Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 35

Anuvāka 1 Segensverse an die Götter, an Agni und an die Wasser zu Beginn des Rituals, darunter Bitten um Heil, Langlebigkeit und Furchtlosigkeit.

bhadraṃ karṇebhiś śṛṇuyāma devā bhadraṃ paśyemākṣibhir yajatrāḥ |

Segensreiches möchten wir mit den Ohren hören, ihr Götter, Segensreiches mit den Augen sehen, ihr Verehrungswürdigen;

sthirair aṅgais tuṣṭuvām̐sas tanūbhir vyaśema devahitaṃ yad āyuḥ ‖

mit festen Gliedern, mit (kräftigen) Leibern euch preisend, möchten wir das Lebensalter erreichen, das den Göttern gemäß ist [?].

svasti na indro vṛddhaśravās svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |

Heil (gebe) uns Indra, der weitberühmte, Heil uns Pūṣan, der Allwissende;

svasti nas tārkṣyo ariṣṭanemis svasti no bṛhaspatir dadhātu ‖

Heil uns Tārkṣya, dessen Radkranz unversehrt bleibt, Heil uns möge Bṛhaspati verleihen.

pṛṣadaśvā marutaḥ pṛśnimātaraś śubhaṃyāvāno vidatheṣu jagmayaḥ |

Die Maruts, die scheckige Rosse haben, deren Mutter Pṛśni ist, die in schönem Zuge fahren und bei den Versammlungen (rasch) zur Stelle sind,

agnijihvā manavas sūracakṣaso viśve mā devā avasāgamann iha ‖

die Agni zur Zunge haben, die Manus, sonnenäugig – alle Götter sollen mir hier zur Hilfe kommen.

śatam in nu śarado anti devā yatrā naś cakrā jarasaṃ tanūnām |

Hundert Herbste nur noch (sind es) vor uns, ihr Götter, wo ihr uns das Altern unserer Leiber gesetzt habt,

putrāso yatra pitaro bhavanti mā no madhyā rīriṣatāyur gantoḥ ‖

wo (unsere) Söhne zu Vätern werden: mitten im Lauf sollt ihr uns das Leben nicht schädigen, bevor es zu Ende geht.

preddho agne dīdihi puro no 'jasrayā sūrmyā yaviṣṭha |

Entflammt, Agni, leuchte vor uns her mit unversiegendem Feuerbrand [?], du Jüngster;

tvām̐ śaśvanta upayanti yājāḥ ‖

zu dir kommen immerfort die Opferspenden heran.

śrutkarṇāya kavaye vedyāya vacobhir nākam upayāmi śam̐san |

Dem Horchohrigen, dem Seher, dem Wissenswerten nahe ich mit Worten, (ihn) lobpreisend, dem Himmelsgewölbe [?];

yato bhayam abhayatvaṃ no astv agne devānām ava heḍa ikṣva ‖

woher Gefahr (kommt), da soll für uns Furchtlosigkeit sein; Agni, richte den Zorn der Götter von uns ab [?].

agniṃ vo devam agnibhis sajoṣā yajiṣṭhaṃ dūtam adhvare kṛṇudhvam |

Agni, den Gott, macht euch, einträchtig mit den (andern) Feuern, zum besten Opferer und Boten beim Opfer,

yo martyeṣu nidhruvir ṛtāvā tapurmūrdhā ghṛtānnaḥ pāvakaḥ ‖

der unter den Sterblichen der Beständige ist, der Wahrhaftige, dessen Haupt glüht, der Schmalz zur Speise hat, der Läuternde.

ghṛtapratīko ghṛtapṛṣṭho agnir ghṛtāhavano ghṛtam asya dhāma |

Mit Schmalz im Antlitz, mit Schmalz auf dem Rücken ist Agni, Schmalz ist sein Anruf, Schmalz seine Stätte;

ghṛtapruṣo haritas tvāvahantu ghṛtaṃ piban yajatād deva devān ‖

die schmalzträufelnden Rotfahlen sollen dich herfahren; Schmalz trinkend, opfere, Gott, den Göttern.