athātaḥ saṃyogaśaramūlīyaṃ vājīkaraṇapādaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir das Kapitel über die Aphrodisiaka (vājīkaraṇa) erklären, beginnend mit dem Abschnitt über die Rezepturen mit der Śara-Wurzel (saṃyoga-śaramūlīya).
Caraka-Saṃhitā · Chikitsasthana
Das zweite Kapitel des Cikitsāsthāna behandelt Vājīkaraṇa, die Lehre von zeugungs- und potenzsteigernden Mitteln, die gemeinsam mit dem vorangehenden Rasāyana die beiden „Stärkungstherapien“ für den gesunden Menschen bilden. Ungewöhnlich für ein medizinisches Kompendium ist der breite Raum, den der Text zunächst einer geradezu philosophischen Lobpreisung von Nachkommenschaft und der idealen Ehefrau einräumt, bevor die eigentlichen Rezepturen folgen – ein Hinweis darauf, dass Vājīkaraṇa in der altindischen Medizin nicht nur körperlich, sondern auch sozial und religiös verstanden wurde, als Grundlage von Familie, Nachruhm und Pflichterfüllung (dharma). Botanisch reich ausgestattet ist das Kapitel mit Wurzeln wie Śara-Schilf, Zuckerrohr, Śatāvarī (Racemosus-Spargel), Vidārī und Balā, die – oft in Milch oder Ghee verarbeitet – die Zeugungskraft stärken sollen. Zusammen mit dem Rasāyana-Kapitel bildet dieser Abschnitt den programmatischen Auftakt des Cikitsāsthāna, bevor sich der Text den eigentlichen Krankheitsbehandlungen zuwendet.
| Sanskrit-Name | Deutsche Bezeichnung / Hinweis |
|---|---|
| Śara, Ikṣu, Kāṇḍekṣu, Ikṣuvālikā | Schilf- und Zuckerrohr-Wurzeln |
| Śatāvarī | Racemosus-Spargel |
| Payasyā | – |
| Vidārī | eine Knollenpflanze |
| Kaṇṭakārikā | stachlige Aubergine |
| Jīvantī, Jīvaka, Ṛṣabhaka | – |
| Medā, Vīrā | – |
| Balā | Sida cordifolia |
| Ṛddhi | – |
| Gokṣura | Tribulus terrestris |
| Rāsnā | – |
| Ātmaguptā | Juckbohne, Mucuna pruriens |
| Punarnavā | Boerhavia diffusa |
athātaḥ saṃyogaśaramūlīyaṃ vājīkaraṇapādaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir das Kapitel über die Aphrodisiaka (vājīkaraṇa) erklären, beginnend mit dem Abschnitt über die Rezepturen mit der Śara-Wurzel (saṃyoga-śaramūlīya).
iti ha smāha bhagavānātreyaḥ
So sprach der erhabene Ātreya.
vājīkaraṇamanvicchet puruṣo nityamātmavān| tadāyattau hi dharmārthau prītiśca yaśa eva ca
Ein selbstbeherrschter Mann sollte stets nach aphrodisischen Mitteln (vājīkaraṇa) streben, denn von ihnen hängen Pflichterfüllung (dharma) und materieller Erfolg (artha), Freude (prīti) und Ruhm (yaśas) ab.
putrasyāyatanaṃ hyetadguṇāścaite sutāśrayāḥ| vājīkaraṇamagryaṃ ca kṣetraṃ strī yā praharṣiṇī
Denn dies ist die Grundlage für einen Sohn, und diese guten Eigenschaften beruhen auf dem Sohn; das vorzüglichste Aphrodisiakum aber ist die Frau als das „Feld“ (kṣetra) der Zeugung, sofern sie Freude bereitet (praharṣiṇī).
iṣṭā hyokaikaśo'pyarthā paraṃ prītikarā smṛtāḥ| kiṃ punaḥ strīśarīre ye saṅghātena pratiṣṭhitāḥ
Schon jedes der begehrten Sinnesobjekte (artha) gilt einzeln als höchste Quelle der Freude – wie viel mehr also jene, die im Körper der Frau alle zusammen vereint vorhanden sind?
(saṅghāto hīndriyārthānāṃ strīṣu nānyatra vidyate)| stryāśrayo hīndriyārtho yaḥ sa prītijanano'dhikam| strīṣu prītirviśeṣeṇa strīṣvapatyaṃ pratiṣṭhitam
(Denn eine solche Ansammlung der Sinnesobjekte findet sich nirgendwo sonst als bei Frauen.) Ein Sinnesobjekt, das seine Grundlage in einer Frau hat, erzeugt besonders große Freude; die Freude gründet sich vor allem auf Frauen, und auf Frauen gründet sich die Nachkommenschaft (apatya).
dharmārthau strīṣu lakṣmīśca strīṣu lokāḥ pratiṣṭhitāḥ| surūpā yauvanasthā yā lakṣaṇairyā vibhūṣitā
Pflicht und materieller Erfolg, Wohlstand (lakṣmī) und die guten Welten gründen sich auf Frauen. Die beste Frau ist, wer schöngestaltig, in der Jugend stehend und mit günstigen Merkmalen (lakṣaṇa) geschmückt ist,
yā vaśyā śikṣitā yā ca sā strī vṛṣyatamā matā| nānābhaktyā tu lokasya daivayogācca yoṣitām
wer fügsam (vaśyā) und wohlerzogen bzw. geübt (śikṣitā) ist – eine solche Frau gilt als die stärkste Förderin der Zeugungskraft (vṛṣyatamā). Doch je nach der unterschiedlichen Zuneigung der Menschen und je nach schicksalhafter Verbindung (daivayoga) mit den Frauen
taṃ taṃ prāpya vivardhante naraṃ rūpādayo guṇāḥ| vayorūpavacohāvairyā yasya paramāṅganā
wachsen bei dem jeweiligen Mann, der die betreffende Frau erlangt, deren Vorzüge wie Schönheit usw. an Wirkung. Diejenige Frau, die für einen bestimmten Mann durch Alter, Schönheit, Sprache und Gebärden die vorzüglichste ist,
praviśatyāśu hṛdayaṃ daivādvā karmaṇo'pi vā| hṛdayotsavarūpā yā yā samānamanaḥśayā
dringt rasch, sei es durch Schicksal (daiva) oder durch früheres Wirken (karma), in sein Herz ein. Die beste Frau ist jene, die dem Herzen ein Fest bereitet und deren Herzensneigung mit der seinen übereinstimmt,
samānasattvā yā vaśyā yā yasya prīyate priyaiḥ| yā pāśabhūtā sarveṣāmindriyāṇāṃ parairguṇaiḥ
die von gleicher Gemütsart ist, die fügsam ist, die dem Mann durch das ihm Liebe Freude bereitet, und die durch ihre überragenden Vorzüge gleichsam eine Fessel (pāśa) für alle seine Sinne wird.
yayā viyukto nistrīkamaratirmanyate jagat| yasyā ṛte śarīraṃ nā dhatte śūnyamivendriyaiḥ
Von ihr getrennt, empfindet der Mann die ganze Welt als frauenlos und freudlos; ohne sie erscheint ihm sein Körper mit seinen Sinnen wie leer.
śokodvegāratibhayairyāṃ dṛṣṭvā nābhibhūyate| yāti yāṃ prāpya visrambhaṃ dṛṣṭvā hṛṣyatyatīva yām
Bei deren Anblick der Mann nicht von Kummer, Angst, Unlust und Furcht überwältigt wird; bei der er, sobald er sie erlangt, Vertrauen (visrambha) findet; bei deren Anblick er sich außerordentlich freut,
apūrvāmiva yāṃ yāti nityaṃ harṣātivegataḥ| gatvā gatvā'pi bahuśo yāṃ tṛptiṃ naiva gacchati
zu der er sich stets, als wäre sie ihm nie zuvor begegnet, mit heftigem Verlangen hingezogen fühlt, und mit der er, so oft er ihr auch beiwohnt, dennoch niemals Sättigung erreicht –
sā strī vṛṣyatamā tasya nānābhāvā hi mānavāḥ| atulyagotrāṃ vṛṣyāṃ ca prahṛṣṭāṃ nirupadravām
eine solche Frau ist für ihn die stärkste Förderin der Zeugungskraft, denn die Menschen sind von unterschiedlicher Neigung. Der Mann, der Nachkommenschaft wünscht und frei von Krankheit ist, soll zu einer Frau gehen, die nicht aus derselben Sippe (gotra) stammt, die zeugungsfördernd, freudig gestimmt und frei von Schaden ist,
śuddhasnātāṃ vrajennārīmapatyārthī nirāmayaḥ| acchāyaścaikaśākhaśca niṣphalaśca yathā drumaḥ
die rein gebadet ist. Wie ein Baum ohne Schatten, mit nur einem einzigen Zweig und ohne Frucht,
aniṣṭagandhaścaikaśca nirapatyastathā naraḥ| citradīpaḥ saraḥ śuṣkamadhāturdhātusannibhaḥ
wie ein Baum mit unangenehmem Geruch und als einziges Exemplar seiner Art – ebenso wertlos ist der kinderlose Mann. Er gleicht einer bunt bemalten Lampe, einem ausgetrockneten See, einem unedlen Metall, das nur wie ein Metall aussieht (ohne dessen Wert zu haben),
niṣprajastṛṇapūlīti mantavyaḥ puruṣākṛtiḥ| apratiṣṭhaśca nagnaśca śūnyaścaikendriyaśca nā
der kinderlose Mann gilt in Menschengestalt nur als ein Bündel Stroh. Er soll als ohne Grundlage, als nackt, als leer und als ein Mann mit nur einem einzigen — nutzlosen — Sinnesorgan gelten,
mantavyo niṣkriyaścaiva yasyāpatyaṃ na vidyate| bahumūrtirbahumukho bahuvyūho bahukriyaḥ
als untätig gilt, wer keine Nachkommenschaft besitzt. Vielgestaltig, vielmündig, mit vielfacher Ordnung, mit vielfältigem Wirken,
bahucakṣurbahujñāno bahvātmā ca bahuprajaḥ| maṅgalye'yaṃ praśasyo'yaṃ dhanyo'yaṃ vīryavānayam
mit vielen Augen, vielem Wissen, vielfachem Selbst – so ist, wer viele Nachkommen hat. Von ihm heißt es: „Dieser bringt Segen“, „Dieser ist zu preisen“, „Dieser ist glückhaft“, „Dieser ist von großer Kraft (vīrya)“,
bahuśākho'yamiti ca stūyate nā bahuprajaḥ| prītirbalaṃ sukhaṃ vṛttirvistāro vipulaṃ kulam
„Dieser hat viele Zweige“ [d.h. Nachkommen] – so wird der kinderreiche Mann gepriesen. Freude, Kraft, Glück, gesicherter Lebensunterhalt, Ausbreitung, eine große Sippe,
yaśo lokāḥ sukhodarkāstuṣṭiścāpatyasaṃśritāḥ| tasmādapatyamanvicchan guṇāṃścāpatyasaṃśritān
Ruhm, gute Welten mit glücklicher Folge sowie Zufriedenheit – all dies gründet sich auf Nachkommenschaft. Deshalb soll, wer nach Nachkommenschaft und den mit ihr verbundenen Vorzügen strebt,
vājīkaraṇanityaḥ syādicchan kāmasukhāni ca| upabhogasukhān siddhān vīryāpatyavivardhanān
beständig aphrodisische Mittel (vājīkaraṇa) anwenden, sofern er zugleich die Freuden der Liebe (kāmasukha) begehrt – Mittel, die im Genuss angenehm, bewährt und die Zeugungskraft (vīrya) sowie die Nachkommenschaft vermehrend sind.
vājīkaraṇasaṃyogān pravakṣyāmyata uttaram| śaramūlekṣumūlāni kāṇḍekṣuḥ sekṣuvālikā
Nun werde ich im Folgenden die Rezepturen (saṃyoga) der Aphrodisiaka darlegen. Man nehme die Wurzeln des Śara-Schilfs und des Zuckerrohrs, Kāṇḍekṣu (eine Zuckerrohrart) und Ikṣuvālikā,
śatāvarī payasyā ca vidārī kaṇṭakārikā| jīvantī jīvako medā vīrā carṣabhako balā
Śatāvarī (Racemosus-Spargel), Payasyā, Vidārī (eine Knollenpflanze), Kaṇṭakārikā (stachlige Aubergine), Jīvantī, Jīvaka, Medā, Vīrā und Ṛṣabhaka sowie Balā (Sida cordifolia),
ṛddhirgokṣurakaṃ rāsnā sātmaguptā punarnavā| eṣāṃ tripalikān bhāgān māṣāṇāmāḍhakaṃ navam
Ṛddhi, Gokṣura (Tribulus terrestris), Rāsnā, Ātmaguptā (Juckbohne, Mucuna pruriens) und Punarnavā (Boerhavia diffusa) — von diesen [Drogen je] Anteile von drei Pala, sowie neun Āḍhaka schwarze Bohnen (Māṣa) —
vipācayejjaladroṇe caturbhāgaṃ ca śeṣayet| tatra peṣyāṇi madhukaṃ drākṣā phalgūni pippalī
soll man in einer Droṇa Wasser auskochen, bis nur ein Viertel übrigbleibt. Darin soll man ferner zu einer Paste zerreiben und zugeben: Süßholz (Madhuka), Weintrauben (Drākṣā), Feigen (Phalgu) und langen Pfeffer (Pippalī),
ātmaguptā madhukāni kharjūrāṇi śatāvarī| vidāryāmalakekṣūṇāṃ rasasya ca pṛthak pṛthak
Ātmaguptā, Süßholz, Datteln (Kharjūra), Śatāvarī sowie je gesondert den Saft von Vidārī, Āmalakī (indische Stachelbeere) und Zuckerrohr.
sarpiṣaścāḍhakaṃ dadyāt kṣīradroṇaṃ ca tadbhiṣak| sādhayedghṛtaśeṣaṃ ca supūtaṃ yojayet punaḥ
Der Arzt soll dazu ein Āḍhaka geklärte Butter (Ghṛta) und eine Droṇa Milch geben und alles kochen, bis nur die Butter übrigbleibt; dann soll er sie gut filtern und erneut verwenden.
śarkarāyāstugākṣīryāścūrṇaiḥ prasthonmitaiḥ pṛthak| palaiścaturbhirmāgadhyāḥ palena maricasya ca
Er füge Pulver von Zucker (Śarkarā) und Tugākṣīrī (Bambusmanna) hinzu, je ein Prastha, vier Pala langen Pfeffer (Pippalī) und ein Pala schwarzen Pfeffer (Marica),
tvagelākeśarāṇāṃ ca cūrṇairardhapalonmitaiḥ| madhunaḥ kuḍavābhyāṃ ca dvābhyāṃ tatkārayedbhiṣak
sowie Pulver von Zimt (Tvac), Kardamom (Elā) und Safrannarben (Keśara), je ein halbes Pala, und zwei Kuḍava Honig. Damit soll der Arzt die Masse zubereiten.
palikā gulikāstyānāstā yathāgni prayojayet| eṣa vṛṣyaḥ paraṃ yogo bṛṃhaṇo balavardhanaḥ
Daraus forme man feste Pillen von je einem Pala Gewicht, die er entsprechend seiner Verdauungskraft (agni) einnehmen soll. Dies ist ein höchst vorzügliches, potenzsteigerndes (vṛṣya) Rezept, das kräftigt (bṛṃhaṇa) und die Kraft vermehrt.
anenāśva ivodīrṇo balī liṅgaṃ samarpayet māṣāṇāmātmaguptāyā bījānāmāḍhakaṃ navam
Durch dieses Mittel wird der Mann kraftvoll wie ein brünstiges Pferd und kann den Geschlechtsakt vollziehen. Nächstes Rezept: Man nehme neun Āḍhaka schwarze Bohnen und Samen der Ātmaguptā,
jīvakarṣabhakau vīrāṃ medāmṛddhiṃ śatāvarīm| madhukaṃ cāśvagandhāṃ ca sādhyet kuḍavonmitām
Jīvaka und Ṛṣabhaka, Vīrā, Medā, Ṛddhi, Śatāvarī, Süßholz und Aśvagandhā (Withania somnifera), je ein Kuḍava, und koche sie [im Wasser aus],
rase tasmin ghṛtaprasthaṃ gavyaṃ daśaguṇaṃ payaḥ| vidārīṇāṃ rasaprasthaṃ prasthamikṣurasasya ca
und gebe in diesen Sud ein Prastha Kuhbutter, das Zehnfache an Kuhmilch, ein Prastha Vidārī-Saft und ein Prastha Zuckerrohrsaft,
dattvā mṛdvagninā sādhyaṃ siddhaṃ sarpirnidhāpayet| śarkarāyāstugākṣīryāḥ kṣaudrasya ca pṛthak pṛthak
und koche dies bei schwachem Feuer, bis es gar ist; die fertige Butter soll man beiseitestellen. Dann gebe man Zucker, Tugākṣīrī und Honig hinzu, je gesondert,
bhāgāṃścatuṣpalāṃstatra pippalyāścāvapet palam| palaṃ pūrvamato līḍhvā tato'nnamupayojayet
in Anteilen von je vier Pala, sowie ein Pala langen Pfeffer. Zunächst soll man ein Pala davon auflecken (līḍha) und danach erst Nahrung zu sich nehmen.
ya icchedakṣayaṃ śukraṃ śephasaścottamaṃ balam śarkarā māṣavidalāstugākṣīrī payo ghṛtam
Wer unerschöpflichen Samen (śukra) und höchste Kraft des Gliedes (śepha) wünscht, nehme: Zucker, geschälte schwarze Bohnen, Tugākṣīrī, Milch, Ghee
godhūmacūrṇaṣaṣṭhāni sarpiṣyutkārikāṃ pacet| tāṃ nātipakvāṃ mṛditāṃ kaukkuṭe madhure rase
und Weizenmehl, im vorgegebenen Verhältnis, und koche daraus in Ghee einen Brei-Kuchen (utkārikā). Diesen, nicht zu stark gekocht und zerkleinert, lege man in süße Hühnerbrühe (kaukkuṭarasa)
sugandhe prakṣipeduṣṇe yathā sāndrībhavedrasaḥ| eṣa piṇḍaraso vṛṣyaḥ pauṣṭiko balavardhanaḥ
wohlriechend und warm ein, sodass die Flüssigkeit sich verdickt. Dies ist der „Piṇḍarasa“ (Fleischsud mit Kuchen), potenzsteigernd, nährend (pauṣṭika) und kraftvermehrend.
anenāśva ivodīrṇo balī liṅgaṃ samarpayet| śikhitittirihaṃsānāmevaṃ piṇḍaraso mataḥ| balavarṇasvarakaraḥ pumāṃstena vṛṣāyate
Durch dieses Mittel wird der Mann kraftvoll wie ein brünstiges Pferd und kann den Geschlechtsakt vollziehen. Ebenso gilt ein Piṇḍarasa mit Pfau-, Rebhuhn- oder Gänsefleisch zubereitet; er verleiht Kraft, gute Hautfarbe und Stimme, und der Mann wird durch ihn zeugungskräftig wie ein Hengst (vṛṣāyate).
ghṛtaṃ māṣān sabastāṇḍān sādhayenmāhiṣe rase| bharjayettaṃ rasaṃ pūtaṃ phalāmlaṃ navasarpiṣi
Man koche Ghee, schwarze Bohnen und Ziegenhoden (bastāṇḍa) in Büffelfleischbrühe; diese gefilterte Brühe soll man dann, mit saurer Frucht versetzt, in frischem Ghee anbraten,
īṣatsalavaṇaṃ yuktaṃ dhānyajīrakanāgaraiḥ| eṣa vṛṣyaśca balyaśca bṛṃhaṇaśca rasottamaḥ
leicht gesalzen und mit Koriander, Kreuzkümmel und Ingwer (Nāgara) versehen. Dies ist ein vorzüglicher Sud, potenzsteigernd, kräftigend und nährend.
caṭakāṃstittirirase tittirīn kaukkuṭe rase| kukkuṭān bārhiṇarase hāṃse bārhiṇameva ca
Ebenso bereite man Spatzen (Caṭaka) in Rebhuhnbrühe, Rebhühner in Hühnerbrühe, Hühner in Pfauenbrühe und Pfau in Gänsebrühe gegart,
navasarpiṣi santaptān phalāmlān kārayedrasān| madhurān vā yathāsātmyaṃ gandhāḍhyān balavardhanān
in frischem Ghee angebraten, mit saurem oder süßem, dem individuellen Bekömmlichkeitsgrad (sātmya) entsprechendem Sud, reich an Duft, kraftvermehrend.
tṛptiṃ caṭakamāṃsānāṃ gatvā yo'nupibet payaḥ| na tasya liṅgaśaithilyaṃ syānna śukrakṣayo niśi
Wer sich an Spatzenfleisch sättigt und danach Milch trinkt, bei dem tritt weder eine Erschlaffung des Gliedes noch nächtlicher Samenverlust auf.
māṣayūṣeṇa yo bhuktvā ghṛtāḍhyaṃ ṣaṣṭikaudanam| payaḥ pibati rātriṃ sa kṛtsnāṃ jāgarti vegavān
Wer mit einer Bohnensuppe reichlich mit Ghee versehenen Ṣaṣṭika-Reis isst und danach Milch trinkt, bleibt die ganze Nacht wach, voller geschlechtlichem Drang.
na nā svapiti rātriṣu nityastabdhena śephasā| tṛptaḥ kukkuṭamāṃsānā bhṛṣṭānāṃ nakraretasi
Ein solcher Mann schläft nachts nicht, mit ständig erigiertem Glied. Ebenso soll, wer sich an Hühnerfleisch sättigt, das im Fett des Krokodils (nakraretas) gebraten wurde,
niḥsrāvya matsyāṇḍarasaṃ bhṛṣṭaṃ sarpiṣi bhakṣayet| haṃsabarhiṇadakṣāṇāmevamaṇḍāni bhakṣayet
den abgeseihten Saft von Fischeiern, in Ghee gebraten, verzehren; ebenso soll man die Eier von Gans, Pfau und Hahn verzehren.
srotaḥsu śuddheṣvamale śarīre vṛṣyaṃ yadā nā mitamatti kāle| vṛṣāyate tena paraṃ manuṣyastadbṛṃhaṇaṃ caiva balapradaṃ ca
Wenn ein Mann, dessen Körperkanäle (srotas) gereinigt und dessen Körper frei von Unreinheit ist, zur rechten Zeit maßvoll ein potenzsteigerndes Mittel einnimmt, wird er dadurch höchst zeugungskräftig; dies wirkt zugleich kräftigend und kraftspendend.
tasmāt purā śodhanameva kāryaṃ balānurūpaṃ na hi vṛṣyayogāḥ| sidhyanti dehe maline prayuktāḥ kliṣṭe yathā vāsasi rāgayogāḥ
Deshalb soll man zuvor, entsprechend der eigenen Kraft, eine Reinigungstherapie (śodhana) durchführen; denn potenzsteigernde Mittel wirken nicht, wenn sie bei unreinem Körper angewandt werden – ebenso wie ein Färbemittel bei einem beschmutzten Tuch nicht haftet.
vājīkaraṇasāmarthyaṃ kṣetraṃ strī yasya caiva yā| ye doṣā nirapatyānāṃ guṇāḥ putravatāṃ ca ye
So wurden dargelegt: die Wirksamkeit der Aphrodisiaka, die Frau als „Feld“ für den jeweiligen Mann, die Nachteile der Kinderlosen und die Vorzüge derer, die Söhne haben,
daśa pañca ca saṃyogā vīryāpatyavivardhanāḥ| uktāste śaramūlīye pāde puṣṭibalapradāḥ athāta āsiktakṣīrikaṃ vājīkaraṇapādaṃ vyākhyāsyāmaḥ iti ha smāha bhagavānātreyaḥ āsiktakṣīramāpūrṇamaśuṣkaṃ śuddhaṣaṣṭikam| udūkhale samāpothya pīḍayet kṣīramarditam gṛhītvā taṃ rasaṃ pūtaṃ gavyena payasā saha| bījānāmātmaguptāyā dhānyamāṣarasena ca balāyāḥ śūrpaparṇyośca jīvantyā jīvakasya ca [2] | ṛddhyarṣabhakakākolīśvadaṃṣṭrāmadhukasya ca śatāvaryā vidāryāśca drākṣākharjūrayorapi| saṃyuktaṃ mātrayā vaidyaḥ sādhayettatra cāvapet tugākṣīryāḥ samāṣāṇāṃ śālīnāṃ ṣaṣṭikasya ca| godhūmānāṃ ca cūrṇāni yaiḥ sa sāndrībhavedrasaḥ sāndrībhūtaṃ ca kuryāt prabhūtamadhuśarkaram| guli(ṭi)kā badaraistulyāstāśca sarpiṣi bharjayet tā yathāgni prayuñjānaḥ kṣīramāṃsarasāśanaḥ| paśyatyapatyaṃ vipulaṃ vṛddho'pyātmajamakṣayam caṭakānāṃ sahaṃsānāṃ dakṣāṇāṃ śikhināṃ tathā| śiśumārasya nakrasya bhiṣak śukrāṇi saṃharet gavyaṃ sarpirvarāhasya kuliṅgasya vasāmapi| ṣaṣṭikānāṃ ca cūrṇāni cūrṇaṃ godhūmakasya ca ebhiḥ pūpalikāḥ kāryāḥ śaṣkulyo vartikāstathā| pūpā dhānāśca vividhā bhakṣyāścānye pṛthagvidhāḥ eṣāṃ prayogādbhakṣyāṇāṃ stabdhenāpūrṇaretasā| śephasā vājivadyāti yāvadicchaṃ striyo naraḥ ātmaguptāphalaṃ māṣān kharjūrāṇi śatāvarīm| śṛṅgāṭakāni mṛdvīkāṃ sādhayet prasṛtonmitam kṣīraprasthaṃ jalaprasthametat prasthāvaśeṣitam| śuddhena vāsasā pūtaṃ yojayet prasṛtaistribhiḥ śarkarāyāstugākṣīryāḥ sarpiṣo'bhinavasya ca| tat pāyayeta sakṣaudraṃ ṣaṣṭikānnaṃ ca bhojayet jarāparīto'pyabalo yogenānena vindati| naro'patyaṃ suvipulaṃ yuveva ca sa hṛṣyati kharjūrīmastakaṃ māṣān payasyāṃ ca śatāvarīm| kharjūrāṇi madhūkāni mṛdvīkāmajaḍāphalam palonmitāni matimān [4] sādhayet salilāḍhake| tena pādāvaśeṣeṇa kṣīraprasthaṃ vipācayet kṣīraśeṣeṇa tenādyād ghṛtāḍhyaṃ ṣaṣṭikaudanam| saśarkareṇa saṃyoga eṣa vṛṣyaḥ paraṃ smṛtaḥ jīvakarṣabhakau medāṃ jīvantīṃ śrāvaṇīdvayam| kharjūraṃ madhukaṃ drākṣāṃ pippalīṃ viśvabheṣajam śṛṅgāṭakaṃ vidārīṃ ca navaṃ sarpiḥ payo jalam| siddhaṃ ghṛtāvaśeṣaṃ taccharkarākṣaudrapādikam ṣaṣṭikānnena saṃyuktamupayojyaṃ yathābalam| vṛṣyaṃ balyaṃ ca varṇyaṃ ca kaṇṭhyaṃ bṛṃhaṇamuttamam dadhnaḥ saraṃ śaraccandrasannibhaṃ doṣavarjitam| śarkarākṣaudramaricaistugākṣīryā ca buddhimān yuktyā yuktaṃ sasūkṣmailaṃ nave kumbhe [5] śucau paṭe| mārjitaṃ prakṣipecchīte ghṛtāḍhye ṣaṣṭikaudane pibenmātrāṃ rasālāyāstaṃ bhuktvā ṣaṣṭikaudanam [6] | varṇasvarabalopetaḥ pumāṃstena vṛṣāyate candrāṃśukalpaṃ payasā ghṛtāḍhyaṃ ṣaṣṭikaudanam| śarkarāmadhusaṃyuktaṃ prayuñjāno vṛṣāyate tapte sarpiṣi nakrāṇḍaṃ tāmracūḍāṇḍamiśritam| yuktaṃ ṣaṣṭikacūrṇena sarpiṣā'bhinavena ca paktvā pūpalikāḥ khādedvāruṇīmaṇḍapo naraḥ| ya icchedaśvavadgantuṃ prasektuṃ gajavacca yaḥ etaiḥ prayogairvidhivadvapuṣmān vīryopapanno [7] balavarṇayuktaḥ| harṣānvito vājivadaṣṭavarṣo bhavet samarthaśca varāṅganāsu yadyacca kiñcinmanasaḥ priyaṃ syādramyā vanāntāḥ pulināni śailāḥ| iṣṭāḥ striyo bhūṣaṇagandhamālyaṃ priyā vayasyāśca tadatra yogyam [8] āsiktakṣīrike pāde ye yogāḥ parikīrtitāḥ| aṣṭāvapatyakāmaiste prayojyāḥ pauruṣārthibhiḥ athāto māṣaparṇabhṛtīyaṃ vājīkaraṇapādaṃ vyākhyāsyāmaḥ iti ha smāha bhagavānātreyaḥ māṣaparṇabhṛtāṃ dhenuṃ gṛṣṭiṃ puṣṭāṃ catuḥstanīm| samānavarṇavatsāṃ ca jīvadvatsāṃ ca buddhimān rohiṇīmathavā kṛṣṇāmūrdhvaśṛṅgīmadāruṇām| ikṣvādāmarjunādāṃ vā sāndrakṣīrāṃ ca dhārayet kevalaṃ tu payastasyāḥ śṛtaṃ vā'śṛtameva vā| śarkarākṣaudrasarpirbhiryuktaṃ tadvṛṣyamuttamam śukralairjīvanīyaiśca bṛṃhaṇairbalavardhanaiḥ| kṣīrasañjananaiścaiva payaḥ siddhaṃ pṛthak pṛthak yuktaṃ godhūmacūrṇena saghṛtakṣaudraśarkaram| paryāyeṇa prayoktavyamicchatā śukramakṣayam medāṃ payasyāṃ jīvantīṃ vidārīṃ kaṇṭakārikām| śvadaṃṣṭrāṃ kṣīrikāṃ māṣān godhūmāñchāliṣaṣṭikān payasyardhodake paktvā kārṣikānāḍhakonmite| vivarjayet payaḥśeṣaṃ tat pūtaṃ kṣaudrasarpiṣā yuktaṃ saśarkaraṃ pītvā vṛddhaḥ saptatiko'pi vā| vipulaṃ labhate'patyaṃ yuveva ca sa hṛṣyati maṇḍalairjātarūpasya tasyā eva payaḥ śṛtam| apatyajananaṃ siddhaṃ saghṛtakṣaudraśarkaram triṃśat supiṣṭāḥ pippalyaḥ prakuñce tailasarpiṣoḥ| bhṛṣṭāḥ saśarkarākṣaudrāḥ kṣīradhārāvadohitāḥ pītvā yathābalaṃ cordhvaṃ ṣaṣṭikaṃ kṣīrasarpiṣā| bhuktvā na rātrimastabdhaṃ liṅgaṃ paśyati nā kṣarat śvadaṃṣṭrāyā vidāryāśca rase kṣīracaturguṇe| ghṛtāḍhyaḥ sādhito vṛṣyo māṣaṣaṣṭikapāyasaḥ phalānāṃ jīvanīyānāṃ snigdhānāṃ rucikāriṇām| kuḍavaścūrṇitānāṃ syāt svayaṅguptāphalasya ca kuḍavaścaiva māṣāṇāṃ dvau dvau ca tilamudgayoḥ| godhūmaśālicūrṇānāṃ kuḍavaḥ kuḍavo bhavet sarpiṣaḥ kuḍavaścaikastat sarvaṃ kṣīramarditam [1] | paktvā pūpalikāḥ khādedbahvyaḥ syuryasya yoṣitaḥ ghṛtaṃ śatāvarīgarbhaṃ kṣīre daśaguṇe pacet| śarkarāpippalīkṣaudrayuktaṃ tadvṛṣyamuttamam karṣaṃ madhukacūrṇasya ghṛtakṣaudrasamāṃśikam [1] | prayuṅkte yaḥ payaścānu [2] nityavegaḥ sa nā bhavet ghṛtakṣīrāśano nirbhīrnirvyādhirnityago yuvā| saṅkalpapravaṇo nityaṃ naraḥ strīṣu vṛṣāyate kṛtaikakṛtyāḥ siddhārthā ye cānyo'nyānuvartinaḥ| kalāsu kuśalāstulyāḥ sattvena vayasā ca ye kulamāhātmyadākṣiṇyaśīlaśaucasamanvitāḥ| ye kāmanityā ye hṛṣṭā ye viśokā gatavyathāḥ ye tulyaśīlā ye bhaktā ye priyā ye priyaṃvadāḥ| tairnaraḥ saha visrabdhaḥ suvayasyairvṛṣāyate abhyaṅgotsādanasnānagandhamālyavibhūṣaṇaiḥ| gṛhaśayyāsanasukhairvāsobhirahataiḥ priyaiḥ vihaṅgānāṃ rutairiṣṭaiḥ strīṇāṃ cābharaṇasvanaiḥ| saṃvāhanairvarastrīṇāmiṣṭānāṃ ca vṛṣāyate mattadvirephācaritāḥ sapadmāḥ salilāśayāḥ| jātyutpalasugandhīni śītagarbhagṛhaṇi ca nadyaḥ phenottarīyāśca girayo nīlasānavaḥ| unnatirnīlameghānāṃ, ramyacandrodayā niśāḥ vāyavaḥ sukhasaṃsparśāḥ kumudākaragandhinaḥ| ratibhogakṣamā rātryaḥ saṅkocāguruvallabhāḥ sukhāḥ sahāyāḥ parapuṣṭaghuṣṭāḥ phullā vanāntā viśadānnapānāḥ| gāndharvaśabdāśca sugandhayogāḥ sattvaṃ viśālaṃ nirupadravaṃ ca siddhārthatā cābhinavaśca kāmaḥ strī cāyudhaṃ sarvamihātmajasya| vayo navaṃ jātamadaśca kālo harṣasya yoniḥ paramā narāṇām praharṣayonayo yogā vyākhyātā daśa pañca ca| māṣaparṇabhṛtīye'smin pāde śukrabalapradāḥ [2] athātaḥ pumāñjātabalādikaṃ vājīkaraṇapādaṃ vyākhyāsyāmaḥ iti ha smāha bhagavānātreyaḥ pumān yathā jātabalo yāvadicchaṃ striyo vrajet| yathā cāpatyavān sadyo bhavettadupadekṣyate na hi jātabalāḥ sarve narāścāpatyabhāginaḥ| bṛhaccharīrā balinaḥ santi nārīṣu durbalāḥ santi cālpāśrayāḥ [1] strīṣu balavanto bahuprajāḥ| prakṛtyā cābalāḥ santi santi cāmayadurbalāḥ narāścaṭakavat kecid vrajanti bahuśaḥ striyam| gajavacca prasiñcanti kecinna bahugāminaḥ kālayogabalāḥ kecit kecidabhyasanadhruvāḥ| kecit prayatnairvyajyante [2] vṛṣāḥ kecit svabhāvataḥ tasmāt prayogān vakṣyāmo durbalānāṃ balapradān| sukhopabhogān balināṃ bhūyaśca balavardhanān pūrvaṃ śuddhaśarīrāṇāṃ nirūhaiḥ [3] sānuvāsanaiḥ| balāpekṣī prayuñjīta śukrāpatyavivardhanān ghṛtatailarasakṣīraśarkarāmadhusaṃyutāḥ| bastayaḥ saṃvidhātavyāḥ kṣīramāṃsarasāśinām piṣṭvā varāhamāṃsāni dattvā maricasaindhave| kolavadgulikāḥ kṛtvā tapte sarpiṣi vartayet [1] vartanastambhitāstāśca [2] prakṣepyāḥ kaukkuṭe rase| ghṛtāḍhye gandhapiśune dadhidāḍimasārike yathā na bhindyādguli(ṭi)kāstathā taṃ sādhayedrasam| taṃ piban bhakṣayaṃstāśca labhate śukramakṣayam māṃsānāmevamanyeṣāṃ medyānāṃ kārayedbhiṣak| guṭikāḥ sarasāstāsaṃ prayogaḥ śukravardhanaḥ māṣānaṅkuritāñchuddhān vituṣān sājaḍāphalān| ghṛtāḍhye māhiṣarase dadhidāḍimasārike prakṣipenmātrayā yukto dhānyajīrakanāgaraiḥ| bhuktaḥ pītaśca sa rasaḥ kurute śukramakṣayam ārdrāṇi matsyamāṃsāni śapharīrvā subhārjitāḥ| tapte sarpiṣi yaḥ khādet sa gacchet strīṣu na kṣayam ghṛtabhṛṣṭān rase cchāge rohitān phalasārike| anupītarasān snigdhānapatyārthī prayojayet kuṭṭakaṃ [1] matsyamāṃsānāṃ hiṅgusaindhavadhānyakaiḥ| yuktaṃ godhūmacūrṇena ghṛte pūpalikāḥ pacet māhiṣe ca rase matsyān snigdhāmlalavaṇān pacet| rase cānugate māṃsaṃ pothayettatra cāvapet maricaṃ jīrakaṃ dhānyamalpaṃ hiṅgu navaṃ ghṛtam| māṣapūpalikānāṃ tadgarbhārthamupakalpayet etau pūpalikāyogau bṛṃhaṇau balavardhanau| harṣasaubhāgyadau putryau paraṃ śukrābhivardhanau māṣātmaguptāgodhūmaśāliṣaṣṭikapaiṣṭikam| śarkarāyā vidāryāśca cūrṇamikṣurakasya ca saṃyojya masṛṇe kṣīre ghṛte pūpalikāḥ pacet| payo'nupānāstāḥ śīghraṃ kurvanti vṛṣatāṃ parām śarkarāyāstulaikā syādekā gavyasya sarpiṣaḥ| prastho vidāryāścūrṇasya pippalyāḥ prastha eva ca ardhāḍhakaṃ tugākṣīryāḥ kṣaudrasyābhinavasya ca| tatsarvaṃ mūrcchitaṃ tiṣṭhenmārtike ghṛtabhājane mātrāmagnisamāṃ tasya prātaḥ prātaḥ prayojayet| eṣa vṛṣyaḥ paraṃ yogo balyo bṛṃhaṇa eva ca śatāvaryā vidāryāśca tathā māṣātmaguptayoḥ| śvadaṃṣṭrāyāśca niṣkvāthāñjaleṣu [1] ca pṛthak pṛthak sādhayitvā ghṛtaprasthaṃ payasyaṣṭaguṇe punaḥ| śarkarāmadhuyuktaṃ tadapatyārthī prayojayet ghṛtapātraṃ śataguṇe vidārīsvarase pacet| siddhaṃ punaḥ śataguṇe gavye payasi sādhayet śarkarāyāstugākṣīryāṃ kṣaudrasyekṣurakasya ca| pippalyāḥ sājaḍāyāśca bhāgaiḥ pādāṃśikairyutam guli(ṭi)kāḥ kārayedvaidyo yathā sthulamudumbaram| tāsāṃ prayogāt puruṣaḥ kuliṅga iva hṛṣyati sitopalāpalaśataṃ tadardhaṃ navasarpiṣaḥ| kṣaudrapādena saṃyuktaṃ sādhayejjalapādikam sāndraṃ godhūmacūrṇānāṃ pādaṃ stīrṇe śilātale| śucau ślakṣṇe samutkīrya mardanenopapādayet śuddhā utkārikāḥ kāryaścandramaṇḍalasannibhāḥ| tāsāṃ prayogādgajavannārīḥ santarpayennaraḥ yat kiñcinmadhuraṃ snigdhaṃ jīvanaṃ bṛṃhaṇaṃ guru| harṣaṇaṃ manasaścaiva sarvaṃ tadvṛṣyamucyate dravyairevaṃvidhaistasmādbhāvitaḥ pramadāṃ vrajet| ātmavegena codīrṇaḥ strīguṇaiśca praharṣitaḥ gatvā snātvā payaḥ pītvā rasaṃ vā'nu śayīta nā| tathā'syāpyāyate bhūyaḥ śukraṃ ca balameva ca yathā mukulapuṣpasya su(kha) gandho nopalabhyate| labhyate tadvikāśāttu tathā śukraṃ hi dehinām narte vai ṣoḍaśādvarṣāt saptatyāḥ parato na ca| āyuṣkāmo naraḥ strībhiḥ saṃyogaṃ kartumarhati atibālo hyasampūrṇasarvadhātuḥ striyaṃ vrajan| upaśuṣyeta sahasā taḍāgamiva kājalam śuṣkaṃ rūkṣaṃ yathā kāṣṭhaṃ jantudagdhaṃ vijarjaram| spṛṣṭamāśu viśīryeta tathā vṛddhaḥ striyo vrajan jarayā cintayā śukraṃ vyādhibhiḥ karmakarṣaṇāt| kṣayaṃ gacchatyanaśanāt strīṇāṃ cātiniṣevaṇāt kṣayādbhayādaviśrambhācchokāt strīdoṣadarśanāt| nārīṇāmarasajñatvādavicārādasevanāt tṛptasyāpi striyo gantuṃ na śaktirupajāyate| dehasattvabalāpekṣī harṣaḥ śaktiśca harṣajā rasa ikṣau yathā dadhni sarpistailaṃ tile yathā| sarvatrānugataṃ dehe śukraṃ saṃsparśane tathā tat strīpuruṣasaṃyoge ceṣṭāsaṅkalpapīḍanāt| śukraṃ pracyavate sthānājjalamārdrāt paṭādiva harṣāttarṣāt saratvācca paicchilyādgauravādapi| aṇupravaṇabhāvācca drutatvānmārutasya ca aṣṭābhya ebhyo hetubhyaḥ śukraṃ dehāt prasicyate| carato viśvarūpasya rūpadravyaṃ yaducyate bahalaṃ madhuraṃ snigdhamavisraṃ guru picchilam| śuklaṃ bahu ca yacchukraṃ phalavattadasaṃśayam yena nārīṣu sāmarthyaṃ vājīvallabhate [1] naraḥ| vrajeccābhyadhikaṃ yena vājīkaraṇameva tat heturyogopadeśasya yogā dvādaśa cottamāḥ| yat pūrvaṃ maithunāt sevyaṃ sevyaṃ yanmaithunādanu yadā na sevyāḥ pramadāḥ kṛtsnaḥ śukraviniścayaḥ| niruktaṃ ceha nirdiṣṭaṃ pumāñjātabalādike
sowie die fünfzehn Rezepturen (saṃyoga), die die Zeugungskraft und die Nachkommenschaft vermehren – all dies wurde im Abschnitt „Śaramūlīya“ dargelegt, welcher Nahrung und Kraft verleiht. Nun wollen wir den Abschnitt der Aphrodisiaka über die „mit Milch übergossenen“ Speisen (āsiktakṣīrika) erklären. So sprach der erhabene Ātreya: Man nehme reinen, vollreifen, ungetrockneten Ṣaṣṭika-Reis, zerstoße ihn im Mörser, presse ihn aus und vermenge ihn mit Milch; den gefilterten Saft nehme man zusammen mit Kuhmilch, mit dem Saft der Samen der Ātmaguptā, mit Koriander- und Bohnensaft, sowie mit Balā, Śūrpaparṇī, Jīvantī und Jīvaka, mit Ṛddhi, Ṛṣabhaka, Kākolī, Śvadaṃṣṭrā, Süßholz, Śatāvarī, Vidārī, Weintrauben und Datteln – all dies soll der Arzt in angemessenem Maß zusammenfügen und kochen; dabei gebe er Pulver von Tugākṣīrī, schwarzen Bohnen, Śāli-Reis, Ṣaṣṭika-Reis und Weizen hinzu, wodurch sich der Sud verdickt. Diesen verdickten Sud versetze man reichlich mit Honig und Zucker und forme daraus jujubengroße Pillen, die man in Ghee anbrät. Wer diese, seiner Verdauungskraft entsprechend eingenommen, verzehrt und dabei Milch und Fleischbrühe zu sich nimmt, erlangt reichliche Nachkommenschaft – selbst ein alter Mann erhält so unerschöpflich eigene Kinder. Der Arzt sammle den Samen von Spatzen, Gänsen, Hähnen und Pfauen sowie von Gangesdelfin (śiśumāra) und Krokodil, außerdem Kuhbutter, Schweinefett und das Fett des Kuliṅga-Vogels, sowie Mehl von Ṣaṣṭika-Reis und Weizen. Daraus sollen Kuchen (pūpalikā), Fladen, Röllchen, weitere Kuchen, geröstetes Korn und andere vielfältige Leckerspeisen bereitet werden. Durch den Genuss dieser Speisen geht der Mann mit stets erigiertem, unerschöpflichem Glied so oft zu Frauen, wie er es begehrt – wie ein Hengst. Man koche die Frucht der Ātmaguptā, schwarze Bohnen, Datteln, Śatāvarī, Wassernuss (Śṛṅgāṭaka) und Weintrauben, jeweils in der Menge eines Prasṛta, mit einem Prastha Milch und einem Prastha Wasser, bis nur noch ein Prastha übrigbleibt; dies filtere man durch ein reines Tuch und versetze es mit je drei Prasṛta Zucker, Tugākṣīrī und frischem Ghee. Man lasse dies mit Honig trinken und dazu Ṣaṣṭika-Reis essen. Selbst ein von Altersschwäche gezeichneter, kraftloser Mann erlangt durch dieses Rezept reichliche Nachkommenschaft und empfindet Freude wie ein Jüngling. Der kundige Arzt koche das Mark der Dattelpalme, schwarze Bohnen, Payasyā und Śatāvarī, Datteln, Mahua-Blüten (Madhūka), Weintrauben und die Frucht der Ajaḍā, je ein Pala, in einem Āḍhaka Wasser, bis nur ein Viertel übrigbleibt; mit diesem Sud koche er ein Prastha Milch ein. Mit dieser eingekochten Milch soll man reichlich mit Ghee versehenen Ṣaṣṭika-Reis, zusammen mit Zucker, essen. Diese Zubereitung gilt als höchst zeugungskraftfördernd. Jīvaka und Ṛṣabhaka, Medā, Jīvantī, das Śrāvaṇī-Paar, Datteln, Süßholz, Weintrauben, langen Pfeffer, Viśvabheṣaja (Ingwer), Wassernuss und Vidārī koche man mit frischem Ghee, Milch und Wasser, bis nur das Ghee übrigbleibt; diesem füge man je ein Viertel Zucker und Honig hinzu. Mit Ṣaṣṭika-Reis vermengt, soll man dies der eigenen Kraft entsprechend zu sich nehmen. Es ist potenzsteigernd, kräftigend, hautfarbenverbessernd, der Kehle zuträglich und vorzüglich nährend. Den herbstmondgleich reinen, von krankmachenden Doṣas freien Rahm des Joghurts versetze der kundige Arzt mit Bedacht mit Zucker, Honig, schwarzem Pfeffer, Tugākṣīrī und feinem Kardamom; in einem neuen Tongefäß durch ein reines Tuch geseiht, gebe man dies, abgekühlt, zu reichlich mit Ghee versehenem Ṣaṣṭika-Reis. Man trinke von dieser „Rasālā“ (gewürztem Süßrahm) eine angemessene Menge und esse dazu Ṣaṣṭika-Reis; der Mann wird dadurch mit guter Hautfarbe, Stimme und Kraft ausgestattet und zeugungskräftig wie ein Hengst. Wer mondlichthellen, reichlich mit Milch und Ghee versehenen Ṣaṣṭika-Reis, mit Zucker und Honig vermengt, zu sich nimmt, wird zeugungskräftig. Ebenso soll ein Mann, der wie ein Hengst zu Frauen gehen und wie ein Elefant ausgiebig Samen spenden möchte, in heißem Ghee Krokodileier, vermischt mit Hühnereiern, zusammen mit Ṣaṣṭika-Reismehl und frischem Ghee zu Kuchen verbacken und diese, in einer Weinlaube sitzend, verzehren. Durch diese vorschriftsgemäß angewandten Rezepturen wird der Mann wohlgestaltet, mit Zeugungskraft, Stärke, guter Hautfarbe und Freude ausgestattet und acht Jahre lang so kraftvoll wie ein Hengst, fähig, sich mit schönen Frauen zu vereinigen. Auch alles, was dem Geist angenehm ist – liebliche Waldsäume, Flussufer, Berge, begehrte Frauen, Schmuck, Duft und Blumenkränze, liebe Gefährten – ist dabei förderlich. Diese acht Rezepturen wurden im Abschnitt „Āsiktakṣīrika“ verkündet; sie sollen von denen, die sich Nachkommenschaft wünschen und nach Manneskraft streben, angewendet werden. Nun wollen wir den Abschnitt der Aphrodisiaka über die „mit Bohnenblättern gefütterte Kuh“ (Māṣaparṇabhṛtīya) erklären. So sprach der erhabene Ātreya: Der kundige Arzt halte eine mit Bohnenblättern gefütterte Kuh – eine junge, erst einmal gekalbte, wohlgenährte Kuh mit vier funktionstüchtigen Zitzen, mit einem Kalb gleicher Farbe, dessen Kalb noch lebt, entweder rötlich-braun oder schwarz, mit aufwärts gerichteten Hörnern, nicht bösartig, die Zuckerrohr oder Arjuna-Laub frisst und dickflüssige Milch gibt. Allein die Milch dieser Kuh, ob gekocht oder ungekocht, mit Zucker, Honig und Ghee vermengt, ist ein höchst vorzügliches potenzsteigerndes Mittel. Milch, die getrennt mit samenvermehrenden, lebenskraftspendenden, kräftigenden und milchbildungsfördernden Drogen gekocht wurde, soll, mit Weizenmehl sowie mit Ghee, Honig und Zucker versetzt, von dem, der unerschöpflichen Samen wünscht, abwechselnd eingenommen werden. Medā, Payasyā, Jīvantī, Vidārī, Kaṇṭakārikā, Śvadaṃṣṭrā, Kṣīrikā, schwarze Bohnen, Weizen sowie Śāli- und Ṣaṣṭika-Reis, je ein Karṣa, koche man in einem Āḍhaka Milch, vermischt mit der halben Menge Wasser, bis nur die Milch übrigbleibt; diese filtere man und versetze sie mit Honig, Ghee und Zucker. Wer sie trinkt, erlangt – selbst wenn er siebzig Jahre alt ist – reichliche Nachkommenschaft und empfindet Freude wie ein Jüngling. Milch derselben Kuh, mit Goldscheiben gekocht, mit Ghee, Honig und Zucker versetzt, ist bewährt zur Zeugung von Nachkommenschaft. Dreißig fein zerriebene Pippalī-Körner, in einem Kuñca Öl und Ghee geröstet, mit Zucker und Honig versetzt und dann mit einem Milchstrahl übergossen – wer dies der eigenen Kraft entsprechend trinkt und danach Ṣaṣṭika-Reis mit Milch und Ghee isst, dessen Glied bleibt die ganze Nacht nicht schlaff, und er erleidet keinen Samenerguss. Im vierfach verdünnten Saft von Śvadaṃṣṭrā und Vidārī, mit Milch versetzt und reichlich Ghee zubereitet, entsteht ein potenzsteigernder Reisbrei (pāyasa) aus schwarzen Bohnen und Ṣaṣṭika-Reis. Ein weiteres Rezept: Ein Kuḍava zerriebener, lebenskraftspendender, öliger, geschmackfördernder Früchte, ein Kuḍava Samen der Selbstwachsenden Juckbohne (Svayaṃguptā), ein Kuḍava schwarze Bohnen, je zwei Kuḍava Sesam und Mungbohnen, je ein Kuḍava Weizen- und Reismehl sowie ein Kuḍava Ghee – all dies mit Milch verknetet und zu Kuchen gebacken, soll von dem Mann gegessen werden, der viele Frauen hat. Ghee, das mit dem Extrakt der Śatāvarī angereichert und in der zehnfachen Menge Milch gekocht wurde, ist, mit Zucker, langem Pfeffer und Honig vermengt, ein höchst vorzügliches potenzsteigerndes Mittel. Wer einen Karṣa Süßholzpulver, zu gleichen Teilen mit Ghee und Honig gemischt, einnimmt und danach Milch trinkt, wird zu einem Mann von beständigem geschlechtlichem Drang. Ein Mann, der sich von Ghee und Milch ernährt, furchtlos, krankheitsfrei, sittsam wandelnd, jugendlich und stets zielstrebig ist, wird gegenüber Frauen zeugungskräftig. Auch in Gesellschaft guter Gefährten wird ein Mann zeugungskräftig – solcher, die ein gemeinsames Ziel verfolgen, ihr Vorhaben erreicht haben, einander zugetan sind, in den Künsten geschickt und ihm an Gemüt und Alter ähnlich sind, die von edler Abkunft, Großmut, Höflichkeit, gutem Charakter und Reinheit gekennzeichnet sind, die beständig der Lust zugeneigt, fröhlich, kummerlos und schmerzfrei sind, die von gleicher Wesensart, ihm ergeben, lieb und freundlich in der Rede sind – mit solchen guten Gefährten fühlt sich der Mann vertraut und wird zeugungskräftig. Durch Ölmassage, Abreibung mit duftenden Pasten, Bad, Duftstoffe, Blumenkränze und Schmuck, durch die Annehmlichkeiten von Haus, Bett und Sitzgelegenheit, durch neue, angenehme Kleidung, durch das erwünschte Zwitschern der Vögel, durch den Klang des Schmucks der Frauen sowie durch die Massage schöner, begehrter Frauen wird der Mann zeugungskräftig. Auch Wasserbecken mit Lotusblüten, von berauschten Bienen umschwärmt, kühle Gemächer, die nach Jasmin- und blauen Lotusblüten duften, Flüsse mit schäumendem Gewand, Berge mit dunkelblauen Gipfeln, das Aufsteigen dunkler Wolken, Nächte mit lieblichem Mondaufgang, Winde von angenehmer Berührung, die nach Kumuda-Lotusteichen duften, Nächte, die zum Liebesgenuss geeignet und mit dem Duft von Sandelholz und Aloe versehen sind, gute Gefährten, das Rufen des Kuckucks, blühende Waldsäume, klare Speisen und Getränke, der Klang von Musik sowie wohlriechende Mittel tragen dazu bei. Ein weites, ungestörtes Gemüt (sattva), das Erreichthaben des Zieles und stets erneuerte Begierde, die Frau als „Waffe“ – all dies gehört dem, der einen Sohn zeugen will. Jugendliches Alter und der Rausch der ersten Jugend sind für die Menschen die höchste Quelle der Freude. So wurden die fünfzehn Ursachen und Mittel der höchsten Freude erklärt; in diesem Abschnitt „Māṣaparṇabhṛtīya“ verleihen sie Samen und Kraft. Nun wollen wir den Abschnitt der Aphrodisiaka über den von Geburt an kraftvollen Mann (Pumāñjātabalādika) erklären. So sprach der erhabene Ātreya: Es soll gelehrt werden, wie ein von Geburt an kraftvoller Mann so oft er will zu Frauen gehen kann, und wie ein Mann rasch Nachkommenschaft erlangt. Denn nicht alle von Geburt an kraftvollen Männer sind auch mit Nachkommenschaft gesegnet: Manche sind großgewachsen und stark, aber bei Frauen schwach; manche sind von geringer körperlicher Anlage, aber bei Frauen kraftvoll und kinderreich; manche sind von Natur aus schwach, manche durch Krankheit geschwächt; manche Männer gehen wie ein Spatz häufig zu einer Frau, ergießen aber wenig Samen, manche ergießen reichlich wie ein Elefant, gehen aber nicht häufig zu Frauen; manche gewinnen ihre Kraft nur zu bestimmter Zeit, manche nur durch beständige Übung; manche werden erst durch Anstrengung zeugungskräftig, manche sind es von Natur aus. Deshalb werden wir Rezepturen darlegen, die den Schwachen Kraft verleihen und den Kraftvollen genussvolle, kraftmehrende Mittel bieten. Zunächst soll, wer auf Kraft bedacht ist, nachdem der Körper durch ausleitende und ölige Klistiere (nirūha- und anuvāsana-basti) gereinigt wurde, samen- und nachkommenschaftsvermehrende Mittel anwenden. Für solche, die sich von Milch und Fleischbrühe ernähren, sollen Klistiere zubereitet werden, die mit Ghee, Öl, Fleischsud, Milch, Zucker und Honig versetzt sind. Man zerstoße Schweinefleisch, versetze es mit schwarzem Pfeffer und Steinsalz, forme daraus jujubengroße Kügelchen und wende sie in heißem Ghee, bis sie fest werden; diese gefestigten Kügelchen gebe man in eine würzige, mit Ghee angereicherte Hühnerbrühe, die mit Joghurt und Granatapfelsaft versetzt ist, und koche die Brühe so, dass die Kügelchen sich nicht auflösen. Wer diese Brühe trinkt und die Kügelchen isst, erlangt unerschöpflichen Samen. Ebenso soll der Arzt Kügelchen aus dem Fleisch anderer fetter Tiere bereiten; die Anwendung dieser Kügelchen zusammen mit ihrer Brühe vermehrt den Samen. Gekeimte, geschälte, reine schwarze Bohnen und die Frucht der Ajaḍā gebe man, angemessen dosiert, mit Koriander, Kreuzkümmel und Ingwer in eine mit Ghee angereicherte Büffelfleischbrühe, versetzt mit Joghurt und Granatapfelsaft; diese Brühe, gegessen und getrunken, erzeugt unerschöpflichen Samen. Wer frisches Fischfleisch oder gut gebratene Śapharī-Fische in heißem Ghee gebraten isst, kann zu Frauen gehen, ohne Kraftverlust zu erleiden. Wer sich Nachkommenschaft wünscht, soll in Ziegenfleischbrühe gegarte, mit Fruchtsäften angereicherte Rohita-Fische, in Ghee gebraten und ölig, verzehren und mit der entsprechenden Brühe nachtrinken. Zerkleinertes Fischfleisch, mit Asafoetida (Hiṅgu), Steinsalz und Koriander versetzt, vermenge man mit Weizenmehl und backe daraus in Ghee Kuchen. In Büffelfleischbrühe koche man Fisch, ölig, sauer und gesalzen zubereitet; wenn die Brühe eingedickt ist, zerstoße man das Fleisch darin und gebe schwarzen Pfeffer, Kreuzkümmel, wenig Koriander, Asafoetida und frisches Ghee hinzu; damit bereite man die Füllung für Kuchen aus schwarzen Bohnen (Māṣapūpalikā). Diese beiden Kuchenrezepte sind kräftigend und kraftmehrend, bringen Freude und Wohlstand, fördern die Nachkommenschaft und vermehren den Samen in höchstem Maße. Mehl aus schwarzen Bohnen, Ātmaguptā, Weizen, Śāli- und Ṣaṣṭika-Reis sowie Pulver von Zucker, Vidārī und Zuckerrohr vermenge man und backe daraus in feiner Milch und Ghee Kuchen; mit Milch nachgetrunken, bewirken sie rasch höchste Zeugungskraft. Eine Tula Zucker, ebensoviel Kuhbutter, ein Prastha Vidārī-Pulver, ein Prastha langer Pfeffer, ein halbes Āḍhaka Tugākṣīrī und ebensoviel frischer Honig – all dies lasse man vermischt in einem irdenen Ghee-Gefäß reifen. Davon nehme man morgens jeweils eine der Verdauungskraft entsprechende Menge ein. Dies ist ein höchst vorzügliches, potenzsteigerndes, kräftigendes und nährendes Rezept. Den Absud von Śatāvarī, Vidārī, schwarzen Bohnen, Ātmaguptā und Śvadaṃṣṭrā, jeweils gesondert in angemessenen Wassermengen bereitet, nehme man, und koche darin nochmals ein Prastha Ghee mit der achtfachen Menge Milch; mit Zucker und Honig versetzt, soll dies von dem, der sich Nachkommenschaft wünscht, angewendet werden. Ein Gefäß Ghee koche man in der hundertfachen Menge Vidārī-Saft; das so Zubereitete koche man erneut in der hundertfachen Menge Kuhmilch. Mit je einem Viertelanteil Zucker, Tugākṣīrī, Honig, Zuckerrohr, langem Pfeffer und Ajaḍā-Frucht versetzt, forme der Arzt daraus Pillen von der Größe einer großen Feige; durch deren Anwendung wird der Mann in seiner Liebeslust fröhlich wie der Kuliṅga-Vogel. Hundert Pala Kandiszucker, die Hälfte davon an frischem Ghee, dazu ein Viertel Honig, koche man mit einem Viertel Wasser, bis es sich verdickt; ein Viertel Weizenmehl streue man auf eine reine, glatte Steinplatte und verarbeite die Masse durch Kneten. Daraus fertige man reine, vollmondgleiche Kuchen (utkārikā) an; durch deren Genuss vermag der Mann Frauen zu befriedigen wie ein Elefant. Alles, was süß, ölig, lebenskraftspendend, kräftigend, schwer verdaulich und dem Geist erfreulich ist, wird als potenzsteigernd (vṛṣya) bezeichnet. Mit solchen Substanzen gestärkt, soll der Mann, angetrieben von eigenem Verlangen und erregt durch die Vorzüge der Frau, zu ihr gehen; danach soll er sich waschen, Milch oder Fleischbrühe trinken und sich zur Ruhe legen. So werden bei ihm Samen und Kraft aufs Neue vermehrt. So wie der Duft einer Blütenknospe nicht wahrgenommen wird, sondern erst durch ihr Aufblühen zutage tritt, so verhält es sich auch mit dem Samen der Lebewesen. Nur zwischen dem sechzehnten und dem siebzigsten Lebensjahr, nicht davor und nicht danach, sollte ein Mann, der ein langes Leben wünscht, den Geschlechtsverkehr mit Frauen vollziehen. Ein allzu junger Mann, dessen sämtliche Körpergewebe (dhātu) noch unvollständig ausgebildet sind, würde, wenn er zu einer Frau geht, rasch austrocknen wie ein Teich zu bloßem Schlamm; ebenso würde ein greiser Mann, der zu Frauen geht, sich sogleich zersetzen wie trockenes, sprödes, von Insekten zerfressenes und morsches Holz beim bloßen Berühren. Durch Altersschwäche, Sorge, Krankheiten, Erschöpfung durch körperliche Arbeit, durch Hungern und übermäßigen Geschlechtsverkehr mit Frauen schwindet der Samen. Durch diesen Schwund, durch Furcht, mangelndes Vertrauen, Kummer, das Wahrnehmen von Fehlern bei der Frau, durch Unkenntnis dessen, was Frauen als Genuss empfinden, durch Unbedachtsamkeit und Unterlassung des Verkehrs entsteht, selbst bei einem an sich potenten Mann, die Unfähigkeit, zur Frau zu gehen. Denn die Lust (harṣa) hängt von Körper, Geist und Kraft ab, und die geschlechtliche Fähigkeit entsteht aus der Lust. So wie der Saft im Zuckerrohr, die Sahne im Joghurt und das Öl im Sesamsamen überall darin enthalten sind, so ist auch der Same (śukra) im ganzen Körper verteilt vorhanden und wird bei Berührung freigesetzt. Bei der Vereinigung von Mann und Frau löst er sich, durch Bewegung, Willensimpuls (saṅkalpa) und Druck, von seinem Ort, so wie Wasser aus einem feuchten Tuch herausgepresst wird. Aus acht Ursachen ergießt sich der Same aus dem Körper: aus Lust, aus Begierde, aus seiner Fließfähigkeit, aus seiner Schlüpfrigkeit, aus seiner Schwere, aus seiner Neigung, sich in feinste Teilchen aufzulösen, und aus der Schnelligkeit des ihn bewegenden Windes (Vāta). Von der Nahrungssubstanz, die im Körper des unaufhörlich wirkenden Verdauungsfeuers (Agni) umläuft, wird jener Anteil, der reichlich, süß, ölig, geruchlos, schwer und schlüpfrig ist, sowie weiß und in Menge vorhanden – dieser Same ist ohne Zweifel fruchtbar. Wodurch der Mann bei Frauen die Fähigkeit eines Hengstes erlangt und übermäßig oft zu ihnen gehen kann, das eben ist ein Aphrodisiakum (vājīkaraṇa). Dies ist der Grund für die Lehre dieser Rezepturen: zwölf vorzügliche Rezepturen wurden dargelegt, sowie das, was vor dem Geschlechtsverkehr, was nach dem Geschlechtsverkehr angewendet werden soll, und wann Frauen nicht aufgesucht werden sollen – die vollständige Bestimmung über den Samen. Dies wurde hier im Abschnitt „Pumāñjātabalādika“ dargelegt und erklärt.