Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 35

Anuvāka 17 Sühneregeln beim Erlöschen oder Verlust des Feuers und beim Aufbruch nach Anlegung des Feuers; Wiedervereinigung des Feuers und Regeln bei Milchverlust.

sarvān vā eṣo 'gnau kāmān praveśayate yo 'gnim anvādhāya vratam upaiti

Alle Wünsche lässt der ins Feuer eintreten, der nach der Feuerauflegung (anvādhāna) das Gelübde antritt.

sa yad aniṣṭvā prayāyād akāmaprītā enaṃ kāmā nānu prayāyur atejā avīryas syāt

Wenn er aufbräche, ohne geopfert zu haben, würden ihm die Wünsche, nicht durch Wunscherfüllung erfreut, nicht nachfolgen; er würde ohne Glanz, ohne Manneskraft sein.

sa prayāsyañ juhuyāt ‖

Beim Aufbruch soll er opfern:

tubhyaṃ tā aṅgirastama viśvās sukṣitayaḥ pṛthak |

„Dir, Aṅgiras-bester, (gehören) alle diese wohlgesiedelten Menschen, jeder für sich;

agne kāmāya yemire ‖

Agni, sie haben sich für (deinen) Wunsch dargeboten [?].“

kāmān evāsmin dadhāti

Die Wünsche legt er damit in ihn hinein;

kāmaprītā enaṃ kāmā anu prayānti

durch Erfüllung erfreut, ziehen ihm die Wünsche nach.

tejasvī vīryāvān bhavati

Er wird glanzvoll und manneskräftig.

saṃtatir vā eṣā yajñasya yo 'gnim anvādhāya vratam upaiti

Das ist die Fortsetzung des Opfers, wenn einer nach der Feuerauflegung das Gelübde antritt.

sa yad aniṣṭa udvāyād vicchittir evāsya sā

Wenn (das Feuer) ohne dass geopfert ist erlischt, so ist dies eine Unterbrechung für ihn.

prāñcam uddhṛtya manasopaniṣṭheta

Er soll (Feuer) nach Osten herausnehmen und es im Geist anbeten [?].

mana iva vai prajāpatiḥ

Prajāpati ist gleichsam der Geist;

prājāpatyo yajñas

das Opfer gehört dem Prajāpati;

yajñam eva saṃtanoti

das Opfer setzt er so fort.

bhūr iti vyāharet

Er soll „bhūḥ“ aussprechen.

bhūto vai prajāpatir

Prajāpati ist das Gewordene;

āyuṣā vā eṣa vīryeṇa vyṛdhyate yasyāhitāgner agnir apakṣāyati

Um Leben und Manneskraft kommt der, dessen Feuer, dem Agnihitṛ [Anm.: der das Feuer Angelegt-Habende], schwindet.

sa yāvac chamyayā parāvidhyed yadi tāvad apakṣāyet tam̐ saṃbharet ‖

Wenn (das Feuer) nur so weit schwindet, wie er mit einem Stäbchen (Śamyā) hinwerfen kann, dann soll er es wieder zusammenbringen:

idaṃ ta ekaṃ para ū ta ekakṃ tṛtīyena jyotiṣā saṃviśasva |

„Dies ist deine eine (Gestalt), jene andere deine eine; mit dem dritten Licht geh ein [?];

saṃveśanas tanve cārur edhi priyo devānāṃ parame janitre ‖

zum Eingang (bereit), sei für den Leib erfreulich, lieb den Göttern in der höchsten Geburtsstätte.“

brahmaṇaivainam̐ saṃbharati

Mit dem heiligen Wort bringt er es zusammen.

saiva tatra prāyaścittis

Das ist dort die Sühne.

yadi parastarām apakṣāyed anuprayāya vaset

Wenn es weiter hinaus schwindet, soll er (ihm) nachgehen und (dort) wohnen.

saiva tatra prāyaścittis

Das ist dort die Sühne.

oṣadhīr vā etasya payaḥ paśūn praviśati yasya haviṣe 'pākṛtā vatsā dhayanti

Die Pflanzen (und) das Vieh gehen ein in dessen Milch, dessen Kälber, von der Opfergabe entfernt, saugen [?].

vāyavyāṃ yavāgūṃ nirvapet

Er soll einen Vāyu geweihten Haferschleim spenden.

vāyur vai payasaḥ pradātā

Vāyu ist der Geber der Milch;

tam eva bhāgadheyenopadhāvati

ihn eben ersucht er mit dem Anteil.

athottarasmai haviṣe vatsān apāvartayet

Dann soll er für die folgende Opfergabe die Kälber abhalten.

saiva tatra prāyaścittiḥ ‖

Das ist dort die Sühne.