Quellen der Menschheit

Caraka-Saṃhitā · Chikitsasthana

Adhyāya 30: Yonivyapat Chikitsa Behandlung der Frauenleiden (Yonivyāpad)

Als letztes und mit 340 Versen eines der umfangreichsten Kapitel beschließt yonivyāpad-cikitsā das gesamte Cikitsāsthāna der Caraka-Saṃhitā – der abschließende Vers erinnert programmatisch daran, dass Wissen ohne praktische Anwendung wie ein blinder Maler bleibt. Behandelt werden zwanzig Störungen der weiblichen Genitalorgane (yoni), unterschieden nach den drei Doṣas sowie nach fehlerhaftem Verhalten, gestörtem Menstrualblut oder Keimfehlern, ferner acht Fehler des Samens (śukradoṣa) einschließlich Impotenz sowie Störungen der Muttermilch mit ihren Folgen für den Säugling. Therapeutisch reichen die Maßnahmen von Gebärmutterklistieren (uttarabasti) über Aderlass bis zu stärkenden Rasāyana-Rezepturen, etwa mit Bhallātaka oder kalziniertem Eisen. Der Titel yonivyāpad – „Störungen der Gebärmutter“ – zeigt, dass Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin im klassischen Ayurveda als integraler Bestandteil der inneren Medizin verstanden wurden.

BENANNTE STÖRUNGEN DER GEBÄRMUTTER (YONIVYĀPAD) (Vers 9–37)
NameVerursachender DoṣaKennzeichen
(vāta-bedingte Grundform)Vātastechende Schmerzen, Berührungsempfindlichkeit, schaumiges, dünnes Menstrualblut
(pitta-bedingte Grundform)PittaBrennen, Fieber, blaues/gelbes/schwarzes Blut, übler Geruch
(kapha-bedingte Grundform)Kaphaschleimig, kalt, Juckreiz, blasses Menstrualblut
aticaraṇāVātaSchwellung, Taubheit, Schmerz durch übermäßigen Geschlechtsverkehr
prākcaraṇāVātaSchmerzen in Rücken, Hüfte, Oberschenkel, Leiste durch Verkehr bei zu jungem Mädchen
upaplutāKapha und Vātablasser, schleimiger oder blutiger Ausfluss bei Schwangeren mit unterdrücktem Erbrechen
pariplutāPitta und Vātageschwollen, berührungsempfindlich, blaues/gelbes Blut, Fieber
udāvartinīVātaMenstruation nur mühsam und rückwärts gerichtet; Erleichterung erst nach Abgang
karṇinīVāta und KaphaKnötchenbildung, die den Blutweg blockiert
putraghnīVātazerstört wiederholt jeden entstehenden Embryo
antarmukhīVātanach innen gewandte Öffnung, heftiger Schmerz, verkehrsunfähig
sūcīmukhīVātanadelfein verengte Öffnung, angeboren
vāminīVātastoßt den in den Fruchtbehälter gelangten Samen wieder aus
ṣaṇḍhīVāta (Keimfehler)männerfeindlich, männlich anmutende Brust; unbehandelbar
mahāyoniVātavergrößerte Gebärmutter mit wucherndem Fleisch, Schmerzen in Gelenken und Leiste
Der Text zählt insgesamt zwanzig yonivyāpad; einige werden nur durch den verursachenden Doṣa, nicht durch einen eigenen Namen bezeichnet, und sind hier unter den drei Grundformen zusammengefasst.
DIE VIER FORMEN DER IMPOTENZ (KLAIBYA) (Vers 154–188)
FormUrsacheKennzeichen
bīja-upaghāta (Samenschädigung)ungeeignete Speisen, übermäßiger Verkehr, Sorge, Furcht, Verletzung u. a.blass, sehr schwach, Herzleiden, Blutarmut, Atemnot, Gelbsucht, Erschöpfung
dhvajabhaṅga (Zerstörung des Gliedes)Verkehr mit ungeeigneten Partnerinnen, Verletzung des Gliedes u. a.Schwellung, Schmerz, Rötung, Blasen, Geschwüre, Fieber; gilt als unheilbar
jarā (altersbedingt)hohes Lebensalter, Schwund der Körpersäftestarke Schwäche, Verfärbung, Kraftlosigkeit
kṣaya (erschöpfungsbedingt)Grübeln, Kummer, Zorn, Furcht, Mangelernährung, übermäßiger VerkehrSchwund der Körpergewebe bis zum Samen, schwere Erschöpfung; gilt als unheilbar
dhvajabhaṅga und kṣaya gelten laut Text als unheilbar (asādhya).

athāto yonivyāpaccikitsitaṃ vyākhyāsyāmaḥ

Nun wollen wir die Behandlung der Erkrankungen der weiblichen Genitalorgane (yonivyāpad) erläutern.

iti ha smāha bhagavānātreyaḥ

So sprach der erhabene Ātreya.

divyatīrthauṣadhimataścitradhātuśilāvataḥ | puṇye himavataḥ pārśve surasiddharṣisevite

An den heiligen Hängen des Himavat, die von göttlichen Pilgerstätten und Heilkräutern gesegnet sind, reich an bunten Mineralien und Felsgestein, und die von Göttern, Siddhas und Weisen aufgesucht werden,

viharantaṃ tapoyogāttattvajñānārthadarśinam | punarvasuṃ jitātmānamagniveśo'nu pṛṣṭavān

hielt sich Punarvasu auf, der durch Askese und Yoga die Wahrheit erkannt hatte und seine Sinne beherrschte; ihn befragte Agniveśa.

bhagavan! yadapatyānāṃ mūlaṃ nāryaḥ paraṃ nṛṇām | tadvighāto gadaiścāsāṃ kriyate yonimāśritaiḥ

„Erhabener! Da die Frauen für die Männer die höchste Wurzel des Nachwuchses sind – durch welche in der Gebärmutter (yoni) sitzenden Krankheiten wird diese (Fähigkeit) bei ihnen zunichtegemacht?

tasmātteṣāṃ samutpattimutpannānāṃ ca lakṣaṇam | sauṣadhaṃ śrotumicchāmi prajānugrahakāmyayā

Deshalb möchte ich, aus dem Wunsch, den Menschen zu helfen, von deren Entstehung, von den Merkmalen der entstandenen (Störungen) sowie von deren Heilmitteln hören.“

iti śiṣyeṇa pṛṣṭastu provācarṣivaro'trijaḥ | viṃśatirvyāpado yonernirdiṣṭā rogasaṅgrahe

So von seinem Schüler gefragt, sprach der beste der Weisen, der Sohn des Atri: Zwanzig Störungen (vyāpad) der Gebärmutter (yoni) werden in der Zusammenstellung der Krankheiten aufgezählt.

mithyācāreṇa tāḥ strīṇāṃ praduṣṭenārtavena ca | jāyante bījadoṣācca daivācca śṛṇu tāḥ pṛthak

Sie entstehen bei den Frauen durch falsches Verhalten (mithyācāra), durch verdorbenes Menstrualblut (artava), durch einen Fehler im Keim (bīja) sowie durch Schicksal (daiva) – höre sie nun einzeln.

vātalāhāraceṣṭāyā vātalāyāḥ samīraṇaḥ | vivṛddho yonimāśritya yonestodaṃ savedanam

Der Wind (vāta – hier synonym mit Vāyu/Anila), der bei einer zu Vata neigenden Frau durch windvermehrende Nahrung und Lebensweise verstärkt wird und sich in der Gebärmutter festsetzt, verursacht dort stechende Schmerzen (toda) mit Berührungsempfindlichkeit.

stambhaṃ pipīlikāsṛptimiva karkaśatāṃ tathā | karoti suptimāyāsaṃ vātajāṃścāparān gadān

Er verursacht Steifheit (stambha), ein Gefühl wie das Kriechen von Ameisen, Rauheit, Taubheitsgefühl, Erschöpfung sowie weitere durch Vata bedingte Leiden.

sā syāt saśabdarukphenatanurūkṣārtavā'nilāt | vyāpatkaṭvamlalavaṇakṣārādyaiḥ pittajā bhavet

Diese (Störung) ist von Geräuschen und Schmerzen begleitet und geht mit schaumigem, dünnem, trockenem Menstrualblut einher – so die durch Vata verursachte. Die durch Pitta verursachte Störung entsteht durch scharfe, saure, salzige, alkalische Substanzen und dergleichen.

dāhapākajvaroṣṇārtā nīlapītāsitārtavā | bhṛśoṣṇakuṇapasrāvā yoniḥ syātpittadūṣitā

Von Brennen, Gewebereifung (Entzündung), Fieber und Hitze geplagt, mit blauem, gelbem oder schwarzem Menstrualblut und sehr heißem, wie verwesendes Fleisch riechendem Ausfluss – so ist die von Pitta verdorbene Gebärmutter.

kapho'bhiṣyandibhirvṛddho yoniṃ ceddūṣayet striyāḥ | sa kuryāt picchilāṃ śītāṃ kaṇḍugrastālpavedanām

Wenn Kapha, durch verstopfende Nahrung vermehrt, die Gebärmutter der Frau verdirbt, macht er sie schleimig, kalt, von Juckreiz befallen und nur wenig schmerzhaft.

pāṇḍuvarṇāṃ tathā pāṇḍupicchilārtavavāhinīm | samaśnantyā rasān sarvāndūṣayitvā trayo malāḥ

(Er macht sie) blass gefärbt mit blassem, schleimigem Menstrualausfluss. Während sie alle Körpersäfte (rasa) aufzehren, verderben die drei Ausscheidungsstoffe (mala)

yonigarbhāśayasthāḥ svairyoniṃ yuñjanti lakṣaṇaiḥ | sā bhaveddāhaśūlārtā śvetapicchilavāhinī

– die sich in Gebärmutter (yoni) und Fruchtbehälter (garbhāśaya) befinden – die Gebärmutter je nach ihren Merkmalen. Diese (Störung) ist von Brennen und stechenden Schmerzen begleitet und zeigt weißen, schleimigen Ausfluss.

raktapittakarairnāryā raktaṃ pittena dūṣitam | atipravartate yonyāṃ labdhe garbhe'pi sāsṛjā

Durch blutungsfördernde (Faktoren), die bei der Frau das Blut mit Pitta verderben, fließt in der Gebärmutter übermäßig Blut ab, sogar wenn bereits Empfängnis eingetreten ist.

yonigarbhāśayasthaṃ cet pittaṃ sandūṣayedasṛk | sā'rajaskā matā kārśyavaivarṇyajananī bhṛśam

Verdirbt Pitta, das sich in Gebärmutter und Fruchtbehälter befindet, das Blut, so gilt die Frau als „ohne Menstruation“ (arajaskā) – dies verursacht starke Abmagerung und Verfärbung.

yonyāmadhāvanāt kaṇḍūṃ jātāḥ kurvanti jantavaḥ | sā syādacaraṇā kaṇḍvā tayā'tinarakāṅkṣiṇī

Durch mangelnde Reinigung der Gebärmutter entstehen kleine Lebewesen (jantu, Parasiten), die Juckreiz hervorrufen. Diese Störung geht ohne (normalen) Ausfluss einher, verursacht Juckreiz, und die Frau verlangt heftig danach, sich zu kratzen.

pavano'tivyavāyena śophasuptirujaḥ striyāḥ | karoti kupito yonau sā cāticaraṇā matā

Der Wind, den übermäßiger Geschlechtsverkehr erregt, verursacht bei der Frau Schwellung, Taubheit und Schmerzen in der Gebärmutter – dies gilt als „übermäßig ausscheidende“ Störung (aticaraṇā).

maithunādatibālāyāḥ pṛṣṭhakaṭyūruvaṅkṣaṇam | rujan dūṣayate yoniṃ vāyuḥ prākcaraṇā hi sā

Durch Geschlechtsverkehr bei einem zu jungen Mädchen verdirbt der Wind, unter Schmerzen in Rücken, Hüfte, Oberschenkel und Leiste, die Gebärmutter – dies ist die „vorzeitig ausscheidende“ (prākcaraṇā) Störung.

garbhiṇyāḥ śleṣmalābhyāsācchardiniḥśvāsanigrahāt | vāyuḥ kruddhaḥ kaphaṃ yonimupanīya pradūṣayet

Bei einer Schwangeren, die sich an schleimbildende Nahrung gewöhnt hat und Erbrechen sowie Atemnot unterdrückt, führt der erregte Wind Kapha zur Gebärmutter und verdirbt sie.

pāṇḍuṃ satodamāsrāvaṃ śvetaṃ sravati vā kapham | kaphavātāmayavyāptā sā syādyonirupaplutā

Sie scheidet blassen, stechend schmerzenden, blutigen oder weißen, schleimigen Ausfluss aus; von Kapha- und Vata-Krankheit befallen, gilt dies als die „überflutete“ (upaplutā) Gebärmutter.

pittalāyā nṛsaṃvāse kṣavathūdgāradhāraṇāt | pittasammūrcchito vāyuryoniṃ dūṣayati striyāḥ

Bei einer zu Pitta neigenden Frau verdirbt, durch Geschlechtsverkehr sowie durch Unterdrücken von Niesen und Aufstoßen, der von Pitta durchdrungene Wind die Gebärmutter der Frau.

śūnā sparśākṣamā sārtirnīlapītamasṛk sravet | śroṇivaṅkṣaṇapṛṣṭhārtijvarārtāyāḥ pariplutā

Geschwollen, berührungsempfindlich, schmerzhaft, mit blauem oder gelbem Blutausfluss, mit Schmerzen in Becken, Leiste und Rücken sowie von Fieber geplagt – so ist die „überflutete“ Gebärmutter (pariplutā).

vegodāvartanādyonimudāvartayate'nilaḥ | sā rugārtā rajaḥ kṛcchreṇodāvṛttaṃ vimuñcati

Durch das Zurückhalten des natürlichen Drangs während der Menstruation lässt der Wind die Gebärmutter aufwärtsströmen (udāvartana). Von Schmerz gequält, gibt sie das Menstrualblut nur mühsam und rückwärts gerichtet ab.

ārtave sā vimukte tu tatkṣaṇaṃ labhate sukham | rajaso gamanādūrdhvaṃ jñeyodāvartinī budhaiḥ

Sobald jedoch das Menstrualblut abgeht, erlangt sie sogleich Erleichterung; erst nach dem Abgang der Menstruation (folgt der Schmerz) aufwärts – so sollen die Kundigen die „udāvartinī“ (die Aufwärtsströmende) erkennen.

akāle vāhamānāyā garbheṇa pihito'nilaḥ | karṇikāṃ janayedyonau śleṣmaraktena mūrcchitaḥ

Bei einer Frau, deren (Menstrual-)Fluss zur falschen Zeit strömt, wird der vom Embryo blockierte Wind, mit Schleim und Blut vermengt, in der Gebärmutter eine Art Knötchen (karṇikā) erzeugen.

raktamārgāvarodhinyā sā tayā karṇinī matā raukṣyādvāyuryadā garbhaṃ jātaṃ jātaṃ vināśayet

Da sie den Blutweg blockiert, gilt sie als „karṇinī“ (die mit dem Knötchen). Wenn der Wind durch Trockenheit jeden entstehenden Embryo immer wieder zerstört,

duṣṭaśoṇitajaṃ nāryāḥ putraghnī nāma sā matā vyavāyamatitṛptāyā bhajantyāstvannapīḍitaḥ

so ist dies eine aus verdorbenem Blut der Frau entstehende Krankheit, genannt „putraghnī“ (die Kindstöterin); bei einer Frau, die den Geschlechtsverkehr übermäßig sättigend betreibt, wird sie durch übermäßige Nahrung noch verstärkt.

vāyurmithyāsthitāṅgāyā yonisrotasi saṃsthitaḥ | vakrayatyānanaṃ yonyāḥ sā'sthimāṃsānilārtibhiḥ

Der Wind, der sich bei einer Frau mit falscher Körperhaltung im Kanal der Gebärmutter festsetzt, verzieht die Öffnung der Gebärmutter unter Schmerzen in Knochen und Muskulatur.

bhṛśārtirmaithunāśaktā yonirantarmukhī matā garbhasthāyāḥ striyā raukṣyādvāyuryoniṃ pradūṣayan

Von heftigem Schmerz geplagt und zum Geschlechtsverkehr unfähig gilt die Gebärmutter mit nach innen gewandter Öffnung (antarmukhī). Bei einer schwangeren Frau verdirbt der Wind durch Trockenheit die Gebärmutter.

mātṛdoṣādaṇudvārāṃ kuryāt sūcīmukhī tu sā vyavāyakāle rundhantyā vegān prakupito'nilaḥ

Durch einen Fehler der Mutter kann sie eine verengte Öffnung erhalten – dies ist die „sūcīmukhī“ (die mit nadelfeiner Öffnung). Wenn zur Zeit des Geschlechtsverkehrs die natürlichen Dränge zurückgehalten werden, wird der Wind erregt

kuryādviṇmūtrasaṅgārtiṃ śoṣaṃ yonimukhasya ca ṣaḍahāt saptarātrādvā śukraṃ garbhāśayaṃ gatam

und verursacht eine Störung bei der Ausscheidung von Kot und Urin sowie ein Austrocknen der Öffnung der Gebärmutter. Nach sechs Tagen oder sieben Nächten, wenn der Same in den Fruchtbehälter gelangt ist,

sarujaṃ nīrujaṃ vā'pi yā sravet sā tu vāminī bījadoṣāttu garbhasthamārutopahatāśayā

entsteht – ob mit oder ohne Schmerz ausfließend – die „vāminī“ (die Ausstoßende); durch einen Fehler im Keim (bīja) wird der im Fruchtbehälter befindliche Embryo vom erregten Wind geschädigt.

nṛdveṣiṇyastanī caiva ṣaṇḍhī syādanupakramā viṣamaṃ duḥkhaśayyāyāṃ maithunāt kupito'nilaḥ

„Männerfeindlich“ (nṛdveṣiṇī), mit männlich anmutender Brust, wird sie zur unbehandelbaren „ṣaṇḍhī“ (der Unfruchtbaren). Durch Geschlechtsverkehr in ungünstiger, unbequemer Lage wird der Wind erregt;

garbhāśayasya yonyāśca mukhaṃ viṣṭambhayet striyāḥ | asaṃvṛtamukhī sārtī rūkṣaphenāsravāhinī

er verschließt die Öffnung von Fruchtbehälter und Gebärmutter der Frau. Diese Störung, von Schmerz geplagt, mit unverschlossener Öffnung, lässt trockenen, schaumigen Ausfluss fließen.

māṃsotsannā mahāyoniḥ parvavaṅkṣaṇaśūlinī ityetairlakṣaṇaiḥ proktā viṃśatiryonijā gadāḥ

Mit wucherndem Fleisch, eine vergrößerte Gebärmutter (mahāyoni), mit Schmerzen in Gelenken und Leiste – mit diesen Merkmalen wurden die zwanzig von der Gebärmutter ausgehenden Krankheiten genannt.

na śukraṃ dhārayatyebhirdoṣairyonirupadrutā | tasmādgarbhaṃ na gṛhṇāti strī gacchatyāmayān bahūn

Von diesen Fehlern befallen, kann die Gebärmutter den Samen nicht halten. Deshalb empfängt die Frau keinen Embryo (oder verliert ihn) und leidet an vielen Krankheiten.

gulmārśaḥpradarādīṃśca vātādyaiścātipīḍanam āsāṃ ṣoḍaśa yāstvantyā ādye dve pittadoṣaje

Geschwülste (gulma), Hämorrhoiden (arśas), abnormer Blutfluss (pradara) und dergleichen sowie starke Beschwerden durch Vata und andere (Doshas) plagen sie; von diesen zwanzig sind die letzten sechzehn (vata-bedingt), die ersten beiden entstehen aus einem Pitta-Fehler.

pariplutā vāminī ca vātapittātmike mate | karṇinyupaplute vātakaphāccheṣāstu vātajāḥ

„Pariplutā“ (die Überflutete) und „Vāminī“ (die Ausstoßende) gelten als von Vata und Pitta gemeinsam verursacht, „Karṇinī“ (die mit dem Knötchen) als von Vata und Kapha überflutet; die übrigen sind rein durch Vata verursacht.

dehaṃ vātādayastāsāṃ svairliṅgaiḥ pīḍayanti hi snehanasvedabastyādi vātajāsvanilāpaham

Vata und die anderen (Doshas) quälen den Körper dieser (Frauen) jeweils mit den ihnen eigenen Merkmalen. Ölbehandlung (snehana), Schwitzbehandlung (svedana), Klistiere (basti) und Ähnliches beseitigen bei den vata-bedingten (Störungen) den Wind.

kārayedraktapittaghnaṃ śītaṃ pittakṛtāsu ca | śleṣmajāsu ca rūkṣoṣṇaṃ karma kuryādvicakṣaṇaḥ

Bei den durch Pitta verursachten (Störungen) sollte man eine kühlende Behandlung anwenden, die Blutungen und Pitta beseitigt; bei den kapha-bedingten sollte der kundige (Arzt) eine trockene, erhitzende Behandlung durchführen.

sannipāte vimiśraṃ tu saṃsṛṣṭāsu ca kārayet | snigdhasvinnāṃ tathā yoniṃ duḥsthitāṃ sthāpayetpunaḥ

Bei einer Beteiligung aller drei Doshas (sannipāta) sollte man eine gemischte Behandlung anwenden, ebenso bei gemischten Zuständen. Die geölte und geschwitzte, aus ihrer Lage geratene Gebärmutter sollte man wieder in ihre richtige Position bringen.

pāṇinā nāmayejjihmāṃ saṃvṛtāṃ vardhayet punaḥ | praveśayenniḥsṛtāṃ ca vivṛtāṃ parivartayet

Mit der Hand sollte man die schiefe (Gebärmutter) begradigen, die verengte erweitern, die vorgefallene wieder einführen und die zu weit geöffnete zurechtrücken.

yoniḥ sthānāpavṛttā hi śalyabhūtā matā striyāḥ | sarvāṃ vyāpannayoniṃ tu karmabhirvamanādibhiḥ

Denn eine aus ihrer Position verschobene Gebärmutter gilt für die Frau als schädlich wie ein Fremdkörper (śalya). Jede gestörte Gebärmutter sollte man mit Maßnahmen wie Emesis (vamana) und dergleichen behandeln.

mṛdubhiḥ pañcabhirnārīṃ snigdhasvinnāmupācaret | sarvataḥ suviśuddhāyāḥ śeṣaṃ karma vidhīyate

Man sollte die geölte und geschwitzte Frau mit den fünf sanften Reinigungsverfahren (pañcakarma) behandeln. Ist sie in allen Belangen gründlich gereinigt, wird die weitere Behandlung angeordnet.

vātavyādhiharaṃ karma vātārtānāṃ sadā hitam | audakānūpajairmāṃsaiḥ kṣīraiḥ satilataṇḍulaiḥ

Eine Behandlung, die Vata-Krankheiten beseitigt, ist stets den von Vata Geplagten zuträglich: mit Fleisch von Wasser- und Sumpftieren, mit Milch, zusammen mit Sesam und Reis.

savātaghnauṣadhairnāḍīkumbhīsvedairupācaret | aktāṃ lavaṇatailena sāśmaprastarasaṅkaraiḥ

Man sollte mit vata-beseitigenden Heilkräutern sowie mit Röhren- und Topf-Dampfbehandlungen (nāḍī- und kumbhī-sveda) behandeln. Mit salzigem Öl eingerieben, zusammen mit erhitzten Steinen und Gesteinsbrocken vermischt,

svinnāṃ koṣṇāmbusiktāṅgīṃ vātaghnairbhojayedrasaiḥ balādroṇadvayakvāthe ghṛtatailāḍhakaṃ pacet

geschwitzt und mit lauwarmem Wasser besprengt, sollte man (die Frau) mit vata-beseitigenden Fleischsäften ernähren. In einem Sud aus zwei Droṇa Balā (Sida cordifolia) soll man ein Āḍhaka Ghee und Öl kochen,

sthirāpayasyājīvantīvīrarṣabhakajīvakaiḥ | śrāvaṇīpippalīmudgapīlumāṣākhyaparṇibhiḥ

zusammen mit Sthirā (Śālaparṇī), Payasyā, Ajīvantī, Vīra, Ṛṣabhaka und Jīvaka, mit Śrāvaṇī, Pippalī, Mudga (Mungbohnen), Pīlu, Māṣa (Urdbohnen) und Kṣīraparṇī,

śarkarākṣīrakākolīkākanāsābhireva ca | piṣṭaiścaturguṇakṣīre siddhaṃ peyaṃ yathābalam

sowie mit Śarkarā, Kṣīrakākolī und Kākanāsā – all dies zerstoßen und in der vierfachen Menge Milch gekocht, soll man als Trank (peya) je nach Kraft (der Patientin) einnehmen.

vātapittakṛtān rogān hatvā garbhaṃ dadhāti tat | kāśmaryatriphalādrākṣākāsamardaparūṣakaiḥ

Es beseitigt die durch Vata und Pitta verursachten Krankheiten und verhilft zur Empfängnis. Mit Kāśmarya, Triphalā, Drākṣā (Weintrauben), Kāsamarda und Parūṣaka,

punarnavādvirajanīkākanāsāsahacaraiḥ | śatāvaryā guḍūcyāśca prasthamakṣasamairghṛtāt

mit Punarnavā, den beiden Rajanī (Kurkumasorten), Kākanāsā, Sahacara, Śatāvarī und Guḍūcī – je ein Akṣa (dieser Kräuter) auf ein Prastha Ghee,

sādhitaṃ yonivātaghnaṃ garbhadaṃ paramaṃ pibet | pippalīkuñcikājājivṛṣakaṃ saindhavaṃ vacām

so zubereitet, beseitigt es Vata der Gebärmutter und schenkt Empfängnis – man trinke dieses vorzügliche (Ghee). Pippalī, Kuñcikā, Ajājī, Vṛṣaka, Saindhava-Salz und Vacā,

yavakṣārājamode ca śarkarāṃ citrakaṃ tathā | piṣṭvā sarpiṣi bhṛṣṭāni pāyayet prasannayā

Yavakṣāra, Ajamodā sowie Zucker (śarkarā) und Citraka – zerstoßen und in Ghee geröstet, soll man (dies) mit Prasannā (klarem Getränk) einnehmen lassen.

yonipārśvārtihṛdrogagulmārśovinivṛttaye | vṛṣakaṃ mātuluṅgasya mūlāni madayantikām

Zur Beseitigung von Schmerzen in Gebärmutter und Flanken, von Herzbeschwerden, Geschwülsten und Hämorrhoiden: Vṛṣaka, Wurzeln der Mātuluṅga (Zitrone) und Madayantikā

pibet salavaṇairmadyaiḥ pippalīkuñcike tathā | rāsnāśvadaṃṣṭrāvṛṣakaiḥ pibecchūle śṛtaṃ payaḥ

soll man mit gesalzenem Wein trinken, ebenso Pippalī und Kuñcikā. Bei stechenden Schmerzen soll man mit Rāsnā, Śvadaṃṣṭrā und Vṛṣaka gekochte Milch trinken.

guḍūcītriphalādantīkvāthaiśca pariṣecayet | saindhavaṃ tagaraṃ kuṣṭhaṃ bṛhatī devadāru ca

Mit einem Sud aus Guḍūcī, Triphalā und Dantī soll man (die Gebärmutter) besprengen. Saindhava-Salz, Tagara, Kuṣṭha, Bṛhatī und Devadāru,

samāṃśaiḥ sādhitaṃ kalkaistailaṃ dhāryaṃ rujāpaham | guḍūcīmālatīrāsnābalāmadhukacitrakaiḥ

zu gleichen Teilen als Paste (kalka) zubereitet, ergeben ein Öl, das man auftragen soll und das Schmerzen beseitigt. Mit Guḍūcī, Mālatī, Rāsnā, Balā, Süßholz (madhuka) und Citraka,

nidigdhikādevadāruyūthikābhiśca kārṣikaiḥ | tailaprasthaṃ gavāṃ mūtre kṣīre ca dviguṇe pacet

mit Nidigdhikā, Devadāru und Yūthikā, je einen Karṣa, soll man ein Prastha Öl in Rinderurin und der doppelten Menge Milch kochen.

vātārtāyāḥ picuṃ dadyādyonau ca praṇayettataḥ | vātārtānāṃ ca yonīnāṃ sekābhyaṅgapicukriyāḥ

Der von Vata geplagten (Frau) soll man einen Tampon (picu) geben und in die Gebärmutter einführen. Bei vata-geplagten Gebärmuttern helfen Besprengung (seka), Einreibung (abhyaṅga) und Tamponanwendungen (picu).

(uṣṇāḥ snigdhāḥ prakartavyāstailāni snehanāni ca) | hiṃsrākalkaṃ tu vātārtā koṣṇamabhyajya dhārayet | pañcavalkasya pittārtā śyāmādīnāṃ kaphāturā

(Die Öle und ölenden Mittel sollen dabei heiß und fetthaltig zubereitet werden.) Die von Vata Geplagte soll eine Paste aus Hiṃsrā mit lauwarmem Öl einreiben und auftragen; die von Pitta Geplagte (verwendet) die der fünf Rinden (pañcavalka), die von Kapha Geplagte die von Śyāmā und Ähnlichem.

pittalānāṃ tu yonīnāṃ sekābhyaṅgapicukriyāḥ | śītāḥ pittaharāḥ kāryāḥ snehanārthaṃ ghṛtāni ca

Bei pitta-geplagten Gebärmuttern sollen Besprengung, Einreibung und Tamponanwendungen kühl sein und Pitta beseitigen; zur Ölung soll Ghee verwendet werden.

(pittaghnauṣadhasiddhāni kāryāṇi bhiṣajā tathā) | śatāvarīmūlatulāścatasraḥ samprapīḍayet

(Ebenso sollen vom Arzt mit pitta-beseitigenden Heilkräutern zubereitete Mittel angewandt werden.) Vier Tulā der Wurzel von Śatāvarī soll man auspressen

rasena kṣīratulyena pacettena ghṛtāḍhakam | jīvanīyaiḥ śatāvaryā mṛdvīkābhiḥ parūṣakaiḥ

und mit dem Saft, in gleicher Menge wie Milch, darin ein Āḍhaka Ghee kochen – mit kräftigenden Mitteln (jīvanīya), mit Śatāvarī, Mṛdvīkā (Weintrauben) und Parūṣaka,

piṣṭaiḥ priyālaiścākṣāṃśairdviyaṣṭimadhukairbhiṣak | siddhe śīte ca madhunaḥ pippalyāśca palāṣṭakam

zerstoßen, sowie mit Priyāla, je einen Akṣa, und dem doppelten Gewicht (dviyaṣṭi) an Süßholz (madhuka) soll der Arzt (versetzen). Ist es fertig gekocht und abgekühlt, füge man acht Pala Honig und Pippalī hinzu,

sitādaśapalonmiśrāllihyāt pāṇitalaṃ tataḥ | yonyasṛkśukradoṣaghnaṃ vṛṣyaṃ puṃsavanaṃ ca tat

gemischt mit zehn Pala Zucker (sitā); davon soll man dann eine Handfläche voll (pāṇitala) einnehmen. Dies beseitigt Fehler von Blut und Samen der Gebärmutter, wirkt stärkend (vṛṣya) und fördert die Zeugung männlicher Nachkommen (puṃsavana).

kṣataṃ kṣayaṃ raktapittaṃ kāsaṃ śvāsaṃ halīmakam | kāmalāṃ vātaraktaṃ ca vīsarpaṃ hṛcchirograham

(Es heilt zudem) Gewebeschwund (kṣata), Auszehrung (kṣaya), Blutungen mit Pitta-Störung (raktapitta), Husten (kāsa), Atemnot (śvāsa), Halīmaka (eine Form der Gelbsucht), Gelbsucht (kāmalā), Vātarakta (eine gichtartige Erkrankung), Vīsarpa (wandernde Hautentzündung/Erysipel) sowie schwere Herz- und Kopfleiden (hṛcchirograha).

unmādāratyapasmārān vātapittātmakāñjayet | iti bṛhacchatāvarīghṛtam | evameva kṣīrasarpirjīvanīyopasādhitam

So besiegt es (das Ghee) Wahnsinn (unmāda), Rastlosigkeit (aratī) und Epilepsie (apasmāra), die durch Vāta und Pitta verursacht sind – dies ist das „Große Śatāvarī-Ghee“ (bṛhacchatāvarīghṛta). Ebenso wird geklärte Butter mit Milch (kṣīrasarpis), zubereitet mit den lebenskräftigenden Mitteln (jīvanīya), angewendet.

garbhadaṃ pittalānāṃ ca yonīnāṃ syādbhiṣagjitam yonyāṃ śleṣmapraduṣṭāyāṃ vartiḥ saṃśodhanī hitā

Dieses Ghee fördert die Empfängnis (garbhada) und ist, vom Arzt (bhiṣaj) richtig eingesetzt, heilsam für durch Pitta gestörte Scheiden (yoni); bei einer durch Kapha (śleṣman) verdorbenen Scheide ist ein reinigendes Vaginalstäbchen (varti, saṃśodhanī) angezeigt.

vārāhe bahuśaḥ pitte bhāvitairlaktakaiḥ kṛtā | bhāvitaṃ payasā'rkasya yavacūrṇaṃ sasaindhavam

Bei starkem Pitta wird ein Vaginalstäbchen (varti) aus Gummilack (laktaka) hergestellt, der wiederholt mit Eberngalle (vārāha pitta) getränkt wurde; oder aus Gerstenmehl (yavacūrṇa), getränkt mit dem Milchsaft der Arka-Pflanze, zusammen mit Steinsalz (saindhava).

vartiḥ kṛtā muhurdhāryā tataḥ secyā sukhāmbunā | pippalyā maricairmāṣaiḥ śatāhvākuṣṭhasaindhavaiḥ

Das so hergestellte Stäbchen (varti) soll wiederholt eingeführt und danach mit angenehm temperiertem Wasser ausgespült werden; ebenso eines aus langem Pfeffer (pippalī), schwarzem Pfeffer (marica), Urdbohnen (māṣa), Dill (śatāhvā), Kuṣṭha und Steinsalz.

vartistulyā pradeśinyā dhāryā yoniviśodhanī udumbaraśalāṭūnāṃ droṇamabdroṇasaṃyutam

Ein fingerdickes (pradeśinī-großes), die Scheide reinigendes Stäbchen (yoniviśodhanī) soll eingeführt werden. Ferner: eine Droṇa-Menge unreifer Udumbara-Früchte (śalāṭu), vermengt mit einer gleichen Menge Wasser.

sapañcavalkakulakamālatīnimbapallavam | niśāṃ sthāpya jale tasmiṃstailaprasthaṃ vipācayet

Zusammen mit den fünf Rindenarten (pañcavalka), mit Kulaka sowie jungen Blättern von Mālatī und Nimba wird dies über Nacht in Wasser eingelegt; darin soll ein Prastha-Maß Öl gekocht werden.

lākṣādhavapalāśatvaṅniryāsaiḥ śālmalena ca | piṣṭaiḥ siddhasya tailasya picuṃ yonau nidhāpayet

Mit Gummilack (lākṣā), der Rinde von Dhava und Palāśa sowie deren Harzen (niryāsa) und mit Śālmali-Harz, alles zu einer Paste vermahlen, wird das Öl gekocht; ein damit getränkter Wattebausch (picu) wird in die Scheide eingelegt.

saśarkaraiḥ kaṣāyaiśca śītaiḥ kurvīta secanam | picchilā vivṛtā kāladuṣṭā yoniśca dāruṇā

Mit kühlen, zuckerhaltigen Absuden (kaṣāya) soll eine Spülung (secana) durchgeführt werden – bei einer schleimigen (picchilā), offenstehenden (vivṛtā), durch falsche Zeitwahl geschädigten (kāladuṣṭā) und schmerzhaften (dāruṇā) Scheide.

saptāhācchudhyati kṣipramapatyaṃ cāpi vindati | udumbarasya dugdhena ṣaṭkṛtvo bhāvitāttilāt

Innerhalb einer Woche wird sie rasch gereinigt, und die Frau erlangt auch Nachkommenschaft. Aus Sesam (tila), sechsmal mit dem Milchsaft der Udumbara-Pflanze getränkt, [wird ferner ein Öl bereitet].

tailaṃ kvāthena tasyaiva siddhaṃ dhāryaṃ ca pūrvavat | dhātakyāmalakīpatrasrotojamadhukotpalaiḥ

Dieses Öl wird mit dem Absud eben dieser Pflanze gekocht und wie zuvor angewendet; ebenso mit Dhātakī, Āmalakī-Blättern, Srotoja, Süßholz (madhuka) und blauer Lotosblüte (utpala).

jambvāmramadhyakāsīsalodhrakaṭphalatindukaiḥ | saurāṣṭrikādāḍimatvagudumbaraśalāṭubhiḥ

Mit Jambū, dem Fruchtmark der Mango (āmramadhya), Eisenvitriol (kāsīsa), Lodhra, Kaṭphala, Tinduka, Saurāṣṭrikā-Erde, Granatapfelschale (dāḍimatvac) und unreifen Udumbara-Früchten (śalāṭu),

akṣamātrairajāmūtre kṣīre ca dviguṇe pacet | tailaprasthaṃ picuṃ dadyādyonau ca praṇayettataḥ

je zu einem Akṣa-Maß, in Ziegenurin und der doppelten Menge Milch soll ein Prastha-Maß Öl gekocht werden; ein damit getränkter Wattebausch (picu) wird in die Scheide eingeführt.

kaṭīpṛṣṭhatrikābhyaṅgaṃ snehabastiṃ ca dāpayet | picchilā srāviṇī yonirviplutopaplutā tathā

Man soll Hüfte, Rücken und Kreuzbeinregion (trika) einölen (abhyaṅga) und einen ölhaltigen Klistier (snehabasti) verabreichen lassen – bei einer schleimigen (picchilā), absondernden (srāviṇī) sowie bei einer durch die Störungen Viplutā und Upaplutā betroffenen Scheide.

uttānā connatā śūnā sidhyet sasphoṭaśūlinī | karīradhavanimbārkaveṇukośāmrajāmbavaiḥ

Eine nach oben gerichtete (uttānā), erhabene (unnatā), geschwollene (śūnā) und mit Bläschen (sphoṭa) sowie Schmerzen (śūla) behaftete Scheide wird geheilt – mit Karīra, Dhava, Nimba, Arka, Bambussprossen (veṇukośa), Mango und Jambū,

jiṅginīvṛṣamūlānāṃ kvāthairmārdvīkasīdhubhiḥ | saśuktairdhāvanaṃ miśrairyonyāsrāvavināśanam

mit den Wurzeln von Jiṅginī und Vṛṣa als Absud (kvātha), vermischt mit Rosinenwein (mārdvīka), Zuckerrohrwein (sīdhu) und Essig (śukta), als Waschung (dhāvana), die den Blutausfluss aus der Scheide (yonyāsrāva) beseitigt.

kuryāt satakragomūtraśuktairvā triphalārasaiḥ pippalyayorajaḥpathyāprayogā madhunā hitāḥ

Man kann dies auch mit Buttermilch (takra), Kuhurin (gomūtra) und Essig oder mit dem Saft der Triphalā durchführen; Anwendungen von Pippalī-Pulver zusammen mit Myrobalane (pathyā) sind, mit Honig vermischt, heilsam.

śleṣmalāyāṃ kaṭuprāyāḥ samūtrā bastayo hitāḥ | pitte samadhurakṣīrā vāte tailāmlasaṃyutāḥ

Bei einer durch Kapha bedingten (śleṣmalā) Störung sind vorwiegend scharfe (kaṭu), mit Urin versetzte Klistiere (basti) heilsam; bei Pitta solche mit Süßem und Milch, bei Vāta solche mit Öl und Saurem.

sannipātasamutthāyāḥ karma sādhāraṇaṃ hitam raktayonyāmasṛgvarṇairanubandhaṃ samīkṣya ca

Bei einer aus dem Zusammenwirken aller drei Doṣas (sannipāta) entstandenen Störung ist eine allgemeine (sādhāraṇa) Behandlung heilsam. Bei der „Blut-Scheide“ (raktayoni) soll man, nachdem man anhand der Blutfarbe (asṛgvarṇa) den beteiligten Doṣa festgestellt hat,

tataḥ kuryādyathādoṣaṃ raktasthāpanamauṣadham | tilacūrṇaṃ dadhi ghṛtaṃ phāṇitaṃ śaukarī vasā

danach entsprechend dem jeweiligen Doṣa ein blutstillendes (raktasthāpana) Heilmittel anwenden: Sesammehl (tilacūrṇa), Joghurt (dadhi), Ghee, Rohrzuckersirup (phāṇita), Schweinefett (śaukarī vasā),

kṣaudreṇa saṃyutaṃ peyaṃ vātāsṛgdaranāśanam | varāhasya raso medyaḥ sakaulattho'nilādhike

mit Honig vermischt als Trank – dies beseitigt den durch Vāta bedingten Blutfluss (vātāsṛgdara). Fetthaltige Fleischbrühe vom Wildschwein, zusammen mit Kulattha-Bohnen, bei überwiegendem Vāta.

śarkarākṣaudrayaṣṭyāhvanāgarairvā yutaṃ dadhi | payasyotpalaśālūkabisakālīyakāmbudam

Oder Joghurt, vermischt mit Zucker, Honig, Süßholz (yaṣṭyāhva) und Ingwer (nāgara); ferner Payasyā, Lotosblüte (utpala), Lotoswurzel (śālūka), Lotosfaser (bisa), Kālīyaka und Ambuda,

sapayaḥśarkarākṣaudraṃ paittike'sṛgdare pibet pāṭhā jambvāmrayormadhyaṃ śilodbhedaṃ rasāñjanam

mit Milch, Zucker und Honig soll man dies bei Pitta-bedingtem Blutfluss (asṛgdara) trinken. Pāṭhā, das Fruchtmark von Jambū und Mango, Śilodbheda-Salz sowie Rasāñjana (ein Berberis-Extrakt),

ambaṣṭhā śālmalīśleṣaṃ samaṅgāṃ vatsakatvacam | bāhlīkātiviṣe bilvaṃ mustaṃ lodhraṃ sagairikam

Ambaṣṭhā, das Harz (śleṣa) des Śālmali-Baumes, Samaṅgā, die Rinde von Vatsaka, Bāhlīka, Ativiṣā, Bilva, Mustā und Lodhra zusammen mit rotem Ocker (gairika),

kaṭvaṅgaṃ maricaṃ śuṇṭhīṃ mṛdvīkāṃ raktacandanam | kaṭphalaṃ vatsakānantādhātakīmadhukārjunam

Kaṭvaṅga, schwarzer Pfeffer (marica), Ingwer (śuṇṭhī), Rosinen (mṛdvīkā), rotes Sandelholz (raktacandana), Kaṭphala, Vatsaka, Anantā, Dhātakī, Süßholz (madhuka) und Arjuna,

puṣyeṇoddhṛtya tulyāni sūkṣmacūrṇāni kārayet | tāni kṣaudreṇa saṃyojya pibettaṇḍulavāriṇā

diese unter dem Puṣya-Mondhaus (nakṣatra) gesammelten Mittel soll man zu gleichen Teilen fein pulvern; dieses Pulver, mit Honig vermischt, soll mit Reiswasser (taṇḍulavāri) getrunken werden.

arśaḥsu cātisāreṣu raktaṃ yaccopaveśyate | doṣāgantukṛtā ye ca bālānāṃ tāṃśca nāśayet

Es beseitigt auch das bei Hämorrhoiden (arśas) und Durchfall (atisāra) auftretende Blut sowie die durch Doṣa- oder Fremdeinwirkung (āgantu) bei Kindern entstandenen Blutungen.

yonidoṣaṃ rajodoṣaṃ śvetaṃ nīlaṃ sapītakam | strīṇāṃ śyāvāruṇaṃ yacca prasahya vinivartayet

Es beseitigt kraftvoll (prasahya) die Störung der Scheide (yonidoṣa) und des Menstrualblutes (rajodoṣa) – ob weiß, bläulich, gelblich oder, bei Frauen, bräunlich-rötlich (śyāvāruṇa).

cūrṇaṃ puṣyānugaṃ nāma hitamātreyapūjitam iti puṣyānugacūrṇam | taṇḍulīyakamūlaṃ tu sakṣaudraṃ taṇḍulāmbunā

Dieses Pulver heißt „Puṣyānuga“ und wird von Ātreya hochgeschätzt – so das Puṣyānuga-cūrṇa. Die Wurzel von Taṇḍulīyaka hingegen, mit Honig versetzt und mit Reiswasser eingenommen,

rasāñjanaṃ ca lākṣāṃ ca chāgena payasā pibet | patrakalkau ghṛte bhṛṣṭau rājādanakapitthayoḥ

auch Rasāñjana und Gummilack (lākṣā) soll man mit Ziegenmilch trinken; ebenso die in Ghee gerösteten Blätterpasten (patrakalka) von Rājādana und Kapittha,

pittānilaharau, paitte sarvathaivāsrapittajit | madhukaṃ triphalāṃ lodhraṃ mustaṃ saurāṣṭrikāṃ madhu

die Pitta und Vāta beseitigen; bei Pitta wirkt dies in jedem Fall gegen Blut-Pitta (raktapitta). Süßholz (madhuka), Triphalā, Lodhra, Mustā, Saurāṣṭrikā-Erde und Honig,

madyairnimbaguḍūcyau vā kaphaje'sṛgdare pibet | virecanaṃ mahātiktaṃ paittike'sṛgdare pibet

mit alkoholischen Getränken oder mit Nimba und Guḍūcī soll man dies bei Kapha-bedingtem Blutfluss (asṛgdara) trinken; das große Abführmittel „Mahātikta“ soll man bei Pitta-bedingtem Blutfluss trinken.

hitaṃ garbhaparisrāve yaccoktaṃ tacca kārayet kāśmaryakuṭajakvāthasiddhamuttarabastinā

Was bei drohendem Fehlgeburtsausfluss (garbhaparisrāva) als heilsam genannt wurde, soll ebenfalls durchgeführt werden – mittels eines mit dem Absud von Kāśmarya und Kuṭaja bereiteten Gebärmutterklistiers (uttarabasti).

raktayonyarajaskānāṃ putraghnyāśca hitaṃ ghṛtam | mṛgājāvivarāhāsṛgdadhyamlaphalasarpiṣā [1]

Für Frauen mit „Blut-Scheide“ (raktayoni), mit ausbleibender Menstruation (arajaskā) und für die „kindtötende“ Frau (putraghnī) ist ein Ghee heilsam, zubereitet mit dem Blut von Reh, Ziege und Wildschwein, mit Joghurt, saurem Obst und Ghee.

arajaskā pibet siddhaṃ jīvanīyaiḥ payo'pi vā | karṇinyacaraṇāśuṣkayoniprākcaraṇāsu ca

Die Frau mit ausbleibender Menstruation soll damit zubereitete Milch trinken, oder mit den lebenskräftigenden Mitteln (jīvanīya) gekochte Milch; ebenso bei den Störungen Karṇinī, Acaraṇā, „trockener Scheide“ (śuṣkayoni) und Prākcaraṇā.

kaphavāte ca dātavyaṃ tailamuttarabastinā | gopitte matsyapitte vā kṣaumaṃ triḥsaptabhāvitam

Bei Kapha und Vāta soll Öl mittels Gebärmutterklistier (uttarabasti) verabreicht werden. Leinentuch (kṣauma), einundzwanzigmal (triḥsapta) mit Kuhgalle oder Fischgalle getränkt,

madhunā kiṇvacūrṇaṃ vā dadyādacaraṇāpaham | srotasāṃ śodhanaṃ kaṇḍūkledaśophaharaṃ ca tat

oder Hefepulver (kiṇvacūrṇa) mit Honig soll man verabreichen – dies beseitigt die Störung Acaraṇā; es reinigt die Körperkanäle (srotas) und beseitigt Juckreiz (kaṇḍū), Nässen (kleda) und Schwellung (śopha).

vātaghnaiḥ śatapākaiśca tailaiḥ prāgaticāriṇī | āsthāpyā cānuvāsyā ca svedyā cānilasūdanaiḥ

Bei der Störung „Prāgaticāriṇī“ soll mit Vāta-beseitigenden, hundertfach gekochten (śatapāka) Ölen sowohl ein Reinigungsklistier (āsthāpana) als auch ein Ölklistier (anuvāsana) verabreicht sowie eine Schwitzbehandlung mit Vāta-beseitigenden Mitteln durchgeführt werden,

snehadravyaistathā''hārairupanāhaiśca yuktitaḥ | śatāhvāyavagodhūmakiṇvakuṣṭhapriyaṅgubhiḥ

ebenso sachgemäß (yuktitas) mit ölhaltigen Substanzen, entsprechender Nahrung und warmen Umschlägen (upanāha); mit Dill (śatāhvā), Gerste (yava), Weizen (godhūma), Hefe (kiṇva), Kuṣṭha und Priyaṅgu,

balākhuparṇikāśryāhvaiḥ saṃyāvo dhāraṇaḥ smṛtaḥ | vāminyupaplutānāṃ ca snehasvedādikaḥ kramaḥ

mit Balā, Ākhuparṇikā und Śryāhva ist ein aufzulegender Brei-Umschlag (saṃyāva) überliefert. Für die Störungen „Vāminī“ und „Upaplutā“ gilt dieselbe Abfolge, beginnend mit Ölung und Schwitzung.

kāryastataḥ snehapicustataḥ santarpaṇaṃ bhavet | śallakījiṅginījambūdhavatvakpañcavalkalaiḥ

Danach soll ein ölgetränkter Wattebausch (snehapicu) eingelegt werden, danach folgt eine stärkende Behandlung (santarpaṇa); mit Śallakī, Jiṅginī, Jambū, der Rinde von Dhava und den fünf Rindenarten (pañcavalkala),

kaṣāyaiḥ sādhitaḥ snehapicuḥ syādviplutāpahaḥ | karṇinyāṃ vartikā kuṣṭhapippalyarkāgrasaindhavaiḥ

als Absud zubereitet, ist der ölgetränkte Wattebausch heilsam gegen die Störung „Viplutā“. Bei „Karṇinī“ wird ein Stäbchen (vartikā) aus Kuṣṭha, Pippalī, den Triebspitzen der Arka-Pflanze und Steinsalz (saindhava) angewendet.

bastamūtrakṛtā dhāryā sarvaṃ ca śleṣmanuddhitam | traivṛtaṃ snehanaṃ svedo grāmyānūpaudakā rasāḥ

Mit Ziegenurin (basta-mūtra) hergestellt, soll sie eingeführt werden; all dies beseitigt Kapha. Ölung mit Trivṛt-Öl, Schwitzung sowie die Fleischbrühen von Haus-, Sumpf- und Wassertieren sind [dabei angezeigt].

daśamūlapayobastiścodāvartānilārtiṣu | traivṛtenānuvāsyā ca bastiścottarasañjñitaḥ

Bei durch Vāta verursachtem Udāvarta-Schmerz ist ein Klistier aus dem Absud der zehn Wurzeln (daśamūla) mit Milch angezeigt; ebenso ein Ölklistier mit Trivṛt-Öl sowie der als „Uttara“ bezeichnete Gebärmutterklistier.

etadeva mahāyonyāṃ srastāyāṃ ca vidhīyate | vasā ṛkṣavarāhāṇāṃ ghṛtaṃ ca madhuraiḥ śṛtam

Eben diese Behandlung wird auch bei der Störung „Mahāyoni“ sowie bei vorgefallener Gebärmutter (srastā) angewendet: Fett von Bär und Wildschwein sowie mit süßen Mitteln gekochtes Ghee.

pūrayitvā mahāyoniṃ badhnīyāt kṣaumalaktakaiḥ | prasrastāṃ sarpiṣā'bhyajya kṣīrasvinnāṃ praveśya ca

Nachdem man die „Mahāyoni“ mit diesen Mitteln gefüllt hat, soll man sie mit Leinen- und Lackbinden (kṣaumalaktaka) fixieren; die vorgefallene Gebärmutter, mit Ghee eingerieben und mit Milchdampf behandelt (kṣīrasvinnā), soll man zurückführen

badhnīyādveśavārasya piṇḍenāmūtrakālataḥ | yacca vātavikārāṇāṃ karmoktaṃ tacca kārayet

und mit einem Bausch aus Veśavāra-Brei bis zum Zeitpunkt des Urinierens fixieren. Auch die für Vāta-Erkrankungen genannte Behandlung soll durchgeführt werden.

sarvavyāpatsu matimānmahāyonyāṃ viśeṣataḥ | nahi vātādṛte yonirnārīṇāṃ sampraduṣyati

Bei allen Störungen, besonders aber bei „Mahāyoni“, soll der kluge Arzt Vāta besonders beachten; denn ohne Vāta wird die Scheide (yoni) der Frauen niemals krankhaft gestört.

śamayitvā tamanyasya kuryāddoṣasya bheṣajam rohītakānmūlakalkaṃ pāṇḍure'sṛgdare pibet

Nachdem man diesen (Vāta) besänftigt hat, soll man das Heilmittel für den jeweils anderen Doṣa anwenden. Bei blutarmem (pāṇḍu) Blutfluss (asṛgdara) soll man die Wurzelpaste von Rohītaka trinken,

jalenāmalakībījaṃ kalkaṃ vā sasitāmadhum | madhunā''malakāccūrṇaṃ rasaṃ vā lehayecca tām

oder die mit Wasser angerührte Paste des Āmalakī-Samens zusammen mit Kandiszucker und Honig. Man soll ihr auch Āmalakī-Pulver mit Honig oder den Saft der Āmalakī-Frucht auflecken lassen.

nyagrodhatvakkaṣāyeṇa lodhrakalkaṃ tathā pibet | āsrāve kṣaumapaṭṭaṃ vā bhāvitaṃ tena dhārayet

Ebenso soll sie die Lodhra-Paste mit dem Absud der Nyagrodha-Rinde trinken. Bei Blutausfluss (āsrāva) soll man auch ein damit getränktes Leinentuch (kṣaumapaṭṭa) einlegen.

plakṣatvakcūrṇapiṇḍaṃ vā dhārayenmadhunā kṛtam | yonyā snehāktayā lodhrapriyaṅgumadhukasya vā

Oder man soll einen mit Honig zubereiteten Bausch aus Plakṣa-Rindenpulver einführen; bei geölter Scheide auch einen Bausch aus Lodhra, Priyaṅgu und Süßholz (madhuka).

dhāryā madhuyutā vartiḥ kaṣāyāṇāṃ ca sarvaśaḥ | srāvacchedārthamabhyaktāṃ dhūpayedvā ghṛtāplutaiḥ

Man soll ein mit Honig versetztes Vaginalstäbchen (varti) aus allen Arten adstringierender Mittel (kaṣāya) einführen. Um den Ausfluss zu stoppen, soll man einreiben oder mit in Ghee getränkten Substanzen beräuchern (dhūpa).

saralāgugguluyavaiḥ satailakaṭumatsyakaiḥ | kāsīsaṃ triphalā kāṅkṣī samaṅgā''mrāsthi dhātakī

Mit Sarala-Holz, Guggulu, Gerste, zusammen mit Öl, scharfen Mitteln (kaṭu) und Matsyaka; Eisenvitriol (kāsīsa), Triphalā, Kāṅkṣī, Samaṅgā, Mango-Kernen (āmrāsthi) und Dhātakī

paicchilye kṣaudrasaṃyuktaścūrṇo vaiśadyakārakaḥ | palāśasarjajambūtvaksamaṅgāmocadhātakīḥ

wirkt, bei Schleimigkeit (paicchilya) mit Honig versetzt, ein klärendes Pulver (vaiśadyakāraka) – aus der Rinde von Palāśa, Sarja und Jambū, aus Samaṅgā, Moca und Dhātakī.

sapicchilāpariklinnāstambhanaḥ kalka iṣyate | stabdhānāṃ karkaśānāṃ ca kāryaṃ mārdavakārakam

Bei schleimiger und feuchter (pariklinnā) Scheide wird eine adstringierende Paste (stambhana-kalka) empfohlen; bei einer verhärteten (stabdhā) und rauen (karkaśā) Scheide soll eine erweichende Behandlung (mārdavakāraka) durchgeführt werden.

dhārayedveśavāraṃ vā pāyasaṃ kṛśarāṃ tathā | durgandhānāṃ kaṣāyaḥ syāttauvaraḥ kalka eva vā

Man soll dazu Veśavāra-Brei einlegen, oder Milchreis (pāyasa) oder Kṛśara-Brei. Bei übelriechenden Ausflüssen soll ein adstringierender Absud (tauvara kaṣāya) oder eine ebensolche Paste angewendet werden,

cūrṇaṃ vā sarvagandhānāṃ pūtigandhāpakarṣaṇam | evaṃ yoniṣu śuddhāsu garbhaṃ vindanti yoṣitaḥ

oder ein Pulver aus allen wohlriechenden Substanzen (sarvagandha), das den üblen Geruch (pūtigandha) beseitigt. Sind auf diese Weise die Scheiden gereinigt, so empfangen die Frauen Nachkommenschaft (garbha).

aduṣṭe prākṛte bīje jīvopakramaṇe sati pañcakarmaviśuddhasya puruṣasyāpi cendriyam

Ist der Samen (bīja) ungestört und naturgemäß (prākṛta) und findet der Beginn des Lebens (jīvopakramaṇa) statt, und ist auch beim Mann, der durch die fünf Reinigungsverfahren (pañcakarma) gereinigt wurde, das Zeugungsvermögen (indriya) intakt – [dann kommt es zur Empfängnis].

parīkṣya varṇairdoṣāṇāṃ duṣṭaṃ tadghnairupācaret saliṅgā vyāpado yoneḥ sanidānacikitsitāḥ

Nachdem man anhand der charakteristischen Farben (varṇa) die Störung der Doṣas untersucht hat, soll man das Gestörte mit den es beseitigenden Mitteln behandeln. Damit wurden die Störungen der Scheide (yonivyāpad) mit ihren Symptomen (liṅga), Ursachen (nidāna) und Behandlungen (cikitsita) dargestellt,

uktā vistarataḥ samyaṅmuninā tattvadarśinā | punarevāgniveśastu papraccha bhiṣajāṃ varam

ausführlich und vollständig, vom wahrheitsschauenden Weisen (muni, tattvadarśin) dargelegt. Da fragte Agniveśa wiederum den Besten der Ärzte (bhiṣajāṃ vara),

ātreyamupasaṅgamya śukradoṣāstvayā'nagha! | rogādhyāye samuddiṣṭā hyaṣṭau puṃsāmaśeṣataḥ

indem er sich Ātreya näherte: „O Sündenfreier (anagha)! Von dir wurden im Kapitel über die Krankheiten (Rogādhyāya) die acht Störungen des Samens (śukradoṣa) der Männer vollständig dargelegt.

teṣāṃ hetuṃ bhiṣakśreṣṭha! duṣṭāduṣṭasya cākṛtim | cikitsitaṃ ca kārtsnyena klaibyaṃ yacca caturvidham

O Bester der Ärzte, [nenne mir] deren Ursache, das Erscheinungsbild (ākṛti) des gestörten und des ungestörten Samens sowie die vollständige Behandlung, und auch die vierfache Impotenz (klaibya).

upadraveṣu yonīnāṃ pradaro yaśca kīrtitaḥ | teṣāṃ nidānaṃ liṅgaṃ ca cikitsāṃ caiva tattvataḥ

Und ebenso den Blutfluss (pradara), der als Begleiterscheinung (upadrava) der Scheidenstörungen genannt wurde – deren Ursache, Symptome und Behandlung, der Wahrheit gemäß (tattvatas),

samāsavyāsabhedena prabrūhi bhiṣajāṃvara! | tasmai śuśrūṣamāṇāya provāca munipuṅgavaḥ

erkläre mir, o Bester der Ärzte, sowohl in Kürze als auch ausführlich (samāsavyāsa)!“ Dem so Lernbegierigen (śuśrūṣamāṇa) antwortete der Erste unter den Weisen (munipuṅgava).

bījaṃ yasmādvyavāye tu harṣayonisamutthitam | śukraṃ pauruṣamityuktaṃ tasmādvakṣyāmi tacchṛṇu

Weil der Same (bīja) beim Geschlechtsakt (vyavāya) aus der Quelle der Lust (harṣayoni) entsteht, wird er „Śukra“, das Männliche (pauruṣa), genannt; deshalb werde ich darüber sprechen – höre es.

yathā bījamakālāmbukṛmikīṭāgnidūṣitam | na virohati sanduṣṭaṃ tathā śukraṃ śarīriṇām

So wie ein Samenkorn (bīja), das durch Wasser zur falschen Zeit, durch Würmer, Insekten oder Feuer verdorben wurde, nicht keimt, wenn es geschädigt ist, so keimt auch der geschädigte Same (śukra) der Lebewesen nicht.

ativyavāyādvyāyāmādasātmyānāṃ ca sevanāt | akāle vā'pyayonau vā maithunaṃ na ca gacchataḥ

Durch übermäßigen Geschlechtsverkehr (ativyavāya), durch übermäßige körperliche Anstrengung (vyāyāma), durch den Genuss unzuträglicher (asātmya) Speisen, durch Geschlechtsverkehr zur falschen Zeit (akāle) oder an ungeeignetem Ort (ayonau), sowie wenn die Partner nicht wirklich zueinanderfinden,

rūkṣatiktakaṣāyātilavaṇāmloṣṇasevanāt | nārīṇāmarasajñānāṃ gamanājjarayā tathā

durch den übermäßigen Genuss von Trockenem (rūkṣa), Bitterem (tikta), Adstringierendem (kaṣāya), stark Salzigem (atilavaṇa), Saurem (amla) und Heißem (uṣṇa), durch den Verkehr mit Frauen, die keine sinnliche Erregung (rasa) empfinden (arasajñā), sowie durch das Alter (jarā),

cintāśokādavisrambhācchastrakṣārāgnivibhramāt | bhayātkrodhādabhīcārādvyādhibhiḥ karśitasya ca

Durch Sorge (cintā), Kummer (śoka), mangelndes Vertrauen (avisrambha), durch Verletzung mit Waffen, Ätzmitteln oder Feuer (śastra-kṣāra-agni-vibhrama), durch Furcht (bhaya), Zorn (krodha), schwarze Magie (abhicāra) sowie bei einem durch Krankheiten geschwächten Menschen –

vegāghātāt kṣatāccāpi dhātūnāṃ sampradūṣaṇāt | doṣāḥ pṛthak samastā vā prāpya retovahāḥ sirāḥ

– durch Unterdrückung eines natürlichen Dranges (vegāghāta), durch Verletzung (kṣata) und durch Verderbnis der Körpergewebe (dhātu) gelangen die Doṣas, einzeln oder alle vereint, in die samenführenden Gefäße (retovahāḥ sirāḥ) –

śukraṃ sandūṣayantyāśa ... ... tadvakṣyāmi vibhāgaśaḥ | phenilaṃ tanu rūkṣaṃ ca vivarṇaṃ pūti picchilam

– und verderben rasch den Samen (śukra); ich werde dies nun im Einzelnen (vibhāgaśas) erklären: Er kann schaumig (phenila), dünnflüssig (tanu), trocken (rūkṣa), verfärbt (vivarṇa), übelriechend (pūti) oder schleimig-klebrig (picchila) werden.

anyadhātūpasaṃsṛṣṭamavasādi tathā'ṣṭamam | phenilaṃ tanu rūkṣaṃ ca kṛcchreṇālpaṃ ca mārutāt

Mit einem anderen Körpergewebe vermischt und kraftlos (avasādin) ist die siebte Form, und ebenso gibt es eine achte: durch die Störung von Vāta wird der Samen schaumig, dünn und trocken und tritt nur mühsam (kṛcchra) und in geringer Menge (alpa) aus.

bhavatyupahataṃ śukraṃ na tadgarbhāya kalpate | sanīlamathavā pītamatyuṣṇaṃ pūtigandhi ca

So wird der Samen geschädigt (upahata) und taugt nicht mehr zur Zeugung (garbha); er kann bläulich (nīla) oder gelblich (pīta), übermäßig heiß (atyuṣṇa) und übelriechend (pūtigandhi) sein.

dahalliṅgaṃ viniryāti śukraṃ pittena dūṣitam | śleṣmaṇā baddhamārgaṃ tu bhavatyatyarthapicchilam

Von Pitta verdorbener Samen tritt mit brennendem Gefühl (daha) am Glied (liṅga) aus; von Kapha verdorbener Samen hat einen verstopften Weg (baddhamārga) und wird übermäßig schleimig-klebrig (picchila).

strīṇāmatyarthagamanādabhighātāt kṣatādapi | śukraṃ pravartate jantoḥ prāyeṇa rudhirānvayam

Durch übermäßigen Geschlechtsverkehr (atyartha-gamana) mit Frauen, durch einen Stoß (abhighāta) oder eine Verletzung (kṣata) tritt der Samen beim Menschen meist mit Blut vermischt (rudhirānvaya) aus.

vegasandhāraṇācchukraṃ vāyunā vihataṃ pathi | kṛcchreṇa yāti grathitamavasādi tathā''ṣṭamam

Durch Unterdrückung des Ejakulationsdranges (vegasandhāraṇa) wird der Samen von Vāta auf seinem Weg (patha) behindert; er tritt geronnen (grathita) und nur mühsam aus – dies ist die achte, als kraftlos (avasādin) geltende Form.

iti doṣāḥ samākhyātāḥ śukrasyāṣṭau salakṣaṇāḥ | snigdhaṃ ghanaṃ picchilaṃ ca madhuraṃ cāvidāhi ca

So wurden die acht Störungsformen (doṣa) des Samens mit ihren Merkmalen (lakṣaṇa) beschrieben; gesunder Samen dagegen ist ölig-geschmeidig (snigdha), dickflüssig (ghana), klebrig (picchila), süß (madhura) und nicht brennend (avidāhin).

retaḥ śuddhaṃ vijānīyācchvetaṃ sphaṭikasannibham vājīkaraṇayogaistairupayogasukhairhitaiḥ

Man erkenne reinen Samen (śuddha reta) an seiner weißen, kristallklaren Farbe (sphaṭikasannibha, „wie Bergkristall“); mit jenen aphrodisierenden Heilmitteln (vājīkaraṇayoga), die angenehm anzuwenden und heilsam sind,

raktapittaharairyogairyonivyāpadikaistathā | duṣṭaṃ yadā bhavecchukraṃ tadā tat samupācaret

sowie mit Mitteln, die Blut und Pitta beruhigen (raktapittahara) und die auch bei Erkrankungen der Gebärmutter (yonivyāpad) verwendet werden, soll man behandeln, wenn der Samen verdorben ist.

ghṛtaṃ ca jīvanīyaṃ yaccyavanaprāśa eva ca | girijasya prayogaśca retodoṣānapohati

Geklärte Butter mit lebenskräftigenden Zusätzen (jīvanīya ghṛta), das bekannte Präparat Cyavanaprāśa sowie die Anwendung des Mineralharzes (girija, Shilajit) beseitigen die Samenstörungen (retodoṣa).

vātānvite hitāḥ śukre nirūhāḥ sānuvāsanāḥ | abhayāmalakīyaṃ ca paitte śastaṃ rasāyanam

Bei einer durch Vāta bedingten Samenstörung sind ausleitende Klistiere (nirūha) zusammen mit ölig-nährenden Klistieren (anuvāsana) heilsam; bei einer Pitta-bedingten Störung wird die Verjüngungskur (rasāyana) mit Abhayā (Terminalia chebula) und Āmalakī (Emblica officinalis) empfohlen.

māgadhyamṛtalohānāṃ triphalāyā rasāyanam| kaphotthitaṃ śukradoṣaṃ hanyādbhallātakasya ca

Die Verjüngungskur (rasāyana) aus Pippalī (māgadhī), kalziniertem Eisen (mṛtaloha) und Triphalā sowie die Anwendung von Bhallātaka (Semecarpus anacardium) beseitigt eine durch Kapha entstandene Samenstörung.

yadanyadhātusaṃsṛṣṭaṃ śukraṃ tadvīkṣya yuktitaḥ| yathādoṣaṃ prayuñjīta doṣadhātubhiṣagjitam

Ist der Samen mit einem anderen Körpergewebe (dhātu) vermischt, so betrachte man dies mit Umsicht (yukti) und wende, dem jeweiligen Doṣa entsprechend, jene Mittel an, mit denen ein erfahrener Arzt (bhiṣaj) Doṣa und Dhātu behandelt.

sarpiḥ payo rasāḥ śāliryavagodhūmaṣaṣṭikāḥ| praśastāḥ śukradoṣeṣu bastikarma viśeṣataḥ

Geklärte Butter (sarpis), Milch (payas), Fleischsäfte (rasa), Śāli-Reis, Gerste (yava), Weizen (godhūma) und Ṣaṣṭika-Reis sind bei Samenstörungen empfehlenswert, besonders aber die Anwendung von Klistieren (bastikarma).

ityaṣṭaśukradoṣāṇāṃ muninoktaṃ cikitsitam retodoṣodbhavaṃ klaibyaṃ yasmācchuddhyaiva sidhyati

So wurde die vom Weisen (muni) gelehrte Behandlung der acht Samenstörungen (śukradoṣa) dargelegt, da die aus einer Samenstörung entstandene Impotenz (klaibya) allein durch die Reinigung (śuddhi) des Samens geheilt wird.

tato vakṣyāmi te samyagagniveśa! yathātatham bījadhvajopaghātābhyāṃ jarayā śukrasaṅkṣayāt

Danach werde ich dir, Agniveśa, wahrheitsgemäß darlegen: Durch Schädigung des Samens (bīja) und des Gliedes (dhvaja), durch Alter (jarā) und durch Schwund des Samens (śukrasaṅkṣaya) –

klaibyaṃ sampadyate tasya śṛṇu sāmānyalakṣaṇam | saṅkalpapravaṇo nityaṃ priyāṃ vaśyāmapi striyam

– entsteht Impotenz (klaibya); höre nun ihre allgemeinen Merkmale (sāmānyalakṣaṇa): Der Betroffene ist ständig von Verlangen (saṅkalpa) erfüllt, selbst gegenüber einer geliebten und ihm zugetanen (vaśyā) Frau,

na yāti liṅgaśaithilyāt kadācidyāti vā yadi | śvāsārtaḥ svinnagātraśca moghasaṅkalpaceṣṭitaḥ

doch wegen Erschlaffung des Gliedes (liṅgaśaithilya) vollzieht er den Akt nicht, oder wenn doch manchmal, dann gequält von Atemnot (śvāsa) und schwitzendem Körper (svinnagātra), wobei Verlangen und Bemühen vergeblich (mogha) bleiben.

mlānaśiśnaśca nirbījaḥ syādetat klaibyalakṣaṇam | sāmānyalakṣaṇaṃ hyetadvistareṇa pravakṣyate

Sein Glied (śiśna) ist welk (mlāna) und er ist ohne Samen (nirbīja) – dies sind die Merkmale der Impotenz (klaibya). Dies war die allgemeine Beschreibung; ausführlicher wird sie nun dargelegt.

śītarūkṣālpasaṅkliṣṭaviruddhājīrṇabhojanāt| śokacintābhayatrāsāt strīṇāṃ cātyarthasevanāt

Durch den Verzehr kalter, trockener, zu geringer, unreiner, unverträglicher (viruddha) oder unverdauter Speisen (ajīrṇa), durch Kummer (śoka), Sorge (cintā), Furcht (bhaya) und Schrecken (trāsa) sowie durch übermäßigen Geschlechtsverkehr mit Frauen,

abhicārādavisrambhādrasādīnāṃ ca saṅkṣayāt | vātādīnāṃ ca vaiṣamyāttathaivānaśanācchramāt

durch schwarze Magie (abhicāra), durch mangelndes Vertrauen (avisrambha), durch den Schwund der Körpersäfte angefangen beim Nährsaft (rasa), durch ein Ungleichgewicht (vaiṣamya) von Vāta und den übrigen Doṣas sowie durch Fasten (anaśana) und Überanstrengung (śrama),

nārīṇāmarasajñatvāt pañcakarmāpacārataḥ | bījopaghātādbhavati pāṇḍuvarṇaḥ sudurbalaḥ

durch Unkenntnis der Vorlieben der Frauen im Liebesspiel (arasajñatva) und durch fehlerhafte Anwendung der fünf Reinigungsverfahren (pañcakarma) entsteht die durch Samenschädigung (bīja-upaghāta) verursachte Impotenz; der Betroffene wird blass (pāṇḍuvarṇa) und sehr schwach (sudurbala).

alpaprāṇo'lpaharṣaśca pramadāsu bhavennaraḥ | hṛtpāṇḍurogatamakakāmalāśramapīḍitaḥ

Kraftlos (alpaprāṇa) und ohne Freude (alpaharṣa) wird der Mann gegenüber Frauen; er ist geplagt von Herzleiden (hṛdroga), Blutarmut (pāṇḍuroga), Atemnot (tamaka śvāsa), Gelbsucht (kāmalā) und Erschöpfung (śrama),

chardyatīsāraśūlārtaḥ kāsajvaranipīḍitaḥ | bījopaghātajaṃ klaibyaṃ ... ... dhvajabhaṅgakṛtaṃ śṛṇu

gequält von Erbrechen (chardi), Durchfall (atisāra) und Kolikschmerz (śūla), geplagt von Husten (kāsa) und Fieber (jvara) – so zeigt sich die durch Samenschädigung (bīja-upaghāta) entstandene Impotenz. Höre nun von der durch Schädigung des Gliedes (dhvajabhaṅga) verursachten Impotenz.

atyamlalavaṇakṣāraviruddhāsātmyabhojanāt | atyambupānādviṣamāt piṣṭānnagurubhojanāt

Durch den Genuss übermäßig saurer, salziger, alkalischer (kṣāra), unverträglicher (viruddha) und ungewohnter (asātmya) Speisen, durch übermäßiges oder unregelmäßiges Trinken von Wasser sowie durch schwer verdauliche Mehlspeisen (piṣṭānna),

dadhikṣīrānūpamāṃsasevanādvyādhikarṣaṇāt | kanyānāṃ caiva gamanādayonigamanādapi

durch den Genuss von Joghurt (dadhi), Milch und dem Fleisch von Sumpf- und Wassertieren (ānūpa-māṃsa), durch Abzehrung infolge von Krankheit (vyādhikarṣaṇa), durch Verkehr mit unreifen Mädchen (kanyā) sowie durch Verkehr an einer dafür ungeeigneten Körperstelle (ayonigamana),

dīrgharogāṃ cirotsṛṣṭāṃ tathaiva ca rajasvalām | durgandhāṃ duṣṭayoniṃ ca tathaiva ca parisrutām

oder durch Verkehr mit einer langwierig kranken Frau, mit einer, die lange keinen Verkehr hatte (cirotsṛṣṭā), mit einer Menstruierenden (rajasvalā), mit einer übelriechenden Frau, mit einer Frau mit krankhafter Gebärmutter (duṣṭayoni) oder mit einer an Ausfluss leidenden (parisrutā) –

īdṛśīṃ pramadāṃ mohādyo gacchet kāmaharṣitaḥ | catuṣpadābhigamanācchephasaścābhighātataḥ

wenn ein von Verlangen erregter (kāmaharṣita) Mann aus Verblendung (moha) mit einer solchen Frau verkehrt, oder durch Verkehr mit einem vierfüßigen Tier (catuṣpadābhigamana), durch eine Verletzung (abhighāta) des Gliedes (śepha),

adhāvanādvā meḍhrasya śastradantanakhakṣatāt | kāṣṭhaprahāraniṣpeṣācchūkānāṃ cātisevanāt

durch unzureichendes Waschen (adhāvana) des Gliedes (meḍhra), durch Verletzung mit Waffen, Zähnen oder Nägeln, durch Schlag oder Quetschung mit einem Holzstück sowie durch übermäßigen Verzehr von Getreidegrannen (śūka),

retasaśca pratīghātāddhvajabhaṅgaḥ pravartate | (bhavanti yāni rūpāṇi tasya vakṣyāmyataḥ param) | śvayathurvedanā meḍhre rāgaścaivopalakṣyate

und durch Rückstau des Samens (retasaḥ pratighāta) entsteht die „Zerstörung des Gliedes“ (dhvajabhaṅga). Welche Erscheinungsformen (rūpa) sie hat, werde ich im Folgenden darlegen: Schwellung (śvayathu), Schmerz (vedanā) am Glied und Rötung (rāga) sind zu beobachten,

sphoṭāśca tīvrā jāyante liṅgapāko bhavatyapi | māṃsavṛddhirbhaveccāsya vraṇāḥ kṣipraṃ bhavantyapi

heftige Blasen (sphoṭa) entstehen, das Glied kommt zur Einschmelzung (liṅgapāka), es kommt zu Fleischwucherung (māṃsavṛddhi), und rasch bilden sich Geschwüre (vraṇa).

pulākodakasaṅkāśaḥ srāvaḥ śyāvāruṇaprabhaḥ | valayīkurute cāpi kaṭhinaśca parigrahaḥ

Ein Ausfluss (srāva), der wie Reisspülwasser (pulākodaka) aussieht und bräunlich-rötlich (śyāvāruṇa) schimmert, tritt auf; das Geschwür bildet ringförmige Wülste, und die Umgebung (parigraha) wird hart (kaṭhina).

jvarastṛṣṇā bhramo mūrcchā cchardiścāsyopajāyate | raktaṃ kṛṣṇaṃ sraveccāpi nīlamāvilalohitam

Fieber (jvara), Durst (tṛṣṇā), Schwindel (bhrama), Ohnmacht (mūrcchā) und Erbrechen (chardi) treten bei ihm auf; auch schwarzes, bläuliches oder trübes, rötliches Blut kann ausfließen.

agnineva ca dagdhasya tīvro dāhaḥ savedanaḥ | bastau vṛṣaṇayorvā'pi sīvanyāṃ vaṅkṣaṇeṣu ca

Wie bei einer Feuerverbrennung entsteht ein heftiges, schmerzhaftes Brennen (dāha) in der Blase (basti), in den Hoden (vṛṣaṇa), am Damm (sīvanī) und in den Leistengegenden (vaṅkṣaṇa).

kadācitpicchilo vā'pi pāṇḍuḥ srāvaśca jāyate | śvayathurjāyate mandaḥ stimito'lpaparisravaḥ

Manchmal entsteht auch ein schleimig-klebriger (picchila), blasser (pāṇḍu) Ausfluss; es kommt zu einer trägen (manda), schwer-unbeweglichen (stimita) Schwellung mit nur geringem Ausfluss.

cirācca pākaṃ vrajati śīghraṃ vā'tha pramucyate | jāyante krimayaścāpi klidyate pūtigandhi ca

Das Geschwür gelangt entweder erst nach langer Zeit zur Reifung oder löst sich rasch auf; es entstehen Würmer (krimi), und die Stelle wird nässend und übelriechend (pūtigandhi).

viśīryate maṇiścāsya meḍhraṃ muṣkāvathāpi ca | dhvajabhaṅgakṛtaṃ klaibyamityetat samudāhṛtam

Seine Eichel (maṇi), das Glied (meḍhra) und auch die Hodensäcke (muṣka) zerfallen (viśīryate) – dies wird als die durch „Zerstörung des Gliedes“ (dhvajabhaṅga) verursachte Impotenz (klaibya) bezeichnet.

etaṃ pañcavidhaṃ keciddhvajabhaṅgaṃ pracakṣate klaibyaṃ jarāsambhavaṃ hi pravakṣyāmyatha tacchṛṇu

Manche Gelehrte unterscheiden diese „Zerstörung des Gliedes“ (dhvajabhaṅga) in fünf Arten (pañcavidha). Nun werde ich die durch Alter (jarā) entstandene Impotenz darlegen – höre dies.

jaghanyamadhyapravaraṃ vayastrividhamucyate | atipravayasāṃ śukraṃ prāyaśaḥ kṣīyate nṛṇām

Das Lebensalter (vayas) wird als dreifach bezeichnet: gering, mittel und hoch (jaghanya, madhya, pravara); bei Männern hohen Alters schwindet der Samen (śukra) meist.

rasādīnāṃ saṅkṣayācca tathaivāvṛṣyasevanāt | balavīryendriyāṇāṃ ca krameṇaiva parikṣayāt

Dies geschieht durch den Schwund der Körpersäfte angefangen beim Nährsaft (rasa), durch den Genuss unaphrodisierender (avṛṣya) Mittel sowie durch den stufenweisen Verfall (parikṣaya) von Kraft (bala), Vitalität (vīrya) und den Sinnesorganen (indriya),

parikṣayādāyuṣaścāpyanāhārācchramāt klamāt | jarāsambhavajaṃ klaibyamityetairhetubhirnṛṇām

durch den Verfall der Lebenszeit (āyus), durch Nahrungsmangel (anāhāra), durch Überanstrengung (śrama) und Ermattung (klama) – aus diesen Ursachen entsteht bei Männern die durch Alter bedingte Impotenz (jarāsambhava klaibya).

jāyate tena so'tyarthaṃ kṣīṇadhātuḥ sudurbalaḥ | vivarṇo durbalo dīnaḥ kṣipraṃ vyādhimathāśnute

Dadurch wird der Betroffene in seinen Körpergeweben stark geschwächt (kṣīṇadhātu), sehr schwach, verfärbt (vivarṇa), kraftlos, elend (dīna), und er erliegt rasch weiteren Krankheiten.

etajjarāsambhavaṃ hi ... ... caturthaṃ kṣayajaṃ śṛṇu | atīva cintanāccaiva śokātkrodhādbhayāttathā

Dies ist die durch Alter entstandene Impotenz. Höre nun von der vierten Art, der durch Erschöpfung (kṣaya) entstandenen: Durch übermäßiges Grübeln (cintana), durch Kummer (śoka), Zorn (krodha) und Furcht (bhaya),

īrṣyotkaṇṭhāmadodvegān sadā viśati yo naraḥ | kṛśo vā sevate rūkṣamannapānaṃ tathauṣadham

wer ständig von Eifersucht (īrṣyā), Sehnsucht (utkaṇṭhā), Rausch (mada) und Erregung (udvega) erfasst wird, oder wer, bereits abgemagert (kṛśa), trockene (rūkṣa) Speisen, Getränke und Arzneien zu sich nimmt,

durbalaprakṛtiścaiva nirāhāro bhavedyadi | asātmyabhojanāccāpi hṛdaye yo vyavasthitaḥ

wer von schwacher Konstitution (durbalaprakṛti) ist und ohne Nahrung (nirāhāra) bleibt, oder wer sich mit ungewohnter (asātmya) Speise ernährt, die sich im Herzen (hṛdaya) festsetzt –

rasaḥ pradhānadhāturhi kṣīyetāśu tato nṛṇām | raktādayaśca kṣīyante dhātavastasya dehinaḥ

bei einem solchen Menschen schwindet rasch der Nährsaft (rasa), das wichtigste der Körpergewebe (pradhānadhātu), und in der Folge schwinden auch die übrigen Gewebe (dhātu) dieses Wesens, angefangen mit dem Blut (rakta),

śukrāvasānāstebhyo'pi śukraṃ dhāma paraṃ matam | cetaso vā'tiharṣeṇa vyavāyaṃ sevate'ti yaḥ

bis hin zum Samen (śukra), der als das höchste Gewebe (dhāma) gilt; oder wer sich aus übermäßiger geistiger Erregung (cetasa atiharṣa) übermäßigem Geschlechtsverkehr (vyavāya) hingibt,

tasyāśu kṣīyate śukraṃ tataḥ prāpnoti saṅkṣayam | ghoraṃ vyādhimavāpnoti maraṇaṃ vā sa gacchati

bei ihm schwindet rasch der Samen, worauf er in völlige Erschöpfung (saṅkṣaya) gerät; er erleidet eine schreckliche Krankheit (ghora vyādhi) oder findet gar den Tod (maraṇa).

śukraṃ tasmādviśeṣeṇa rakṣyamārogyamicchatā | evaṃ nidānaliṅgābhyāmuktaṃ klaibyaṃ caturvidham

Deshalb soll, wer Gesundheit (ārogya) wünscht, den Samen besonders schützen (rakṣya). So wurde die vierfache Impotenz (klaibya) mit ihren Ursachen (nidāna) und Merkmalen (liṅga) dargelegt.

kecit klaibye tvasādhye dve dhvajabhaṅgakṣayodbhave | vadanti śephasaśchedādvṛṣaṇotpāṭanena ca

Manche Gelehrte erklären zwei Formen der Impotenz als unheilbar (asādhya): die durch „Zerstörung des Gliedes“ (dhvajabhaṅga) und die durch Erschöpfung (kṣaya) entstandene, ferner solche, die durch Abtrennung (cheda) des Gliedes (śepha) oder durch Herausreißen (utpāṭana) der Hoden (vṛṣaṇa) entstehen.

mātāpitrorbījadoṣādaśubhaiścākṛtātmanaḥ | garbhasthasya yadā doṣāḥ prāpya retovahāḥsirāḥ

Wenn durch einen Samenfehler (bījadoṣa) der Eltern (mātāpitṛ) oder durch schädliche Handlungen eines Menschen, der sich im Vorleben nicht geläutert hat (akṛtātman), die Doṣas beim noch im Mutterleib befindlichen Kind (garbhastha) die samenführenden Gefäße (retovahāḥ sirāḥ) erreichen,

śoṣayantyāśu tannāśādretaścāpyupahanyate | tatra sampūrṇasarvāṅgaḥ sa bhavatyapumān pumān

trocknen sie diese rasch aus, und durch deren Zerstörung wird auch der Samen geschädigt; obwohl das Kind dann mit allen Gliedern vollständig (sampūrṇasarvāṅga) geboren wird, ist ein solcher Mann dennoch zeugungsunfähig (apumān), obgleich er äußerlich ein Mann (pumān) ist.

ete tvasādhyā vyākhyātāḥ sannipātasamucchrayāt cikitsitamatastūrdhvaṃ samāsavyāsataḥ śṛṇu

Diese genannten Formen wurden als unheilbar erklärt, wenn sie aus einer Übersteigerung aller drei Doṣas zugleich (sannipāta) entstehen. Höre nun im Folgenden die Behandlung, kurz und ausführlich zugleich.

śukradoṣeṣu nirdiṣṭaṃ bheṣajaṃ yanmayā'nagha! | klaibyopaśāntaye kuryāt kṣīṇakṣatahitaṃ ca yat

O Makelloser (anagha)! Das Heilmittel (bheṣaja), das ich bei den Samenstörungen (śukradoṣa) angegeben habe, soll man auch zur Linderung der Impotenz (klaibyopaśānti) anwenden, ebenso das, was bei Erschöpfung (kṣīṇa) und Verletzung (kṣata) heilsam ist.

bastayaḥ kṣīrasarpīṃṣi vṛṣyayogāśca ye matāḥ | rasāyanaprayogāśca sarvānetān prayojayet

Klistiere (basti), Milch und geklärte Butter, die als aphrodisierend geltenden Mittel (vṛṣyayoga) sowie die Anwendungen der Verjüngungskur (rasāyana) – all diese soll man anwenden,

samīkṣya dehadoṣāgnibalaṃ bheṣajakālavit | vyavāyahetuje klaibye tathā dhātuviparyayāt

wobei der mit dem rechten Zeitpunkt der Arzneigabe vertraute Arzt (bheṣajakālavid) Körperkonstitution, Doṣa, Verdauungsfeuer (agni) und Kraft (bala) prüft; ebenso bei der durch übermäßigen Geschlechtsverkehr (vyavāya) verursachten Impotenz sowie bei der durch eine Störung der Körpergewebe (dhātuviparyaya) entstandenen,

daivavyapāśrayaṃ caiva bheṣajaṃ cābhicāraje | samāsenaitaduddiṣṭaṃ bheṣajaṃ klaibyaśāntaye

und bei der durch schwarze Magie (abhicāra) verursachten Impotenz sollen auch übersinnliche Heilmittel (daivavyapāśraya bheṣaja) angewandt werden. Damit wurde kurz gefasst die Behandlung zur Beruhigung der Impotenz (klaibyaśānti) dargelegt.

vistareṇa pravakṣyāmi klaibyānāṃ bheṣajaṃ punaḥ | susvinnasnigdhagātrasya snehayuktaṃ virecanam

Ich werde nun die Behandlung der Impotenz (klaibya) noch einmal ausführlich darlegen: Bei einem Patienten, dessen Körper gut mit Ölschwitzung (sveda) und Öleinreibung (sneha) behandelt wurde, gebe man ein mit Öl versetztes Abführmittel (snehayukta virecana),

annāśanaṃ tataḥ kuryādathavā''sthāpanaṃ punaḥ | pradadyānmatimān vaidyastatastamanuvāsayet

danach lasse man ihn Nahrung zu sich nehmen, oder der kluge Arzt (matimān vaidya) verabreiche stattdessen wiederum ein nährendes Ausleitungsklistier (āsthāpana) und lasse ihn anschließend ein Ölklistier (anuvāsana) erhalten,

palāśairaṇḍamustādyaiḥ paścādāsthāpayettataḥ | vājīkaraṇayogāśca pūrvaṃ ye samudāhṛtāḥ

danach verabreiche man ihm ein Ausleitungsklistier (āsthāpana) mit Palāśa, Eranda (Ricinus) und Mustā (Cyperus rotundus) sowie weiteren Mitteln. Die aphrodisierenden Heilmittel (vājīkaraṇayoga), die zuvor bereits genannt wurden,

bhiṣajā te prayojyāḥ syuḥ klaibye bījopaghātaje | dhvajabhaṅgakṛtaṃ klaibyaṃ jñātvā tasyācaret kriyām

soll der Arzt (bhiṣaj) bei der durch Samenschädigung (bīja-upaghāta) verursachten Impotenz anwenden. Hat man die durch „Zerstörung des Gliedes“ (dhvajabhaṅga) verursachte Impotenz erkannt, so führe man die für sie geeignete Behandlung durch,

pradehān pariṣekāṃśca kuryādvā raktamokṣaṇam | snehapānaṃ ca kurvīta sasnehaṃ ca virecanam

man wende Salben (pradeha) und Übergießungen (pariṣeka) an oder nehme einen Aderlass (raktamokṣaṇa) vor; man verabreiche das Trinken von Öl (snehapāna) sowie ein ölig unterstütztes Abführmittel (sasneha virecana),

anuvāsaṃ tataḥ kuryādathavā''sthāpanaṃ punaḥ | vraṇavacca kriyāḥ sarvāstatra kuryādvicakṣaṇaḥ

danach gebe man ein Ölklistier (anuvāsana) oder wiederum ein Ausleitungsklistier (āsthāpana); der kundige Arzt (vicakṣaṇa) führe dabei alle Maßnahmen wie bei der Behandlung eines Geschwürs (vraṇavat) durch.

jarāsambhavaje klaibye kṣayaje caiva kārayet | snehasvedopapannasya sasnehaṃ śodhanaṃ hitam

Bei der durch Alter (jarā) und bei der durch Erschöpfung (kṣaya) entstandenen Impotenz wende man bei einem mit Öl und Schwitzen (sneha, sveda) vorbereiteten Patienten eine heilsame, ölig unterstützte Reinigungstherapie (sasneha śodhana) an.

kṣīrasarpirvṛṣyayogā bastayaścaiva yāpanāḥ | rasāyanaprayogāśca tayorbheṣajamucyate

Milch, geklärte Butter, aphrodisierende Mittel (vṛṣyayoga), erhaltend-mildernde Klistiere (yāpana basti) sowie die Anwendungen der Verjüngungskur (rasāyana) gelten als die Heilmittel für diese beiden Formen.

vistareṇaitaduddiṣṭaṃ klaibyānāṃ bheṣajaṃ mayā yaḥ pūrvamuktaḥ pradaraḥ śṛṇu hetvādibhistu tam

Damit wurde von mir die Behandlung der Impotenz (klaibya) ausführlich dargelegt. Höre nun von jenem zuvor erwähnten übermäßigen Blutfluss (pradara) samt seinen Ursachen (hetu) und übrigen Aspekten.

yā'tyarthaṃ sevate nārī lavaṇāmlagurūṇi ca | kaṭūnyatha vidāhīni snigdhāni piśitāni ca

Eine Frau, die übermäßig salzige (lavaṇa), saure (amla) und schwere (guru) Speisen zu sich nimmt, ebenso scharfe (kaṭu), säurebildend-reizende (vidāhin), ölige (snigdha) Speisen und Fleisch –

grāmyaudakāni medyāni kṛśarāṃ pāyasaṃ dadhi | śuktamastusurādīni bhajantyāḥ kupito'nilaḥ

– dazu das Fleisch von Haus- und Sumpf-/Wassertieren (grāmya, audaka), fetthaltige Speisen (medya), Kṛśara (ein Gericht aus Reis und Linsen), Pāyasa (Milchreis), Dickmilch (dadhi) sowie Śukta, Mastu (Molke) und Surā (gegorene Getränke) genießt – bei einer solchen Frau wird der Wind-Doṣa (anila, Vāta) erregt (kupita).

raktaṃ pramāṇamutkramya garbhāśayagatāḥ sirāḥ | rajovahāḥ samāśritya raktamādāya tadrajaḥ

Das Blut, das sein normales Maß überschreitet, gelangt in die im Uterus (garbhāśaya) befindlichen Gefäße, welche das Menstrualblut (rajas) führen (rajovahāḥ sirāḥ), setzt sich dort fest und nimmt jenes rajas in sich auf.

yasmādvivardhayatyāśu rasabhāvādvimānatā | tasmādasṛgdaraṃ prāhuretattantraviśāradāḥ

Weil dieses Blut sich, dem rasa (der Nahrungsessenz) entzogen und aus seiner normalen Umwandlung herausgefallen, rasch vermehrt, nennen die in dieser Wissenschaft (tantra) Erfahrenen diesen Zustand „Asṛgdara“ (Blutfluss).

rajaḥ pradīryate yasmāt pradarastena sa smṛtaḥ | sāmānyataḥ samuddiṣṭaṃ kāraṇaṃ liṅgameva ca

Weil dabei das Menstrualblut (rajas) übermäßig hervorbricht (pradīryate), wird dieser Zustand „Pradara“ (Blutungsleiden) genannt; damit sind Ursache und Kennzeichen im Allgemeinen dargelegt.

caturvidhaṃ vyāsatastu vātādyaiḥ sannipātataḥ | ataḥparaṃ pravakṣyāmi hetvākṛtibhiṣagjitam

Im Einzelnen ist es vierfach – bedingt durch Vāta, Pitta, Kapha bzw. durch alle drei zugleich (sannipāta); im Folgenden werde ich, dem Arzt zunutze, Ursache und Erscheinungsbild (ākṛti) jeder Form darlegen.

rūkṣādibhirmārutastu raktamādāya pūrvavat | kupitaḥ pradaraṃ kuryāllakṣaṇaṃ tasya me śṛṇu

Wird Vāta durch trockene (rūkṣa) und ähnliche Einflüsse wie zuvor erregt, so ergreift er das Blut und verursacht Pradara; höre nun von mir dessen Kennzeichen.

phenilaṃ tanu rūkṣaṃ ca śyāvaṃ cāruṇameva ca | kiṃśukodakasaṅkāśaṃ sarujaṃ vā'tha nīrujam

Das Blut ist schaumig (phenila), dünnflüssig, trocken, bräunlich-fahl (śyāva) oder rötlich (aruṇa), gleicht dem Wasser, in dem Kiṃśuka-Blüten eingeweicht wurden, und fließt mit oder ohne Schmerzen.

kaṭivaṅkṣaṇahṛtpārśvapṛṣṭhaśroṇiṣu mārutaḥ | kurute vedanāṃ tīvrāmetadvātātmakaṃ viduḥ

Vāta verursacht heftige Schmerzen (vedanā) in Hüfte, Leiste, Herzgegend, Flanken, Rücken und Becken; dies erkennt man als vom Wind-Doṣa (vātātmaka) verursacht.

amloṣṇalavaṇakṣāraiḥ pittaṃ prakupitaṃ yadā | pūrvavat pradaraṃ kuryāt paittikaṃ liṅgataḥ śṛṇu

Wird Pitta durch saure, heiße, salzige und laugenhaltige (kṣāra) Substanzen erregt, so verursacht es ebenso Pradara; höre nun die Kennzeichen der Pitta-Form (paittika).

sanīlamathavā pītamatyuṣṇamasitaṃ tathā | nitāntaraktaṃ sravati muhurmuhurathārtimat

Das Blut fließt bläulich, gelb, sehr heiß, schwarz oder auch intensiv rot, wiederholt in Schüben, und ist von Schmerz begleitet.

dāharāgatṛṣāmohajvarabhramasamāyutam | asṛgdaraṃ paittikaṃ syācchlaiṣmikaṃ tu pravakṣyate

Dieser Pitta-bedingte Blutfluss (asṛgdara) geht mit Brennen (dāha), Rötung (rāga), Durst (tṛṣā), Benommenheit (moha), Fieber (jvara) und Schwindel (bhrama) einher; nun wird die Kapha-Form beschrieben.

gurvādibhirhetubhiśca pūrvavat kupitaḥ kaphaḥ | pradaraṃ kurute tasya lakṣaṇaṃ tattvataḥ śṛṇu

Wird Kapha durch schwere (guru) und ähnliche Ursachen wie zuvor erregt, so verursacht er ebenfalls Pradara; höre wahrheitsgemäß dessen Kennzeichen.

picchilaṃ pāṇḍuvarṇaṃ ca guru snigdhaṃ ca śītalam | sravatyasṛk śleṣmalaṃ ca ghanaṃ mandarujākaram

Das austretende Blut ist schleimig (picchila), blass (pāṇḍu), schwer, ölig (snigdha), kalt, mit Schleim vermengt, dickflüssig (ghana) und verursacht nur geringe Schmerzen.

chardyarocakahṛllāsaśvāsakāsasamanvitam | (vakṣyate [4] kṣīradoṣāṇāṃ sāmānyamiha kāraṇam

Es geht einher mit Erbrechen, Appetitlosigkeit (arocaka), Übelkeit (hṛllāsa), Atemnot (śvāsa) und Husten (kāsa) – (an dieser Stelle werden auch die allgemeinen Ursachen der Milchstörungen (kṣīra-doṣa) erwähnt) –

yattadeva tridoṣasya kāraṇaṃ pradarasya tu | ) triliṅgasaṃyutaṃ vidyānnaikāvasthamasṛgdaram

– die zugleich die Ursache des durch alle drei Doṣas (tridoṣa) bedingten Pradara sind. Man erkenne den mit allen drei Zeichensätzen zugleich verbundenen Blutfluss (asṛgdara) als einen Zustand von veränderlicher, komplexer Ausprägung.

nārī tvatiparikliṣṭā yadā prakṣīṇaśoṇitā | sarvahetusamācārādativṛddhastadā'nilaḥ

Wenn aber eine Frau höchst erschöpft (atiparikliṣṭā) ist, ihr Blut geschwunden (prakṣīṇaśoṇita) ist und Vāta, durch das Zusammenwirken aller Ursachen, übermäßig zunimmt,

raktamārgeṇa sṛjati pratyanīkabalaṃ kapham | durgandhaṃ picchilaṃ pītaṃ vidagdhaṃ pittatejasā

dann treibt er auf dem Blutweg einen Kapha aus, der als Gegenkraft erstarkt ist (pratyanīkabala), übelriechend, schleimig, gelb und durch die Hitze des Pitta verdorben (vidagdha) ist.

vasāṃ medaśca yāvaddhi samupādāya vegavān | sṛjatyapatyamārgeṇa sarpirmajjavasopamam

Der ungestüme (vegavat) Vāta nimmt dabei so viel Fettgewebe (vasā) und Mark-Fett (medas) mit sich, wie vorhanden ist, und treibt es durch den Geburtsweg aus – einem Ausfluss ähnlich wie Ghee, Knochenmark und Fett.

śaśvat sravatyathāsrāvaṃ tṛṣṇādāhajvarānvitām | kṣīṇaraktāṃ durbalāṃ sa tāmasādhyāṃ vivarjayet

Dieser Ausfluss fließt unaufhörlich, begleitet von Durst, Brennen und Fieber; eine Frau, die dabei blutarm (kṣīṇarakta), geschwächt und derart schwer betroffen ist, sollte der Arzt als unheilbar (tāmasādhya) meiden.

māsānniṣpicchadāhārti pañcarātrānubandhi ca | naivātibahu nātyalpamārtavaṃ śuddhamādiśet

Menstrualblut, das monatlich, ohne Schleimigkeit und ohne brennenden Schmerz, etwa fünf Nächte lang fließt und weder zu reichlich noch zu spärlich ist, gilt als normal (śuddha).

guñjāphalasavarṇaṃ ca padmālaktakasannibham | indragopakasaṅkāśamārtavaṃ śuddhamādiśet

Menstrualblut von der Farbe der Guñjā-Beere (Abrus precatorius), einer Lotosblüte oder Lackfarbe (alaktaka) ähnlich, oder dem leuchtenden Rot des Indragopaka-Insekts gleichend, gilt ebenfalls als normal.

yonīnāṃ vātalādyānāṃ yaduktamiha bheṣajam | caturṇāṃ pradarāṇāṃ ca tat sarvaṃ kārayedbhiṣak

Was hier als Heilmittel für die vom Vāta und den übrigen Doṣas verursachten Erkrankungen des weiblichen Genitaltrakts (yoni) genannt wurde, das alles soll der Arzt auch bei den vier Formen des Pradara anwenden.

raktātisāriṇāṃ yacca tathā śoṇitapittinām | raktārśasāṃ ca yat proktaṃ bheṣajaṃ tacca kārayet

Ebenso soll er anwenden, was für Patientinnen mit blutiger Diarrhö (raktātisāra), mit Blut-Pitta-Erkrankung (śoṇitapitta) und mit blutenden Hämorrhoiden (raktārśas) als Heilmittel genannt wurde.

dhātrīstanastanyasampaduktā vistarataḥ purā | stanyasañjananaṃ caiva stanyasya ca viśodhanam

Über die Amme (dhātrī), die Brust und die Vollkommenheit der Muttermilch (stanya) wurde bereits früher ausführlich gesprochen, ebenso über die Förderung (sañjanana) und die Reinigung (viśodhana) der Muttermilch.

vātādiduṣṭe liṅgaṃ ca kṣīṇasya ca cikitsitam | tatsarvamuktaṃ ye tvaṣṭau kṣīradoṣāḥ prakīrtitāḥ

Auch die Zeichen der durch Vāta und die übrigen Doṣas verdorbenen Milch sowie die Behandlung verminderter Milch wurden dargelegt; all dies wurde bereits gesagt – nun sollen die acht genannten Milchstörungen (kṣīra-doṣa) behandelt werden.

vātādiṣveva tān vidyācchāstracakṣurbhiṣaktamaḥ | trividhāstu yataḥ śiṣyāstato vakṣyāmi vistaram

Der beste der Ärzte, dessen Auge die Wissenschaft (śāstra) ist, soll diese als dem Vāta und den übrigen Doṣas zugehörig erkennen; da es aber drei Grundarten gibt, werde ich sie nun ausführlich darlegen.

ajīrṇāsātmyaviṣamaviruddhātyarthabhojanāt | lavaṇāmlakaṭukṣārapraklinnānāṃ ca sevanāt

Durch Essen bei bestehender Verdauungsstörung (ajīrṇa), durch unzuträgliche (asātmya), unregelmäßige (viṣama), unverträgliche (viruddha) oder übermäßige Nahrung sowie durch den Genuss von salzigen, sauren, scharfen, laugenhaltigen und übermäßig durchnässten/gegorenen (praklinna) Speisen,

manaḥśarīrasantāpādasvapnānniśi cintanāt | prāptavegapratīghātādaprāptodīraṇena ca

durch seelische und körperliche Qual (santāpa), durch Schlafmangel, nächtliches Grübeln, Unterdrücken natürlicher Bedürfnisse und durch das gewaltsame Erzwingen noch nicht eingetretener Bedürfnisse,

paramānnaṃ guḍakṛtaṃ kṛśarāṃ dadhi mandakam | abhiṣyandīni māṃsāni grāmyānūpaudakāni ca

durch Paramānna (reichhaltigen Milchreis), mit Jaggery (guḍa) zubereitete Speisen, Kṛśara, Dickmilch (dadhi), Mandaka (ein saures Getränk), verstopfend-schwere (abhiṣyandin) Fleischsorten sowie das Fleisch von Haus-, Sumpf- und Wassertieren,

bhuktvā bhuktvā divāsvapnānmadyasyātiniṣevaṇāt | anāyāsādabhīghātāt krodhāccātaṅkakarśanaiḥ

durch Tagesschlaf nach jeder Mahlzeit, übermäßigen Alkoholgenuss, Bewegungsmangel, körperliche Verletzung (abhighāta), Zorn und durch die Erschöpfung infolge von Krankheit (ātaṅka) –

doṣāḥ kṣīravahāḥ prāpya sirāḥ stanyaṃ pradūṣya ca | kuryuraṣṭavidhaṃ bhūyo doṣatastannibodha me

– auf all diese Weise gelangen die Doṣas in die milchführenden Gefäße (kṣīravahāḥ sirāḥ), verderben die Muttermilch und verursachen dadurch acht Arten von Milchstörungen; höre dies nun von mir, geordnet nach dem jeweiligen Doṣa.

vairasyaṃ phenasaṅghāto raukṣyaṃ cetyanilātmake | pittādvaivarṇyadaurgandhye snehapaicchilyagauravam

Bei der Vāta-Form entstehen: schlechter Geschmack (vairasya), Schaumbildung (phenasaṅghāta) und Trockenheit (raukṣya). Durch Pitta entstehen Verfärbung (vaivarṇya) und übler Geruch (daurgandhya). [Durch Kapha entstehen, wie im folgenden Vers genannt: Öligkeit, Schleimigkeit und Schwere.]

kaphādbhavati rūkṣādyairanilaḥ svaiḥ prakopaṇaiḥ | kruddhaḥ kṣīrāśayaṃ prāpya rasaṃ stanyasya [3] dūṣayet

Diese [drei zuletzt genannten Eigenschaften – Öligkeit (sneha), Schleimigkeit (paicchilya) und Schwere (gaurava)] entstehen durch Kapha. Vāta, durch trockene und ähnliche Einflüsse in sich selbst erregt, gelangt zum Milchspeicher (kṣīrāśaya) und verdirbt dort die Essenz (rasa) der Muttermilch.

virasaṃ vātasaṃsṛṣṭaṃ kṛśībhavati tat piban | na cāsya svadate kṣīraṃ kṛcchreṇa ca vivardhate

Das Kind, das diese geschmacklos gewordene, mit verdorbenem Vāta vermischte Milch trinkt, magert ab; die Milch bekommt ihm nicht, und er gedeiht nur mit Mühe (kṛcchra).

tathaiva vāyuḥ kupitaḥ stanyamantarviloḍayan | karoti phenasaṅghātaṃ tattu kṛcchrāt pravartate

Ebenso erzeugt der erregte Wind (vāyu), indem er die Milch von innen her aufwühlt, eine Schaumbildung; diese Milch wird dann nur unter Mühe abgesondert.

tena kṣāmasvaro bālo baddhaviṇmūtramārutaḥ | vātikaṃ śīrṣarogaṃ vā pīnasaṃ vā'dhigacchati

Dadurch bekommt der Säugling eine schwache, heisere Stimme, Stuhl, Harn und Winde sind bei ihm verhalten (baddha), und er entwickelt eine vātabedingte Kopferkrankung oder Schnupfen (pīnasa).

pūrvavat kupitaḥ stanye snehaṃ śoṣayate'nilaḥ | rūkṣaṃ tat pibato raukṣyādbalahrāsaḥ prajāyate

Vāta, wie zuvor erregt, entzieht der Milch ihre Öligkeit (sneha); trinkt das Kind diese trockene (rūkṣa) Milch, so kommt es infolge dieser Trockenheit zu Kräfteverfall (balahrāsa).

pittamuṣṇādibhiḥ kruddhaṃ stanyāśayamabhiplutam | karoti stanyavaivarṇyaṃ nīlapītāsitādikam

Pitta, durch Hitze und ähnliche Einflüsse erregt, überflutet den Milchspeicher und verursacht eine Verfärbung der Milch – bläulich, gelblich, schwärzlich und dergleichen.

vivarṇagātraḥ svinnaḥ syāttṛṣṇālurbhinnaviṭ śiśuḥ | nityamuṣṇaśarīraśca nābhinandati taṃ stanam

Der Säugling wird dann verfärbt am Körper, schwitzt, ist von Durst geplagt, hat lockeren Stuhl, ist ständig heißleibig und mag jene Brust nicht annehmen.

pūrvavat kupite pitte daurgandhyaṃ kṣīramṛcchati | pāṇḍvāmayastatpibataḥ kāmalā ca bhavecchiśoḥ

Ist Pitta wie zuvor erregt, so wird die Milch übelriechend; das Kind, das sie trinkt, entwickelt die Blässekrankheit (pāṇḍu-roga) und kann auch Gelbsucht (kāmalā) bekommen.

kruddho gurvādibhiḥ śleṣmā kṣīrāśayagataḥ striyāḥ | snehānvitatvāttatkṣīramatisnigdhaṃ karoti tu

Kapha, durch schwere und ähnliche Speisen erregt, gelangt in den Milchspeicher der Frau und macht die Milch, da er selbst öliger Natur ist, übermäßig fett (atisnigdha).

chardanaḥ kunthanastena lālālurjāyate śiśuḥ | nityopadigdhaiḥ srotobhirnidrāklamasamanvitaḥ

Dadurch bekommt der Säugling Erbrechen, angestrengtes Pressen (kunthana) und starken Speichelfluss (lālālu); mit seinen ständig mit Schleim überzogenen Körperkanälen (srotas) leidet er an übermäßiger Schläfrigkeit und Mattigkeit.

śvāsakāsaparītastu prasekatamakānvitaḥ | abhibhūya kaphaḥ stanyaṃ picchilaṃ kurute yadā

Er wird zudem von Atemnot (śvāsa) und Husten (kāsa) sowie starkem Speichelfluss (praseka) und asthmatischem Keuchen (tamaka) heimgesucht – dies geschieht, wenn Kapha die Milch überwältigt und schleimig (picchila) macht.

lālāluḥ śūnavaktrākṣirjaḍaḥ syāttat pibañchiśuḥ | kaphaḥ kṣīrāśayagato gurutvāt kṣīragauravam

Der Säugling, der diese Milch trinkt, sabbert, hat geschwollenes Gesicht und geschwollene Augen und wird stumpfsinnig (jaḍa); Kapha, in den Milchspeicher eingedrungen, macht die Milch aufgrund seiner eigenen Schwere entsprechend schwer.

karoti guru tat pītvā bālo hṛdrogamṛcchati | anyāṃśca vividhātrogānkuryātkṣīrasamāśritān

Trinkt das Kind diese schwere Milch, so entwickelt es eine Herzerkrankung (hṛdroga) und kann auch andere, mannigfaltige Erkrankungen bekommen, die auf verdorbener Milch beruhen.

kṣīre vātādibhirduṣṭe sambhavanti tadātmakāḥ | tatrādau stanyaśuddhyarthaṃ dhātrīṃ snehopapāditām

Wenn die Milch durch Vāta und die übrigen Doṣas verdorben ist, entstehen im Kind entsprechende Erkrankungen; in diesem Fall soll die Amme zunächst, um die Muttermilch zu reinigen, mit Ölanwendung (sneha) vorbereitet werden,

saṃsvedya vidhivadvaidyo vamanenopapādayet | vacāpriyaṅguyaṣṭyāhvaphalavatsakasarṣapaiḥ

nach vorschriftsmäßiger Schwitzbehandlung (svedana) vom Arzt mit Brechmitteln (vamana) behandelt werden – unter Verwendung von Vacā (Acorus calamus), Priyaṅgu, Yaṣṭyāhva (Süßholz), der Madana-Frucht (phala), Vatsaka (Kuṭaja) und Senfsamen (sarṣapa),

kalkairnimbapaṭolānāṃ kvāthaiḥ salavaṇairvamet | samyagvāntāṃ yathānyāyaṃ kṛtasaṃsarjanāṃ tataḥ

mit Pasten (kalka) aus Nimba und Paṭola sowie gesalzenen Abkochungen soll das Erbrechen ausgelöst werden; ist die Frau ordnungsgemäß gereinigt, folgt anschließend die vorschriftsmäßige stufenweise Nachsorgediät (saṃsarjana-krama).

doṣakālabalāpekṣī snehayitvā virecayet | trivṛtāmabhayāṃ vā'pi triphalārasasaṃyutām

Unter Berücksichtigung von Doṣa, Jahreszeit (kāla) und Kraft (bala) soll der Arzt sie zunächst ölen und dann abführen (virecana) lassen – mit Trivṛt (Operculina turpethum) oder Abhayā (Harītakī), vermengt mit dem Saft der Triphalā,

pāyayenmadhusaṃyuktāmabhayāṃ vā'pi kevalām | (pāyayenmūtrasaṃyuktāṃ virekārthaṃ ca śāstravit )

und mit Honig versetzt zu trinken geben, oder Abhayā allein; der in der Lehre Bewanderte kann sie zum Zweck der Abführung auch mit Rinderharn vermischt verabreichen.

samyagviriktāṃ matimān kṛtasaṃsarjanāṃ punaḥ | tato doṣāvaśeṣaghnairannapānairupācaret

Der kluge Arzt soll sie, nachdem sie ordnungsgemäß abgeführt wurde und erneut die stufenweise Nachsorgediät durchlaufen hat, danach mit Speisen und Getränken behandeln, welche die verbliebenen Doṣa-Reste beseitigen.

śālayaḥ ṣaṣṭikā vā syuḥ śyāmākā bhojane hitāḥ | priyaṅgavaḥ koradūṣā yavā veṇuyavāstathā

Śāli-Reis, Ṣaṣṭika-Reis oder Śyāmāka-Hirse sind als Nahrung zuträglich, ebenso Priyaṅgu, Koradūṣa-Hirse, Gerste (yava) und Veṇuyava (Bambussamen-Getreide).

vaṃśavetrakalāyāśca śākārthe snehasaṃskṛtāḥ | mudgān masūrān yūṣārthe kulatthāṃśca prakalpayet

Bambussprossen, Vetra (Rohrsprossen) und Kalāya (Erbsen), mit Fett zubereitet, dienen als Gemüse; Mungbohnen (mudga), Linsen (masūra) und Pferdebohnen (kulattha) sollen für Suppen (yūṣa) zubereitet werden.

nimbavetrāgrakulakavārtākāmalakaiḥ śṛtān | savyoṣasaindhavān yūṣāndāpayetstanyaśodhanān

Mit Nimba, den Spitzen des Vetra, Kulaka, Aubergine (vārtāka) und Āmalaka gekochte Suppen, zusammen mit Vyoṣa (den drei Scharfstoffen) und Steinsalz (saindhava), sollen gereicht werden, da sie die Muttermilch reinigen.

śaśān kapiñjalāneṇān saṃskṛtāṃśca pradāpayet | śārṅgeṣṭāsaptaparṇatvagaśvagandhāśṛtaṃ jalam

Auch das Fleisch von Hase, Frankolinhuhn (kapiñjala) und Antilope (eṇa), sachgerecht zubereitet, soll gegeben werden, sowie mit Śārṅgeṣṭā, der Rinde des Saptaparṇa und Aśvagandhā abgekochtes Wasser.

pāyayetāthavā stanyaśuddhaye rohiṇīśṛtam | amṛtāsaptaparṇatvakkvāthaṃ caiva sanāgaram

Oder man gebe ihr, zur Reinigung der Muttermilch, mit Rohiṇī abgekochtes Wasser zu trinken, ebenso eine Abkochung aus Amṛtā (Guḍūcī) und Saptaparṇa-Rinde zusammen mit Nāgara (Trockenem Ingwer).

kirātatiktakakvāthaṃ ślokapāderitān pibet | trīnetānstanyaśuddhyarthamiti sāmānyabheṣajam

Auch eine Abkochung aus Kirātatikta (Chirāyatā) trinke sie, jeweils in der Dosis eines Viertel-Śloka-Maßes; diese drei sind das allgemeine Heilmittel zur Reinigung der Muttermilch.

kīrtitaṃ stanyadoṣāṇāṃ pṛthaganyaṃ nibodhata | pāyayedvirasakṣīrāṃ drākṣāmadhukasārivāḥ

Damit ist dies dargelegt; vernehmt nun, jeweils gesondert, das spezifische Heilmittel für jede Milchstörung. Bei einer Frau mit geschmackloser (virasa) Milch soll man ihr eine Zubereitung aus Drākṣā (Weintrauben/Rosinen), Madhuka (Süßholz) und Sārivā zu trinken geben,

ślakṣṇapiṣṭāṃ payasyāṃ ca samāloḍya sukhāmbunā | pañcakolakulatthaiśca piṣṭairālepayet stanau

fein zermahlen und mit Payasyā vermengt, in lauwarmem Wasser aufgelöst. Und beide Brüste sollen mit einer Paste aus Pañcakola (den fünf Scharfstoffen) und Kulattha bestrichen werden.

śuṣkau prakṣālya nirduhyāttathā stanyaṃ viśudhyati | phenasaṅghātavatkṣīraṃ yasyāstāṃ pāyayet striyam

Nach dem Trocknen soll die Paste abgewaschen und die Milch abgemolken werden – so wird die Muttermilch gereinigt. Einer Frau, deren Milch schaumig (phenasaṅghāta) ist, gebe man Folgendes zu trinken:

pāṭhānāgaraśārṅgeṣṭāmūrvāḥ piṣṭvā sukhāmbunā | añjanaṃ nāgaraṃ dāru bilvamūlaṃ priyaṅgavaḥ

Pāṭhā, Nāgara, Śārṅgeṣṭā und Mūrvā, gemahlen und mit lauwarmem Wasser eingenommen; zur äußeren Anwendung: Añjana (Antimon-Kollyrium), Nāgara, Dāru (Devadāru-Holz), die Wurzel des Bilva und Priyaṅgu –

stanayoḥ pūrvavat kāryaṃ lepanaṃ kṣīraśodhanam | kirātatiktakaṃ śuṇṭhīṃ sāmṛtāṃ kvāthayedbhiṣak

– diese sollen wie zuvor als Salbe auf beide Brüste aufgetragen werden, zur Reinigung der Milch. [Bei übelriechender Milch] soll der Arzt eine Abkochung aus Kirātatikta, Trockenem Ingwer (śuṇṭhī) und Amṛtā zubereiten,

taṃ kvāthaṃ pāyayeddhātrīṃ stanyadoṣanibarhaṇam | stanau cālepayet piṣṭairyavagodhūmasarṣapaiḥ

und diese Abkochung der Amme zu trinken geben, da sie die Milchstörung beseitigt; die Brüste sollen zudem mit einer Paste aus Gerste (yava), Weizen (godhūma) und Senf (sarṣapa) bestrichen werden.

ṣaḍvirekāśritīyoktairauṣadhaiḥ stanyaśodhanaiḥ | rūkṣakṣīrā pibet kṣīraṃ tairvā siddhaṃ ghṛtaṃ pibet

Mit den im Kapitel über die sechs Abführ-Verfahren (Ṣaḍvirecana-śatāśritīya) genannten milchreinigenden Heilmitteln soll eine Frau mit trockener (rūkṣa) Milch Milch trinken, oder sie trinke damit zubereitetes, medizinisch wirksames Ghee.

pūrvavajjīvakādyaṃ ca pañcamūlaṃ pralepanam | stanayoḥ saṃvidhātavyaṃ sukhoṣṇaṃ stanyaśodhanam

Wie zuvor soll eine Zubereitung aus Jīvaka und ähnlichen Kräutern zusammen mit Pañcamūla, angenehm warm, als Salbe auf beide Brüste aufgetragen werden, zur Reinigung der Milch.

yaṣṭīmadhukamṛdvīkāpayasyāsindhuvārikāḥ | śītāmbunā pibetkalkaṃ kṣīravaivarṇyanāśanam

Gegen Verfärbung der Milch trinke man eine Paste aus Yaṣṭīmadhu (Süßholz), Mṛdvīkā (Rosinen), Payasyā und Sindhuvāra mit kaltem Wasser – dies beseitigt die Verfärbung der Milch.

drākṣāmadhukakalkena stanau cāsyāḥ pralepayet | prakṣālya vāriṇā caiva nirduhyāttau punaḥ punaḥ

Und ihre Brüste sollen mit einer Paste aus Drākṣā und Madhuka bestrichen werden; nach dem Abwaschen mit Wasser soll man sie immer wieder von Neuem abmelken.

viṣāṇikājaśṛṅgyau ca triphalāṃ rajanīṃ vacām | pibecchītāmbunā piṣṭvā kṣīradaurgandhyanāśinīm

Man soll Viṣāṇikā und Ajaśṛṅgī (zwei Heilpflanzen) zusammen mit Triphalā, Rajanī (Kurkuma) und Vacā (Kalmus) zermahlen und mit kaltem Wasser trinken; dieser Trank vertreibt den üblen Geruch der Muttermilch (kṣīradaurgandhya).

lihyādvā'pyabhayācūrṇaṃ savyoṣaṃ mākṣikaplutam | kṣīradaurgandhyanāśārthaṃ dhātrī pathyāśinī tathā

Oder man nehme Abhayā-Pulver (Terminalia chebula) zusammen mit Vyoṣa (den drei Scharfstoffen Ingwer, schwarzer Pfeffer und langer Pfeffer), getränkt in Honig (mākṣika), um den üblen Geruch der Milch zu beseitigen; ebenso soll die Mutter Dhātrī (Amalaki) einnehmen und sich zuträglich (pathya) ernähren.

sārivośīramañjiṣṭhāśleṣmātakakucandanaiḥ | patrāmbucandanośīraiḥ stanau cāsyāḥ pralepayet

Mit Sārivā, Uśīra, Mañjiṣṭhā, Śleṣmātaka und rotem Sandelholz (candana) sowie mit Tejpatta (patra), Wasser, Sandelholz und nochmals Uśīra soll man die Brüste der Mutter bestreichen (pralepa).

snigdhakṣīrā dārumustapāṭhāḥ piṣṭvā sukhāmbunā | pītvā sasaindhavāḥ kṣipraṃ kṣīraśuddhimavāpnuyāt

Frauen mit öliger, fetter Milch sollen Devadāru, Mustā und Pāṭhā zermahlen und mit angenehmem Wasser sowie Steinsalz (saindhava) trinken; so erlangen sie rasch eine Reinigung der Milch.

pāyayet picchilakṣīrāṃ śārṅgeṣṭāmabhayāṃ vacām | mustanāgarapāṭhāśca pītāḥ stanyaviśodhanāḥ

Bei schleimiger (picchila) Milch soll man der Frau Śārṅgeṣṭā, Abhayā und Vacā zu trinken geben; auch Mustā, Nāgara (Ingwer) und Pāṭhā gelten, getrunken, als Reinigungsmittel der Muttermilch (stanya).

takrāriṣṭaṃ pibeccāpi yaduktaṃ gudajāpaham | vidārībilvamadhukaiḥ stanau cāsyāḥ pralepayet

Auch soll sie den Takrāriṣṭa (den fermentierten Buttermilchtrank) trinken, wie er bereits gegen Analleiden (gudaja) beschrieben wurde; mit Vidārī, Bilva und Süßholz (madhuka) soll man ihre Brüste bestreichen.

trāyamāṇāmṛtānimbapaṭolatriphalāśṛtam | gurukṣīrā pibedāśu stanyadoṣaviśuddhaye

Eine Frau mit schwerer, dicker Milch soll rasch einen Sud aus Trāyamāṇā, Amṛtā (Guḍūcī), Nimba, Paṭola und Triphalā trinken, um den Fehler der Muttermilch zu beseitigen.

pibedvā pippalīmūlacavyacitrakanāgaram | balānāgaraśārṅgeṣṭāmūrvābhirlepayet stanau

Oder man trinke die Wurzel der Pippalī zusammen mit Cavya, Citraka und Nāgara; mit Balā, Nāgara, Śārṅgeṣṭā und Ūrvā soll man die Brüste bestreichen.

pṛśniparṇīpayasyābhyāṃ stanau cāsyāḥ pralepayet | aṣṭāvete kṣīradoṣā hetulakṣaṇabheṣajaiḥ

Mit Pṛśniparṇī und Payasyā soll man die Brüste ebenfalls bestreichen. Dies sind die acht Fehler der Muttermilch (kṣīradoṣa), die mitsamt ihren Ursachen, Kennzeichen und Heilmitteln dargelegt wurden.

nirdiṣṭāḥ kṣīradoṣotthāstathoktāḥ kecidāmayāḥ doṣadūṣyamalāścaiva mahatāṃ vyādhayaśca ye

Ebenso wurden manche Krankheiten genannt, die aus diesen Milchfehlern hervorgehen, sowie [allgemein] Störungen der Doṣas, der zu schädigenden Gewebe (dūṣya) und der Ausscheidungsstoffe (mala) — dieselben Leiden, die auch bei Erwachsenen auftreten.

ta eva sarve bālānāṃ mātrā tvalpatarā matā | nivṛttirvamanādīnāṃ mṛdutvaṃ paratantratām

All diese Krankheiten treten auch bei Kindern auf, doch gilt für sie eine geringere Dosierung; man verzichte bei ihnen auf Erbrechen auslösende Mittel und dergleichen, behandle sie sanft und bedenke, dass sie von der Fürsorge anderer abhängig (paratantra) sind.

vākceṣṭayorasāmarthyaṃ vīkṣya bāleṣu śāstravit | bheṣajaṃ svalpamātraṃ tu yathāvyādhi prayojayet

Da Kinder weder sprechen noch sich durch Gebärden richtig mitteilen können, soll der in der Lehre (śāstra) bewanderte Arzt dies bei ihnen berücksichtigen und ihnen dem jeweiligen Leiden entsprechend nur kleine Mengen an Heilmitteln verabreichen.

madhurāṇi kaṣāyāṇi kṣīravanti mṛdūni ca | prayojayedbhiṣagbāle matimānapramādataḥ

Süße, adstringierende (kaṣāya), milchhaltige und milde Mittel soll der kluge Arzt bei Kindern sorgfältig und ohne Nachlässigkeit anwenden.

atyarthasnigdharūkṣoṣṇamamlaṃ kaṭuvipāki ca | guru cauṣadhapānānnametadbāleṣu garhitam

Übermäßig fettige, trockene, heiße, saure, scharf nachwirkende (kaṭuvipāka) und schwere Heilmittel, Getränke und Speisen sind bei Kindern verpönt.

samāsāt sarvarogāṇāmetadbāleṣu bheṣajam | nirdiṣṭaṃ śāstravidvaidyaḥ pravivicya prayojayet

Zusammenfassend ist dies die Behandlung aller Krankheiten bei Kindern; der in der Lehre (śāstra) bewanderte Arzt soll sie nach sorgfältiger Unterscheidung anwenden.

iti sarvavikārāṇāmuktametaccikitsitam | sthānametaddhi tantrasya rahasyaṃ paramuttamam

Damit wurde die Behandlung aller Krankheitsformen (vikāra) dargelegt. Dieser Abschnitt (sthāna) ist das höchste Geheimnis des Lehrwerks (tantra).

asmin saptadaśādhyāyāḥ kalpāḥ siddhaya eva ca | nāsādyante'gniveśasya tantre carakasaṃskṛte

In diesem von Caraka redigierten Werk des Agniveśa fehlten ursprünglich siebzehn Kapitel sowie die Abschnitte über Zubereitungen (kalpa) und über den Behandlungserfolg (siddhi) — sie waren nicht vollständig überliefert.

tānetān kāpilabaliḥ śeṣān dṛḍhabalo'karot | tantrasyāsya mahārthasya pūraṇārthaṃ yathātatham

Diese fehlenden Teile hat Dṛḍhabala, Sohn des Kapilabala, ergänzt, um dieses bedeutungsreiche Lehrwerk (tantra) der Ordnung gemäß zu vervollständigen.

rogā ye'pyatra noddiṣṭā bahutvānnāmarūpataḥ | teṣāmapyetadeva syāddoṣādīn vīkṣya bheṣajam

Auch für Krankheiten, die hier wegen ihrer Vielzahl an Namen und Erscheinungsformen nicht eigens genannt wurden, gilt dasselbe: Man verordne das Heilmittel, nachdem man die beteiligten Doṣas und übrigen Faktoren geprüft hat.

doṣadūṣyanidānānāṃ viparītaṃ hitaṃ dhruvam | uktānuktān gadān sarvān samyagyuktaṃ niyacchati

Was den Doṣas, den zu schädigenden Geweben (dūṣya) und den Krankheitsursachen (nidāna) entgegengesetzt ist, ist gewiss heilsam; richtig und sachgemäß angewandt, bezwingt dies alle Krankheiten, ob genannt oder ungenannt.

deśakālapramāṇānāṃ sātmyāsātmyasya caiva hi | samyagyogo'nyathā hyeṣāṃ pathyamapyanyathā bhavet

Denn Ort (deśa), Zeit (kāla), Dosierung (pramāṇa) sowie das, was einer Person zuträglich (sātmya) oder unzuträglich (asātmya) ist, müssen richtig aufeinander abgestimmt werden — andernfalls kann selbst das Zuträgliche (pathya) sich ins Gegenteil verkehren.

āsyādāmāśayasthān hi rogān nastaḥśirogatān | gudāt pakvāśayasthāṃśca hantyāśu dattamauṣadham

Über den Mund heilt man Krankheiten, die im Magen (āmāśaya) sitzen, über die Nase solche, die im Kopf sitzen, und über den After (guda) solche, die im Dickdarm (pakvāśaya) sitzen; ein auf diesem Weg verabreichtes Heilmittel wirkt rasch.

śarīrāvayavottheṣu visarpapiḍakādiṣu | yathādeśaṃ pradehādi śamanaṃ syādviśeṣataḥ

Bei Erkrankungen, die an bestimmten Körperteilen entstehen, wie Visarpa (Wundrose) und Geschwüre (piḍakā), wirkt eine örtliche Behandlung — etwa ein Umschlag (pradeha) — am betroffenen Ort besonders lindernd.

dināturauṣadhavyādhijīrṇaliṅgartvavekṣaṇam | kālaṃ vidyāddināvekṣaḥ pūrvāhṇe vamanaṃ yathā

Die rechte Zeit erkennt man durch Beobachtung des Tages, des Patienten, des Heilmittels, der Krankheit, der Verdauungszeichen und der Jahreszeit; so wird zum Beispiel ein Brechmittel (vamana) am Vormittag gegeben.

rogyavekṣo yathā prātarniranno balavān pibet | bheṣajaṃ laghupathyānnairyuktamadyāttu durbalaḥ

Mit Blick auf den Patienten gilt: Ein kräftiger Mensch soll das Mittel morgens nüchtern trinken, ein schwacher hingegen soll es zusammen mit leichter, zuträglicher Speise einnehmen.

bhaiṣajyakālo bhuktādau madhye paścānmuhurmuhuḥ | sāmudgaṃ bhaktasaṃyuktaṃ grāsagrāsāntare daśa

Die Einnahmezeit des Heilmittels kann vor, während, nach oder wiederholt während der Mahlzeit liegen; man unterscheidet die Gabe nach der Art des 'sāmudga' (zwischen zwei Speiseportionen eingeschlossen), mit der Speise vermengt, oder zehnfach zwischen den einzelnen Bissen verabreicht.

apāne viguṇe pūrvaṃ, samāne madhyabhojanam | vyāne tu prātaraśitamudāne bhojanottaram

Ist Apāna(-Vāyu) gestört, gibt man das Mittel vor der Mahlzeit; ist Samāna gestört, in der Mitte der Mahlzeit; bei gestörtem Vyāna nimmt man es morgens vor dem Essen ein, bei gestörtem Udāna erst nach der Mahlzeit.

vāyau prāṇe praduṣṭe tu grāsagrāsāntariṣyate | śvāsakāsapipāsāsu tvavacāryaṃ muhurmuhuḥ

Ist Prāṇa(-Vāyu) gestört, wird die Gabe zwischen den einzelnen Bissen empfohlen; bei Atemnot (śvāsa), Husten (kāsa) und Durst (pipāsā) soll das Mittel wiederholt, ohne festen Zeitplan, gegeben werden.

sāmudgaṃ hikkine deyaṃ laghunā'nnena saṃyutam | sambhojyaṃ tvauṣadhaṃ bhojyairvicitrairarucau hitam

Bei Schluckauf (hikkā) gebe man das Mittel nach der 'sāmudga'-Art zusammen mit leichter Speise; bei Appetitlosigkeit (aruci) ist es hilfreich, das Heilmittel mit abwechslungsreichen, schmackhaften Speisen zu verbinden.

jvare peyāḥ kaṣāyāśca kṣīraṃ sarpirvirecanam | ṣaḍahe ṣaḍahe deyaṃ kālaṃ vīkṣyāmayasya ca

Bei Fieber (jvara) gibt man Reisschleim (peyā), Absude (kaṣāya), Milch, Ghee und Abführmittel jeweils im Sechs-Tage-Rhythmus, wobei stets der Krankheitsverlauf zu beachten ist.

kṣudvegamokṣau laghutā viśuddhirjīrṇalakṣaṇam | tadā bheṣajamādeyaṃ syāddhi doṣavadanyathā

Das Einsetzen von Hunger und Appetit, ein Gefühl der Leichtigkeit sowie innerer Reinheit sind Zeichen vollständiger Verdauung; erst dann soll das nächste Heilmittel gegeben werden, sonst wirkt es schädlich wie ein unverdauter Doṣa.

cayādayaśca doṣāṇāṃ varjyaṃ sevyaṃ ca yatra yat | ṛtāvavekṣyaṃ yat karma pūrvaṃ sarvamudāhṛtam

Auch die Stadien der Doṣa-Anhäufung (caya) und der folgenden Phasen sowie das, was in welcher Jahreszeit zu meiden oder zu pflegen ist und welche Maßnahme jeweils zu beachten ist, wurde bereits an früherer Stelle vollständig dargelegt.

(upakramāṇāṃ karaṇaṃ pratiṣedhe ca kāraṇam | vyākhyātamabalānāṃ savikalpānāmavekṣaṇe

(Auch die Anwendung der Behandlungsverfahren (upakrama) und die Gründe für ihr Unterlassen wurden erläutert, ebenso die Beobachtung geschwächter Patientinnen und solcher mit Komplikationen (savikalpa).

muhurmuhuśca rogāṇāmavasthāmāturasya ca | avekṣamāṇastu bhīṣak cikitsāyāṃ na muhyati)

Ein Arzt, der wiederholt den Zustand der Krankheit und des Kranken prüft, gerät bei der Behandlung nicht in Verwirrung.)

ityevaṃ ṣaḍvidhaṃ kālamanavekṣya bhiṣagjitam | prayuktamahitāya syāt sasyasyākālavarṣavat

Ein Arzt, der — selbst wenn er sonst kundig ist — dieses sechsfache Zeitschema missachtet, dessen verabreichtes Mittel bleibt unheilsam, so wie ein zur Unzeit fallender Regen der Saat schadet.

vyādhīnāmṛtvahorātravayasāṃ bhojanasya ca | viśeṣo bhidyate yastu kālāvekṣaḥ sa ucyate

Die je nach Krankheit, Jahreszeit, Tages- und Nachtzeit, Lebensalter und Mahlzeit unterschiedliche Anwendung — das nennt man die Beachtung der rechten Zeit (kālāvekṣā).

vasante śleṣmajā rogāḥ śaratkāle tu pittajāḥ | varṣāsu vātikāścaiva prāyaḥ prādurbhavanti hi

Im Frühling entstehen vorwiegend Kapha-bedingte Krankheiten, im Herbst Pitta-bedingte, und in der Regenzeit vor allem Vāta-bedingte.

niśānte divasānte ca varṣānte vātajā gadāḥ | prātaḥ kṣapādau kaphajāstayormadhye tu pittajāḥ

Am Ende der Nacht, am Ende des Tages und am Ende der Regenzeit herrschen Vāta-bedingte Leiden vor; am frühen Morgen und zu Beginn der Nacht Kapha-bedingte, in der Zeit dazwischen Pitta-bedingte.

vayontamadhyaprathame vātapittakaphāmayāḥ | balavanto bhavantyeva svabhāvādvayaso nṛṇām

In der letzten, mittleren und ersten Lebensphase werden entsprechend Vāta-, Pitta- und Kapha-bedingte Krankheiten von Natur aus beim Menschen vorherrschend stark.

jīrṇānte vātajā rogā jīryamāṇe tu pittajāḥ | śleṣmajā bhuktamātre tu labhante prāyaśo balam

Am Ende der Verdauung treten Vāta-bedingte Beschwerden hervor, während der Verdauung Pitta-bedingte, und unmittelbar nach dem Essen gewinnen meist Kapha-bedingte an Kraft.

nālpaṃ hantyauṣadhaṃ vyādhiṃ yathā''po'lpā mahānalam | doṣavaccātimātraṃ syātsasyasyātyudakaṃ yathā

Wie eine geringe Menge Wasser ein großes Feuer nicht löschen kann, so vermag auch zu wenig Heilmittel eine Krankheit nicht zu bezwingen; doch ebenso wenig darf es übermäßig sein, sonst wirkt es schädlich wie zu viel Wasser einer Feldfrucht schadet.

sampradhārya balaṃ tasmādāmayasyauṣadhasya ca | naivātibahu nātyalpaṃ bhaiṣajyamavacārayet

Deshalb soll man die Kraft der Krankheit und die des Heilmittels sorgfältig gegeneinander abwägen und das Mittel weder zu reichlich noch zu spärlich anwenden.

aucityādyasya yat sātmyaṃ deśasya puruṣasya ca | apathyamapi naikāntāttattyajaṃllabhate sukham

Aufgrund dessen, was einer Gegend (deśa) und einem Menschen von Natur aus zuträglich (sātmya) ist, kann sogar scheinbar Unzuträgliches (apathya) — da nichts absolut gilt — demjenigen, der es gewohnheitsgemäß nicht aufgibt, Wohlbefinden verschaffen.

bāhlīkāḥ pahlavāścīnāḥ śūlīkā yavanāḥ śakāḥ | māṃsagodhūmamādhvīkaśastravaiśvānarocitāḥ

Die Bāhlīkas, Pahlavas, Chinesen, Śūlīkas, Griechen (Yavanas) und Śakas sind an Fleisch, Weizen, Wein (mādhvīka) sowie an Waffen und ein feuriges Leben gewöhnt.

matsyasātmyāstathā prācyāḥ kṣīrasātmyāśca saindhavāḥ | aśmakāvantikānāṃ tu tailāmlaṃ sātmyamucyate

Die Bewohner des Ostens (Prācya) sind an Fisch gewöhnt, die Bewohner von Sindh (Saindhava) an Milch; für die Bewohner von Aśmaka und Avanti gilt saures Öl (tailāmla) als naturgemäße Kost.

kandamūlaphalaṃ sātmyaṃ vidyānmalayavāsinām | sātmyaṃ dakṣiṇataḥ peyā manthaścottarapaścime

Für die Bewohner der Malaya-Berge gelten Wurzeln, Knollen und Früchte als naturgemäße Nahrung; im Süden ist es der Reisschleim (peyā), im Nordwesten der Gerstentrank (mantha).

madhyadeśe bhavet sātmyaṃ yavagodhūmagorasāḥ | teṣāṃ tatsātmyayuktāni bhaiṣajānyavacārayet

Im Kernland (Madhyadeśa) sind Gerste, Weizen und Milcherzeugnisse naturgemäß; man soll die Heilmittel stets im Einklang mit diesen regionalen Zuträglichkeiten (sātmya) anwenden.

sātmyaṃ hyāśu balaṃ dhatte nātidoṣaṃ ca bahvapi | yogaireva cikitsan hi deśādyajño'parādhyati

Das naturgemäß Zuträgliche (sātmya) verleiht rasch Kraft und verursacht selbst in größerer Menge keine übermäßige Störung; ein Arzt hingegen, der nur nach starren Rezepturen behandelt, ohne die Eigenheiten von Ort und Gegend zu kennen, begeht einen Fehler.

vayobalaśarīrādibhedā hi bahavo matāḥ | tathā'ntaḥsandhimārgāṇāṃ doṣāṇāṃ gūḍhacāriṇām

Denn die Unterschiede in Lebensalter, Kraft, Körperbau und dergleichen sind vielfältig, ebenso die inneren Verbindungswege des Körpers und die verborgenen Bewegungen der Doṣas.

bhavet kadācit kāryā'pi viruddhābhimatā kriyā | pittamantargataṃ gūḍhaṃ svedasekopanāhanaiḥ

Manchmal muss auch eine scheinbar widersprüchliche Behandlung durchgeführt werden: Verborgenes, tief im Körper sitzendes Pitta wird mittels Schwitzen (sveda), warmen Übergießungen (seka) und Umschlägen (upanāha) mit Hitze nach außen geleitet.

nīyate bahiruṣṇairhi tathoṣṇaṃ śamayanti te | bāhyaiśca śītaiḥ sekādyairūṣmā'ntaryāti pīḍitaḥ

So wird es durch heiße Anwendungen nach außen geführt und dadurch zugleich besänftigt; durch äußere kalte Anwendungen wie kühle Übergießungen hingegen wird die Hitze bedrängt und zieht sich ins Innere zurück.

so'ntargūḍhaṃ kaphaṃ hanti śītaṃ śītaistathā jayet | ślakṣṇapiṣṭo ghano lepaścandanasyāpi dāhakṛt

Diese nach innen gezogene Hitze zerstört das im Körperinneren verborgene Kapha; ebenso kann Kälte mitunter durch kälteartige Mittel überwunden werden. Selbst eine fein geriebene, dicke Paste aus Sandelholz (candana) kann ein Brennen hervorrufen.

tvaggatasyoṣmaṇo rodhācchītakṛccānyathā'guroḥ | chardighnī makṣikāviṣṭhā makṣikaiva tu vāmayet

Weil sie die in der Haut sitzende Wärme staut, kann eine solche Sandelpaste kühlend wirken — ebenso kann umgekehrt Agaru(-Holz) anders wirken als erwartet. Bienenkot bzw. -wachs (makṣikāviṣṭhā) stillt das Erbrechen, während die Biene selbst (makṣikā) Erbrechen hervorruft.

dravyeṣu svinnajagdheṣu caiva teṣveva vikriyā | tasmāddoṣauṣadhādīni parīkṣya daśatatvataḥ

Selbst gedämpfte und verzehrte Substanzen können in sich eine gegenteilige Wirkung entfalten; daher soll der weise Arzt Doṣa, Heilmittel und die übrigen Faktoren stets nach den zehn Untersuchungskategorien (daśavidha) prüfen

kuryāccikitsitaṃ prājño na yogaireva kevalam | nivṛtto'pi punarvyādhiḥ svalpenāyāti hetunā

und erst danach behandeln — nicht allein nach starren Rezepten. Denn eine Krankheit kann, selbst wenn sie geheilt scheint, durch eine noch so geringe Ursache wieder aufflammen.

kṣīṇe mārgīkṛte dehe śeṣaḥ sūkṣma ivānalaḥ | tasmāttamanubadhnīyāt prayogeṇānapāyinā

Ist der Körper geschwächt und sind die Kanäle (mārga) gereinigt, bleibt oft noch ein feiner Rest der Krankheit wie ein glimmendes Feuer zurück; diesem soll man mit einer nicht rückfallgefährdenden (anapāyin) Nachbehandlung begegnen.

siddhyarthaṃ prākprayuktasya siddhasyāpyauṣadhasya tu | kāṭhinyādūnabhāvādvā doṣo'ntaḥ kupito mahān

Selbst bei einem zuvor angewandten und bewährten Heilmittel kann es geschehen, dass wegen Verhärtung (kāṭhinya) des Leidens oder wegen unzureichender Dosierung ein großer Doṣa im Inneren aufgestört bleibt,

pathyairmṛdvalpatāṃ nīto mṛdudoṣakaro bhavet | pathyamapyaśnatastasmādyo vyādhirupajāyate

der jedoch durch zuträgliche Maßnahmen (pathya) auf ein mildes, geringes Maß reduziert wird und so nur noch schwache Störungen hervorruft; selbst bei Einhaltung zuträglicher Kost kann daher gelegentlich noch eine Krankheit entstehen —

jñātvaivaṃ vṛddhimabhyāsamathavā tasya kārayet | sātatyātsvādvabhāvādvā pathyaṃ dveṣyatvamāgatam

wenn man dies erkennt, soll man entweder ihr weiteres Anwachsen verhindern oder den Patienten durch Gewöhnung (abhyāsa) daran heranführen; durch Beständigkeit oder durch ihren angenehmen Charakter lässt sich selbst eine dem Patienten unliebsam gewordene, zuträgliche Kost (pathya)

kalpanāvidhibhistaistaiḥ priyatvaṃ gamayet punaḥ | manaso'rthānukūlyāddhi tuṣṭirūrjā rucirbalam

durch verschiedenerlei Zubereitungsarten (kalpanā) wieder schmackhaft machen — denn aus der Zuneigung des Geistes zu angenehmen Dingen erwachsen Zufriedenheit, Kraft (ūrjā), Appetit (ruci) und Stärke.

sukhopabhogatā ca syādvyādheścāto balakṣayaḥ | laulyāddoṣakṣayādvyādhervaidharmyāccāpi yā ruciḥ

Daraus folgt ein wohltuender Genuss der Nahrung, während erzwungenes, widerwilliges Essen die Kraft schwächt und die Krankheit begünstigt. Es gibt zudem eine Art von Verlangen (ruci), das aus Gier (laulya), aus einem Mangel an Doṣa oder aus dem widersprüchlichen Wesen (vaidharmya) der Krankheit selbst entsteht.

tāsu pathyopacāraḥ syādyogenādyaṃ vikalpayet | viṃśatirvyāpado yonernidānaṃ liṅgameva ca

Bei diesen Formen des Verlangens soll man mit zuträglicher Behandlung (pathyopacāra) und je nach Fall geeigneten Mitteln vorgehen. Damit sind die zwanzig Erkrankungen der Gebärmutter (yonivyāpad) mitsamt ihren Ursachen (nidāna) und Kennzeichen (liṅga) dargelegt worden.

cikitsā cāpi nirdiṣṭā śiṣyāṇāṃ hitakāmyayā | śukradoṣāstathā cāṣṭau nidānākṛtibheṣajaiḥ

Auch ihre Behandlung wurde, aus Wunsch nach dem Wohl der Schüler, dargelegt; ebenso die acht Fehler des Samens (śukradoṣa) mit ihren Ursachen, Erscheinungsformen und Heilmitteln.

klaibyānyuktāni catvāri catvāraḥ pradarāstathā | teṣāṃ nidānaṃ liṅgaṃ ca bhaiṣajyaṃ caiva kīrtitam

Auch die vier Arten der Zeugungsunfähigkeit (klaibya) sowie die vier Arten der übermäßigen Gebärmutterblutung (pradara) wurden beschrieben, mitsamt ihren Ursachen, Kennzeichen und Heilmitteln.

kṣīradoṣāstathā cāṣṭau hetuliṅgabhiṣagjitaiḥ | retaso rajasaścaiva kīrtitaṃ śuddhilakṣaṇam

Ebenso wurden die acht Fehler der Muttermilch mit ihren Ursachen, Kennzeichen und ärztlichen Behandlungen dargestellt, sowie die Merkmale der Reinigung von Samen (retas) und Menstrualblut (rajas).

uktānuktacikitsā ca samyagyogastathaiva ca | deśādiguṇaśaṃsā ca kālaḥ ṣaṅvidha eva ca

Auch die Behandlung genannter wie ungenannter Krankheiten, die sachgemäße Anwendung der Heilmittel, die Bedeutung der Eigenschaften von Ort und Umständen sowie das sechsfache Zeitschema wurden dargelegt.

deśe deśe ca yat sātmyaṃ yathā vaidyo'parādhyati | cikitsā cāpi nirdiṣṭā doṣāṇāṃ gūḍhacāriṇām

Ferner wurde erläutert, was in jeder einzelnen Region naturgemäß zuträglich (sātmya) ist und wodurch ein Arzt dabei fehlgehen kann, sowie die Behandlung von Doṣas, die sich verborgen im Körper bewegen.

yo hi samyaṅga jānāti śāstraṃ śāstrārthameva ca | na kuryāt sa kriyāṃ citramacakṣuriva citrakṛt śrīcarakasaṃhitāyāṃ cikitsitasthānaṃ samāptam

Denn wer die Lehre (śāstra) und auch ihren tieferen Sinn wahrhaft kennt, jedoch nicht danach handelt, gleicht einem blinden Maler, der ein Bild malen will. Hiermit ist das Cikitsāsthāna der glorreichen Caraka-Saṃhitā (śrīcarakasaṃhitā) vollendet.

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