Dieser Prapāṭhaka gehört zum Aśvamedha (Rossopfer, Opfer des Königs): Er bietet die Sprüche für das Binden und Besprengen des Opferrosses, lange Reihen von svāhā-Spenden an Götter, Tageszeiten, Himmelsrichtungen, Monate, Wesen und Zustände des Rosses, den Gebärwunsch-Spruch für Brahmanen, Krieger, Kühe, Rosse und Ackerfrüchte, sowie Upayāma-Schöpfungen, ein Brahmodya-Rätselgespräch und die derben Sprüche der Rossbeiwohnung durch die Königin, gefolgt von den Nadel-Sprüchen beim Zunähen bzw. Besänftigen des Rosses. Die Stücke stimmen vielfach mit der Vājasaneyi-Saṃhitā überein, sind hier aber teils verderbt oder in abweichender Fassung überliefert; unsichere Stellen sind mit [?] gekennzeichnet.
Diese Leine des Ṛta (der Wahrheit, der Ordnung) ergriffen die Früheren im Lebensalter, bei den Zeremonien, die Weisen. Sie ist für uns bei diesem Pressen (des Soma) zur Stelle gewesen, beim Sāman des Ṛta den Lauf [?] anstimmend.
abhidhā asi bhuvanam asi yantāsi dhartā sa tvam agniṃ vaiśvānaraṃ saprathasaṃ gacha svāhākṛtaḥ svagā tvā devebhyaḥ prajāpataye brahmann aśvaṃ bhantsyāmi devebhyaḥ prajāpataye tena rādhyāsaṃ taṃ badhāna devebhyaḥ prajāpataye tena rādhnuhi prajāpataye tvā juṣṭaṃ prokṣāmi vāyave tvā juṣṭaṃ prokṣāmīndrāgnibhyāṃ tvā juṣṭaṃ prokṣāmi viśvebhyas tvā devebhyo juṣṭaṃ prokṣāmi sarvebhyas tvā devebhyo juṣṭaṃ prokṣāmi //
Du bist der Umfasser, du bist das Wesen (die Welt), du bist der Lenker, der Träger. Als solcher gehe du zu Agni Vaiśvānara, dem weit Ausgebreiteten [?]; mit svāhā geopfert, gut gehend [?] – dich den Göttern. O Brahman (Priester), ich werde das Ross binden für die Götter, für Prajāpati; damit möge ich Erfolg haben. Binde ihn für die Götter, für Prajāpati; damit gedeihe. Dich, dem Prajāpati genehm, besprenge ich; dich, dem Vāyu genehm, besprenge ich; dich, dem Indra und Agni genehm, besprenge ich; dich, den Viśve Devāḥ (Allgöttern) genehm, besprenge ich; dich, allen Göttern genehm, besprenge ich.
Für Agni svāhā! Für Soma svāhā! Für die Freude der Wasser svāhā! Für Vāyu svāhā! Für Savitṛ svāhā! Für Tvaṣṭṛ svāhā! Für Bṛhaspati svāhā! Für Indra svāhā! Für Mitra svāhā! Für Varuṇa svāhā!
Für das Hiṃ-Machen svāhā! Für den, der Hiṃ gemacht hat, svāhā! Für den Schreienden svāhā! Für das Anschreien svāhā! Für den Schnaubenden svāhā! Für das Aufschnauben svāhā! Für den Geruch svāhā! Für den Beschnupperten svāhā! Für den Sich-Niederlassenden svāhā! Für den Dasitzenden svāhā! Für den Zusammengebundenen [?] svāhā! Für den Springenden svāhā! Für den Sitzenden svāhā! Für den Liegenden svāhā! Für den Schlafenden svāhā! Für den Wachenden svāhā! Für den Lautgebenden svāhā! Für den Erwachten svāhā! Für den Losgebundenen [?] svāhā! Für den Gähnenden (sich Rekelnden) svāhā! Für die Schnelligkeit svāhā! Für die Kraft svāhā! Für das Kommen svāhā! Für den Aufbruch svāhā! Für den Gehenden svāhā! Für den Laufenden svāhā! Für das Hinausrennen svāhā! Für den Hinausgerannten svāhā! Für das Śū-Schnauben svāhā! Für den, der Śū gemacht hat, svāhā! Für den Herangetretenen svāhā! Für das Zusammenziehen [?] svāhā! Für den Niedergesessenen svāhā! Für den Aufgestandenen svāhā! Für den Dastehenden svāhā! Für den Sich-Wälzenden svāhā! Für den Gewälzten svāhā! Für den Sich-Schüttelnden svāhā! Für den Geschüttelten svāhā! Für den Hörenden svāhā! Für den Lauschenden svāhā! Für den Angeschauten svāhā! Für den Angesehenen svāhā! Für den Blickenden svāhā! Für den Lidschlag svāhā! Für das, was er frisst, svāhā! Für das, was er trinkt, svāhā! Für das, was er harnt, svāhā! Für den Tuenden svāhā! Für den Getanen svāhā!
vibhūr mātrā prabhūḥ pitrāśvo 'si hayo 'sy atyo 'si mayo 'si naro 'sy arvāsi saptir asi vājy asi vṛṣāsi nṛmaṇā asi yayur nāmāsy ādityānāṃ patvānvihi devā āśāpālā etaṃ devebhyo aśvaṃ medhāya prokṣitaṃ rakṣateha dhṛtir iha svadhṛtir iha rama iha ramantām
Du bist Herr über die Maße (Mütter), Herr über den Vater [?]. Du bist Ross (aśva), du bist Hengst (haya), du bist der Renner (atya), du bist die Freude (maya), du bist der Mann, du bist der Eilende (arvan), du bist das Renn-Ross (sapti), du bist der Kraftvolle (vājin), du bist der Stier, du bist der Männer-Gesinnte; Yayu ist dein Name; folge den Fliegenden der Ādityas. Ihr Götter, Hüter der Weltgegenden, bewahrt dieses zum Opfer besprengte Ross für die Götter. Hier sei Festigkeit, hier Eigenfestigkeit, hier Ruhe; hier sollen sie sich ergötzen.
Für Ka (den „Wer“) svāhā! Für „Wem“ svāhā! Für „Welchem“ svāhā! Für Savitṛ (den Antreiber) svāhā! Für Savitṛ den Antreibenden svāhā! Für Savitṛ den Anregenden svāhā! Für Aditi svāhā! Für die große Aditi svāhā! Für die gnädige Aditi svāhā! Für Sarasvatī svāhā! Für die hohe Sarasvatī svāhā! Für die läuternde Sarasvatī svāhā! Für Pūṣan svāhā! Für Pūṣan den Wegkundigen svāhā! Für Pūṣan den Männer-Bewahrer [?] svāhā! Für Tvaṣṭṛ svāhā! Für Tvaṣṭṛ Turīpa [?] svāhā! Für Tvaṣṭṛ Parurūpa [?] svāhā! Für Viṣṇu svāhā! Für Viṣṇu Śipiviṣṭa [?] svāhā! Für Viṣṇu Nibhūyapa [?] svāhā!
Im Brahmanen-Stand möge ein Brahmane geboren werden, glutvoll, mit Brahman-Glanz. Im Reich möge ein Kṣatriya (Rājanya) geboren werden, ein Held, guter Schütze, Großwagenkämpfer. Die Kuh möge Milch geben, der Ochse ziehen, das Ross sei schnell, die Frau eine für die Versammlung taugliche, ein Jüngling, „Reich an Fülle“ (puraṃdhi), die Siegreiche, auf dem Wagen Stehende. Dem Opferherrn (Yajamāna) hier möge ein Held geboren werden. Nach unserem Wunsch möge Parjanya regnen; die Pflanzen sollen uns fruchttragend reifen; Erwerb und Bewahrung (yogakṣema) sollen uns gelingen.
Für Agni svāhā! Für Soma svāhā! Für Indra svāhā! Für die Erde svāhā! Für den Luftraum svāhā! Für den Himmel svāhā! Für die Himmelsrichtungen svāhā! Für die Zwischenrichtungen svāhā! Für die weite Richtung svāhā! Für die östliche Richtung svāhā! Für die Sternbilder (Nakṣatra) svāhā! Für die zu den Sternen Gehörigen svāhā! Für die Tag-und-Nacht-Paare svāhā! Für die Halbmonate svāhā! Für die Monate svāhā! Für die Jahreszeiten svāhā! Für die zu den Jahreszeiten Gehörigen svāhā! Für das Jahr (Saṃvatsara) svāhā! Für Himmel und Erde svāhā! Für den Mond svāhā! Für die Sonne svāhā! Für die Strahlen svāhā! Für die Vasus svāhā! Für die Rudras svāhā! Für die Ādityas svāhā! Für die Maruts svāhā! Für die Viśve Devāḥ svāhā! Für die Wurzeln svāhā! Für die Zweige svāhā! Für die Bäume (Vanaspati) svāhā! Für die Blüten svāhā! Für die Früchte svāhā! Für die Pflanzen svāhā!
Für die östliche Richtung svāhā! Für die herwärtige Richtung svāhā! Für die südliche Richtung svāhā! Für die herwärtige Richtung svāhā! Für die westliche Richtung svāhā! Für die herwärtige Richtung svāhā! Für die nördliche Richtung svāhā! Für die herwärtige Richtung svāhā! Für die obere Richtung svāhā! Für die herwärtige Richtung svāhā!
Für das Leben svāhā! Für den Einhauch (prāṇa) svāhā! Für den Ausatem (apāna) svāhā! Für den Zwischenatem (vyāna) svāhā! Für den Ausgleichsatem (samāna) svāhā! Für den Aufatem (udāna) svāhā! Für das Auge svāhā! Für das Ohr svāhā! Für den Geist (manas) svāhā! Für die Rede svāhā!
Für die Erde svāhā! Für den Luftraum svāhā! Für den Himmel svāhā! Für die Sonne svāhā! Für den Mond svāhā! Für die Sternbilder svāhā! Für die Wasser svāhā! Für die Pflanzen svāhā! Für die Bäume svāhā! Für die Umherschwimmenden svāhā! Für die Kriechenden svāhā! Für die Sich-Hin-und-Her-Bewegenden svāhā!
Für den Lebenshauch (Asu) svāhā! Für den Vasu svāhā! Für den Allmächtigen svāhā! Für Vivasvant svāhā! Für die Schar-Herrlichkeit svāhā! Für den Herrn der Scharen svāhā! Für den Überwältiger svāhā! Für den Bezwinger svāhā! Für den Oberherrn svāhā! Für den Zischenden (Kraft) [?] svāhā! Für den Kriechenden [?] svāhā! Für den Mond (Candra) svāhā! Für das Licht svāhā! Für den im Schmutz Verborgenen (Malimluca) [?] svāhā!
Für Dharṇasa [?] svāhā! Für das Gut svāhā! Für den Antrieb svāhā! Für den Upayāma svāhā! Für den Strom svāhā! Für das Meer svāhā! Für den Brunnen (Kāṭa) [?] svāhā! Für die Flut svāhā! Für Sarasvatī svāhā! Für den Allumfassenden svāhā! Für den Gut-Gewordenen svāhā! Für den Luftraum svāhā!
Für Madhu svāhā! Für Mādhava svāhā! Für Śukra svāhā! Für Śuci svāhā! Für Nabhas svāhā! Für Nabhasya svāhā! Für Iṣa svāhā! Für Ūrja svāhā! Für Sahas svāhā! Für Sahasya svāhā! Für Tapas svāhā! Für Tapasya svāhā! Du bist der Kriechende (Saṃsarpa, der Schaltmonat) [Anm.: so gedeutet]; für den Herrn der Bedrängnis (Aṃhaspatya) svāhā!
Für den Gleichaltrigen svāhā! Für den Herwärts-Alten [?] svāhā! Für den Hoch-Alten [?] svāhā! Für den, dessen Alter groß ist, svāhā! Für den Stärkeren svāhā! Für den Bezwingenden svāhā! Für den Überwinder svāhā! Für den Kraftvollen svāhā! Für den Überwältiger svāhā! Für den Bezwinger svāhā! Für den Bezwinger der Feinde svāhā! Für den Töter der Feinde svāhā!
Für Eins svāhā! Für Zwei svāhā! Für Neunundneunzig svāhā! Für Hundert svāhā! Für Hunderteins svāhā! Für das Aufleuchten der Morgenröte svāhā! Für den Himmel (Svarga) svāhā!
Der Goldkeim entstand im Anfang; geboren war er der eine Herr des Geschaffenen. Er trug die Erde und den Himmel und dies (Welt); welchem Gott sollen wir mit der Opfergabe dienen?
yaḥ prāṇato nimiṣataś ca rājā patir viśvasya jagato babhūva / īśe yo asya dvipadaś catuṣpadaḥ kasmai devāya haviṣā vidhema //
Der, der Atmenden und Blinzelnden König, der Herr der ganzen Welt geworden ist, der über dies Zweifüßige und Vierfüßige gebietet – welchem Gott sollen wir mit der Opfergabe dienen?
Wenn der Wind die Wasser [aganīgan: verderbt, unklar] [?], den lieben Leib Indras – auf diesem Pfad, o Sänger, mögest du uns das Ross wieder zurückbringen.
Die Vasus sollen dich salben mit dem Gāyatrī-Metrum, die Rudras sollen dich salben mit dem Triṣṭubh-Metrum, die Ādityas sollen dich salben mit dem Jagatī-Metrum. Bhūḥ, Bhuvaḥ, Svar! „Lājī, Śācī“ [?] (gedehnt gesungen), in der Gerste, im Rinderreichen [?]: Diese Speise esst, ihr Götter; diese Speise iss, o Prajāpati.
kā svid āsīt pūrvacittiḥ kiṃ svid āsīd bṛhad vayaḥ / kā svid āsīt pilippilā kā svid āsīt piśaṅgilā //
Was war wohl die „frühere Einsicht“ (pūrvacitti)? Was war wohl der große Vogel (bzw. die große Lebenskraft) [?]? Was war wohl Pilippilā? Was war wohl Piśaṅgilā?
Der Himmel war die frühere Einsicht; das Ross war der große Vogel (die große Lebenskraft) [?]; das Schaf war Pilippilā [?]; die Nacht war Piśaṅgilā [?].
O Mutter, Mütterchen, Mütterlein! Keiner führt mich [Anm.: Worte der Königin]. Das Rösslein liegt [?] bei der Subhadrikā, der Bewohnerin von Kāmapīla [?].
Dich, den Herrn der Scharen, rufen wir; dich, den Herrn der Lieben, rufen wir; dich, den Herrn der Schätze, rufen wir. O mein Gut, ich möge den Keimspender antreiben; du magst den Keimspender antreiben.
tau saha caturaḥ padaḥ saṃprasārayāvaḥ svarge loke prorṇuvātāṃ vṛṣā vām aśvo retodhā reto dadhātu
Wir beide wollen zugleich die vier Füße ausstrecken; in der Himmelswelt sollen sie beide sich bedecken. Euer Stier ist das Ross, der Samenspender; er soll Samen legen.
Gāyatrī, Triṣṭubh, Jagatī, Anuṣṭubh samt der Paṅkti, Bṛhatī, Uṣṇih, Kakubh – die Gattinnen der Götter, die Stämme – sie sollen dich mit Nadeln besänftigen [Anm.: gemeint wohl das Zunähen/Beruhigen des Rosses].
dvipadā yā catuṣpadā tripadā yā ca ṣaṭpadā / vichandā yā ca sachandāḥ sūcībhiḥ śamayantu tvā //
Die zweifüßigen, die vierfüßigen, die dreifüßigen und die sechsfüßigen [Metren], die ohne Metrum und die mit Metrum – sie sollen dich mit Nadeln besänftigen.
Silberne, bleierne, goldgelbe, verbundene [Nadeln oder Fäden] [?] sollen sich mit ihren Arbeiten verbinden; im Fell des Rosses, des Kraftvollen, sollen die Nähte, die besänftigenden, ihr Werk tun [?].
Die Mahānāmnī-Verse, die reichen, die göttlichen Weltgegenden, die Gebärerinnen, die Wolken- und Blitz-Stimmen – sie sollen dich mit Nadeln besänftigen.
yoṣās te patnayo loma vicinvantu yathāyatham / supatnīḥ patnayo vājin prajayā bhukṣīmahi //
Die Frauen, deine Gattinnen, sollen die Haare nach Ordnung auslesen. Gute Gattinnen sind die Gattinnen; o Kraftvoller, möchten wir mit Nachkommenschaft genießen.