Quellen der Menschheit

Śatapatha-Brāhmaṇa (Śukla-Yajurveda) · Zehntes Kāṇḍa

Adhyāya 1 Agni als Prajāpati und als Jahr, die Essenz-Wanderung durch Yajus/Sāman/Ṛc, der Mithuna-Paarungs-Mythos, Prajāpatis sterbliche und unsterbliche Körperhälften als Ursprung von Lehm und Wasser, die Atemkräfte-Schichten und die goldene Endgestalt, und der Sieg über den wiederholten Tod

agnireṣa purastāccīyate saṃvatsara upariṣṭānmahadukthaṃ śasyate prajāpatervisrastasyāgraṃ raso'gacat

Dieser Agni wird zuerst geschichtet; das Jahr folgt danach; das Mahaduktha wird zuletzt hergesagt. Die oberste Essenz des sich auflösenden Prajāpati ging fort.

sa yaḥ sa prajāpatirvyasraṃsata saṃvatsaraḥ so'tha yānyasya tāni parvāṇi vyasraṃsantāhorātrāṇi tāni

Der, der jener Prajāpati war, der sich auflöste, das war das Jahr. Nun, jene seine Gelenke, die sich auflösten, das waren die Tag-und-Nächte.

sa yaḥ sa saṃvatsaraḥ prajāpatirvyasraṃsata ayameva sa yo'yamagniścīyate'tha yānyasya tānyahorātrāṇi parvāṇi vyasraṃsanteṣṭakā eva tāstadyadetā upadadhāti yānyevāsya tānyahorātrāṇi parvāṇi vyasraṃsanta tānyasminnetatpratidadhāti tadetadatraiva yajuścitamatrāptam

Der, der jener Prajāpati, das Jahr, war, der sich auflöste – das ist eben dieser hier, der als dieser Agni geschichtet wird. Nun, jene seine Tag-und-Nacht-Gelenke, die sich auflösten, das sind eben die Ziegel. Dass er diese darauflegt: jene seine Tag-und-Nacht-Gelenke, die sich auflösten, die legt er ihm damit wieder hinein. Dies eben ist hier der „formelgeschichtete“ Altar; hier wird es erlangt.

atha yo'sya so'graṃ raso'gacat mahattadukthaṃ tamasya taṃ rasamṛkṣāmābhyāmanuyanti tadyattatra yajuḥ purastādetyabhinetaiva tadeti yathādo me'mutraikaṃ tadāhariṣyāmītyevaṃ t

Nun, was von ihm als oberste Essenz fortging, das ist das Mahaduktha, die große Lobrede. Dieser seiner Essenz folgen der Ṛc- und der Sāman-Vers nach. Dass dort das Yajus zuerst kommt: es führt eben dorthin; wie wenn man sagte: „Jenes eine, das ich dort anderswo habe, das werde ich hierherholen“ – so ist es eben hier auch [Anm.: Satzende im Quelltext abgebrochen/unsicher].

tamadhvaryurgraheṇa gṛhṇāti yadgṛhṇāti tasmādgrahastasmiadyajuḥ purastādeti taṃ saṃvatsara āpnuvanti nnudgātā mahāvratena rasaṃ dadhāti sarvāṇi haitāni sāmāni yanmahāvrataṃ tadasmintsarvaiḥ sāmabhī rasaṃ dadhāti tasminhotā mahatokthena rasaṃ dadhāti sarvā haitā ṛco yanmahadukthaṃ tadasmintsarvābhirṛgbhī rasaṃ dadhāti

Der Adhvaryu ergreift diese mit dem Schöpfgefäß, dem Graha – dass er sie ergreift, deshalb Graha. Darin, dass das Yajus zuerst kommt, erlangen sie damit das Jahr. Der Udgātṛ legt die Essenz mit dem Mahāvrata-Gesang hinein – denn das Mahāvrata ist ja alle diese Sāman-Gesänge; mit allen Sāman-Gesängen legt er damit die Essenz in diesen hinein. Der Hotṛ legt die Essenz mit dem großen Lobspruch, dem Mahaduktha, hinein – denn das Mahaduktha ist ja alle diese Ṛc-Verse; mit allen Ṛc-Versen legt er damit die Essenz in diesen hinein.

te yadā stuvate yadānuśaṃsati athāsminnetaṃ vaṣaṭkṛte juhoti tadenameṣa raso'pyeti na vai mahāvratamidaṃ stutaṃ śeta iti paśyanti no mahadidamukthamityagnimeva paśyantyātmā hyagnistadenamete ubhe raso bhūtvāpīta ṛkca sāma ca tadubhe ṛkṣāme yajurapītaḥ

Wenn sie den Sāman-Gesang singen und wenn er den Ṛc-Spruch hersagt, und wenn er dann darauf mit dem Vaṣaṭ-Ruf opfert, dann geht diese Essenz eben in diesen ein. Denn sie betrachten dies nicht als „dieses gesungene, niedergelegte Mahāvrata“, auch nicht als „dieses große Uktha“, sondern sie betrachten eben Agni selbst, denn Agni ist ja das Selbst. Damit gehen diese beiden, zur Essenz geworden, in ihn ein, der Ṛc- und der Sāman-Vers; so sind beide, Ṛc-und-Sāman, und das Yajus, in ihn eingegangen.

sa eṣa mithuno'gniḥ prathamā ca citirdvitīyā ca tṛtīyā ca caturthī cātha pañcamyai citeryaścite'gnirnidhīyate tanmithunam mithuna u evāyamātmā

Dieser Agni ist ein Paar: die erste Schicht und die zweite und die dritte und die vierte; dann, für die fünfte Schicht, der Ziegel, auf dem der geschichtete Agni niedergelegt wird – das ist das Paar; dieses Selbst ist ja selbst ein Paar.

aṅguṣṭhā iti pumāṃsaḥ aṅgulaya iti striyaḥ karṇāviti pumāṃsau bhruvāviti striyā oṣṭhāviti pumāṃsau nāsike iti striyau dantā iti pumāṃso jihveti strī sarva eva mithunaḥ so'nena mithunenātmanaitam mithunamagnimapyeti

„Die Daumen“ männlich, „die Finger“ weiblich; „die beiden Ohren“ männlich, „die beiden Augenbrauen“ weiblich; „die beiden Lippen“ männlich, „die beiden Nasenlöcher“ weiblich; „die Zähne“ männlich, „die Zunge“ weiblich [Anm.: grammatisches Geschlecht im Sanskrit gemeint] – alles ist eben paarweise. Mit diesem paarigen Selbst geht er damit in diesen paarigen Agni ein.

eṣātrāpītiḥ apyahaivam mithuna itthaṃ ha tvevāpi mithuno vāgeveyaṃ yo'yamagniścito vācā hi cīyate'tha yaścite'gnirnidhīyate sa prāṇaḥ prāṇo vai vāco vṛṣā prāṇo mithunaṃ vāgvevāyamātmātha ya ātmanprāṇastanmithunaṃ so'nena mithunenātmanaitam mithunamagnimapyeti

Dies ist hier das Eingehen. Ebenso paarig geht er ein; auf diese Weise nämlich ist auch dies ein Paar: dieser aufgeschichtete Agni ist ja durch die Rede geschichtet, denn durch die Rede wird er geschichtet; und der Ziegel, auf dem der geschichtete Agni niedergelegt wird, das ist der Atemhauch – der Atemhauch ist ja der männliche Partner der Rede; Atemhauch und Rede sind ein Paar. Die Rede ist eben dieses Selbst; und was im Selbst der Atemhauch ist, das ist der andere Teil des Paares. Mit diesem paarigen Selbst geht er damit in diesen paarigen Agni ein.

eṣo atrāpītiḥ na ha vā asyāputratāyai kā cana śaṅkā bhavati ya evametau mithunāvātmānaṃ cāgniṃ ca vedānnaṃ ha tvevāyamātmā dakṣiṇānnaṃ vanute yo na ātmeti hyapyṛṣiṇābhyuktam

Dies ist hier das Eingehen. Für den, der so diese beiden, das Selbst und Agni, als Paar kennt, besteht wahrlich keinerlei Befürchtung der Sohnlosigkeit. Doch dieses Selbst hier begehrt noch Speise von der südlichen Seite her, als Dakṣiṇā-Priestergabe – denn auch von einem Ṛṣi ist es so ausgesagt worden: „er ist gleichsam unser Selbst“ [Anm.: na als Vergleichspartikel gedeutet].

tadidamannaṃ jagdhaṃ dvedhā bhavati yadasyāmṛtamūrdhvaṃ tannābherūrdhvai prāṇairuccarati tadvāyumapyetyatha yanmartyam parāk tannābhimatyeti taddvayam bhūtvemāmapyeti mūtraṃ ca purīṣaṃ ca tadyadimāmapyeti yo'yamagniścitastaṃ tadapyetyatha yadvāyumapyeti yaścite'gnirnidhīyate taṃ tadapyetyeṣo evātrāpītiḥ

Diese Speise nun, verzehrt, wird zweifach: was von ihr unsterblich, aufwärts gerichtet ist, das steigt oberhalb des Nabels durch die aufwärts gerichteten Atemkräfte empor; das geht in den Vāyu ein. Was aber sterblich, abwärts gerichtet ist, das geht unterhalb des Nabels hinab; zweifach geworden, geht es in diese Erde ein, als Harn und als Kot. Dass es in diese Erde eingeht: dieser aufgeschichtete Agni, in den geht es damit ein. Und was in den Vāyu eingeht: der Ziegel, auf dem der geschichtete Agni niedergelegt wird, in den geht es damit ein. Dies eben ist hier das Eingehen.

prajāpatirimāṃlokānaipsat sa etaṃ vayovidhamātmānamapaśyadagniṃ taṃ vyadhatta tenemaṃ lokamāpnotsa dvitīyaṃ vayovidhamātmānamapaśyanmahāvrataṃ tadvyadhatta tenāntarikṣamāpnotsa tṛtīyaṃ vayovidhamātmānamapaśyanmahadukthaṃ tadvyadhatta tena divamāpnot

Prajāpati begehrte diese Welten. Er sah dieses lebensaltermessende Selbst: den Agni; das setzte er ein; damit erlangte er diese Welt, die Erde. Er sah ein zweites lebensaltermessendes Selbst: das Mahāvrata; das setzte er ein; damit erlangte er die Luftwelt. Er sah ein drittes lebensaltermessendes Selbst: das Mahaduktha; das setzte er ein; damit erlangte er den Himmel.

ayaṃ vāva loka eṣo'gniścitaḥ antarikṣam mahāvrataṃ dyaurmahadukthaṃ tasmādetāni sarvāṇi sahopeyādagnim mahāvratam mahadukthaṃ saha hīme lokā asṛjyanta tadyadagniḥ prathamaścīyate'yaṃ hyeṣāṃ lokānām prathamo'sṛjyatetyadhidevatam

Diese Welt hier ist eben dieser aufgeschichtete Agni; die Luftwelt das Mahāvrata; der Himmel das Mahaduktha. Deshalb solle man sich all diesen zusammen nähern, dem Agni, dem Mahāvrata, dem Mahaduktha, denn diese Welten wurden gemeinsam erschaffen. Dass Agni zuerst geschichtet wird: diese Erde wurde ja zuerst von diesen Welten erschaffen – dies bezogen auf die Gottheiten.

athādhyātmam mana evāgniḥ prāṇo mahāvrataṃ vāṅmahadukthaṃ tasmādetāni sarvāṇi sahopeyātsaha hi manaḥ prāṇo vāktadyadagniḥ prathamaścīyate mano hi prathamam prāṇānām

Nun, bezogen auf das Selbst: der Geist ist eben Agni, der Atemhauch das Mahāvrata, die Rede das Mahaduktha. Deshalb solle man sich all diesen zusammen nähern, denn Geist, Atemhauch und Rede sind zusammen. Dass Agni zuerst geschichtet wird: der Geist ist ja der erste der Lebenskräfte.

ātmaivāgniḥ prāṇo mahāvrataṃ vāṅ mahadukthaṃ tasmādetāni sarvāṇi sahopeyātsaha hyātmā prāṇo vāktadyadagniḥ prathamaścīyata ātmā hi prathamaḥ sambhavataḥ sambhavati

Das Selbst selbst ist Agni, der Atemhauch das Mahāvrata, die Rede das Mahaduktha. Deshalb solle man sich all diesen zusammen nähern, denn Selbst, Atemhauch und Rede sind zusammen. Dass Agni zuerst geschichtet wird: das Selbst entsteht ja als erstes von dem, was entsteht.

śira evāgniḥ prāṇo mahāvratamātmā mahadukthaṃ tasmādetāni sarvāṇi sahopeyātsaha hi śiraḥ prāṇa ātmā tadyadagniḥ prathamaścīyate śiro hi prathamaṃ jāyamānasya jāyate tasmādyatraitāni sarvāṇi saha kriyante mahadevokthamātamāṃ khyāyata ātmā hi mahaduktham

Der Kopf selbst ist Agni, der Atemhauch das Mahāvrata, das Selbst das Mahaduktha. Deshalb solle man sich all diesen zusammen nähern, denn Kopf, Atemhauch und Selbst sind zusammen. Dass Agni zuerst geschichtet wird: der Kopf wird ja bei einem Geborenwerdenden zuerst geboren. Deshalb wird, wo all diese zusammen vollzogen werden, das große Uktha eben als das Selbst bezeichnet [Anm.: Textstelle leicht unklar, sinngemäß ergänzt] – das Selbst ist ja das Mahaduktha.

tadāhuḥ yadetāni sarvāṇi saha durupāpāni kaiteṣāmupāptiriti jyotiṣṭoma evāgniṣṭome jyotiṣṭomenaivāgniṣṭomena yajeta

Dazu sagen sie: „Da all diese zusammen schwer zu erlangen sind, wodurch werden sie erlangt?“ – der Jyotiṣṭoma eben, im Agniṣṭoma; mit dem Jyotiṣṭoma, wie er im Agniṣṭoma vorliegt, solle man opfern.

tasya vā etasya jyotiṣṭomasyāgniṣṭomasya trivṛdbahiṣpavamānaṃ tadvratasya śiraḥ pañcadaśasaptadaśā uttarau pavamānau tau pakṣau pañcadaśaṃ hoturājyaṃ saptadaśam pṛṣṭhamekaviṃśaṃ yajñāyajñiyaṃ tatpucam

Für diesen Jyotiṣṭoma, den Agniṣṭoma: der dreifache Bahiṣpavamāna-Gesang ist das Haupt der rituellen Beobachtung; der fünfzehnfache und der siebzehnfache, die beiden nachfolgenden Pavamāna-Gesänge, sind die beiden Schwingen; der fünfzehnfache ist die Schmalz-Opferung des Hotṛ; der siebzehnfache der Pṛṣṭha-Gesang; der einundzwanzigfache der Yajñāyajñīya – das ist der Schwanz.

tayorvā etayoḥ pañcadaśasaptadaśayordvātriṃśatstotriyāstato yāḥ pañcaviṃśatiḥ sa pañcaviṃśa ātmātha yāḥ saptātiyanti tāḥ parimādaḥ paśavo haitāḥ paśavaḥ parimāda etāvadvai mahāvrataṃ tadetadatraiva mahāvratamāpnoti

Von diesen beiden, dem fünfzehnfachen und dem siebzehnfachen, gibt es zweiunddreißig Stotrīya-Verse; davon die fünfundzwanzig, die den Fünfundzwanzigfachen bilden – das ist das Selbst; und die sieben, die darüber hinausgehen, das ist der Überschuss – dieser Überschuss ist eben das Vieh. So viel eben ist das Mahāvrata; das wird hier eben erlangt.

atha hotā sapta candāṃsi śaṃsati caturuttarāṇyekarcāni virāḍaṣṭamāni teṣāṃ tisraścāśītayo'kṣarāṇi pañcacatvāriṃśacca tato yā aśītayaḥ saivāśītīnāmāptiraśītibhirhi mahadukthamākhyāyate'tha yāni pañcacatvāriṃśattato yāni pañcaviṃśatiḥ sa pañcaviṃśa ātmā yatra vā ātmā tadeva śirastatpakṣapucānyatha yāni viṃśatistadāvapanametāvadvai mahadukthaṃ tadetadatraiva mahadukthamāpnoti tāni vā etāni sarvāṇi jyotiṣṭoma evāgniṣṭoma āpyante tasmādu jyotiṣṭomenaivāgniṣṭomena yajeta

Nun trägt der Hotṛ sieben Versmaße vor, je um vier vermehrt, je einversig, mit der Virāj als achtem; von diesen sind es drei Achtziger und fünfundvierzig Silben [Anm.: genaue Zählweise nicht vollständig nachvollziehbar]. Davon das, was die Achtziger ausmacht – das eben ist die Erreichung der Achtziger, denn durch Achtziger wird ja das Mahaduktha bezeichnet. Von den fünfundvierzig übrigen aber die fünfundzwanzig – das ist der Fünfundzwanzigfache, das Selbst; denn wo eben das Selbst ist, das ist eben das Haupt, das übrige sind Schwingen und Schwanz; und die zwanzig übrigen – das ist die Aussaat, der Rest. So viel eben ist das Mahaduktha; das wird hier eben erlangt. All diese eben werden im Jyotiṣṭoma, dem Agniṣṭoma, erlangt; deshalb solle man eben mit dem Jyotiṣṭoma, dem Agniṣṭoma, opfern.

prajāpatiḥ prajā asṛjata sa ūrdhvebhya eva prāṇebhyo devānasṛjata ye'vāñcaḥ prāṇāstebhyo martyāḥ prajā athordhvameva mṛtyum prajābhyo'ttāramasṛjata

Prajāpati erschuf die Geschöpfe. Aus den aufwärts gerichteten Atemkräften erschuf er die Götter; aus den abwärts gerichteten Atemkräften die sterblichen Geschöpfe. Dann erschuf er, höher als die Geschöpfe, den Tod, ihnen übergeordnet.

tasya ha prajāpateḥ ardhameva martyamāsīdardhamamṛtaṃ tadyadasya martyamāsīttena mṛtyorabibhetsa bibhyādimām prāviśaddvayam bhūtvā mṛccāpaśca

Von diesem Prajāpati nun war die Hälfte sterblich, die Hälfte unsterblich. Was von ihm sterblich war, mit dem fürchtete er sich vor dem Tod; sich fürchtend, ging er in diese Erde ein, zweierlei geworden: Lehm und Wasser.

sa mṛtyurdevānabravīt kva nu so'bhūdyo no'sṛṣṭeti tvadbibhyadimām prāvikṣaditi so'bravīttaṃ vā anvicāma taṃ sambharāma na vā ahaṃ taṃ hiṃsiṣyāmīti taṃ devā asyā adhi samabharanyadasyāpsvāsīttā apaḥ samabharannatha yadasyāṃ tām mṛdaṃ tadubhayaṃ sambhṛtya mṛdaṃ cāpaśceṣṭakāmakurvaṃstasmādetadubhayamiṣṭakā bhavati mṛccāpaśca

Da sprach der Tod zu den Göttern: „Wo nun ist der, der uns erschaffen hat?“ – „Aus Furcht vor dir ist er in diese Erde eingegangen.“ Da sprach er: „Lasst uns ihn suchen, lasst uns ihn zusammentragen; ich werde ihm nichts zuleide tun.“ Da trugen die Götter ihn auf dieser Erde zusammen; was von ihm im Wasser war, das trugen sie als Wasser zusammen; und was von ihm in dieser Erde war, das als Lehm; nachdem sie beides zusammengetragen hatten, Lehm und Wasser, machten sie einen Ziegel; deshalb ist dieser Ziegel eben beides: Lehm und Wasser.

tadetā vā asya tāḥ pañca martyāstanva āsaṃloma tvaṅmāṃsamasthi majjāthaitā amṛtā mano vākprāṇaścakṣuḥ śrotram

Dies nun waren seine fünf sterblichen Körperbestandteile: das Haar, die Haut, das Fleisch, der Knochen, das Mark. Und diese waren die unsterblichen: der Geist, die Rede, der Atemhauch, das Sehen, das Hören.

sa yaḥ sa prajāpatiḥ ayameva sa yo'yamagniścīyate'tha yā asya tāḥ pañca martyāstanva āsannetāstāḥ purīṣacitayo'tha yā amṛtā etāstā iṣṭakācitayaḥ

Der, der jener Prajāpati war, das ist eben dieser hier, der als dieser Agni geschichtet wird. Und jene seine fünf sterblichen Körperbestandteile, das sind die Purīṣa-Erdschichten; und jene unsterblichen, das sind die Ziegelschichten.

te devā abruvan amṛtamimaṃ karavāmeti tasyaitābhyāmamṛtābhyāṃ tanūbhyāmetām martyāṃ tanūm parigṛhyāmṛtāmakurvanniṣṭakācitibhyām purīṣacitiṃ tathā dvitīyāṃ tathā tṛtīyāṃ tathā caturthīm

Die Götter sagten: „Lasst uns diesen unsterblich machen.“ Mit diesen beiden seinen unsterblichen Körperbestandteilen, diesen sterblichen Körperbestandteil umfassend, machten sie ihn unsterblich; mit den Ziegelschichten die Purīṣa-Erdschicht; ebenso die zweite; ebenso die dritte; ebenso die vierte.

atha pañcamīṃ citimupadhāya purīṣaṃ nivapati tatra vakarṇīṃ ca svayamātṛṇāṃ copadadhāti hiraṇyaśakalaiḥ prokṣatyagnimabhyādadhāti sā saptamī citistadamṛtamevamasyaitābhyāmamṛtābhyāṃ tanūbhyāmetām martyāṃ tanūm parigṛhyāmṛtāmakurvanniṣṭakācitibhyām purīṣacitiṃ tato vai prajāpatiramṛto'bhavattathaivaitadyajamāna etamamṛtamātmānaṃ kṛtvā so'mṛto bhavati

Dann, nachdem er die fünfte Schicht niedergelegt hat, schüttet er die Purīṣa-Erde hin. Dort legt er den Vakarṇī-Ziegel und den Svayamātṛṇā-Ziegel darauf; er besprengt mit Goldsplittern; er legt den geschichteten Agni darauf – das ist die siebte Schicht; das ist nun eben unsterblich. So machten sie, mit diesen beiden seinen unsterblichen Körperbestandteilen, diesen sterblichen Körperbestandteil umfassend, ihn unsterblich, mit den Ziegelschichten die Purīṣa-Erdschicht; daraufhin wurde Prajāpati unsterblich; ebenso wird auch hier dieser Opferer, nachdem er sich dieses unsterbliche Selbst gemacht hat, unsterblich.

te vai devāstaṃ nāviduḥ yadyenaṃ sarvaṃ vākurvanna vā sarvaṃ yadyati vārecayanna vābhyāpayaṃsta etāmṛcamapaśyandhāmacadagnirindro brahmā devo bṛhaspatiḥ sacetaso viśve devā yajñam prāvantu naḥ śubha iti

Nun wussten die Götter nicht, ob sie alles vollständig gemacht hatten oder nicht alles, ob sie etwas ausgelassen oder nicht hinzugefügt hatten. Da sahen sie diesen Vers: „Es mögen der weise Agni, Indra, der Gott Brahmā, Bṛhaspati, die aufmerksamen Allgötter unser Opfer zum Heil beschützen“ – mit dem Wort „dhāmacat“ [Anm.: Bedeutung/Funktion des Wortes unsicher].

tasyā astyevāgneyam astyaindramasti vaiśvadevaṃ tadyadasyā āgneyaṃ yadevaitasyāgnerāgneyaṃ tadasya tena samaskurvanyadaindraṃ tadaindreṇa yadvaiśvadevaṃ tadvaiśvadevena tamatraiva sarvaṃ kṛtsnaṃ samaskurvan

Von diesem Vers gibt es einen Agni zugehörigen Teil, einen Indra zugehörigen und einen den Allgöttern zugehörigen. Was davon Agni zugehörig ist: was eben von diesem Agni Agni zugehörig ist, damit vervollständigten sie ihn; was Indra zugehörig ist, damit dem Indra Zugehörigen; was den Allgöttern zugehörig ist, damit dem den Allgöttern Zugehörigen; so machten sie ihn eben hier ganz vollständig.

tadyadetayopatiṣṭhate yadevāsyātra vidvānvāvidvānvāti vā recayati na vābhyāpayati tadevāsyaitayā sarvamāpnoti yadasya kiṃ cānāptamanuṣṭubdhāmacadbhavati vāgvā anuṣṭubvāgdhāmacadvācaivāsya tadāpnoti yadasya kiṃ cānāptam purīṣavatīṃ citiṃ kṛtvopatiṣṭhetetyu haika āhustatra hisā sarvā kṛtsnā bhavatīti

Dass er sich nun mit diesem Vers naht: was auch immer er hier, sei es wissend, sei es unwissend, ausgelassen hat oder nicht hinzugefügt hat, das alles wird ihm damit vollständig erlangt, was auch immer an ihm unerlangt war. Es ist ein Anuṣṭubh-Vers mit dem Wort „dhāmacat“ – die Rede ist ja die Anuṣṭubh; „dhāmacat“ ist die Rede – durch die Rede eben erlangt er damit, was auch immer an ihm unerlangt ist. Manche sagen, man solle sich erst nähern, nachdem man die Purīṣa-bedeckte Schicht hergestellt hat, denn dort erst wird sie ganz vollständig.

tadu vā āhuḥ yaviṣṭhavatyaivopatiṣṭhetaitaddhāsya priyaṃ dhāma yadyaviṣṭha iti tadyadasya priyaṃ dhāma tenāsya tadāpnoti yadasya kiṃ cānāptamāgneyyāgnikarma hi gāyatryāgāyatro'gniryāvānagniryāvatyasya mātrā tāvataivasya ta dāpnoti yadasya kiṃ cānāptamaniruktayā sarvaṃ vā aniruktaṃ sarveṇaivāsya tadāpnoti yadasya kiṃ cānāptaṃ tvaṃ yaviṣṭha dāśuṣa iti tasyokto bandhuḥ purīṣavatīṃ citiṃ kṛtvopatiṣṭheta tatra hi sā sarvā kṛtsnā bhavati

Manche aber sagen: man solle sich mit einem Yaviṣṭha-Vers, dem „Jüngsten“, nähern – denn dies ist ja seine liebe Wohnstätte, nämlich „der Jüngste“; was seine liebe Wohnstätte ist, damit erlangt er, was auch immer an ihm unerlangt ist. Er ist Agni zugehörig, denn Feuerritus-Werk ist es; er ist Gāyatrī, gāyatrisch ist Agni; so groß wie Agni ist, so groß wie dessen Maß ist, so groß erlangt er damit eben, was auch immer an ihm unerlangt ist. Durch das Unbestimmte – alles ist ja im Unbestimmten enthalten; mit dem Ganzen davon erlangt er eben, was auch immer an ihm unerlangt ist. „Du, o Jüngster, des Opfernden“ – dessen Bedeutung ist bereits genannt. Man solle sich nähern, nachdem man die Purīṣa-bedeckte Schicht hergestellt hat, denn dort erst wird sie ganz vollständig.

ubhayaṃ haitadagre prajāpatirāsa martyaṃ caivāmṛtaṃ ca tasya prāṇā evāmṛtā āsuḥ śarīram martyaṃ sa etena karmaṇaitayāvṛtaikadhājaramamṛtamātmānamakuruta tathaivaitadyajamāna ubhayameva bhavati martyaṃ caivāmṛtaṃ ca tasya prāṇā evāmṛtā bhavanti śarīram martyaṃ sa etena karmaṇaitayāvṛtaikadhājaramamṛtamātmānaṃ kurute

Im Anfang war Prajāpati eben beides: sterblich und unsterblich. Seine Atemkräfte waren ja unsterblich, sein Körper sterblich. Durch diese Handlung, durch dieses Verfahren, machte er sich ein in eins vereintes, alterloses, unsterbliches Selbst. Ebenso wird auch hier dieser Opferer eben beides: sterblich und unsterblich; seine Atemkräfte werden ja unsterblich, sein Körper sterblich. Durch diese Handlung, durch dieses Verfahren, macht er sich ein in eins vereintes, alterloses, unsterbliches Selbst.

sa prathamāṃ citiṃ cinoti sā hāsyaiṣā prāṇa eva tadvai tadamṛtamṛtaṃ hi prāṇaḥ saiṣāmṛtacitiratha purīṣaṃ nivapati taddhāsyaitanmajjaiva tadvai tanmartyam martyo hi majjā tadetasminnamṛte pratiṣṭhāpayati tenāsyaitadamṛtam bhavati

Er schichtet die erste Schicht auf – diese ist ja sein Atemhauch, Prāṇa – der ist ja unsterblich, denn der Atemhauch ist unsterblich; dies ist die unsterbliche Schicht. Dann schüttet er die Purīṣa-Erde hin – diese ist ja sein Mark – das ist ja sterblich, denn das Mark ist sterblich. Das legt er in diese unsterbliche Schicht hinein; dadurch wird ihm dies unsterblich.

dvitīyāṃ citiṃ cinoti sā hāsyaiṣāpāna eva tadvai tadamṛtamamṛtaṃ hyapānaḥ saiṣāmṛtacitistadetanmartyamubhayato'mṛtena parigṛhṇāti tenāsyaitadamṛtam bhavatyatha purīṣaṃ nivapati taddhāsyaitadasthyeva tadvai tanmartyam martyaṃ hyasthi tadetasminnamṛte pratiṣṭhāpayati tenāsyaitadamṛtam bhavati

Er schichtet die zweite Schicht auf – diese ist ja sein Ausatem, Apāna – der ist ja unsterblich, denn der Apāna ist unsterblich; dies ist die unsterbliche Schicht. Jenes Sterbliche umschließt er damit auf beiden Seiten mit dem Unsterblichen; dadurch wird ihm dies unsterblich. Dann schüttet er die Purīṣa-Erde hin – diese ist ja sein Knochen – der ist ja sterblich, denn der Knochen ist sterblich. Das legt er in diese unsterbliche Schicht hinein; dadurch wird ihm dies unsterblich.

tṛtīyāṃ citiṃ cinoti sā hāsyaiṣā vyāna eva tadvai tadamṛtamamṛtaṃ hi vyānaḥ saiṣāmṛtacitistadetanmartyamubhayato'mṛtena parigṛhṇāti tenāsyaitadamṛtam bhavatyatha purīṣaṃ nivapati taddhāsyaitatsnāvaiva tadvai tanmartyaṃ hi snāva tadetasminnamṛte pratiṣṭhāpayati tenāsyaitadamṛtam bhavati

Er schichtet die dritte Schicht auf – diese ist ja sein Vyāna, der Verteilungsatem – der ist ja unsterblich, denn der Vyāna ist unsterblich; dies ist die unsterbliche Schicht. Jenes Sterbliche umschließt er damit auf beiden Seiten mit dem Unsterblichen; dadurch wird ihm dies unsterblich. Dann schüttet er die Purīṣa-Erde hin – diese ist ja seine Sehne – denn die Sehne ist sterblich. Das legt er in diese unsterbliche Schicht hinein; dadurch wird ihm dies unsterblich.

caturthīṃ citiṃ cinoti sā hāsyaiṣodāna eva tadvai tadamṛtamamṛtam hyudānaḥ saiṣāmṛtacitistadetanmartyamubhayato'mṛtena parigṛhṇāti tenāsyaitadamṛtam bhavatyatha purīṣaṃ nivapati taddhāsyaitanmāṃsameva tadvai tanmartyam martyaṃ hi māṃsaṃ tadetasminnamṛte pratiṣṭhāpayati tenāsyaitadamṛtam bhavati

Er schichtet die vierte Schicht auf – diese ist ja sein Udāna, der Aufatem – der ist ja unsterblich, denn der Udāna ist unsterblich; dies ist die unsterbliche Schicht. Jenes Sterbliche umschließt er damit auf beiden Seiten mit dem Unsterblichen; dadurch wird ihm dies unsterblich. Dann schüttet er die Purīṣa-Erde hin – dieses ist ja sein Fleisch – das ist ja sterblich, denn das Fleisch ist sterblich. Das legt er in diese unsterbliche Schicht hinein; dadurch wird ihm dies unsterblich.

pañcamīṃ citiṃ cinoti sā hāsyaiṣā samāna eva tadvai tadamṛtamamṛtaṃ hi samānaḥ saiṣāmṛtacitistadetanmartyamubhayato'mṛtena parigṛhṇāti tenāsyaitadamṛtam bhavatyatha purīṣaṃ nivapati taddhāsyaitanmeda eva tadvai tanmartyam martyaṃ hi medastadetasminnamṛte pratiṣṭhāpayati tenāsyaitadamṛtam bhavati

Er schichtet die fünfte Schicht auf – diese ist ja sein Samāna, der Gleichatem – der ist ja unsterblich, denn der Samāna ist unsterblich; dies ist die unsterbliche Schicht. Jenes Sterbliche umschließt er damit auf beiden Seiten mit dem Unsterblichen; dadurch wird ihm dies unsterblich. Dann schüttet er die Purīṣa-Erde hin – dieses ist ja sein Fett – das ist ja sterblich, denn das Fett ist sterblich. Das legt er in diese unsterbliche Schicht hinein; dadurch wird ihm dies unsterblich.

ṣaṣṭhīṃ citiṃ cinoti sā hāsyaiṣā vāgevatadvai tadamṛ tamamṛtaṃ hi vākṣaiṣāmṛtacitistadetanmartyamubhayato'mṛtena parigṛhṇāti tenāsyaitadamṛtam bhavatyatha puriṣaṃ nivapati taddhāsyaitadasṛgeva tvageva tadvai tanmartyam martyaṃ hyasṛṅmartyā tvaktadetasminnamṛte pratiṣṭhāpayati tenāsyaitadamṛtam bhavati

Er schichtet die sechste Schicht auf – diese ist ja seine Rede – die ist ja unsterblich, denn die Rede ist unsterblich; dies ist die unsterbliche Schicht. Jenes Sterbliche umschließt er damit auf beiden Seiten mit dem Unsterblichen; dadurch wird ihm dies unsterblich. Dann schüttet er die Purīṣa-Erde hin – dieses ist ja sein Blut und seine Haut – die sind ja sterblich, denn das Blut ist sterblich, die Haut ist sterblich. Das legt er in diese unsterbliche Schicht hinein; dadurch wird ihm dies unsterblich.

tā vā etāḥ ṣaḍiṣṭakācitayaḥ ṣaṭ purīṣacitayastaddvādaśa dvādaśa māsāḥ saṃvatsaraḥ saṃvatsaro'gniryāvānagniryāvatyasya mātrā tāvataiva tatprajāpatirekadhājaramamṛtamātmānamakuruta tathaivaitadyajamāna ekadhājaramamṛtamātmānaṃ kurute

Diese sind ja die sechs Ziegelschichten, die sechs Purīṣa-Erdschichten; das macht zwölf; zwölf sind die Monate, das Jahr; das Jahr ist Agni; so groß wie Agni ist, so groß wie dessen Maß ist, so groß wird es eben. So machte sich Prajāpati ein in eins vereintes, alterloses, unsterbliches Selbst; ebenso macht sich auch hier dieser Opferer ein in eins vereintes, alterloses, unsterbliches Selbst.

atha vikarṇīṃ ca svayamātṛṇāṃ copadhāya hiraṇyaśakalaiḥ prokṣatyagnimabhyādadhāti rūpameva tatprajāpatirhiraṇmayamantata ātmano'kuruta tadyadantatastasmādidamantyamātmano rūpaṃ tasmādāhurhiraṇmayaḥ prajāpatiriti tathaivaitadyajamāno rūpameva hiraṇmayamantata ātmanaḥ kurute tadyadantatastasmādidamantyamātmano rūpaṃ tasmādye caitadvidurye ca na hiraṇmayo'gnicidamuṣmiṃloke sambhavatītyevāhuḥ

Dann, nachdem er den Vikarṇī-Ziegel und den Svayamātṛṇā-Ziegel niedergelegt hat, besprengt er mit Goldsplittern; er legt den geschichteten Agni darauf. Damit schuf sich Prajāpati am Ende eben eine goldene Gestalt. Dass dies am Ende geschieht: deshalb ist dies die letzte, endgültige Gestalt des Selbst; deshalb sagt man: „Prajāpati ist golden.“ Ebenso macht sich auch hier dieser Opferer am Ende eine goldene Gestalt. Dass dies am Ende geschieht: deshalb ist dies die letzte Gestalt des Selbst; deshalb sagen sowohl die, die dies wissen, als auch die, die es nicht wissen, gleichermaßen: „Der Agni-Errichter kommt golden in jener Welt zur Erscheinung.“

taddhaitacāṇḍilyaśca sāptarathavāhaniśca ācāryāntevāsibau vyūdāte rūpamevāsyaitaditi ha smāha śāṇḍilyo lomānīti sāptarathavāhaniḥ

Dazu stritten Cāṇḍilya und Sāptarathavāhani, Lehrer und Schüler: „Dies eben ist seine Gestalt“, pflegte Śāṇḍilya zu sagen; „die Haare“, sagte Sāptarathavāhani.

sa hovāca śāṇḍilyaḥ rūpaṃ vāva lomavadrūpamalomakaṃ rūpamevāsyaitaditi tadvai tattathā yathā tacāṇḍilya uvāca saṃcite'gniḥ praṇīyate praṇītādūrdhvaṃ samidha āhutaya iti hūyante

Da sprach Śāṇḍilya: „Gestalt eben, sei es eine behaarte Gestalt, sei es eine unbehaarte Gestalt – dies eben ist seine Gestalt.“ Und dies ist eben so, wie Cāṇḍilya sagte: wenn geschichtet ist, wird das Feuer hinübergetragen; nach dem Hinübertragen werden Brennscheite, Opfergaben dargebracht.

prāṇena vai devā annamadanti agniru devānām prāṇastasmātprāgdevebhyo juhvati prāṇena hi devā annamadantyapānena manuṣyā annamadanti tasmātpratyaṅmanuṣyeṣvannaṃ dhīyate'pānena hi manuṣyā annamadanti

Mit dem Prāṇa, dem Einatem, essen ja die Götter die Speise; Agni ist ja der Atemhauch der Götter; deshalb opfert man den Göttern nach vorn, ostwärts. Denn mit dem Prāṇa essen ja die Götter die Speise; mit dem Apāna, dem Ausatem, essen die Menschen die Speise; deshalb wird den Menschen die Speise rückwärts gewandt hingelegt, denn mit dem Apāna essen ja die Menschen die Speise.

tadāhuḥ na vayaso'gnicidaśnīyādvayo vā eṣa rūpam bhavati yo'gniṃ cinuta īśvara ārtimātostasmānna vayaso'gnicidaśnīyāditi tadvai kāmamevaivaṃvidaśnīyādagnervā eṣa rūpam bhavati yo'gniṃ cinute sarvaṃ vā idamagnerannaṃ sarvam ma idamannamityevaivaṃvidvidyāditi

Dazu sagen sie: „Der Agni-Errichter solle keinen Vogel essen, denn wer den Agni aufschichtet, wird zu einer Vogelgestalt, fähig, sich selbst Schaden zuzufügen; deshalb solle der Agni-Errichter keinen Vogel essen.“ Ein solcher Wissender mag aber wohl nach Belieben essen; denn wer den Agni aufschichtet, wird zu einer Gestalt des Agni; „all dies ist ja Speise des Agni, all dies ist meine Speise“ – so solle ein solcher Wissender es eben wissen.

tadāhuḥ kiṃ tadagnau kriyate yena yajamānaḥ punarmṛtyumapajayatītyagnirvā eṣa devatā bhavati yo'gniṃ cinute'mṛtamu vā agniḥ śrīrdevāḥ śriyaṃ gacati yaśo devā yaśo ha bhavati ya evaṃ veda

Dazu fragen sie: „Was wird da mit dem Agni vollzogen, wodurch der Opferer den wiederholten Tod, den Punarmṛtyu, bezwingt?“ – wer den Agni aufschichtet, wird ja zur Gottheit, zu Agni; Agni ist ja Unsterblichkeit; Agni ist den Göttern Glanz – er erlangt Glanz. Er ist den Göttern Ruhm – ruhmreich wird, wer so weiß.

sarve haite yajñā yo'yamagniścitaḥ sa yatpaśumālabhate tadagnyādheyamatha yadukhāṃ sambharati tānyagnyādheyahavīmṣyatha yaddīkṣate tadagnihotramatha yaddīkṣitaḥ samidhāvādadhāti te agnihotrāhutī

Alle diese Opfer sind eben dieser geschichtete Agni: dass er das Opfertier berührt, das ist die Feuerbegründung, Agnyādheya. Dass er den Feuertopf, die Ukhā, zusammenträgt, das sind die Agnyādheya-Opfergaben. Dass er sich weiht, das ist das Agnihotra. Dass er, geweiht, zwei Brennscheite hinlegt, das sind die Agnihotra-Opfergüsse.

te vai sāyamprātarādadhāti sāyamprātarhyagnihotrāhutī juhvati samānena mantreṇa samānena hi mantreṇāgnihotrāhutī juhvatyatha yadvanīvāhanaṃ ca bhasmanaścābhyavaharaṇaṃ tau darśapūrṇamāsāvatha yadgārhapatyaṃ cinoti tāni cāturmāsyānyatha yadūrdhvaṃ gārhapatyādā sarvauṣadhāttā iṣṭayo'tha yadūrdhvaṃ sarvauṣadhātprācīnaṃ citibhyaste paśubandhā ya evaiteṣu yajñeṣu viṣṇukramāste viṣṇukramā yajjapyaṃ tadvātsapram

Diese legt er abends und morgens hin; denn abends und morgens opfern sie die Agnihotra-Opfergüsse, mit derselben Formel; denn mit derselben Formel opfern sie die Agnihotra-Opfergüsse. Dass er nun das Holz herbeischafft und die Asche wegräumt, das sind die beiden Neumond- und Vollmond-Opfer. Dass er den Gārhapatya-Herd errichtet, das sind die Cāturmāsya-Vierteljahresopfer. Was nun oberhalb des Gārhapatya bis zur Allkräuter-Schicht liegt, das sind die kleineren Iṣṭi-Opferhandlungen. Was oberhalb der Allkräuter-Schicht, vor den übrigen Schichten liegt, das sind die Tieropfer, die Paśubandhas. Was es in diesen Opfern an Viṣṇu-Schritten gibt, das sind hier ebenso die Viṣṇu-Schritte; was da an Rezitation ist, das ist die Vātsapra-Formel.

saumyo'dhvaraḥ prathamā citiḥ yatprācīnaṃ savebhyo rājasūyo dvitīyā vājapeyastṛtīyāśvamedhaścaturthyagnisavaḥ pañcamī yaiścitaṃ sāmabhiḥ parigāyati tanmahāvratamatha yattatrodgātuḥ purastājjapyaṃ tacatarudriyaṃ vasordhārā mahadukthamatha yadūrdhvaṃ sāmabhyaḥ prācīnaṃ vasordhārāyai yadeva tatra hotuḥ purastājjapyaṃ tattadatha yadūrdhvaṃ vasordhārāyai te gṛhamedhā etāvanto vai sarve yajñāstānagnināpnoti

Der Soma-Opferritus ist die erste Schicht; was vor den Antriebs-Opferungen liegt, das ist das Rājasūya-Königsweihe-Opfer; die zweite Schicht ist das Vājapeya; die dritte das Aśvamedha, das Rossopfer; die vierte die Agni-Antriebs-Opferungen; die fünfte, bei der er, mit Sāman-Gesängen umkreisend, singt, das ist das Mahāvrata. Was es da nun an Rezitation vor dem Udgātṛ gibt, das ist das Śatarudriya; der Vasordhārā ist das Mahaduktha. Was oberhalb der Sāman-Gesänge, vor dem Vasordhārā liegt, und was es da an Rezitation vor dem Hotṛ gibt, das ist ebendies. Was oberhalb des Vasordhārā liegt, das sind die Gṛhamedha-Hausopfer. So viele sind eben alle Opfer; die erlangt er mittels des Agni.

athāto yajñavīryāṇāmeva sāyamprātarha vā amuṣmiṃloke'gnihotrahudaśnāti tāvatī ha tasminyajña ūrgardhamāse'rdhamāse darśapūrṇamāsayājī caturṣu-caturṣu māseṣu cāturmāsyayājī ṣaṭsu-ṣaṭsu paśubandhayājī saṃvatsare-saṃvatsare somayājī śate-śate saṃvatsareśvagnicitkāmamaśnāti kāmaṃ na taddhaitadyāvacataṃ saṃvatsarāstāvadamṛtamanantamaparyantaṃ sa so haitadevaṃ vedaivaṃ haivāsyaitadamṛtamanantamaparyantam bhavati tasya yadapīṣīkayevopahanyāttadevāsyāmṛtamanantamaparyantam bhavati

Nun denn, zu den Opfer-Kräften: wer abends und morgens das Agnihotra darbringt, der genießt in jener Welt eben so viel an Nahrungskraft, wie in diesem Opfer enthalten ist. Ebenso viel genießt in diesem Opfer ein Neumond-Vollmond-Opferer alle Halbmonate; ein Cāturmāsya-Opferer alle vier Monate; ein Paśubandha-Tieropferer alle sechs [Anm.: Bezugsgröße unsicher]; ein Soma-Opferer jedes Jahr; ein Agni-Errichter aber alle hundert Jahre nach Belieben, ohne Einschränkung des Wunsches – und dies, solange es Jahre gibt: so lange ist es unsterblich, endlos, grenzenlos. Wer so weiß, dessen wird dies eben ebenso unsterblich, endlos, grenzenlos. Selbst wenn ihm davon gleichsam mit einem Schilfhalm etwas abgeschlagen würde, so bliebe ihm eben auch das unsterblich, endlos, grenzenlos.

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