Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 33

Anuvāka 8 Die Parasāman-Tage der Rückkehr, das Mahāvratīya-Tag (Mitte, Prājāpatya), Zeugung im Jahr und die Zahlen der zu schöpfenden Schöpfbecher (1, 3, 5 ... 33), mit denen man Welten, Opfer, Vieh und Götter gewinnt.

teṣāṃ parasāmnāṃ yat prathamaṃ tad uttamaṃ yad uttamaṃ tat prathamaṃ yan madhye madhya eva tat

Von diesen Parasāman(-Tagen) ist, was das erste ist, das letzte, was das letzte ist, das erste; was in der Mitte ist, bleibt in der Mitte.

tad yenaivaite yanti tenāmutaḥ punar āyanti

Auf demselben (Weg), auf dem sie hingehen, kommen sie von dort wieder zurück.

eṣāṃ lokānām̐ saṃtatyai pratijñātyai

Zur Verbindung dieser Welten, zum Wiedererkennen [?].

te viśvajita upariṣṭāt pratyavarohiṇas stomān upayanti

Sie gehen nach dem Viśvajit von oben her auf die absteigenden (rückläufigen) Stomas zu.

tad āhur jitaṃ vā ete parājayante nirvṛttān pratyavarohiṇas stomān upayanti nivartante svargāl lokāt pratyañcam u yajñaṃ tanvata iti

Dazu sagen sie: „Das Gewonnene verspielen sie da wohl; sie gehen die zurückgekehrten, absteigenden Stomas an, sie kehren aus der Himmelswelt zurück und dehnen das Opfer rückwärts gerichtet aus.“ [?]

te tathā pañca māso yanti ṣaṣṭhasya ca māsas trīn abhipravān dve cāhanī goāyuṣī

So gehen sie fünf Monate, und vom sechsten Monat drei Abhipravas-Tage und die beiden Tage Go und Āyus. [Anm.: Abhiplava, Go, Āyus sind Namen von Tagen der Sattra-Ordnung; Deutung unsicher] [?]

te pṛṣṭhāny upayanti pṛṣṭhāni vai yajñasya doho yajñaṃ dohāmahai paśūm̐ś cāmṛtaṃ ca prāñcam u yajñam tanavāmahā iti

Sie gehen die Pṛṣṭhas an; denn die Pṛṣṭhas sind das Melken des Opfers: „Wir wollen das Opfer melken, das Vieh und das Unsterbliche, und das Opfer vorwärts gerichtet ausdehnen.“ [?]

ṛtavo vai pṛṣṭhāni

Die Jahreszeiten sind die Pṛṣṭhas.

ṛtuṣv eva tat pratitiṣṭhanto yanti

In den Jahreszeiten Fuß fassend gehen sie damit.

svargo vai lokaḥ pṛṣṭhāni

Die Himmelswelt sind die Pṛṣṭhas.

svarga eva tal loke pratitiṣṭhanto yanti ‖

In der Himmelswelt Fuß fassend gehen sie damit. ‖

devakṣatraṃ vā āyuṣas stomās

Die Stomas des Āyus sind die Götter-Herrschaft (devakṣatra).

devakṣatram eva tad abhyārohanto yanti

Die Götter-Herrschaft besteigend gehen sie damit.

te chandomān upayanti

Sie gehen auf die Chandoma(-Tage) zu.

paśavo vai chandomāḥ

Das Vieh sind die Chandomas.

paśūn evāvarundhate

Das Vieh gewinnen sie damit für sich.

te daśamam ahar upayanti prajananaṃ prājāpatyaṃ pratiṣṭhām

Sie gehen auf den zehnten Tag zu, den Zeugungs-Tag, den Prājāpatya-Tag, den Halt.

prajananam eva tat prajāṃ pratiṣṭhām avarundhate

Zeugung, Nachkommenschaft und Halt gewinnen sie damit für sich.

te mahāvratīyam ahar upayanti

Sie gehen auf den Mahāvratīya-Tag zu.

tad āhur viṣuvān vā etad ahar yan mahāvratīyaṃ viṣuvaty upetyam iti

Dazu sagen sie: „Der Mahāvratīya-Tag ist der Viṣuvat-Tag (Wendetag); an dem Viṣuvat-Tag ist er anzugehen.“ [Anm.: Viṣuvat = Mitte des Jahres]

athāhuḥ prājāpatyaṃ vā etad ahar yan mahāvratīyaṃ tad uttamārdhe saṃvatsarasyopetyam iti

Dagegen sagen sie: „Der Mahāvratīya-Tag ist der Prājāpatya-Tag; der ist in der letzten Hälfte des Jahres anzugehen.“

yo vai ṣaṇmāsyo jāyate yas saptamāsyaḥ pra vai sa mīyate na tena bhogam aśnute ‖

Wer als Sechsmonatskind geboren wird, wer als Siebenmonatskind, der stirbt (wird zunichte) gewiss; er genießt damit keinen Genuss. [?] ‖

saṃvatsare khalu vāva reto hitaṃ prajāyate

Im Jahr niedergelegt, wird der Same wahrlich gezeugt (kommt zur Geburt).

tad yad uttamārdhe saṃvatsarasya mahāvratīyam ahar upayanti

Dass sie in der letzten Hälfte des Jahres den Mahāvratīya-Tag angehen,

saṃvatsara etad reto hitaṃ prajanayanti

damit zeugen sie den im Jahr niedergelegten Samen aus.

yathartv evartūn kalpayanti

Wie es der Jahreszeit entspricht, richten sie die Jahreszeiten (dabei) zu.

yathāpūrvaṃ prajāṃ prajanayanti

In der (rechten) Ordnung zeugen sie Nachkommenschaft.

te pañcavim̐śam̐ stomam upayanti puruṣastomam

Sie gehen auf den Pañcaviṃśa-Stoma zu, den Menschen-Stoma.

daśa hastyā aṅgulayo daśa padyā dvau bāhū dve sakthyā ātmā pañcavim̐śas

Zehn Finger der Hände, zehn der Füße, zwei Arme, zwei Schenkel, der Leib (ātman) ist der fünfundzwanzigste.

yad etam̐ stomam upayanti

Dass sie auf diesen Stoma zugehen,

svād eva tat stomāt sattriṇa ātmānaṃ prajanayanti

damit zeugen die Teilnehmer der Opfersitzung aus dem eigenen Stoma sich selbst (ihren Leib) hervor. [?]

tad āhuḥ prājāpatyaṃ vā etad ahar yan mahāvratīyaṃ tasmin sarve grahā grahītavyās sarvam iva hi prajāpatir vivyāceti

Dazu sagen sie: „Der Mahāvratīya-Tag ist der Prājāpatya-Tag; an ihm sind alle Schöpfbecher (graha) zu schöpfen, denn Prajāpati hat gleichsam alles durchdrungen (umfasst).“ [?]

eṣv eva lokeṣv ṛdhnuvanti ‖

In diesen Welten haben sie Erfolg. ‖

yajñam evāvarundhate

Das Opfer gewinnen sie damit für sich.

sapta grāmyāḥ paśavas

sieben sind die Haustiere.

tān evāvarundhate

Diese gewinnen sie damit für sich.

prāṇṣv eva pratitiṣṭhanti

In den Lebenshauchen fassen sie Fuß.

pañcadaśa grahītavyāḥ

Fünfzehn sind zu schöpfen:

pañcadaśārdhamāsasya rātrayo 'rdhamāsaśas saṃvatsara āpyate

fünfzehn sind die Nächte des Halbmonats; Halbmonat für Halbmonat wird das Jahr erlangt.

ardhamāsaśa eva tat saṃvatsaram āpnuvanti

Halbmonat für Halbmonat also erlangen sie das Jahr.

saptadaśa grahītavyāḥ

Siebzehn sind zu schöpfen:

prajāpatis saptadaśaḥ

Prajāpati ist der Siebzehnfache.

prajāpatim evāpnuvanti

Prajāpati erlangen sie damit.

ekavim̐śatir grahītavyās

Einundzwanzig sind zu schöpfen:

asā āditya ekavim̐śas

jene Sonne (Āditya) ist der Einundzwanzigfache.

amum evādityam āpnuvanti

Jenen Āditya erlangen sie damit.

saptavim̐śatir grahītavyās

Siebenundzwanzig sind zu schöpfen:

triṇavā ime lokās

dreimal neun sind diese Welten.

eṣv eva lokeṣv ṛdhnuvanti

In diesen Welten haben sie Erfolg.

trayastrim̐śad grahītavyās

Dreiunddreißig sind zu schöpfen:

trayastrim̐śad devatās

dreiunddreißig sind die Gottheiten.

devatāsv eva pratitiṣṭhanti ‖

In den Gottheiten fassen sie Fuß. ‖

iti śrīmadyajuṣi kāṭhake carakaśākhāyām orimikāyāṃ sattrāṇi nāma trayastriṃśaṃ sthānakaṃ saṃpūrṇam ‖

So (endet) im glückverheißenden Yajus, in der Kāṭhaka(-Schule), der Caraka-Śākhā, dem Orimikā(-Abschnitt), das dreiunddreißigste Sthānaka namens „Die Opfersitzungen (sattrāṇi)“ vollständig. ‖