Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 10

Adhyāya 12 Die Bharadvājāyana und die sechs Tage; Nidhana- und Iḍā-Formen als Welteroberung

Erzählung von den Bharadvājāyana im Sattra und ihren Antworten auf die Frage, was sie mit jedem der sechs Tage tun; Deutung der Nidhana- und Iḍā-Formen als Eroberung der Welten; die Iḍā übertrifft das Jahr. Die knappen Antworten in 1212 und der Abschnitt 1213 sind in der Auslegung unsicher.

bharadvājāyanā vai sattram āsata tān apṛcchan kiṃ prathamenāhnā kuruteti praivaimeti kiṃ dvitīyenety avasam evākurmahīti kiṃ tṛtīyeneti pary evāplavāmahīti kiṃ caturtheneti sataiva sad apyadadhmeti kiṃ pañcameneti prāṇān eva vicchindanta aimeti kiṃ ṣaṣṭhenetīdam evāgacchāmeti iti

Die Bharadvājāyana saßen im Sattra. Sie fragten sie: „Was tut ihr mit dem ersten Tag?“ – „Wir gehen los, wir kommen an“ [praivaimeti]. – „Was mit dem zweiten?“ – „Wir haben Rast gemacht [avasam evākurmahi].“ – „Was mit dem dritten?“ – „Wir schwimmen hinüber [pary evāplavāmahi].“ – „Was mit dem vierten?“ – „Wir haben [es] nur mit dem Guten gerichtet [sataiva sad apyadadhma] [?].“ – „Was mit dem fünften?“ – „Wir zerschneiden die Lebensatem, wir kommen an [prāṇān eva vicchindanta aimeti] [?].“ – „Was mit dem sechsten?“ – „Hierher eben sind wir gekommen.“

yasya padena prastauty atha svāram abhi vāva tena devāḥ paśūn apaśyan yat purastāt stobhaṃ atha svāram ud eva tenāsṛjanata yad ubhayataḥ stobham atha svāram ebhya eva tena lokebhyo devāḥ paśubhyo 'nnādyaṃ prāyacchan yad anutunnam atha svāram upaiva tenāśikṣan yasya madhye nidhanam atha svāraṃ garbhāṃs tenādadhata tāni havatāsvāreṇa prājanayan

[Der Tag,] an dessen Pāda er den Prastāva singt, da [ist] das Svāra [?]: damit sahen die Götter die Tiere. Dass ein Stobha voransteht, da [ist] das Svāra: damit ließen sie [sie] hervorgehen. Dass er auf beiden Seiten einen Stobha hat, da [ist] das Svāra: damit gaben die Götter diesen Welten und den Tieren Speise. Dass es „nachgestoßen“ ist, da [ist] das Svāra: damit lernten sie es. An dessen Mitte der Nidhana steht, da [ist] das Svāra: damit legten sie Leibesfrüchte hinein; und diese brachten sie mit dem Havatāsvāra [?] zur Geburt [Anm.: mehrere Ausdrücke unsicher] [?].

imaṃ vāva devā lokaṃ padanidhanenābhy ajayann amuṃ bahirṇidhanenāntarikṣaṃ diṅnidhanenāmṛtatvam īnidhanenāgacchan brahmavarcasam athanidhanenāvārundhatāsminn eva loka ihanidhanena pratyatiṣṭhan

Diese Welt gewannen die Götter mit dem Nidhana im Pāda (padanidhana), jene mit dem Nidhana außerhalb (bahirṇidhana), den Luftraum mit dem Nidhana in der Himmelsrichtung (diṅnidhana), die Unsterblichkeit erreichten sie mit dem Nidhana auf „ī“ (īnidhana), den Brahman-Glanz (brahmavarcasa) gewannen sie mit dem Nidhana auf „atha“ (athanidhana), in eben dieser Welt fassten sie Fuß mit dem Nidhana auf „iha“ (ihanidhana).

imaṃ vāva devā lokaṃ dravadiḍenābhy ajayann amum ūrdhveḍenāntarikṣaṃ pariṣṭubdheḍena pratiṣṭhām iḍābhir aiḍenāvārundhata pratiṣṭhāyādhyardheḍena vyajayantāsminn eva loka iheḍena pratyatiṣṭhan

Diese Welt gewannen die Götter mit dem Iḍā-Fließenden (dravadiḍa), jene mit der aufwärts gerichteten Iḍā (ūrdhveḍa), den Luftraum mit der gestützten Iḍā (pariṣṭubdheḍa) [?], festen Stand gewannen sie mit „iḍābhiḥ“, dem Aiḍa; auf festem Stand errungen, gewannen sie mit der anderthalbfachen Iḍā (adhyardheḍa) [?]; in eben dieser Welt fassten sie Fuß mit der Iḍā auf „iha“ (iheḍa).

na vāk saṃvatsaram ativadatīḍaiva saṃvatsaram ativadati garbheṇa saṃvatsare paryāvṛtya prajāyete tenātivadati

Nicht übertrifft die Rede das Jahr im Sprechen; nur die Iḍā übertrifft das Jahr im Sprechen; mit dem Embryo (garbha) im Jahr, sich wendend [?], werden die beiden geboren; damit übertrifft sie [es] [Anm.: Deutung unsicher] [?].

tā vā etāś catasraḥ ṣaḍahaṃ parācya iḍā atiyanty eṣā nūtaiṣā viṣūcy eṣā pratīcy etad vīḍam

Diese vier Iḍā-Formen gehen über den Ṣaḍaha hinaus: diese [ist] die neue [?], diese die nach allen Seiten gewandte (viṣūcī), diese die rückwärts gewandte, diese die Iḍā-Form [?] [Anm.: Deutung unsicher; „etad vīḍam“ vielleicht „dies ist das Feste“] [?].

saṃvatsaro 'gnir vāk samvatsaro yad agnir vibhajyate vācam eva tad vibhajanti

Das Jahr ist Agni, die Rede [ist] das Jahr; dass man Agni verteilt, das heißt: sie verteilen die Rede.

dve dve akṣare vibhajanti dvau dvau hi māsāv ṛturatho māsānām eva tad rūpaṃ kriyate

Sie teilen [je] zwei und zwei Silben auf, denn je zwei Monate sind eine Jahreszeit (ṛtu); damit wird [es] auch zu einer Gestalt der Monate gemacht.

ṣaḍ ahāni vibhajanti ṣaḍ ṛtava ṛtūnāṃ dhṛtyā ṛtūnāṃ pratiṣṭhityā atho ṛtūnām eva tad rūpaṃ kriyate ṣaḍ u puruṣā yān agnir anuvihriyate

Sechs Tage teilen sie auf, sechs sind die Jahreszeiten – zum Halt der Jahreszeiten, zum festen Stand der Jahreszeiten; damit wird [es] auch zu einer Gestalt der Jahreszeiten gemacht. Sechs sind es auch, die Personen (puruṣa), denen Agni [entsprechend] nachverteilt wird [Anm.: Bezug von „puruṣāḥ“ unsicher] [?].

yad idaṃ bahudhāgnir vihriyate tad asāv ādityaḥ sarvāḥ prajāḥ pratyaṅ tasmād ete devate vibhaktim ānaśāte nāto 'nyā kā cana

Dass dieser Agni hier vielfach verteilt wird, [das ist] jener Āditya [die Sonne] gegenüber allen Geschöpfen; darum haben diese beiden Gottheiten die Verteilung erreicht; nicht [gibt es] darüber hinaus irgendeine andere.

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