ardhaṃ vā etasya yajñasya mīyate yasya sāyaṃ dugdham̐ havir ārtim ārchati
Die Hälfte dieses Opfers geht verloren, dessen abends gemolkene Opfermilch in Unglück gerät.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 35
ardhaṃ vā etasya yajñasya mīyate yasya sāyaṃ dugdham̐ havir ārtim ārchati
Die Hälfte dieses Opfers geht verloren, dessen abends gemolkene Opfermilch in Unglück gerät.
indrāya vrīhīn nirupyopavaset
Er soll Reiskörner für Indra spenden und fasten [?].
payo vā oṣadhayaḥ
Denn die Pflanzen sind Milch;
paya evārabhyopavasati
mit der Milch selbst beginnend fastet er.
yat prātas syāt tac chṛtaṃ kuryur
Was am Morgen (an Milch) da sein wird, das sollen sie kochen;
aindra itaraḥ puroḍāśas syāt
der andere Puroḍāśa-Kuchen soll dem Indra gehören.
payo vā oṣadhayaḥ
Denn die Pflanzen sind Milch;
payasaivāsmai payaḥ pradāpayati
durch Milch selbst lässt er ihm Milch geben.
athottarasmai haviṣe vatsān apāvartayet
Dann soll er für die folgende Opfergabe die Kälber abhalten.
saiva tatra prāyaścittis
Das ist dort die Sühne.
ubhayān vā eṣa devān bhāgadheyena vyardhayati ye yajamānasya sāyaṃ ca prātaś ca gṛham āgacchanti yasya sāyaṃ prātar dugdham̐ havir ārtim ārchati
Beide Götter bringt der um ihren Anteil, die abends und morgens ins Haus des Opferherrn kommen, dessen Opfermilch abends und morgens in Unglück gerät.
odanaṃ pañcaśarāvaṃ nirvapet
Er soll einen Reisbrei mit fünf Schalen (śarāva) spenden.
agniṃ devatānāṃ prathamaṃ yajet
Unter den Gottheiten soll er zuerst Agni verehren;
agnimukhā eva devatāḥ prīṇāti
die Gottheiten, die Agni als Mund haben, stellt er zufrieden.
agniṃ vā anv anyā devatā indram anyās
Denn die einen Gottheiten folgen Agni nach, andere Indra;
tā evobhayīḥ prīṇāti
diese beiden Arten stellt er zufrieden.
athottarasmai haviṣe vatsān apāvartayet
Dann soll er für die folgende Opfergabe die Kälber abhalten.
saiva tatra prāyaścittis
Das ist dort die Sühne.
yat kīṭāvapannena juhuyād aprajā apaśur yajamānas syāt
Wenn er mit (Opfergut), in das ein Insekt gefallen ist, opfert, wird der Opferherr ohne Nachkommen, ohne Vieh sein;
yad anāyatane ninayed anāyatanas syāt
wenn er es an ungeeigneter Stätte hingösse, würde er ohne Stätte sein.
madhyamena parṇena dyāvāpṛthivyayarcāntaḥparidhi ninayet
Mit dem mittleren Blatt soll er es mit dem Verse an Himmel und Erde innerhalb der Umfassungshölzer (paridhi) eingießen.
dyāvāpṛthivī vai yajñasya pratiṣṭhā
Himmel und Erde sind der Standort des Opfers;
pratiṣṭhām evainaṃ gamayati
zum festen Stand bringt er es damit.
saiva tatra prāyaścittis
Das ist dort die Sühne.
yat prayājeṣv aniṣṭeṣu prāṅ aṅgāras skanded adhvaryave ca yajamānāya cākam̐ syāt
Wenn bei den noch nicht vollzogenen Prayāja-Opfern eine Kohle nach Osten fällt, gibt es Unheil [?] für den Adhvaryu und für den Opferherrn;
yad dakṣiṇā brahmaṇe ca yajamānāya cākam̐ syāt
wenn nach Süden, für den Brahman-Priester und den Opferherrn;
yat pratyaṅ hotre ca patnyai cākam̐ syāt
wenn nach Westen, für den Hotṛ und die Gattin;
yad udaṅṅ agnidhe ca yajamānasya ca paśubhyo 'kam̐ syāt
wenn nach Norden, für den Agnīdh und für das Vieh des Opferherrn.
taṃ praharet ‖
Er soll sie (die Kohle) zurückwerfen:
sahasraśṛṅgo vṛṣabho jātavedās stomapṛṣṭho ghṛtavān suprarīkaḥ |
„Tausendhörnig ist der Stier Jātavedas, dessen Rücken Lobgesang ist, schmalzreich, schön anzusehen;
mā mā hāsīn nāthito net tvā jahāni sahasrapoṣaṃ ca gopoṣaṃ ca yaccha ‖
verlass mich nicht, den Bittenden; nicht möchte ich dich verlassen; gib tausendfaches Gedeihen und Rindergedeihen.“
iti
So (der Spruch).
brahmaṇaivainaṃ praharati
Mit dem heiligen Wort wirft er sie zurück.
saiva tatra prāyaścittis
Das ist dort die Sühne.
ardhaṃ vā etasya yajñasya mīyate yasya vratye 'han patny anālambhukā bhavati
Die Hälfte dieses Opfers geht verloren, wenn am Gelübdetage die Gattin nicht zu ergreifen [?] ist [Anm.: oder: nicht berührbar, z.B. wegen ihrer Monatsreinigung].
tām aparudhya yajeta
Er soll sie ausschließen und opfern;
sarveṇaiva yajñena yajate
mit dem ganzen Opfer opfert er (so).
tām iṣṭvopahvayeta ‖
Nachdem er geopfert hat, soll er sie herbeirufen:
sā tvam asy amo 'ham amo 'ham asmi sā tvam |
„Die bist du; ich bin Amo, ich bin Amo [Anm.: wohl „ich bin der Er“], du bist Sā [Anm.: „Sie“, Wortspiel Sāman = Sā + Amo];
tā ehi saṃrabhāvahai pum̐se putrāya kartave |
so komm, wir wollen uns aneinander halten, um einen Mann, einen Sohn zu zeugen,
rāyaspoṣāya suprajāstvāya suvīryāya ‖
zu Reichtumsfülle, zu guter Nachkommenschaft, zu guter Manneskraft.“
iti
So (der Spruch).
ardha evainām ābhajati
Auf die Hälfte (des Opfers) setzt er sie (wieder) ein [?].
saiva tatra prāyaścittiḥ ‖
Das ist dort die Sühne.