utsṛjyā3n notsṛjyā3m iti mīmām̐sante
„Soll man (die Sitzung) aufgeben (unterbrechen) oder soll man nicht aufgeben?“ – so erwägen sie.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 33
utsṛjyā3n notsṛjyā3m iti mīmām̐sante
„Soll man (die Sitzung) aufgeben (unterbrechen) oder soll man nicht aufgeben?“ – so erwägen sie.
tad āhur
Dazu sagen sie:
utsṛjyam eva
Aufgegeben werden soll sie.
prāṇāpānā vā ete saṃvatsarasya yat pūrṇamāsās
Ein- und Ausatem des Jahres sind die Vollmonde.
yan notsṛjeyus saṃvatsaram apinahyeyur amehena sattriṇo mriyeran
Wenn sie nicht aufgäben, würden sie das Jahr verstopfen (abbinden), und die Teilnehmer der Opfersitzung würden an Harnverhaltung [?] sterben.
paurṇamāsyāṃ cāmāvasyāyāṃ cotsṛjyam ity āhur ete hi yajñaṃ vahata iti
„Am Vollmondstag und am Neumondstag ist aufzugeben“, sagen sie, „denn diese tragen das Opfer.“
tad āhur etayos tvāva notsṛjyaṃ ye avāntarā yajñaṃ bhejāte iti
Dazu sagen sie: „An diesen beiden soll man gerade nicht aufgeben, die als Zwischen(tage) am Opfer teilhaben.“ [?]
yā prathamā vyaṣṭakā tasyām utsṛjyam ity āhur
„An der ersten Vyaṣṭakā ist aufzugeben“, sagen sie,
eṣa hi māso viśara iti
„denn dieser Monat ist der auseinanderfallende (viśara).“ [?]
nādiṣṭam utsṛjeyur
Sie sollen nicht einen bestimmten (festgesetzten) Tag zum Aufgeben nehmen. [?]
yad ādiṣṭam utsṛjeyur yādṛśe punaḥ paryāplāve madhye ṣaḍahasya saṃpadyata iti
Wenn sie an einem bestimmten Tag aufgäben, käme es wieder bei einem solchen Zeitwechsel [?] mitten in einen Ṣaḍaha zu liegen.
ṣaḍahair māsam̐ saṃpādya yat saptamam ahas tad utsṛjeyus
Haben sie den Monat mit Ṣaḍahas vollendet, so sollen sie an dem, was der siebente Tag ist, aufgeben.
sam̐ ṣaḍahaṃ tanvanty ut saṃvatsaram̐ śvāsayanti
Sie dehnen den Ṣaḍaha aus (führen ihn durch), sie lassen das Jahr aufatmen.
yad ahas tūtsṛjeyus tad agnaye vasumate 'ṣṭākapālaṃ puroḍāśaṃ prātar nirvapeyur aindraṃ dadhīndrāya marutvata ekādaśakapālaṃ madhyandine viśvebhyo devebhya ṛtumadbhyo dvādaśakapālam aparāhṇe prājāpatyaḥ paśus syāt
An dem Tag aber, an dem sie aufgeben, sollen sie am Morgen für Agni Vasumat einen Puroḍāśa auf acht Schalen darbringen, ein Indra-Dickmilchopfer, am Mittag für Indra Marutvat einen Puroḍāśa auf elf Schalen, am Nachmittag für die Allgötter, die Ṛtumat-Götter, einen Puroḍāśa auf zwölf Schalen; und es soll ein Prājāpatya-Opfertier sein. [Anm.: Puroḍāśa = Opferkuchen, in Schalen (kapāla) gebacken]
agner vai vasumataḥ prātassavanam
Agni Vasumat gehört das Morgenpressen.
yad agnaye vasumate 'ṣṭākapālaṃ puroḍāśaṃ prātar nirvapanti
Dass sie am Morgen für Agni Vasumat einen Puroḍāśa auf acht Schalen darbringen,
devatām eva tad bhāginīṃ kurvanti
damit machen sie die Gottheit zur Anteilhaberin.
ananusargāya
Damit (das Opfer) nicht abbricht [?] (ananusarga).
somo vā eṣa oṣadhīṣu praviṣṭas
Dieser Soma ist in die Pflanzen eingegangen.
yad aindraṃ dadhi bhavati
Dass es ein Indra-Dickmilchopfer gibt:
indram eva tad bhāgadheyānna cyāvayanti
damit bringen sie Indra nicht von seinem Anteil ab.
savanam aṣṭābhir upayanti
Sie gehen das Pressen mit acht (Schalen) an.
ye khalu vāva prātaḥ paśava upākriyante te vasavas
Die Opfertiere, die am Morgen herangeführt werden, sind die Vasus.
indrasya vai marutvato mādhyandinam̐ savanam
Indra Marutvat gehört das Mittagspressen.
yad indrāya marutvata ekādaśakapālaṃ puroḍāśaṃ madhyandine nirvapanti
Dass sie am Mittag für Indra Marutvat einen Puroḍāśa auf elf Schalen darbringen,
devatām eva tad bhāginīṃ kurvanti
damit machen sie die Gottheit zur Anteilhaberin.
ananusargāya ‖
Damit (das Opfer) nicht abbricht. ‖
savanam ekādaśabhir upayanti
Sie gehen das Pressen mit elf (Schalen) an.
viśveṣāṃ vai devānām ṛtumatāṃ tritīyasavanam
Den Allgöttern, den Ṛtumat-Göttern, gehört das dritte Pressen.
yad viśvebhyo devebhya ṛtumadbhyo dvādaśakapālaṃ puroḍāśam aparāhṇe nirvapanti
Dass sie am Nachmittag für die Allgötter, die Ṛtumat-Götter, einen Puroḍāśa auf zwölf Schalen darbringen,
devatām eva tad bhāginīṃ kurvanti
damit machen sie die Gottheit zur Anteilhaberin.
ananusargāya
Damit (das Opfer) nicht abbricht.
savanaṃ dvādaśabhir upayanti
Sie gehen das Pressen mit zwölf (Schalen) an.
prājāpatyaḥ paśur bhavati
Ein Prājāpatya-Opfertier findet statt.
yajño vai prajāpatis
Das Opfer ist Prajāpati.
yajñasyānanusargāya
Damit das Opfer nicht abbricht.
abhīvarta itaṣ ṣaṇmāso brahmasāmaṃ bhavati
Von hier an sind die sechs Monate lang das Abhīvarta das Brahma-Sāman.
brahma vā abhīvartas
Der Abhīvarta ist das Brahman (heiliges Wort).
brahmaṇaiva tat svargaṃ lokam abhivartayanto yanti ‖
Mit dem Brahman selbst gehen sie, die Himmelswelt (auf sich) zuwendend. [?] ‖
pratikūlam iva hītas svargo lokas
Denn von hier gesehen ist die Himmelswelt gleichsam entgegengesetzt (widerstrebend).
samānāḥ pragāthā bhavanty anyānyanyāni sāmāni
Die Pragāthas bleiben dieselben, andere und andere sind die Sāmans.
lokā vai sāmāni svargā ṛcas
Die Welten sind die Sāmans, die Himmel die Verse.
lokair eva tat svargāṃl lokān abhyārohanto yanti
Mit den Welten steigen sie zu den Himmelswelten empor und gehen so.
samānam̐ sāma bhavaty anyāanyā ṛcas
Das Sāman bleibt dasselbe, andere und andere sind die Verse.
svargā vai sāmāni lokā ṛcas
Die Himmel sind die Sāmans, die Welten die Verse.
lokair eva tat svargām̐l lokān abhyārohanta āyanti ‖
Mit den Welten steigen sie zu den Himmelswelten empor und kommen (so) zurück. [?] ‖
indra kratuṃ na ābhara pitā putrebhyā yathā |
Indra, bring uns Einsicht (Tatkraft) herbei, wie ein Vater den Söhnen.
śikṣā ṇo asmin puruhūta yāmani jīvā jyotir aśīmahi ‖
Lehre uns auf diesem Wege, vielgerufener; lebend möchten wir das Licht erreichen. ‖
ity amuta āyatām̐ ṣaṇ māso brahmasāmaṃ bhavati
Von dort her, den Zurückkehrenden, ist mit „...“ (diesem Vers) sechs Monate lang das Brahma-Sāman.
ayaṃ vai loko jyotiḥ prajā jyotis
Diese Welt ist das Licht, die Nachkommenschaft ist das Licht.
imam eva tal lokaṃ paśyanto 'bhivadanta āyanti
Diese Welt anblickend, sie anrufend, kommen sie zurück.
ayam̐ hi loko lokānāṃ pratiṣṭhā ‖
Denn diese Welt ist der Halt der Welten. ‖