Adhyāya 5
Vāc als Upaniṣad des Agni, die Welten als geschichteter Agni (Pariśrit/Yajuṣmatī/Sūdadohā/Puriṣa/Lokampṛṇā), die Maṇḍala-Arci-Puruṣa-Trias und der Tod als eigenes Selbst des Wissenden, die Kosmogonie-Kaskade von Geist bis Agni, und die Kuśri-Vājaśravasa-Erzählung von der Ausrichtung des Agni
tasya vā etasyāgneḥ vāgevopaniṣadvācā hi cīyata ṛcā yajuṣā sāmneti nu daivyātha yanmānuṣyā vācāhetīdaṃ kurutetīdaṃ kuruteti tadu ha tayā cīyate
Von diesem Agni ist die Rede, Vāc, selbst die geheime Lehre, die Upaniṣad; denn durch die Rede wird er ja geschichtet – durch die Ṛc, durch das Yajus, durch das Sāman – das ist die göttliche [Rede]. Und was die menschliche Rede betrifft, mit der man sagt: „Tu dies“, „Tu jenes“ – auch durch diese wird er eben geschichtet.
Diese Rede nun ist dreifach eingerichtet: die Ṛc-Verse, die Yajus-Formeln, die Sāman-Gesänge; dadurch ist Agni dreifach eingerichtet, denn eben durch diese Dreiheit wird er geschichtet. So ist er auch dreifach eingerichtet; und genau so ist er auch [in anderer Weise] dreifach eingerichtet, insofern in ihn dreifach eingerichtete Ziegel niedergelegt werden – mit männlichen Namen, mit weiblichen Namen, mit sächlichen Namen; dreifach eingerichtet sind eben auch diese Glieder des Puruṣa – mit männlichen Namen, mit weiblichen Namen, mit sächlichen Namen.
Dieses Selbst hier ist also ebenfalls dreifach eingerichtet; mit diesem dreifach eingerichteten Selbst erlangt er diese dreifach eingerichtete göttliche Unsterblichkeit. Und all diese [Ziegel] nennen sie nur „Iṣṭakā“ [weiblich] – nicht „Iṣṭaka“ [männlich], nicht „Iṣṭakam“ [sächlich] – nach der [weiblichen] Form der Rede; denn all dies ist ja Rede selbst, ob weiblich, männlich oder sächlich – denn all dies wird ja allein durch Rede erlangt. Deshalb setzt er sie alle nur mit [der Formel] „Sitze fest wie ein Aṅgiras“ [weiblich] nieder – nicht [mit] „sitze fest“ [männlich], nicht [mit] „sitze fest“ [sächlich] – denn damit richtet er eben diese Rede selbst [in ihrer rechten grammatischen Form] ein.
sā yā sā vāgasau sa ādityaḥ sa eṣa mṛtyustadyakiṃ cārvācīnamādityātsarvaṃ tanmṛtyunāptaṃ sa yo hainamato'rvācīnaṃ cinute mṛtyunā hainaṃ sa āptaṃ cinute mṛtyave ha sa ātmānamapidadhātyatha ya enamata ūrdhvaṃ cinute sa punarmṛtyumapajayati vidyayā ha vā asyaiṣo'ta ūrdhvaṃ cito bhavati
Jene Rede, die jenes [Agni] ist, das ist jene Sonne dort; das ist dieser Tod. Was diesseits der Sonne liegt, das alles ist vom Tod durchdrungen. Wer diesen [Agni] diesseits davon schichtet, der schichtet ihn, vom Tod durchdrungen; er liefert sich damit eben dem Tod aus. Wer ihn aber jenseits davon schichtet, der bezwingt den wiederholten Tod, den Punarmṛtyu. Durch Erkenntnis eben wird dieser sein [Agni] jenseits davon geschichtet.
Diese Rede nun ist dreifach eingerichtet: die Ṛc-Verse, die Yajus-Formeln, die Sāman-Gesänge. Die Sonnenscheibe entspricht eben den Ṛc-Versen; die Flamme den Sāman-Gesängen; der Puruṣa den Yajus-Formeln. Dies nun ist das Unsterbliche: das, was diese lodernde Flamme ist; dies ist jenes Lotusblatt. Weil er das Lotusblatt niederlegt und dann Agni [darauf] schichtet – eben auf diesem Unsterblichen formt er dieses Selbst, bestehend aus Ṛc, bestehend aus Yajus, bestehend aus Sāman; er wird unsterblich.
yadetanmaṇḍalaṃ tapati tanmahadukthaṃ tā .!caḥ sa ṛcāṃ loko'tha yadetadarcirdīpyate tanmahāvrataṃ tāni sāmāni sa sāmnāṃ loko'tha ya eṣa etasminmaṇḍale puruṣaḥ so'gnistāni yajūṃṣi sa yajuṣāṃ lokaḥ
Dass diese Sonnenscheibe brennt, das ist das Mahaduktha; das sind die Ṛc-Verse; das ist die Welt der Ṛc-Verse. Und dass diese Flamme lodert, das ist das Mahāvrata; das sind die Sāman-Gesänge; das ist die Welt der Sāman-Gesänge. Und der Puruṣa, der in dieser Sonnenscheibe ist, das ist Agni; das sind die Yajus-Formeln; das ist die Welt der Yajus-Formeln.
Diese dreifache Erkenntnis selbst also leuchtet, brennt; dies sagen auch die, die es nicht wissen: „Diese dreifache Erkenntnis brennt ja.“ Die Rede, dies schauend, spricht es aus [auch durch die Unwissenden].
sa eṣa etasminmaṇḍale puruṣo'thaitadamṛtaṃ yadetadarcirdīpyate tasmānmṛtyurna mriyate'mṛte hyantastasmādu na dṛśyate'mṛte hyantaḥ
Dieser Puruṣa in dieser Sonnenscheibe – und dies ist das Unsterbliche: das, was diese lodernde Flamme ist. Deshalb stirbt der Tod dort nicht, denn sein Ende liegt innerhalb des Unsterblichen; deshalb wird er dort auch nicht gesehen, denn sein Ende liegt innerhalb des Unsterblichen.
Dazu gibt es diese Strophe: „Innerhalb des Todes ist das Unsterbliche“ – denn dieses Unsterbliche liegt näher als der Tod, das heißt: die Unsterblichkeit ist innerhalb des Todes gelegt – denn in diesem Puruṣa brennt diese Sonnenscheibe, festgegründet. „Der Tod umkleidet Vivasvant“ – denn jene Sonne dort ist Vivasvant, denn diese umkleidet die Tage und Nächte; dieser [Tod] umkleidet sie; denn sie ist von diesem [Tod] auf allen Seiten umhüllt. „Das Selbst des Todes ist in Vivasvant“ – denn in dieser Scheibe ist das Selbst dieses Puruṣa. Dies also ist die Strophe.
tayorvā etayoḥ ubhayoretasya cārciṣa etasya ca puruṣasyaitanmaṇḍalam pratiṣṭhā tasmānmahaduktham parasmai na śaṃsennedetām pratiṣṭhāṃ cinadā ityetāṃ ha sa pratiṣṭhāṃ cintte yo mahaduktham parasmai śaṃsati tasmādukthaśasam bhūyiṣṭham paricakṣate pratiṣṭhācinno hi bhavatītyadhidevatam
Von diesen beiden, sowohl von dieser Flamme als auch von diesem Puruṣa, ist diese Scheibe die Stütze, die Pratiṣṭhā; deshalb soll man das Mahaduktha nicht für einen anderen hersagen, [im Gedanken:] „Damit ich nicht diese Stütze zerschneide.“ Denn eben diese Stütze zerschneidet, wer das Mahaduktha für einen anderen hersagt; deshalb schließen sie den Uktha-Rezitator meistens aus – denn er wird ja einer, dessen Stütze zerschnitten ist – so viel zu den Gottheiten, dem Adhidevatam.
athādhiyajñam yade tanmaṇḍalaṃ tapatyayaṃ sa rukmo'tha yadetadarcirdīpyata idaṃ tatpuṣkaraparṇamāpo hyetā āpaḥ puṣkaraparṇamatha ya eṣa etasminmaṇḍale puruṣo'yameva sa yo'yaṃ hiraṇmayaḥ puruṣastadetadevaitattrayaṃ saṃskṛtyehopadhatte tadyajñasyaivānu saṃsthāmūrdhvamutkrāmati tadetamapyeti ya eṣa tapati tasmādagniṃ nādriyeta parihantumamutra hyeṣa tadā bhavatītyu evādhiyajñam
Nun zum Opfer: dass diese Scheibe brennt – das ist jene Goldscheibe, der Rukma. Und dass diese Flamme lodert – das ist jenes Lotusblatt, denn diese [Flamme entspricht] den Wassern, [und] das Lotusblatt [gehört zu den Wassern]. Und der Puruṣa, der in dieser Scheibe ist – das ist eben jener goldene Puruṣa. Nachdem er diese drei so bereitet hat, legt er sie hier nieder; dann, im Anschluss an den Abschluss, die Saṃsthā, des Opfers, steigt er empor; er geht dann eben zu jener [Sonne] ein, die hier brennt. Deshalb soll man nicht zögern, das [irdische] Feuer auszulöschen, denn er selbst ist dann eben schon dort – so viel zum Opfer, dem Adhiyajña.
athādhyātmam yadetanmaṇḍalaṃ tapati yaścaiṣa rukma idaṃ tacuklamakṣannatha yadetadarcirdīpyate yaccaitatpuṣkaraparṇamidaṃ tatkṛṣṇamakṣannatha ya eṣa etasminmaṇḍale puruṣo yaścaiṣa hiraṇmayaḥ puruṣo'yameva sa yo'yaṃ dakṣiṇe'kṣanpuruṣaḥ
Nun zum Selbst: dass diese Scheibe brennt, und dass dies der Rukma ist – das ist das Weiße des Auges. Und dass diese Flamme lodert, und dass dies das Lotusblatt ist – das ist das Dunkle, die Pupille, des Auges. Und der Puruṣa, der in dieser Scheibe ist, und dieser goldene Puruṣa – das ist eben jener Puruṣa im rechten Auge.
sa eṣa eva lokampṛṇā tāmeṣa sarvo'gnirabhisampadyate tasyaitanmithunaṃ yo'yaṃ savye'kṣanpuruṣo'rdhamu haitadātmano yanmithunaṃ yadā vai saha mithunenātha sarvo'tha kṛtsnaḥ kṛtsnatāyai tadyatte dve bhavato dvandvaṃ hi mithunam prajananaṃ tasmāddve-dve lokampṛṇe upadhīyete tasmādu dvābhyāṃ citim praṇayanti
Dieser [Puruṣa im rechten Auge] ist eben die Lokampṛṇā; ihm entspricht der ganze Agni. Sein Paarungspartner, das Mithuna, ist dieser Puruṣa im linken Auge; und dies ist eben nur die Hälfte des Selbst, [nämlich] die Paarung; denn erst zusammen mit seinem Paarungspartner wird es ganz, vollständig, zur Vollständigkeit. Dass es diese zwei gibt: die Paarung ist ja ein Paar, zeugend; deshalb werden die Lokampṛṇā-Ziegel je zwei und zwei niedergelegt; deshalb führen sie auch die Schichtung mit je zwei [Ziegeln] durch.
sa eṣa evendraḥ yo'yaṃ dakṣiṇe'kṣanpuruṣo'theyamindrāṇī tābhyāṃ devā etāṃ vidhṛtimakurvannāsikāṃ tasmājjāyāyā ante nāśnīyādvīryavānhāsmājjāyate vīryavantamu ha sā janayati yasyā ante nāśnāti
Dieser Puruṣa im rechten Auge ist eben Indra; und dieser [im linken Auge] ist Indrāṇī. Mit diesen beiden machten die Götter diese Trennwand, die Nase. Deshalb soll man nicht am Rand [der Speiseportion] der Gattin essen; ein kraftvolles [Kind] wird davon geboren; ein kraftvolles [Kind] zeugt eben sie, an deren Rand man nicht isst.
Dies ist eben ein göttliches Gelübde, das die Angehörigen königlicher Familien unter den Menschen noch, wenn auch nur in geringstem Maße, bewahren; deshalb wird eben unter ihnen ein kraftvolles [Kind] geboren [Anm.: der Schlusssatz über den schnellen Falken ist im Quelltext elliptisch/unsicher] – der schnelle Falke unter den Vögeln zeugt entsprechend [ein rasches Junges].
Diese beiden, in den Raum des Herzens eingegangen, werden zu einem Paar, einem Mithuna. Wenn sie zur Vollendung ihrer Paarung gelangen, dann schläft dieser Puruṣa, der Mensch. So wie hier einer, der zur Vollendung einer menschlichen Paarung gelangt ist, gleichsam bewusstlos wird, ebenso wird auch dieser [Schlafende] gleichsam bewusstlos; denn dies ist eine göttliche Paarung, denn dies ist die höchste Wonne, der Ānanda.
tasmādevaṃvitsvapyāt lokyaṃ haite eva taddevate mithunena priyeṇa dhāmnā samardhayati tasmādu ha svapantaṃ dhureva na bodhayennedete devate mithunobhavantyau hinasānīti tasmādu haitatsuṣupuṣaḥ śleṣmaṇamiva mukham bhavatyete eva taddevate retaḥ siñcatastasmādretasa idaṃ sarvaṃ sambhavati yadidaṃ kiṃ ca
Deshalb soll ein solcher Wissender schlafen, denn dies eben ist welterlangend; diese beiden Gottheiten lassen ihn eben damit an einem lieben, paarungsvollen Ort gedeihen. Deshalb soll man einen Schlafenden nicht abrupt wecken, [im Gedanken:] „Damit ich nicht diese beiden Gottheiten, während sie sich paaren, verletze.“ Deshalb wird eben der Mund eines tief Schlafenden gleichsam von Schleim bedeckt – denn eben diese beiden Gottheiten ergießen dann Samen; aus diesem Samen eben entsteht all dies hier, was auch immer es sei.
sa eṣa eva mṛtyuḥ ya eṣa etasminmaṇḍale puruṣo yaścāyaṃ dakṣiṇe'kṣanpuruṣastasya haitasya hṛdaye pādāvatihatau tau haitadācidyotkrāmati sa yadotkrāmatyatha haitatpuruṣo mriyate tasmādu haitatpretamāhurācedyasyeti
Dieser Puruṣa, der in dieser Scheibe ist, und dieser Puruṣa im rechten Auge – das eben ist der Tod. Seine beiden Füße sind im Herzen verankert. Er, [der Tod], geht fort, nachdem er dies [die Verbindung] durchtrennt hat; und wenn er fortgeht, dann stirbt dieser Mensch. Deshalb sagen sie von einem Verstorbenen: „Seine [Verbindung] ist durchtrennt.“
eṣa u eva prāṇaḥ eṣa hīmāḥ sarvāḥ prajā praṇayati tasyaite prāṇāḥ svāḥ sa yadā svapityathainamete prāṇāḥ svā apiyanti tasmātsvāpyayaḥ svāpyayo ha vai taṃ svapna ityācakṣate paro'kṣam paro'kṣakāmā hi devāḥ
Dieser ist auch eben der Atem, Prāṇa; denn dieser leitet ja alle diese Geschöpfe. Diese Atemkräfte sind ihm eigen; wenn er schläft, dann gehen diese seine eigenen Atemkräfte in ihn ein. Deshalb [heißt dies] Svāpyaya, „Eingehen ins Eigene“; dieses Svāpyaya bezeichnen sie indirekt mit dem Namen „Svapna“, Traum/Schlaf – denn die Götter lieben die indirekte Ausdrucksweise.
sa etaiḥ suptaḥ na kasya cana veda na manasā saṃkalpayati na vācānnasya rasaṃ vijānāti na prāṇena gandhaṃ vijānāti na cakṣuṣā paśyati na śrotreṇa śṛṇotyetaṃ hyete tadāpītā bhavanti sa eṣa ekaḥ sanprajāsu bahudhā vyāviṣṭastasmādekā satī lokampṛṇā sarvamagnimanuvibhavatyatha yadeka eva tasmādekā
Er, so mit diesen [Atemkräften] eingeschlafen, weiß von nichts; er fasst mit dem Denken keinen Vorsatz; er erkennt mit der Rede keinen Geschmack; er erkennt mit dem Atem keinen Geruch; er sieht nicht mit dem Auge; er hört nicht mit dem Ohr – denn diese [Vermögen] sind dann eben in ihn eingegangen. Er, obwohl einer, ist unter den Geschöpfen vielfach verteilt; deshalb durchdringt die Lokampṛṇā, obwohl eine, den ganzen Agni; und weil sie nur eine ist, deshalb heißt sie „die Eine“.
Dazu fragen sie: „Ist der Tod einer oder viele?“ Man soll sagen: „Beides, einer und viele.“ Insofern er jener dort ist, [in der Sonne], ist er dadurch einer; und insofern er hier unter den Geschöpfen vielfach verteilt ist, ist er dadurch viele.
tadāhuḥ antike mṛtyurdūrā ityantike ca dūre ceti ha brūyādyadahāyamihādhyātmaṃ tenāntike'tha yadasāvamutra teno dūre
Dazu fragen sie: „Ist der Tod nah oder fern?“ Man soll sagen: „Beides, nah und fern.“ Insofern er hier, innerhalb des Selbst, ist, ist er dadurch nah; und insofern er jener dort ist, [in der Sonne], ist er dadurch fern.
tadeṣa śloko bhavati anne bhātyapaśrito rasānāṃ saṃkṣare'mṛta iti yadetanmaṇḍalaṃ tapati tadannamatha ya eṣa etasminmaṇḍale puruṣaḥ so'ttā sa etasminnanne'paśrito bhātītyadhidevatam
Dazu gibt es diese Strophe: „Er leuchtet, auf Speise gestützt, unsterblich, im Ausfließen der Säfte.“ Dass diese Scheibe brennt, das ist Speise; und der Puruṣa, der in dieser Scheibe ist, er ist der Esser; er leuchtet, auf diese Speise gestützt – so viel zu den Gottheiten, dem Adhidevatam.
Diesen hier verehren die Adhvaryus als „Agni“; als „Yajus“ – denn er jocht ja all dies an. Die Chandogas [verehren ihn] als „Sāman“ – denn in ihm ist all dies gleich. Die Bahvṛcas [verehren ihn] als „Uktha“ – denn er richtet ja all dies auf. Die Zauberkundigen, Yātuvids, [verehren ihn] als „Yātu“, Zauber – denn dadurch ist all dies gebändigt. Die Schlangen [verehren ihn] als „Viṣa“, Gift; die Schlangenkundigen [verehren ihn] als „Sarpa“, Schlange; die Götter [verehren ihn] als „Ūrj“, Lebenssaft; die Menschen als „Rayi“, Reichtum; die Asuras als „Māyā“, Trugbild; die Väter, Pitṛs, als „Svadhā“, Ahnenopferformel; die Kenner des Devajana als „Devajana“, Göttervolk; die Gandharvas als „Rūpa“, Gestalt; die Apsaras als „Gandha“, Duft. Wie ihn ein jeder verehrt, so eben wird er für ihn; und, dazu geworden, schützt er sie damit. Deshalb soll ein solcher Wissender diesen mit all diesen [Namen] zugleich verehren; er wird zu all diesem, und, zu all diesem geworden, schützt er ihn damit.
sa eṣa trīṣṭako'gniḥ ṛgekā yajurekā sāmaikā tadyāṃ kāṃ cātrarcopadadhāti rukma eva tasyā āyatanamatha yāṃ yajuṣā puruṣa eva tasyā āyatanamatha yāṃ sāmnā puṣkaraparṇameva tasyā āyatanamevaṃ trīṣṭakaḥ
Dieser ist der Dreiziegel-Agni, der Trīṣṭaka: ein [Ziegel] mit einem Ṛc-Vers, einer mit einer Yajus-Formel, einer mit einem Sāman-Gesang. Welchen [Ziegel] er hier mit einem Ṛc-Vers niederlegt, dessen Sitz ist eben die Goldscheibe; welchen mit einer Yajus-Formel, dessen Sitz ist eben der Puruṣa; welchen mit einem Sāman-Gesang, dessen Sitz ist eben das Lotusblatt. So ist der Dreiziegel.
te vā ete ubhe eṣa ca rukma etacca puṣkaraparṇametam puruṣamapīta ubhe hyṛkṣāme yajurapīta evamvekeṣṭakaḥ
Diese beiden, diese Goldscheibe und dieses Lotusblatt, sind ja in diesen Puruṣa eingegangen; denn beide, Ṛc und Sāman, sind in das Yajus eingegangen. So wird es zu einem einzigen Ziegel.
sa eṣa eva mṛtyuḥ ya eṣa etasminmaṇḍale puruṣo yaścāyaṃ dakṣiṇe'kṣanpuruṣaḥ sa eṣa evaṃvida ātmā bhavati sa yadaivaṃvidasmāllokātpraityathaitamevātmānamabhisambhavati so'mṛto bhavati mṛtyurhyasyātmā bhavati
Dieser Puruṣa, der in dieser Scheibe ist, und dieser Puruṣa im rechten Auge – das eben ist der Tod; das eben wird das Selbst eines solchen Wissenden. Wenn ein solcher Wissender aus dieser Welt scheidet, dann erlangt er eben dieses selbe Selbst; er wird unsterblich, denn der Tod selbst wird sein Selbst.
Dies hier war im Anfang weder nichtseiend, noch war es seiend; es war gleichsam im Anfang, [doch] war es nicht [wahrhaft seiend]. Das eben war damals allein das Denken.
Dieses Denken, geschaffen, wollte offenbar werden, deutlicher bestimmt, gestalteter; es strebte nach einem Selbst; es übte Glut, Tapas; es verdichtete sich; es sah sechsunddreißigtausend Feuer, Glanzstrahlen, aus Denken bestehend, als sein eigenes Selbst, vom Denken geschichtet. Diese wurden allein durch das Denken niedergelegt, durch das Denken geschichtet; durch das Denken wurden unter ihnen die Schöpfgefäße ergriffen; durch das Denken wurde unter ihnen gepriesen, durch das Denken wurde unter ihnen hergesagt. Was auch immer im Opfer an Ritushandlung vollzogen wird, was auch immer an Opferhandlung, das geschah unter ihnen allein durch das Denken, unter diesen aus Denken bestehenden, vom Denken geschichteten [Feuern]; es wurde zu einem aus Denken bestehenden gemacht. So ist eben das, was diese Geschöpfe hier mit dem Denken beabsichtigen, eben ihre eigene Schöpfung; genau diese legen sie nieder, diese schichten sie, unter ihnen ergreifen sie die Schöpfgefäße, unter ihnen preisen sie, unter ihnen sagen sie her. So groß eben ist die Entfaltung des Denkens, so groß seine Aussendung; so groß ist das Denken: sechsunddreißigtausend Feuer, Glanzstrahlen; von diesen ist jedes einzelne so groß wie jene vorhergehende [Schöpfung].
Dieses Denken schuf die Rede, Vāc. Diese Rede, geschaffen, wollte offenbar werden, deutlicher bestimmt, gestalteter; sie strebte nach einem Selbst; sie übte Glut; sie verdichtete sich; sie sah sechsunddreißigtausend Feuer, Glanzstrahlen, aus Rede bestehend, als ihr eigenes Selbst, von der Rede geschichtet. Diese wurden allein durch die Rede niedergelegt, durch die Rede geschichtet; durch die Rede wurden unter ihnen die Schöpfgefäße ergriffen; durch die Rede wurde unter ihnen gepriesen, durch die Rede wurde unter ihnen hergesagt. Was auch immer im Opfer an Ritushandlung vollzogen wird, was auch immer an Opferhandlung, das geschah unter ihnen allein durch die Rede, unter diesen aus Rede bestehenden, von der Rede geschichteten [Feuern]; es wurde zu einem aus Rede bestehenden gemacht. So ist eben das, was diese Geschöpfe hier mit der Rede sprechen, eben ihre eigene Schöpfung; genau diese legen sie nieder, diese schichten sie, unter ihnen ergreifen sie die Schöpfgefäße, unter ihnen preisen sie, unter ihnen sagen sie her. So groß eben ist die Entfaltung der Rede, so groß ihre Aussendung; so groß ist die Rede: sechsunddreißigtausend Feuer, Glanzstrahlen; von diesen ist jedes einzelne so groß wie jene vorhergehende [Schöpfung].
Diese Rede schuf den Atem, Prāṇa. Dieser Atem, geschaffen, wollte offenbar werden, deutlicher bestimmt, gestalteter; er strebte nach einem Selbst; er übte Glut; er verdichtete sich; er sah sechsunddreißigtausend Feuer, Glanzstrahlen, aus Atem bestehend, als sein eigenes Selbst, vom Atem geschichtet. Diese wurden allein durch den Atem niedergelegt, durch den Atem geschichtet; durch den Atem wurden unter ihnen die Schöpfgefäße ergriffen; durch den Atem wurde unter ihnen gepriesen, durch den Atem wurde unter ihnen hergesagt. Was auch immer im Opfer an Ritushandlung vollzogen wird, was auch immer an Opferhandlung, das geschah unter ihnen allein durch den Atem, unter diesen aus Atem bestehenden, vom Atem geschichteten [Feuern]; es wurde zu einem aus Atem bestehenden gemacht. So ist eben das, was diese Geschöpfe hier mit dem Atem atmen, eben ihre eigene Schöpfung; genau diese legen sie nieder, diese schichten sie, unter ihnen ergreifen sie die Schöpfgefäße, unter ihnen preisen sie, unter ihnen sagen sie her. So groß eben ist die Entfaltung des Atems, so groß seine Aussendung; so groß ist der Atem: sechsunddreißigtausend [Feuer, Glanzstrahlen].
Dieser Atem schuf das Auge, Cakṣus. Dieses Auge, geschaffen, wollte offenbar werden, deutlicher bestimmt, gestalteter; es strebte nach einem Selbst; es übte Glut; es verdichtete sich; es sah sechsunddreißigtausend Feuer, Glanzstrahlen, aus dem Auge bestehend, als sein eigenes Selbst, vom Auge geschichtet. Diese wurden allein durch das Auge niedergelegt, durch das Auge geschichtet; durch das Auge wurden unter ihnen die Schöpfgefäße ergriffen; durch das Auge wurde unter ihnen gepriesen, durch das Auge wurde unter ihnen hergesagt. Was auch immer im Opfer an Ritushandlung vollzogen wird, was auch immer an Opferhandlung, das geschah unter ihnen allein durch das Auge, unter diesen aus dem Auge bestehenden, vom Auge geschichteten [Feuern]; es wurde zu einem aus dem Auge bestehenden gemacht. So ist eben das, was diese Geschöpfe hier mit dem Auge sehen, eben ihre eigene Schöpfung; genau diese legen sie nieder, diese schichten sie, unter ihnen ergreifen sie die Schöpfgefäße, unter ihnen preisen sie, unter ihnen sagen sie her. So groß eben ist die Entfaltung des Auges, so groß seine Aussendung; so groß ist das Auge: sechsunddreißigtausend [Feuer, Glanzstrahlen].
Dieses Auge schuf das Gehör, Śrotra. Dieses Gehör, geschaffen, wollte offenbar werden, deutlicher bestimmt, gestalteter; es strebte nach einem Selbst; es übte Glut; es verdichtete sich; es sah sechsunddreißigtausend Feuer, Glanzstrahlen, aus dem Gehör bestehend, als sein eigenes Selbst, vom Gehör geschichtet. Diese wurden allein durch das Gehör niedergelegt, durch das Gehör geschichtet; durch das Gehör wurden unter ihnen die Schöpfgefäße ergriffen; durch das Gehör wurde unter ihnen gepriesen, durch das Gehör wurde unter ihnen hergesagt. Was auch immer im Opfer an Ritushandlung vollzogen wird, was auch immer an Opferhandlung, das geschah unter ihnen allein durch das Gehör, unter diesen aus dem Gehör bestehenden, vom Gehör geschichteten [Feuern]; es wurde zu einem aus dem Gehör bestehenden gemacht. So ist eben das, was diese Geschöpfe hier mit dem Gehör hören, eben ihre eigene Schöpfung; genau diese legen sie nieder, diese schichten sie, unter ihnen ergreifen sie die Schöpfgefäße, unter ihnen preisen sie, unter ihnen sagen sie her. So groß eben ist die Entfaltung des Gehörs, so groß seine Aussendung; so groß ist das Gehör: sechsunddreißigtausend [Feuer, Glanzstrahlen].
Dieses Gehör schuf die Ritushandlung, das Karma. Diese verdichtete sich zusammen mit den Atemkräften zu diesem zweifelhaften Leib, einem speise-ungewissen [Wesen] – denn unvollständig ist ja die Ritushandlung ohne die Atemkräfte, und unvollständig sind auch die Atemkräfte ohne die Ritushandlung.
Diese Ritushandlung hier, geschaffen, wollte offenbar werden, deutlicher bestimmt, gestalteter; sie strebte nach einem Selbst; sie übte Glut; sie verdichtete sich; sie sah sechsunddreißigtausend Feuer, Glanzstrahlen, aus Ritushandlung bestehend, als ihr eigenes Selbst, von der Ritushandlung geschichtet. Diese wurden allein durch die Ritushandlung niedergelegt, durch die Ritushandlung geschichtet; durch die Ritushandlung wurden unter ihnen die Schöpfgefäße ergriffen; durch die Ritushandlung wurde unter ihnen gepriesen, durch die Ritushandlung wurde unter ihnen hergesagt. Was auch immer im Opfer an Ritushandlung vollzogen wird, was auch immer an Opferhandlung, das geschah unter ihnen allein durch die Ritushandlung, unter diesen aus Ritushandlung bestehenden, von der Ritushandlung geschichteten [Feuern]; es wurde zu einem aus Ritushandlung bestehenden gemacht. So ist eben das, was diese Geschöpfe hier als Ritushandlung vollziehen, eben ihre eigene Schöpfung; genau diese legen sie nieder, diese schichten sie, unter ihnen ergreifen sie die Schöpfgefäße, unter ihnen preisen sie, unter ihnen sagen sie her. So groß eben ist die Entfaltung der Ritushandlung, so groß ihre Aussendung; so groß ist die Ritushandlung: sechsunddreißigtausend [Feuer, Glanzstrahlen].
Diese Ritushandlung schuf Agni. Agni ist ja offenbarer als die Ritushandlung, denn durch die Ritushandlung erzeugen sie ihn, durch die Ritushandlung entzünden sie ihn.
so'yamagniḥ sṛṣṭa āvirabubhūṣat niruktataro mūrtataraḥ sa ātmānamanvaicatsa tapo'tapyata sa prāmūrcatsa ṣaṭtriṃśataṃ sahasrāṇyapaśyadātmano'gnīnarkānagnimayānagnicitaste'gninaivādhīyantāgninācīyan tāgninaiṣu grahā agṛhyantāgnināstuvatāgnināśaṃsanyatkiṃ ca yajñe karma kriyate yatkiṃ ca yajñiyaṃ karmāgninaiva teṣu tadagnimayeṣvagnicitsvagnimayamakriyata tadyatkiṃ cemāni bhūtānyagnimindhate teṣāmeva sā kṛtistānevādadhati tāṃścinvanti teṣu grahāngṛhṇanti teṣu stuvate teṣu śaṃsantyetāvatī vā agnervibhūtiretāvatī visṛṣṭiretāvānagniḥ ṣaṭtriṃśatsahasrāṇyagnayo=rkāsteṣāmekaika eva tāvānyāvānasau pūrvaḥ
Dieser Agni hier, geschaffen, wollte offenbar werden, deutlicher bestimmt, gestalteter; er strebte nach einem Selbst; er übte Glut; er verdichtete sich; er sah sechsunddreißigtausend Feuer, Glanzstrahlen, aus Agni bestehend, als sein eigenes Selbst, von Agni geschichtet. Diese wurden allein durch Agni niedergelegt, durch Agni geschichtet; durch Agni wurden unter ihnen die Schöpfgefäße ergriffen; durch Agni wurde unter ihnen gepriesen, durch Agni wurde unter ihnen hergesagt. Was auch immer im Opfer an Ritushandlung vollzogen wird, was auch immer an Opferhandlung, das geschah unter ihnen allein durch Agni, unter diesen aus Agni bestehenden, von Agni geschichteten [Feuern]; es wurde zu einem aus Agni bestehenden gemacht. So ist eben das, was diese Geschöpfe hier als Agni entzünden, eben ihre eigene Schöpfung; genau diese legen sie nieder, diese schichten sie, unter ihnen ergreifen sie die Schöpfgefäße, unter ihnen preisen sie, unter ihnen sagen sie her. So groß eben ist die Entfaltung des Agni, so groß seine Aussendung; so groß ist Agni: sechsunddreißigtausend Feuer, Glanzstrahlen; von diesen ist jedes einzelne so groß wie jene vorhergehende [Schöpfung].
te haite vidyācita eva tānhaitānevaṃvide sarvadā sarvāṇi bhūtāni cinvantyapi svapate vidyayā haivaita evaṃvidaścitā bhavanti
Diese hier sind eben allein durch Erkenntnis geschichtet; diese hier schichten für einen solchen Wissenden immer alle Geschöpfe, selbst während er schläft; allein durch Erkenntnis eben werden diese für einen solchen Wissenden geschichtet.
ayaṃ vāva loka eṣo'gniścitaḥ tasyāpa eva pariśrito manuṣyā yajuṣmatya iṣṭakāḥ sūdadohā oṣadhayaśca vanaspatayaśca purīṣamāhutayaḥ samidho'gnirlokampṛṇā tadvā etatsarvamagnimevābhisampadyate tatsarvo'gnirlokampṛṇāmabhisampadyate sa yo haitadevaṃ veda lokampṛṇāmenam bhūtametatsarvamabhisampadyate
Diese Welt hier ist eben dieser geschichtete Agni. Seine Pariśrit-Ziegel [Anm.: die den Feueraltar umschließenden Randziegel; die im Folgenden auftretenden Bezeichnungen Pariśrit, Yajuṣmatī, Sūdadohā, Puriṣa, Samidh und Lokampṛṇā sind technische Namen der verschiedenen Ziegellagen und -gruppen, die hier systematisch mit den Bestandteilen verschiedener Welten gleichgesetzt werden] sind eben die Gewässer; die Menschen sind die Yajuṣmatī-Ziegel; die Sūdadohā-Ziegel sind die Pflanzen und die Bäume; das Puriṣa ist die Opfergaben; die Brennhölzer sind Agni; und dies alles ist die Lokampṛṇā. So wird eben dies alles zu nichts anderem als Agni; so wird dies alles zu Agni, der Lokampṛṇā. Wer dies so weiß, für den wird diese ganze Geschöpfwelt zur Lokampṛṇā.
Die Atmosphäre nun ist eben dieser geschichtete Agni. Ihr Pariśrit ist eben die Verbindungsstelle (Saṃdhi) von Himmel und Erde; denn jenseits [der Atmosphäre] verbinden sich Himmel und Erde miteinander. Jene Pariśrit-Ziegel sind die Vögel; die Yajuṣmatī-Ziegel sind der Regen; die Sūdadohā-Ziegel sind die Lichtstrahlen; das Puriṣa ist die Opfergaben; die Brennhölzer sind Vāyu, der Wind; und dies alles ist die Lokampṛṇā. So wird eben dies alles zu nichts anderem als Vāyu; so wird dies alles zu Agni, der Lokampṛṇā [Anm.: Die Quelle kürzt die wiederholte Schlussformel hier und im Folgenden zu „tatsarvo'gnirlo...“ ab; sie wird hier jeweils nach dem Muster der ersten Einheit vollständig ergänzt]. Wer dies so weiß, für den wird diese ganze Geschöpfwelt zur Lokampṛṇā.
Der Himmel (Dyaus) nun ist eben dieser geschichtete Agni. Sein Pariśrit ist eben die Gewässer; so wie dieses Gefäß [Anm.: kośa, unsichere Deutung] umgestülpt [auf dem Wasser schwimmt], so befinden sich diese Welten inmitten der Gewässer. Was von diesen Gewässern jenseits jener Welten liegt, das sind die Pariśrit-Ziegel; die Götter sind die Yajuṣmatī-Ziegel; was in jener Welt Speise ist, das ist die Sūdadohā; die Sterne [entsprechen] dem Puriṣa, den Opfergaben [Anm.: Die genaue Zuordnung der einzelnen Glieder dieser Aufzählung ist im Quelltext nicht eindeutig markiert]; die Brennhölzer sind Āditya, die Sonne; und dies alles ist die Lokampṛṇā. So wird eben dies alles zu nichts anderem als Āditya; so wird dies alles zu Agni, der Lokampṛṇā.
ādityo ha tvevaiṣo'gniścitaḥ tasya diśa eva pariśritastāḥ ṣaṣṭiśca trīṇi ca śatāni bhavanti ṣaṣṭiśca ha vai trīṇi ca śatānyādityaṃ diśaḥ samantam pariyanti raśmayo yajuṣmatya iṣṭakāstāḥ ṣaṣṭiścaiva trīṇi ca śatāni bhavanti ṣaṣṭiśca ha vai trīṇi ca śatānyādityasya raśmayastadyatpariśritsu yajuṣmatīḥ pratyarpayati raśmīṃstaddikṣu pratyarpayatyatha yadantarā diśaśca raśmīṃśca tatsūdadohā atha yaddikṣu ca raśmiṣu cānnaṃ tatpurīṣaṃ tā āhutayastāḥ samidho'tha yaddiśa iti ca raśmaya iti cākhyāyate tallokampṛṇā tadvā etatsarvaṃ diśa iti caiva raśmaya iti cākhyāyate tatsarvo'gnirlo
Āditya, die Sonne, nun ist eben dieser geschichtete Agni. Seine Pariśrit-Ziegel sind eben die Himmelsrichtungen; diese sind dreihundertundsechzig an der Zahl; denn dreihundertundsechzig [Richtungspunkte] umkreisen ringsum Āditya, die Richtungen. Die Strahlen sind die Yajuṣmatī-Ziegel; auch diese sind dreihundertundsechzig an der Zahl; denn dreihundertundsechzig sind die Strahlen Ādityas. Indem er die Yajuṣmatī-Ziegel zwischen die Pariśrit-Ziegel setzt, weist er damit die Strahlen den Richtungen zu. Was nun zwischen den Richtungen und den Strahlen liegt, das ist die Sūdadohā; was aber in den Richtungen und in den Strahlen Speise ist, das ist das Puriṣa; dies sind die Opfergaben, dies die Brennhölzer [Anm.: Die Formel weicht hier von den übrigen Einheiten ab, in denen die Brennhölzer jeweils einem eigenen Gottprinzip entsprechen – die Quelle scheint hier stattdessen auf Richtung und Strahl selbst zurückzuverweisen]. Was nun als „Richtung“ und als „Strahl“ bezeichnet wird, das ist die Lokampṛṇā. So wird eben dies alles zu dem, was als „Richtung“ und eben als „Strahl“ bezeichnet wird; dies alles wird zu Agni, der Lokampṛṇā.
nakṣatrāṇi ha tvevaiṣo'gniścitaḥ tāni vā etāni saptaviṃśatirnakṣatrāṇi saptaviṃśatiḥ saptaviṃśatirhopanakṣatrāṇyekaikaṃ nakṣatramanūpatiṣṭhante tāni sapta ca śatāni viṃśatiścādhi ṣaṭtriṃśattato yāni sapta ca śatāni viṃśatiśceṣṭakā eva tāḥ ṣaṣṭiśca trīṇi ca śatāni pariśritaḥ ṣaṣṭiśca trīṇi ca śatāni yajuṣmatyo'tha yānyadhi ṣaṭtriṃśatsa trayodaśo māsaḥ sa ātmā triṃśadātmā pratiṣṭhā dve śira eva ṣaṭtriṃśyau tadyatte dve bhavato dvyakṣaraṃ hi śiro'tha yadantarā nakṣatre tatsūdadohā atha yannakṣatreṣvannaṃ tatpurīṣaṃ tā āhutayastāḥ samidho'tha yannakṣatrāṇītyākhyāyate tallokampṛṇā tadvā etatsarvaṃnakṣatrāṇītyevākhyāyate tatsarvo'gnirlo
Die Nakṣatras (Mondhäuser) nun sind eben dieser geschichtete Agni. Diese sind ja siebenundzwanzig Nakṣatras; und siebenundzwanzig Upa-Nakṣatras (Neben-Mondhäuser) begleiten je ein Nakṣatra; das ergibt siebenhundertundzwanzig, dazu noch sechsunddreißig. Von diesen sind die siebenhundertzwanzig eben die Ziegel; diese sind dreihundertundsechzig als Pariśrit-Ziegel und dreihundertundsechzig als Yajuṣmatī-Ziegel. Was aber die sechsunddreißig darüber hinaus sind, das ist der dreizehnte Monat; dieser ist das Selbst; dreißig davon sind das Selbst als Standhalt (Pratiṣṭhā), zwei eben sind das Haupt – das sind die sechsunddreißig; dass es deren zwei gibt, erklärt sich daraus, dass das Haupt zweisilbig ist [Anm.: Diese und die im Folgenden wiederholt auftretende 36er-Aufteilung addiert sich in der Quelle nicht immer restlos zu 36; sie wird hier jeweils wörtlich wiedergegeben]. Was nun zwischen den Nakṣatras liegt, das ist die Sūdadohā; was aber in den Nakṣatras Speise ist, das ist das Puriṣa; dies sind die Opfergaben, dies die Brennhölzer. Was nun als „Nakṣatras“ bezeichnet wird, das ist die Lokampṛṇā. So wird eben dies alles zu dem, was eben als „Nakṣatras“ bezeichnet wird; dies alles wird zu Agni, der Lokampṛṇā.
tā vā etāḥ ekaviṃśatirbṛhatya ekaviṃśo vai svargo loko bṛhatī svargo lokastadeṣa svargaṃ lokamabhisampadyata ekaviṃśaṃ ca stomam bṛhatīṃ ca candaḥ
Diese hier nun sind einundzwanzig Bṛhatīs; einundzwanzigfach ist ja die Himmelswelt (Svarga), die Bṛhatī ist die Himmelswelt; so gelangt er zu dieser Himmelswelt, zum einundzwanzigfachen Stoma und zum Bṛhatī-Versmaß.
candāṃsi ha tvevaiṣo'gniścitaḥ tāni vā etāni sapta candāṃsi caturuttarāṇi tricāni teṣāṃ sapta ca śatāni viṃśatiścākṣarāṇyadhi ṣaṭtriṃśattato yāni sapta ca śatāni viṃśatiśceṣṭakā eva tāḥ ṣaṣṭiśca trīṇi ca śatāni pariśritaḥ ṣaṣṭiśca trīṇi ca śatāni yajuṣmatyo'tha yānyadhi ṣaṭtriṃśatsa trayodaśo māsaḥ sa ātmā triṃśadātmā pratiṣṭhā dve prāṇā dve śira eva ṣaṭtriṃśyau tadyatte dve bhavato dvyakṣaraṃ hi śiraḥ
Die Versmaße (Chandas) nun sind eben dieser geschichtete Agni. Diese sind ja sieben Versmaße, deren Silbenzahl je um vier steigt, [in dreifacher Wiederholung] [Anm.: unsichere Deutung von „tricāni“]. Von ihnen sind es siebenhundertundzwanzig Silben, dazu noch sechsunddreißig; von diesen sind die siebenhundertzwanzig eben die Ziegel; diese sind dreihundertundsechzig als Pariśrit-Ziegel und dreihundertundsechzig als Yajuṣmatī-Ziegel. Was aber die sechsunddreißig darüber hinaus betrifft, das ist der dreizehnte Monat; dieser ist das Selbst; dreißig davon sind das Selbst als Standhalt, zwei die Atemkräfte (Prāṇa), zwei eben das Haupt – das sind die sechsunddreißig; dass es deren zwei gibt, erklärt sich daraus, dass das Haupt zweisilbig ist.
Von dieser sechsunddreißigsilbigen Bṛhatī nun: die ersten zehn Silben – das ist die zehnsilbige Einfuß-Strophe; was davon zwanzig sind – das ist die zwanzigsilbige Zweifuß-Strophe; was dreißig sind – das ist die dreißigsilbige Virāj; was dreiunddreißig sind – das ist die dreiunddreißigsilbige [Strophe]; was vierunddreißig sind – das ist die vierunddreißigsilbige Svarāj. Und weil dieser Agni mit allen Versmaßen geschichtet ist, deshalb ist er „Aticandas“ [über die Versmaße hinausgehend]. Alle diese Ziegel sind eben nur „Ziegel“ (Iṣṭakāḥ); [die Formel] „Iṣṭake!“ hat drei Silben, ist dreifüßig, [wie die] Gāyatrī; dadurch eben ist dieser [Agni] ein Gāyatra; [ebenso die Formel] „Agne, sei gnädig!“ [Anm.: unsichere Lesung, möglicherweise verderbt] hat drei Silben, ist dreifüßig, [wie die] Gāyatrī; dadurch eben ist dieser [Agni] ein Gāyatra. Was nun zwischen den beiden Versmaßen liegt, das ist die Sūdadohā; was aber in den Versmaßen Speise ist, das ist das Puriṣa; dies sind die Opfergaben, dies die Brennhölzer. Was nun als „Versmaße“ bezeichnet wird, das ist die Lokampṛṇā. So wird eben dies alles zu dem, was eben als „Versmaße“ bezeichnet wird; dies alles wird zu Agni, der Lokampṛṇā.
tā vā etāḥ ekaviṃśatirbṛhatya ekaviṃśo vai svargo loko bṛhatī svargo lokastadeṣa svargaṃ lokamabhisampadyata ekaviṃśaṃ ca stomam bṛhatīṃ ca candaḥ
Diese hier nun sind einundzwanzig Bṛhatīs; einundzwanzigfach ist ja die Himmelswelt (Svarga), die Bṛhatī ist die Himmelswelt; so gelangt er zu dieser Himmelswelt, zum einundzwanzigfachen Stoma und zum Bṛhatī-Versmaß.
saṃvatsaro ha tvevaiṣo'gniścitaḥ tasya rātraya eva pariśritastāḥ ṣaṣṭiśca trīṇi ca śatāni bhavanti ṣaṣṭiśca ha vai trīṇi ca śatāni saṃvatsarasya rātrayo'hāni yajuṣmatya iṣṭakāstāḥ ṣaṣṭiścaiva trīṇi ca śatāni bhavanti ṣaṣṭiśca ha vai trīṇi ca śatāni saṃvatsarasyāhānyatha yā amūḥ ṣaṭtriṃśadiṣṭakā atiyanti yaḥ sa trayodaśo māsa ātmārdhamāsāśca te māsāśca caturviṃśatirardhamāsā dvādaśa māsā atha yadantarāhorātre tatsūdadohā atha yadahorātreṣvannaṃ tatpurīṣaṃ tā āhutayastāḥ samidho'tha yadahorātrāṇītyākhyāyate tallokampṛṇā tadvā etatsarvamahorātrāṇītyevākhyāyate tatsarvo'gnirlo
Das Jahr (Saṃvatsara) nun ist eben dieser geschichtete Agni. Seine Pariśrit-Ziegel sind eben die Nächte; diese sind dreihundertundsechzig an der Zahl; denn dreihundertundsechzig sind die Nächte des Jahres. Die Tage sind die Yajuṣmatī-Ziegel; auch diese sind dreihundertundsechzig an der Zahl; denn dreihundertundsechzig sind die Tage des Jahres. Was aber jene sechsunddreißig Ziegel betrifft, die darüber hinausgehen – das ist der dreizehnte Monat, das Selbst; und die Halbmonate – das sind die Monate: vierundzwanzig Halbmonate, zwölf Monate. Was nun zwischen Tag und Nacht liegt, das ist die Sūdadohā; was aber in Tag und Nacht Speise ist, das ist das Puriṣa; dies sind die Opfergaben, dies die Brennhölzer. Was nun als „Tag-und-Nacht“ bezeichnet wird, das ist die Lokampṛṇā. So wird eben dies alles zu dem, was eben als „Tag-und-Nacht“ bezeichnet wird; dies alles wird zu Agni, der Lokampṛṇā.
tā vā etāḥ ekaviṃśatirbṛhatya ekaviṃśo vai svargo loko bṛhatī svargo lokastadeṣa svargaṃ lokamabhisampadyate ekaviṃśaṃ ca stomam bṛhatīṃ ca candaḥ
Diese hier nun sind einundzwanzig Bṛhatīs; einundzwanzigfach ist ja die Himmelswelt (Svarga), die Bṛhatī ist die Himmelswelt; so gelangt er zu dieser Himmelswelt, zum einundzwanzigfachen Stoma und zum Bṛhatī-Versmaß.
ātmā ha tvevaiṣo'gniścitaḥ tasyāsthīnyeva pariśritastāḥ ṣaṣṭiśca trīṇi ca śatāni bhavanti ṣaṣṭiśca ha vai trīṇi ca śatāni puruṣasyāsthīni majjāno yajuṣmatya iṣṭakāstāḥ ṣaṣṭiścaiva trīṇi ca śatāni bhavanti ṣaṣṭiśca ha vai trīṇi ca śatāni puruṣasya majjāno'tha yā amūḥ ṣaṭtriṃśadiṣṭakā atiyanti yaḥ sa trayodaśo māsa ātmā prāṇaḥ sa tasya triṃśadātmanvidhāḥ pratiṣṭhāyāṃ dve śīrṣandve tadyatte dve bhavato dvikapālaṃ hi śiro'tha yenemāni parvāṇi saṃtatāni tatsūdadohā athaitattrayaṃ yenāyamātmā pracanno loma tvaṅmāṃsamiti tatpurīṣaṃ yatpibati tā āhutayo yadaśnāti tāḥ samidho'tha yadātmetyākhyāyate tallokampṛṇā tadvā etatsarvamātmetyevākhyāyate tatsarvo'gnirlo
Das Selbst (Ātman, d.h. der Körper) nun ist eben dieser geschichtete Agni. Seine Pariśrit-Ziegel sind eben die Knochen; diese sind dreihundertundsechzig an der Zahl; denn dreihundertundsechzig sind die Knochen des Puruṣa. Das Knochenmark ist die Yajuṣmatī-Ziegel; auch dieses ist dreihundertundsechzig an der Zahl; denn dreihundertundsechzig ist das Knochenmark des Puruṣa. Was aber jene sechsunddreißig Ziegel betrifft, die darüber hinausgehen – das ist der dreizehnte Monat, das Selbst, der Atem (Prāṇa); von diesem sind dreißig art-gleiche Selbst-Teile die Standhaftigkeit, zwei das Haupt – das sind jene zwei; dass es deren zwei gibt, erklärt sich daraus, dass der Schädel aus zwei Schalenhälften besteht. Wodurch nun diese Gelenke zusammengehalten werden, das ist die Sūdadohā; und diese drei, wodurch dieses Selbst verhüllt ist – Haar, Haut, Fleisch – das ist das Puriṣa. Was man trinkt, das sind die Opfergaben; was man isst, das sind die Brennhölzer. Was nun als „Selbst“ bezeichnet wird, das ist die Lokampṛṇā. So wird eben dies alles zu dem, was eben als „Selbst“ bezeichnet wird; dies alles wird zu Agni, der Lokampṛṇā.
Diese hier nun sind einundzwanzig Bṛhatīs [Anm.: Die Quelle bricht hier mitten im Wort ab („bṛha...“); nach dem Muster der übrigen Vorkommen dieses Refrains vervollständigt]; einundzwanzigfach ist ja die Himmelswelt, die Bṛhatī ist die Himmelswelt; so gelangt er zu dieser Himmelswelt, zum einundzwanzigfachen Stoma und zum Bṛhatī-Versmaß.
sarvāṇi ha tveva bhūtāni sarve devā eṣo'gniścita āpo vai sarve devāḥ sarvāṇi bhūtāni tā haitā āpa evaiṣo'gniścitastasya nāvyā eva pariśritastāḥ ṣaṣṭiśca trīṇi ca śatāni bhavanti ṣaṣṭiśca ha vai trīṇi ca śatānyādityaṃ nāvyāḥ samantam pariyanti nāvyā u eva yajuṣmatya iṣṭakāstāḥ ṣaṣṭiścaiva trīṇi ca śatāni bhavanti ṣaṣṭiśca ha vai trīṇi ca śatānyādityaṃ nāvyā abhikṣarantyatha yadantarā nāvye tatsūdadohā atha yā amūḥ ṣaṭtriṃśadiṣṭakā atiyanti yaḥ sa trayodaśo māsa ātmāyameva sa yo'yaṃ hiraṇmayaḥ puruṣaḥ
Alle Wesen (Bhūtāni) und alle Götter sind eben dieser geschichtete Agni; die Gewässer sind ja alle Götter, alle Wesen. Diese Gewässer hier nun sind eben dieser geschichtete Agni. Seine Pariśrit-Ziegel sind eben die Flussläufe (Nāvyāḥ); diese sind dreihundertundsechzig an der Zahl; denn dreihundertundsechzig Flussläufe umkreisen ringsum Āditya. Die Flussläufe selbst sind auch die Yajuṣmatī-Ziegel; auch diese sind dreihundertundsechzig an der Zahl; denn dreihundertundsechzig Flussläufe strömen zu Āditya hin. Was nun zwischen den Flussläufen liegt, das ist die Sūdadohā. Was aber jene sechsunddreißig Ziegel betrifft, die darüber hinausgehen – das ist der dreizehnte Monat, das ist eben dieses Selbst hier, nämlich jener goldene Puruṣa (Hiraṇmayaḥ Puruṣaḥ).
tasyaite pratiṣṭhe rukmaśca puṣkaraparṇaṃ cāpaścādityamaṇḍalaṃ ca srucau bāhū tāvindrāgnī dve svayamātṛṇe iyaṃ cāntarikṣaṃ ca tisro viśvajyotiṣa etā devatā agnirvāyurāditya etā hyeva devatā viśvaṃ jyotirdvādaśartavyāḥ sa saṃvatsaraḥ sa ātmā pañca pañcacūḍāḥ sa yajñaste devā atha yadvikarṇī ca svayamātṛṇā cāśmā pṛśniryaścite'gnirnidhīyate sā pañcatrīṃśī lokampṛṇāyai yajuḥ ṣaṭtriṃśī so'syaiṣa sarvasyāntamevātmā sa eṣa sarvāsāmapām madhye sa eṣa sarvaiḥ kāmaiḥ sampanna āpo vai sarve kāmāḥ sa eṣo'kāmaḥ sarvakāmo na hyetaṃ kasya cana kāmaḥ
Dessen [des goldenen Puruṣa] beide Standorte (Pratiṣṭhe) sind der Rukma (die Goldscheibe) und das Lotusblatt; und [als Wasser dienend sind es] die Sonnenscheibe und [wiederum das Lotusblatt] [Anm.: Der Quelltext ist an dieser Stelle stark verdichtet; die genaue Zuordnung der Gegenstände zueinander bleibt unsicher]; seine beiden Arme sind die beiden Opferlöffel (Sruc) – das sind Indra und Agni, die beiden Selbstgeborenen (Svayamātṛṇā); diese Erde hier und die Atmosphäre sind die drei Alllicht-Gottheiten – Agni, Vāyu, Āditya – denn eben diese Gottheiten sind das All-Licht, zwölffach nach den Jahreszeiten; das ist das Jahr, das ist das Selbst, fünffach, mit fünf Scheiteln; das ist das Opfer, das sind die Götter. Was aber den gespaltenen Stein (Vikarṇī), den Svayamātṛṇā-Stein und den gesprenkelten Stein (Aśmā Pṛśniḥ) betrifft, die beim Schichten in Agni niedergelegt werden – das ist die fünfunddreißigsilbige [Formel] für die Lokampṛṇā, das Yajus die sechsunddreißigsilbige. Dieses [Yajus] ist von diesem gesamten [Agni] eben das Selbst am Ende [der Schichtung]; es ist eben in der Mitte aller dieser Gewässer; es ist erfüllt mit allen Wünschen – die Gewässer sind ja alle Wünsche; es selbst aber ist wunschlos und zugleich all-wunscherfüllend, denn niemandes Wunsch reicht an dieses [Selbst] heran.
tadeṣa śloko bhavati vidyayā tadārohanti yatra kāmāḥ parāgatāḥ na tatra dakṣiṇā yanti nāvidvāṃsastapasvina iti na haiva taṃ lokaṃ dakṣiṇābhirna tapasānevaṃvidaśnuta evaṃvidāṃ haiva sa lokaḥ
Dazu gibt es diesen Vers: „Durch Erkenntnis steigt man dorthin auf, wohin die Wünsche entschwunden sind; dorthin gelangen nicht die Opfergaben (Dakṣiṇās), noch die Unwissenden, selbst die Büßenden nicht.“ Nicht durch Opfergaben, nicht durch Bußübung erlangen die, welche nicht so wissen, jene Welt; nur denen, die so wissen, gehört jene Welt.
Die Wolke (Abhra) ist das Puriṣa; der Mond ist die Opfergaben; die Nakṣatras sind die Brennhölzer. Dass der Mond in einem Nakṣatra weilt, bedeutet: die Opfergabe weilt im Brennholz; das eben ist die Nahrung der Opfergabe – das ist ihre Standhaftigkeit; deshalb schwindet die Opfergabe nicht, denn dies eben ist ihre Nahrung, das ist ihre Standhaftigkeit. Was nun als „Götter“ bezeichnet wird, das ist die Lokampṛṇā. So wird eben dies alles zu dem, was eben als „Götter“ bezeichnet wird.
tadetadṛcābhyuktam viśve devā anu tatte yajurguriti sarvāṇi hyatra bhūtāni sarve devā yajureva bhavanti tatsarvo'gnirlokampṛṇāmabhisampadyate sa yo haitadevaṃ veda lokampṛṇāmenam bhūtametatsarvamabhisampadyate
Dazu ist mit einem Ṛc-Vers gesagt: „Alle Götter [folgen] dem, was dein Yajus ist.“ [Anm.: Zuordnung des Zitats unsicher] Denn hierbei werden alle Wesen, alle Götter eben zum Yajus. So wird dies alles zu Agni, der Lokampṛṇā. Wer dies so weiß, für den wird diese ganze Geschöpfwelt zur Lokampṛṇā.
tā vā etāḥ ekaviṃśatirbṛhatya ekaviṃśo vai svargo loko bṛhatī svargo lokastadeṣa svargaṃ lokamabhisampadyata ekaviṃśaṃ ca stomam bṛhatīṃ ca candaḥ
Diese hier nun sind einundzwanzig Bṛhatīs; einundzwanzigfach ist ja die Himmelswelt (Svarga), die Bṛhatī ist die Himmelswelt; so gelangt er zu dieser Himmelswelt, zum einundzwanzigfachen Stoma und zum Bṛhatī-Versmaß.
Kuśri Vājaśravasa schichtete einst einen Agni. Da sprach zu ihm Suśruvas Kauṣya, der Gautama: „Als du diesen Agni geschichtet hast – hast du ihn nach vorn [ostwärts] gerichtet geschichtet? Hast du ihn nach hinten [rückwärts] gerichtet geschichtet? Hast du ihn nach unten gerichtet geschichtet? Hast du ihn nach oben gerichtet geschichtet?“
yadyahainam prāñcamacaiṣīḥ yathā parāca āsīnāya pṛṣṭhato'nnādyamupāharettādṛktanna te haviḥ pratigrahīṣyati
„Wenn du ihn nach vorn gerichtet geschichtet hast – das wäre, als brächte man einem, der einem abgewandt sitzt, die Speise von hinten dar; von solcher Art wäre dann deine Opfergabe – sie würde nicht angenommen werden.“
yadyu vā enam pratyañcamacaiṣīḥ kasmādasya tarhi paścātpucamakārṣīḥ
„Wenn du ihn aber nach hinten gerichtet geschichtet hast – warum hast du ihm dann den Schwanz [Anm.: unsichere Lesung von „pucam“, vermutlich puccham, „Schwanz“] nach hinten angelegt?“
„Wenn du ihn aber nach unten gerichtet geschichtet hast – das wäre, als stellte man einem, der mit dem Gesicht nach unten daliegt, die Speise auf den Rücken; von solcher Art wäre dann deine Opfergabe – sie würde nicht angenommen werden.“
yadyu vā enamuttānamacaiṣīḥ na vā uttānaṃ vayaḥ svargaṃ lokamabhivahati na tvā svargaṃ lokamabhivakṣyatyasvargya u te bhaviṣyatīti
„Wenn du ihn aber nach oben gerichtet geschichtet hast – ein Vogel, der auf dem Rücken liegt, trägt niemanden zur Himmelswelt empor; er wird dich nicht zur Himmelswelt emportragen, und du wirst [somit] ohne Himmelswelt bleiben.“
sa hovāca prāñcamenamacaiṣam pratyañcamenamacaiṣaṃ nyañcamenamacaiṣamuttānamenamacaiṣaṃ sarvā anu diśa enamacaiṣamiti
Da sprach er [Kuśri]: „Ich habe ihn nach vorn gerichtet geschichtet, ich habe ihn nach hinten gerichtet geschichtet, ich habe ihn nach unten gerichtet geschichtet, ich habe ihn nach oben gerichtet geschichtet – ich habe ihn nach allen Richtungen hin geschichtet.“
Indem er den Puruṣa nach vorn gerichtet niederlegt und die beiden Opferlöffel nach vorn gerichtet – dadurch wird er nach vorn geschichtet. Indem er die Schildkröte nach hinten gerichtet niederlegt und die Tierköpfe nach hinten gerichtet – dadurch wird er nach hinten geschichtet. Indem er die Schildkröte nach unten gerichtet niederlegt, die Tierköpfe nach unten gerichtet, die unteren Ziegel [ebenso] – dadurch wird er nach unten geschichtet. Indem er den Puruṣa nach oben gerichtet niederlegt, den Opferlöffel nach oben gerichtet, den Mörser (Ulūkhala) nach oben gerichtet, die Mukhā-Schale nach oben gerichtet – dadurch wird er nach oben geschichtet. Und indem er die ringsum nach allen Richtungen kriechenden Ziegel niederlegt – dadurch wird er nach allen Seiten hin geschichtet.
atha ha koṣā dhāvayantaḥ nirūḍhaśirasamagnimupādhāvayāṃ cakrusteṣāṃ haika uvāca śrīrvai śiraḥ śriyamasya nirauhītsarvajyāniṃ jyāsyata iti sa ha tathaivāsa
Und als Wettläufer [Anm.: koṣāḥ, unsichere Deutung, wörtlich etwa „Eimer-Träger“ oder Teilnehmer eines rituellen Wettlaufs] an einem Agni vorbeiliefen, dessen Kopf[-Ziegel] entfernt worden war, da sprach einer von ihnen: „Der Kopf ist ja der Glanz (Śrī); er hat ihm seinen Glanz genommen; er wird allen Glanz verlieren.“ Und so geschah es auch.
atha haika uvāca prāṇā vai śiraḥ prāṇānasya nirauhītkṣipre'muṃ lokameṣyatīti sa u ha tathaivāsa
Und ein anderer sprach: „Der Kopf ist ja die Atemkräfte (Prāṇāḥ); er hat ihm seine Atemkräfte genommen; er wird bald in jene andere Welt eingehen.“ Und so geschah es auch.
Aufwärts nämlich wird dieser [Agni] durch das geschichtet, was da ist: der Darbhagrasbüschel, die Log-Ziegel [Anm.: unsichere Lesung], das Lotusblatt, Rukma und Puruṣa, die beiden Opferlöffel, die beiden Svayamātṛṇā-Steine, die Dūrvā-Ziegel, die beiden mit doppeltem Yajus versehenen Ziegel, die beiden Same-Gieß-Ziegel (Retaḥsicau), der Viśvajyotis-Ziegel, die beiden Ṛtavya-Ziegel, der Aṣāḍhā-Ziegel, die Schildkröte. Und eben dies ist ihm das allersichtbarste Haupt, nämlich der Ziegel, der beim Schichten in Agni niedergelegt wird; deshalb sollte man ihn nicht entfernen.