āsandīm āruhyodgātā mahāvratenodgāyati
Auf einen Sessel [Anm.: āsandī, ein Hochsitz] gestiegen, singt der Udgātṛ das Mahāvrata-Sāman.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 34
āsandīm āruhyodgātā mahāvratenodgāyati
Auf einen Sessel [Anm.: āsandī, ein Hochsitz] gestiegen, singt der Udgātṛ das Mahāvrata-Sāman.
preṅkham āruhya hotā mahad uktham anuśam̐sati
Auf eine Schaukel gestiegen, rezitiert der Hotṛ das große Uktha (Śastra).
adhiṣṭhāne 'dhiṣṭhāyādhvaryū pratigṛṇītaḥ
Auf einem Standbrett stehend, antworten die beiden Adhvaryus mit dem Pratigara.
kūrceṣv itara āsate
Die anderen sitzen auf Grasbüscheln (kūrca).
antarikṣaṃ vā annam
Der Luftraum ist nämlich Nahrung.
amuto vai pradīyate
Von dort (vom Himmel) wird gegeben.
asyāṃ prajāyate
Auf dieser (Erde) wird es erzeugt.
tad antarikṣāya jāyate
Das wird für den Luftraum geboren [?].
yad antarikṣa āsīnā mahāvratena caranti
Dass sie, im Luftraum sitzend, das Mahāvrata vollziehen,
annādyasyopāptyai
(geschieht) zur Erlangung von Speise.
atho devasākṣya evopariṣadyaṃ jayanti
Und sie gewinnen so, im Angesicht der Götter, das Obersitzen [?] (den Platz oben).
svargam u lokam ākramamāṇā yanti
Und die Himmelswelt besteigend, gehen sie (ans Werk).
abhigarāpagarau bhavataḥ
Es gibt Anruf und Gegenruf (Abhigara und Apagara) [Anm.: Zurufe wechselseitiger Lobpreisung und Schmähung].
pra vā anyas sattriṇaś śam̐sati nindaty anyo yaḥ praśam̐sati
Einer der Sattra-Teilnehmer lobt, der andere schmäht den, der lobt.
yad evaiṣām̐ suṣṭutam̐ suśastaṃ tat sa praśam̐sati
Was an ihnen gut gepriesen, gut rezitiert ist, das lobt jener.
atha yo nindati yad evaiṣām̐ duṣṣtutaṃ duśśastaṃ tat so 'pahanti
Wer aber schmäht, der schlägt weg, was an ihnen schlecht gepriesen, schlecht rezitiert ist.
śūdrāryau carman vyāyacchete ‖
Ein Śūdra und ein Ārya kämpfen um das Fell. ‖
devāś ca vā asurāś cāditye vyāyacchanta
Götter und Asuras stritten nämlich um die Sonne (Āditya).
taṃ devā abhyajayan
Sie gewannen die Götter für sich.
āryaṃ varṇam ujjāpayati
Den Ārya-Stand lässt er siegen.
ātmānam evojjāpayati
Sich selbst lässt er siegen.
antarvedy āryas syād bahirvedi śūdras
Innerhalb der Vedi soll der Ārya stehen, außerhalb der Vedi der Śūdra.
śvetaṃ carma parimaṇḍalam̐ syāt
Das Fell soll weiß und rund sein.
ādityasya rūpam
Es ist die Gestalt der Sonne.
sarvāsu sraktiṣu dundubhayo vadanti
An allen Ecken [Anm.: sraktī, Ecken/Kanten des Feldes] tönen die Pauken.
yā dikṣu vāk tāṃ tenāvarundhate
Die Stimme, die in den Himmelsrichtungen ist, gewinnen sie dadurch.
bhūmidundubhir bhavati
Es gibt eine Erdpauke (bhūmidundubhi).
yāsyāṃ vāk tāṃ tenāvarundhate
Die Stimme, die in dieser (Erde) ist, gewinnen sie dadurch.
vīṇā vadanti
Lauten tönen.
yā paśuṣu vāk tāṃ tenāvarundhate
Die Stimme, die im Vieh ist, gewinnen sie dadurch.
kāṇḍavīṇā vadanti
Rohrlauten (kāṇḍavīṇā) tönen.
yauṣadhiṣu vāk tāṃ tenāvarundhate
Die Stimme, die in den Pflanzen ist, gewinnen sie dadurch.
nāḍītūṇavā vadanti
Röhrenflöten und Tūṇavas [?] tönen.
yā vanaspatiṣu vāk tāṃ tenāvarundhate
Die Stimme, die in den Bäumen ist, gewinnen sie dadurch.
vāṇaś śatatantur bhavati
Es gibt eine Vāṇa-Harfe mit hundert Saiten.
śatāyur vai puruṣaś śatavīryas
Hundertjährig ist nämlich der Mensch, hundertfach an Manneskraft.
āyur eva vīryam avarunddhe ‖
Lebenskraft (Lebensdauer) und Manneskraft gewinnt er. ‖
brahmacārī ca pum̐śacalī cartīyete
Ein Brahmacārin und eine Dirne [?] wetteifern (schmähen einander) [?].
sarvā hi bhūte vāco vadanti
Denn alle Stimmen der Wesen tönen.
mithunaṃ caranti
Sie vollziehen das Paar (Beiwohnung) [?].
saṃvatsaraṃ vā ete prajāyamānās sattram āsate
Ein Jahr lang sitzen diese, sich fortpflanzend, im Sattra.
teṣām̐ saṃvatsareṇaiva prajananam antardhīyate
Ihnen ist die Fortpflanzung durch dieses eine Jahr entzogen;
yan mithunaṃ caranti
dass sie das Paar vollziehen,
saṃvatsarasyaiva prajananasyopāptyai
(geschieht) zur Erlangung eben der Fortpflanzung des Jahres.
kumbhinīr upācaranti
Sie umgeben sich mit den Kumbhinīs (Krugträgerinnen) [Anm.: kumbhinī Bedeutung unsicher: Mädchen mit Krügen/Dienerinnen].
samṛddhyai
Zum Gelingen.
idaṃmadhuraṃ gāyantīs saṃnaddhakavacāḥ pariyanti
„Dies ist süß“ singend, gehen die Gepanzerten (mit angelegten Rüstungen) umher.
mahāvratam eva mahayanti
Das Mahāvrata eben verherrlichen sie,
atho sendratāyā eva
und auch nur um der Indra-Gemeinschaft willen.
brahmaṇo vā anyā tviṣiḥ kṣatrasyānyā
Eine andere ist nämlich der Glanz (tviṣi) des Brahman, eine andere der des Kṣatra.
yad dīkṣito 'dhikṛṣṇājinas sā brahmaṇas tviṣir
Dass der Geweihte auf dem Antilopenfell (Kṛṣṇājina) sitzt, das ist der Glanz des Brahman.
yat saṃnaddhakavaco 'dhijyadhanus sā kṣatrasya tviṣis
Dass (jemand) gepanzert mit bespanntem Bogen (auftritt), das ist der Glanz des Kṣatra.
tad ubhayaṃ bhavati
Beides ist da.
ubhayos tviṣyor avaruddhyai ‖
Zur Gewinnung beider Glanzformen. ‖