Quellen der Menschheit

Caraka-Saṃhitā · Chikitsasthana

Adhyāya 1: Rasayana Die Verjüngungstherapie (Rasāyana)

Mit dem Rasāyana-Kapitel beginnt das Cikitsāsthāna, der umfangreichste und therapeutisch zentrale Teil der Caraka-Saṃhitā, in dem nicht mehr die Diagnose, sondern die konkrete Behandlung im Vordergrund steht. Rasāyana bezeichnet die Verjüngungs- und Stärkungstherapie, die – anders als die Behandlung akuter Krankheiten – auf langes Leben, Gedächtnis, Verstand, Hautglanz und Vitalität auch beim Gesunden zielt; das Kapitel unterscheidet dazu die aufwendige „Hütten-Kur“ (kuṭīprāveśika) für Asketen, Könige und Brahmanen von der einfacheren „Freiluft-Kur“ (vātātapika) für den Alltag. Botanisch dominieren zwei Früchte, die bis heute als Inbegriff des Rasāyana gelten: Harītakī (Terminalia chebula) und Āmalakī (Emblica officinalis, Amla), aus denen zusammen mit zahlreichen weiteren Kräutern wie Śatāvarī, Pippalī und den „Fünf Wurzeln“ (pañcamūla) das berühmte „Brahma-Rasāyana“ bereitet wird. Die legendarische Rahmung – Weise und Asketen, die durch dieses Mittel Jugend und langes Leben erlangen – verweist auf die enge Verwandtschaft der frühen Rasāyana-Lehre mit asketischen Idealen der altindischen Kultur.

BHALLĀTAKA: ZEHN ZUBEREITUNGSARTEN (nach Vers 58)
ZubereitungGrundlage
Bhallātaka-Gheemit geklärter Butter
Bhallātaka-Milchmit Milch
Bhallātaka-Honigpräparatmit Honig
Bhallātaka mit Zuckerrohrmelassemit Guḍa (Melasse)
Bhallātaka-Suppeals Brühe (yūṣa)
Bhallātaka-Ölmit Öl, hundertfach mit Milch verarbeitet
Bhallātaka-Sesampastemit Sesam
Bhallātaka-Mehlals Mehl
Bhallātaka-Salzpräparatmit Salz
Bhallātaka-Erfrischungstrankals kühlender Trank
Bhallātaka (Semecarpus anacardium) gilt als scharf und feuergleich, in diesen zehn Zubereitungen jedoch als nahezu dem Amṛta gleichwertig; es wird besonders gegen Kapha-Krankheiten und Verstopfung eingesetzt.
BENANNTE RASĀYANA-REZEPTUREN DES KAPITELS (Vers 41–81)
NameHauptbestandteileWirkung (laut Text)
Brahma-Rasāyana (I)Pañcamūla-Wurzelgruppen, Harītakī, Āmalakī, zahlreiche Kräuter, Honiglanges Leben, vorzügliches jugendliches Alter
CyavanaprāśaBilva u.a. Wurzeln, Āmalakī, Pippalī, Zucker, Honiggegen Husten und Atemnot; kräftigt Erschöpfte, Alte und wachsende Kinder
Triphalā-RasāyanaHarītakī, Bibhītakī, Āmalakī mit Honig und Gheebei einjähriger täglicher Anwendung: hundert Jahre frei von Alter und Krankheit
Śilājatu-RasāyanaŚilājatu (Ausfluss aus vier Metallen) mit Milchaphrodisierend, festigt den Körper, fördert Gedächtnis und Verstand
Eisen-RasāyanaEisenblättchen, mit Triphalā-Saft und Honig verarbeitetFreiheit von Verletzung, Krankheit und Altern
Aindra-RasāyanaAindrī, Brahmī, Vacā, Pippalī, Gold, Śaṅkhapuṣpī u.a.besänftigt Alter und Krankheit, höchstes Gedächtnis, schützt vor Gift und Zauberei
Pippalī-Vardhamāna-RasāyanaPippalī (schrittweise bis 1000 Körner gesteigert), Honig, Gheekräftigt, verbessert die Stimme, heilt Milz- und Bauchleiden
Das Kapitel enthält weit mehr Einzelrezepturen (insgesamt 6 + 37 + 16 Rezepte in den drei Unterabschnitten); hier eine Auswahl der im Text ausdrücklich benannten Formeln.

athāto'bhayāmalakīyaṃ rasāyanapādaṃ vyākhyāsyāmaḥ

Nun werden wir das Kapitel (pāda) über die Verjüngungstherapie (rasāyana) erklären, das nach Abhayā (Terminalia chebula, Haritaki) und Āmalakī (Emblica officinalis, Amla) benannt ist.

iti ha smāha bhagavānātreyaḥ

So sprach einst der erhabene Ātreya.

cikitsitaṃ vyādhiharaṃ pathyaṃ sādhanamauṣadham| prāyaścittaṃ praśamanaṃprakṛtisthāpanaṃ hitam

Als Bezeichnungen für das Heilmittel (bheṣaja) gelten: Heilbehandlung (cikitsita), das die Krankheit beseitigt; Zuträgliches (pathya); Mittel (sādhana); Arznei (auṣadha); Sühnehandlung (prāyaścitta); Beruhigendes (praśamana); die [ursprüngliche] Natur Wiederherstellendes (prakṛtisthāpana) und Heilsames (hita).

vidyādbheṣajanāmāni,... bheṣajaṃ dvividhaṃ ca tat| svasthasyorjaskaraṃ kiñcit kiñcidārtasya roganut

Man soll wissen, dass dies die Namen des Heilmittels sind. Das Heilmittel selbst ist zweifacher Art: das eine stärkt (ūrjaskara) den Gesunden, das andere vertreibt beim Kranken die Krankheit.

abheṣajaṃ ca dvividhaṃ bādhanaṃ sānubādhanam|| svasthasyorjaskaraṃ yattu tadvṛṣyaṃ tadrasāyanam

Auch das Nicht-Heilmittel (abheṣaja) ist zweifacher Art: belastend (bādhana) und mit Folgeschäden behaftet (sānubādhana). Was aber den Gesunden stärkt, ist entweder ein Aphrodisiakum (vṛṣya) oder ein Verjüngungsmittel (rasāyana).

prāyaḥ, prāyeṇa rogāṇāṃ dvitīyaṃ praśamematam| prāyaḥśabdoviśeṣārtho hyubhayaṃ hyubhayārthakṛt

In der Regel bewirkt das zweite [der Heilmittel] die Beruhigung von Krankheiten — so lautet die Lehrmeinung; das Wort 'in der Regel' hat dabei besonderen Sinn, denn beide Arten von Mitteln können jeweils auch die Wirkung der anderen erzielen.

dīrghamāyuḥ smṛtiṃ medhāmārogyaṃ taruṇaṃvayaḥ| prabhāvarṇasvaraudāryaṃ dehendriyabalaṃ param

Durch Rasāyana erlangt man langes Leben, Erinnerungsvermögen (smṛti), Verstand (medhā), Gesundheit, jugendliches Alter, Glanz (prabhā), gute Hautfarbe (varṇa) und Wohlklang der Stimme (svara) sowie höchste Kraft von Körper und Sinnesorganen.

vāksiddhiṃ praṇatiṃkāntiṃ labhate nā rasāyanāt| lābhopāyo hi śastānāṃ rasādīnāṃ rasāyanam

Man erlangt dadurch Vollendung der Rede (vāksiddhi), Verehrung und Schönheit (kānti); denn Rasāyana ist das Mittel, um die vorzüglichsten Gewebesäfte (rasa) und die übrigen Körpergewebe optimal zu gewinnen.

apatyasantānakaraṃ yat sadyaḥ sampraharṣaṇam| vājīvātibalo yenayātyapratihataḥ striyaḥ

[Es gibt ferner Mittel], die Nachkommenschaft bewirken und sogleich geschlechtliche Erregung hervorrufen, durch die man, einem Hengst (vājī) gleich, mit gewaltiger Kraft ungehindert zu Frauen gehen kann.

bhavatyatipriyaḥ strīṇāṃ yena yenopacīyate| jīryato'pyakṣayaṃ śukraṃ phalavadyena dṛśyate

[Es gibt Mittel], durch die man den Frauen überaus lieb wird, durch die der Same vermehrt wird, und durch die er selbst im Alter unerschöpflich bleibt und wie reife Frucht in Fülle erscheint.

prabhūtaśākhaḥ śākhīva yena caityo yathā mahān| bhavatyarcyobahumataḥ prajānāṃ subahuprajaḥ

Durch sie wird man wie ein Baum mit üppigen Ästen, wie eine große heilige Kultstätte (caitya) verehrungswürdig und von den Menschen hochgeschätzt, und man wird überaus kinderreich.

santānamūlaṃ yeneha pretya cānantyamaśnute| yaśaḥ śriyaṃ balaṃ puṣṭiṃ vājīkaraṇameva tat

Wodurch man hier die Wurzel der Nachkommenschaft legt und nach dem Tod Unendlichkeit erlangt, sowie Ruhm, Wohlstand und Kraft und Nahrhaftigkeit — eben das ist die Aphrodisiaka-Therapie (vājīkaraṇa).

svasthasyorjaskaraṃ tvetaddvividhaṃ proktamauṣadham| yadvyādhinirghātakaraṃ vakṣyate taccikitsite

So wurde das den Gesunden stärkende Heilmittel als zweifach dargestellt [Rasāyana und Vājīkaraṇa]; was hingegen Krankheiten vertreibt, wird später im Therapieteil (cikitsita) dargelegt werden.

cikitsitārtha etāvān vikārāṇāṃ yadauṣadham| rasāyanavidhiścāgre vājīkaraṇameva ca

So viel zum Sinn der Therapie im engeren Sinn, nämlich das Heilmittel gegen die Krankheiten; zuvor aber werden das Verfahren des Rasāyana und das der Aphrodisiaka-Therapie behandelt.

abheṣajamiti jñeyaṃ viparītaṃ yadauṣadhāt| tadasevyaṃ niṣevyaṃ tu pravakṣyāmi yadauṣadham

Als Nicht-Heilmittel ist zu erkennen, was dem Heilmittel entgegengesetzt ist; dieses darf nicht angewendet werden. Ich werde nun das anzuwendende Heilmittel darlegen.

rasāyanānāṃ dvividhaṃ prayogamṛṣayo viduḥ| kuṭīprāveśikaṃ caiva vātātapikameva ca

Die Weisen (ṛṣi) kennen eine zweifache Anwendungsform der Verjüngungsmittel: die 'Hütten-Kur' (kuṭīprāveśika), bei der man sich in eine Hütte zurückzieht, und die 'Freiluft-Kur' (vātātapika), bei der man Wind und Sonne im Freien ausgesetzt ist.

kuṭīprāveśikasyādau vidhiḥ samupadekṣyate| nṛpavaidyadvijātīnāṃ sādhūnāṃpuṇyakarmaṇām

Zuerst wird das Verfahren der Hütten-Kur gelehrt, geeignet für Könige, Ärzte und Brahmanen (dvijāti), für rechtschaffene Menschen und für solche von verdienstvollem Tun.

nivāse nirbhaye śaste prāpyopakaraṇe pure| diśi pūrvottarasyāṃ ca subhūmau kārayet kuṭīm

In einer sicheren, gepriesenen Wohnstätte, in einer Stadt, in der man alle nötigen Hilfsmittel bekommen kann, in nordöstlicher Richtung und auf gutem Grund soll man die Hütte errichten lassen.

vistārotsedhasampannāṃ trigarbhāṃ sūkṣmalocanām| ghanabhittimṛtusukhāṃ suspaṣṭāṃ manasaḥ priyām

Sie soll angemessene Breite und Höhe haben, drei ineinanderliegende Räume (trigarbha) und kleine Fensteröffnungen besitzen, dichte Wände haben, zu jeder Jahreszeit angenehm, wohlgestaltet und dem Gemüt zuträglich sein.

śabdādīnāmaśastānāmagamyaṃ strīvivarjitām| iṣṭopakaraṇopetāṃ sajjavaidyauṣadhadvijām

Sie soll unzugänglich sein für unerwünschte Geräusche und andere störende Reize, frei von Frauen, ausgestattet mit den gewünschten Gerätschaften sowie mit bereitstehendem Arzt, Heilmitteln und Brahmanen.

athodagayane śukle tithinakṣatrapūjite| muhūrtakaraṇopete praśastekṛtavāpanaḥ

Dann, während der nördlichen Sonnenwendperiode (uttarāyaṇa), in der hellen Monatshälfte, an einem durch Mondtag (tithi) und Mondhaus (nakṣatra) geheiligten, günstigen Zeitpunkt (muhūrta) mit passender Konstellation, nachdem er sich rasiert hat,

dhṛtismṛtibalaṃ kṛtvā śraddadhānaḥ samāhitaḥ| vidhūya mānasān doṣān maitrīṃ bhūteṣu cintayan

nachdem er Standhaftigkeit, Erinnerungsvermögen und Kraft gesammelt hat, gläubig und gesammelten Geistes, nachdem er die geistigen Fehler (mānasa doṣa) abgeschüttelt und Freundschaft (maitrī) allen Wesen gegenüber ins Herz gefasst hat,

devatāḥpūjayitvā'gre dvijātīṃśca pradakṣiṇam| devagobrāhmaṇān kṛtvā tatastāṃ praviśetkuṭīm

nachdem er zuerst die Gottheiten verehrt, die Brahmanen im Uhrzeigersinn umschritten (pradakṣiṇā) und Götter, Kühe und Brahmanen geehrt hat, betrete er dann jene Hütte.

tasyāṃ saṃśodhanaiḥ śuddhaḥ sukhī jātabalaḥ punaḥ| rasāyanaṃ prayuñjīta tatpravakṣyāmiśodhanam

Dort, durch Ausleitungsverfahren (saṃśodhana) gereinigt, wohlbefindlich und neu erstarkt, wende er das Rasāyana an; ich werde nun dieses Reinigungsverfahren darlegen.

harītakīnāṃ cūrṇāni saindhavāmalake guḍam| vacāṃ viḍaṅgaṃ rajanīṃ pippalīṃ viśvabheṣajam

Pulver von Haritaki mit Steinsalz (saindhava), von Amalaki mit Zuckerrohrmelasse (guḍa), sowie von Kalmus (vacā), Vidanga (Embelia ribes), Kurkuma (rajanī), Pippali (langer Pfeffer) und Trockeningwer (viśvabheṣaja) —

pibeduṣṇāmbunā jantuḥsnehasvedopapāditaḥ| tena śuddhaśarīrāya kṛtasaṃsarjanāya ca

diese soll der Patient, nachdem er zuvor mit Öleinreibung (sneha) und Schwitzbehandlung (sveda) vorbereitet wurde, mit warmem Wasser trinken.

trirātraṃ yāvakaṃ dadyāt pañcāhaṃvā'pi sarpiṣā| saptāhaṃ vā purāṇasya yāvacchuddhestu varcasaḥ

Dem so [gereinigten], dessen Körper gereinigt ist und der die Nachdiät (saṃsarjana) durchgeführt hat, gebe man drei Tage lang Gerstenbrei (yāvaka), oder fünf Tage lang mit geklärter Butter (ghṛta), oder sieben Tage lang mit altem Ghee — bis der Stuhl wieder rein ist.

śuddhakoṣṭhaṃ tu taṃ jñātvā rasāyanamupācaret| vayaḥprakṛtisātmyajño yaugikaṃ yasya yadbhavet

Wenn er erkannt hat, dass der Verdauungstrakt (koṣṭha) rein ist, soll der Arzt, kundig in Bezug auf Alter, Konstitution (prakṛti) und Zuträglichkeit (sātmya), das jeweils passende Rasāyana anwenden.

harītakīṃ pañcarasāmuṣṇāmalavaṇāṃ śivām| doṣānulomanīṃ laghvīṃvidyāddīpanapācanīm

Man erkenne: Haritaki hat fünf Geschmacksrichtungen (alle außer salzig), wirkt warm (uṣṇa), reguliert den Fluss der Doṣas (doṣānulomana), ist leicht [verdaulich], verdauungsfördernd (dīpana) und verdaut unverdaute Stoffwechselprodukte (pācana).

āyuṣyāṃ pauṣṭikīṃ dhanyāṃ vayasaḥ sthāpanīṃ parām| sarvarogapraśamanīṃbuddhīndriyabalapradām

Sie ist lebensverlängernd (āyuṣya), nährend (pauṣṭika), Wohlstand bringend (dhanya), höchst wirksam zur Erhaltung des jugendlichen Alters, besänftigt alle Krankheiten und verleiht Kraft von Verstand und Sinnesorganen.

kuṣṭhaṃ gulmamudāvartaṃ śoṣaṃ pāṇḍvāmayaṃmadam| arśāṃsi grahaṇīdoṣaṃ purāṇaṃ viṣamajvaram

Sie besiegt Hautkrankheiten (kuṣṭha), abdominale Geschwulst (gulma), aufwärts gerichtete Windstörung (udāvarta), Auszehrung (śoṣa), Blutarmut/Gelbsucht-artige Leiden (pāṇḍu), Rauschzustände, Hämorrhoiden, chronische Verdauungsschwäche (grahaṇīdoṣa) und hartnäckiges, unregelmäßiges Fieber (viṣamajvara),

hṛdrogaṃ saśirorogamatīsāramarocakam| kāsaṃ pramehamānāhaṃ plīhānamudaraṃ navam

Herzkrankheit samt Kopfkrankheit, Durchfall (atisāra), Appetitlosigkeit (arocaka), Husten, harnwegsbezogene Leiden (prameha), Blähungen mit Verstopfung (ānāha), Milzvergrößerung sowie frisch entstandene Bauchwassersucht (udara),

kaphaprasekaṃ vaisvaryaṃ vaivarṇyaṃ kāmalāṃ krimīn| śvayathuṃ tamakaṃ chardiṃ klaibyamaṅgāvasādanam

vermehrten Speichelfluss durch Kapha, Heiserkeit, Hautverfärbung, Gelbsucht (kāmalā), Würmer, Ödeme, schwere Atemnot (tamaka śvāsa), Erbrechen, Impotenz (klaibya) und Erschlaffung der Glieder,

srotovibandhān vividhān pralepaṃ hṛdayorasoḥ| smṛtibuddhipramohaṃ ca jayecchīghraṃ harītakī

verschiedenartige Verstopfungen der Körperkanäle (srotas), Belag und Verklebung im Herz- und Brustbereich sowie Verwirrung von Gedächtnis und Verstand — all dies besiegt Haritaki rasch.

(ajīrṇino rūkṣabhujaḥ strīmadyaviṣakarśitāḥ| severannābhayāmete kṣuttṛṣṇoṣṇārditāścaye)

(Wer jedoch an Verdauungsstörung leidet, wer trockene Kost isst, wer durch Sex, Alkohol oder Gift geschwächt ist, sowie wer von Hunger, Durst oder Hitze gequält ist, soll Haritaki nicht einnehmen.)

tān guṇāṃstāni karmāṇi vidyādāmalakīṣvapi| yānyuktāni harītakyā vīryasya tu viparyayaḥ

Dieselben Eigenschaften und Wirkungen, die von Haritaki genannt wurden, gelten auch für Amalaki; nur ihre Wirkkraft (vīrya) ist entgegengesetzt, das heißt kühlend statt wärmend.

ataścāmṛtakalpāni vidyāt karmabhirīdṛśaiḥ| harītakīnāṃ śasyāni bhiṣagāmalakasya ca

Deshalb soll der Arzt die Früchte von Haritaki und von Amalaki mit solchen Wirkungen als nahezu dem Amṛta (Unsterblichkeitstrank) gleichwertig erkennen.

oṣadhīnāṃ parā bhūmirhimavāñ śailasattamaḥ| tasmātphalāni tajjāni grāhayetkālajāni tu

Der Himalaya, der beste unter den Bergen, ist der vorzüglichste Standort der Heilpflanzen; deshalb soll man von dort stammende, zur rechten Jahreszeit gereifte Früchte sammeln lassen,

āpūrṇarasavīryāṇi kāle kāle yathāvidhi| ādityapavanacchāyāsalilaprīṇitāni ca

solche, die voll an Geschmack (rasa) und Wirkkraft (vīrya) sind, jeweils zur rechten Jahreszeit vorschriftsmäßig gesammelt und durch Sonne, Wind, Schatten und Wasser erquickt.

yānyajagdhānyapūtīni nirvraṇānyagadāni ca| teṣāṃ prayogaṃ vakṣyāmi phalānāṃ karma cottamam

Man wähle Früchte, die nicht von Insekten angefressen, nicht verfault, unversehrt und gesund sind. Von diesen Früchten werde ich nun die Anwendung und die vorzüglichste Wirkung darlegen.

pañcānāṃ pañcamūlānāṃ bhāgān daśapalonmitān| harītakīsahasraṃ ca triguṇāmalakaṃ navam

Man nehme von den fünf Gruppen der 'fünf Wurzeln' (pañcamūla) je zehn Pala (Gewichtsmaß) an Anteilen, sowie tausend frische Haritaki-Früchte und die dreifache Menge frischer Amalaki-Früchte,

vidārigandhāṃ bṛhatīṃ pṛśniparṇīṃ nidigdhikām| vidyādvidārigandhādyaṃ śvadaṃṣṭrāpañcamaṃ gaṇam

[nämlich die Gruppe] beginnend mit Vidarigandha (Desmodium gangeticum), Brhati (Solanum indicum), Prishniparni (Uraria picta) und Nidigdhika (Solanum surattense) — bekannt als die 'Vidarigandhadi'-Gruppe, deren fünftes Glied Shvadamshtra (Tribulus terrestris) ist —

bilvāgnimanthaśyonākaṃ kāśmaryamatha pāṭalām| punarnavāṃ śūrpaparṇyau balāmeraṇḍameva ca

ferner Bilva (Aegle marmelos), Agnimantha, Shyonaka, Kashmarya und Patala [die Dashamula-Bäume], sowie Punarnava, die beiden Shurpaparni, Bala (Sida cordifolia) und Eranda (Rizinus),

jīvakarṣabhakau medāṃ jīvantīṃ saśatāvarīm| śarekṣudarbhakāśānāṃ śālīnāṃ mūlameva ca

Jivaka und Rishabhaka, Meda, Jivanti samt Shatavari, sowie die Wurzeln von Shara-, Ikshu- (Zuckerrohr), Darbha- und Kasha-Gräsern und von Shali-Reis.

ityeṣāṃ pañcamūlānāṃ pañcānāmupakalpayet| bhāgān yathoktāṃstatsarvaṃ sādhyaṃ daśaguṇe'mbhasi

Von diesen fünf Gruppen der 'fünf Wurzeln' bereite man die genannten Anteile; das Ganze koche man in der zehnfachen Menge Wasser,

daśabhāgāvaśeṣaṃ tu pūtaṃ taṃ grāhayedrasam| harītakīśca tāḥ sarvāḥ sarvāṇyāmalakāni ca

bis nur ein Zehntel übrig bleibt; diesen Sud lasse man filtrieren und auffangen. Alle jene Haritaki-Früchte und alle Amalaki-Früchte,

tāni sarvāṇyanasthīni phalānyāpothya kūrcanaiḥ| vinīya tasminniryūhe cūrṇānīmānidāpayet

all diese entkernten Früchte zerstoße man mit Stößeln, gebe sie in diesen Sud und füge dann die folgenden Pulver hinzu:

maṇḍūkaparṇyāḥ pippalyāḥ śaṅkhapuṣpyāḥ plavasyaca| mustānāṃ saviḍaṅgānāṃ candanāguruṇostathā

von Mandukaparni, Pippali, Shankhapushpi und Plava, von Musta zusammen mit Vidanga, sowie von Sandelholz und Adlerholz (aguru),

madhukasya haridrāyā vacāyāḥ kanakasya ca| bhāgāṃścatuṣpalān kṛtvā sūkṣmailāyāstvacastathā

von Süßholz (madhuka), Kurkuma, Kalmus und Gold(-pulver, kanaka), sowie von feiner Kardamom und Zimtrinde je vier Pala,

sitopalāsahasraṃ ca cūrṇitaṃtulayā'dhikam| tailasya dvyāḍhakaṃ tatra dadyāttrīṇi ca sarpiṣaḥ

gepulverten weißen Kandiszucker (sitopala), tausend Pala — mehr als ein Tula-Gewicht —, ferner zwei Adhaka (Hohlmaß) Sesamöl und drei Adhaka geklärte Butter gebe man hinzu.

sādhyamaudumbare pātre tat sarvaṃ mṛdunā'gninā| jñātvālehyamadagdhaṃ ca śītaṃ kṣaudreṇa saṃsṛjet

All dies koche man bei mildem Feuer in einem Gefäß aus Feigenbaumholz (udumbara); sobald erkennbar ist, dass es Leckerkonsistenz (lehya) erreicht hat und nicht angebrannt ist, mische man es abgekühlt mit Honig.

kṣaudrapramāṇaṃ snehārdhaṃ tat sarvaṃ ghṛtabhājane| tiṣṭhetsammūrcchitaṃ tasya mātrāṃ kāle prayojayet

Die Honigmenge soll der Hälfte des gesamten Fettes entsprechen; das Ganze lasse man in einem Ghee-Gefäß gut durchmischt stehen und wende davon jeweils zur rechten Zeit eine passende Dosis (mātrā) an.

yā noparundhyādāhāramekaṃ mātrā jarāṃprati| ṣaṣṭikaḥ payasā cātra jīrṇe bhojanamiṣyate

Man wähle eine solche Dosis, die die übrige Nahrung nicht verdrängt; nach ihrer Verdauung wird als Speise Shashtika-Reis mit Milch empfohlen.

vaikhānasā vālakhilyāstathā cānye tapodhanāḥ| rasāyanamidaṃ prāśyababhūvuramitāyuṣaḥ

Die Vaikhanasa-Asketen, die Valakhilya-Weisen und andere Büßer, die dieses Rasāyana zu sich nahmen, erlangten unermessliche Lebensdauer.

muktvā jīrṇaṃ vapuścāgryamavāpustaruṇaṃ vayaḥ| vītatandrāklamaśvāsā nirātaṅkāḥ samāhitāḥ

Sie legten ihren gealterten Körper ab und erlangten einen vorzüglichen, jugendlichen Zustand, frei von Mattigkeit, Erschöpfung und Atemnot, ohne Krankheit, gesammelten Geistes,

medhāsmṛtibalopetāścirarātraṃ tapodhanāḥ| brāhmaṃ tapo brahmacaryaṃ ceruścātyantaniṣṭhayā

ausgestattet mit Verstand, Gedächtnis und Kraft; so übten diese Büßer über lange Zeit hinweg heilige Askese (tapas) und Enthaltsamkeit (brahmacarya) mit äußerster Hingabe.

rasāyanamidaṃ brāhmamāyuṣkāmaḥ prayojayet| dīrghamāyurvayaścāgryaṃ kāmāṃśceṣṭān samaśnute

Wer sich langes Leben wünscht, soll dieses 'Brahma-Rasāyana' anwenden; er erlangt dadurch langes Leben, vorzügliches jugendliches Alter und die gewünschten Wünsche.

(iti brāhmarasāyanam)| yathoktaguṇānāmāmalakānāṃ sahasraṃ piṣṭasvedanavidhinā payasa ūṣmaṇā susvinnamanātapaśuṣkamanasthi cūrṇayet| tadāmalakasahasrasvarasaparipītaṃ sthirāpunarnavājīvantīnāgabalābrahmasuvarcalāmaṇḍūkaparṇīśatāvarīśaṅkhapuṣpīpippalīvacāviḍaṅgasvayaṅguptāmṛtācandanāgurumadhukamadhūkapuṣpotpalapadmamālatīyuvatīyūthikācūrṇāṣṭabhāgasaṃyuktaṃ punarnāgabalāsahasrapalasvarasaparipītamanātapaśuṣkaṃ dviguṇitasarpiṣā kṣaudrasarpiṣā vā kṣudraguḍākṛtiṃ kṛtvā śucau dṛḍhe ghṛtabhāvite kumbhe bhasmarāśeradhaḥ sthāpayedantarbhūmeḥ pakṣaṃ kṛtarakṣāvidhānamatharvavedavidā, pakṣātyaye coddhṛtya kanakarajatatāmrapravālakālāyasacūrṇāṣṭabhāgasaṃyuktamardhakarṣavṛddhyā yathoktena vidhinā prātaḥ prātaḥ prayuñjāno'gnibalamabhisamīkṣya, jīrṇe ca ṣaṣṭikaṃ payasā sasarpiṣkamupasevamāno yathoktān guṇān samaśnuta iti

(So endet das [erste] Brahma-Rasāyana.) Von tausend Amalaki-Früchten der genannten Eigenschaft, die im Milchdampf gedünstet, nicht in der Sonne getrocknet und entkernt wurden, mache man ein Pulver. Dieses tränke man mit dem Saft von tausend weiteren Amalaki-Früchten und versetze es mit dem achten Teil an Pulver von Sthira, Punarnava, Jivanti, Nagabala, Brahmasuvarcala, Mandukaparni, Shatavari, Shankhapushpi, Pippali, Vaca, Vidanga, Svayamgupta, Guduci (amṛtā), Sandelholz, Adlerholz, Süßholz, Bassia-Blüten, blauer und weißer Lotosblüte sowie Malati- und Yuthika-Jasminblüten. Danach tränke man es nochmals mit dem Saft von tausend Pala Nagabala, trockne es ohne Sonne und forme es mit der doppelten Menge Ghee — oder mit Honig und Ghee — zu kleinen Kügelchen. Man bewahre diese in einem sauberen, festen, mit Ghee getränkten Tongefäß auf, das man, nachdem ein Kenner des Atharvaveda die Schutzriten vollzogen hat, tief in der Erde unter einem Aschehaufen für die Dauer eines halben Monats vergräbt. Danach hebe man es wieder aus, füge den achten Teil an Pulver von Gold, Silber, Kupfer, Koralle und Eisen hinzu und nehme es, beginnend mit einer Menge von einem halben Karsha und stufenweise gesteigert, jeden Morgen unter Beachtung der eigenen Verdauungskraft ein; nach der Verdauung nehme man Shashtika-Reis mit Milch und Ghee zu sich. So erlangt man die genannten heilsamen Wirkungen.

idaṃ rasāyanaṃ brāhmaṃ maharṣigaṇasevitam| bhavatyarogo dīrghāyuḥ prayuñjāno mahābalaḥ

Dieses Brahma-Rasāyana, das von Scharen großer Weiser verwendet wurde: wer es anwendet, wird krankheitsfrei, langlebig und überaus kraftvoll,

kāntaḥ prajānāṃsiddhārthaścandrādityasamadyutiḥ| śrutaṃ dhārayate sattvamārṣaṃ cāsya pravartate

den Menschen liebenswert, von erfülltem Streben, an Glanz Mond und Sonne gleich; er bewahrt das Gehörte [heilige Wissen], und in ihm erwacht die geistige Kraft eines Weisen (ārṣa sattva).

dharaṇīdharasāraśca vāyunā samavikramaḥ| sa bhavatyaviṣaṃ cāsya gātre sampadyate viṣam

Er wird an Kraft dem Berg gleich, an Behändigkeit dem Wind ebenbürtig, er bleibt selbst von Gift unberührt, ja Gift verliert in seinem Körper seine schädliche Wirkung.

(iti dvitīyaṃ brāhmarasāyanam)| bilvo'gnimanthaḥ śyonākaḥ kāśmaryaḥ pāṭalirbalā| parṇyaścatasraḥ pippalyaḥ śvadaṃṣṭrā bṛhatīdvayam

(So endet das zweite Brahma-Rasāyana.) [Für das folgende Mittel nehme man] Bilva, Agnimantha, Shyonaka, Kashmarya und Patala, Bala, die vier Parni-Pflanzen, Pippali, Shvadamshtra und die beiden Brhati-Arten,

śṛṅgī tāmalakī drākṣā jīvantī puṣkarāguru| abhayā cāmṛtā ṛddhirjīvakarṣabhakau śaṭī

Kakadashringi, Tamalaki, Weintrauben, Jivanti, Puskaramula, Aguru, Haritaki (abhayā), Guduci (amṛtā), Riddhi, Jivaka und Rishabhaka sowie Shati,

mustaṃ punarnavā medā sailā candanamutpalam| vidārī vṛṣamūlāni kākolī kākanāsikā

Musta, Punarnava, Meda, Saila, Sandelholz, blaue Lotosblüte, Vidari-Wurzel, Vasa-Wurzeln, Kakoli und Kakanasika,

eṣāṃ palonmitān bhāgāñchatānyāmalakasya ca| pañca dadyāttadaikadhyaṃ jaladroṇe vipācayet

von diesen [Kräutern] je ein Pala als Anteil, dazu fünfhundert Amalaki-Früchte — man gebe alles zusammen und koche es in einer Drona (Hohlmaß) Wasser,

jñātvā gatarasānyetānyauṣadhānyatha taṃ rasam| taccāmalakamuddhṛtya niṣkulaṃ tailasarpiṣoḥ

bis erkennbar ist, dass die Kräuter ihren Saft [an das Wasser] abgegeben haben; dann nehme man diesen Sud sowie die entkernten Amalaki-Früchte heraus und dünste sie in Öl und Ghee,

paladvādaśake bhṛṣṭvā dattvā cārdhatulāṃ bhiṣak| matsyaṇḍikāyāḥ pūtāyā lehavatsādhu sādhayet

je zwölf Pala [Öl und Ghee]; der Arzt füge ein halbes Tula gereinigten Zucker (matsyaṇḍikā) hinzu und koche das Ganze sorgfältig zu Leckerkonsistenz,

ṣaṭpalaṃ madhunaścātra siddhaśīte pradāpayet| catuṣpalaṃ tugākṣīryāḥ pippalīdvipalaṃ tathā

und gebe, wenn es gekocht und abgekühlt ist, sechs Pala Honig hinzu, ferner vier Pala Bambusmanna (vaṃśalocana) sowie zwei Pala Pippali,

palamekaṃ nidadhyācca tvagelāpatrakeśarāt| ityayaṃ cyavanaprāśaḥ paramukto rasāyanaḥ

und je ein Pala Zimtrinde, Kardamom, Tejapatra (Lorbeerblatt) und Safranfäden. Dies ist der 'Cyavanaprasha', ein vorzügliches, bereits genanntes Rasāyana.

kāsaśvāsaharaścaiva viśeṣeṇopadiśyate| kṣīṇakṣatānāṃ vṛddhānāṃ bālānāṃcāṅgavardhanaḥ

Er wird besonders zur Beseitigung von Husten und Atemnot empfohlen, als Kräftigungsmittel für Erschöpfte und Verletzte, für alte Menschen sowie zur Wachstumsförderung bei Kindern.

svarakṣayamurorogaṃ hṛdrogaṃ vātaśoṇitam| pipāsāṃ mūtraśukrasthān doṣāṃścāpyapakarṣati

Er beseitigt Stimmverlust, Brustkrankheiten, Herzleiden, Gicht (vātaśoṇita), Durst sowie die in Harn und Samen sitzenden Doshas.

asya mātrāṃprayuñjīta yoparundhyānna bhojanam| asya prayogāccyavanaḥsuvṛddho'bhūtpunaryuvā

Man wähle davon eine Dosis, die die übrige Nahrung nicht verdrängt. Durch seine Anwendung wurde der greise Weise Cyavana wieder jung.

medhāṃ smṛtiṃ kāntimanāmayatvamāyuḥprakarṣaṃ balamindriyāṇām| strīṣu praharṣaṃ paramagnivṛddhiṃ varṇaprasādaṃpavanānulomyam

Wer dieses Mittel anwendet, erlangt Verstand, Gedächtnis, Schönheit, Krankheitsfreiheit, verlängertes Leben, Kraft der Sinnesorgane, höchste Erregbarkeit gegenüber Frauen, Stärkung des Verdauungsfeuers, Klarheit der Hautfarbe und ein geregeltes Fließen des Windes (vāta).

rasāyanasyāsya naraḥ prayogāllabheta jīrṇo'pi kuṭīpraveśāt| jarākṛtaṃ rūpamapāsya sarvaṃ bibharti rūpaṃ navayauvanasya

Durch die Anwendung dieses Rasāyana kann selbst ein gealterter Mensch, der sich der Hütten-Kur unterzieht, alle vom Alter verursachten Merkmale ablegen und die Gestalt neuer Jugend annehmen.

(iti cyavanaprāśaḥ)| athāmalakaharītakīnāmāmalakabibhītakānāṃharītakībibhītakānāmāmalakaharītakībibhītakānāṃ vā palāśatvagavanaddhānāṃmṛdā'valiptānāṃkukūlasvinnānāmakulakānāṃ palasahasramulūkhale sampothya dadhighṛtamadhupalalatailaśarkarāsaṃyuktaṃ bhakṣayedanannabhugyathoktena vidhinā; tasyānte yavāgvādibhiḥ pratyavasthāpanam abhyaṅgotsādanaṃ sarpiṣā yavacūrṇaiśca, ayaṃ ca rasāyanaprayogaprakarṣo dvistāvadagnibalamabhisamīkṣyapratibhojanaṃ yūṣeṇa payasā vā ṣaṣṭikaḥ sasarpiṣkaḥ, ataḥ paraṃ yathāsukhavihāraḥ kāmabhakṣyaḥ syāt| anena prayogeṇarṣayaḥ punaryuvatvamavāpurbabhūvuścānekavarṣaśatajīvino nirvikārāḥ paraṃ śarīrabuddhīndriyabalasamuditāśceruścātyantaniṣṭhayā tapaḥ

(So endet der Cyavanaprasha.) Sodann: Von Amalaki und Haritaki, oder von Amalaki und Bibhitaki, oder von Haritaki und Bibhitaki, oder von allen drei Früchten zusammen, in Palasha-Blätter eingewickelt, mit Lehm beschmiert und in einer Grube mit glühender Spreu gedünstet, nehme man tausend Pala der so vorbereiteten Früchte, zerstoße sie im Mörser und esse sie, versetzt mit Quark, Ghee, Honig, Sesampaste und Sesamöl sowie Zucker, ohne dabei sonstige Nahrung zu sich zu nehmen. Am Ende dieser Kur folgt eine allmähliche Rückkehr zur normalen Kost mittels Reisschleim und dergleichen, sowie Ölmassage und Abreibung mit Ghee und Gerstenmehl. Diese Anwendung erreicht ihren Höhepunkt, wenn man, nachdem doppelt so viel Zeit vergangen ist und man die eigene Verdauungskraft geprüft hat, wieder Gemüsesuppe oder Milch sowie Shashtika-Reis mit Ghee zu sich nimmt; danach kann man nach Belieben leben und essen, was man mag. Durch diese Anwendung erlangten die Weisen erneut Jugend, lebten viele hundert Jahre ohne Krankheitszeichen, ausgestattet mit höchster Kraft von Körper, Verstand und Sinnesorganen, und übten mit äußerster Hingabe Askese.

(iticaturthāmalakarasāyanam)| harītakyāmalakabibhītakapañcapañcamūlaniryūhepippalīmadhukamadhūkakākolīkṣīrakākolyātmaguptājīvakarṣabhakakṣīraśuklākalkasamprayuktenavidārīsvarasenakṣīrāṣṭaguṇasamprayuktena ca sarpiṣaḥ kumbhaṃ sādhayitvā prayuñjāno'gnibalasamāṃmātrāṃ jīrṇe ca kṣīrasarpirbhyāṃ śāliṣaṣṭikamuṣṇodakānupānamaśnañjarāvyādhipāpābhicāravyapagatabhayaḥśarīrendriyabuddhibalamatulamupalabhyāpratihatasarvārambhaḥparamāyuranavāpnuyāt

(So endet das vierte Amalaka-Rasāyana.) In einem Sud aus Haritaki, Amalaki, Bibhitaki und den fünf 'Pancamula'-Wurzelgruppen, versetzt mit einer Paste aus Pippali, Süßholz, Bassia-Blüten, Kakoli, Kshirakakoli, Atmagupta, Jivaka, Rishabhaka und Kshirashukla, sowie mit frischem Vidari-Saft und der achtfachen Menge Milch, koche man einen ganzen Topf Ghee. Wer davon eine der eigenen Verdauungskraft entsprechende Dosis anwendet und nach ihrer Verdauung Shashtika-Reis mit Milch und Ghee sowie warmes Wasser als Nachtrunk nimmt, erlangt, befreit von Alter, Krankheit, Sünde und schwarzer Magie, unvergleichliche Kraft von Körper, Sinnesorganen und Verstand, ungehinderte Tatkraft in allen Unternehmungen und ein höchstes langes Leben.

(iti pañcamo harītakīyogaḥ)| harītakyāmalakabibhītakaharidrāsthirābalāviḍaṅgāmṛtavallīviśvabheṣajamadhukapippalīsomavalkasiddhena kṣīrasarpiṣā madhuśarkarābhyāmapi ca sannīyāmalakasvarasaśataparipītamāmalakacūrṇamayaścūrṇacaturbhāgasamprayuktaṃpāṇitalamātraṃ prātaḥ prātaḥ prāśya yathoktena vidhinā sāyaṃ mudgayūṣeṇa payasā vā sasarpiṣkaṃśāliṣaṣṭikānnamaśnīyāt, trivarṣaprayogādasya varṣaśatamajaraṃ vayastiṣṭhati,śrutamavatiṣṭhate, sarvāmayāḥ praśāmyanti, viṣamaviṣaṃ bhavati gātre, gātramaśmavatsthirībhavati, adhṛṣyo bhūtānāṃbhavati

(So endet die fünfte Haritaki-Rezeptur.) Mit Milch und Ghee, gekocht mit Haritaki, Amalaki, Bibhitaki, Kurkuma, Sthira, Bala, Vidanga, Guduci, Trockeningwer, Süßholz, Pippali und der Rinde von Somavalka, vermischt zudem mit Honig und Zucker sowie mit dem Saft von hundertfach damit getränktem Amalaki und einem Viertelanteil Amalaki-Pulver, nehme man morgens jeweils eine Handvoll ein und esse abends Mungbohnensuppe oder Milch mit Shashtika-Reis und Ghee. Durch dreijährige Anwendung bleibt das Alter hundert Jahre lang ohne Verfall, das erworbene Wissen bleibt bestehen, alle Krankheiten kommen zur Ruhe, selbst starkes Gift wird im Körper wirkungslos, der Körper wird fest wie Stein, und man wird für feindliche Wesen unangreifbar.

yathā'marāṇāmamṛtaṃ yathā bhogavatāṃsudhā| tathā'bhavanmaharṣīṇāṃ rasāyanavidhipurā

Wie den Unsterblichen der Ambrosiatrank (amṛta), wie den Schlangenwesen der Göttertrank (sudhā), so war einst den großen Weisen das Verfahren des Rasāyana.

na jarāṃ na ca daurbalyaṃ nāturyaṃ nidhanaṃ na ca| jagmurvarṣasahasrāṇi rasāyanaparāḥ purā

Weder Alter noch Schwäche, weder Krankheit noch Tod erfuhren einst diejenigen, die sich tausend Jahre lang ganz dem Rasāyana widmeten.

na kevalaṃ dīrghamihāyuraśnute rasāyanaṃ yovidhivanniṣevate| gatiṃ sa devarṣiniṣevitāṃ śubhāṃ prapadyate brahma tatheti cākṣayam

Wer das Rasāyana vorschriftsgemäß anwendet, erlangt nicht allein langes Leben in dieser Welt, sondern gelangt zu dem glückverheißenden Ziel, das Götter und Weise erreichen — ja sogar zum unvergänglichen Brahman.

abhayāmalakīye'smin ṣaḍyogāḥ parikīrtitāḥ| rasāyanānāṃ siddhānāmāyuryairanuvartate athātaḥ prāṇakāmīyaṃ rasāyanapādaṃ vyākhyāsyāmaḥ iti ha smāha bhagavānātreyaḥ prāṇakāmāḥśuśrūṣadhvamidamucyamānamamṛtamivāparamaditisutahitakaramacintyādbhutaprabhāvamāyuṣyamārogyakaraṃ vayasaḥ sthāpanaṃ nidrātandrāśramaklamālasyadaurbalyāpaharamanilakaphapittasāmyakaraṃsthairyakaramabaddhamāṃsaharamantaragnisandhukṣaṇaṃ prabhāvarṇasvarottamakaraṃ rasāyanavidhānam| anena cyavanādayo maharṣayaḥ punaryuvatvamāpurnārīṇāṃ ceṣṭatamā babhūvuḥ, sthirasamasuvibhaktamāṃsāḥ, susaṃhatasthiraśarīrāḥ, suprasannabalavarṇendriyāḥ, sarvatrāpratihataparākramāḥ, kleśasahāśca| sarve śarīradoṣā bhavanti grāmyāhārādamlalavaṇakaṭukakṣāraśuṣkaśākamāṃsatilapalalapiṣṭānnabhojināṃvirūḍhanavaśūkaśamīdhānyaviruddhāsātmyarūkṣakṣārābhiṣyandibhojināṃklinnagurupūtiparyuṣitabhojināṃ viṣamādhyaśanaprāyāṇāṃ divāsvapnastrīmadyanityānāṃviṣamātimātravyāyāmasaṅkṣobhitaśarīrāṇāṃbhayakrodhaśokalobhamohāyāsabahulānām; atonimittaṃ hi śithilībhavanti māṃsāni, vimucyante sandhayaḥ, vidahyate raktaṃ, viṣyandate cānalpaṃ medaḥ, nasandhīyate'sthiṣumajjā, śukraṃ na pravartate, kṣayamupaityojaḥ; sa evambhūto glāyati, sīdati, nidrātandrālasyasamanvito nirutsāhaḥ śvasiti, asamarthaśceṣṭānāṃ śārīramānasīnāṃ, naṣṭasmṛtibuddhicchāyo rogāṇāmadhiṣṭhānabhūto na sarvamāyuravāpnoti| tasmādetān doṣānavekṣamāṇaḥ sarvān yathoktānahitānapāsyāhāravihārān rasāyanāni prayoktumarhatītyuktvā bhagavān punarvasurātreya uvāca- āmalakānāṃ subhūmijānāṃkālajānāmanupahatagandhavarṇarasānāmāpūrṇarasapramāṇavīryāṇāṃ svarasena punarnavākalkapādasamprayuktena sarpiṣaḥ sādhayedāḍhakam, ataḥ paraṃ vidārīsvarasena jīvantīkalkasamprayuktena, ataḥ paraṃ caturguṇena payasā balātibalākaṣāyeṇa śatāvarīkalkasaṃyuktena; anena krameṇaikaikaṃ śatapākaṃ sahasrapākaṃ vā śarkarākṣaudracaturbhāgasamprayuktaṃ sauvarṇe rājate mārtike vā śucau dṛḍhe ghṛtabhāvite kumbhe sthāpayet; tadyathoktena vidhinā yathāgni prātaḥ prātaḥ prayojayet, jīrṇe ca kṣīrasarpirbhyāṃśāliṣaṣṭikamaśnīyāt| asya prayogādvarṣaśataṃ vayo'jaraṃ tiṣṭhati, śrutamavatiṣṭhate, sarvāmayāḥ praśāmyanti, apratihatagatiḥ strīṣu, apatyavān bhavatīti bṛhaccharīraṃ girisārasāraṃ sthirendriyaṃ cātibalendriyaṃ ca| adhṛṣyamanyairatikāntarūpaṃ praśastipūjāsukhacittabhāk ca balaṃ mahadvarṇaviśuddhiragryā svaro ghanaughastanitānukārī| bhavatyapatyaṃ vipulaṃ sthiraṃ ca samaśnato yogamimaṃ narasya (ityāmalakaghṛtam)| āmalakasahasraṃ pippalīsahasrasamprayuktaṃ palāśataruṇakṣārodakottaraṃ tiṣṭhet, tadanugatakṣārodakamanātapaśuṣkamanasthi cūrṇīkṛtaṃ caturguṇābhyāṃ madhusarpirbhyāṃ sannīya śarkarācūrṇacaturbhāgasamprayuktaṃ ghṛtabhājanasthaṃ ṣaṇmāsān sthāpayedantarbhūmeḥ| tasyottarakālamagnibalasamāṃ mātrāṃ khādet, paurvāhṇikaḥ prayogo nāparāhṇikaḥ, sātmyāpekṣaścāhāravidhiḥ| asya prayogādvarṣaśatamajaraṃ vayastiṣṭhatīti samānaṃ pūrveṇa (ityāmalakāvalehaḥ)| āmalakacūrṇāḍhakamekaviṃśatirātramāmalakasvarasaparipītaṃ madhughṛtāḍhakābhyāṃ dvābhyāmekīkṛtamaṣṭabhāgapippalīkaṃ śarkarācūrṇacaturbhāgasamprayuktaṃ ghṛtabhājanasthaṃ prāvṛṣi bhasmarāśau nidadhyāt; tadvarṣānte sātmyapathyāśī prayojayet; asya prayogādvarṣaśatamajaramāyustiṣṭhatīti samānaṃ pūrveṇa (ityāmalakacūrṇam)| viḍaṅgataṇḍulacūrṇānāmāḍhakamāḍhakaṃ pippalītaṇḍulānāmadhyardhāḍhakaṃ sitopalāyāḥ sarpistailamadhvāḍhakaiḥ ṣaḍbhirekīkṛtaṃ ghṛtabhājanasthaṃ prāvṛṣi bhasmarāśāviti sarvaṃ samānaṃ pūrveṇa yāvadāśīḥ (iti viḍaṅgāvalehaḥ)| yathoktaguṇānāmāmalakānāṃ sahasramārdrapalāśadroṇyāṃ sapidhānāyāṃ bāṣpamanudvamantyāmāraṇyagomayāgnibhirupasvedayet, tāni susvinnaśītānyuddhṛtakulakānyāpothyāḍhakena pippalīcūrṇānāmāḍhakena ca viḍaṅgataṇḍulacūrṇānāmadhyardhena cāḍhakena śarkarāyā dvābhyāṃ dvābhyāmāḍhakābhyāṃ tailasya madhunaḥ sarpiṣaśca saṃyojya śucau dṛḍhe ghṛtabhāvite kumbhe sthāpayedekaviṃśatirātram, ata ūrdhvaṃ prayogaḥ; asya prayogādvarṣaśatamajaramāyustiṣṭhatīti samānaṃ pūrveṇa | (ityāmalakāvaleho'paraḥ)| dhanvani kuśāstīrṇe snigdhakṛṣṇamadhuramṛttike suvarṇavarṇamṛttike vā vyapagataviṣaśvāpadapavanasalilāgnidoṣe karṣaṇavalmīkaśmaśānacaityoṣarāvasathavarjite deśe yathartusukhapavanasalilādityasevite jātānyanupahatānyanadhyārūḍhānyabālānyajīrṇānyadhigatavīryāṇi śīrṇapurāṇaparṇānyasañjātānyaparṇāni tapasi tapasye vā māse śuciḥ prayataḥ kṛtadevārcanaḥ svasti vācayitvā dvijātīn cale sumuhūrte nāgabalāmūlānyuddharet, teṣāṃ suprakṣālitānāṃ tvakpiṇḍamāmramātramakṣamātraṃ vā ślakṣṇapiṣṭamāloḍya payasā prātaḥ prayojayet, cūrṇīkṛtāni vā pibet payasā, madhusarpirbhyāṃ vā saṃyojyabhakṣayet, jīrṇe ca kṣīrasarpirbhyāṃ śāliṣaṣṭikamaśnīyāt| saṃvatsaraprayogādasya varṣaśatamajaraṃ vayastiṣṭhatīti samānaṃ pūrveṇa (iti nāgabalārasāyanam)| balātibalācandanāgurudhavatiniśakhadiraśiṃśapāsanasvarasāḥ punarnavāntāścauṣadhayo daśa nāgabalayā vyākhyātāḥ| svarasānāmalābhe tvayaṃ svarasavidhiḥ- cūrṇānāmāḍhakamāḍhakamudakasyāhorātrasthitaṃ mṛditapūtaṃ svarasavat prayojyam bhallātakānyanupahatānyanāmayānyāpūrṇarasapramāṇavīryāṇi pakvajāmbavaprakāśāni śucau śukre vā māsesaṅgṛhya yavapalle māṣapalle vānidhāpayet, tāni caturmāsasthitāni sahasi sahasye vā māse prayoktumārabhetaśītasnigdhamadhuropaskṛtaśarīraḥ| pūrvaṃ daśabhallātakānyāpothyāṣṭaguṇenāmbhasā sādhusādhayet, teṣāṃ rasamaṣṭabhāgāvaśeṣaṃ pūtaṃ sapayaskaṃ pibetsarpiṣā'ntarmukhamabhyajya| tānyekaikabhallātakotkarṣāpakarṣeṇa daśabhallātakānyātriṃśataḥ prayojyāni, nātaḥ paramutkarṣaḥ| prayogavidhānena sahasrapara evabhallātakaprayogaḥ| jīrṇe ca sasarpiṣā payasāśāliṣaṣṭikāśanamupacāraḥ, prayogānte ca dvistāvat payasaivopacāraḥ| tatprayogādvarṣaśatamajaraṃ vayastiṣṭhatīti samānaṃ pūrveṇa (iti bhallātakakṣīram)| bhallātakānāṃ jarjarīkṛtānāṃ piṣṭasvedanaṃ pūrayitvā bhūmāvākaṇṭhaṃ nikhātasya snehabhāvitasya dṛḍhasyopari kumbhasyāropyoḍupenāpidhāya kṛṣṇamṛttikāvaliptaṃgomayāgnibhirupasvedayet; teṣāṃ yaḥ svarasaḥ kumbhaṃ prapadyeta, tamaṣṭabhāgamadhusamprayuktaṃ dviguṇaghṛtamadyāt; tatprayogādvarṣaśatamajaraṃ vayastiṣṭhatīti samānaṃ pūrveṇa (itibhallātakakṣaudram)| bhallātakatailapātraṃ sapayaskaṃ madhukena kalkenākṣamātreṇa śatapākaṃ kuryāditi samānaṃ pūrveṇa (iti bhallātakatailam)| bhallātakasarpiḥ bhallātakakṣīraṃ, bhallātakakṣaudraṃ, guḍabhallātakaṃ, bhallātakayūṣaḥ, bhallātakatailaṃ, bhallātakapalalaṃ, bhallātakasaktavaḥ, bhallātakalavaṇaṃ,bhallātakatarpaṇam, iti bhallātakavidhānamuktaṃ bhavati bhallātakāni tīkṣṇāni pākīnyagnisamānica| bhavantyamṛtakalpāni prayuktāni yathāvidhi ete daśavidhāstveṣāṃ prayogāḥparikīrtitāḥ| rogaprakṛtisātmyajñastān prayogān prakalpayet kaphajo na sa rogo'sti na vibandho'sti kaścana| yaṃ na bhallātakaṃ hanyācchīghraṃ medhāgnivardhanam (iti bhallātakavidhiḥ)| prāṇakāmāḥ purā jīrṇāścyavanādyā maharṣayaḥ| rasāyanaiḥ śivairetairbabhūvuramitāyuṣaḥ brāhmaṃ tapo brahmacaryamadhyātmadhyānameva ca| dīrghāyuṣo yathākāmaṃ sambhṛtya tridivaṃ gatāḥ tasmādāyuḥprakarṣārthaṃ prāṇakāmaiḥsukhārthibhiḥ| rasāyanavidhiḥ sevyo vidhivatsusamāhitaiḥ rasāyanānāṃ saṃyogāḥ siddhābhūtahitaiṣiṇā| nirdiṣṭāḥ prāṇakāmīye saptatriṃśanmaharṣiṇā athātaḥ karapracitīyaṃ rasāyanapādaṃvyākhyāsyāmaḥ iti ha smāha bhagavānātreyaḥ karapracitānāṃ yathoktaguṇānāmāmalakānāmuddhṛtāsthnāṃ śuṣkacūrṇitānāṃ punarmāghe phālgune vā māse triḥsaptakṛtvaḥ svarasaparipītānāṃ punaḥ śuṣkacūrṇīkṛtānāmāḍhakamekaṃgrāhayet, atha jīvanīyānāṃ bṛṃhaṇīyānāṃ stanyajananānāṃ śukrajananānāṃ vayaḥsthāpanānāṃ ṣaḍvirecanaśatāśritīyoktānāmauṣadhagaṇānāṃcandanāgurudhavatiniśakhadiraśiṃśapāsanasārāṇāṃcāṇuśaḥttānāmabhayābibhītakapippalīvacācavyacitrakaviḍaṅgānāṃ ca samastānāmāḍhakamekaṃ daśaguṇenāmbhasā sādhayet, tasminnāḍhakāvaśeṣe rase supūte tānyāmalakacūrṇāni dattvā gomayāgnibhirvaṃśavidalaśaratejanāgnibhirvā sādhayedyāvadapanayādrasasya, tamanupadagdhamupahṛtyāyasīṣu pātrīṣvāstīrya śoṣayet, suśuṣkaṃ tat kṛṣṇājinasyopari dṛṣadi ślakṣṇapiṣṭamayaḥsthālyāṃ nidhāpayetsamyak, taccūrṇamayaścūrṇāṣṭabhāgasamprayuktaṃ madhusarpirbhyāmagnibalamabhisamīkṣya prayojayediti etadrasāyanaṃ pūrvaṃ vasiṣṭhaḥkaśyapo'ṅgirāḥ| jamadagnirbharadvājo bhṛguranye ca tadvidhāḥ prayujya prayatā muktāḥ śramavyādhijarābhayāt| yāvadaicchaṃstapastepustatprabhāvānmahābalāḥ idaṃ rasāyanaṃ cakre brahmā vārṣasahasrikam| jarāvyādhipraśamanaṃ buddhīndriyabalapradam (ityāmalakāyasaṃ brāhmarasāyanam)| tapasā brahmacaryeṇa dhyānena praśamena ca| rasāyanavidhānena kālayuktena cāyuṣā sthitā maharṣayaḥ pūrvaṃ, nahikiñcidrasāyanam| grāmyānāmanyakāryāṇāṃ sidhyatyaprayatātmanām saṃvatsaraṃ payovṛttirgavāṃ madhye vaset sadā| sāvitrīṃ manasā dhyāyan brahmacārī yatendriyaḥ saṃvatsarānte pauṣīṃ vā māghīṃ vā phālgunīṃ tithim| tryahopavāsī śuklasya praviśyāmalakīvanam bṛhatphalāḍhyamāruhya drumaṃ śākhāgataṃ phalam| gṛhītvā pāṇinā tiṣṭhejjapan brahmāmṛtāgamāt tadā hyavaśyamamṛtaṃ vasatyāmalake kṣaṇam| śarkarāmadhukalpāni snehavanti mṛdūni ca bhavantyamṛtasaṃyogāttāni yāvanti bhakṣayet| jīvedvarṣasahasrāṇi tāvantyāgatayauvanaḥ sauhityameṣāṃ gatvā tu bhavatyamarasannibhaḥ| svayaṃ cāsyopatiṣṭhante śrīrvedā vāk ca rūpiṇī (iti kevalāmalakarasāyanam)| triphalāyā rase mūtre gavāṃ kṣāre ca lavaṇe| krameṇaceṅgudīkṣāre kiṃśukakṣāra eva ca tīkṣṇāyasasya patrāṇi vahnivarṇāni sādhayet | caturaṅguladīrghāṇi tilotsedhatanūni ca jñātvā tānyañjanābhāni sūkṣmacūrṇāni kārayet| tāni cūrṇāni madhunā rasenāmalakasya ca yuktāni lehavat kumbhe sthitāni ghṛtabhāvite| saṃvatsaraṃ nidheyāni yavapalle tathaivaca dadyādāloḍanaṃ māse sarvatrāloḍayan budhaḥ| saṃvatsarātyaye tasya prayogo madhusarpiṣā prātaḥ prātarbalāpekṣī sātmyaṃ jīrṇe ca bhojanam| eṣa eva ca lauhānāṃ prayogaḥ samprakīrtitaḥ nābhighātairna cātaṅkairjarayāna ca mṛtyunā| sa dhṛṣyaḥ syādgajaprāṇaḥ sadā cātibalendriyaḥ dhīmān yaśasvī vāksiddhaḥ śrutadhārī mahādhanaḥ| bhavet samāṃ prayuñjāno naro lauharasāyanam anenaiva vidhānena hemnaśca rajatasyaca| āyuḥprakarṣakṛtsiddhaḥ prayogaḥ sarvaroganut (iti lauhādirasāyanam)| aindrī matsyākhyako brāhmī vacā brahmasuvarcalā| pippalyo lavaṇaṃ hema śaṅkhapuṣpī viṣaṃghṛtam eṣāṃ triyavakān bhāgān hemasarpirviṣairvinā| dvau yavau tatra hemnastu tilaṃ dadyādviṣasyaca sarpiṣaśca palaṃ dadyāttadaikadhyaṃ prayojayet| ghṛtaprabhūtaṃ sakṣaudraṃ jīrṇe cānnaṃpraśasyate jarāvyādhipraśamanaṃ smṛtimedhākaraṃ param| āyuṣyaṃ pauṣṭikaṃ dhanyaṃ svaravarṇaprasādanam paramojaskaraṃ caitat siddhamaindraṃ rasāyanam| nainat prasahate kṛtyā nālakṣmīrna viṣaṃ na ruk śvitraṃ sakuṣṭhaṃ jaṭharāṇi gulmāḥ plīhā purāṇo viṣamajvaraśca| medhāsmṛtijñānaharāśca rogāḥ śāmyantyanenātibalāśca vātāḥ (ityaindraṃ rasāyanam)| maṇḍūkaparṇyāḥ svarasaḥ prayojyaḥ kṣīreṇa yaṣṭīmadhukasya cūrṇam| raso guḍūcyāstu samūlapuṣpyāḥ kalkaḥ prayojyaḥ khalu śaṅkhapuṣpyāḥ āyuḥpradānyāmayanāśanāni balāgnivarṇasvaravardhanāni| medhyāni caitāni rasāyanāni medhyā viśeṣeṇa caśaṅkhapuṣpī (itimedhyarasāyanāni)| pañcāṣṭau sapta daśa vā pippalīrmadhusarpiṣā| rasāyanaguṇānveṣī samāmekāṃ prayojayet tisrastisrastu pūrvāhṇe bhuktvā'gre bhojanasya ca| pippalyaḥ kiṃśukakṣārabhāvitā ghṛtabharjitāḥ prayojyā madhusammiśrā rasāyanaguṇaiṣiṇā| jetuṃ kāsaṃ kṣayaṃ śoṣaṃ śvāsaṃ hikkāṃ galāmayān arśāṃsi grahaṇīdoṣaṃ pāṇḍutāṃ viṣamajvaram| vaisvaryaṃ pīnasaṃ śophaṃ gulmaṃ vātabalāsakam (iti pippalīrasāyanam)| kramavṛddhyā daśāhāni daśapaippalikaṃ dinam| vardhayet payasā sārdhaṃ tathaivāpanayetpunaḥ jīrṇe jīrṇe ca bhuñjīta ṣaṣṭikaṃ kṣīrasarpiṣā| pippalīnāṃ sahasrasya prayogo'yaṃrasāyanam piṣṭāstā balibhiḥ sevyāḥ, śṛtā madhyabalairnaraiḥ| cūrṇīkṛtā hrasvabalairyojyā doṣāmayān prati daśapaippalikaḥ śreṣṭho madhyamaḥ ṣaṭprakīrtitaḥ| prayogo yastriparyantaḥ sa kanīyān sacābalaiḥ bṛhaṇaṃ svaryamāyuṣyaṃ plīhodaravināśanam| vayasaḥ sthāpanaṃ medhyaṃ pippalīnāṃ rasāyanam (iti pippalīvardhamānaṃ rasāyanam)| jaraṇānte'bhayāmekāṃ prāgbhuktād dve bibhītake| bhuktvā tu madhusarpirbhyāṃ catvāryāmalakāni ca prayojayan samāmekāṃ triphalāyā rasāyanam| jīvedvarṣaśataṃ pūrṇamajaro'vyādhireva ca (iti triphalārasāyanam)| traiphalenāyasīṃ pātrīṃ kalkenālepayennavām| tamahorātrikaṃ lepaṃ pibetkṣaudrodakāplutam prabhūtasnehamaśanaṃ jīrṇe tatra praśasyate| ajaro'ruk samābhyāsājjīveccaiva samāḥ śatam (iti triphalārasāyanamaparam)| madhukena tugākṣīryā pippalyā kṣaudrasarpiṣā| triphalā sitayā cāpi yuktā siddhaṃ rasāyanam (iti triphalārasāyanamaparam)| sarvalauhaiḥ suvarṇena vacayāmadhusarpiṣā| viḍaṅgapippalībhyāṃ ca triphalā lavaṇena ca saṃvatsaraprayogeṇa medhāsmṛtibalapradā| bhavatyāyuḥpradā dhanyājarāroganibarhaṇī (iti triphalārasāyanamaparam)| anamlaṃ ca kaṣāyaṃ ca kaṭu pāke śilājatu| nātyuṣṇaśītaṃ dhātubhyaścaturbhyastasyasambhavaḥ hemnaśca rajatāttāmrādvarāt kṛṣṇāyasādapi| rasāyanaṃ tadvidhibhistadvṛṣyaṃ tacca roganut vātapittakaphaghnaiśca niryūhaistat subhāvitam| vīryotkarṣaṃ paraṃ yāti sarvairekaikaśo'pi vā prakṣiptoddhṛtamapyenat punastat prakṣipedrase| koṣṇe saptāhametena vidhinā tasya bhāvanā pūrvoktena vidhānena lohaiścūrṇīkṛtaiḥ saha| tat pītaṃ payasā dadyāddīrghamāyu sukhānvitam jarāvyādhipraśamanaṃ dehadārḍhyakaraṃ param| medhāsmṛtikaraṃ dhanyaṃ kṣīrāśī tat prayojayet prayogaḥ saptasaptāhāstrayaścaikaśca saptakaḥ| nirdiṣṭastrividhastasya paro madhyo'varastathā palamardhapalaṃ karṣo mātrā tasya tridhā matā | jāterviśeṣaṃ savidhiṃ tasya vakṣyāmyataḥ param hemādyāḥ sūryasantaptāḥ sravanti giridhātavaḥ| jatvābhaṃ mṛdumṛtsnācchaṃ yanmalaṃ tacchilājatu madhuraśca satiktaśca japāpuṣpanibhaśca yaḥ| kaṭurvipāke śītaśca sa suvarṇasya nisravaḥ rūpyasya kaṭukaḥ śvetaḥ śītaḥ svādu vipacyate| tāmrasya barhikaṇṭhābhastiktoṣṇaḥ pacyate kaṭu yastu guggulukābhāsastiktako lavaṇānvitaḥ| kaṭurvipāke śītaśca sarvaśreṣṭhaḥ sa cāyasaḥ gomūtragandhayaḥ sarve sarvakarmasu yaugikāḥ| rasāyanaprayogeṣu paścimastu viśiṣyate yathākramaṃ vātapitte śleṣmapitte kaphe triṣu| viśeṣataḥ praśasyante malā hemādidhātujāḥ śilājatuprayogeṣu vidāhīni gurūṇi ca| varjayet sarvakālaṃ tu kulatthān parivarjayet te hyatyantaviruddhatvādaśmano bhedanāḥ param| loke dṛṣṭāstatasteṣāṃ prayogaḥpratiṣidhyate payāṃsi takrāṇi rasāḥ sayūṣāstoyaṃ samūtrā vividhāḥ kaṣāyāḥ| āloḍanārthaṃ girijasya śastāste te prayojyāḥ prasamīkṣyakāryam na so'sti rogo bhuvi sādhyarūpaḥ śilāhvayaṃ yaṃ na jayet prasahya| tat kālayogairvidhibhiḥ prayuktaṃ svasthasya corjāṃ vipulāṃ dadāti (iti śilājaturasāyanam)| karapracitike pāde daśa ṣaṭ ca maharṣiṇā| rasāyanānāṃ siddhānāṃ saṃyogāḥ samudāhṛtāḥ athāta āyurvedasamutthānīyaṃ rasāyanapādaṃ vyākhyāsyāmaḥ iti ha smāha bhagavānātreyaḥ ṛṣayaḥ khalu kadācicchālīnā yāyāvarāśca grāmyauṣadhyāhārāḥ santaḥ sāmpannikā mandaceṣṭā nātikalyāśca prāyeṇa babhūvuḥ| te sarvāsāmitikartavyatānāmasamarthāḥ santo grāmyavāsakṛtamātmadoṣaṃ matvā pūrvanivāsamapagatagrāmyadoṣaṃ śivaṃ puṇyamudāraṃ medhyamagamyamasukṛtibhirgaṅgāprabhavamamaragandharvakinnarānucaritamanekaratnanicayamacintyādbhutaprabhāvaṃ brahmarṣiśiddhacāraṇānucaritaṃ divyatīrthauṣadhiprabhavamatiśaraṇyaṃ himavantamamarādhipatiguptaṃ jagmurbhṛgvaṅgiro'trivasiṣṭhakaśyapāgastyapulastyavāmadevāsitagautamaprabhṛtayo maharṣayaḥ tānindraḥsahasradṛgamaragururabravīt- svāgataṃ brahmavidāṃjñānatapodhanānāṃ brahmarṣīṇām| asti nanu vo glāniraprabhāvatvaṃ vaisvaryaṃ vaivarṇyaṃ ca grāmyavāsakṛtamasukhamasukhānubandhaṃ ca; grāmyo hi vāso mūlamaśastānāṃ, tat kṛtaḥ puṇyakṛdbhiranugrahaḥ prajānāṃ, svaśarīramavekṣituṃ kālaḥkālaścāyamāyurvedopadeśasya brahmarṣīṇām; ātmanaḥ prajānāṃ cānugrahārthamāyurvedamaśvinau mahyaṃ prāyacchatāṃ, prajāpatiraśvibhyāṃ, prajāpataye brahmā, prajānāmalpamāyurjarāvyādhibahulamasukhamasukhānubandhamalpatvādalpatapodamaniyamadānādhyayanasañcayaṃmatvā puṇyatamamāyuḥprakarṣakaraṃ jarāvyādhipraśamanamūrjaskaramamṛtaṃ śivaṃ śaraṇyamudāraṃ bhavanto mattaḥ śrotumarhatāthopadhārayituṃ prakāśayituṃ ca prajānugrahārthamārṣaṃ brahma ca prati maitrīṃ kāruṇyamātmanaścānuttamaṃ puṇyamudāraṃ brāhmamakṣayaṃ karmeti tacchrutvā vibudhapativacanamṛṣayaḥ sarva evāmaravaramṛgbhistuṣṭuvuḥ, prahṛṣṭāśca tadvacanamabhinananduśceti athendrastadāyurvedāmṛtamṛṣibhyaḥ -saṅkramyovāca- etat sarvamanuṣṭheyam, ayaṃ ca śivaḥ kālo rasāyanānāṃ, divyāścauṣadhayo himavatprabhavāḥ [1] prāptavīryāḥ; tadyathā- aindrī, brāhmī, payasyā, kṣīrapuṣpī, śrāvaṇī, mahāśrāvaṇī, śatāvarī, vidārī, jīvantī, punarnavā, nāgabalā, sthirā, vacā, chatrā, aticchatrā, medā, mahāmedā, jīvanīyāścānyāḥ payasā prayuktāḥ ṣaṇmāsāt paramāyurvayaśca taruṇamanāmayatvaṃ svaravarṇasampadamupacayaṃ medhāṃ smṛtimuttamabalamiṣṭāṃścāparān bhāvānāvahanti siddhāḥ (itīndroktaṃ rasāyanam)| brahmasuvarcalā nāmauṣadhiryā hiraṇyakṣīrā puṣkarasadṛśapatrā, ādityaparṇī nāmauṣadhiryā ‘sūryakāntā’ iti vijñāyate suvarṇakṣīrā sūryamaṇḍalākārapuṣpāca, nārīnāmauṣadhiḥ‘aśvabalā’ iti vijñāyate yā balvajasadṛśapatrā kāṣṭhagodhā nāmauṣadhirgodhākārā, sarpānāmauṣadhiḥ sarpākārā, somo nāmauṣadhirājaḥ pañcadaśaparvā sa soma iva hīyate vardhate ca, padmā nāmauṣadhiḥ padmākārā padmaraktā padmagandhāca, ajā nāmauṣadhiḥ ‘ajaśṛṅgī’ iti vijñāyate, nīlā nāmauṣadhistu nīlakṣīrā nīlapuṣpā latāpratānabahuleti; āsāmoṣadhīnāṃ yāṃ yāmevopalabheta tasyāstasyāḥ svarasasya sauhityaṃ gatvā snehabhāvitāyāmārdrapalāśadroṇyāṃ sapidhānāyāṃ digvāsāḥ śayīta, tatra pralīyate, ṣaṇmāsena punaḥ sambhavati, tasyājaṃ payaḥ pratyavasthāpanaṃ; ṣaṇmāsena devatānukārī bhavati vayovarṇasvarākṛtibalaprabhābhiḥ, svayaṃ cāsya sarvavācogatāni prādurbhavanti, divyaṃ cāsya cakṣuḥ śrotraṃ ca bhavati, gatiryojanasahasraṃ daśavarṣasahasrāṇyāyuranupadravaṃ ceti divyānāmoṣadhīnāṃ yaḥ prabhāvaḥ sa bhavadvidhaiḥ| śakyaḥ soḍhumaśakyastu syāt soḍhumakṛtātmabhiḥ oṣadhīnāṃ prabhāveṇa tiṣṭhatāṃ sve ca karmaṇi| bhavatāṃ nikhilaṃ śreyaḥ sarvamevopapatsyate vānaprasthairgṛhasthaiśca prayatairniyatātmabhiḥ| śakyā oṣadhayo hyetāḥ sevituṃ viṣayābhijāḥ yāstu kṣetraguṇaisteṣāṃ madhyamena ca karmaṇā| mṛduvīryatarāstāsāṃ vidhirjñeyaḥ sa eva tu paryeṣṭuṃ tāḥ prayoktuṃ vā ye'samarthāḥ sukhārthinaḥ| rasāyanavidhisteṣāmayamanyaḥ praśasyate balyānāṃ jīvanīyānāṃ bṛṃhaṇīyāśca yā daśa| vayasaḥ sthāpanānāṃ ca khadirasyāsanasya ca kharjūrāṇāṃ madhūkānāṃ mustānāmutpalasya ca| mṛdvīkānāṃ viḍaṅgānāṃ vacāyāścitrakasya ca śatāvaryāḥ payasyāyāḥ pippalyā joṅgakasya ca| ṛdhdyā nāgabalāyāśca dvāradāyā dhavasya ca triphalākaṇṭakāryośca vidāryāścandanasya ca| ikṣūṇāṃ śaramūlānāṃ śrīparṇyāstiniśasya ca rasāḥ pṛthak pṛthaggrāhyāḥ palāśakṣāra eva ca| eṣāṃ palonmitān bhāgān payo gavyaṃ caturguṇam dve pātre tilatailasya dve ca gavyasya sarpiṣaḥ| tat sādhyaṃ sarvamekatra susiddhaṃ snehamuddharet tatrāmalakacūrṇānāmāḍhakaṃ śatabhāvitam | svarasenaiva dātavyaṃ kṣaudrasyābhinavasya ca śarkarācūrṇapātraṃ ca prasthamekaṃ pradāpayet| tugākṣīryāḥ sapippalyāḥ sthāpyaṃ sammūrcchitaṃ ca tat sucaukṣe mārtike kumbhe māsārdhaṃ ghṛtabhāvite| mātrāmagnisamāṃ tasya tata ūrdhvaṃ prayojayet hematāmrapravālānāmayasaḥ sphaṭikasya ca| muktāvaidūryaśaṅkhānāṃ cūrṇānāṃ rajatasya ca prakṣipya ṣoḍaśīṃ mātrāṃ vihāyāyāsamaithunam| jīrṇe jīrṇe ca bhuñjīta ṣaṣṭikaṃ kṣīrasarpiṣā sarvarogapraśamanaṃ vṛṣyamāyuṣyamuttamam| sattvasmṛtiśarīrāgnibuddhīndriyabalapradam paramūrjaskaraṃ caiva varṇasvarakaraṃ tathā| viṣālakṣmīpraśamanaṃ sarvavācogatapradam siddhārthatāṃ cābhinavaṃ vayaśca prajāpriyatvaṃ ca yaśaśca loke| prayojyamicchadbhiridaṃ yathāvadrasāyanaṃ brāhmamudāravīryam (itīndroktarasāyanamaparam)| samarthānāmarogāṇāṃ dhīmatāṃ niyatātmanām| kuṭīpraveśaḥ kṣaṇināṃ paricchadavatāṃ hitaḥ ato'nyathā tu ye teṣāṃ sauryamārutiko vidhiḥ| tayoḥ śreṣṭhataraḥ pūrvo vidhiḥ satusuduṣkaraḥ rasāyanavidhibhraṃśājjāyeran vyādhayo yadi| yathāsvamauṣadhaṃ teṣāṃ kāryaṃ muktvā rasāyanam satyavādinamakrodhaṃ nivṛttaṃ madyamaithunāt| ahiṃsakamanāyāsaṃ praśāntaṃ priyavādinam japaśaucaparaṃ dhīraṃ dānanityaṃ tapasvinam| devagobrāhmaṇācāryaguruvṛddhārcane ratam ānṛśaṃsyaparaṃ nityaṃ nityaṃ karuṇavedinam | samajāgaraṇasvapnaṃ nityaṃ kṣīraghṛtāśinam deśakālapramāṇajñaṃ yuktijñamanahaṅkṛtam| śastācāramasaṅkīrṇamadhyātmapravaṇendriyam upāsitāraṃ vṛddhānāmāstikānāṃ jitātmanām| dharmaśāstraparaṃ vidyānnaraṃ nityarasāyanam guṇairetaiḥ samuditaiḥ prayuṅkte yo rasāyanam| rasāyanaguṇān sarvān yathoktān sa samaśnute (ityācārarasāyanam)| yathāsthūlamanirvāhya doṣāñchārīramānasān| rasāyanaguṇairjanturyujyate na kadācana yogā hyāyuḥprakarṣārthā jarāroganibarhaṇāḥ| manaḥśarīraśuddhānāṃ sidhyanti prayatātmanām tadetanna bhavedvācyaṃ sarvameva hatātmasu| arujebhyo'dvijātibhyaḥ śuśrūṣā yeṣu nāsti ca ye rasāyanasaṃyogā vṛṣyayogāśca ye matāḥ| yaccauṣadhaṃ vikārāṇāṃ sarvaṃ tadvaidyasaṃśrayam prāṇācāryaṃ budhastasmāddhīmantaṃ vedapāragam| aśvināviva devendraḥ pūjayedatiśaktitaḥ aśvinau devabhiṣajau yajñavāhāviti smṛtau| yajñasya hi śiraśchinnaṃ punastābhyāṃ samāhitam praśīrṇā daśanāḥ pūṣṇo netre naṣṭe bhagasya ca| vajriṇaśca bhujastambhastābhyāmeva cikitsitaḥ cikitsitaśca śītāṃśurgṛhīto rājayakṣmaṇā| somābhipatitaścandraḥ kṛtastābhyāṃ punaḥ sukhī bhārgavaścyavanaḥ kāmī vṛddhaḥ san vikṛtiṃ gataḥ| vītavarṇasvaropetaḥ kṛtastābhyāṃ punaryuvā etaiścānyaiśca bahubhiḥ karmabhirbhiṣaguttamau| babhūvaturbhṛśaṃ pūjyāvindrādīnāṃmahātmanām grahāḥ stotrāṇi mantrāṇi tathā nānāhavīṃṣi ca| dhūmrāśca paśavastābhyāṃ prakalpyante dvijātibhiḥ prātaśca savane somaṃ śakro'śvibhyāṃ sahāśnute| sautrāmaṇyāṃ ca bhagavānaśvibhyāṃ saha modate indrāgnī cāśvinau caiva stūyante prāyaśo dvijaiḥ| stūyante vedavākyeṣu na tathā'nyā hi devatāḥ ajarairamaraistāvadvibudhaiḥ sādhipairdhruvaiḥ| pūjyete prayatairevamaśvinaubhiṣajāviti mṛtyuvyādhijarāvaśyairduḥkhaprāyaiḥ sukhārthibhiḥ| kiṃ punarbhiṣajo martyaiḥ pūjyāḥ syurnātiśaktitaḥ śīlavānmatimān yukto dvijātiḥ śāstrapāragaḥ| prāṇibhirguruvat pūjyaḥ prāṇācāryaḥ sa hi smṛtaḥ vidyāsamāptau bhiṣajo dvitīyā jātirucyate| aśnute vaidyaśabdaṃ hi na vaidyaḥ pūrvajanmanā vidyāsamāptau brāhmaṃ vā sattvamārṣamathāpi vā| dhruvamāviśati jñānāttasmādvaidyo dvijaḥ smṛtaḥ nābhidhyāyenna cākrośedahitaṃ na samācaret| prāṇācāryaṃ budhaḥ kaścidicchannāyuranitvaram cikitsitastu saṃśrutya yovā'saṃśrutya mānavaḥ| nopākaroti vaidyāya nāsti tasyeha niṣkṛtiḥ bhiṣagapyāturān sarvān svasutāniva yatnavān| ābādhebhyo hi saṃrakṣedicchan dharmamanuttamam dharmārthaṃ cārthakāmārthamāyurvedo maharṣibhiḥ| prakāśito dharmaparairicchadbhiḥ sthānamakṣaram nārthārthaṃ nāpi kāmārthamatha bhūtadayāṃ prati| vartate yaścikitsāyāṃ sa sarvamativartate kurvate ye tu vṛttyarthaṃ cikitsāpaṇyavikrayam| te hitvākāñcanaṃ rāśiṃ pāṃśurāśimupāsate dāruṇaiḥ kṛṣyamāṇānāṃ gadairvaivasvatakṣayam| chittvā vaivasvatān pāśān jīvitaṃ yaḥ prayacchati dharmārthadātā sadṛśastasya nehopalabhyate| na hi jīvitadānāddhi dānamanyadviśiṣyate paro bhūtadayā dharma iti matvā cikitsayā| vartate yaḥ sa siddhārthaḥ sukhamatyantamaśnute āyurvedasamutthānaṃ divyauṣadhividhiṃ śubham| amṛtālpāntaraguṇaṃ siddhaṃ ratnarasāyanam siddhebhyo brahmacāribhyo yaduvācāmareśvaraḥ| āyurvedasamutthāne tat sarvaṃ samprakāśitam

In diesem Kapitel über Abhayā und Āmalakī wurden sechs Rezepturen (yoga) des Rasāyana dargelegt, durch die den vollendeten Anwendern ein langes Leben zuteilwird. Nun werden wir das Kapitel 'Prāṇakāmīya' (für die, die sich Lebenskraft wünschen) über das Rasāyana erklären — so sprach der erhabene Ātreya: 'Ihr, die ihr euch Lebenskraft wünscht, höret dies, was gleichsam ein zweites Amṛta ist, wohltuend wie den Söhnen der Aditi, von unvorstellbarer, wunderbarer Wirkung, lebensverlängernd, Gesundheit bringend, das jugendliche Alter erhaltend, Schlaf, Mattigkeit, Erschöpfung, Trägheit und Schwäche beseitigend, Wind (vāta), Schleim (kapha) und Galle (pitta) ins Gleichgewicht bringend, Festigkeit verleihend, überschüssiges [ungesundes] Fleisch abbauend, das innere Verdauungsfeuer entfachend und Glanz, Hautfarbe und Stimme verbessernd — das Verfahren des Rasāyana.' Durch dieses erlangten Weise wie Cyavana und andere erneut Jugend, wurden den Frauen überaus begehrenswert, erhielten festes, gleichmäßiges, wohlgegliedertes Fleisch, einen fest zusammengefügten, stabilen Körper, heiteren Glanz von Kraft, Hautfarbe und Sinnesorganen, überall ungehinderte Tatkraft und Widerstandsfähigkeit gegen Leiden. Alle körperlichen Doṣa-Störungen entstehen durch dörfliche [ungesunde] Ernährung: durch den Verzehr von saurer, salziger, scharfer und alkalischer Kost, von trockenem Gemüse, Fleisch, Sesam, Sesampaste und Mehlspeisen; durch gekeimtes Getreide und unverträgliche Speisenkombinationen; durch feuchte, schwere, faulige oder abgestandene Nahrung; durch unregelmäßiges oder übermäßiges Essen; durch Tagesschlaf, Frauendienst und Alkoholsucht als ständige Gewohnheit; durch unregelmäßige oder übermäßige körperliche Anstrengung; und durch ein Übermaß an Furcht, Zorn, Kummer, Gier, Verblendung und Erschöpfung. Dadurch erschlafft das Fleisch, lockern sich die Gelenke, das Blut wird verbrannt/vitiiert, überschüssiges Fett fließt aus, das Mark füllt die Knochen nicht mehr richtig, der Same fließt nicht mehr, und das Ojas (die feinste Lebensessenz) schwindet. Ein solcher Mensch ermattet, sinkt dahin, ist von Schläfrigkeit, Mattigkeit und Trägheit erfüllt, atmet mutlos, ist unfähig zu körperlicher wie geistiger Tätigkeit, verliert Gedächtnis, Verstand und Glanz, wird zum Sitz von Krankheiten und erreicht nicht seine volle Lebensspanne. Deshalb soll man, diese Fehlerquellen im Blick behaltend, alle genannten schädlichen Ernährungs- und Lebensweisen meiden und Rasāyana anwenden — so sprach der erhabene Punarvasu Ātreya weiter. Amalaki-Ghee: Aus dem Saft frischer, an gutem Boden gewachsener, saisongerecht geernteter Amalaki-Früchte von unverfälschtem Geschmack, unverfälschter Farbe und voller Wirkkraft koche man, mit einem Viertelanteil Punarnava-Paste versetzt, ein Adhaka Ghee; danach ebenso mit Vidari-Saft und Jivanti-Paste; danach mit der vierfachen Menge Milch und einem Sud aus Bala und Atibala, versetzt mit Shatavari-Paste — der Reihe nach je hundertfach oder tausendfach verarbeitet (śatapāka/sahasrapāka), gemischt mit einem Viertelanteil Zucker und Honig, aufbewahrt in einem sauberen, festen, mit Ghee getränkten Gefäß aus Gold, Silber oder Ton. Man nehme davon täglich eine der eigenen Verdauungskraft entsprechende Dosis und esse danach Shashtika-Reis mit Milch und Ghee. Die Wirkung: hundert Jahre jugendliches Alter, Bewahrung des Gelernten, Besänftigung aller Krankheiten, ungehinderte Potenz und Nachkommenschaft, ein großer, kraftvoller, dem Bergkern gleicher Körper, feste und überaus starke Sinnesorgane, Unangreifbarkeit, überragende Schönheit, allgemeine Wertschätzung, heiterer Geist, große Kraft, reine Hautfarbe, eine vorzügliche, wie Donnergewölk tönende Stimme, und reichliche, feste Nachkommenschaft für den, der dieses Mittel regelmäßig anwendet. Amalaka-Avaleha (Latwerge): Tausend Amalaki-Früchte, vermischt mit tausend Pippali-Früchten, lasse man in Aschewasser aus jungen Palasha-Zweigen stehen, trockne sie ohne Sonne, entkerne und pulverisiere sie, vermische sie mit der vierfachen Menge Honig und Ghee sowie einem Viertelanteil Zuckerpulver und bewahre sie sechs Monate in einem unterirdischen, mit Ghee behandelten Gefäß auf; man nehme morgens, nicht nachmittags, je nach Verdauungskraft eine Dosis mit passender Diät ein — Wirkung: hundert Jahre jugendliches Alter, wie zuvor beschrieben. Amalaka-Pulver: Ein Adhaka Amalaki-Pulver, einundzwanzig Nächte in Amalaki-Saft getränkt, vermischt mit je zwei Adhaka Honig und Ghee, einem Achtel Pippali und einem Viertel Zuckerpulver, in einem Ghee-Gefäß in einem Aschehaufen während der Regenzeit aufbewahrt; nach einem Jahr, bei passender Ernährung, angewendet — dieselbe hundertjährige Wirkung. Vidanga-Avaleha: je ein Adhaka Vidanga-Pulver, anderthalb Adhaka Pippali-Pulver, sowie sechs Adhaka einer Mischung aus Zucker, Ghee, Sesamöl und Honig, zusammen in einem Ghee-Gefäß im Aschehaufen während der Regenzeit aufbewahrt — gleiches Verfahren und gleiche Wirkung wie zuvor. Eine weitere Amalaka-Latwerge: Tausend geeignete Amalaki-Früchte werden über Feuer aus wildem Kuhdung in einer abgedeckten, mit Öl behandelten frischen Palasha-Holzmulde gedämpft, ohne dass Dampf entweicht; gut gedünstet und abgekühlt, entkernt und zerstoßen, vermischt mit einem Adhaka Pippali-Pulver, anderthalb Adhaka Vidanga-Pulver, je zwei Adhaka Zucker (zweimal), Sesamöl, Honig und Ghee, einundzwanzig Nächte in einem sauberen, festen Ghee-Gefäß aufbewahrt und danach angewendet — dieselbe hundertjährige Wirkung wie zuvor. Nagabala-Rasāyana: In einer Ebene mit Kusha-Gras, mit öligem, schwarzem, süßschmeckendem oder goldfarbenem Boden, frei von Gift, Raubtieren und Fehlern von Wind, Wasser und Feuer, fernab von Ackerland, Ameisenhügeln, Verbrennungsplätzen, Heiligtümern, Ödland und Wohnstätten, an einem der Jahreszeit entsprechend angenehmen, von Wind, Wasser und Sonne begünstigten Ort sammle man frische, unbeschädigte, weder zu junge noch zu alte Nagabala-Wurzeln voller Wirkkraft, deren alte Blätter abgefallen, deren neue Blätter aber noch nicht gesprossen sind, im Monat Tapas oder Tapasya (Magha/Phalguna), rein und beherrscht, nach Verehrung der Gottheiten und Segnung der Brahmanen, zu einem günstigen Zeitpunkt. Man nehme davon die gut gewaschene, mango- oder aksha-große, fein zermahlene Rinde, vermische sie mit Milch und trinke sie morgens; oder man trinke das Pulver mit Milch, oder man vermische es mit Honig und Ghee und esse es; nach der Verdauung nehme man Shashtika-Reis mit Milch und Ghee. Bei einjähriger Anwendung: hundert Jahre unaltersanfälliges Leben, wie zuvor beschrieben. — Bala, Atibala, Sandelholz, Adlerholz, Dhava, Tinisha, Khadira, Shimshapa, Asana und Punarnava — zehn weitere Kräuter — werden auf dieselbe Weise wie Nagabala angewendet; ist der Frischsaft nicht erhältlich, tränke man ersatzweise ein Adhaka Pulver einen Tag und eine Nacht in der gleichen Menge Wasser ein, seihe es und verwende es wie frischen Saft. Bhallataka-Milch (aus der Frucht von Semecarpus anacardium): Unbeschädigte, gesunde, an Geschmack und Wirkkraft volle Bhallataka-Früchte, reif wie eine Jambu-Frucht, sammle man in einem reinen Monat und lagere sie vier Monate in Gerste- oder Bohnenspreu ein; man beginne die Anwendung im kühlen Winter bei ölig-süß vorbereitetem Körper. Zunächst koche man zehn zerstoßene Bhallataka-Früchte in der achtfachen Menge Wasser auf ein Achtel ein, seihe den Sud und trinke ihn mit Milch, nachdem man den Mundbereich mit Ghee bestrichen hat. Man steigere die Dosis Tag für Tag um je eine Frucht bis auf dreißig Bhallataka und verringere sie danach wieder ebenso — nicht mehr als dreißig sind zulässig; nach dieser Methode bildet insgesamt tausend Bhallataka-Früchte die Höchstgrenze der Kur. Nach der Verdauung ist Shashtika-Reis mit Ghee und Milch die Diät; am Ende der Kur folgt doppelt so lange eine reine Milchdiät. Dieselbe hundertjährige Wirkung wie zuvor. Bhallataka-Honigpräparat: Zerstoßene Bhallataka-Früchte werden gedämpft, in einen bis zum Hals in der Erde vergrabenen, geölten und stabilen, mit einem Deckel versehenen und mit schwarzem Lehm verstrichenen Topf gefüllt und mit Kuhdungfeuer gedämpft; der so im Topf aufgefangene Saft wird mit einem Achtel Honig und der doppelten Menge Ghee vermischt und getrunken — dieselbe hundertjährige Wirkung. Bhallataka-Öl: Ein Gefäß Bhallataka-Öl wird mit Milch und einem Aksha-Maß Süßholzpaste hundertfach verarbeitet — gleiche Wirkung wie zuvor. So werden zehn Arten von Bhallataka-Zubereitungen genannt: Bhallataka-Ghee, Bhallataka-Milch, Bhallataka-Honigpräparat, Bhallataka mit Zuckerrohrmelasse, Bhallataka-Suppe, Bhallataka-Öl, Bhallataka-Sesampaste, Bhallataka-Mehl, Bhallataka-Salzpräparat und Bhallataka-Erfrischungstrank. Bhallataka ist scharf und feuergleich in seiner Wirkung, doch richtig verarbeitet nahezu dem Amṛta gleich; diese zehn Anwendungsarten wurden dargelegt, und ein Arzt, der Krankheit, Konstitution und Verträglichkeit kennt, soll sie entsprechend einsetzen. Es gibt keine durch Kapha bedingte Krankheit und keine Verstopfung, die Bhallataka — das rasch wirkende, Verstand und Verdauungsfeuer stark förderende Mittel — nicht besiegen kann. Die einst nach Lebenskraft strebenden großen Weisen, wie Cyavana und andere, die gealtert waren, erlangten durch diese heilsamen Rasāyana-Mittel unermessliche Lebensdauer; durch heilige Askese, Enthaltsamkeit und geistige Versenkung lebten sie so lange sie wollten und gingen dann in den Himmel ein. Deshalb sollen jene, die Lebenskraft und Wohlergehen suchen, wohlgesammelt und vorschriftsgemäß das Verfahren des Rasāyana zur Verlängerung des Lebens praktizieren. Diese erprobten, für alle Lebewesen heilsamen Rasāyana-Kombinationen wurden vom großen Weisen im Kapitel 'Prāṇakāmīya' verkündet — siebenunddreißig an der Zahl. Nun werden wir das Kapitel 'Karapracitīya' (die 'von Hand gesammelten' Heilmittel) über das Rasāyana erklären — so sprach der erhabene Ātreya: Von 'handverlesenen' Amalaki-Früchten der beschriebenen Eigenschaften, entkernt, getrocknet und gepulvert, dann im Monat Magha oder Phalguna einundzwanzigmal (dreimal siebenfach) im eigenen Saft getränkt, wieder getrocknet und gepulvert, nehme man ein Adhaka. Ferner nehme man je ein Adhaka der lebensfördernden (jīvanīya), aufbauenden (bṛṃhaṇīya), milchfördernden und samenfördernden sowie das jugendliche Alter erhaltenden Kräutergruppen [wie im Kapitel 'Shadvirecanashatashritiya' beschrieben], sowie feinzerkleinertes Kernholz von Sandelholz, Adlerholz, Dhava, Tinisha, Khadira, Shimshapa und Asana, und Haritaki, Bibhitaki, Pippali, Vaca, Chavya, Chitraka und Vidanga — man koche das alles in der zehnfachen Menge Wasser auf ein Adhaka ein, seihe es gut durch, gebe das Amalaki-Pulver in diesen Sud und koche weiter über Kuhdung- oder Bambus-/Schilfrohrfeuer, bis die Flüssigkeit vollständig aufgesogen ist; man nehme es, ohne es anzubrennen, heraus, breite es auf eisernen Platten aus und trockne es; ist es gut getrocknet, mahle man es fein auf einem Stein über einer Antilopenhaut und bewahre es sorgfältig in einem eisernen Gefäß auf. Dieses Pulver, mit einem Achtel [Mineral-]Pulver vermischt, nehme man mit Honig und Ghee je nach Verdauungskraft ein. — Dieses Rasāyana wurde einst von Vasishtha, Kashyapa, Angiras, Jamadagni, Bharadvaja, Bhrigu und anderen solchen Weisen angewendet; rein und beherrscht wandten sie es an und wurden dadurch von Erschöpfung, Krankheit, Alter und Furcht befreit; sie übten Askese, so lange sie wollten, und wurden durch seine Kraft überaus mächtig. Dieses tausend Jahre wirksame Rasāyana schuf Brahma selbst; es besänftigt Alter und Krankheit und verleiht Kraft von Verstand und Sinnesorganen (Amalaka-Eisen-Brahma-Rasāyana). Durch Askese, Enthaltsamkeit, Meditation, Gleichmut und ein dem passenden Lebensalter entsprechendes Rasāyana-Regime bestanden die alten großen Weisen; für sie war zuvor eigentlich gar nichts als Rasāyana nötig gewesen [ihre Disziplin selbst genügte]. Für dörfliche Menschen, die anderen Pflichten nachgehen und sich nicht beherrschen, gelingt dies jedoch nicht in gleicher Weise. Reines Amalaka-Rasāyana: Ein Jahr lang, ausschließlich von Milch lebend, verweile man stets inmitten von Kühen, meditiere im Geist über den Sāvitrī-Vers, enthaltsam und beherrschten Sinnes. Am Jahresende, an einem Vollmondtag der Monate Pausha, Magha oder Phalguna, nach dreitägigem Fasten in der hellen Monatshälfte, betrete man einen Amalaki-Hain, steige auf einen mit großen Früchten reich beladenen Baum und halte, auf einem Ast stehend, eine noch am Zweig hängende Frucht in der Hand, indem man murmelnd rezitiert: 'Von Brahma kommt das Amṛta' — denn in diesem Augenblick weilt tatsächlich das Amṛta für einen Moment in der Amalaki-Frucht. So viele solcher Früchte — süß wie Zucker oder Honig, ölig und weich, von der Vereinigung mit dem Amṛta durchdrungen — man isst, so viele tausend Jahre wird man leben und dabei die Jugend zurückgewinnen. Ist man von ihnen satt geworden, wird man den Unsterblichen gleich; Glück (Śrī), die Veden und die personifizierte Rede stellen sich von selbst bei ihm ein. Eisen-Rasāyana: Eisenblättchen, feuerfarben, der Reihe nach mit dem Saft, dem Urin und dem Alkalisalz von Triphala und von Rindern, dann mit dem Alkalisalz von Ingudi, dann von Kimshuka bearbeitet, vier Finger lang und sesamkorndünn, bis sie kollyriumschwarz erscheinen, dann fein gepulvert. Dieses Pulver, mit Honig und Amalaki-Saft vermengt, ein Jahr lang latwergenartig in einem mit Ghee behandelten Gefäß — ebenso in einem Behälter aus Gerstenspreu — aufbewahrt und monatlich vom kundigen Anwender umgerührt, wende man nach Jahresablauf mit Honig und Ghee an, morgens, entsprechend der eigenen Kraft, mit passender Diät nach der Verdauung. Dasselbe Verfahren gilt auch für Eisenpräparate im Allgemeinen: das Ergebnis ist Freiheit von Verletzung, Krankheit, Altern und Tod; man wird unangreifbar, von der Lebenskraft eines Elefanten, stets von überlegener Sinneskraft, weise, berühmt, vollendet in der Rede, bewahrt das Gelernte und wird überaus wohlhabend — so die Wirkung für den, der dieses Eisen-Rasāyana ein Jahr lang regelmäßig anwendet. Nach derselben Methode lassen sich auch Gold und Silber als Rasāyana zubereiten — ein erprobtes Verfahren, das das Leben verlängert und alle Krankheiten heilt. Aindra-Rasāyana: Aindri, Matsyakhyaka, Brahmi, Vaca, Brahmasuvarcala, Pippali, Salz, Gold, Shankhapushpi und verarbeitetes Gift(-Ghee) — von diesen nehme man je drei Yava-Gewichtsteile, außer von Gold, Ghee und dem verarbeiteten Gift; von Gold zwei Yava, vom verarbeiteten Gift ein Tila-Gewicht und von Ghee ein Pala; man vereinige alles und nehme es mit reichlich Ghee und Honig ein; nach der Verdauung ist Nahrung angezeigt. Es besänftigt Alter und Krankheit, verleiht höchstes Gedächtnis und höchsten Verstand, ist lebensverlängernd, nährend, heilsam, klärt Stimme und Hautfarbe und ist das beste Mittel zur Vermehrung des Ojas. Weder Zauberei noch Unglück, Gift oder Krankheit können jemanden überwältigen, der dieses Aindra-Rasāyana vollendet hat; weiße Flecken (śvitra), Aussatz (kuṣṭha), Bauchgeschwülste, Milzleiden, hartnäckiges unregelmäßiges Fieber sowie Gedächtnis, Verstand und Bewusstsein raubende Krankheiten, auch starke Vāta-Störungen, kommen dadurch zur Ruhe. Verstandesfördernde Rasāyanas (medhya): frischer Mandukaparni-Saft mit Milch, Süßholzpulver, der Saft von Guduci samt Wurzel und Blüten, sowie eine Paste aus Shankhapushpi — diese verlängern das Leben, vernichten Krankheit, mehren Kraft, Verdauungsfeuer, Hautfarbe und Stimme und fördern besonders den Verstand; unter ihnen ist Shankhapushpi das wirksamste. Pippali-Rasāyana: Fünf, acht, zehn oder fünfzehn Pippali-Früchte, mit Honig und Ghee, ein Jahr lang als tägliche Dosis, für den, der die Wirkungen des Rasāyana sucht; oder je drei Stück vor dem Morgen- und vor dem Abendessen; oder Pippali, in Kimshuka-Aschewasser getränkt und in Ghee geröstet, mit Honig vermischt eingenommen — um Husten, Auszehrung (kṣaya), Schwindsucht (śoṣa), Atemnot, Schluckauf, Halskrankheiten, Hämorrhoiden, chronische Verdauungsschwäche, Blutarmut, unregelmäßiges Fieber, Heiserkeit, Schnupfen, Schwellungen, Bauchgeschwülste und Vāta-Kapha-Störungen zu besiegen. Pippali-Vardhamana-Rasāyana: Über zehn Tage steigert man täglich [die Anzahl der Pippali] zusammen mit Milch und verringert sie danach ebenso wieder; nach jeder Verdauung esse man Shashtika-Reis mit Milch und Ghee. Diese Kur mit insgesamt tausend Pippali-Früchten ist dieses Rasāyana. Zerstoßen mögen sie von Kräftigen eingenommen werden, gekocht von Menschen mittlerer Kraft, gepulvert von Schwachen — je nach Doṣa und Krankheit anzuwenden. Die zehntägige Pippali-Kur (daśapaippalika) ist die beste, die mittlere umfasst sechs Tage, die auf drei Tage begrenzte gilt als die geringste und ist für Schwache geeignet. Dieses Pippali-Rasāyana kräftigt, verbessert die Stimme, verlängert das Leben, heilt Milz- und Bauchleiden, erhält das jugendliche Alter und fördert den Verstand. Triphala-Rasāyana: Am Ende der Verdauung nehme man eine Haritaki, vor der nächsten Mahlzeit zwei Bibhitaki, nach dem Essen mit Honig und Ghee vier Amalaki; wendet man diese tägliche Triphala-Kur ein Jahr lang an, lebt man volle hundert Jahre, frei von Alter und Krankheit. Eine weitere Triphala-Rezeptur: Man bestreiche ein neues Eisengefäß mit einer Triphala-Paste und trinke den nach einem Tag und einer Nacht entstandenen Belag mit Honigwasser; nach dessen Verdauung ist eine fettreiche Mahlzeit empfohlen. Durch regelmäßige Anwendung wird man alterlos und krankheitsfrei und lebt volle hundert Jahre. Eine weitere Triphala-Rezeptur: Triphala verbunden mit Süßholz, Bambusmanna, Pippali, Honig, Ghee und Zucker ergibt ebenfalls ein erprobtes Rasāyana. Eine weitere Triphala-Rezeptur: Triphala verbunden mit allen Metallen [Gold, Silber usw.], mit Vaca, Honig und Ghee, mit Vidanga und Pippali sowie mit Salz verleiht bei einjähriger Anwendung Gedächtnis, Verstand und Kraft, schenkt langes Leben und Wohlstand und wehrt Alter und Krankheit ab. Shilajatu-Rasāyana: Shilajatu, das nicht sauer, sondern adstringierend und nach der Verdauung scharf schmeckt und weder zu heiß noch zu kalt wirkt, entsteht aus vier Metallen. Es tritt aus Gold, aus Silber, aus Kupfer und selbst aus vorzüglichem schwarzem Eisen aus; dieses Rasāyana, nach den vorgeschriebenen Methoden aufbereitet, wirkt auch aphrodisierend (vṛṣya) und heilt Krankheiten. Durch wiederholte Verarbeitung (bhāvanā) mit Sudsäften, die Vāta, Pitta oder Kapha beseitigen, einzeln oder zusammen, erlangt es höchste Wirkkraft; man gebe es wiederholt in die lauwarme Flüssigkeit zurück und wiederhole dies eine Woche lang. Zusammen mit den zuvor genannten, fein gepulverten Metallen mit Milch getrunken, verleiht es langes, glückliches Leben, besänftigt Alter und Krankheit, festigt den Körper in hohem Maße und fördert Gedächtnis und Verstand — wer Milch verträgt, soll es anwenden. Die Kur besteht in drei Stufen: sieben mal sieben Wochen, drei Wochen oder eine einzige Woche — als höchste, mittlere und geringste Stufe bezeichnet; ebenso ist die Dosis dreifach: ein Pala, ein halbes Pala oder ein Karsha. Nun zu den Arten und ihren Merkmalen: Gold und die anderen Erze, von der Sonne erhitzt, sondern einen Ausfluss ab; dieses weiche, klare, gummiartige Sekret ist das Shilajatu. Das süß-leicht bittere, hibiskusblütenfarbene, nach der Verdauung scharf und kühl wirkende ist der Ausfluss des Goldes. Das des Silbers ist bitter-scharf, weiß, kühl und wird [nach der Verdauung] süß. Das des Kupfers gleicht einem Pfauenhals, ist bitter-heiß und wird scharf. Das guggulufarbene, bitter-salzige, nach der Verdauung scharf-kühle ist das beste, aus Eisen stammende. Alle riechen nach Kuhurin und eignen sich für jede Anwendung; unter den Rasāyana-Anwendungen ist jedoch das letzte [eisenstämmige] besonders ausgezeichnet. Der Reihe nach eignen sie sich besonders für Vāta-, Pitta- und Kapha-Störungen; unter den metallischen Arten werden insbesondere die von Gold usw. empfohlen. Bei der Shilajatu-Anwendung meide man stets brennende und schwere Speisen sowie Pferdebohnen (kulattha), da diese, wie in der Welt beobachtet, äußerst unverträglich sind und nur steinauflösend [zerstörerisch] wirken; ihre gleichzeitige Verwendung ist deshalb untersagt. Milch, Buttermilch, Fleischbrühen mit Suppe, Wasser sowie verschiedene mit Mineralsalz versetzte saure Getränke werden, je nach Bedarf geprüft, zur Auflösung [des Shilajatu] empfohlen. Es gibt keine heilbare Krankheit auf Erden, die Shilajatu, zur rechten Zeit und vorschriftsgemäß angewendet, nicht überwältigen könnte; und selbst dem Gesunden verleiht es reichliche Kraft. Im Kapitel Karapracitīya wurden vom großen Weisen sechzehn erprobte Rasāyana-Rezepturen dargelegt. Nun werden wir das Kapitel 'Āyurvedasamutthānīya' (über den Ursprung der Heilkunde) erklären — so sprach der erhabene Ātreya: Die Weisen, ob sesshafte Ackerbauern (śālīna) oder wandernde Asketen (yāyāvara), die sich von dörflicher Nahrung ernährten, wurden mit der Zeit träge, kraftlos und im Allgemeinen unwohl. Unfähig, all ihre Pflichten zu erfüllen, und erkennend, dass dieser Mangel vom Leben im Dorf herrührte, zogen sie zu ihrer früheren Wohnstätte, dem Himalaya — frei von den Fehlern des Dorflebens, heilig, verdienstvoll, erhaben, geistig-rein, für Unwürdige unzugänglich, Ursprung der Ganga, von Unsterblichen, Gandharvas und Kinnaras aufgesucht, reich an unzähligen Juwelen, von unvorstellbarer, wunderbarer Macht, von Brahmarshis, Siddhas und Charanas besucht, Ursprung göttlicher heiliger Wallfahrtsorte und Heilkräuter, höchste Zuflucht, vom Herrn der Unsterblichen beschützt: Bhrigu, Angiras, Atri, Vasishtha, Kashyapa, Agastya, Pulastya, Vamadeva, Asita, Gautama und andere große Weise zogen dorthin. Indra, der tausendäugige Lehrer der Unsterblichen, sprach zu ihnen: 'Willkommen, ihr Kenner Brahmans, Schätze an Wissen und Askese, ihr Brahmanenweisen! Leidet ihr nicht unter Erschöpfung, Kraftlosigkeit, Heiserkeit und Verfärbung — dem Unwohlsein und den Folgeschäden, die das Leben im Dorf verursacht? Denn das Dorfleben ist die Wurzel allen Unheils; dass ihr dies erkannt habt, ist ein Akt der Gnade an den Geschöpfen durch euch, die ihr Verdienstvolles tut. Nun ist die Zeit gekommen, sich um den eigenen Körper zu kümmern, und dies ist zugleich die Zeit für die Lehre des Ayurveda an euch Brahmanenweise. Zur Gnade an euch selbst und an den Geschöpfen gaben mir die Ashvins den Ayurveda; Prajapati gab ihn den Ashvins; Brahma gab ihn Prajapati. In der Erkenntnis, dass das Leben der Geschöpfe kurz ist, reich an Alter und Krankheit, unglücklich und von weiteren Übeln begleitet, und dass wegen dieser Kürze Askese, Freigebigkeit, Studium und das Anhäufen von Verdienst geschmälert werden, sollt ihr von mir dieses höchst verdienstvolle, das Leben verlängernde, Alter und Krankheit besänftigende, kraftspendende, dem Amṛta gleiche, heilsame, zufluchtspendende, erhabene [Wissen] hören und dann begreifen und verkünden — zur Gnade an den Geschöpfen, aus Freundschaft zum heiligen Wissen (ārṣa brahma) und aus meinem eigenen höchsten, heiligen, unvergänglichen Mitgefühl.' Nach diesen Worten des Götterfürsten priesen alle Weisen mit göttergemäßen Hymnen den besten der Unsterblichen und hießen seine Worte hocherfreut willkommen. Dann übertrug Indra den Weisen dieses Amṛta-gleiche Wissen des Ayurveda und sprach: 'All dies soll praktiziert werden; dies ist zudem eine günstige Zeit für Rasāyanas, und es gibt göttliche, aus dem Himalaya stammende Kräuter von voller Wirkkraft, nämlich: Aindri, Brahmi, Payasya, Kshirapushpi, Shravani, Mahashravani, Shatavari, Vidari, Jivanti, Punarnava, Nagabala, Sthira, Vaca, Chatra, Aticchatra, Meda, Mahameda und andere lebensfördernde Kräuter — sechs Monate lang mit Milch eingenommen, bringen sie höchstes langes Leben, jugendliches Alter, Krankheitsfreiheit, vorzügliche Stimme und Hautfarbe, körperliches Wachstum, Verstand, Gedächtnis, ausgezeichnete Kraft und weitere erwünschte Eigenschaften, sofern richtig zubereitet.' [Über einzelne göttliche Kräuter:] Brahmasuvarcala ist eine Pflanze mit goldfarbenem Milchsaft und lotusähnlichen Blättern; Adityaparni, bekannt als 'Suryakanta', hat goldenen Milchsaft und sonnenscheibenförmige Blüten; Nari, bekannt als 'Ashvabala', hat Blätter wie Balvaja-Gras; Kashthagodha ähnelt in der Form einer Waranechse; Sarpaushadhi ähnelt einer Schlange; Soma, die 'Königspflanze', hat fünfzehn Glieder und nimmt, wie der Mond-Soma, ab und zu; Padma ähnelt einem Lotos, ist lotusrot und lotusduftend; Aja ist bekannt als 'Ajashringi' (Ziegenhorn); Nila hat blauen Milchsaft, blaue Blüten und zahlreiche Ranken. Welche dieser Kräuter man auch immer erlangt, man trinke deren frischen Saft bis zur völligen Sättigung und lege sich dann, nur in die Himmelsrichtungen gekleidet [nackt], in eine mit Öl behandelte, frische, abgedeckte Palasha-Holzmulde; dort löst sich der [alte Körper] auf, und nach sechs Monaten wird man wiedergeboren; Ziegenmilch dient als Nachbehandlung. Innerhalb von sechs Monaten wird man gottgleich an Alter, Hautfarbe, Stimme, Gestalt und Kraft; von selbst offenbaren sich ihm alle Formen der Rede, er erlangt göttliches Sehen und Hören, die Fähigkeit, tausend Yojana weit zu reisen, sowie eine Lebensspanne von zehntausend Jahren ohne Unglück — so groß ist die Macht dieser göttlichen Kräuter. Dies können Wesen wie ihr ertragen; für Menschen mit unbeherrschtem Sinn wäre es jedoch unerträglich. Gefestigt durch die Kraft dieser Kräuter in eurem eigenen Wirken wird euch, seien es Waldeinsiedler oder Hausväter, beherrscht und zurückhaltend, vollkommenes Glück zuteilwerden; denn diese aus ihrer natürlichen [wilden] Region stammenden Kräuter dürfen verwendet werden. Diejenigen [Kräuter] aber, die durch die Beschaffenheit ihres [kultivierten] Bodens und nur mäßige Verarbeitung milderer Wirkkraft sind, deren Verfahren ist entsprechend zu verstehen. Für diejenigen, die unfähig sind, diese [wilden, kraftvollen Kräuter] aufzusuchen und anzuwenden, aber dennoch Wohlergehen wünschen, wird ein anderes Rasāyana-Verfahren empfohlen, mit kräftigenden, lebensfördernden und aufbauenden Kräutern — den zehn Gruppen sowie den das jugendliche Alter erhaltenden Pflanzen: Khadira, Asana, Dattelpalme, Madhuka, Musta, blauer Lotos, Weintrauben, Vidanga, Vaca, Chitraka, Shatavari, Payasya, Pippali, Jongaka, Riddhi, Nagabala, Dvaradaa, Dhava, Triphala, Kantakari, Vidari, Sandelholz, Zuckerrohr, Shara-Wurzel, Shriparni und Tinisha — von jeder einzeln nehme man den frischen Saft, ferner Palasha-Aschewasser. Von diesen nehme man gleiche, pala-gemessene Anteile zusammen mit der vierfachen Menge Kuhmilch, zwei Gefäßen Sesamöl und zwei Gefäßen Ghee, koche alles zu einem wohlbereiteten Fett zusammen und extrahiere es. Dazu füge man ein Adhaka hundertfach im eigenen Saft getränktes Amalaki-Pulver, je ein Prastha-Gefäß frischen Honig und Zuckerpulver sowie Bambusmanna mit Pippali hinzu; man bewahre dies, gut vermischt, in einem sauberen, mit Ghee behandelten Tongefäß einen halben Monat lang auf. Danach nehme man eine der eigenen Verdauungskraft entsprechende Dosis, füge ein Sechzehntel Pulver von Gold, Kupfer, Koralle, Eisen, Bergkristall, Perle, Katzenauge (Vaidurya), Muschelschale und Silber hinzu; man vermeide Anstrengung und Geschlechtsverkehr und esse nach jeder Verdauung Shashtika-Reis mit Milch und Ghee. Es besänftigt alle Krankheiten, wirkt aphrodisierend, lebensverlängernd, verleiht höchste Kraft von Geist, Gedächtnis, Körper, Verdauungsfeuer, Verstand und Sinnen, ist überaus stärkend, verbessert Hautfarbe und Stimme, vertreibt Gift und Unglück, vervollkommnet alle Formen der Rede und schenkt dem, der dieses vorzügliche, kraftvolle Brahma-Rasāyana vorschriftsgemäß anwenden möchte, Erfüllung seines Strebens, erneute Jugend, Beliebtheit unter den Menschen und weltlichen Ruhm. Für die Fähigen, Krankheitsfreien, Weisen und Selbstbeherrschten, die über Muße und die nötige Ausstattung verfügen, ist die Hütten-Kur (kuṭīpraveśa) zuträglich; für andere gilt das Freiluft-Verfahren (Sonne und Wind). Von beiden ist das erste Verfahren das bessere, wenn auch das schwierigere. Sollten durch Versäumnisse im Rasāyana-Verfahren Krankheiten entstehen, so ist dafür — abgesehen vom Rasāyana — die jeweils passende Arznei anzuwenden. Verhaltens-Rasāyana (ācāra rasāyana): Wer wahrhaftig ist, frei von Zorn, sich von Alkohol und unerlaubtem Geschlechtsverkehr fernhält, gewaltlos, nicht hastig, gelassen, freundlich im Reden, dem Gebet (japa) und der Reinheit zugetan, standhaft, stets freigebig, asketisch, der Verehrung von Göttern, Kühen, Brahmanen, Lehrern und Alten hingegeben, immerzu gütig und mitfühlend, ausgewogen in Wachen und Schlaf, stets Milch und Ghee genießend, Ort und Zeit richtig einschätzend, vernünftiges Urteilsvermögen besitzend, frei von Hochmut, von lobenswertem und unverdorbenem Verhalten, in seinen Sinnen dem Geistigen zugewandt, den Alten, Gläubigen und Selbstbeherrschten dienend, der Rechtslehre (dharmaśāstra) zugetan — ein solcher Mensch ist als beständig 'Rasāyana übender' zu erkennen. Wer, mit all diesen Tugenden ausgestattet, Rasāyana anwendet, erlangt alle genannten Wirkungen des Rasāyana. Ohne zuvor die körperlichen und geistigen Doṣas, soweit vorhanden, beseitigt zu haben, soll man niemals grob in das Rasāyana-Verfahren eintreten; denn diese Verfahren dienen der Lebensverlängerung und der Zerstörung von Alter und Krankheit nur bei jenen, deren Körper und Geist gereinigt und deren Selbst beherrscht ist. Diese Lehre soll auch nicht jedem mitgeteilt werden — nicht Menschen von verdorbenem Charakter, nicht Unwürdigen und nicht solchen, die keinen Dienst leisten wollen. Die Kombinationen von Rasāyana- und Aphrodisiaka-Mitteln (vṛṣya) sowie jede Arznei gegen Krankheiten überhaupt gehören in den Bereich des Arztes (vaidya). Deshalb soll ein Weiser den Arzt — den Lebensbewahrer (prāṇācārya), gelehrt und dem Veda kundig — mit aller Kraft verehren, so wie der Herr der Götter die Ashvins verehrt. Die Ashvins gelten in der Überlieferung als die göttlichen Ärzte, die Träger des Opfers: als das Haupt des Opfers abgetrennt wurde, stellten sie es wieder her; als Pushans Zähne zerbrochen und Bhagas Augen verloren waren, und als Indras Arm gelähmt war, wurden auch diese von den beiden Ashvins geheilt. Der Mond, von der Schwindsucht (rājayakṣman) befallen, wurde durch sie wieder gesund gemacht. Der Weise Cyavana, Nachkomme Bhrigus, der gealtert und begehrlich in einen elenden Zustand geraten war, wurde durch sie wieder jung, mit schöner Hautfarbe und Stimme ausgestattet. Durch diese und viele andere Taten wurden die beiden besten Ärzte von Indra und anderen großen Wesen überaus verehrt. Sternbilder, Hymnen, Zaubersprüche (mantra) und verschiedenste Opfergaben werden ihnen von den Zweifachgeborenen dargebracht; beim Morgenopfer trinkt Indra zusammen mit den Ashvins den Soma; bei der Sautramani-Feier freut sich der erhabene Indra mit den Ashvins. Indra-Agni und die Ashvins werden von den Zweifachgeborenen in den Veda-Versen meist gemeinsam gepriesen — keine anderen Gottheiten werden so [prominent] in den Veda-Worten gepriesen. So werden die beiden Ärzte, die Ashvins, von den beherrschten, unvergänglichen, unsterblichen, ruhmreichen Göttern samt ihren Oberhäuptern, immer standhaft, verehrt. Wenn schon sterbliche, dem Tod, der Krankheit und dem Alter unterworfene, meist leidende, glücksuchende Wesen [Ärzte so verehren], um wie viel mehr sollten sterbliche Ärzte mit aller Kraft geehrt werden? Ein Zweifachgeborener von gutem Charakter, klugem Verstand, diszipliniert und der heiligen Schriften kundig, ist von den Lebewesen wie ein Lehrer zu ehren, denn er wird eben als 'Lebensbewahrer' (prāṇācārya) bezeichnet. Erst mit dem Abschluss seiner Ausbildung erlangt der Arzt seine 'zweite Geburt' — den Namen 'Arzt' (vaidya) trägt er nicht schon durch seine erste [leibliche] Geburt. Mit Abschluss der Ausbildung wird er durch das Wissen wahrhaft von brahmischer oder weiser (ārṣa) Wesensart erfüllt — deshalb gilt der Arzt als 'zweifachgeboren'. Er soll niemals Böses denken, fluchen oder schädlich handeln; kein Weiser, der ununterbrochenes Leben wünscht, würde [dem Lebensbewahrer] Schaden zufügen. Wer, sei er behandelt worden oder nicht, dem Arzt seine Dienste nicht vergilt, für den gibt es hier keine Wiedergutmachung. Der Arzt wiederum soll, eifrig bemüht, alle Kranken wie seine eigenen Kinder vor Leiden schützen, im Streben nach höchstem Recht (dharma). Ayurveda wurde von den großen Weisen um des Rechts (dharma), des Nutzens (artha) und des Verlangens (kāma) willen verkündet, von denen, die dem dharma zugetan sind und das Unvergängliche suchen. Wer die Heilkunst nicht um Reichtums oder Begierde willen, sondern aus Mitgefühl mit den Lebewesen ausübt, übertrifft alle anderen; wer aber die Heilkunst als Gewerbe betreibt und Behandlung wie eine Ware verkauft, verlässt einen Goldhaufen und wendet sich stattdessen einem Staubhaufen zu. Wer die schrecklichen Fesseln des Todes zerschneidet, mit denen die Menschen [in den Untergang] gezogen werden, und ihnen so das Leben schenkt, dem ist niemand gleichgestellt an der Gabe von Recht und Reichtum zugleich; denn keine andere Gabe übertrifft die Gabe des Lebens. Wer, das Mitgefühl mit den Lebewesen als höchstes dharma erachtend, auf dieser Grundlage die Heilkunst ausübt, hat sein Ziel erreicht und genießt höchstes Glück. Dieser Ursprung des Ayurveda, das heilsame Verfahren der göttlichen Kräuter, dieses erprobte, dem Amṛta kaum nachstehende 'Juwelen-Rasāyana' (ratnarasāyana), wurde von Indra, dem Herrn der Unsterblichen, den vollendeten, enthaltsamen Weisen verkündet; in diesem Kapitel über den Ursprung des Ayurveda (Āyurvedasamutthāna) wurde all dies vollständig dargelegt.

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