Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 34

Anuvāka 9 Prajāpati und die Monate; Ekādaśinī-artiger Kreis der Teilnehmerzahlen beim Sattra (12, 13, 15, 17, 21, 24, 27, 30, 33, 44, 48, unbegrenzt); die Jahreszeiten.

prajāpatir akāmayata syām iti

Prajāpati wünschte: „Möge ich sein (werden).“

sa dvādaśāhenāyajata

Er opferte mit dem Zwölftagesopfer.

tasmād āhur bubhūṣato yajña iti

Daher sagt man: „Das (Zwölftagesopfer) ist das Opfer des Werdenwollenden.“

taṃ māsā dīkṣitam adīkṣitā ayājayan

Ihn, den Geweihten, ließen die Monate, die nicht geweiht waren, opfern.

tasmād dīkṣitam adīkṣitā yājayanti

Daher lassen Ungeweihte den Geweihten opfern [Anm.: gemeint sind die nicht geweihten Priester].

tebhya iṣam ūrjam adadāt

Er gab ihnen Labung und Kraft.

seyaṃ māseṣv ārdhnot prajāpatidattā

Diese (Labung und Kraft), von Prajāpati gegeben, gedieh in den Monaten.

ārdhnuvan māsāḥ pratigṛhya

Die Monate gediehen, indem sie (sie) annahmen.

ṛdhnoti ya evaṃ vidvān dadāti

Es gedeiht, wer als Wissender gibt,

ṛdhnoti yaḥ pratigṛhṇāti

es gedeiht, wer annimmt.

pīvā dīkṣeta

Fett [?] soll er sich weihen lassen.

yad asyāṅgānāṃ mīyate juhoty eva tat

Was von seinen Gliedern abnimmt [?], das opfert er eben.

sa yathā vasanto navadāvyaś śobhamāna uttiṣṭhaty evam eva navadāvyaś śobhamāna uttiṣṭhati

Wie der Frühling, neu belaubt [?], strahlend aufsteht, so steht er neu belaubt [?], strahlend auf.

tapo vai yajñasya śleṣma

Askese (tapas) ist nämlich der Kitt [?] des Opfers.

yathā vai rathasya śleṣmaivaṃ yajñasya tapas

Wie der Leim (śleṣman) eines Wagens, so ist die Askese für das Opfer.

yo 'tapasvī bhavaty asam̐śliṣṭo 'sya yajñas

Wer nicht asketisch ist, dessen Opfer ist nicht (zusammen)geleimt.

yajñam eva sam̐śleṣayate

das Opfer fügt er dadurch zusammen.

ardhamāsā vāvāsan

Halbmonate waren sie nämlich einst.

te 'kāmayanta māsās syāmeti

Sie wünschten: „Mögen wir Monate werden.“

te dvādaśāham upāyan

Sie gingen an das Zwölftagesopfer.

trayodaśaṃ brahmāṇaṃ kṛtvā tasmin dṛṣṭvodatiṣṭhan

Sie machten einen dreizehnten zum Brahman-Priester und standen, in ihm (die Rettung) sehend, auf.

tasmāt so 'nāyatana itarān upajīvati

Darum lebt dieser, ohne Standort, von den anderen.

tasmād dvādaśāhasya trayodaśena na brahmaṇā bhavitavyam

Daher soll beim Zwölftagesopfer nicht der dreizehnte der Brahman-Priester sein.

dvādaśa dīkṣeran saṃvatsarāyatanās

Zwölf sollen sich weihen lassen, das Jahr zum Standort habend;

dvādaśa māsās saṃvatsaras

zwölf Monate sind das Jahr.

saṃvatsarāyatanā evardhnuvanti

Das Jahr zum Standort habend, gedeihen sie.

trayodaśa dīkṣeran saṃvatsarāyatanās

Dreizehn sollen sich weihen lassen, das Jahr zum Standort habend;

trayodaśa māsās saṃvatsaras

dreizehn Monate sind das Jahr [Anm.: mit dem Schaltmonat].

saṃvatsarāyatanā evardhnuvanti

Das Jahr zum Standort habend, gedeihen sie.

pañcadaśa dīkṣerann ardhamāsāyatanāḥ

Fünfzehn sollen sich weihen lassen, den Halbmonat zum Standort habend;

pañcadaśārdhamāsasya rātrayas

fünfzehn sind die Nächte des Halbmonats.

ardhamāsāyatanā evardhnuvanti

Den Halbmonat zum Standort habend, gedeihen sie.

saptadaśa dīkṣeran prājāpatyāyatanāḥ

Siebzehn sollen sich weihen lassen, den Prajāpati zum Standort habend;

prajāpatis saptadaśa

Prajāpati ist siebzehnfach.

prājāpatyāyatanā evardhnuvanti

Den Prajāpati zum Standort habend, gedeihen sie.

ekāvim̐śatir dīkṣeran rukkāmās

Einundzwanzig sollen sich weihen lassen, die Glanz Wünschenden.

asā āditya ekavim̐śas

Jene Sonne ist der Einundzwanzigste.

eṣa rucaḥ pradātā

Dieser ist der Geber des Glanzes.

sa ebhyo rucaṃ prayacchati

Er gibt ihnen Glanz.

caturvim̐śatir dīkṣeran brahmavarcasakāmās

Vierundzwanzig sollen sich weihen lassen, die Brahman-Glanz Wünschenden.

caturvim̐śatyakṣarā gāyatrī

Die Gāyatrī hat vierundzwanzig Silben.

tejo gāyatrī brahmavarcasam

Die Gāyatrī ist Glanz, Brahman-Glanz.

teja eva brahmavarcasam avarundhate

Glanz, Brahman-Glanz gewinnen sie.

saptavim̐śatir dīkṣeram̐s triṇavāyatanās

Siebenundzwanzig sollen sich weihen lassen, den Dreimalneun-Bau (triṇava) zum Standort habend;

triṇavā ime lokās

diese Welten sind dreimal neun.

triṇavāyatanā evardhnuvanti

Den Triṇava zum Standort habend, gedeihen sie.

trim̐śad dīkṣeran māsāyatanās

Dreißig sollen sich weihen lassen, den Monat zum Standort habend;

trim̐śan māso rātrayas

dreißig sind die Nächte des Monats.

māsāyatanā evardhnuvanti

Den Monat zum Standort habend, gedeihen sie.

trayastrim̐śad dīkṣeran devatāyatanās

Dreiunddreißig sollen sich weihen lassen, die Gottheiten zum Standort habend;

trayastrim̐śad devatās

dreiunddreißig sind die Götter.

devatāyatanā evardhnuvanti

Die Götter zum Standort habend, gedeihen sie.

catuścatvārim̐śad dīkṣerann ojaskāmā vīryakāmās

Vierundvierzig sollen sich weihen lassen, die Kraft Wünschenden, die Manneskraft Wünschenden;

caturścatvārim̐śadakṣarā triṣṭubh

vierundvierzig Silben hat die Triṣṭubh.

ojo vīryaṃ triṣṭubh

Die Triṣṭubh ist Kraft, Manneskraft.

oja eva vīryam avarundhate

Kraft und Manneskraft gewinnen sie.

aṣṭācatvārim̐śad dīkṣeran paśukāmās

Achtundvierzig sollen sich weihen lassen, die Vieh Wünschenden;

aṣṭācatvārim̐śadakṣarā jagatī

achtundvierzig Silben hat die Jagatī.

jāgatāḥ paśavaḥ

Dem Jagatī-Metrum gehören die Tiere.

aparimitā dīkṣeran

Unbemessen viele sollen sich weihen lassen;

aparimitasyāvaruddhyai

zur Gewinnung des Unbemessenen.

aparimitaḥ prajāpatiḥ

Unbemessen ist Prajāpati.

ṛtavo vāvāsann anuyāvarā māsās

Jahreszeiten waren sie nämlich einst, die Monate, (nur) Nachfolger [?].

te māsā akāmayantartūn āpnuyāmeti

Diese Monate wünschten: „Möchten wir die Jahreszeiten erlangen.“

te dvādaśāham upāyan

Sie gingen an das Zwölftagesopfer.

trayodaśaṃ brahmāṇaṃ kṛtvā ta ṛtūñ chiśireṇa nibhāyya vasantam ūrjam eṣām abhyudatiṣṭhan

Sie machten einen dreizehnten zum Brahman-Priester, brachten die Jahreszeiten durch den Winter (śiśira) zum Erblassen [?] und standen gegen den Frühling, ihre Kraft, auf.

ya evaṃ vidvāñ chiśire dīkṣate tapasaiva bhrātṛvyaṃ nibhāyyeṣam ūrjam asyābhyuttiṣṭhati

Wer als Wissender im Winter die Weihe nimmt, bringt durch Askese den Nebenbuhler zum Erblassen [?] und steht gegen dessen Labung und Kraft auf.

śiśiraṃ vā etasya prayāṇaṃ vasanto 'vasānam

Der Winter ist nämlich dessen Aufbruch, der Frühling der Abschluss.

ṛdhnoti ya evaṃ vidvāñ chiśire dīkṣate ‖

Er gedeiht, wer als Wissender im Winter die Weihe nimmt. ‖