Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 35

Anuvāka 3 Anrufungen von Erde und Wasser, Wasserverse und Segenswünsche für Vieh und Nachkommen beim Opfer.

pṛthivi vibhūvari sinīvāly uraṃdha ācitte manas te bhuvo vivaste

Erde, Weitreichende, Sinīvālī, Freigebige [?]; „Sinnend ist dein Geist“ [Anm.: Anfang einer Formel, unsicher], du Wesen [?], Leuchtende [?];

ya ūrmir haviṣya indriyāvāṃs taṃ va ṛdhyāsam

„welche Woge des Opfergusses Kraft besitzt, die möge ich euch gelingen lassen“ [?];

somasyājyam asi haviṣo havir jyotiṣo jyotis

des Soma Opferschmalz bist du, der Opfergabe Opfergabe, des Lichts Licht;

viśveṣāṃ devānāṃ bhāgadheyīs stha

ihr seid der Anteil aller Götter;

devavītaye vo gṛhṇāmi ‖

zum Götterschmaus nehme ich euch.

saṃ vas siñcantu marutas saṃ pūṣā saṃ dhātā

Euch sollen die Maruts begießen, Pūṣan, Dhātṛ,

sam indras saṃ bṛhaspatiḥ | saṃ vo 'yam agnis siñcatu

Indra, Bṛhaspati; euch soll dieser Agni begießen [?],

prajayā ca dhanena ca | āyuṣmantaṃ kṛṇota mā ‖

mit Nachkommenschaft und mit Reichtum; macht mich langlebig.

māndā vaśāḥ ‖

Erfreuende, Gebietende [?] (sind) die (Wasser).

āpo devīr ghṛtam id āpa āsann agnīṣomau bibhraty āpa it tāḥ |

Die göttlichen Wasser waren nichts anderes als Schmalz; Agni und Soma tragen die Wasser, sie allein;

tīvro raso madhupṛcām araṃgama ā mā prāṇena saha varcasā gan ‖

scharf ist der Saft der Honigmischenden, er ist voll zur Genüge; er komme zu mir mit Atem und Lebenskraft [?].

ād it paśyāmy uta vā śṛṇomy ā mā ghoṣo gacchati vāṅ na āsām |

Sogleich sehe ich (sie) oder höre ich (sie); zu mir kommt der Klang, aber eine Stimme (kommt) nicht von ihnen [?];

mene bhejāno amṛtasya tarhi hiraṇyavarṇā atṛpaṃ yadā vaḥ ‖

Ich dachte (nur), am Unsterblichen teilzuhaben, damals, ihr Goldfarbenen, als ich mich an euch nicht satt trank [?].

sam anyā yanty upa yanty anyās samānam ūrvaṃ nadyaḥ pṛṇanti |

Die einen strömen zusammen, die anderen strömen herzu; dasselbe Becken füllen die Flüsse;

tam ū śucim̐ śucayo dīdivām̐sam apāṃ napātaṃ paritasthur āpaḥ ‖

ihn, den Lichten, strahlend Leuchtenden, den Sohn der Wasser, umstehen die lichten Wasser.

āpo hi ṣṭhā mayobhuvas tā na ūrje dadhātana |

Denn ihr Wasser seid Wohlgedeihen-Schaffende; ihr, gebt uns Stärkung;

mahe raṇāya cakṣase ‖

zu großer Freude und zum Schauen.

yo vaś śivatamo rasas tasya bhājayateha naḥ |

Den heilvollsten Saft von euch, lasst uns hier daran teilhaben,

uśatīr iva mātaraḥ ‖

wie liebende Mütter.

tasmā araṃ gamāma vo yasya kṣayāya jinvatha |

Zu dem möchten wir euch genugsam gelangen, zu dessen Wohnsitz ihr erquickt;

āpo janayathā ca naḥ ‖

ihr Wasser, lasst uns auch zeugen [?].

sa īṃ vṛṣā janayam̐s tāsu garbham̐ sa īm̐ śiśur dhayati taṃ rihanti |

Er, der Stier, zeugt in ihnen den Keim; er, das Kind, saugt, sie lecken ihn;

so apāṃ napād ūrjayann apsv antar vasudheyāya vidhate vibhāti ‖

er, der Sohn der Wasser, in den Wassern Kraft stärkend, leuchtet dem Verehrer zur Verleihung von Gut.

iha gāvaḥ prajāyadhvam ihāśvā iha pūruṣāḥ |

Hier, ihr Kühe, vermehrt euch; hier die Rosse, hier die Männer;

iho sahasradakṣiṇo rāyas poṣaḥ prajāyatām ‖

hier auch soll der mit tausendfachem Opferlohn (Begabte), die Fülle des Reichtums, sich mehren.

ayaṃ yajño vardhatāṃ gobhir aśvair iyaṃ vedis svapatyā suvīrā |

Dies Opfer wachse an Kühen und Rossen, diese Vedi (wachse) an guter Nachkommenschaft, reich an Helden;

idaṃ barhir ati barhīm̐ṣy anyemaṃ yajñaṃ viśve avantu devāḥ ‖

dieses Barhis (übertreffe) andere Barhis; dies Opfer sollen alle Götter fördern.

sa ā dame sudughā yasya dhenus svadhāṃ pīpāya subhv annam atti |

Er, in dessen Haus die Milchkuh gut zu melken ist, sie ließ Labsal anschwellen; die Schöne verzehrt Speise;

so apāṃ napād anabhimlātavarṇo 'nyasyeveha tanvā viveṣa ‖

der Sohn der Wasser, von unverwelkter Farbe, tritt hier (in ein Wesen) wie in den Leib eines anderen [?].