Adhyāya 5
Der Prāyaṇīya-Tag: Abendpressung, Sāmans und Stoma
Ausführliche Auslegung der Strophen (Pavamāna, Gāyatra), der Sāmans Saṃhita, Saphā, Ākṣāra, Gaurīviti, Vājisāman, Dvyudāsa, Gautama, Kāva, Yajñāyajñīya, mit Mythen (Kāmadughā-Kühe, Gaurīviti Śāktya). Der Abschnitt 1261 enthält ein verderbtes „(?)“; 1272 „dvyudāsa“ ist ein technischer Name; einige Stellen (1265, 1269, 1276) sind unsicher.
pra somāso madacyuta iti gāyatrī bhavati madavad vai rasavṛt tṛtīyasavanaṃ madam eva tad rasaṃ dadhāty ayā pasvasva devayur ity eti rathantarasya rūpaṃ rāthantaraṃ hy etad ahaḥ pavate 'har yato harir iti bṛhato rūpaṃ bṛhad eva tad etasminn ahani yunakti tad yuktaṃ śva ārabhante pra sunvānāyāndhasa iti pravatyo bhavanti praṇinīṇyam iva hy etad ahar abhi priyāṇi pavate ca nohita ity abhīti rathantarasya rūpaṃ rāthantaraṃ hy etad ahaḥ
„Hervor, die Somas, die Rausch verspritzenden“ [pra somāso madacyutaḥ, ṚV 9.62.?] ist eine Gāyatrī: berauschend, saftreich ist die Abendpressung; Rausch eben, Saft legt er damit hinein. „Mit dem strömst du, gottsuchend“ [ayā pavasva devayuḥ, ṚV 9.? ] – das geht auf die Gestalt des Rathantara, denn dieser Tag ist ein Rathantara-Tag; „es läutert sich der Tag, an dem der Falbe“ [pavate 'har yato hariḥ] – das ist die Gestalt des Bṛhat; das Bṛhat schirrt er eben an diesem Tag an; damit ist angeschirrt, morgen beginnen sie. „Für den, der presst, die Pflanze/den Saft“ [pra sunvānāyāndhasaḥ] – es sind ‚hervor‘-Strophen (pravatī); denn dieser Tag ist gleichsam ein Hinführender (praṇinīṇya) [?]. „Zu den Lieben strömt er, und der Rotfarbene für uns“ [abhi priyāṇi pavate ca nohitaḥ] – „abhi“ ist die Gestalt des Rathantara, denn dieser Tag ist ein Rathantara-Tag [Anm.: Strophenanfänge (pratīka), Fortsetzung nicht im Text].
yajñā yajñā vo agnaya ity agner vai yajño yajña eva tad yajñaṃ pratiṣṭhāpayati
„Bei jedem Opfer, o Agnis, [für euch]“ [yajñāyajñā vo agnayaḥ, ṚV 6.48.1] – Agnis ist das Opfer; das Opfer eben stellt er damit fest hin [Anm.: Strophenanfang (pratīka), Fortsetzung nicht im Text].
saphena vai devā imān lokān samāpnuvvan yat samāpnuvaṃs tat saphasya saphatvam imān evaitena lokān samāpya sattram āsate
Mit der Saphā (Huf) erreichten die Götter diese Welten; dass sie [sie] erreichten (samāpnuvan), darin liegt das Saphā-Sein der Saphā. Diese Welten eben erreichen sie damit und sitzen zum Sattra.
aṣṭau vā etāḥ kādughā āsaṃs tāsām (?) ekā samaśīryata sā kṛṣir abhavad ṛdhyate 'smai kṛṣau ya evaṃ veda
Acht Kāmadughā-Kühe [wunscherfüllende Kühe] waren es; von diesen zerbarst eine [Text: „tāsām (?)“] [?]; sie wurde zum Ackerbau (kṛṣi). Ihm gedeiht es im Ackerbau, wer dies so weiß.
Um sie stritten Götter und Asuras; die Götter drängten die Asuras mit dem Ākṣāra von den Wunschkühen weg. Er drängt den Neffen/Rivalen (bhrātṛvya) von den Wunschkühen weg, wer mit dem Ākṣāra lobsingt.
ebhyo vai lokebhyo raso 'pākrāmat taṃ prajāpatir ākṣāreṇākṣārayad yad ākṣārayat tad ākṣārasyākṣāratvam
Von diesen Welten wich der Saft (rasa) zurück; den ließ Prajāpati mit dem Ākṣāra fließen (ākṣārayat); dass er ihn fließen ließ, darin liegt das Ākṣāra-Sein des Ākṣāra.
Darum: wer zuvor rechtschaffen (puṇya) war und danach schlechter (pāpīyān) würde, der soll das Ākṣāra zum Brahmasāman machen; in sich eben lässt er Kraft, Stärke und Saft fließen.
januṣaikarco bhavato 'hno dhṛtyai yad vā etasyāhno 'dhṛtaṃ tad etābhyāṃ dādhāra
Von Geburt an haben die beiden [die Strophen] eine Ṛc [?] – zum Halt des Tages; was an diesem Tag nicht gehalten ist, das hielt er mit diesen beiden [Anm.: Deutung von „januṣaikarca“ unsicher] [?].
atiriktaṃ vā etad atiriktena stuvanti yad gaurīvitenāhīnāñ chavastanavad bhavaty api prajāyā upakḷptam
Als Überschüssiges lobsingen sie mit einem Überschüssigen, wenn sie mit dem Gaurīvita [lobsingen]; bei den Ahīna-Opfern ist es gleichsam leichenhaft (śavastanavat) [?], auch [doch] für Nachkommenschaft zugerüstet [Anm.: Deutung unsicher] [?].
anuṣṭubhi chandasāṃ kriyate 'nuṣṭub bhi chandasāṃ yoniḥ svāyām eva tad yonau reto dhatte prajātyai
Es wird auf der Anuṣṭubh gemacht [?]; die Anuṣṭubh ist der Mutterschoß (yoni) der Metren; in den eigenen Mutterschoß eben legt er Samen, für Fortpflanzung.
Es ist das Dvyudāsa: diese beiden Udāsa sind die beiden Ende-Zeichen der Himmelswelt; mit dem früheren schließen sie den früheren Tag ab, mit dem späteren übertreffen sie den späteren Tag [?] [Anm.: Deutung von „udāsa“ unsicher].
tad yathādaḥ pūrvedyuḥ spaṣṭaṃ tṛṇodakam anvavasyanto yanty evam eva tābhyāṃ svargaṃ lokam anvavasyanto yanti
Wie man am Vortag [?] über sichtbares Gras und Wasser [zum Rastplatz] hin zieht und dort haltmacht, so ziehen sie mit diesen beiden zur Himmelswelt und machen dort halt [?].
svārasu svareṇa svareṇa hi devebhyo 'ntato 'nnādyaṃ pradīyate svareṇaiva tad devebhyo 'ntato 'nnādyaṃ pra yacchati
Das Svārasāman [?] mit dem Svara: denn mit dem Svara wird den Göttern am Ende die Speise gegeben; mit dem Svara eben gibt er den Göttern am Ende die Speise [Anm.: Deutung von „svārasu“ unsicher] [?].
vāg yajñāyajñīyaṃ vāci yajñaḥ pratiṣṭhito vācy eva tad yajñam antataḥ pratiṣṭhāpayanti taṃ vāco 'dhi śva ārabhante
Die Rede ist das Yajñāyajñīya; in der Rede ist das Opfer gegründet; in der Rede eben gründen sie das Opfer am Ende; von der Rede aus beginnen sie morgen [wieder].