prajāpatir akāmayata prajāyeyeti
Prajāpati wünschte: „Ich möchte mich fortpflanzen.“
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 34
prajāpatir akāmayata prajāyeyeti
Prajāpati wünschte: „Ich möchte mich fortpflanzen.“
sa dvādaśāhenāyajata
Er opferte mit dem Zwölftagesopfer.
tena prājāyata
Dadurch pflanzte er sich fort.
praiva jāyate ya evaṃ veda
Er pflanzt sich fort, wer dies so weiß.
āpo vai yad yajñiyā medhyā asṛjyanta tad ekā api nāsṛjyanta
Als die Wasser als opferfähig und rein geschaffen wurden, wurde dabei (das Blut) nicht mitgeschaffen [?].
asṛg vāva tan nāsṛjyata
Das Blut (asṛj) wurde nämlich dabei nicht geschaffen.
tad asno 'sṛktvam
Darin liegt das Nicht-Geschaffensein [Anm.: Wortspiel asṛj ‚Blut‘ und a-sṛj ‚nicht geschaffen‘] des Bluts.
tasmād yad evāsṛk chidyate 'tha yajñiyo medhyo bhavati
Daher wird das (Tier) erst, wenn das Blut abgeschnitten ist, opferfähig und rein.
puruṣasaṃmito vā eṣa yas sattriyaṃ pratigṛhṇāti
Menschenmäßig [?] ist dieser, der Sattra-Gaben annimmt.
puruṣaṃ vai so 'tti
Einen Menschen isst er nämlich.
yaṃ khalu vai puruṣam atti na tasyāsmiṃl loke nāmuṣminn apibhavati
Von wem er einen Menschen isst, für den gibt es weder in dieser noch in jener Welt Trank(-Genuss) [?].
prāṇo vai pūrvo 'tirātro 'pāna uttaras
Der Lebenshauch ist der vordere Atirātra, der Abhauch der spätere.
iyaṃ vai pūrvo 'tirātro 'sā uttaras
Diese (Erde) ist der vordere Atirātra, jene (der Himmel) der spätere.
agnir vai pūrvo 'gniṣṭomas sūrya uttaras
Agni ist der vordere Agniṣṭoma, die Sonne der spätere.
antarau vā etā anayos
Innen liegen nämlich diese (Tage) von beiden.
tasmād antarau prayujyete
Daher werden die beiden inneren [?] angesetzt.
tad āhur yad agniṣṭomaprāyaṇo yajñaḥ kasmād atirātrau pūrvau prayujyete iti
Dazu sagt man: „Wenn das Opfer mit dem Agniṣṭoma beginnt, warum werden zuerst zwei Atirātras angesetzt?“
athāhuś cakṣuṣī vā ete yajñasya yad atirātrau kanīnike agniṣṭomā iti
Dann sagt man: „Augen des Opfers sind diese beiden Atirātras, die Augensterne (Pupillen) die Agniṣṭomas.“
yad agniṣṭomau pūrvau prayuñjīran bahiṣkanīnike nirādadhyur andhāḥ prajāyeran
Würden sie die beiden Agniṣṭomas zuerst ansetzen, so setzten sie die Pupillen nach außen; blind würden (die Kinder) geboren.
yad atirātrau pūrvau prayujyete
Dass die beiden Atirātras zuerst angesetzt werden,
cakṣuṣī eva yajñasya pratidhāya madhyataḥ kanīnike pratidadhāti
das heißt: die Augen des Opfers setzt er ein und setzt die Pupillen in die Mitte.
bhūtaṃ vai pūrvo 'tirātro bhavyam uttaras
Das Gewordene ist der vordere Atirātra, das Werdende der spätere.
sad imāni daśāhāni madhye
Diese zehn Tage sind in der Mitte das Seiende (sat).
sad bhavati ya evaṃ veda
Seiend (wahrhaft, wirklich) wird, wer dies so weiß.
yo ha vai gāyatrīṃ jyotiṣpakṣāṃ veda jyotiṣmatā bhāsā svargaṃ lokam eti
Wer die Gāyatrī mit Lichtflügeln kennt, geht mit lichtvollem Glanz zur Himmelswelt.
yā atirātrau tau pakṣau
Die beiden Atirātras sind die beiden Flügel,
yā agniṣṭomau te jyotiṣī
die beiden Agniṣṭomas die beiden Lichter,
ye 'ṣṭā antara ukthyās sa ātmā
die acht Ukthya-Tage dazwischen der Leib.
eṣā vai gāyatrī jyotiṣpakṣā
Das ist die Gāyatrī mit Lichtflügeln.
ya evaṃ gāyatrīṃ jyotiṣpakṣāṃ veda jyotiṣmatā bhāsā svargaṃ lokam eti ‖
Wer so die Gāyatrī mit Lichtflügeln kennt, geht mit lichtvollem Glanz zur Himmelswelt. ‖
pakṣiṇo vā ete bhavanti
Geflügelt werden diese nämlich.
pakṣiṇo bhūtvā yatra kāmayanti tat parāpātam āsate
Geflügelt geworden, setzen sie sich im Wegfliegen dorthin, wohin sie wollen.
eṣa vai prajāpatir dvādaśadhā vinihito yad dvādaśāhas
Das ist nämlich Prajāpati, zwölffach verteilt, nämlich das Zwölftagesopfer:
yā atirātrau tau pakṣau
die beiden Atirātras sind die beiden Flügel,
yā agniṣṭomau te cakṣuṣī
die beiden Agniṣṭomas die beiden Augen,
ye 'ṣṭā antara ukthyās sa ātmā
die acht Ukthyas dazwischen der Leib.
sa eṣa prajāpatir eva
Dieser ist eben Prajāpati.
sad vai sattriṇas spṛṇvanti
Das Seiende (sat) nämlich erfreuen [?] (gewinnen) die Sattra-Teilnehmer.
tat sattrasya sattratvam
Das ist das Sattra-Wesen des Sattra [Anm.: Etymologie sattra von sat].
prāṇā vai sat
Die Lebenshauche sind nämlich das Seiende.
prāṇān eva tat spṛṇvanti
Die Lebenshauche erfreuen [?] sie damit.
sarvāsāṃ vā ete prajānāṃ prāṇair āsate ye sattram āsate
Mit den Lebenshauchen aller Geschöpfe sitzen die, die das Sattra sitzen.
tasmāt pṛcchanti kim ete sattriṇa iti
Daher fragt man: „Was tun diese Sattra-Teilnehmer?“
priyaḥ prajānām utthito bhavati ya evaṃ veda ‖
Beliebt bei den Geschöpfen wird beim Aufstehen, wer dies so weiß. ‖