ekādaśinībhir yanti
Mit den Ekādaśinī-Opfertieren [Anm.: die elf Opfertiere eines Ekādaśinī-Opfers] gehen sie (ans Werk),
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 34
ekādaśinībhir yanti
Mit den Ekādaśinī-Opfertieren [Anm.: die elf Opfertiere eines Ekādaśinī-Opfers] gehen sie (ans Werk),
prāṇā vā ekādaśinīḥ
die Lebenshauche nämlich sind die Ekādaśinī-Tiere.
prāṇeṣv eva tat pratitiṣṭhanto yanti
In den Lebenshauchen sich festen Stand gebend, gehen sie so (ans Werk).
tad āhur yad ekādaśinībhir iyur ahāni vātiricyeran paśavo vā nottamenāhnottamaḥ paśus saṃpadyeteti
Dazu sagt man: Wenn sie mit den Ekādaśinī-Tieren gingen, so würden die Tage überzählig, oder die Opfertiere reichten nicht aus: „Am letzten Tag würde nicht das letzte Opfertier erreicht.“
tad yad ekādaśinīkāmās syuḥ prathame māsy ekādaśinīm upeyur uttame ca
Wenn sie nun Ekādaśinī-Wünschende wären, sollen sie im ersten Monat die Ekādaśinī vornehmen und im letzten.
prāṇā vā ekādaśinī
Die Lebenshauche nämlich sind die Ekādaśinī.
prāṇān eva mukhataḥ pratipadyante
Die Lebenshauche gewinnen sie so am Anfang,
prāṇeṣv antataḥ pratitiṣṭhanti
und in den Lebenshauchen fassen sie am Ende festen Stand.
aindrāgnaḥ khalv evācyutaḥ paśus syāt
Ein Indra-Agni-Opfertier soll es sein, das nicht (von seiner Stelle) weicht.
prāṇāpānau vā indrāgnī
Einatmung und Ausatmung sind nämlich Indra und Agni.
prāṇāpānayor eva tat pratitiṣṭhanto yanti
In Ein- und Ausatmung festen Stand gewinnend, gehen sie so (ans Werk).
tejo vā indrāgnī
Glanz sind nämlich Indra und Agni.
tejasy eva tat pratitiṣṭhanto yanti
Im Glanz festen Stand gewinnend, gehen sie so (ans Werk).
ojo vai vīryam indrāgnī
Kraft ist wahrlich Manneskraft: Indra und Agni.
tejasy eva tad vīrye pratitiṣṭhanto yanti
Im Glanz, in der Manneskraft festen Stand gewinnend, gehen sie so (ans Werk).
indrāgnī sarvā devatās
Indra und Agni sind alle Götter.
yad aindrāgnaḥ paśur bhavati
Dass das Opfertier ein Indra-Agni-Tier ist,
sarvā eva tad devatāḥ prīṇanto yanti ‖
dadurch gehen sie, alle Götter erfreuend, (ans Werk). ‖
yad aho rathaṃtaram̐ sāma syād āgneyaṃ tad ahaḥ paśum ālabheran
An dem Tag, an dem das Rathaṃtara-Sāman gilt, sollen sie ein Tier für Agni darbringen [Anm.: ālabh = das Opfertier berühren und weihen, d. h. opfern].
yad ahar bṛhadaindraṃ tad ahas tad vaindrāgna eva
An dem Tag, an dem das Bṛhat-Sāman des Indra gilt, an diesem Tag aber ist es eben ein Indra-Agni-Tier.
yad aho rathaṃtaram̐ sāma syād āgnendraṃ tad ahaḥ paśum ālabheran
An dem Tag, an dem das Rathaṃtara-Sāman gilt, sollen sie ein Tier für Agni und Indra darbringen,
yad ahar bṛhad aindrāgnaṃ tad ahas
an dem Tag, an dem das Bṛhat-Sāman gilt, ein Tier für Indra und Agni [?],
tad anupūrvaṃ devate kalpayanti
so ordnen sie die beiden Gottheiten der Reihe nach an,
yathāpūrvaṃ paśūn ālabhante
und bringen die Opfertiere in der vorgegebenen Folge dar.
indrāgnibhyām eva yanti
Mit Indra und Agni gehen sie (ans Werk).
bārhaspatyam̐ śitipṛṣṭham̐ ṣaṣṭhe 'hann ālabhheran
Ein weißrückiges Tier für Bṛhaspati sollen sie am sechsten Tag darbringen.
brahma vai bṛhaspatir
Bṛhaspati ist nämlich das heilige Wort (brahman).
brahmaṇy eva tad yajñasyāntataḥ pratitiṣṭhanti
Im heiligen Wort gewinnen sie so am Ende des Opfers festen Stand.
bārhaspatyaḥ khalu vāva śitipṛṣṭho devatayā
Ein Bṛhaspati-Tier ist fürwahr das weißrückige nach seiner Gottheit.
dyāvāpṛthivyāṃ dhenum̐ saptame 'hann ālabheran prathame chandome
Eine Milchkuh für Himmel und Erde sollen sie am siebten Tag darbringen, am ersten Chandoma-Tag [Anm.: chandoma = die drei letzten, jeweils in der Metrik gesteigerten Tage des Ekādaśinī-Zyklus, hier als Chandoma-Tage].
dyāvāpṛthivī vai yajñasya pratiṣṭhā
Himmel und Erde sind nämlich der feste Grund des Opfers.
dyāvāpṛthivyor eva tad yajñasyāntataḥ pratitiṣṭhanti
In Himmel und Erde gewinnen sie so am Ende des Opfers festen Stand.
dyāvāpṛthivyā khalu vāva dhenur devatayā
Eine Himmel-und-Erde-Tier ist fürwahr die Milchkuh nach ihrer Gottheit.
vāyavyaṃ vatsam aṣṭame 'hann ālabheran madhyame chandome
Ein Kalb für Vāyu sollen sie am achten Tag darbringen, am mittleren Chandoma-Tag.
prāṇo vai vāyuḥ
Vāyu ist nämlich der Lebenshauch.
prāṇa eva tad yajñasyāntataḥ pratitiṣṭhanti ‖
Im Lebenshauch gewinnen sie so am Ende des Opfers festen Stand. ‖
vāyavyaḥ khalu vāva vatso devatayā
Ein Vāyu-Tier ist fürwahr das Kalb nach seiner Gottheit.
vāce pṛśniṃ navame 'hann ālabherann uttame chandome
Ein scheckiges Tier für Vāc sollen sie am neunten Tag darbringen, am letzten Chandoma-Tag.
vāg vai pṛśniḥ pratiṣṭhā
Vāc (die Rede) ist nämlich das scheckige Tier, sie ist der feste Grund.
vācy eva tad yajñasyāntataḥ pratitiṣṭhanti
In der Rede gewinnen sie so am Ende des Opfers festen Stand.
vāgdevatyā khalu vāva pṛśnir devatayā
Ein Tier der Gottheit Vāc ist fürwahr das scheckige nach seiner Gottheit.
ādityāṃ vaśāṃ daśame 'hann ālabheran
Eine unfruchtbare Kuh für Aditi sollen sie am zehnten Tag darbringen.
iyaṃ vā aditir
Diese (Erde) nämlich ist Aditi,
iyaṃ pratiṣṭhā
diese ist der feste Grund.
asyām eva tad yajñasyāntataḥ pratitiṣṭhanti
Auf dieser gewinnen sie so am Ende des Opfers festen Stand.
ādityā khalu vāva vaśā devatayā
Eine Aditi-Kuh ist fürwahr die unfruchtbare Kuh nach ihrer Gottheit.
vaiśvakarmaṇam ṛṣbhaṃ mahāvratīye 'hann ālabheran
Einen Stier für Viśvakarman sollen sie am Mahāvrata-Tag darbringen.
indro vai vṛtram̐ hatvā viśvakarmābhavat
Indra wurde, nachdem er den Vṛtra erschlagen hatte, zum Viśvakarman (Allwerker).
prajāpatiḥ prajās sṛṣṭvā viśvakarmābhavat
Prajāpati wurde, nachdem er die Geschöpfe erschaffen hatte, zum Viśvakarman.
saṃvatsaro viśvakarmety āhur yam imāḥ prajā anuprajāyanta iti
„Das Jahr ist Viśvakarman“, sagt man, „dem diese Geschöpfe nachgezeugt werden“.
trirūpas syād ubhayataetas
Dreigestaltig soll er sein, beidseitig gefleckt [?].
yat prathamaṃ rūpaṃ tenaindras
Nach der ersten Gestalt gehört er Indra,
yad dvitīyaṃ tena prājāpatyas
nach der zweiten dem Prajāpati;
yat tṛtīyaṃ tat saṃvatsarasya rūpam
was die dritte ist, das ist die Gestalt des Jahres.
indro vṛṣā prajāpatir vṛṣā saṃvatsaro 'sya vṛṣety āhur yam imāḥ prajā anuprajāyanta iti
„Indra ist der Stier, Prajāpati ist der Stier, das Jahr ist dessen Stier“, sagt man, „dem diese Geschöpfe nachgezeugt werden“.
tasmād ṛṣabhas syāt ‖
Daher soll es ein Stier sein. ‖