Adhyāya 3
Der Dvādaśāha als Sattra des Prajāpati; Zahl der Dīkṣita; Bṛhatī, Virāj und Anuṣṭubh
Aitiologie des Zwölftagesopfers (Dvādaśāha): Prajāpati erschafft die Priester und gelangt damit zum Gelingen; Regeln über die Zahl der Opferherren und Deutung des Jahres als Hausherr der Götter. Kaṇḍikā 7 endet mit einem Schrägstrich; verderbt bzw. korrigiert übersetzt sind „svādaśopasado“ (1162), „pūṛnamāsyo“ (1164) und der Schluss von 1155.
prajāpatir akāmayata bahu syāṃ prajāyeyeti sa ātmann ṛtvyam apaśyat tata ṛtvijo 'sṛjata yad ṛtvyād asṛjata tad ṛtvijām ṛtviktvaṃ tair etaṃ dvādaśāham upāsīdat so 'rādhnot
Prajāpati wünschte: „Ich möchte viel sein, ich möchte mich fortpflanzen.“ Er erblickte in sich eine Rivalität/Nebenbuhlerschaft (ṛtvya) [?] und erschuf daraufhin die Priester (ṛtvij). Weil er sie aus der ṛtvya erschuf, darum haben die Priester ihr Priestersein (ṛtviktva). Mit ihnen setzte er sich zu diesem Dvādaśāha (Zwölftagesopfer) nieder, und er hatte Gelingen.
pitā no 'rātsīd iti māsā upāsīdaṃs te dīkṣayaivārādhnuvann upasatsu trayodaśam adīkṣayan so ' nuvyam abhavat tasmād upasatsu didīkṣāṇo 'nuvyaṃ bhavaty eva ca hi trayodaśaṃ māsaṃ cakṣate naiva ca
„Unser Vater hatte Gelingen“, [dachten sie] und setzten sich als Monate zum Opfer. Sie hatten durch die Weihe (dīkṣā) selbst Gelingen; bei den Upasad-Tagen weihten sie einen dreizehnten [Monat]. Der wurde ein Überzähliger/Rivale (anuvya) [?]. Darum ist, wer bei den Upasad-Tagen die Weihe sucht (didīkṣāṇa), ein Überzähliger (anuvya); und man nennt ja einen dreizehnten Monat, und doch nicht [ganz: der Text bricht mit „naiva ca“ ab] [?].
eko dīkṣetaiko hi prajāpatir arādhnod dvādaśa dīkṣeran dvādaśa hi māsā arādhnuvaṃś caturviṃśatir dīkṣeraṃś caturviṃśatir hy ardhamāsā arādhnuvan
Einer soll sich weihen lassen, denn Prajāpati allein hatte Gelingen; zwölf sollen sich weihen lassen, denn zwölf Monate hatten Gelingen; vierundzwanzig sollen sich weihen lassen, denn vierundzwanzig Halbmonate hatten Gelingen.
Wenn ein Fünfzehnter sich weihen lässt, sollen sie [so] aufzählen: „Diese fünf, diese fünf, diese fünf, diese fünf, diese vier, jener eine“ [?] – für wen sie das Gelingen wünschen, dem folgt das Gelingen, alle anderen haben [dann auch] Gelingen.
yo vai chandasāṃ svarājaṃ vedāśnute svārājyaṃ pra svārājyaṃ āpnoti bṛhatī vāva chandasāṃ svarāḍ aśnute svārājyaṃ pra svārājyaṃ āpnoti ya evaṃv veda
Wer die Selbstherrscherin (svarāj) unter den Metren kennt, der erlangt die Selbstherrschaft (svārājya) und erlangt sie vorzüglich. Die Bṛhatī ist die Selbstherrscherin unter den Metren; er erlangt die Selbstherrschaft und erlangt sie vorzüglich – wer dies so weiß.
tām etām annādyāya vyāvṛjyāsate yad etaṃ dvādaśāhaṃ dvādaśa dīkṣā svādaśopasado dvādaśa prasutaḥ ṣaṭriṃśad etā rātrayo bhavanti ṣaṭtriṃśadakṣarā bṛhatī
Diese [Bṛhatī] teilen sie [beim Opfer] für die Speise (annādya) auseinander und setzen sich [zum Opfer], nämlich diesen Dvādaśāha: zwölf Weihetage, zwölf Upasad-Tage [Text: „svādaśopasado“, verderbt, so gedeutet] [?], zwölf Somapressungs-Tage (prasuta) – das sind sechsunddreißig Nächte; die Bṛhatī hat sechsunddreißig Silben.
etāvad vāva saṃvatsara indriyaṃ vīryaṃ yad etā rātrayo dvādaśa pūṛnamāsyo dvādaśaikaṣṭakā dvādaśāmāvāsyā yāvad eva saṃvatsara indriyaṃ vīryaṃ tad etenāptvāvarundhe dvādaśāhena
So viel eben ist das Jahr an Kraft (indriya) und Stärke (vīrya), nämlich diese Nächte, zwölf Vollmonde, zwölf Ekāṣṭakās, zwölf Neumonde; so viel Kraft und Stärke das Jahr hat, das erlangt und gewinnt er damit, mit dem Dvādaśāha.
Dreißig Silben hat diese Virāj [Anm.: Zählung nach der Überlieferung; sonst zehn Silben je Pāda]; sechs sind die Jahreszeiten: in den Jahreszeiten steht er fest durch die Virāj, in den Jahreszeiten, in der Virāj.
Zweiunddreißig Silben hat diese Anuṣṭubh. Die Rede ist die Anuṣṭubh; vierfüßig sind die Tiere; durch die Rede trägt er [hält er] die Tiere. Darum kommen [die Tiere], durch die Rede gelockt/gerufen, herbei, wenn sie gerufen werden [?], und darum erkennen sie einen Namen.