Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 10

Adhyāya 5 Der Dvādaśāha als Gefüge dreier Trirātra; Gāyatrī und Anuṣṭubh; Gelingen

Der Dvādaśāha besteht aus drei Trirātra (Dreitagesopfern) und wird mit der Gāyatrī und der Anuṣṭubh verglichen; Gleichnis vom Rad; Gedanke der Verteilung der Metren (vyūḍhachandas). Die Kaṇḍikās 1178 und 1179 sind im Quelltext leer (Lücke). Verderbt sind 1181 („(?)“ im Text), 1184 („duyacchati“) und teilweise 1187.

trayo vā ete trirātrā yad eṣa dvādaśāho gāytramukhaḥ prathamo gāyatramadhyo dvitīyo gāyatrottamas tṛtīyaḥ

Drei Trirātra sind dies, nämlich dieser Dvādaśāha: der erste hat die Gāyatrī am Anfang, der zweite die Gāyatrī in der Mitte, der dritte die Gāyatrī am Ende [Text: „gāytra-“ verschrieben].

yasmād gāyatramukhaḥ prathamas tasmād ūrdhvo 'gnir dīdāya yasmād gāyatramadhyo dvitīyas tasmāt tiryaṅ vāyuḥ pavate

Weil der erste die Gāyatrī am Anfang hat, darum leuchtet Agni aufwärts; weil der zweite die Gāyatrī in der Mitte hat, darum weht der Wind quer.

[Anm.: Kaṇḍikā im Quelltext leer; keine Übersetzung möglich.]

[Anm.: Kaṇḍikā im Quelltext leer; keine Übersetzung möglich.]

tejasā vā ete prayanti tejo madhye dadhati tejo 'bhyudyanti jyotiṣā vā ete prayanti jyotir madhye dadhati jyotir abhyudyanti cakṣuṣā vā ete prayanti cakṣur madhye dadhati cakṣur abhyudyanti prāṇena vā ete prayanti prāṇaṃ madhye dadhati prāṇam abhyudyanti ye gāyatryā prayanti gāyatrīṃ madhye dadhati gāyatrim abhyudyanti

Mit Glanz (tejas) ziehen diese aus, Glanz setzen sie in die Mitte, mit Glanz steigen sie hinauf; mit Licht (jyotis) ziehen diese aus, Licht setzen sie in die Mitte, mit Licht steigen sie hinauf; mit dem Auge ziehen diese aus, das Auge setzen sie in die Mitte, mit dem Auge steigen sie hinauf; mit dem Lebensatem (prāṇa) ziehen diese aus, den Lebensatem setzen sie in die Mitte, mit dem Lebensatem steigen sie hinauf. Die mit der Gāyatrī ausziehen, setzen die Gāyatrī in die Mitte, mit der Gāyatrī steigen sie hinauf.

tantraṃ vā etad vitāyate yad eṣa dvādaśāhas tasyetair (?) mayūkhā yad gāyatry asaṃvyāthāya

Ein Gewebe (tantra) wird ausgespannt, nämlich dieser Dvādaśāha; dessen Strahlen/Pfähle (mayūkha) [?] sind diese [Text: „tasyetair (?) mayūkhā“, verderbt] – nämlich die Gāyatrī, damit es nicht wackelt (asaṃvyāthāya) [?].

girikṣidauccāmanyaveti hovācābhipratārī kākṣaseniḥ kathaṃ dvādaśāha iti yathārān nemiḥ paryety evam enaṃ gāyatrī paryeti avisraṃsāya yathārā nābhau dhṛtā evam asyāṃ dvādaśāho dhṛtaḥ

„Girikṣit Auccāmanyava“, sprach Abhipratārin Kākṣaseni, „wie [steht es] mit dem Dvādaśāha?“ [Antwort:] „Wie der Radkranz (nemi) die Speichen (ara) umläuft, so umläuft die Gāyatrī diesen [Dvādaśāha], damit er nicht auseinanderfällt; wie die Speichen in der Nabe festgehalten sind, so ist in ihr der Dvādaśāha festgehalten.“

anuṣṭubhaṃ vā etām annādyāya vyāvṛjyāsate yad etaṃ dvādaśāham

Als Anuṣṭubh teilen sie diese [Gāyatrī] zur Speise auseinander und setzen sich [zum Opfer], nämlich diesen Dvādaśāha.

aṣṭābhir vā akṣair anuṣṭup prathamaṃ dvādaśāhasyāhar duyacchaty ekādaśabhir dvitīyaṃ dvādaśābhis tṛtīyam

Mit acht Silben (akṣara) [?] ist die Anuṣṭubh: den ersten Tag des Dvādaśāha hält er [danach] zusammen [Text: „duyacchati“, verderbt, wohl „niyacchati“ o. ä.] [?], mit elf den zweiten, mit zwölf den dritten [Anm.: 8+11+12 = 31 Silben; ein Rest von einer Silbe bleibt, s. nächste Kaṇḍikā].

akṣaraṃ tryakṣaram ucchiṣyate tad evottaraṃ trirātram anuvidadhāti

Eine Silbe – [ein Rest] von drei Silben (tryakṣara) – bleibt übrig; damit fügt er das folgende Trirātra an.

chandāṃsy evāsyās tṛtīyaṃ trirātraṃ vahanti

Die Metren tragen das dritte Trirātra dieser [Anuṣṭubh].

tāṃ vā etāṃ pratīcīṃ tiraścīṃ parācīm āsate 'nnādyāya tasmāt pratyañcaṃ tiryañcaṃ parāñcaṃ prajāḥ paśum upajīvanti

Diese [Anuṣṭubh] sitzen sie [beim Opfer] als eine nach hinten Gewandte, Querliegende, Abgewandte zur Speise. Darum leben die Geschöpfe von einem Vieh, das rückwärts, quer und abgewandt [gerichtet ist] [Anm.: unklar; wörtlich „von einem rückwärts, quer, abgewandt Gerichteten“] [?].

chandāṃsi vā anyo'nyasya lokam abhadhyāyan gāyatrī triṣṭubhas triṣṭub jagatyā jagatī gāyatryās tāni vyauhan yathālokaṃ tato vai tāni yaṃ-yaṃ kāmam akāmayanta tam asanvan

Die Metren begehrten einander die Welt: die Gāyatrī [die Welt] der Triṣṭubh, die Triṣṭubh [die] der Jagatī, die Jagatī [die] der Gāyatrī. Diese trennten sie [wieder] auseinander, jedes an seinen Ort; danach gewannen sie, welchen Wunsch auch immer sie wünschten.

yatkāmo vyūḍhacchandasā dvadaśāhena yajate so 'smai kāmaḥ samṛdhyate

Wer, [irgendeinen] Wunsch hegend, mit dem Dvādaśāha mit auseinandergelegten Metren (vyūḍhachandas) opfert, dem gelingt dieser Wunsch.

oko vai devānāṃ dvādaśāho yatho vai manuṣyā imaṃ lokam āviṣṭā evaṃ devatā dvādaśāham āviṣṭā devatā ha vā etena yajate ya evaṃv vidvān dvādaśāhena yajate

Ein Wohnsitz (oka) der Götter ist der Dvādaśāha; wie die Menschen diese Welt bezogen haben, so haben die Götter den Dvādaśāha bezogen. Mit den Göttern opfert, wer wissend mit dem Dvādaśāha opfert.

gṛhā vai devānāṃ dvādaśāho nāgṛhatāyā bhayyam

Häuser der Götter sind der Dvādaśāha; nicht besteht Furcht davor, ohne Haus zu sein [?].

yo vai dvādaśāham agniṣṭomena kalpamānaṃ veda kalpate 'smai prātaḥsavanenaiva prathamas trirātraḥ kalpate mādhyandinena dvitīyas tṛtīyasavanena tṛtīyo 'gniṣṭomasāmnaiva daśamam ahaḥ kalpate

Wer den Dvādaśāha mit Agniṣṭoma als „sich fügend“ (kalpamāna) kennt, dem fügt er sich: mit der Frühpressung fügt sich das erste Trirātra, mit der Mittagspressung das zweite, mit der Abendpressung das dritte; mit dem Agniṣṭoma-Sāman fügt sich der zehnte Tag.

kalpate 'smai ya evaṃv veda

Ihm fügt es sich, der dies so weiß.

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