Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 34

Anuvāka 19 Schlussverse des Sthānaka: Agni-, Viśvakarman-, Bṛhaspati- und Varuṇa-Verse zur Heilung und Ergänzung des Opfers; Kolophon.

agniṃ naro dīdhitibhir araṇyor hastacyutī janayanta praśastam |

Den Agni haben die Männer mit ihren Fingern [?] aus den beiden Reibhölzern, aus der Hand geschüttelt (gleitend), erzeugt, den gepriesenen,

dūredṛśaṃ gṛhapatim atharyum ‖

den weithin Sichtbaren, den Hausherrn, den Atharyu [?].

agnināgnis samidhyate kavir gṛhapatir yuvā |

Durch Agni wird Agni entzündet, der Seher, der Hausherr, der Jüngling,

havyavāḍ juhvāsyaḥ ‖

der Opferspeisen-Fahrer, mit der Opferlöffel als Mund. ‖

sapta te agne samidhas sapta jihvās saptarṣayas sapta dhāma priyāṇi |

Sieben sind deine Brennhölzer, Agni, sieben Zungen, sieben Ṛṣis, sieben liebe Stätten;

sapta hotrā anuvidvān sapta yonīm̐r āpṛṇasvā ghṛtena ‖

die sieben Hotṛ-Ämter kennend, fülle die sieben Schöße mit Schmalz. ‖

mano jyotir juṣatām ājyasyāriṣṭaṃ yajñam̐ sam imaṃ tanotu |

Das Denken, das Licht, möge die Butter genießen und dieses Opfer unversehrt zusammenspinnen.

imaṃ yajñam̐ saptatantuṃ tataṃ na ā devā yantu sumanasyamānāḥ ‖

Zu diesem siebenfädigen, gespannten Opfer von uns sollen die Götter wohlgesinnt kommen. ‖

trayastrim̐śat tantavo yān vitanvata imaṃ yajñam̐ svadhayā ye dadante |

Die dreiunddreißig Fäden, die dieses Opfer ausspannen, die es mit Svadhā [Anm.: Trankopfer/Eigenkraft] verleihen,

teṣāṃ chidraṃ pratidadhmo yad atra svāhāyaṃ yajño apy etu devān ‖

deren Riss (Lücke) hier füllen wir wieder aus: svāhā! Dieses Opfer gehe auch zu den Göttern. ‖

yan me manasaś chidraṃ yad vāco yac ca me hṛdaḥ |

Was an meinem Denken ein Riss ist, was an der Rede, was an meinem Herzen,

ayaṃ devo bṛhaspatis saṃ tat siñcatu rādhasā ‖

das möge dieser Gott Bṛhaspati mit Fülle (rādhas) zusammengießen. ‖

viśvakarmā havir idaṃ juṣāṇas saṃtānair yajñam̐ sam imaṃ tanotu |

Viśvakarman, diese Opferspeise genießend, möge mit Fäden dieses Opfer zusammenspinnen.

yā vyuṣṭā uṣaso yāś ca nimrucas tās saṃdadhātu haviṣā ghṛtena ‖

Die aufgeleuchteten Morgenröten und die untergehenden [Anm.: die Abende], die möge er mit Opferspeise und Schmalz verbinden. ‖

ayāś cāgne 'sy anabhiśastiś ca satyam it tvam ayā asi |

Du, Agni, bist Ayās [?] und unverwünscht (frei von Fluch); wahrlich, du bist Ayās [Anm.: ayās, ‚Beweger, Lenker'? unsicher],

ayās san manasā kṛto 'yās san havyam ūhiṣe

als Ayās, im Sinn (Denken) gemacht, als Ayās trägst du die Opferspeise fort;

ayā no dhehi bheṣajam ‖

als solcher setze uns Heilmittel ein. ‖

tvaṃ no agne varuṇasya vidvān devasya heḍo 'vayāsisīṣṭhāḥ |

Du, Agni, kennend, mögest den Zorn des Gottes Varuṇa von uns wegwenden;

yajiṣṭho vahnitamaś śośucāno viśvā dveṣām̐si pramumugdhy asmat ‖

bester Opferer, bester Fahrer, hell leuchtend, löse alle Feindseligkeiten von uns ab. ‖

sa tvaṃ no agne 'vamo bhavotī nediṣṭho asyā uṣaso vyuṣṭau |

Du, Agni, sei uns mit Hilfe der Nächste, in der Erhellung dieser Morgenröte;

avayakṣva no varuṇaṃ rarāṇo vīhi mṛḍīkam̐ suhavo na edhi ‖

bitte den Varuṇa von uns weg, gebend; komm, (schenke) Gnade, sei uns leicht anzurufen. ‖

iti śrīmadyajuṣi kāṭhake carakaśākhāyām orimikāyām ekādaśinī nāma catustriṃśaṃ sthānakaṃ saṃpūrṇam ‖

So ist im ehrwürdigen Yajurveda, im Kāṭhaka, in der Caraka-Schule, in der Orimikā [?]: das vierunddreißigste Sthānaka, „Ekādaśinī“ genannt, vollendet. ‖