Adhyāya 3
Die sieben Versmaße als Atemkräfte, die Meter-Gottheit-Zuordnung der Vogelglieder, der Dhīra-Śātaparṇeya-Dialog über den wahren Agni als Atem, das Śvetaketu-Rätselgespräch von den vier Großen und dem Arka-Baum als Puruṣa, und die Yajus-Lehre von Wind, Atem, Sättigung und Wonne als Erkenntnis der Götter
Der Atem, Prāṇa, ist die Gāyatrī; das Auge ist die Uṣṇih; die Rede ist die Anuṣṭubh; das Denken ist die Bṛhatī; das Gehör ist die Paṅkti; dieser zeugende Atem hier, das ist die Triṣṭubh; und dieser abwärts gerichtete Atem hier, das ist die Jagatī. Diese sieben Versmaße, je um vier [Silben] mehr, werden bei Agni verwirklicht.
„Der Atem ist die Gāyatrī“ – jene Größe des Atems, die Kraft, die ist dieses Tausend; dies eben ist die Kraft des Atems, denn wenn ihm, während er schichtet, der Atem entwiche, dann würde eben dieser Agni nicht aufgeschichtet werden. Eben mit dieser seiner Gestalt wird er zu einem, der tausend Gāyatrīs aufgeschichtet hat.
„Das Auge ist die Uṣṇih“ – jene Größe des Auges, die Kraft, die ist dieses Tausend; dies eben ist die Kraft des Auges, denn wenn ihm, während er schichtet, das Sehen entwiche, dann würde eben dieser Agni nicht aufgeschichtet werden. Eben mit dieser seiner Gestalt wird er zu einem, der tausend Uṣṇihs aufgeschichtet hat.
„Die Rede ist die Anuṣṭubh“ – jene Größe der Rede, die Kraft, die ist dieses Tausend; dies eben ist die Kraft der Rede, denn wenn ihm, während er schichtet, die Rede entwiche, dann würde eben dieser Agni nicht aufgeschichtet werden. Eben mit dieser seiner Gestalt wird er zu einem, der tausend Anuṣṭubhs aufgeschichtet hat.
mano bṛhatīti tadya eva manaso mahimā yadvīryaṃ tadetatsahasram manasa evaitadvīryaṃ yaddhyasya cinvato mana utkrāmettata evaiṣo'gnirna cīyetaitenaivāsya rūpeṇa sahasrameṣa bṛhatīḥ saṃcito bhavati
„Das Denken ist die Bṛhatī“ – jene Größe des Denkens, die Kraft, die ist dieses Tausend; dies eben ist die Kraft des Denkens, denn wenn ihm, während er schichtet, das Denken entwiche, dann würde eben dieser Agni nicht aufgeschichtet werden. Eben mit dieser seiner Gestalt wird er zu einem, der tausend Bṛhatīs aufgeschichtet hat.
„Das Gehör ist die Paṅkti“ – jene Größe des Gehörs, die Kraft, die ist dieses Tausend; dies eben ist die Kraft des Gehörs, denn wenn ihm, während er schichtet, das Hören entwiche, dann würde eben dieser Agni nicht aufgeschichtet werden. Eben mit dieser seiner Gestalt wird er zu einem, der tausend Paṅktis aufgeschichtet hat.
„Dieser zeugende Atem hier, das ist die Triṣṭubh“ – jene Größe dieses Atems, die Kraft, die ist dieses Tausend; dies eben ist die Kraft dieses Atems, denn wenn ihm, während er schichtet, dieser Atem versagen würde, dann würde eben dieser Agni nicht aufgeschichtet werden. Eben mit dieser seiner Gestalt wird er zu einem, der tausend Triṣṭubhs aufgeschichtet hat.
Und dieser abwärts gerichtete Atem hier, „das ist die Jagatī“ [Anm.: Quelltext an dieser Stelle leicht beschädigt, nach Parallelformel der vorigen Einheit ergänzt] – jene Größe dieses Atems, die Kraft, die ist dieses Tausend; dies eben ist die Kraft dieses Atems, denn wenn ihm, während er schichtet, dieser Atem versagen würde, dann würde eben dieser Agni nicht aufgeschichtet werden. Eben mit dieser seiner Gestalt wird er zu einem, der tausend Jagatīs aufgeschichtet hat.
Diese sieben Versmaße, je um vier [Silben] mehr, sind eines im anderen gegründet; diese sieben Atemkräfte im Menschen sind [ebenso] eines im anderen gegründet. Welche Reihe von Versmaßen, eines nach dem anderen, ein solcher Wissender auch rezitiert, sie wird ihm eben, von Versmaß zu Versmaß, zu einer in rechter Ordnung rezitierten, sei sie gepriesen, sei sie hergesagt, sei sie vorgetragen.
kiṃ candaḥ kā devatā pakṣāviti bṛhadrathantare cando dyāvāpṛthivī devate pakṣau
„Welches Versmaß, welche Gottheit haben die beiden Schwingen?“ – der Bṛhat und der Rathantara sind die Versmaße, Himmel und Erde sind die Gottheiten, [das sind] die beiden Schwingen.
„Welches Versmaß, welche Gottheit haben die beiden Hüften?“ – die Jagatī ist das Versmaß, die Sonne, Āditya, ist die Gottheit, [das sind] die beiden Hüften.
kiṃ candaḥ kā devatā yasmādidam prāṇādretaḥ sicyata ityaticandāścandaḥ prajāpatirdevatā
„Welches Versmaß, welche Gottheit hat jenes, woraus dieser Same aus dem Atem sich ergießt?“ – das Aticchandas, das Übermaß, ist das Versmaß, Prajāpati ist die Gottheit.
kiṃ candaḥ kā devatorū ityanuṣṭupcando viśve devā devatorū
„Welches Versmaß, welche Gottheit haben die beiden Schenkel?“ – die Anuṣṭubh ist das Versmaß, die Allgötter, Viśvedevās, sind die Gottheit, [das sind] die beiden Schenkel.
kiṃ candaḥ kā devatā pratiṣṭhe iti dvipadā cando viṣṇurdevatā pratiṣṭhe
„Welches Versmaß, welche Gottheit haben die beiden Füße, der feste Stand, die Pratiṣṭhā?“ – die Dvipadā ist das Versmaß, Viṣṇu ist die Gottheit, [das sind] die beiden Füße.
kiṃ candaḥ kā devatonātiriktānīti nyūnākṣarā canda āpo devatonātiriktāni saiṣātmavidyaivaitanmayo haivaitā devatā etamātmānamabhisambhavati na hātrānyā lokyatāyā āśīrasti
„Welches Versmaß, welche Gottheit haben die nicht-übermäßigen [Teile]?“ – die an Silben verminderten Versmaße sind das Versmaß, die Wasser sind die Gottheit, [das sind] die nicht-übermäßigen [Teile]. Dies eben ist die Selbsterkenntnis, die Ātmavidyā; allein aus ihr bestehend gelangt diese Gottheit eben zu diesem Selbst. Denn es gibt hier keinen anderen Wunsch hinsichtlich der Welterlangung.
dhīro ha śātaparṇeyaḥ mahāśālaṃ jābālamupotsasāda taṃ hovāca kim mā vidvānupodasada ityagniṃ vedeti kamagniṃ vettheti vācamiti yastamagniṃ veda kiṃ sa bhavatīti vāgmī bhavatīti hovāca nainaṃ vāgjahātīti
Dhīra, der Nachkomme Śatarparṇas, trat vor Mahāśāla Jābāla hin. Zu ihm sprach dieser: „Was wissend bist du vor mich getreten?“ – „Ich kenne Agni“, [sprach jener]. „Welchen Agni kennst du?“ – „Die Rede“, [sprach er]. „Wer diesen Agni kennt, was wird der?“ – „Er wird redegewandt“, sprach jener. „Die Rede verlässt ihn nicht.“
„Kennst du [noch einen anderen] Agni?“, sprach jener. „Was wissend bist du eben vor mich getreten?“ – „Ich kenne Agni“, [sprach er]. „Welchen Agni kennst du?“ – „Den, der all dies hier ist – diesen Agni [kenne ich]“, [sprach er]. Als dies gesagt war, stieg jener von seinem Sitz herab und sprach: „Lehre mich, Herr, diesen Agni.“
Da sprach er: „Der Atem, Prāṇa, ist wahrhaftig dieser Agni. Denn wenn ein Mensch schläft, dann geht die Rede eben in den Atem ein, das Auge in den Atem, das Denken in den Atem, das Gehör in den Atem; wenn er erwacht, werden sie eben allein aus dem Atem wieder geboren.“ So viel zum Selbst, dem Adhyātmam.
athādhidevatam yā vai sā vāgagnireva sa yattaccakṣurasau sa ādityo yattanmana eṣa sa candramā yattacrotraṃ diśa eva tadatha yaḥ sa prāṇo'yameva sa vāyuryo'yam pavate
Nun zu den Gottheiten: jene Rede, das ist eben Agni selbst; jenes Auge, das ist jene Sonne dort; jenes Denken, das ist der Mond; jenes Gehör, das sind eben die Himmelsrichtungen; und jener Atem, das ist eben dieser Vāyu, dieser Wind, der hier weht.
Wenn nämlich Agni erlischt, dann weht er dem Wind nach; deshalb sagen sie von ihm: „Er ist erloschen, ausgegangen“ – denn er weht dem Wind nach. Wenn die Sonne untergeht, dann geht sie in den Wind ein; der Mond [geht] in den Wind [ein]; die Himmelsrichtungen sind im Wind gegründet; aus dem Wind allein werden sie wieder geboren. Wer so wissend aus dieser Welt scheidet, der geht mit der Rede zu Agni ein, mit dem Sehen zur Sonne, mit dem Denken zum Mond, mit dem Hören zu den Himmelsrichtungen, mit dem Atem zum Wind; und nachdem er ganz aus diesem allein geworden ist, wird er, welche dieser Gottheiten er sich auch wünscht, eben diese und kommt zur Ruhe.
śvetaketurhāruṇeyaḥ yakṣyamāṇa āsa taṃ ha pitovāca kānṛtvijo'vṛthā iti sa hovācāyaṃ nveva me vaiśvāvasavyo hoteti taṃ ha papraca vettha brāhmaṇa vaiśvāvasavya
Śvetaketu, der Sohn Āruṇis, wollte gerade ein Opfer vollziehen. Da sprach sein Vater zu ihm: „Hast du dir die Priester ausgewählt?“ Er sprach: „Dieser Vaiśvāvasavya hier ist eben mein Hotṛ.“ Da befragte er diesen: „Weißt du, Brahmane Vaiśvāvasavya...“
catvāri mahāntī3 iti veda bho3 iti hovāca vettha catvāri mahatām mahāntī3 iti veda bho3 iti hovoca vettha catvāri vratāni3 iti veda bho3 iti hovāca vettha catvāri vratānāṃ vratānī3 iti veda bho3 iti hovāca vettha catvāri kyānī3 iti veda bho3 iti hovāca vettha catvāri kyānāṃ kyānī3 iti veda bho3 iti hovāca vettha caturo'rkā3niti veda bho3 iti hovāca vettha caturo'rkāṇāmarkā3niti veda bho3 iti hovāca
...„die vier Großen?“ [Anm.: die im Quelltext mit der Ziffer 3 notierten Silben bezeichnen die gedehnte, feierliche Aussprache dieser Frage-Antwort-Formeln] – „Ich weiß es, Herr“, sprach er. „Weißt du die vier Großen der Großen?“ – „Ich weiß es, Herr“, sprach er. „Weißt du die vier Gelübde, die Vratas?“ – „Ich weiß es, Herr“, sprach er. „Weißt du die vier Gelübde der Gelübde?“ – „Ich weiß es, Herr“, sprach er. „Weißt du die vier Kyānis?“ – „Ich weiß es, Herr“, sprach er. „Weißt du die vier Kyānis der Kyānis?“ – „Ich weiß es, Herr“, sprach er. „Weißt du die vier Arkas, die Glanzstrahlen?“ – „Ich weiß es, Herr“, sprach er. „Weißt du die vier Arkas der Arkas?“ – „Ich weiß es, Herr“, sprach er.
vetthārkamiti atha vai no bhavānvakṣyatīti vetthārkaparṇe ityatha vai no bhavānvakṣyatīti vetthārkapuṣpe ityatha vai no bhavānvakṣyatīti vetthārkakośyāvityatha vai no bhavānvakṣyatīti vetthārkasamudgāvityatha vai no bhavānvakṣyatīti vetthārkadhānā ityatha vai no bhavānvakṣyatīti vetthārkāṣṭhīlāmityatha vai no bhavānvakṣyatīti vetthārkamūlamityatha vai no bhavānvakṣyatīti
„Weißt du den Arka-Baum?“ – „Dann wirst du es uns wohl erklären, Herr.“ „Weißt du die beiden Arka-Blätter?“ – „Dann wirst du es uns wohl erklären, Herr.“ „Weißt du die beiden Arka-Blüten?“ – „Dann wirst du es uns wohl erklären, Herr.“ „Weißt du die beiden Arka-Knospen?“ – „Dann wirst du es uns wohl erklären, Herr.“ „Weißt du die beiden Arka-Triebe?“ – „Dann wirst du es uns wohl erklären, Herr.“ „Weißt du die Arka-Körner?“ – „Dann wirst du es uns wohl erklären, Herr.“ „Weißt du den Arka-Kern?“ – „Dann wirst du es uns wohl erklären, Herr.“ „Weißt du die Arka-Wurzel?“ – „Dann wirst du es uns wohl erklären, Herr.“
Nun aber zu dem, was er gesagt hatte: „Weißt du die vier Großen? Weißt du die vier Großen der Großen?“ – Agni ist ein Großer; von ihm, dem Großen, sind die Pflanzen und die Bäume das Größere, denn das ist seine Speise. Vāyu, der Wind, ist ein Großer; von ihm, dem Großen, sind die Wasser das Größere, denn das ist seine Speise. Die Sonne, Āditya, ist ein Großer; von ihr, der Großen, ist der Mond das Größere, denn das ist ihre Speise. Der Puruṣa ist ein Großer; von ihm, dem Großen, ist das Vieh das Größere, denn das ist seine Speise. Eben diese sind die vier Großen; diese sind die vier Großen der Großen. Eben diese sind auch die vier Gelübde; diese sind die vier Gelübde der Gelübde. Eben diese sind auch die vier Kyānis; diese sind die vier Kyānis der Kyānis. Eben diese sind auch die vier Arkas; diese sind die vier Arkas der Arkas.
atha ha vai yattaduvāca vetthārkamiti puruṣaṃ haiva taduvāca vetthārkaparṇe iti karṇau haiva taduvāca vetthārkapuṣpe ityakṣiṇī haiva taduvāca vetthārkakośyāviti nāsike haiva taduvāca vetthārkasamudgāvityoṣṭhau haiva taduvāca vetthārkadhānā iti dantānhaiva taduvāca vetthārkāṣṭhīlāmiti jihvāṃ haiva taduvāca vetthārkamūlamityannaṃ haiva taduvāca sa eṣo'gnirarko yatpuruṣaḥ sa yo haitamevamagnimarkam puruṣamupāste'yamahamagnirarko'smīti vidyayā haivāsyaiṣa ātmannagnirarkaścito bhavati
Nun aber zu dem, was er gesagt hatte: „Weißt du den Arka-Baum?“ – damit meinte er eben den Puruṣa selbst. „Weißt du die beiden Arka-Blätter?“ – damit meinte er eben die beiden Ohren. „Weißt du die beiden Arka-Blüten?“ – damit meinte er eben die beiden Augen. „Weißt du die beiden Arka-Knospen?“ – damit meinte er eben die beiden Nasenlöcher. „Weißt du die beiden Arka-Triebe?“ – damit meinte er eben die beiden Lippen. „Weißt du die Arka-Körner?“ – damit meinte er eben die Zähne. „Weißt du den Arka-Kern?“ – damit meinte er eben die Zunge. „Weißt du die Arka-Wurzel?“ – damit meinte er eben die Speise. Dieser Agni, der Arka, der Strahlende, das ist der Puruṣa. Wer diesen Agni, den Arka, so als Puruṣa verehrt, [im Gedanken:] „Ich selbst bin dieser Agni, dieser Arka“ – durch diese Erkenntnis eben wird dieser Agni, der Arka, in seinem eigenen Selbst aufgeschichtet.
Dieser [Wind] hier, der hier weht, das ist wahrhaftig das Yajus; denn er ist es, der, indem er geht, all dies hier erzeugt; ihm, dem Gehenden, folgt dies alles nach seiner Geburt. Deshalb ist eben Vāyu, der Wind, das Yajus.
Dieser Raum hier, der Ākāśa, ist eben der Jū, der Antrieb; dieser Luftraum, das Antarikṣa, hier – denn er eilt diesem Raum nach. Das ist das Yajus: Vāyu und der Luftraum und jener Antrieb. Deshalb ist eben dieser [Wind] selbst das Yajus, denn er ist es, der geht. Jenes Yajus ist in beiden, Ṛc und Sāman, gegründet; die beiden, Ṛc und Sāman, tragen es; deshalb vollzieht der Adhvaryu die Handlungen mit denselben Schöpfgefäßen, während die gepriesenen [Sāman-] und die hergesagten [Ṛc-]Abschnitte einander abwechseln [Anm.: Bildvergleich unsicher] – so wie man mit dem vorderen [Gespann] gleiten ließe und mit dem hinteren weiterlaufen ließe, so ist es hier.
agnireva puraḥ agniṃ hi puraskṛtyemāḥ prajā upāsata āditya eva caraṇaṃ yadā hyevaiṣa udetyathedaṃ sarvaṃ carati tadetadyajuḥ sapuraścaraṇamadhidevataṃ
Agni eben ist der Vortritt, das Puras; denn indem sie Agni voranstellen, vollziehen diese Geschöpfe ihre Verehrung. Die Sonne, Āditya, eben ist das Gehen, das Caraṇa; denn wenn diese aufgeht, dann geht dies alles hier seinen Gang. Dies also ist das Yajus samt seinem Vortritt und seinem Gehen – so viel zu den Gottheiten, dem Adhidevatam.
athādhyātmam prāṇa eva yajuḥ prāṇo hi yannevedaṃ sarvaṃ janayati prāṇaṃ yantamidamanu prajāyate tasmātprāṇa eva yajuḥ
Nun zum Selbst: der Atem, Prāṇa, selbst ist das Yajus; denn er ist es, der, indem er geht, all dies hier erzeugt; ihm, dem Atem, dem Gehenden, folgt dies alles nach seiner Geburt. Deshalb ist eben der Atem das Yajus.
Dieser Raum hier innerhalb des inneren Selbst, der Ākāśa, ist eben der Jū, der Antrieb; denn er eilt diesem Raum nach. Das ist das Yajus: der Atem und der Raum und jener Antrieb. Deshalb ist das Yajus eben der Atem selbst, denn der Atem ist es, der geht.
annameva yajuḥ annena hi jāyate'nnena javate tadetadyajuranne pratiṣṭhitamannaṃ vahati tasmātsamāna eva prāṇe'nyadanyadannaṃ dhīyate
Speise eben ist das Yajus; denn durch Speise wird man geboren, durch Speise eilt man. Dieses Yajus ist in der Speise gegründet; die Speise trägt es. Deshalb wird, während der Gleichatem, Samāna, derselbe bleibt, immer wieder andere Speise hineingelegt.
mana eva puraḥ mano hi prathamam prāṇānāṃ cakṣureva caraṇaṃ cakṣuṣā hyayamātmā carati tadetadyajuḥ sapuraścaraṇamadhidevataṃ cādhyātmaṃ ca pratiṣṭhitaṃ sa yo haitadevaṃ yajuḥ sapuraścaraṇamadhidevataṃ cādhyātmaṃ ca pratiṣṭhitaṃ veda
Das Denken eben ist der Vortritt, das Puras; denn das Denken ist das erste der Atemkräfte. Das Auge eben ist das Gehen, das Caraṇa; denn mit dem Auge geht dieses Selbst umher. Dies also ist das Yajus samt seinem Vortritt und seinem Gehen, gegründet sowohl in den Gottheiten als auch im Selbst. Wer so dieses Yajus samt seinem Vortritt und seinem Gehen, gegründet in den Gottheiten und im Selbst, kennt...
ariṣṭo haivānārtaḥ svasti yajñasyodṛcamaśnute svānāṃ śreṣṭhaḥ puraetā bhavatyannādo'dhipatirya evaṃ veda
...der wird unversehrt, unverletzt; er erlangt den [glücklichen] Abschluss des Opfers in Wohlergehen. Er wird der Beste der Seinen, ihr Vorangehender, ein Speisegenießer, ein Herrscher – wer so weiß.
ya u haivaṃvidaṃ sveṣu pratipratirbubhūṣati na haivālam bhāryebhyo bhavatyatha ya evaitamanubhavati yo vai tamanu bhāryānbubhūrṣati sa haivālam bhāryebhyo bhavati
Und wer sich einem solchen Wissenden gegenüber unter den Seinen einzeln messen, ihm nacheifern will, der wird nicht hinreichend für die Seinigen sorgen können; wer aber diesem folgt, wer als sein Angehöriger ihm nachfolgen will, der wird hinreichend für die Seinigen sorgen können.
tadetajjyeṣṭham brahma na hyetasmātkiṃ cana jyāyo'sti jyeṣṭho ha vai śreṣṭhaḥ svānām bhavati ya evaṃ veda
Dies also ist das älteste, das erste Brahman, denn es gibt nichts, das größer wäre als dies. Er wird eben der Älteste, der Beste der Seinen – wer so weiß.
tadetadbrahmāpūrvamaparavat sa yo haitadevam brahmāpūrvamaparavadveda na hāsmātkaścana śreyāntmamāneṣu bhavati śreyāṃsaḥ śreyāṃso haivāsmādaparapuruṣā jāyante tasmādyo'smājjyāyāntsyāddiśo'smātpūrvā ityupāsīta tatho hainaṃ na hinasti
Dies also ist jenes Brahman, das keinen Vorgänger, aber Nachfolger hat. Wer dieses Brahman so kennt, das keinen Vorgänger, aber Nachfolger hat, von dem wird keiner unter seinesgleichen vortrefflicher; immer vortrefflicher werden eben die nach ihm geborenen Menschen aus ihm hervorgehen. Sollte daher jemand größer sein als er, so soll er verehren, [im Gedanken]: „Die Himmelsrichtungen sind früher als ich“ [Anm.: Sinnzusammenhang unsicher] – so schadet ihm jener eben nicht.
tasya vā etasya yajuṣaḥ rasa evopaniṣattasmādyāvanmātreṇa yajuṣādhvaryurgrahaṃ gṛhṇāti sa ubhe stutaśastre anuvibhavatyubhe stutaśastre anuvyaśnute tasmādyāvanmātra ivānnasya rasaḥ sarvamannamavati sarvamannamanuvyeti
Von diesem Yajus nun ist eben die Essenz, der Rasa, die geheime Lehre, die Upaniṣad. Deshalb erstreckt sich der Adhvaryu, in welchem Maße er auch mit dem Yajus das Schöpfgefäß ergreift, über beide, den gepriesenen und den hergesagten Teil; er genießt beide, den gepriesenen und den hergesagten Teil, vollständig. Denn so wie die Essenz der Speise, so gering sie auch bemessen sei, die ganze Speise durchdringt, [so] erstreckt sie sich über die ganze Speise.
tṛptirevāsya gatiḥ tasmādyadānnasya tṛpyatyatha sa gata iva manyata ānanda evāsya vijñānamātmānandātmāno haiva sarve devāḥ sā haiṣaiva devānāmaddhāvidyā sa ha sa na manuṣyo ya evaṃviddevānāṃ haiva sa ekaḥ
Sättigung, Tṛpti, eben ist sein Ziel, seine Bahn; deshalb hält er sich, wenn er von der Speise gesättigt ist, für gleichsam angekommen. Wonne, Ānanda, eben ist seine Erkenntnis; denn alle Götter haben die Wonne als ihr Selbst. Dies eben ist die wahre Erkenntnis der Götter. Wer so weiß, der ist kein Mensch mehr; er ist selbst einer unter den Göttern.
etaddha sma vai tadvidvānpriyavrato rauhiṇāyana āha vāyuṃ vāntamānandasta ātmeto vā vāhito veti sa ha sma tathaiva vāti tasmādyāṃ deveṣvāśiṣamicedetenaivopatiṣṭhetānando va ātmāsau me kāmaḥ sa me samṛdhyatāmiti saṃ haivāsmai sa kāma ṛdhyate yatkāmo bhavatyetāṃ ha vai tṛptimetāṃ gatimetamānandametamātmānamabhisambhavati ya evaṃ veda
Dies wissend pflegte einst Priyavrata Rauhiṇāyana zum wehenden Wind zu sprechen: „Ist die Wonne dein Selbst, du Wehender, oder wirst du getrieben?“ Und der wehte dann genau so, [wie er gesagt hatte]. Deshalb soll man, welchen Wunsch man auch immer von den Göttern begehrt, sich eben mit diesem [Spruch] nahen: „Wonne ist unser Selbst; dieser mein Wunsch möge sich mir erfüllen“ – und ihm eben erfüllt sich jener Wunsch, was auch immer er sich wünscht. Diese Sättigung, diese Bahn, diese Wonne, dieses Selbst erlangt, wer so weiß.
tadetadyajurupāṃśvaniruktam prāṇo vai yajurupāṃśvāyatano vai prāṇastadya enaṃ nirbruvantam brūyādaniruktāṃ devatāṃ niravocatprāṇa enaṃ hāsyatīti tathā haiva syāt
Dies also ist das schweigend rezitierte, das unausgesprochene Yajus, das Upāṃśu; denn der Atem eben ist das Yajus, und der Atem hat eben das Schweigen, das Upāṃśu, zu seiner Stätte. Deshalb, wenn jemand zu einem, der es laut ausspricht, sagen würde: „Du hast die unausgesprochene Gottheit ausgesprochen – der Atem wird ihn eben verlassen“ – genau so würde es geschehen.
tasya ha yo niruktamāvirbhāvaṃ veda āvirbhavati kīrtyā yaśasopāṃśu yajuṣādhvaryurgrahaṃ gṛhṇāti gṛhītaḥ sanna āvirbhavatyupāṃśu yajuṣāgniṃ cinoti citaḥ saṃcita āvirbhavatyupāṃśu yajuṣā havirnirvapati śṛtaṃ niṣṭhitamāvirbhavatyevaṃ yatkiṃ copāṃśu karoti kṛtaṃ niṣṭhitamāvirbhavati tasya ha ya etamevaṃ niruktamāvirbhāvaṃ vedāvirbhavati kīrtyā yaśasā brahmavarcasena kṣipra u haivāvidaṃ gacati sa ha yajureva bhavati yajuṣainamācakṣate
Wer aber diese Verbindung von Aussprechen und Offenbarwerden so kennt, der wird offenbar durch Ruhm und Ansehen. Schweigend, mit dem Yajus, ergreift der Adhvaryu das Schöpfgefäß; ergriffen, wird es uns offenbar. Schweigend, mit dem Yajus, schichtet er Agni auf; aufgeschichtet, vollständig geschichtet, wird er offenbar. Schweigend, mit dem Yajus, gießt er die Opfergabe aus; gekocht, vollendet, wird sie offenbar. So wird alles, was er schweigend tut, getan, vollendet, offenbar. Wer nun dieses so ausgesprochene Offenbarwerden kennt, der wird offenbar durch Ruhm, Ansehen und priesterlichen Glanz, das Brahmavarcas; und schnell eben gelangt er zu diesem [Zustand] – er wird eben selbst zum Yajus; als Yajus bezeichnen sie ihn dann.