rezitieren (adhyayana) übermäßig laut ist, der weit und schnell geht, der einen großen Strom durchschwimmt oder mit Pferden um die Wette läuft,

sahasotpatato dūraṃ[1] tūrṇaṃ cātipranṛtyataḥ| tathā'nyaiḥ karmabhiḥ krūrairbhṛśamabhyāhatasya ca

der plötzlich weit hochspringt, der heftig übermäßig tanzt, sowie bei anderen derartigen gewaltsamen Tätigkeiten heftig Erschöpften und Verletzten –

vikṣate vakṣasi vyādhirbalavān samudīryate| strīṣu cātiprasaktasya rūkṣālpapramitāśinaḥ

wird die Brust (vakṣas) dabei verletzt, entsteht eine schwerwiegende Krankheit; ebenso bei dem, der übermäßig dem Geschlechtsverkehr mit Frauen zugetan ist und dabei nur trockene, geringe, unzureichende Nahrung zu sich nimmt.

uro virujyate tasya bhidyate'tha vibhajyate| prapīḍyete tataḥ pārśve śuṣyatyaṅgaṃ pravepate

Seine Brust (uras) schmerzt, fühlt sich wie gespalten oder zerteilt an; danach werden auch beide Flanken (pārśva) bedrängt, der Körper vertrocknet und zittert.

kramādvīryaṃ balaṃ varṇo ruciragniśca hīyate| jvaro vyathā manodainyaṃ viḍbhedo'gnivadhādapi

Nach und nach schwinden Vitalkraft (vīrya), Körperkraft (bala), Hautfarbe (varṇa), Appetit (ruci) und Verdauungsfeuer (agni); Fieber (jvara), Schmerz, seelische Niedergeschlagenheit sowie – infolge der Schwächung des Verdauungsfeuers – Durchfall treten hinzu.

duṣṭaḥ śyāvaḥ sudurgandhaḥ pīto vigrathito bahuḥ| kāsamānasya ca[1] śleṣmā saraktaḥ sampravartate

Bei dem, der hustet, tritt reichlich verdorbener, graubrauner, sehr übelriechender, gelblicher, verklumpter, mit Blut vermischter Schleim (śleṣman) hervor.

sa kṣataḥ kṣīyate'tyarthaṃ tathā śukraujasoḥ kṣayāt avyaktaṃ lakṣaṇaṃ tasya pūrvarūpamiti smṛtam

Dieser Verletzte (kṣata) zehrt in der Folge übermäßig ab, ebenso durch die Schwächung von Samen (śukra) und Vitalkraft (ojas); diese noch undeutlichen Zeichen gelten als Vorboten (pūrvarūpa) der Krankheit.

urorukśoṇitacchardiḥ kāso vaiśeṣikaḥ kṣate| kṣīṇe saraktamūtratvaṃ pārśvapṛṣṭhakaṭigrahaḥ

Kennzeichnend für die eigentliche Verletzung (kṣata) sind Brustschmerz, Bluterbrechen und Husten; für den Zustand der Auszehrung (kṣīṇa) sind blutiger Urin sowie ein Steifegefühl in Flanke, Rücken und Hüfte kennzeichnend.

alpaliṅgasya dīptāgneḥ sādhyo balavato navaḥ| parisaṃvatsaro yāpyaḥ sarvaliṅgaṃ tu varjayet

Heilbar (sādhya) ist der Fall bei geringen Symptomen, kräftigem Verdauungsfeuer, guter Konstitution und frischem Auftreten; ein bereits ein Jahr bestehender Fall ist nur palliativ behandelbar (yāpya); einen Fall mit allen Symptomen (sarvaliṅga) soll man dagegen aufgeben.

uro matvā kṣataṃ lākṣāṃ payasā madhusaṃyutām| sadya eva pibejjīrṇe payasā'dyāt saśarkaram

Hält man die Brust für verletzt, soll man sofort Gummilack (lākṣā) mit Milch und Honig vermischt trinken; ist die Verletzung bereits älter (jīrṇa), soll man ihn mit Milch und Zucker einnehmen.

pārśvabastirujī cālpapittāgnistāṃ surāyutām| bhinnaviṭkaḥ samustātiviṣāpāṭhāṃ savatsakām

Bei Schmerzen in Flanke und Blase sowie geringem Pitta und schwachem Verdauungsfeuer nehme man denselben Lack mit Reisbier (surā) ein; bei Durchfall (bhinnaviṭ) hingegen mit Mustā, Ativiṣā, Pāṭhā und Vatsaka.

lākṣāṃ sarpirmadhūcchiṣṭaṃ jīvanīyagaṇaṃ sitām| tvakkṣīrīṃ samitāṃ kṣīre paktvā dīptānalaḥ pibet

Gummilack, Ghee, Bienenwachs, die Jīvanīya-Kräutergruppe und Kandiszucker sowie Tvakkṣīrī, zusammen mit Weizenmehl in Milch gekocht, soll bei kräftigem Verdauungsfeuer getrunken werden.

ikṣvālikābisagranthipadmakeśaracandanaiḥ| śṛtaṃ payo madhuyutaṃ sandhānārthaṃ pibet kṣatī

Milch, gekocht mit Zuckerrohrspross (ikṣvālikā), Lotoswurzel-Knoten (bisagranthi), Padmaka und Sandelholz, mit Honig versetzt, soll der Verletzte trinken, um die Heilung des Gewebes (sandhāna) zu fördern.

yavānāṃ cūrṇamādāya kṣīrasiddhaṃ ghṛtaplutam| jvare dāhe sitākṣaudrasaktūn vā payasā pibet

Bei Fieber und Brennen soll man Gerstenmehl, in Milch gekocht und mit Ghee getränkt, einnehmen, oder Gerstengrütze (saktu) mit Kandiszucker und Honig in Milch trinken.

madhūkamadhukadrākṣātvakkṣīrīpippalībalāḥ| kāsī pārśvāsthiśūlī ca lihyātsaghṛtamākṣikāḥ

Wer hustet und Schmerzen in Flanke und Knochen hat, soll Madhūka, Süßholz (madhuka), Weintrauben, Tvakkṣīrī, Pippalī und Balā mit Ghee und Honig als Latwerge einnehmen.

elāpatratvaco'rdhākṣāḥ pippalyardhapalaṃ tathā| sitāmadhukakharjūramṛdvīkāśca palonmitāḥ

Kardamom, Zimtblätter und Zimtrinde je ein halbes Karṣa, Pippalī ein halbes Pala, sowie Kandiszucker, Süßholz, Dattel und Rosine je ein Pala –

sañcūrṇya madhunā yuktā guṭikāḥ samprakalpayet| akṣamātrāṃ tataścaikāṃ bhakṣayennā dine dine

dies alles pulverisiere und mit Honig vermische man zu Pillen (guṭikā); von diesen nehme der Kranke täglich eine Pille im Gewicht eines Akṣa ein.

kāsaṃ śvāsaṃ jvaraṃ hikkāṃ chardiṃ mūrcchāṃ madaṃ bhramam| raktaniṣṭhīvanaṃ tṛṣṇāṃ pārśvaśūlamarocakam

Diese Pille beseitigt Husten, Atemnot (śvāsa), Fieber, Schluckauf, Erbrechen, Ohnmacht, Rauschzustände, Schwindel, Blutspucken, Durst, Flankenschmerz und Appetitlosigkeit,

śoṣaplīhāḍhyavātāṃśca svarabhedaṃ kṣataṃ kṣayam| guṭikā tarpaṇī vṛṣyā raktapittaṃ ca nāśayet

sowie Auszehrung (śoṣa), von Vāta begleitete Milzvergrößerung, Stimmveränderung, die Verletzung (kṣata) und den Gewebeschwund (kṣaya); als kräftigende (tarpaṇī) und aphrodisierende (vṛṣya) Pille beseitigt sie zudem das Blutpitta (raktapitta).

ityelādiguṭikā| rakte'tivṛtte dakṣāṇḍaṃ yūṣaistoyena vā pibet| caṭakāṇḍarasaṃ vā'pi raktaṃ vā chāgajāṅgalam

So die Elā-Pille (elādiguṭikā). Bei übermäßigem Blutverlust trinke man ein rohes Hühnerei mit Fleischbrühe oder Wasser, oder Sperlingseiersaft, oder Blut von wildlebenden Ziegen (chāgajāṅgala).

cūrṇaṃ paunarnavaṃ raktaśālitaṇḍulaśarkaram| raktaṣṭhīvī pibet siddhaṃ drākṣārasapayoghṛtaiḥ

Wer Blut aushustet, trinke ein Pulver aus Punarnavā, rotem Reis und Zucker, gekocht mit Traubensaft, Milch und Ghee.

madhūkamadhukakṣīrasiddhaṃ vā taṇḍulīyakam| mūḍhavātastvajāmedaḥ surābhṛṣṭaṃ sasaindhavam

Oder Taṇḍulīyaka (Amaranth), gekocht mit Madhūka, Süßholz und Milch. Bei verhaltenem Vāta (mūḍhavāta) esse man Ziegenfett, in Reisbier gebraten, mit Steinsalz.

kṣāmaḥ kṣīṇaḥ kṣatoraskastvanidraḥ sabale'nile| śṛtakṣīrasareṇādyāt sakṣaudraghṛtaśarkaram

Der Abgemagerte, Ausgezehrte mit verletzter Brust, der bei zugleich starkem Vāta schlaflos ist, soll den Rahm gekochter Milch mit Honig, Ghee und Zucker zu sich nehmen.

śarkarāṃ yavagodhūmau jīvakarṣabhakau madhu| śṛtakṣīrānupānaṃ vā lihyāt kṣīṇaḥ kṣatī kṛśaḥ

Der Ausgezehrte, Verletzte und Abgemagerte lecke Zucker, Gerste und Weizen sowie Jīvaka und Ṛṣabhaka mit Honig, dazu gekochte Milch als Nachtrunk.

kravyādamāṃsaniryūhaṃ ghṛtabhṛṣṭaṃ pibecca saḥ| pippalīkṣaudrasaṃyuktaṃ māṃsaśoṇitavardhanam

Er trinke auch eine in Ghee gebratene Fleischbrühe von Raubtierfleisch (kravyāda), mit Pippalī und Honig versetzt – sie vermehrt Muskelgewebe (māṃsa) und Blut.

nyagrodhodumbarāśvatthaplakṣaśālapriyaṅgubhiḥ| tālamastakajambūtvakpriyālaiśca sapadmakaiḥ

Wer an verletzter Brust oder an vermindertem Samen (kṣīṇaśukra) leidet, esse Śāli-Reis mit frisch bereitetem Ghee aus Milch, die gekocht wurde mit Nyagrodha, Udumbara, Aśvattha, Plakṣa, Śāla, Priyaṅgu,

sāśvakarṇaiḥ śṛtāt kṣīrādadyājjātena sarpiṣā| śālyodanaṃ kṣatoraskaḥ kṣīṇaśukraśca mānavaḥ

Tālamastaka, Jambū-Rinde, Priyāla, Padmaka und Aśvakarṇa.

yaṣṭyāhvanāgabalayoḥ kvāthe kṣīrasamaṃ ghṛtam| payasyāpippalīvāṃśīkalkasiddhaṃ kṣate śubham

Ghee, gekocht im Absud von Süßholz (yaṣṭyāhva) und Nāgabalā, mit gleicher Menge Milch, versetzt mit einer Kalka-Paste aus Payasyā, Pippalī und Bambusmanna (vāṃśī), ist wohltuend bei der Verletzung (kṣata).

kolalākṣārase tadvat kṣīrāṣṭaguṇasādhitam| kalkaiḥ kaṭvaṅgadārvītvagvatsakatvakphalairghṛtam

Ebenso ein Ghee, zubereitet im Saft von Kola und Gummilack mit der achtfachen Menge Milch, versetzt mit einer Kalka-Paste aus Kaṭvaṅga, Dārvī-Rinde sowie Vatsaka-Rinde und -Früchten.

jīvakarṣabhakau vīrāṃ jīvantīṃ nāgaraṃ śaṭīm| catasraḥ parṇinīrmede kākolyau dve nidigdhike

Jīvaka, Ṛṣabhaka, Vīrā, Jīvantī, Ingwer (nāgara), Śaṭī, die vier Parṇinī-Kräuter, beide Medā-Arten, beide Kākolī-Arten, beide Nidigdhikā-Arten,

punarnave dve madhukamātmaguptāṃ śatāvarīm| ṛddhiṃ parūṣakaṃ bhārgīṃ mṛdvīkāṃ bṛhatīṃ tathā

beide Punarnavā, Süßholz, Ātmaguptā, Śatāvarī, Ṛddhi, Parūṣaka, Bhārgī, Rosine und Bṛhatī,

śṛṅgāṭakaṃ tāmalakīṃ payasyāṃ pippalīṃ balām| badarākṣoṭakharjūravātāmābhiṣukāṇyapi

Śṛṅgāṭaka, Tāmalakī, Payasyā, Pippalī, Balā sowie die Früchte Badara, Akṣoṭa, Kharjūra, Vātāma und Abhiṣuka –

phalāni caivamādīni kalkān kurvīta kārṣikān| dhātrīrasavidārīkṣucchāgamāṃsarasaṃ payaḥ

aus diesen und ähnlichen Früchten bereite man Kalka-Pasten, je ein Karṣa; dazu Amalaki-Saft, Vidārī-Saft, Zuckerrohrsaft, Ziegenfleischbrühe und Milch,

kuryāt prasthonmitaṃ tena ghṛtaprasthaṃ vipācayet| prasthārdhaṃ madhunaḥ śīte śarkarārdhatulāṃ tathā

jeweils ein Prastha bemessen; damit koche man ein Prastha Ghee; nach dem Abkühlen füge man ein halbes Prastha Honig sowie ein halbes Tulā Zucker hinzu,

dvikārṣikāṇi[1] patrailāhematvaṅmaricāni ca| vinīya cūrṇitaṃ tasmāllihyānmātrāṃ sadā naraḥ

sowie je zwei Karṣa gepulvertes Tejapatra, Kardamom, Zimt und schwarzen Pfeffer; man rühre sie ein, und der Mensch nehme davon stets eine angemessene Dosis als Latwerge ein.

amṛtaprāśamityetannarāṇāmamṛtaṃ ghṛtam| sudhāmṛtarasaṃ prāśyaṃ kṣīramāṃsarasāśinā

Dies ist das 'Amṛtaprāśa' genannte Ghee – für die Menschen wie Nektar (amṛta); wie ein Trank von Ambrosia soll es genossen werden, zusammen mit Milch und Fleischbrühe.

naṣṭaśukrakṣatakṣīṇadurbalavyādhikarśitān| strīprasaktān kṛśān varṇasvarahīnāṃśca bṛṃhayet

Es nährt (bṛṃhayati) diejenigen, deren Samen verloren ist, die Verletzten und Ausgezehrten, die Geschwächten, durch Krankheit Abgemagerten, die dem Geschlechtsverkehr übermäßig Zugetanen, die Abgemagerten sowie die an Hautfarbe und Stimme Geschwächten.

kāsahikkājvaraśvāsadāhatṛṣṇāsrapittanut| putradaṃ vamimūrcchāhṛdyonimūtrāmayāpaham

Es beseitigt Husten, Schluckauf, Fieber, Atemnot, Brennen, Durst und Blutpitta; es schenkt Nachkommenschaft (putrada) und beseitigt Erbrechen, Ohnmacht sowie Erkrankungen von Herz, Genitalorganen (yoni) und Harnwegen.

ityamṛtaprāśaghṛtam| śvadaṃṣṭrośīramañjiṣṭhābalākāśmaryakattṛṇam| darbhamūlaṃ pṛthakparṇīṃ palāśarṣabhakau sthirām

So das Amṛtaprāśa-Ghee. Śvadaṃṣṭrā, Uśīra, Mañjiṣṭhā, Balā, Kāśmarya, Kattṛṇa, Darbha-Wurzel, Pṛthakparṇī, Palāśa, Ṛṣabhaka und Sthirā,

palikaṃ sādhayetteṣāṃ rase kṣīracaturguṇe| kalkaḥ svaguptājīvantīmedarṣabhakajīvakaiḥ

je ein Pala davon koche man im Absud, mit der vierfachen Menge Milch; die Kalka-Paste bestehe aus Svaguptā, Jīvantī, Medā, Ṛṣabhaka und Jīvaka,

śatāvaryṛddhimṛdvīkāśarkarāśrāvaṇībisaiḥ| prasthaḥ siddho ghṛtādvātapittahṛddra(dbha)vaśūlanut

sowie aus Śatāvarī, Ṛddhi, Rosinen, Zucker, Śrāvaṇī und Lotoswurzel; ein Prastha dieses zubereiteten Ghees beseitigt Vāta- und Pitta-Störungen, Herzschmerz, Hautkrankheiten (dadru) und Kolikschmerz,

mūtrakṛcchrapramehārśaḥkāsaśoṣakṣayāpahaḥ| dhanuḥstrīmadyabhārādhvakhinnānāṃ balamāṃsadaḥ

sowie schmerzhaftes Wasserlassen, Prameha, Hämorrhoiden, Husten, Auszehrung und Gewebeschwund; es gibt Kraft und Muskelmasse denen, die durch Bogenschießen, Geschlechtsverkehr, Alkohol, Lasttragen oder lange Wege erschöpft sind.

iti śvadaṃṣṭrādighṛtam| madhukāṣṭapaladrākṣāprasthakvāthe ghṛtaṃ pacet| pippalyaṣṭapale kalke prasthaṃ siddhe ca śītale

So das Śvadaṃṣṭrādi-Ghee. Man koche ein Prastha Ghee im Absud von acht Pala Süßholz und einem Prastha Rosinen, mit einer Kalka-Paste aus acht Pala Pippalī; ist es fertig und abgekühlt,

pṛthagaṣṭapalaṃ kṣaudraśarkarābhyāṃ vimiśrayet| samasaktu kṣatakṣīṇe raktagulme ca taddhitam

vermische man es mit je acht Pala Honig und Zucker sowie gleich viel Gerstengrütze (saktu); dies ist heilsam bei Verletzung und Auszehrung (kṣatakṣīṇa) sowie beim Blutgeschwulst (raktagulma).

dhātrīphalavidārīkṣujīvanīyarasairghṛtam| ajāgopayasoścaiva sapta prasthān pacedbhiṣak

Der Arzt koche Ghee mit den Säften von Amalaki-Frucht, Vidārī, Zuckerrohr und den Jīvanīya-Kräutern sowie mit Ziegen- und Kuhmilch, insgesamt sieben Prastha,

siddhaśīte sitākṣaudradviprasthaṃ vinayecca tat| yakṣmāpasmārapittāsṛkkāsamehakṣayāpaham

und füge nach dem Abkühlen je zwei Prastha Kandiszucker und Honig hinzu; es beseitigt Rājayakṣma (Schwindsucht), Epilepsie (apasmāra), Blutpitta, Husten, Prameha und Gewebeschwund,

vayaḥsthāpanamāyuṣyaṃ māṃsaśukrabalapradam| ghṛtaṃ tu pitte'bhyadhike lihyādvāte'dhike pibet

erhält die Jugend, fördert langes Leben und gibt Muskelmasse, Samen und Kraft. Bei überwiegendem Pitta soll dieses Ghee geleckt, bei überwiegendem Vāta getrunken werden.

līḍhaṃ nirvāpayet pittamalpatvāddhanti nānalam| ākrāmatyanilaṃ pītamūṣmāṇaṃ niruṇaddhi ca

Geleckt löscht es das Pitta, schwächt aber wegen der geringen Menge nicht das Verdauungsfeuer; getrunken überwindet es den Vāta und hemmt zugleich übermäßige Hitze (ūṣman).

kṣāmakṣīṇakṛśāṅgānāmetānyeva ghṛtāni tu| tvakkṣīrīśarkarālājacūrṇaiḥ styānāni yojayet

Für Abgemagerte, Ausgezehrte und körperlich Geschwächte soll man ebendiese Ghee-Zubereitungen, mit Pulver aus Tvakkṣīrī, Zucker und geröstetem Reis (lāja) eingedickt, verwenden.

sarpirguḍān samadhvaṃśāñjagdhvā cānu payaḥ pibet| reto vīryaṃ balaṃ puṣṭiṃ tairāśutaramāpnuyāt

Man esse Ghee-Kugeln (sarpirguḍa) zusammen mit gleichem Anteil Honig und trinke danach Milch; dadurch erlangt man rascher Samen, Kraft, Stärke und Nahrhaftigkeit.

iti sarpirguḍāḥ| balā vidārī hrasvā ca pañcamūlī punarnavā| pañcānāṃ kṣīrivṛkṣāṇāṃ śuṅgā muṣṭyaṃśakā api

So die Ghee-Kugeln allgemein. Balā, Vidārī, das kleine Pañcamūla und Punarnavā sowie die jungen Triebe der fünf Milchbaum-Arten, je eine Handvoll,

eṣāṃ kaṣāye dvikṣīre vidāryājarasāṃśike| jīvanīyaiḥ pacet kalkairakṣamātrairghṛtāḍhakam

im Absud dieser Kräuter, mit der doppelten Menge Milch und einem Anteil Vidārī- sowie Ziegenfleischsaft, koche man ein Āḍhaka Ghee mit einer Kalka-Paste aus den Jīvanīya-Kräutern, je ein Karṣa,

sitāpalāni pūte ca śīte dvātriṃśataṃ kṣipet| godhūmapippalīvāṃśīcūrṇaṃ śṛṅgāṭakasya ca

und gebe, nachdem es durchgeseiht und abgekühlt ist, zweiunddreißig Pala Kandiszucker hinzu, sowie Pulver aus Weizen, Pippalī, Bambusmanna und Śṛṅgāṭaka,

samākṣikaṃ kauḍavikaṃ tat sarvaṃ khajamūrcchitam| styānaṃ sarpirguḍān kṛtvā bhūrjapatreṇa veṣṭayet

jeweils ein Kuḍava, dazu gleich viel Honig; man rühre alles gut durch, und sobald es eingedickt ist, forme man Ghee-Kugeln und wickle sie in Birkenrinde (bhūrjapatra) ein.

tāñjagdhvā palikān kṣīraṃ madyaṃ vā'nupibet kaphe| śoṣe kāse kṣate kṣīṇe śramastrībhārakarśite

Man esse davon je ein Pala schwere Kugeln und trinke danach Milch oder – bei Kapha-Störung – Alkohol; sie helfen bei Auszehrung, Husten, Verletzung, Auszehrungszustand sowie bei durch Anstrengung, Geschlechtsverkehr oder Lastentragen Geschwächten,

raktaniṣṭhīvane tāpe pīnase corasi sthite| śastāḥ pārśvaśiraḥśūle bhede ca svaravarṇayoḥ

bei Blutspucken, Fieberhitze und in der Brust sitzendem Schnupfen (pīnasa); sie sind auch heilsam bei Flanken- und Kopfschmerz sowie bei Störungen von Stimme und Hautfarbe.

iti dvitīyasarpirguḍāḥ| tvakkṣīrīśrāvaṇīdrākṣāmūrvarṣabhakajīvakaiḥ| vīrardhikṣīrakākolībṛhatīkapikacchubhiḥ

So die zweiten Ghee-Kugeln. Mit Tvakkṣīrī, Śrāvaṇī, Rosinen, Mūrvā, Ṛṣabhaka, Jīvaka, Vīrā, Ṛddhi, Kṣīrakākolī, Bṛhatī und Kapikacchū,

kharjūraphalamedābhiḥ kṣīrapiṣṭaiḥ palonmitaiḥ| dhātrīvidārīkṣurasaprasthaiḥ prasthaṃ ghṛtāt pacet

mit Dattelfrüchten und Medā, in Milch verrieben, je ein Pala, sowie mit je einem Prastha Amalaki-, Vidārī- und Zuckerrohrsaft koche man ein Prastha Ghee,

śarkarārdhatulāṃ śīte kṣaudrārdhaprasthameva ca| dattvā sarpirguḍān kuryātkāsahikkājvarāpahān

und füge nach dem Abkühlen ein halbes Tulā Zucker sowie ein halbes Prastha Honig hinzu; daraus forme man Ghee-Kugeln, die Husten, Schluckauf und Fieber beseitigen,

yakṣmāṇaṃ tamakaṃ śvāsaṃ raktapittaṃ halīmakam| śukranidrākṣayaṃ tṛṣṇāṃ hanyuḥ kārśyaṃ sakāmalam

sowie Rājayakṣma, Tamaka-Atemnot, Blutpitta, Halīmaka (eine Gelbsuchtform), den Schwund von Samen und Schlaf, Durst, Abmagerung und Gelbsucht (kāmala) beseitigen.

iti tṛtīyāḥ sarpirguḍāḥ| navamāmalakaṃ drākṣāmātmaguptāṃ punarnavām| śatāvarīṃ vidārīṃ ca samaṅgāṃ pippalīṃ tathā

So die dritten Ghee-Kugeln. Frische Amalaki-Frucht, Rosinen, Ātmaguptā, Punarnavā, Śatāvarī, Vidārī, Samaṅgā und Pippalī,

pṛthagdaśapalān bhāgān palānyaṣṭau ca nāgarāt| yaṣṭyāhvasauvarcalayordvipalaṃ maricasya ca

je zehn Pala; dazu acht Pala Ingwer; von Süßholz und Sauvarcala-Salz je zwei Pala sowie zwei Pala schwarzer Pfeffer,

kṣīratailaghṛtānāṃ ca tryāḍhake śarkarāśate| kvathite tāni cūrṇāni dattvā bilvasamān guḍān

dazu je drei Āḍhaka Milch, Öl und Ghee sowie hundert Pala Zucker; sind diese gekocht, gebe man die Pulver hinzu und forme Kugeln von der Größe einer Bilva-Frucht –

kuryāttān bhakṣayet kṣīṇaḥ kṣataḥ śuṣkaśca mānavaḥ| tena sadyo rasādīnāṃ vṛddhyā puṣṭiṃ sa vindati

diese esse der Ausgezehrte, Verletzte und Ausgetrocknete; dadurch erlangt er sogleich durch Vermehrung von Rasa und den übrigen Körpergeweben Nahrhaftigkeit.

iti caturthasarpirguḍāḥ| gokṣīrārdhāḍhakaṃ sarpiḥ prasthamikṣurasāḍhakam| vidāryāḥ svarasātprasthaṃ rasātprasthaṃ ca taittirāt

So die vierten Ghee-Kugeln. Ein halbes Āḍhaka Kuhmilch, ein Prastha Ghee, ein Āḍhaka Zuckerrohrsaft, ein Prastha frischer Vidārī-Saft und ein Prastha Rebhuhn-Fleischbrühe –

dadyāt sidhyati tasmiṃstu piṣṭānikṣurasairimān| madhūkapuṣpakuḍavaṃ priyālakuḍavaṃ tathā

man gebe diese Bestandteile zusammen und koche das Ghee; sobald es gar ist, füge man mit Zuckerrohrsaft verriebene Zutaten hinzu: ein Kuḍava Madhūka-Blüten und ebenso ein Kuḍava Priyāla,

kuḍavārdhaṃ tugākṣīryāḥ kharjūrāṇāṃ ca viṃśatim| pṛthagbibhītakānāṃ ca pippalyāśca caturthikām

ein halbes Kuḍava Bambusmanna (tugākṣīrī), zwanzig Datteln, ebenso viele Bibhītaka-Früchte und ein Viertel-Kuḍava Pippalī,

triṃśatpalāni khaṇḍācca madhukāt karṣameva ca| tathā'rdhapalikānyatra jīvanīyāni dāpayet

dreißig Pala Khaṇḍa-Zucker, ein Karṣa Süßholz sowie je ein halbes Pala der Jīvanīya-Kräuter gebe man hinzu,

siddhe'smin kuḍavaṃ kṣaudraṃ śīte kṣiptvā'tha modakān| kārayenmaricājājīpalacūrṇāvacūrṇitān

und wenn dies fertig ist, füge man nach dem Abkühlen ein Kuḍava Honig hinzu und forme daraus Kugeln (modaka), die man mit Pulver aus schwarzem Pfeffer und Kreuzkümmel bestäubt.

vātāsṛkpittarogeṣu kṣatakāsakṣayeṣu ca| śuṣyatāṃ kṣīṇaśukrāṇāṃ rakte corasi saṃsthite

Diese sind heilsam bei Vāta-Blut-Störungen (vātāsṛk) und Pitta-Erkrankungen, bei Verletzung, Husten und Gewebeschwund, bei Austrocknenden mit vermindertem Samen sowie bei in der Brust sitzendem Blut(husten),

kṛśadurbalavṛddhānāṃ puṣṭivarṇabalārthinām| yonidoṣakṛtasrāvahatānāṃ cāpi yoṣitām

bei Abgemagerten, Geschwächten und Alten, die nach Nahrhaftigkeit, guter Hautfarbe und Kraft verlangen, sowie bei Frauen, die durch krankhaften Ausfluss der Genitalorgane (yonidoṣa) geschwächt sind.

garbhārthinīnāṃ garbhaśca sravedyāsāṃ mriyeta vā| dhanyā balyā hitāstābhyaḥ śukraśoṇitavardhanāḥ

Für Frauen, die einen Fötus wünschen, sowie für solche, deren Fötus abgeht oder abstirbt, sind sie segensreich (dhanya), kräftigend (balya) und heilsam, da sie Samen und Blut vermehren.

iti pañcamasarpirmodakāḥ| bastideśe vikurvāṇe strīprasaktasya mārute| vātaghnān bṛṃhaṇān vṛṣyān yogāṃstasya prayojayet

So die fünften Ghee-Kugeln (Modaka). Wenn bei einem dem Geschlechtsverkehr übermäßig Zugetanen der Vāta im Blasenbereich (bastideśa) gestört ist, wende man bei ihm Vāta-besänftigende, aufbauende (bṛṃhaṇa) und aphrodisierende (vṛṣya) Rezepturen an.

śarkarāpippalīcūrṇaiḥ sarpiṣā mākṣikeṇa ca| saṃyuktaṃ vā śṛtaṃ kṣīraṃ pibet kāsajvarāpaham

Man trinke gekochte Milch, vermischt mit Zucker- und Pippalī-Pulver sowie mit Ghee und Honig – dies beseitigt Husten und Fieber.

phalāmlaṃ sarpiṣā bhṛṣṭaṃ vidārīkṣurase śṛtam| strīṣu kṣīṇaḥ pibedyūṣaṃ jīvanaṃ bṛṃhaṇaṃ param

Wer durch Geschlechtsverkehr mit Frauen erschöpft ist, trinke eine in Ghee gebratene, mit Fruchtsäure gewürzte Suppe, gekocht im Saft von Vidārī und Zuckerrohr – sie ist höchst lebensspendend und aufbauend.

saktūnāṃ vastrapūtānāṃ manthaṃ kṣaudraghṛtānvitam| yavānnasātmyo dīptāgniḥ kṣatakṣīṇaḥ pibennaraḥ

Wer an Gerstenkost gewöhnt ist und kräftiges Verdauungsfeuer hat, soll als Verletzter oder Ausgezehrter einen durch Tuch geseihten Trunk (mantha) aus Gerstengrütze mit Honig und Ghee trinken.

jīvanīyopasiddhaṃ vā jāṅgalaṃ ghṛtabharjitam| rasaṃ prayojayet kṣīṇe vyañjanārthaṃ saśarkaram

Oder man verwende beim Ausgezehrten als Würze eine mit den Jīvanīya-Kräutern zubereitete, in Ghee gebratene Fleischbrühe von Wildtieren des trockenen Landes (jāṅgala), mit Zucker versetzt.

gomahiṣyaśvanāgājaiḥ kṣīrairmāṃsarasaistathā| yavānnaṃ bhojayedyūṣaiḥ phalāmlairghṛtasaṃskṛtaiḥ

Man gebe ihm Gerstenkost zusammen mit Milch von Kuh, Büffel, Pferd, Elefant und Ziege, ebenso mit Fleischbrühen und mit fruchtsauren, in Ghee zubereiteten Suppen.

dīpte'gnau vidhireṣaḥ syānmande dīpanapācanaḥ| yakṣmiṇāṃ vihito grāhī bhinne śakṛti ceṣyate

Diese Vorgehensweise gilt bei kräftigem Verdauungsfeuer; bei schwachem Feuer sind hingegen appetit- und verdauungsfördernde Mittel (dīpana-pācana) angezeigt; für Rājayakṣma-Kranke ist zudem ein stuhlfestigendes (grāhī) Mittel vorgeschrieben, das bei Durchfall angewendet wird.

palikaṃ saindhavaṃ śuṇṭhī dve ca sauvarcalāt pale| kuḍavāṃśāni vṛkṣāmlaṃ dāḍimaṃ patramarjakāt

Ein Pala Steinsalz (saindhava) und Ingwer sowie zwei Pala Sauvarcala-Salz, je ein Kuḍava-Anteil Vṛkṣāmla und Granatapfel, dazu Marjoraka-Blätter,

ekaikaṃ maricājājyordhānyakāddve caturthike| śarkarāyāḥ palānyatra daśa dve ca pradāpayet

je ein Teil schwarzer Pfeffer und Kreuzkümmel, zwei Viertel-Teile Koriander sowie zwölf Pala Zucker gebe man hinzu,

kṛtvā cūrṇamato mātrāmannapāne prayojayet| rocanaṃ dīpanaṃ balyaṃ pārśvārtiśvāsakāsanut

und mache daraus ein Pulver, von dem man eine angemessene Dosis mit Speise und Trank verwende; es fördert Appetit und Verdauung, gibt Kraft und beseitigt Flankenschmerz, Atemnot und Husten.

iti saindhavādicūrṇam| ekā ṣoḍaśikā dhānyāddve dve'jājyajamodayoḥ| tābhyāṃ dāḍimavṛkṣāmlaṃ dvirdviḥ sauvarcalātpalam

So das Saindhavādi-Pulver. Ein Sechzehntel-Teil Koriander, je zwei Teile Kreuzkümmel und Ajamodā, ebenso viel Granatapfel und Vṛkṣāmla, und doppelt so viel, je zwei Pala, Sauvarcala-Salz,

śuṇṭhyāḥ karṣaṃ dadhitthasya madhyāt pañca palāni ca| taccūrṇaṃ ṣoḍaśapale śarkarāyā vimiśrayet

ein Karṣa Ingwer, fünf Pala Fruchtfleisch der Dadhittha-Frucht – dieses Pulver vermische man mit sechzehn Pala Zucker.

ṣāḍavo'yaṃ pradeyaḥ syādannapāneṣu pūrvavat| mandānale śakṛdbhede yakṣmiṇāmagnivardhanaḥ

Dieses 'Ṣāḍava' genannte Gewürzpulver gebe man wie zuvor zu Speise und Trank; es steigert bei Rājayakṣma-Kranken mit schwachem Verdauungsfeuer und Durchfall das Verdauungsfeuer.

iti ṣāḍavaḥ| pibennāgabalāmūlamardhakarṣavivardhitam[ | palaṃ kṣīrayutaṃ māsaṃ kṣīravṛttiranannabhuk

So das Ṣāḍava. Man trinke Nāgabalā-Wurzel, beginnend mit einem halben Karṣa und stufenweise bis zu einem Pala gesteigert, mit Milch versetzt, einen Monat lang, wobei man sich ausschließlich von Milch ernährt, ohne feste Nahrung.

eṣa prayogaḥ puṣṭyāyurbalārogyakaraḥ paraḥ| maṇḍūkaparṇyāḥ kalpo'yaṃ śuṇṭhīmadhukayostathā

Diese Anwendung ist höchst nahrhaft und fördert Langlebigkeit, Kraft und Gesundheit; ebenso gilt dieses Verfahren für Maṇḍūkaparṇī sowie für Ingwer und Süßholz.

yadyat santarpaṇaṃ śītamavidāhi hitaṃ laghu| annapānaṃ niṣevyaṃ tatkṣatakṣīṇaiḥ sukhārthibhiḥ

Jegliche Speise und jeglicher Trank, die aufbauend (santarpaṇa), kühlend, nicht säurebildend (avidāhi), zuträglich und leicht verdaulich sind, sollen von den Verletzten und Ausgezehrten, die Wohlbefinden anstreben, genutzt werden.

yaccoktaṃ yakṣmiṇāṃ pathyaṃ kāsināṃ raktapittinām| tacca kuryādavekṣyāgniṃ vyādhiṃ sātmyaṃ balaṃ tathā

Auch das, was als zuträglich (pathya) für Rājayakṣma-Kranke, Hustende und an Blutpitta Leidende gelehrt wurde, soll man anwenden, wobei man Verdauungsfeuer, Krankheitszustand, individuelle Verträglichkeit (sātmya) und Kraft des Patienten berücksichtigt.

upekṣite bhavettasminnanubandho hi yakṣmaṇaḥ| prāgevāgamanāttasya tasmāttaṃ tvarayā jayet

Wird dieser Zustand vernachlässigt, kommt es zum Übergang in Rājayakṣma (Schwindsucht); daher soll man ihn noch vor deren Eintreten rasch überwinden.

kṣatakṣayasamutthānaṃ sāmānyapṛthagākṛtim| asādhyayāpyasādhyatvaṃ sādhyānāṃ siddhimeva ca

So wurden dargestellt die Entstehung von Verletzung (kṣata) und Gewebeschwund (kṣaya), ihre gemeinsamen und ihre je eigenen Erscheinungsformen, die Unheilbarkeit bzw. bloße Behandelbarkeit (yāpyatva) unheilbarer Fälle sowie die Heilung der heilbaren Fälle.

uktavāñjyeṣṭhaśiṣyāya kṣatakṣīṇacikitsite| tattvārthavidvītarajastamodoṣaḥ[1] punarvasuḥ

Dies verkündete, kundig der wahren Bedeutung der Dinge und frei von den Fehlern des Rajas und Tamas, Punarvasu (Ātreya) seinem ältesten Schüler zur Behandlung des kṣatakṣīṇa.

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