athātaḥ kuṣṭhacikitsitaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun also werden wir die Behandlung des Kuṣṭha (der Hautkrankheiten) erläutern.
Caraka-Saṃhitā · Chikitsasthana
Das siebte Kapitel behandelt Kuṣṭha, den Sammelbegriff für Hautkrankheiten, den Caraka in sieben schwere (mahākuṣṭha) und elf leichtere Formen unterteilt – insgesamt achtzehn genau beschriebene Krankheitsbilder von der schwärzlich-rauen Kāpāla- bis zur nässenden Vicarcikā. Grundsätzlich gilt jede Kuṣṭha-Form als Störung aller drei Doṣas zugleich, benannt wird sie jeweils nach dem vorherrschenden Prinzip. Auffällig ist die Behandlung von Śvitra/Kilāsa (vitiligoartige Weißfleckenbildung) im selben Kapitel, mit eigener Einteilung nach betroffenem Gewebe und Heilbarkeit. Botanisch dominieren adstringierende, blutreinigende Drogen: Khadira-Absude, Nimba, Dārvī und Triphalā bilden das Rückgrat langfristiger Ariṣṭa- und Ghṛta-Rezepturen, ergänzt durch Mineralpräparate wie Schwefel (gandhaka) und quecksilberhaltige Zubereitungen (rasa) – ein früher Beleg für den Einsatz mineralischer Substanzen neben Pflanzenheilkunde. Das Kapitel gehört zu den umfangreichsten Krankheitstaxonomien der Saṃhitā und zeigt, wie eng Hautbild, Doṣa-Diagnostik und Karma-Vorstellungen als Krankheitsursache miteinander verwoben sind.
| Name | Kennzeichen | Doṣa |
|---|---|---|
| Kāpāla | schwarz-rötlich wie eine Tonscherbe, trocken, rau, dünn, starkes Stechen | Vāta |
| Audumbara | Brennen, Jucken, Rötung, Farbe der Udumbara-Frucht | Pitta |
| Maṇḍala | weißlich-rötlich, fest, ölig glänzend, ineinander übergehende Flecken, schwer heilbar | Kapha |
| Ṛṣyajihva | rau, rötlicher Rand, innen bräunlich-grau, wie eine Gazellenzunge | Vāta–Pitta |
| Puṇḍarīka | weißlich mit rötlichem Rand, erhaben, brennend, lotusblütenartig | Kapha–Pitta |
| Sidhma | weißlich-kupferfarben, dünn, schuppend, meist an der Brust | Vāta–Kapha |
| Kākaṇa | Farbe der Guñjā-Beere, reift nicht aus, heftiger Schmerz | Tridoṣa – unheilbar |
| Ekakuṣṭha | ohne Schweißbildung, großflächig, wie eine Fischschuppe | Vāta–Kapha |
| Carman (Carmākhya) | dick wie Elefantenhaut | Vāta–Kapha |
| Kiṭibha | bräunlich-grau, rau, schwielig | Vāta–Kapha |
| Vipādikā | Aufplatzen von Händen und Füßen mit heftigem Schmerz | Vāta–Kapha |
| Alasaka | juckende, gerötete Schwellungen (gaṇḍa) | Vāta–Kapha |
| Dadru | juckende, gerötete Pusteln in ringförmigen Flecken | Pitta–Kapha |
| Carmadala | rötlich, juckend, mit Bläschen, aufplatzend | Pitta–Kapha |
| Pāmā | weißlich-rötlich-bräunliche, stark juckende Pusteln | Pitta–Kapha |
| Visphoṭaka | weißlich-rötliche Bläschen mit dünner Haut | Pitta–Kapha |
| Śatāru | rötlich-bräunlich, Brennen und Schmerz, viele Wunden | Pitta–Kapha |
| Vicarcikā | juckende, bräunliche Pusteln mit starkem Nässen | überwiegend Kapha |
| Sitz des Doṣa | Farbe | Schweregrad |
|---|---|---|
| rakta (Blut) | rot | leichteste Form |
| māṃsa (Muskelgewebe) | kupferfarben | mittlere Form |
| meda (Fettgewebe) | weiß | schwerste Form |
athātaḥ kuṣṭhacikitsitaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun also werden wir die Behandlung des Kuṣṭha (der Hautkrankheiten) erläutern.
iti ha smāha bhagavānātreyaḥ
So sprach der erhabene Ātreya.
hetuṃ dravyaṃ liṅgaṃ kuṣṭhānāmāśrayaṃ praśamanaṃ ca| śṛṇvagniveśa! samyagviśeṣataḥ sparśanaghnānām
Höre, Agniveśa, genau und im Einzelnen von der Ursache, den Heilmitteln, den Krankheitszeichen, dem Sitz und der Besänftigung der Kuṣṭha-Krankheiten, die den Tastsinn (die Haut) zerstören.
virodhīnyannapānāni dravasnigdhagurūṇi ca| bhajatāmāgatāṃ chardiṃ vegāṃścānyānpratighnatām
Bei denen, die einander widersprechende Speisen und Getränke zu sich nehmen, die flüssig, ölig und schwer sind, und die aufkommendes Erbrechen sowie andere natürliche Dränge des Körpers unterdrücken,
vyāyāmamatisantāpamatibhuktvopasevinām| śītoṣṇalaṅghanāhārān kramaṃ muktvā niṣeviṇām
bei denen, die nach übermäßigem Essen körperliche Anstrengung oder übermäßige Hitze suchen, und bei denen, die kalte und heiße, fastende und reichliche Nahrung ohne die rechte Reihenfolge zu sich nehmen,
gharmaśramabhayārtānāṃ drutaṃ śītāmbusevinām| ajīrṇādhyaśināṃ caiva pañcakarmāpacāriṇām
bei denen, die von Hitze, Erschöpfung oder Angst geplagt sogleich kaltes Wasser trinken, bei denen, die bei unverdauter Speise erneut essen, und bei denen, die die fünf Reinigungsverfahren (pañcakarma) falsch anwenden,
navānnadadhimatsyātilavaṇāmlaniṣeviṇām| māṣamūlakapiṣṭānnatilakṣīraguḍāśinām
bei denen, die frisches Getreide, Dickmilch (dadhi), Fisch sowie übermäßig Salziges und Saures genießen, und bei denen, die Urdbohnen (māṣa), Rettich, Mehlspeisen, Sesam, Milch und Rohzucker (guḍa) essen,
vyavāyaṃ cāpyajīrṇe'nne nidrāṃ ca bhajatāṃ divā| viprān gurūn dharṣayatāṃ pāpaṃ karma ca kurvatām
bei denen, die bei unverdauter Speise dem Geschlechtsverkehr nachgehen und tagsüber schlafen, die Brahmanen und Lehrer kränken und sündhafte Taten begehen –
vātādayastrayo duṣṭāstvagraktaṃ māṃsamambu ca| dūṣayanti sa kuṣṭhānāṃ saptako dravyasaṅgrahaḥ
bei diesen werden die drei Doṣas, Vāta an erster Stelle, gestört und verderben Haut, Blut, Muskelfleisch und Körperflüssigkeit; dies ist die siebenfache Gruppe der Substanzen, die den Kuṣṭha-Krankheiten zugrunde liegt.
ataḥ kuṣṭhāni jāyante sapta caikādaśaiva ca| na caikadoṣajaṃ kiñcit kuṣṭhaṃ samupalabhyate
Daraus entstehen die Kuṣṭha-Krankheiten, sieben und weitere elf; keine einzige Kuṣṭha-Krankheit findet sich, die nur von einem einzigen Doṣa verursacht wäre.
sparśājñatvamatisvedo na vā vaivarṇyamunnatiḥ| koṭhānāṃ lomaharṣaśca kaṇḍūstodaḥ śramaḥ klamaḥ
Verlust des Tastempfindens, übermäßiges Schwitzen oder auch dessen Fehlen, Verfärbung, Erhabenheit der Hautflecken (koṭha), Sträuben der Körperhaare, Jucken, stechender Schmerz, Ermüdung und Erschöpfung –
vraṇānāmadhikaṃ śūlaṃ śīghrotpattiścirasthitiḥ| dāhaḥ [1] suptāṅgatā ceti kuṣṭhalakṣaṇamagrajam
übermäßiger Schmerz der Wunden, rasches Entstehen, langes Bestehenbleiben, Brennen und Taubheit der Glieder – dies sind die vorausgehenden, allgemeinen Kennzeichen des Kuṣṭha.
ata ūrdhvamaṣṭādaśānāṃ kuṣṭhānāṃ kapālodumbaramaṇḍalarṣyajihvapuṇḍarīkasidhmakākaṇakaikakuṣṭhacarmākhya-kiṭibhavipādikālasakadadrucarmadalapāmāvisphoṭakaśatārurvicarcikānāṃ lakṣaṇānyupadekṣyāmaḥ
Nun werden wir im Folgenden die Merkmale der achtzehn weiteren Kuṣṭha-Krankheiten darlegen: Kapāla, Audumbara, Maṇḍala, Ṛṣyajihva, Puṇḍarīka, Sidhma, Kākaṇaka, Ekakuṣṭha, Carmākhya (Carman), Kiṭibha, Vipādikā, Alasaka, Dadru, Carmadala, Pāmā, Visphoṭaka, Śatāru und Vicarcikā.
kṛṣṇāruṇakapālābhaṃ yadrūkṣaṃ paruṣaṃ tanu| kāpālaṃ todabahulaṃ tatkuṣṭhaṃ viṣamaṃ smṛtam
Was schwarz-rötlich wie eine Tonscherbe (kapāla) aussieht, trocken, rau und dünn ist und mit starkem Stechen einhergeht, das gilt als Kāpāla-Kuṣṭha, unregelmäßig in seiner Form.
dāhakaṇḍūrujārāgaparītaṃ lomapiñjaram| udumbaraphalābhāsaṃ kuṣṭhamaudumbaraṃ viduḥ
Von Brennen, Jucken, Schmerz und Rötung begleitet, mit rostfarbenen Körperhaaren, in der Farbe der Frucht des Udumbara-Baumes – dies ist als Audumbara-Kuṣṭha bekannt.
śvetaṃ raktaṃ sthiraṃ styānaṃ snigdhamutsannamaṇḍalam| kṛcchramanyonyasaṃsaktaṃ kuṣṭhaṃ maṇḍalamucyate
Weißlich-rötlich, fest, verdickt, ölig glänzend, mit erhabenen, ineinander übergehenden Flecken (maṇḍala), schwer zu heilen – dies wird Maṇḍala-Kuṣṭha genannt.
karkaśaṃ raktaparyantamantaḥ śyāvaṃ savedanam| yadṛṣyajihvāsaṃsthānamṛṣyajihvaṃ taducyate
Rau, mit rötlichem Rand, innen bräunlich-grau und schmerzhaft, von der Form einer Gazellenzunge (ṛṣyajihvā) – dies wird Ṛṣyajihva genannt.
saśvetaṃ raktaparyantaṃ puṇḍarīkadalopamam| sotsedhaṃ ca sadāhaṃ ca puṇḍarīkaṃ taducyate
Weißlich mit rötlichem Rand, einem Lotusblütenblatt (puṇḍarīka) gleichend, erhaben und mit Brennen verbunden – dies wird Puṇḍarīka genannt.
śvetaṃ tāmraṃ tanu ca yadrajo [1] ghṛṣṭaṃ vimuñcati| alābūpuṣpavarṇaṃ tat sidhmaṃ prāyeṇa corasi
Weißlich-kupferfarben, dünn, und beim Reiben Schuppen abgebend, in der Farbe der Kürbisblüte (alābū) – dies ist Sidhma, meist an der Brust auftretend.
yat kākaṇantikāvarṇamapākaṃ tīvravedanam| tridoṣaliṅgaṃ tat kuṣṭhaṃ kākaṇaṃ naiva sidhyati
Was die Farbe der Guñjā-Beere (kākaṇantikā) hat, nicht ausreift, mit heftigem Schmerz und Zeichen aller drei Doṣas einhergeht, dieses Kuṣṭha, Kākaṇa genannt, ist überhaupt nicht heilbar.
asvedanaṃ mahāvāstu yanmatsyaśakalopamam| tadekakuṣṭha carmākhyaṃ bahalaṃ hasticarmavat
Ohne Schweißbildung, von großer Ausdehnung, einer Fischschuppe ähnlich – das ist Ekakuṣṭha; dick wie Elefantenhaut ist Carmākhya (Carman).
śyāvaṃ kiṇakharasparśaṃ paruṣaṃ kiṭibhaṃ smṛtam| vaipādikaṃ pāṇipādasphuṭanaṃ tīvravedanam
Bräunlich-grau, mit rauer, schwieliger Berührung – das gilt als Kiṭibha. Vipādikā (Vaipādikā) ist das Aufplatzen von Händen und Füßen mit heftigem Schmerz.
kaṇḍūmadbhiḥ sarāgaiśca gaṇḍairalasakaṃ citam| sakaṇḍūrāgapiḍakaṃ dadrumaṇḍalamudgatam
Alasaka ist von juckenden, geröteten Schwellungen (gaṇḍa) übersät. Dadru ist gekennzeichnet durch juckende, gerötete Pusteln, die sich in ringförmigen Flecken erheben.
raktaṃ [1] sakaṇḍu sasphoṭaṃ sarugdalati cāpi yat| taccarmadalamākhyātaṃ saṃsparśāsahamucyate
Was rötlich, juckend, mit Bläschen versehen und schmerzhaft ist und aufplatzt, das wird Carmadala genannt und gilt als berührungsempfindlich.
pāmāśvetāruṇaśyāvāḥ kaṇḍūlāḥ piḍakā bhṛśam| sphoṭāḥ śvetāruṇābhāso visphoṭāḥ syustanutvacaḥ
Pāmā sind weißlich-rötlich-bräunliche, stark juckende Pusteln. Visphoṭaka sind Bläschen von weißlich-rötlichem Aussehen mit dünner Haut.
raktaṃ śyāvaṃ sadāhārti śatāruḥ syādbahuvraṇam| sakaṇḍūḥ piḍakā śyāvā bahusrāvā vicarcikā
Śatāru ist rötlich-bräunlich, mit Brennen und Schmerz verbunden, mit vielen Wunden. Vicarcikā zeigt juckende, bräunliche Pusteln mit starkem Nässen.
vāte'dhikatare kuṣṭhaṃ kāpālaṃ maṇḍalaṃ kaphe| pitte tvaudumbaraṃ vidyāt kākaṇaṃ tu tridoṣajam
Wenn Vāta vorherrscht, entsteht Kāpāla-Kuṣṭha; bei überwiegendem Kapha Maṇḍala; bei Pitta erkenne man Audumbara; Kākaṇa hingegen entsteht aus allen drei Doṣas zugleich.
vātapitte śleṣmapitte vātaśleṣmaṇi cādhike| ṛṣyajihvaṃ puṇḍarīkaṃ sidhmakuṣṭhaṃ ca jāyate
Wenn Vāta und Pitta, Kapha und Pitta, oder Vāta und Kapha vorherrschen, entstehen entsprechend Ṛṣyajihva, Puṇḍarīka und Sidhma-Kuṣṭha.
carmākhyamekakuṣṭhaṃ ca kiṭimaṃ savipādikam| kuṣṭhaṃ cālasakaṃ jñeyaṃ prāyo vātakaphādhikam
Carmākhya, Ekakuṣṭha, Kiṭibha samt Vipādikā sowie Alasaka-Kuṣṭha sind meist als von überwiegendem Vāta und Kapha verursacht zu erkennen.
pāmā śatārurvisphoṭaṃ dadruścarmadalaṃ tathā| pittaśleṣmādhikaṃ prāyaḥ kaphaprāyā vicarcikā
Pāmā, Śatāru, Visphoṭaka, Dadru und ebenso Carmadala entstehen meist aus überwiegendem Pitta und Kapha; Vicarcikā ist überwiegend von Kapha geprägt.
sarvaṃ tridoṣajaṃ kuṣṭhaṃ doṣāṇāṃ tu balābalam| yathāsvairlakṣaṇairbuddhvā kuṣṭhānāṃ kriyate kriyā
Jedes Kuṣṭha entsteht letztlich aus allen drei Doṣas; doch erst nachdem man anhand der jeweils eigenen Merkmale die Stärke oder Schwäche der Doṣas erkannt hat, wird die Behandlung der Kuṣṭha-Krankheiten durchgeführt.
doṣasya yasya paśyet kuṣṭheṣu viśeṣaliṅgamadriktam| tasyaiva śamaṃ kuryāttataḥ paraṃ cānubandhasya
Welchen Doṣas man bei den Kuṣṭha-Krankheiten die überwiegenden, besonderen Merkmale zuordnet, dessen Besänftigung soll man zuerst durchführen, danach die des begleitenden Doṣa.
kuṣṭhaviśeṣairdoṣā doṣaviśeṣaiḥ punaśca kuṣṭhāni| jñāyante tairheturhetustāṃśca [1] prakāśayati
Durch die Besonderheiten der Kuṣṭha-Krankheiten werden die beteiligten Doṣas erkannt, und umgekehrt durch die Besonderheiten der Doṣas die Kuṣṭha-Krankheiten; so erhellt die Ursache die Wirkung, und die Wirkung offenbart wiederum die Ursache.
raukṣyaṃ śoṣastodaḥ śūlaṃ saṅkocanaṃ tathā''yāmaḥ| pāruṣyaṃ kharabhāvo harṣaḥ śyāvāruṇatvaṃ ca
Trockenheit, Austrocknung, Stechen, Schmerz, Zusammenziehung sowie Straffung, Rauheit, Schroffheit, Sträuben der Körperhaare und bräunlich-rötliche Farbe –
kuṣṭheṣu vātaliṅgaṃ, dāho rāgaḥ parisravaḥ pākaḥ| visro gandhaḥ kledastathā'ṅgapatanaṃ ca pittakṛtam
das sind bei den Kuṣṭha-Krankheiten die Zeichen von Vāta. Brennen, Rötung, Ausfluss, Eiterung, übler Geruch, Feuchtigkeit sowie das Abfallen von Körperteilen sind hingegen von Pitta bewirkt.
śvaityaṃ śaityaṃ kaṇḍūḥ sthairyaṃ cotsedhagauravasnehāḥ| kuṣṭheṣu tu kaphaliṅgaṃ jantubhirabhibhakṣaṇaṃ kledaḥ
Weißlichkeit, Kälte, Jucken, Beständigkeit, Erhabenheit, Schwere und Öligkeit – dies sind bei den Kuṣṭha-Krankheiten die Zeichen von Kapha, ebenso das Befallenwerden von Würmern und Feuchtigkeit.
sarvairliṅgairyuktaṃ matimān vivarjayedabalam| tṛṣṇādāhaparītaṃ śāntāgniṃ jantubhirjagdham
Ein kluger Arzt soll einen kraftlosen Kranken, der Zeichen aller drei Doṣas zugleich aufweist, aufgeben – ebenso einen, der von Durst und Brennen gequält ist, dessen Verdauungsfeuer (Agni) erloschen ist und der von Würmern zerfressen wird.
vātakaphaprabalaṃ yadyadekadoṣolbaṇaṃ na tat kṛcchram| kaphapitta-vātapittaprabalāni tu kṛcchrasādhyāni
Was immer von Vāta und Kapha vorherrscht oder nur von einem einzigen Doṣa überwiegt, ist nicht schwer zu heilen; was jedoch von Kapha und Pitta oder von Vāta und Pitta vorherrschend ist, lässt sich nur mit Mühe heilen.
vātottareṣu sarpirvamanaṃ śleṣmottareṣu kuṣṭheṣu| pittottareṣu mokṣo raktasya virecanaṃ cāgre
Bei Kuṣṭha-Krankheiten mit überwiegendem Vāta gebe man geklärte Butter (sarpis); bei überwiegendem Kapha Brechmittel; bei überwiegendem Pitta zunächst Aderlass sowie Abführmittel.
vamanavirecanayogāḥ kalpoktāḥ kuṣṭhināṃ prayoktavyāḥ| pracchanamalpe kuṣṭhe mahati ca śastaṃ sirāvyadhanam
Die im Kalpasthāna genannten Brech- und Abführrezepturen sind bei Kuṣṭha-Kranken anzuwenden; bei kleinem Kuṣṭha ist das Anritzen der Haut (pracchāna), bei großem der Aderlass empfohlen.
bahudoṣaḥ saṃśodhyaḥ kuṣṭhī bahuśo'nurakṣatā prāṇān| doṣe hyatimātrahṛte vāyurhanyādabalamāśu
Ein Kuṣṭha-Kranker mit reichlich Doṣas soll wiederholt gereinigt werden, wobei man stets die Lebenskraft schützt; denn wenn die Doṣas übermäßig entfernt werden, kann Vāyu den geschwächten Kranken rasch vernichten.
snehasya pānamiṣṭaṃ śuddhe koṣṭhe pravāhite rakte| vāyurhi śuddhakoṣṭhaṃ kuṣṭhinamabalaṃ viśati śīghram
Nach gereinigtem Verdauungstrakt (koṣṭha) und abgeleitetem Blut ist das Trinken von Ölzubereitungen (sneha) angezeigt; denn Vāyu dringt rasch in einen Kuṣṭha-Kranken mit gereinigtem, aber geschwächtem Koṣṭha ein.
doṣotkliṣṭe hṛdaye vāmyaḥ kuṣṭheṣu cordhvabhāgeṣu| kuṭajaphalamadanamadhukaiḥ sapaṭolairnimbarasayuktaiḥ
Wenn bei Kuṣṭha-Krankheiten die Doṣas im Herzbereich und den oberen Körperteilen aufsteigen, soll Erbrechen herbeigeführt werden – mit den Früchten von Kuṭaja, mit Madana, Süßholz (madhuka), zusammen mit Paṭola und dem Saft von Nimba.
śītarasaḥ pakvaraso madhūni madhukaṃ ca vamanāni| kuṣṭheṣu trivṛtā dantī triphalā ca virecane śastā
Śītarasa, Pakvarasa, Honig und Süßholz dienen als Brechmittel; bei Kuṣṭha sind Trivṛt, Dantī und Triphalā als Abführmittel empfohlen.
sauvīrakaṃ tuṣodakamāloḍanamāsavāśca sīdhūni| śaṃsantyadhoharāṇāṃ yathāvirekaṃ kramaśceṣṭaḥ
Sauvīraka, Tuṣodaka, Āloḍana sowie die vergorenen Getränke Āsava und Sīdhu werden für die abführenden Mittel empfohlen; auch die richtige Reihenfolge, entsprechend dem Verlauf der Abführung, ist zu beachten.
dārvībṛhatīsevyaiḥ paṭolapicumardamadanakṛtamālaiḥ| sasnehairāsthāpyaḥ kuṣṭhī sakaliṅgayavamustaiḥ
Mit Dārvī, Bṛhatī, Sevya, Paṭola, Picumarda (Nimba), Madana und Kṛtamāla, versehen mit Ölzubereitung, zusammen mit Kaliṅga-Samen, Gerste (yava) und Mustā, soll dem Kuṣṭha-Kranken ein Nährklistier (āsthāpana) verabreicht werden.
vātolbaṇaṃ viriktaṃ nirūḍhamanuvāsanārhamālakṣya| phalamadhukanimbakuṭajaiḥ sapaṭolaiḥ sādhayetsneham
Erkennt man einen Kranken, bei dem Vāta vorherrscht, der abgeführt wurde, dem das Nährklistier gegeben wurde und der für ein Ölklistier (anuvāsana) geeignet ist, soll man das Öl mit den Früchten von Madana, Süßholz, Nimba und Kuṭaja, zusammen mit Paṭola, zubereiten.
saindhavadantīmaricaṃ phaṇijjhakaḥ pippalī karañjaphalam| nasyaṃ syātsaviḍaṅgaṃ krimikuṣṭhakaphaprakopaghnam [1]
Steinsalz (saindhava), Dantī, schwarzer Pfeffer, Phaṇijjhaka, Pippalī und die Frucht des Karañja zusammen mit Viḍaṅga – dies sei ein Nasenmittel (nasya), das Würmer, Kuṣṭha und die Erregung von Kapha beseitigt.
vairecanikairdhūmaiḥ ślokasthāneritaiḥ praśāmyanti| kṛmayaḥ kuṣṭhakilāsāḥ prayojitairuttamāṅgasthāḥ
Durch die abführend wirkenden Rauchinhalationen, wie sie im Ślokasthāna genannt wurden, werden bei ihrer Anwendung die im Kopfbereich sitzenden Würmer sowie Kuṣṭha- und Kilāsa-(Weißfleck-)Erkrankungen besänftigt.
sthirakaṭhinamaṇḍalānāṃ svinnānāṃ prastarapraṇāḍībhiḥ| kūrcairvighaṭṭitānāṃ raktotkleśo'panetavyaḥ
Bei festen, verhärteten Hautflecken, die mit ausgebreiteten Umschlägen und röhrenförmigen Bähungen bedampft und mit Bürsten (kūrca) gerieben wurden, soll die aufgestaute Blutfülle abgeleitet werden.
ānūpavārijānāṃ māṃsānāṃ poṭṭalaiḥ sukhoṣṇaiśca| svinnotsannaṃ [1] vilikhet kuṣṭhaṃ tīkṣṇena śastreṇa
Mit angenehm warmen Bündeln aus dem Fleisch von Sumpf- und Wassertieren bedampft, soll man das erhabene, gebähte Kuṣṭha mit einem scharfen Instrument abschaben.
rudhirāgamārthamathavā śṛṅgālābūni [2] yojayet kuṣṭhe| pracchitamalpaṃ kuṣṭhaṃ virecayedvā jalaukobhiḥ
Oder, um den Blutfluss zu erzielen, wende man Horn- und Kürbis-Schröpfköpfe am Kuṣṭha an; ein kleines, angeritztes Kuṣṭha soll man auch mittels Blutegeln entleeren.
ye lepāḥ kuṣṭhānāṃ yujyante nirhṛtāsradoṣāṇām| saṃśodhitāśayānāṃ sadyaḥ siddhirbhavetteṣām
Die Salben (lepa), die bei Kuṣṭha-Kranken angewandt werden, nachdem Blut und Doṣas entfernt und der Körper gründlich gereinigt wurden, führen bei ihnen zu sofortigem Erfolg.
yeṣu na śastraṃ kramate sparśendriyanāśanāni yāni syuḥ| teṣu nipātyaḥ kṣāro raktaṃ doṣaṃ ca visrāvya
Bei Kuṣṭha-Formen, bei denen das Messer nicht wirkt und die das Tastempfinden zerstören, soll man, nachdem man Blut und Doṣa hat abfließen lassen, Ätzmittel (kṣāra) anwenden.
pāṣāṇakaṭhinaparuṣe supte kuṣṭhe sthire purāṇe ca| pītāgadasya kāryo viṣaiḥ pradeho'gadaiścānu
Bei einem steinhart-rauen, gefühllosen, festsitzenden und lang bestehenden, chronischen Kuṣṭha soll ein Umschlag mit Gegengiften, zusammen mit Giften und danach wieder mit Gegengiften, aufgetragen werden.
stabdhāni suptasuptānyasvedanakaṇḍulāni kuṣṭhāni| kūrcairdantītrivṛtākaravīrakarañjakuṭajānām
Starre, völlig gefühllose, nicht schwitzende, juckende Kuṣṭha-Krankheiten soll man mit Bürsten aus Dantī, Trivṛt, Karavīra, Karañja und Kuṭaja behandeln,
jātyarkanimbajairvā patraiḥ śastraiḥ samudraphenairvā| ghṛṣṭāni gomayairvā tataḥ pradehaiḥ pradehyāni
oder mit den Blättern von Jātī, Arka und Nimba, mit scharfen Instrumenten oder mit Meerschaum, oder mit Kuhdung gerieben, und danach mit Umschlägen versehen werden.
mārutakaphakuṣṭhaghnaṃ karmoktaṃ pittakuṣṭhināṃ kāryam| kaphapittaraktaharaṇaṃ tiktakaṣāyaiḥ praśamanaṃ ca
Die zuvor genannte, gegen Vāta-Kapha-Kuṣṭha wirksame Behandlung ist auch bei Pitta-Kuṣṭha-Kranken anzuwenden – ergänzt durch das Entfernen von Kapha, Pitta und Blut sowie durch Besänftigung mit bitteren und adstringierenden Mitteln.
sarpīṃṣi tiktakāni ca yaccānyadraktapittanut [1] karma| bāhyābhyantaramagryaṃ tat kāryaṃ pittakuṣṭheṣu
Bittere geklärte Butterzubereitungen und alle anderen Maßnahmen, die Blut und Pitta beseitigen, sind bei Pitta-Kuṣṭha als vorzüglichste äußere wie innere Behandlung anzuwenden.
doṣādhikyavibhāgādityetat karma kuṣṭhanut proktam| vakṣyāmi kuṣṭhaśamanaṃ prāyastvagdoṣasāmānyāt
So wurde diese Kuṣṭha beseitigende Behandlung entsprechend dem Überwiegen der jeweiligen Doṣas dargelegt. Nun werde ich die Besänftigung des Kuṣṭha darlegen, die sich vor allem auf die den Hautkrankheiten gemeinsamen Doṣas bezieht.
dārvī rasāñjanaṃ vā gomūtreṇa prabādhate kuṣṭham| abhayā prayojitā vā māsaṃ savyoṣaguḍatailā
Dārvī oder Rasāñjana, mit Kuhurin eingenommen, vertreibt Kuṣṭha (Sammelbegriff für Hautkrankheiten). Oder man wende einen Monat lang Abhayā an, zusammen mit Vyoṣa (den drei Scharfgewürzen), Rohrzucker (guḍa) und Öl.
mūlaṃ paṭolasya tathā gavākṣyāḥ pṛthak palāṃśaṃ triphalātvacaśca [1] | syāttrāyamāṇā kaṭurohiṇī ca bhāgārdhikā nāgarapādayuktā
Die Wurzel von Paṭola und ebenso von Gavākṣī, je ein Pala (Gewichtsmaß), dazu die Rinde der Triphalā (drei Myrobalanenfrüchte); Trāyamāṇā und Kaṭurohiṇī sollen je ein halbes Pala betragen, dazu ein Viertel-Pala Nāgara (Trockeningwer).
palaṃ tathaiṣāṃ saha cūrṇitānāṃ jale śṛtaṃ doṣaharaṃ pibennā| jīrṇe rasairdhanvamṛgadvijānāṃ purāṇaśālyodanamādadīta
Man koche ein Pala dieser zu Pulver zerstoßenen Zutaten in Wasser und trinke den Doṣa (krankheitsverursachendes Prinzip) beseitigenden Sud; sobald er verdaut ist, nehme man mit dem Fleischsaft von Wüstenlandwild und Vögeln alten Śāli-Reis zu sich.
kuṣṭhāni śophaṃ grahaṇīpradoṣamarśāṃsi kṛcchrāṇi halīmakaṃ ca| ṣaḍrātrayogena nihanti caiṣa hṛdbastiśūlaṃ viṣamajvaraṃ ca
Kuṣṭha-Erkrankungen, Ödeme, Störungen der Grahaṇī (Verdauungsfunktion), Hämorrhoiden, schmerzhafte Beschwerden und Halīmaka (eine Gelbsuchtform) vernichtet dieses Mittel bei sechstägiger Anwendung; ebenso Herz- und Blasenschmerzen sowie unregelmäßiges Fieber.
mustaṃ vyoṣaṃ triphalā mañjiṣṭhā dāru pañcamūlyau dve| saptacchadanimbatvak saviśālaścitrako mūrvā
Mustā, Vyoṣa, Triphalā, Mañjiṣṭhā, Dāru, die beiden Pañcamūla-Gruppen (kleine und große Fünfwurzel-Sets), die Rinde von Saptacchada und Nimba, zusammen mit Viśālā, Citraka und Mūrvā —
cūrṇaṃ tarpaṇabhāgairnavabhiḥ saṃyojitaṃ samadhvājyam [1] | siddhaṃ kuṣṭhanibarhaṇametat prāyogikaṃ bhakṣyam
— dieses Pulver, mit neun Teilen Tarpaṇa (geröstetem Mehltrank) sowie ebenso viel Honig und Ghee verbunden und zubereitet: ein Kuṣṭha vernichtendes, gebrauchsfertiges Nahrungsmittel.
śvayathuṃ sapāṇḍurogaṃ śvitraṃ grahaṇīpradoṣamarśāṃsi| braghnabhagandarapiḍakākaṇḍūkoṭhāṃśca vinihanti
Es vernichtet Schwellungen samt Pāṇḍuroga (Blutarmut), Śvitra (Weißfleckenkrankheit), Störungen der Grahaṇī, Hämorrhoiden, Braghna (Leistengeschwulst), Fisteln, Pusteln, Juckreiz und Nesselausschlag.
triphalāphalātiviṣākaṭukānimbakaliṅgakavacāpaṭolānām| māgadhikārajanīdvayapadmakamūrvāviśālānām
Von den Früchten der Triphalā, von Ativiṣā, Kaṭukā, Nimba, Kaliṅgaka (Kuṭaja-Samen), Vacā, Paṭola, Māgadhikā, den beiden Rajanī (Gelbwurz-Arten), Padmaka und Mūrvā, Viśālā —
bhūnimbapalāśānāṃ dadyādvipalaṃ tatastrivṛddviguṇā| tasyāśca punarbrāhmī taccūrṇaṃ suptinut paramam
— und von Bhūnimba und Palāśa gebe man je zwei Pala; davon doppelt so viel Trivṛt, und davon wiederum ebenso viel Brāhmī: dieses Pulver ist das beste Mittel gegen Gefühllosigkeit (Taubheitsgefühl).
lelītakaprayogo [1] rasena jātyāḥ samākṣikaḥ paramaḥ| saptadaśakuṣṭhaghātī mākṣikadhātuśca mūtreṇa
Die Anwendung von Lelītaka mit dem Saft von Jātī und gleichviel Honig ist vorzüglich — sie tötet die siebzehn Kuṣṭha-Arten; ebenso Mākṣikadhātu (ein Pyrit-Mineral), mit Urin eingenommen.
śreṣṭhaṃ [2] gandhakayogāt suvarṇamākṣikaprayogādvā| sarvavyādhinibarhaṇamadyāt kuṣṭhī rasaṃ ca nigṛhītam
Am besten wirkt die Anwendung von Gandhaka (Schwefel) oder von Suvarṇamākṣika (einem goldhaltigen Mineral) — dies, das alle Krankheiten vernichtet, trinke der Kuṣṭha-Kranke, ebenso kontrolliert zubereitetes Rasa (Quecksilber).
vajraśilājatusahitaṃ sahitaṃ vā yogarājena| sarvavyādhipraśamanamadyātkuṣṭhī nigṛhya nityaṃ ca
Zusammen mit Vajra und Śilājatu, oder verbunden mit Yogarāja(-guggulu) — dies, das alle Krankheiten besänftigt, trinke der Kuṣṭha-Kranke, indem er es beständig kontrolliert einnimmt.
khadirasuradārusāraṃ śrapayitvā tadrasena toyārthaḥ| kṣaudraprasthe kāryaḥ kārye te cāṣṭapalike ca
Nachdem man das Kernholz von Khadira und Suradāru ausgekocht hat, verwende man diesen Sud anstelle von Wasser; die Zubereitung erfolgt in einem Prastha (Hohlmaß) Honig, sowie in zwei Gefäßen von je acht Pala.
tatrāścūrṇānāmaṣṭapalaṃ prakṣipettathā'mūni| triphalaile tvaṅmaricaṃ patraṃ kanakaṃ ca karṣāṃśam
Darin gebe man acht Pala Pulver hinzu, und zwar von folgenden: Triphalā, Elā, Zimtrinde, Pfeffer, Tejapatra (Blatt) und Kanaka, je ein Karṣa (Gewichtsmaß).
matsyaṇḍikā madhusamā tanmāsaṃ jātamāyase bhāṇḍe| madhvāsavamācarataḥ kuṣṭhakilāse śamaṃ yātaḥ
Matsyaṇḍikā (Zuckerkristall) in gleicher Menge wie Honig — dies, einen Monat lang in einem eisernen Gefäß gereift und als Honig-Āsava (Fermentgetränk) angewendet, bringt Kuṣṭha und Kilāsa (Weißfleckenkrankheit) zur Ruhe.
khadirakaṣāyadroṇaṃ kumbhe ghṛtabhāvite samāvāpya| dravyāṇi cūrṇitāni ca ṣaṭpalikānyatra deyāni
Einen Droṇa (großes Hohlmaß) Khadira-Absud gieße man in einen mit Ghee imprägnierten Krug; dazu sollen dort zu Pulver zerstoßene Substanzen zu je sechs Pala gegeben werden:
triphalāvyoṣaviḍaṅgarajanīmustāṭarūṣakendrayavāḥ| sauvarṇī ca tathā tvak chinnaruhā ceti tanmāsam
Triphalā, Vyoṣa, Viḍaṅga, Rajanī, Mustā, Aṭarūṣaka, Indrayava, ebenso Sauvarṇī und Zimtrinde sowie Chinnaruhā — dies lasse man einen Monat lang reifen,
nidadhīta dhānyamadhye prātaḥ prātaḥ pibettato yuktyā| māsena mahākuṣṭhaṃ hantyevālpaṃ tu pakṣeṇa
vergraben inmitten von Getreide; danach trinke man es jeden Morgen nach vorgeschriebenem Maß. Binnen eines Monats vernichtet es Mahākuṣṭha (schwere Kuṣṭha-Formen), leichtere Formen aber schon binnen vierzehn Tagen.
arśaḥśvāsabhagandarakāsakilāsapramehaśoṣāṃśca| nā bhavati kanakavarṇaḥ pītvā'riṣṭaṃ kanakabindum
Hämorrhoiden, Atemnot, Fisteln, Husten, Kilāsa, Prameha (Harnwegs- und Zuckerkrankheiten) und Auszehrung verschwinden, und der Mensch wird goldfarben, wenn er den Kanakabindu-Ariṣṭa trinkt.
iti kanakabindvariṣṭam kuṣṭheṣvanilakaphakṛteṣvevaṃ peyastathā'pi paitteṣu| kṛtamālakvāthaścāpyeṣa viśeṣāt kaphakṛteṣu
So lautet der Kanakabindu-Ariṣṭa. Bei Kuṣṭha, die durch Vāta (Anila) und Kapha verursacht sind, ist er ebenso zu trinken, desgleichen bei den durch Pitta verursachten; auch der Kṛtamāla-Absud ist einzunehmen, besonders bei den durch Kapha bedingten.
triphalāsavaśca gauḍaḥ sacitrakaḥ kuṣṭharogavinihantā| kramukadaśamūladantīvarāṅgamadhuyogasaṃyuktaḥ
Auch der Triphalāsava aus Rohrzuckermelasse, mit Citraka versetzt, vernichtet die Kuṣṭha-Krankheit, verbunden mit der Zubereitung aus Kramuka, Daśamūla (den zehn Wurzeln), Dantī, Varāṅga und Honig.
laghūni cānnāni hitāni vidyāt kuṣṭheṣu śākani ca tiktakāni| bhallātakaiḥ satriphalaiḥ sanimbairyuktāni cānnāni ghṛtāni caiva
Man wisse: Bei Kuṣṭha sind leichte Speisen zuträglich, ebenso bittere Gemüse; auch mit Bhallātaka, zusammen mit Triphalā und Nimba zubereitete Speisen sowie Ghee-Gerichte.
purāṇadhānyānyatha jāṅgalāni māṃsāni mudgāśca paṭolayuktāḥ| śastā, na gurvamlapayodadhīni nānūpamatsyā na guḍastilāśca
Altes Getreide, Fleisch von Wildtieren aus trockenem Gelände, Mungbohnen zusammen mit Paṭola sind empfohlen; nicht empfohlen sind schwere, saure Speisen, Milch und Joghurt, Fische aus Sumpfgebieten, Rohrzuckermelasse und Sesam.
elā kuṣṭhaṃ dārvī śatapuṣpā citrako viḍaṅgaśca| kuṣṭhālepanamiṣṭaṃ rasāñjanaṃ cābhayā caiva
Elā, Kuṣṭha (die gleichnamige Heilwurzel), Dārvī, Śatapuṣpā, Citraka und Viḍaṅga, dazu Rasāñjana und Abhayā — dies ist eine bewährte Salbe gegen Kuṣṭha.
citrakamelāṃ bimbīṃ [1] vṛṣakaṃ trivṛdarkanāgarakam| cūrṇīkṛtamaṣṭāhaṃ bhāvayitavyaṃ palāśasya
Citraka, Elā, Bimbī, Vṛṣaka, Trivṛt, Arka und Nāgara, zu Pulver zerstoßen, soll man acht Tage lang mit dem Saft von Palāśa tränken (Bhāvanā-Verfahren).
kṣāreṇa gavāṃ mūtrasrutena tenāsya maṇḍalānyāśu| bhidyante vilayanti ca liptānyarkābhitaptāni
Mit der Lauge, die mit Kuhurin durchtränkt ist, werden dessen kreisförmige Flecken rasch aufgebrochen und lösen sich auf, wenn sie damit bestrichen und der Sonnenhitze ausgesetzt werden.
māṃsī maricaṃ lavaṇaṃ rajanī tagaraṃ sudhā gṛhāddhūmaḥ| mūtraṃ pittaṃ [2] kṣāraḥ pālāśaḥ kuṣṭhahā lepaḥ
Māṃsī, Pfeffer, Salz, Rajanī, Tagara, Sudhā, Hausruß, Urin, tierische Galle, Lauge und Palāśa-Asche — dies ergibt eine Kuṣṭha vernichtende Salbe.
trapu sīsamayaścūrṇaṃ maṇḍalanut phalgucitrakau bṛhatī| godhārasaḥ salavaṇo dāru ca mūtraṃ ca maṇḍalanut
Pulver aus Zinn und Blei vertreibt die kreisförmigen Flecken; Phalgu und Citraka mit Bṛhatī, der Saft der Waran-Echse mit Salz, sowie Dāru und Urin vertreiben ebenfalls die kreisförmigen Flecken.
kadalīpalāśapāṭaliniculakṣārāmbhasā prasannena| māṃseṣu toyakāryaṃ kāryaṃ piṣṭe ca kiṇve [3] ca
Mit dem geklärten Wasser der Asche-Lauge von Kadalī, Palāśa, Pāṭalī und Nicula soll bei den Fleischzubereitungen die Wasserzugabe erfolgen, ebenso beim Teig und beim Ferment.
tairmedakaḥ sujātaḥ kiṇvairjanitaṃ pralepanaṃ śastam| maṇḍalakuṣṭhavināśanamātapasaṃsthaṃ kṛmighnaṃ ca
Mit diesen Zutaten entsteht ein wohlgeratener Medaka (Fermentgetränk); die daraus mit dem Ferment gewonnene Salbe ist empfehlenswert — sie vernichtet kreisförmige Kuṣṭha-Flecken, wenn sie in der Sonnenhitze angewendet wird, und wirkt auch gegen pathogene Mikroorganismen.
mustaṃ madanaṃ triphalā karañja āragvadhakaliṅgayavāḥ| dārvī sasaptaparṇā snānaṃ siddhārthakaṃ nāma
Mustā, Madana, Triphalā, Karañja, Āragvadha, Kaliṅga, Yava (Gerste), Dārvī zusammen mit Saptaparṇa — dies ergibt ein Bad namens Siddhārthaka.
eṣa kaṣāyo vamanaṃ virecanaṃ varṇakastathodgharṣaḥ| tvagdoṣakuṣṭhaśophaprabādhanaḥ pāṇḍurogaghnaḥ
Dieser Absud dient als Brechmittel, Abführmittel, Hautfärbemittel sowie zum Abreiben; er bekämpft Hautfehler, Kuṣṭha und Ödeme und vernichtet Pāṇḍuroga.
kuṣṭhaṃ karañjabījānyeḍagajaḥ kuṣṭhasūdano lepaḥ| prapunnāḍabījasaindhavarasāñjanakapitthalodhrāśca
Kuṣṭha, Karañja-Samen, Eḍagaja — eine Kuṣṭha vertreibende Salbe; ferner Prapunnāḍa-Samen, Saindhava-Salz, Rasāñjana, Kapittha und Lodhra.
śvetakaravīramūlaṃ kuṭajakarañjayoḥ phalaṃ tvaco dārvyāḥ| sumanaḥpravālayukto lepaḥ kuṣṭhāpahaḥ siddhaḥ
Die Wurzel von Śvetakaravīra, die Frucht von Kuṭaja und Karañja, die Rinde von Dārvī, verbunden mit jungen Trieben von Sumanas (Jasmin) — dies ist eine bewährte, Kuṣṭha vertreibende Salbe.
lodhrasya dhātakīnāṃ vatsakabījasya naktamālasya| kalkaśca mālatīnāṃ kuṣṭheṣūnmardanālepau
Die Paste aus Lodhra, Dhātakī-Blüten, Vatsaka-Samen, Naktamāla und Mālatī dient bei Kuṣṭha zum Einreiben und als Salbe.
śairīṣī tvak puṣpaṃ kārpāsyā rājavṛkṣapatrāṇi| piṣṭā ca kākamācī caturvidhaḥ kuṣṭhanullepaḥ
Die Rinde von Śirīṣa, die Blüte der Baumwollpflanze, die Blätter des Rājavṛkṣa und zerstoßene Kākamācī — dies ergibt vier verschiedene, Kuṣṭha vertreibende Salben.
dārvyā rasāñjanasya ca nimbapaṭolasya khadirasārasya| āragvadhavṛkṣakayostriphalāyāḥ saptaparṇasya
Von Dārvī und Rasāñjana, von Nimba und Paṭola, vom Kernholz des Khadira, von Āragvadha und Vṛṣaka, von Triphalā und Saptaparṇa —
iti ṣaṭ kaṣāyayogāḥ kuṣṭhaghnāḥ saptamaśca tiniśasya| snāne pāne ca hitāstathā'ṣṭamaścāśvamārasya
— so ergeben sich sechs Kuṣṭha vernichtende Absud-Rezepturen, und ein siebter aus Tiniśa; sie sind zum Baden und Trinken zuträglich, und ebenso ein achter aus Aśvamāra.
ālepanaṃ pragharṣaṇamavacūrṇanameta eva ca kaṣāyāḥ| tailaghṛtapākayoge ceṣyante kuṣṭhaśāntyartham
Diese Absude dienen auch zum Bestreichen, zum Abreiben, zum Bestäuben sowie zur Zubereitung von Öl und Ghee, um Kuṣṭha zu besänftigen.
triphalā nimbapaṭolaṃ mañjiṣṭhā rohiṇī vacā rajanī| eṣa kaṣāyo'bhyasto nihanti kaphapittajaṃ kuṣṭham
Triphalā, Nimba und Paṭola, Mañjiṣṭhā, Rohiṇī, Vacā, Rajanī — dieser regelmäßig angewendete Absud vernichtet die durch Kapha und Pitta bedingte Kuṣṭha.
etaireva ca sarpiḥ siddhaṃ vātolbaṇaṃ jayati kuṣṭham| eṣa ca kalpo diṣṭaḥ khadirāsanadārunimbānām
Auch das mit ebendiesen Zutaten zubereitete Ghee besiegt die von Vāta beherrschte Kuṣṭha; ferner ist eine Zubereitung aus Khadira, Asana, Dāru und Nimba gelehrt.
kuṣṭhārkatutthakaṭphalamūlakabījāni rohiṇī kaṭukā| kuṭajaphalotpalamustaṃ bṛhatīkaravīrakāsīsam
Kuṣṭha, Arka, Tuttha (Kupfersulfat), Kaṭphala, Rettich-Samen, Rohiṇī, Kaṭukā, Kuṭaja-Frucht, Utpala, Mustā, Bṛhatī, Karavīra, Kāsīsa (Eisensulfat) —
eḍagajanimbapāṭhā durālabhā citrako viḍaṅgaśca| tiktālābukabījaṃ kampillakasarṣapau vacā dārvī
— Eḍagaja, Nimba, Pāṭhā, Durālabhā, Citraka, Viḍaṅga, Samen des bitteren Flaschenkürbis, Kampillaka, Senfsamen, Vacā, Dārvī —
etaistailaṃ siddhaṃ kuṣṭhaghnaṃ yoga eṣa cālepaḥ| udvartanaṃ pragharṣaṇamavacūrṇanameṣa eveṣṭaḥ
— mit diesen Zutaten zubereitetes Öl vernichtet Kuṣṭha; diese Rezeptur dient auch als Salbe, zum Abreiben, zum Frottieren und zum Bestäuben — genau dies ist empfohlen.
śvetakaravīrakaraso gomūtraṃ citrako viḍaṅgaśca| kuṣṭheṣu tailayogaḥ siddho'yaṃ sammato bhiṣajām
Der Saft von Śvetakaravīra, Kuhurin, Citraka und Viḍaṅga — dies ist eine bewährte, von den Ärzten anerkannte Ölzubereitung gegen Kuṣṭha.
śvetakaravīrapallavamūlatvagvatsako viḍaṅgaśca| kuṣṭhārkamūlasarṣapaśigrutvagrohiṇī kaṭukā
Die jungen Triebe, Wurzel und Rinde von Śvetakaravīra, Vatsaka und Viḍaṅga, Kuṣṭha, Arka-Wurzel, Senfsamen, die Rinde von Śigru, Rohiṇī und Kaṭukā —
etaistailaṃ siddhaṃ kalkaiḥ pādāṃśikairgavāṃ mūtram| dattvā tailacaturguṇamabhyaṅgāt kuṣṭhakaṇḍūghnam
— mit diesen Zutaten als Paste, je zu einem Viertelanteil, und mit dem Vierfachen an Kuhurin zubereitetes Öl vernichtet durch Einreibung Kuṣṭha und Juckreiz.
tiktālābukabījaṃ dve tutthe rocanā haridre dve| bṛhatīphalameraṇḍaḥ saviśālaścitrako mūrvā
Samen des bitteren Flaschenkürbis, die beiden Tuttha-Sorten, Rocanā, die beiden Haridrā-Arten, die Frucht der Bṛhatī, Eraṇḍa, zusammen mit Viśālā, Citraka und Mūrvā —
kāsīsahiṅguśigrutryūṣaṇasuradārutumburuviḍaṅgam| lāṅgālakaṃ kuṭajatvak kaṭukākhyā rohiṇī caiva
— Kāsīsa, Hiṅgu, Śigru, Tryūṣaṇa (die drei Scharfgewürze), Suradāru, Tumburu, Viḍaṅga, Lāṅgalakī, die Rinde von Kuṭaja und die als Kaṭukā bekannte Rohiṇī —
sarṣapatailaṃ kalkairetairmūtre caturguṇe sādhyam| kaṇḍūkuṣṭhavināśanamabhyaṅgānmārutakaphahantṛ
— mit diesen Zutaten als Paste ist Senföl, mit dem Vierfachen an Urin, zuzubereiten; durch Einreibung vernichtet es Juckreiz und Kuṣṭha und beseitigt die durch Vāta und Kapha bedingten Beschwerden.
kanakakṣīrī śailā bhārgī dantyāḥ phalāni mūlaṃ ca| jātīpravālasarṣapalaśunaviḍaṅgaṃ karañjatvak
Kanakakṣīrī, Śailā, Bhārgī, die Früchte und die Wurzel von Dantī, junge Triebe von Jātī, Senfsamen, Knoblauch, Viḍaṅga und die Rinde von Karañja —
saptacchadārkapallavamūlatvaṅnimbacitrakāsphotāḥ| guñjairaṇḍaṃ bṛhatīmūlakasurasārjakaphalāni
— junge Triebe, Wurzel und Rinde von Saptacchada und Arka, Nimba, Citraka, Āsphota, Guñjā, Eraṇḍa, Bṛhatī, Rettich, Surasā, Arjaka-Früchte —
kuṣṭhaṃ pāṭhā mustaṃ tumburumūrvāvacāḥ saṣaḍgranthāḥ [1] | eḍagajakuṭajaśigrutryūṣaṇabhallātakakṣavakāḥ
— Kuṣṭha, Pāṭhā, Mustā, Tumburu, Mūrvā, Vacā zusammen mit Ṣaḍgrantha, Eḍagaja, Kuṭaja, Śigru, Tryūṣaṇa, Bhallātaka, Kṣavaka —
haritālamavākpuṣpī tutthaṃ kampillako'mṛtāsañjñaḥ| saurāṣṭrī kāsīsaṃ dārvītvak sarjikālavaṇam
— Haritāla, Avākpuṣpī, Tuttha, Kampillaka, die als Amṛtā bekannte Guḍūcī, Saurāṣṭrī, Kāsīsa, die Rinde von Dārvī, Sarjikā-Salz —
kalkairetaistailaṃ karavīrakamūlapallavakaṣāye| sārṣapamathavā tailaṃ gomūtracaturguṇaṃ sādhyam
— mit diesen Zutaten als Paste ist Öl im Absud von Karavīra-Wurzel und -Trieben zuzubereiten, oder auch Senföl mit dem Vierfachen an Kuhurin.
sthāpyaṃ kaṭukālābuni tatsiddhaṃ tena maṇḍalānyāśu| bhindyādbhiṣagabhyaṅgātkṛmīṃśca kaṇḍūṃ ca vinihanyāt
Dieses fertige Öl soll in einem bitteren Flaschenkürbis aufbewahrt werden; damit soll der Arzt durch Einreibung rasch die kreisförmigen Flecken aufbrechen sowie pathogene Mikroorganismen und Juckreiz vernichten.
kuṣṭhaṃ tamālapatraṃ maricaṃ samanaḥśilaṃ sakāsīsam| tailena yuktamuṣitaṃ saptāhaṃ bhājane tāmre
Kuṣṭha, Tamālapatra, Pfeffer, zusammen mit Manaḥśilā und Kāsīsa, mit Öl vermengt und sieben Tage lang in einem Kupfergefäß aufbewahrt —
tenāliptaṃ sidhmaṃ saptāhāhyeti [1] tiṣṭhato gharme| māsānnavaṃ kilāsaṃ snānaṃ muktvā viśuddhatanoḥ
— damit bestrichen vergeht Sidhma (eine Hautflechte) binnen sieben Tagen, wenn man sich der Sonnenhitze aussetzt; frisch entstandenes Kilāsa vergeht binnen eines Monats, sofern man bei gereinigtem Körper das Baden unterlässt.
sarṣapakarañjakoṣātakīnāṃ tailānyatheṅgudīnāṃ ca| kuṣṭheṣu hitānyāhustailaṃ yaccāpi khadirasārasya
Die Öle von Senf, Karañja, Koṣātakī und ebenso von Iṅgudī gelten als zuträglich bei Kuṣṭha, und ebenso das Öl vom Kernholz des Khadira.
jīvantī mañjiṣṭhā dārvī kampillakaḥ payastuttham| eṣa ghṛtatailapākaḥ siddhaḥ siddhe ca sarjarasaḥ
Jīvantī, Mañjiṣṭhā, Dārvī, Kampillaka, Milch, Tuttha — dies ist eine fertig zubereitete Ghee-Öl-Mischung; und ist sie fertig, füge man Sarjarasa (Harz) hinzu.
deyaḥ samadhūcchiṣṭo vipādikā tena śāmyate'bhyaktā| carmaikakuṣṭhakiṭimaṃ kuṣṭhaṃ śāmyatyalasakaṃ ca
Man gebe es zusammen mit Bienenwachs (madhūcchiṣṭa); als Einreibung angewandt, wird dadurch Vipādikā (Aufplatzen von Händen und Füßen) besänftigt. Ebenso kommen Carma-Kuṣṭha, Eka-Kuṣṭha, Kiṭibha-Kuṣṭha und Alasaka dadurch zur Ruhe.
kiṇvaṃ [1] varāharudhiraṃ pṛthvīkā saindhavaṃ ca lepaḥ syāt| lepo yojyaḥ kustumburūṇi kuṣṭhaṃ ca maṇḍalanut
Kiṇva (Gärstoff), Schweineblut, Pṛthvīkā und Saindhavasalz sollen zu einer Salbe (lepa) verarbeitet werden. Auch eine Salbe aus Koriandersamen (kustumburu) ist anzuwenden; sie beseitigt Kuṣṭha und Maṇḍala-Kuṣṭha.
pūtīkadārujaṭilāḥ pakvasurā kṣaudramudgaparṇyau ca| lepaḥ sakākanāso maṇḍalakuṣṭhāpahaḥ siddhaḥ
Pūtīka, die Fasern des Devadāru, gekochter Sura (vergorenes Getränk), Honig, Mudgaparṇī und Kākanāsā, zu einer Salbe verarbeitet, sind zusammen mit Kākanāsā ein bewährtes Mittel, das Maṇḍala-Kuṣṭha beseitigt.
citrakaśobhāñjanakau guḍūcyapāmārgadevadārūṇi| khadiro dhavaśca lepaḥ śyāmā dantī dravantī ca
Citraka, Śobhāñjana, Guḍūcī, Apāmārga, Devadāru, Khadira, Dhava, Śyāmā, Dantī und Dravantī ergeben eine Salbe.
lākṣārasāñjanailāḥ punarnavā ceti kuṣṭhino lepāḥ| dadhimaṇḍayutāḥ sarve deyāḥ ṣaṇmārutakaphakuṣṭhaghnāḥ
Lākṣā-Saft, Rasāñjana, Elā und Punarnavā sind Salben für Kuṣṭha-Kranke. Alle sollen zusammen mit Dadhimaṇḍa (der klaren Flüssigkeit von Dickmilch) gegeben werden; sie vernichten die sechs Kuṣṭha-Formen, die von Vāta und Kapha herrühren.
eḍagajakuṣṭhasaindhavasauvīrakasarṣapaiḥ kṛmighnaiśca| kṛmikuṣṭhamaṇḍalākhyaṃ dadrūkuṣṭhaṃ ca śamamupaiti
Durch Eḍagaja, die Kuṣṭha-Droge, Saindhavasalz, Sauvīraka (vergorener Essig) und Senfkörner, die zusammen wurmtötend wirken, kommen das sogenannte Kṛmi-Kuṣṭha, Maṇḍala-Kuṣṭha und Dadru-Kuṣṭha zur Ruhe.
eḍagajaḥ sarjaraso mūlakabījaṃ ca sidhmakuṣṭhānām| kāñjikayuktaṃ tu pṛthaṅmatamidamudvartanaṃ lepāḥ
Eḍagaja, das Harz des Sarja-Baumes und Rettichsamen, mit Kāñjika (saurem Gärwasser) vermengt, gelten – so eine gesonderte Ansicht – je einzeln als Einreibemittel (udvartana) und Salbe gegen Sidhma-Kuṣṭha.
vāsā triphalā pāne snāne codvartane pralepe ca| bṛhatīsevyapaṭolāḥ sasārivā rohiṇī caiva
Vāsā und Triphalā sind zum Trinken, zum Baden, zum Einreiben und als Salbe anzuwenden; ebenso Bṛhatī, Sevya, Paṭola, zusammen mit Sārivā und Rohiṇī.
khadirāvaghātakakubharohītakalodhrakuṭajadhavanimbāḥ| saptacchadakaravīrāḥ śasyante snānapāneṣu
Khadira, Avaghātaka, Kubha, Rohītaka, Lodhra, Kuṭaja, Dhava und Nimba, ferner Saptacchada und Karavīra werden für Bäder und Getränke empfohlen.
jalavāpyalohakeśarapatraplavacandanaṃ mṛṇālāni| bhāgottarāṇi siddhaṃ pralepanaṃ pittakaphakuṣṭhe
Jala, Vāpya, Loha, Keśara, Patra, Plava, Candana und Lotuswurzeln (mṛṇāla), in zunehmenden Anteilen zubereitet, ergeben eine bewährte Salbe bei Pitta-Kapha-Kuṣṭha.
yaṣṭyāhvalodhrapadmakapaṭolapicumardacandanarasāśca| snāne pāne ca hitāḥ suśītalāḥ pittakuṣṭhibhyaḥ
Die Säfte von Yaṣṭyāhva, Lodhra, Padmaka, Paṭola, Picumarda und Candana sind, sehr kühlend, zuträglich zum Baden und Trinken für Pitta-Kuṣṭha-Kranke.
ālepanaṃ priyaṅgurhareṇukā vatsakasya ca phalāni| sātiviṣā ca sasevyā sacandanā rohiṇī kaṭukā
Als Salbe dienen Priyaṅgu, Hareṇukā und die Früchte des Vatsaka, zusammen mit Ativiṣā, Sevya, Candana und der bitteren Rohiṇī.
tiktaghṛtairdhautaghṛtairabhyaṅgo dahyamānakuṣṭheṣu| tailaiścandanamadhukaprapauṇḍarīkotpalayutaiśca
Bei brennenden Kuṣṭha-Formen hilft das Einreiben mit bitteren Ghṛtas und gewaschenen Ghṛtas, sowie mit Ölen, die mit Candana, Madhuka, Prapauṇḍarīka und Utpala versetzt sind.
klede prapatati cāṅge dāhe visphoṭake sacarmadale| śītāḥ pradehasekā vyadho vireko ghṛtaṃ tiktam
Bei Nässen, abfallenden Hautstellen am Körper, Brennen, Blasenbildung mit aufplatzender Haut sind kühlende Umschläge und Übergießungen, Aderlass, Abführen und bitteres Ghṛta angezeigt.
khadiraghṛtaṃ nimbaghṛtaṃ dārvīghṛtamuttamaṃ paṭolaghṛtam| kuṣṭheṣu raktapittaprabaleṣu bhiṣagjitaṃ siddham
Khadira-Ghṛta, Nimba-Ghṛta, das vorzügliche Dārvī-Ghṛta und Paṭola-Ghṛta sind bei Kuṣṭha-Formen, in denen Blut und Pitta vorherrschen, ein von Ärzten erprobtes und bewährtes Mittel.
triphalātvaco'rdhapalikāḥ paṭolapatraṃ ca kārṣikāḥ śeṣāḥ| kaṭurohiṇī sanimbā yaṣṭyāhvā trāyamāṇā ca
Von Triphalā und Zimtrinde (tvac) je ein halbes Pala, von Paṭola-Blättern und den übrigen Zutaten – Kaṭurohiṇī, Nimba, Yaṣṭyāhva und Trāyamāṇā – je ein Karṣa,
eṣa kaṣāyaḥ sādhyo dattvā dvipalaṃ masūravidalānām| salilāḍhake'ṣṭabhāge śeṣe pūto raso grāhyaḥ
wird dieser Absud (kaṣāya) zubereitet, indem man zwei Pala gespaltener Masūra-Linsen hinzugibt; in einem Āḍhaka Wasser gekocht, bis ein Achtel übrig bleibt, ist der gefilterte Saft zu entnehmen.
te ca [1] kaṣāye'ṣṭapale catuṣpalaṃ sarpiṣaśca paktavyam| yāvatsyādaṣṭapalaṃ śeṣaṃ peyaṃ tataḥ koṣṇam
In diesem Absud von acht Pala sollen vier Pala Ghee gekocht werden, bis wieder acht Pala übrig sind; dies ist dann lauwarm zu trinken.
tadvātapittakuṣṭhaṃ vīsarpaṃ vātaśoṇitaṃ prabalam| jvaradāhagulmavidradhivibhramavisphoṭakān hanti
Dies vernichtet Vāta-Pitta-Kuṣṭha, Vīsarpa (Erysipel), starkes Vātaśoṇita, sowie Fieber, Brennen, Gulma, Vidradhi (Abszess), Vibhrama (Verwirrung) und Visphoṭaka.
nimbapaṭolaṃ dārvīṃ durālabhāṃ tiktarohiṇīṃ triphalām| kuryādardhadalāṃśaṃ parpaṭakaṃ trāyamāṇāṃ ca
Man nehme Nimba, Paṭola, Dārvī, Durālabhā, die bittere Rohiṇī und Triphalā, je zur Hälfte des Hauptanteils, sowie Parpaṭaka und Trāyamāṇā.
salilāḍhakasiddhānāṃ rase'ṣṭabhāgasthite kṣipet pūte| candanakirātatiktakamāgadhikāstrāyamāṇāṃ ca
Wenn dies in einem Āḍhaka Wasser gekocht, auf ein Achtel reduziert und gefiltert ist, gebe man in den Saft Candana, Kirātatikta, Māgadhikā und Trāyamāṇā hinzu.
mustaṃ vatsakabījaṃ kalkīkṛtyārdhakārṣikān bhāgān| navasarpiṣaśca ṣaṭpalametatsiddhaṃ [3] ghṛtaṃ peyam
Musta und Vatsaka-Samen zerreibe man zu einer Paste (kalka), je einen halben Karṣa; mit sechs Pala frischem Ghee wird daraus ein Ghṛta zubereitet, das getrunken werden soll.
kuṣṭhajvaragulmārśograhaṇīpāṇḍvāmayaśvayathuhāri| pāmāvisarpapiḍakākaṇḍūmadagaṇḍanutsiddham
Dieses bewährte Mittel beseitigt Kuṣṭha, Fieber, Gulma, Hämorrhoiden, Grahaṇī-Erkrankung, Pāṇḍu-Krankheit, Schwellungen, Pāmā, Visarpa, Piḍakā (Pusteln), Juckreiz und Gaṇḍamālā (Halsdrüsenschwellung).
saptacchadaṃ prativiṣāṃ śampākaṃ tiktarohiṇīṃ pāṭhām| mustamuśīraṃ triphalāṃ paṭolapicumardaparpaṭakam
Saptacchada, Ativiṣā, Śampāka, die bittere Rohiṇī, Pāṭhā, Musta, Uśīra, Triphalā, Paṭola, Picumarda und Parpaṭaka,
dhanvayavāsaṃ candanamupakulyāṃ padmakaṃ haridre dve| ṣaḍgranthāṃ saviśālāṃ śatāvarīṃ sārive cobhe
Dhanvayāsa, Candana, Upakulyā, Padmaka, die beiden Haridrā-Arten, Ṣaḍgranthā, zusammen mit Viśālā, Śatāvarī und beide Sārivā-Arten,
vatsakabījaṃ yāsaṃ [4] mūrvāmamṛtāṃ kirātatiktaṃ ca| kalkān kuryānmatimānyaṣṭyāhvaṃ trāyamāṇāṃ ca
Vatsaka-Samen, Yāsa, Mūrvā, Amṛtā und Kirātatikta, sowie Yaṣṭyāhva und Trāyamāṇā – daraus soll der kundige Arzt eine Paste (kalka) bereiten.
kalkaścāturbhāgo [5] jalamaṣṭaguṇaṃ raso'mṛtaphalānām| dviguṇo ghṛtātpradeyastatsarpiḥ pāyayetsiddham
Die Paste betrage ein Viertel, das Wasser das Achtfache; der Saft der Amṛtaphala (Āmalakī) soll doppelt so viel wie das Ghee zugegeben werden; dieses fertig zubereitete Ghee soll man zu trinken geben.
kuṣṭhāni raktapittaprabalānyarśāṃsi raktavāhīni| vīsarpamamlapittaṃ [6] vātāsṛk pāṇḍurogaṃ ca
Es heilt Kuṣṭha-Formen, in denen Blut und Pitta vorherrschen, blutende Hämorrhoiden, Vīsarpa, Amlapitta (saures Aufstoßen), Vātāsṛk (Gicht) und Pāṇḍu-Krankheit,
visphoṭakānsapāmānunmādaṃ kāmalāṃ jvaraṃ kaṇḍūm| hṛdrogagulmapiḍakā asṛgdaraṃ gaṇdamālāṃ ca
Visphoṭaka zusammen mit Pāmā, Unmāda (Wahnsinn), Kāmalā (Gelbsucht), Fieber, Juckreiz, Herzkrankheit, Gulma, Piḍakā, Asṛgdara (übermäßige Monatsblutung) und Gaṇḍamālā.
hanyādetat sarpiḥ pītaṃ kāle yathābalaṃ sadyaḥ| yogaśatairapyajitānmahāvikārānmahātiktam
Getrunken zur rechten Zeit und nach Kraft, vernichtet dieses Ghee sogleich selbst schwere Erkrankungen, die durch hundert andere Rezepturen nicht besiegt wurden – dies ist das Mahātiktaka-Ghṛta, das 'große Bittere'.
doṣe hṛte'panīte rakte bāhyāntare kṛte śamane [7] | snehe ca kālayukte na kuṣṭhamanuvartate [8] sādhyam
Wenn der Doṣa entfernt und beseitigt ist, das Blut sowohl äußerlich als auch innerlich beruhigt wurde, und wenn Ölung zur rechten Zeit gegeben wurde, kehrt heilbares Kuṣṭha nicht wieder.
khadirasya tulāḥ pañca śiṃśapāsanayostule| tulārdhāḥ sarva evaite karañjāriṣṭavetasāḥ
Fünf Tulā von Khadira, je eine Tulā von Śiṃśapā und Asana; von Karañja, Ariṣṭa und Vetasa je eine halbe Tulā,
parpaṭaḥ kuṭajaścaiva vṛṣaḥ kṛmiharastathā| haridre kṛtamālaśca guḍūcī triphalā trivṛt
Parpaṭa, Kuṭaja, Vṛṣa, ebenso Kṛmihara, die beiden Haridrā-Arten, Kṛtamāla, Guḍūcī, Triphalā und Trivṛt,
saptaparṇaśca saṅkṣuṇṇā daśadroṇeṣu vāriṇaḥ| aṣṭabhāgāvaśeṣaṃ tu kaṣāyamavatārayet
und Saptaparṇa – all dies zerstoßen, gebe man in zehn Droṇa Wasser und koche den Absud ein, bis ein Achtel übrig bleibt.
dhātrīrasaṃ ca tulyāṃśaṃ sarpiṣaścāḍhakaṃ pacet| mahātiktakakalkaistu yathoktaiḥ palasammitaiḥ
Mit einem gleichen Anteil Dhātrī-Saft und einem Āḍhaka Ghee koche man dies, zusammen mit den zuvor genannten Mahātiktaka-Pasten, je ein Pala bemessen.
nihanti sarvakuṣṭhāni pānābhyaṅganiṣevaṇāt| mahākhadiramityetat paraṃ kuṣṭhavikāranut
Durch Trinken und Einreiben angewandt, vernichtet dies alle Kuṣṭha-Formen; dies ist das Mahākhadira-Ghṛta, das vortreffliche Mittel gegen Kuṣṭha-Erkrankungen.
prapatatsu lasīkāprasruteṣu gātreṣu jantujagdheṣu| mūtraṃ nimbaviḍaṅge snānaṃ pānaṃ pradehaśca
Wenn die Glieder zerfallen, Lymphflüssigkeit absondern und von Würmern zerfressen sind, helfen Urin, Nimba und Viḍaṅga als Bad, Getränk und Umschlag.
vṛṣakuṭajasaptaparṇāḥ karavīrakarañjanimbakhadirāśca| snāne pāne lepe krimikuṣṭhanudaḥ sagomūtrāḥ
Vṛṣa, Kuṭaja, Saptaparṇa, Karavīra, Karañja, Nimba und Khadira, zusammen mit Kuhurin, beseitigen als Bad, Getränk und Salbe das Kṛmi-Kuṣṭha (wurmbedingtes Kuṣṭha).
pānāhāravidhāne prasecane dhūpane pradehe ca| kṛmināśanaṃ viḍaṅgaṃ viśiṣyate kuṣṭhahā khadiraḥ
Bei der Zubereitung von Getränk und Speise, beim Übergießen, Beräuchern und als Umschlag zeichnet sich das gegen pathogene Mikroorganismen wirkende Viḍaṅga aus; Khadira ist der eigentliche Kuṣṭha-Vernichter.
eḍagajaḥ saviḍaṅgo mūlānyāragvadhasya kuṣṭhānām| uddālanaṃ śvadantā gośvavarāhoṣṭradantāśca
Eḍagaja zusammen mit Viḍaṅga und den Wurzeln des Āragvadha dienen als Uddālana (Abreibemittel) bei Kuṣṭha, ebenso Śvadantā sowie die Zähne von Rind, Hund, Schwein und Kamel.
eḍagajaḥ saviḍaṅgo dve ca niśe rājavṛkṣamūlaṃ ca| kuṣṭhoddālanamagryaṃ sapippalīpākalaṃ yojyam
Eḍagaja zusammen mit Viḍaṅga, den beiden Niśā-Arten und der Wurzel des Rājavṛkṣa, zusammen mit Pippalī und Pākala angewendet, ist das vorzüglichste Uddālana bei Kuṣṭha.
śvitrāṇāṃ saviśeṣaṃ [1] yoktavyaṃ sarvato viśuddhānām| śvitre sraṃsanamagryaṃ malapūrasa iṣyate saguḍaḥ
Bei Śvitra (Weißfleckenkrankheit) ist dies besonders bei denen anzuwenden, die von allen Doṣas vollständig gereinigt sind. Als vorzügliches Abführmittel bei Śvitra gilt der Saft der Malapū-Pflanze, mit Rohrzucker (guḍa) versetzt.
taṃ pītvā susnigdho yathābalaṃ sūryapādasantāpam| saṃseveta viriktastryahaṃ pipāsuḥ pibet peyām
Nachdem man dies getrunken hat, soll man, gut geölt, nach Kraft die Hitze der Sonnenstrahlen ertragen; nach dem Abführen soll man drei Tage lang, wenn durstig, Peyā (dünnen Reisschleim) trinken.
śvitre'ṅge ye sphoṭā jāyante kaṇṭakena tānbhindyāt| sphoṭeṣu visruteṣu prātaḥ prātaḥ pibet pakṣam
Die Blasen, die an den von Śvitra befallenen Körperteilen entstehen, soll man mit einem Dorn öffnen; sind die Blasen ausgeflossen, soll man jeden Morgen, vierzehn Tage lang, das Mittel trinken.
malapūmasanaṃ priyaṅguṃ śatapuṣpāṃ cāmbhasā samutkvāthya| pālāśaṃ vā kṣāraṃ yathābalaṃ phāṇitopetam
Malapūmasana, Priyaṅgu und Śatapuṣpā koche man in Wasser auf, oder nehme die Lauge von Palāśa, nach Kraft, mit Phāṇita (Zuckersirup) versetzt.
yaccānyat kuṣṭhaghnaṃ śvitrāṇāṃ sarvameva tacchastam| khadirodakasaṃyuktaṃ khadirodakapānagryaṃ vā
Und was sonst noch Kuṣṭha vernichtet, ist bei Śvitra ebenfalls insgesamt zu empfehlen, sei es mit Khadira-Wasser vermengt, oder als Trinken von Khadira-Wasser das Vorzüglichste.
samanaḥśilaṃ viḍaṅgaṃ kāsīsaṃ rocanāṃ kanakapuṣpīm| śvitrāṇāṃ praśamārthaṃ sasaindhavaṃ lepanaṃ dadyāt
Manaḥśilā zusammen mit Viḍaṅga, Kāsīsa, Rocanā und Kanakapuṣpī, mit Saindhavasalz versetzt, gebe man zur Besänftigung des Śvitra als Salbe.
kadalīkṣārayutaṃ vā kharāsthi dagdhaṃ gavāṃ rudhirayuktam| hastimadādhyuṣitaṃ vā mālatyāḥ korakakṣāram
Oder man nehme verbrannten Eselsknochen, mit Kadalī-Lauge versetzt und mit Rinderblut vermengt, oder mit Elefanten-Brunftsaft (mada) getränkt, oder die Lauge aus Mālatī-Knospen.
nīlotpalaṃ sakuṣṭhaṃ sasaindhavaṃ hastimūtrapiṣṭaṃ vā| mūlakabījāvalgujalepaḥ piṣṭo gavāṃ mūtre
Blaue Lotusblüte zusammen mit der Kuṣṭha-Droge und Saindhavasalz, in Elefantenurin zerrieben; oder eine Salbe aus Rettichsamen und Avalguja, in Kuhurin zerrieben.
kākodumbarikā vā sāvalgujacitrakā gavāṃ mūtre| piṣṭā manaḥśilā vā saṃyuktā barhipittena
Oder Kākodumbarikā zusammen mit Avalguja und Citraka, in Kuhurin zerrieben; oder Manaḥśilā, vermengt mit Pfauengalle.
lepaḥ kilāsahantā bījānyāvalgujāni lākṣā ca| gopittamañjane dve pippalyaḥ kālaloharajaḥ
Eine Salbe, die Kilāsa vernichtet: Avalguja-Samen, Lākṣā, Rindergalle, die beiden Añjana-Sorten, Pippalī und schwarzer Eisenstaub.
śuddhyā śoṇitamokṣairvirūkṣaṇairbhakṣaṇaiśca saktūnām| śvitraṃ kasyacideva praṇaśyati kṣīṇapāpasya
Durch Reinigung, Aderlass, austrocknende Mittel und den Genuss von Saktu (geröstetem Mehl) verschwindet Śvitra nur bei demjenigen, dessen früheres sündiges Karma erschöpft ist.
dāruṇaṃ cāruṇaṃ [1] śvitraṃ kilāsaṃ nāmabhistribhiḥ| vijñeyaṃ trividhaṃ tacca [2] tridoṣaṃ prāyaśaśca tat
Śvitra, auch Kilāsa genannt, ist unter drei Namen bekannt – als schweres (dāruṇa) und als rötliches (aruṇa) Śvitra; es ist als dreifach zu erkennen, und meist ist es von allen drei Doṣas zugleich (tridoṣa) verursacht.
doṣe raktāśrite raktaṃ tāmraṃ māṃsasamāśrite| śvetaṃ medaḥśrite śvitraṃ guru taccottarottaram
Ist der Doṣa im Blut verankert, ist die Farbe rot; ist er im Muskelgewebe verankert, kupferfarben; ist er im Fettgewebe verankert, ist das Śvitra weiß – und jede folgende Form ist schwerer als die vorhergehende.
yat parasparato'bhinnaṃ bahu yadraktalomavat| yacca varṣagaṇotpannaṃ tacchvitraṃ naiva sidhyati
Śvitra, das ineinander übergeht und nicht klar abgegrenzt ist, das ausgedehnt ist, das rötliche Haare aufweist und das seit vielen Jahren besteht – dieses Śvitra ist überhaupt nicht heilbar.
araktaloma tanu yat pāṇḍu nāticirotthitam| madhyāvakāśe cocchūnaṃ śvitraṃ tatsādhyamucyate
Śvitra, das keine roten Haare hat, dünn und blass ist, nicht schon lange besteht und in der Mitte leicht angeschwollen ist – dieses Śvitra gilt als heilbar.
vacāṃsyatathyāni kṛtaghnabhāvo nindā surāṇāṃ [1] gurudharṣaṇaṃ ca| pāpakriyā pūrvakṛtaṃ ca karma hetuḥ kilāsasya virodhi cānnam
Unwahre Reden, Undankbarkeit, das Schmähen der Götter, die Kränkung von Respektspersonen, sündige Taten sowie in früheren Leben vollbrachtes Karma und widersprüchliche Speisen sind die Ursache von Kilāsa.
heturdravyaṃ liṅgaṃ vividhaṃ ye yeṣu cādhikā doṣāḥ| kuṣṭheṣu doṣaliṅgaṃ samāsato doṣanirdeśaḥ
Ursache, Substanz, die mannigfachen Krankheitszeichen sowie welcher Doṣa bei welcher Kuṣṭha-Form überwiegt – dies ergibt bei den Kuṣṭha-Krankheiten die Doṣa-Zeichen; damit ist zusammenfassend die Bestimmung der Doṣas dargelegt.
sādhyamasādhyaṃ kṛcchraṃ kuṣṭhaṃ kuṣṭhāpahāśca ye yogāḥ| siddhāḥ kilāsaheturliṅgaṃ gurulāghavaṃ tathā śāntiḥ
Heilbares, unheilbares und schwer heilbares Kuṣṭha sowie die bewährten Rezepturen, die Kuṣṭha beseitigen, die Ursache und die Krankheitszeichen des Kilāsa, die Einteilung nach Schwere und Leichtigkeit sowie seine Heilung – all dies ist damit dargelegt.
iti saṅgrahaḥ praṇīto maharṣiṇā kuṣṭhanāśane'dhyāye| smṛtibuddhivarghanārthaṃ śiṣyāya hutāśaveśāya
So wurde diese Zusammenfassung vom großen Weisen im Kapitel über die Vernichtung des Kuṣṭha dargelegt, zur Mehrung von Gedächtnis und Verstand, für den Schüler Agniveśa (Hutāśaveśa).