prajāpatir akāmayata syām iti
Prajāpati wünschte: „Möge ich sein (werden).“
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 34
prajāpatir akāmayata syām iti
Prajāpati wünschte: „Möge ich sein (werden).“
sa dvādaśāhenāyajata
Er opferte mit dem Zwölftagesopfer.
tenābhavat
Dadurch wurde er.
tasmād āhur bubhūṣato yajña iti
Daher sagt man: „Das (Zwölftagesopfer) ist das Opfer des Werdenwollenden.“
taṃ māsā dīkṣitam adīkṣitā ayājayan
Ihn, den Geweihten, ließen die Monate, die nicht geweiht waren, opfern.
tasmād dīkṣitam adīkṣitā yājayanti
Daher lassen Ungeweihte den Geweihten opfern [Anm.: gemeint sind die nicht geweihten Priester].
tebhya iṣam ūrjam adadāt
Er gab ihnen Labung und Kraft.
seyaṃ māseṣv ārdhnot prajāpatidattā
Diese (Labung und Kraft), von Prajāpati gegeben, gedieh in den Monaten.
ārdhnuvan māsāḥ pratigṛhya
Die Monate gediehen, indem sie (sie) annahmen.
ṛdhnoti ya evaṃ vidvān dadāti
Es gedeiht, wer als Wissender gibt,
ṛdhnoti yaḥ pratigṛhṇāti
es gedeiht, wer annimmt.
pīvā dīkṣeta
Fett [?] soll er sich weihen lassen.
yad asyāṅgānāṃ mīyate juhoty eva tat
Was von seinen Gliedern abnimmt [?], das opfert er eben.
sa yathā vasanto navadāvyaś śobhamāna uttiṣṭhaty evam eva navadāvyaś śobhamāna uttiṣṭhati
Wie der Frühling, neu belaubt [?], strahlend aufsteht, so steht er neu belaubt [?], strahlend auf.
tapo vai yajñasya śleṣma
Askese (tapas) ist nämlich der Kitt [?] des Opfers.
yathā vai rathasya śleṣmaivaṃ yajñasya tapas
Wie der Leim (śleṣman) eines Wagens, so ist die Askese für das Opfer.
yo 'tapasvī bhavaty asam̐śliṣṭo 'sya yajñas
Wer nicht asketisch ist, dessen Opfer ist nicht (zusammen)geleimt.
tapasvī syāt
Er soll asketisch sein;
yajñam eva sam̐śleṣayate
das Opfer fügt er dadurch zusammen.
ardhamāsā vāvāsan
Halbmonate waren sie nämlich einst.
te 'kāmayanta māsās syāmeti
Sie wünschten: „Mögen wir Monate werden.“
te dvādaśāham upāyan
Sie gingen an das Zwölftagesopfer.
trayodaśaṃ brahmāṇaṃ kṛtvā tasmin dṛṣṭvodatiṣṭhan
Sie machten einen dreizehnten zum Brahman-Priester und standen, in ihm (die Rettung) sehend, auf.
tasmāt so 'nāyatana itarān upajīvati
Darum lebt dieser, ohne Standort, von den anderen.
tasmād dvādaśāhasya trayodaśena na brahmaṇā bhavitavyam
Daher soll beim Zwölftagesopfer nicht der dreizehnte der Brahman-Priester sein.
dvādaśa dīkṣeran saṃvatsarāyatanās
Zwölf sollen sich weihen lassen, das Jahr zum Standort habend;
dvādaśa māsās saṃvatsaras
zwölf Monate sind das Jahr.
saṃvatsarāyatanā evardhnuvanti
Das Jahr zum Standort habend, gedeihen sie.
trayodaśa dīkṣeran saṃvatsarāyatanās
Dreizehn sollen sich weihen lassen, das Jahr zum Standort habend;
trayodaśa māsās saṃvatsaras
dreizehn Monate sind das Jahr [Anm.: mit dem Schaltmonat].
saṃvatsarāyatanā evardhnuvanti
Das Jahr zum Standort habend, gedeihen sie.
pañcadaśa dīkṣerann ardhamāsāyatanāḥ
Fünfzehn sollen sich weihen lassen, den Halbmonat zum Standort habend;
pañcadaśārdhamāsasya rātrayas
fünfzehn sind die Nächte des Halbmonats.
ardhamāsāyatanā evardhnuvanti
Den Halbmonat zum Standort habend, gedeihen sie.
saptadaśa dīkṣeran prājāpatyāyatanāḥ
Siebzehn sollen sich weihen lassen, den Prajāpati zum Standort habend;
prajāpatis saptadaśa
Prajāpati ist siebzehnfach.
prājāpatyāyatanā evardhnuvanti
Den Prajāpati zum Standort habend, gedeihen sie.
ekāvim̐śatir dīkṣeran rukkāmās
Einundzwanzig sollen sich weihen lassen, die Glanz Wünschenden.
asā āditya ekavim̐śas
Jene Sonne ist der Einundzwanzigste.
eṣa rucaḥ pradātā
Dieser ist der Geber des Glanzes.
sa ebhyo rucaṃ prayacchati
Er gibt ihnen Glanz.
caturvim̐śatir dīkṣeran brahmavarcasakāmās
Vierundzwanzig sollen sich weihen lassen, die Brahman-Glanz Wünschenden.
caturvim̐śatyakṣarā gāyatrī
Die Gāyatrī hat vierundzwanzig Silben.
tejo gāyatrī brahmavarcasam
Die Gāyatrī ist Glanz, Brahman-Glanz.
teja eva brahmavarcasam avarundhate
Glanz, Brahman-Glanz gewinnen sie.
saptavim̐śatir dīkṣeram̐s triṇavāyatanās
Siebenundzwanzig sollen sich weihen lassen, den Dreimalneun-Bau (triṇava) zum Standort habend;
triṇavā ime lokās
diese Welten sind dreimal neun.
triṇavāyatanā evardhnuvanti
Den Triṇava zum Standort habend, gedeihen sie.
trim̐śad dīkṣeran māsāyatanās
Dreißig sollen sich weihen lassen, den Monat zum Standort habend;
trim̐śan māso rātrayas
dreißig sind die Nächte des Monats.
māsāyatanā evardhnuvanti
Den Monat zum Standort habend, gedeihen sie.
trayastrim̐śad dīkṣeran devatāyatanās
Dreiunddreißig sollen sich weihen lassen, die Gottheiten zum Standort habend;
trayastrim̐śad devatās
dreiunddreißig sind die Götter.
devatāyatanā evardhnuvanti
Die Götter zum Standort habend, gedeihen sie.
catuścatvārim̐śad dīkṣerann ojaskāmā vīryakāmās
Vierundvierzig sollen sich weihen lassen, die Kraft Wünschenden, die Manneskraft Wünschenden;
caturścatvārim̐śadakṣarā triṣṭubh
vierundvierzig Silben hat die Triṣṭubh.
ojo vīryaṃ triṣṭubh
Die Triṣṭubh ist Kraft, Manneskraft.
oja eva vīryam avarundhate
Kraft und Manneskraft gewinnen sie.
aṣṭācatvārim̐śad dīkṣeran paśukāmās
Achtundvierzig sollen sich weihen lassen, die Vieh Wünschenden;
aṣṭācatvārim̐śadakṣarā jagatī
achtundvierzig Silben hat die Jagatī.
jāgatāḥ paśavaḥ
Dem Jagatī-Metrum gehören die Tiere.
paśūn evāvarundhate
Vieh gewinnen sie.
aparimitā dīkṣeran
Unbemessen viele sollen sich weihen lassen;
aparimitasyāvaruddhyai
zur Gewinnung des Unbemessenen.
aparimitaḥ prajāpatiḥ
Unbemessen ist Prajāpati.
prajāpatim evāpnuvanti
Prajāpati erlangen sie.
ṛtavo vāvāsann anuyāvarā māsās
Jahreszeiten waren sie nämlich einst, die Monate, (nur) Nachfolger [?].
te māsā akāmayantartūn āpnuyāmeti
Diese Monate wünschten: „Möchten wir die Jahreszeiten erlangen.“
te dvādaśāham upāyan
Sie gingen an das Zwölftagesopfer.
trayodaśaṃ brahmāṇaṃ kṛtvā ta ṛtūñ chiśireṇa nibhāyya vasantam ūrjam eṣām abhyudatiṣṭhan
Sie machten einen dreizehnten zum Brahman-Priester, brachten die Jahreszeiten durch den Winter (śiśira) zum Erblassen [?] und standen gegen den Frühling, ihre Kraft, auf.
ya evaṃ vidvāñ chiśire dīkṣate tapasaiva bhrātṛvyaṃ nibhāyyeṣam ūrjam asyābhyuttiṣṭhati
Wer als Wissender im Winter die Weihe nimmt, bringt durch Askese den Nebenbuhler zum Erblassen [?] und steht gegen dessen Labung und Kraft auf.
śiśiraṃ vā etasya prayāṇaṃ vasanto 'vasānam
Der Winter ist nämlich dessen Aufbruch, der Frühling der Abschluss.
ṛdhnoti ya evaṃ vidvāñ chiśire dīkṣate ‖
Er gedeiht, wer als Wissender im Winter die Weihe nimmt. ‖