Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 33

Anuvāka 3 Die Stoma-Tage Jyotis, Go und Āyus gründen die Opferer in den drei Welten; die Ṣaḍaha-Sechstagesgruppen bilden Zahlen (12, 18, 24, 30), die dem Menschen und dem Jahr entsprechen.

jyotiṣṭomaṃ prathamam upayanti

Zuerst gehen sie auf den Jyotiṣṭoma zu.

asmim̐s tena loke pratitiṣṭhanti

Dadurch fassen sie in dieser Welt Fuß.

goṣṭomaṃ dvitīyam upayanti

Als zweiten gehen sie auf den Goṣṭoma zu.

antarikṣe tena pratitiṣṭhanti

Dadurch fassen sie im Luftraum Fuß.

āyuṣṭomam uttamam upayanti

Als letzten gehen sie auf den Āyuṣṭoma zu.

amuṣmim̐s tena loke pratitiṣṭhanti

Dadurch fassen sie in jener Welt Fuß.

ayaṃ vai loko jyotir antarikṣaṃ gaur asā evāyur

Diese Welt ist das Licht (jyotis), der Luftraum die Kuh (go), jene (Welt) das Leben (āyus).

yad etān stomān upayanti

Dass sie auf diese Stomas zugehen,

eṣv eva tal lokeṣu sattriṇaḥ pratitiṣṭhanto yanti

darin gehen die Teilnehmer der Opfersitzung, in diesen Welten Fuß fassend.

virājaṃ jyotiṣṭomo 'bhisaṃpanna ekayā gaur atirikta ekayāyur ūnas

Der Jyotiṣṭoma erreicht die Virāj; der Gaus-Tag ist um eines überschüssig, der Āyus-Tag um eines zu wenig. [?]

te sam̐stutā virājam abhisaṃpadyante

Zusammen gepriesen, erreichen sie die Virāj.

ūrg vai virāḍ

Die Virāj ist Kraftfülle (ūrj).

yad etais stomair yanti

Dass sie mit diesen Stomas gehen,

ūrjam evaitat sattriṇo 'varundhānā yanti

damit gehen die Teilnehmer der Opfersitzung, indem sie sich Kraftfülle gewinnen.

te na kṣudhārtim ārchanti

Sie geraten nicht in Hungersnot.

kṣutsaṃbādhamānā iva hi sattriṇas

Denn die Teilnehmer der Opfersitzung sind gleichsam vom Hunger bedrängt.

agniṣṭomā abhitaḥ

Agniṣṭomas sind beiderseits (am Anfang und Ende),

etad vai pariyaddevacakram

Dies ist fürwahr das Götterrad, das (sich) umdreht,

yad etena ṣaḍahena yanti

indem sie mit diesem Ṣaḍaha gehen.

devacakram eva tat samārohanti

Das Götterrad besteigen sie damit.

te svasti samaśnuvate

Sie gelangen wohlbehalten ans Ziel.

ubhayatojyotiṣā yanti

Sie gehen mit beiderseitigem Jyotis (Lichttag).

svargo vai loko jyotis

Die Himmelswelt ist das Licht.

ubhayata eva tat svarge loke sattriṇaḥ pratitiṣṭhanto yanti

Beiderseits gehen die Teilnehmer der Opfersitzung, in der Himmelswelt Fuß fassend.

ṣaḍ vā ṛtavas

Sechs sind die Jahreszeiten.

ṛtuṣv eva tat pratitiṣṭhanto yanti

In den Jahreszeiten Fuß fassend gehen sie damit.

dvau ṣaḍahau bhavatas

Zwei Ṣaḍahas finden statt.

tāni dvādaśāhāni saṃpadyante

Diese ergeben zwölf Tage.

daśa vai puruṣe prāṇās stanau dvādaśau

Zehn sind im Menschen die Lebenshauche; die beiden Brüste sind das zwölfte [Paar/Glied] [?].

tat puruṣam anuparyāvartante

Damit gehen sie dem Menschen entlang im Kreis.

trayaṣ ṣaḍahā bhavanti

Drei Ṣaḍahas finden statt.

tāny aṣṭādaśāhāni saṃpadyante

Diese ergeben achtzehn Tage.

navānyāni navānyāni

Neun und wiederum neun (kommen hinzu).

tat prāṇān anuparyāvatante

Damit gehen sie den Lebenshauchen entlang im Kreis.

catvāraṣ ṣaḍahā bhavanti

Vier Ṣaḍahas finden statt.

tāni caturvim̐śatir ahāni saṃpadyante

Diese ergeben vierundzwanzig Tage.

caturvim̐śatis saṃvatsarasyārdhamāsās

Vierundzwanzig sind die Halbmonate des Jahres.

ardhamāsaśas saṃvatsara āpyate

Halbmonat für Halbmonat wird das Jahr erlangt.

tat saṃvatsaram anuparyāvartante

Damit gehen sie dem Jahr entlang im Kreis.

pañca ṣaḍahā bhavanti

Fünf Ṣaḍahas finden statt.

tāni trim̐śadahāni saṃpadyante

Diese ergeben dreißig Tage.

daśa hastyā aṅgulayo daśa padyā daśa prāṇās tat trim̐śat

Zehn Finger der Hände, zehn der Füße, zehn Lebenshauche: das sind dreißig.

trim̐śadakṣarā virāḍ vairājaḥ puruṣas

Dreißig Silben hat die Virāj; der Mensch gehört zur Virāj.

tat puruṣam anuparyāvartante

Damit gehen sie dem Menschen entlang im Kreis.

apratiṣṭhitas saṃvatsara iti khalu vā āhur varṣīyān pratiṣṭhāyā iti

„Ohne Halt ist das Jahr“, sagen sie fürwahr, „es ist umfassender als ein Halt.“ [?]

etāvad vai saṃvatsarasya brāhmaṇaṃ yāvan māsas

So viel ist die Brāhmaṇa-Lehre vom Jahr: soweit ein Monat (reicht).

māsimāsy eva pratitiṣṭhanto yanti ya evaṃ viduḥ ‖

Monat für Monat Fuß fassend gehen jene, die dies so wissen. ‖