Adhyāya 5
Der Dvādaśāha als Gefüge dreier Trirātra; Gāyatrī und Anuṣṭubh; Gelingen
Der Dvādaśāha besteht aus drei Trirātra (Dreitagesopfern) und wird mit der Gāyatrī und der Anuṣṭubh verglichen; Gleichnis vom Rad; Gedanke der Verteilung der Metren (vyūḍhachandas). Die Kaṇḍikās 1178 und 1179 sind im Quelltext leer (Lücke). Verderbt sind 1181 („(?)“ im Text), 1184 („duyacchati“) und teilweise 1187.
Drei Trirātra sind dies, nämlich dieser Dvādaśāha: der erste hat die Gāyatrī am Anfang, der zweite die Gāyatrī in der Mitte, der dritte die Gāyatrī am Ende [Text: „gāytra-“ verschrieben].
Mit Glanz (tejas) ziehen diese aus, Glanz setzen sie in die Mitte, mit Glanz steigen sie hinauf; mit Licht (jyotis) ziehen diese aus, Licht setzen sie in die Mitte, mit Licht steigen sie hinauf; mit dem Auge ziehen diese aus, das Auge setzen sie in die Mitte, mit dem Auge steigen sie hinauf; mit dem Lebensatem (prāṇa) ziehen diese aus, den Lebensatem setzen sie in die Mitte, mit dem Lebensatem steigen sie hinauf. Die mit der Gāyatrī ausziehen, setzen die Gāyatrī in die Mitte, mit der Gāyatrī steigen sie hinauf.
tantraṃ vā etad vitāyate yad eṣa dvādaśāhas tasyetair (?) mayūkhā yad gāyatry asaṃvyāthāya
Ein Gewebe (tantra) wird ausgespannt, nämlich dieser Dvādaśāha; dessen Strahlen/Pfähle (mayūkha) [?] sind diese [Text: „tasyetair (?) mayūkhā“, verderbt] – nämlich die Gāyatrī, damit es nicht wackelt (asaṃvyāthāya) [?].
„Girikṣit Auccāmanyava“, sprach Abhipratārin Kākṣaseni, „wie [steht es] mit dem Dvādaśāha?“ [Antwort:] „Wie der Radkranz (nemi) die Speichen (ara) umläuft, so umläuft die Gāyatrī diesen [Dvādaśāha], damit er nicht auseinanderfällt; wie die Speichen in der Nabe festgehalten sind, so ist in ihr der Dvādaśāha festgehalten.“
Mit acht Silben (akṣara) [?] ist die Anuṣṭubh: den ersten Tag des Dvādaśāha hält er [danach] zusammen [Text: „duyacchati“, verderbt, wohl „niyacchati“ o. ä.] [?], mit elf den zweiten, mit zwölf den dritten [Anm.: 8+11+12 = 31 Silben; ein Rest von einer Silbe bleibt, s. nächste Kaṇḍikā].
Diese [Anuṣṭubh] sitzen sie [beim Opfer] als eine nach hinten Gewandte, Querliegende, Abgewandte zur Speise. Darum leben die Geschöpfe von einem Vieh, das rückwärts, quer und abgewandt [gerichtet ist] [Anm.: unklar; wörtlich „von einem rückwärts, quer, abgewandt Gerichteten“] [?].
chandāṃsi vā anyo'nyasya lokam abhadhyāyan gāyatrī triṣṭubhas triṣṭub jagatyā jagatī gāyatryās tāni vyauhan yathālokaṃ tato vai tāni yaṃ-yaṃ kāmam akāmayanta tam asanvan
Die Metren begehrten einander die Welt: die Gāyatrī [die Welt] der Triṣṭubh, die Triṣṭubh [die] der Jagatī, die Jagatī [die] der Gāyatrī. Diese trennten sie [wieder] auseinander, jedes an seinen Ort; danach gewannen sie, welchen Wunsch auch immer sie wünschten.
oko vai devānāṃ dvādaśāho yatho vai manuṣyā imaṃ lokam āviṣṭā evaṃ devatā dvādaśāham āviṣṭā devatā ha vā etena yajate ya evaṃv vidvān dvādaśāhena yajate
Ein Wohnsitz (oka) der Götter ist der Dvādaśāha; wie die Menschen diese Welt bezogen haben, so haben die Götter den Dvādaśāha bezogen. Mit den Göttern opfert, wer wissend mit dem Dvādaśāha opfert.
yo vai dvādaśāham agniṣṭomena kalpamānaṃ veda kalpate 'smai prātaḥsavanenaiva prathamas trirātraḥ kalpate mādhyandinena dvitīyas tṛtīyasavanena tṛtīyo 'gniṣṭomasāmnaiva daśamam ahaḥ kalpate
Wer den Dvādaśāha mit Agniṣṭoma als „sich fügend“ (kalpamāna) kennt, dem fügt er sich: mit der Frühpressung fügt sich das erste Trirātra, mit der Mittagspressung das zweite, mit der Abendpressung das dritte; mit dem Agniṣṭoma-Sāman fügt sich der zehnte Tag.