Dieser Prapāṭhaka enthält Mantras des Rossopfers (Aśvamedha) bzw. der mit ihm verwandten Königsweihe-Ritualistik: Anuvāka 1–2 begleiten Schlachtung, Zerlegung und Garkochen des Opferrosses (Verse aus dem Aśva-Hymnus der Ṛgveda-Tradition, sowie die Āprī-Verse mit Götteranrufungen); Anuvāka 3 bringt Kriegsmantras (Bogen, Sehne, Köcher, Wagen, Peitsche, Kriegstrommel Dundubhi) aus dem Kampfritual; Anuvāka 4 enthält die Himmelsrichtungs-Mantras, die jeder Richtung Sāman, Stoma, Metrum und Jahreszeit zuordnen und die Herrschaft (kṣatra) sichern; Anuvāka 5 sind Sühne- und Lösungsverse („er soll uns aus der Bedrängnis lösen“) an Agni, Indra und weitere Götterpaare. Der Text ist an mehreren Stellen dunkel oder verderbt (Kodierung, Sandhi-Reste, Vers-Incipits wie „pṛṣṭo divi“, „kayā naḥ“), was durch [?] und [Anm.] vermerkt ist.
mā no mitro varuṇo aryamāyur indra ṛbhukṣā marutaḥ parikśan / yad vājino devajātasya sapteḥ pravakṣyāmo vidathe vīryāṇi //
Nicht sollen uns Mitra, Varuṇa, Aryaman, Āyu, Indra, Ṛbhukṣan und die Marut übergehen [?], wenn wir beim Opferfest (vidatha) die Heldentaten des götterentsprossenen Rennrosses, des Renners, verkünden werden.
yan nirṇijā rekṇasā prāvṛtasya rātiṃ gṛbhītāṃ mukhato nayanti / suprāṅ ajo memyad viśvarūpa indrāpūṣṇoḥ priyam apyetu pāthaḥ //
Wenn sie die Gabe, die mit Schmuck und Habe (nirṇij, rekṇas) bedeckt und ergriffen ist [?], vorn am Kopf entlang führen: dann möge der gutgehende, meckernde, allgestaltige Bock zum lieben Trank Indras und Pūṣans eingehen.
Dieser Bock hier, allen Göttern zugehörig, wird vor dem Ross, dem Renner, als Pūṣans Anteil geführt. Wenn man den lieben Opferkuchen (Puroḍāśa) zum Ross hin darbringt, dann regt Tvaṣṭṛ es eben zu gutem Ruhm an.
yad dhaviṣyam ṛtuśo devayānaṃ trir mānuṣāḥ pary aśvaṃ nayanti / atrā pūṣṇaḥ prathamo bhāga eti yajñaṃ devebhyaḥ prativedayann ajaḥ //
Was als Opfergabe (havis) für die Jahreszeiten auf dem Götterweg bestimmt ist, das Ross, führen die Menschen dreimal rings herum. Hier geht als Erstes Pūṣans Anteil, der Bock, das Opfer den Göttern meldend.
Er ist herangekommen; wohlwollend ist mein Gedanke (manma) niedergelegt worden, nach den Wünschen der Götter hin, mit glänzendem Rücken [?]. Hinter ihm her freuen sich die begeisterten Seher; zur Stärkung der Götter haben wir einen guten Verwandten gemacht.
Hotṛ, Adhvaryu, Āvayāj, Agnīdh (Feuerentzünder), Grāvagrābha (Steinergreifer) und der wohlbegeisterte Praśāstṛ: erfüllt ihr Kräftigenden [?] mit diesem wohlgemachten, wohlgeopferten Opfer die Götter.
yūpavraskā uta ye yūpavāhāś caṣālaṃ ye aśvayūpāya takṣati / ye cārvate pacanaṃ saṃbharanty uto teṣām abhigūrtir na invatu //
Die Pfostenbehauer und die Pfostenträger, die den Ring (caṣāla) für den Rosspfosten zimmern, und die dem Ross die Kochstätte zusammentragen – auch deren Beifall (abhigūrti) soll uns antreiben.
yad vājino dāma saṃdānam arvato yā śīrṣaṇyā raśanā rajjur asya / yad vā ghāsya prabhṛtam āsye tṛṇaṃ sarvā tā te api deveṣv astu //
Was des Rennrosses Strick, Fessel und Bindung ist, was der Kopfriemen, das Halfter, das Seil an ihm ist, oder was an Gras in sein Maul gebracht wurde – all das sei auch bei den Göttern dein.
yad ūvadhyam udarasyāpavāti ya āmasya kraviṣo gandho asti / sukṛtā tañ śamitāraḥ kṛṇvantūta medhaṃ śṛtapākaṃ pacantu //
Was aus dem Bauch (an Mageninhalt) herausweht, was vom rohen Fleisch (kraviṣ) als Geruch da ist: die Schlächter sollen es recht bereiten, und sie sollen das Fett gar kochen.
yad aśvasya kraviṣo makṣikāśa yad vā svarau svadhitau ripram asti / yad dhastayoḥ śamitur yan nakheṣu sarvā tā te api deveṣv astu //
Was die Fliege am Fleisch des Rosses angenagt hat, oder was an Span (svaru) und Messer Schadhaftes ist, was an den Händen des Schlächters, was an den Nägeln – all das sei auch bei den Göttern dein.
yat te gātrād agninā pacyamānād abhi śūlaṃ nihatasyāvadhāvati / mā tad bhūmyām āśriṣan mā tṛṇeṣu devebhyas tad uśadbhyo rātam astu //
Was von deinem Körper, der am Feuer gargekocht wird, herabtropft, wenn er, am Spieß aufgehängt, dasteht: das soll nicht in die Erde, nicht in die Gräser versickern; es sei den begehrenden Göttern gegeben.
ye vājinaṃ paripaśyanti pakvaṃ ya īm āhuḥ surabhir nirhareti / ye cārvato māṃsabhikṣām upāsate uto teṣām abhigūrtir na invatu //
Die das gekochte Rennross ringsum ansehen, die sagen: „Es duftet, trag es heraus!“, und die um ein Almosen vom Fleisch des Rosses nachsuchen – auch deren Beifall soll uns antreiben.
Was die Stechgabel des Fleischkochtopfes (Ukhā), was die Gefäße, die Schöpfer für die Brühe, die Deckel für den Dampf, die Kessel, die Haken und die Töpfe [?] sind – sie schmücken das Ross.
Was man dem Ross als Decke breitet, als Überdecke, und was an Goldstücken für es da ist; die Fessel, das Ross, die Fußfessel – diese lieben Dinge lassen sie zu den Göttern hin gelangen.
nikramaṇaṃ niṣadanaṃ vivartanaṃ yac ca paḍvīśam arvataḥ / yac ca papau yac ca ghāsiṃ jaghāsa sarvā tā te api deveṣv astu //
Das Hinausschreiten, das Sichniedersetzen, das Sichwälzen, und was des Rosses Fußfessel ist; und was es getrunken hat und was es an Futter gefressen hat – all das sei auch bei den Göttern dein.
Nicht soll dich das Feuer versengen [?] (Mittwede: „zum Dröhnen bringen“), das rauchduftende; nicht der Topf, glänzend, übergossen, brodelnd [?]. Das Geopferte, Verzehrte, mit Beifall Bedachte, mit „vaṣaṭ“ Dargebrachte – dieses Ross nehmen die Götter an.
Entzündet, die Wohnstatt [?] der Gedanken salbend, Agni, mit Schmalz, mit Honigsüßem sie mästend: als Renner trage den Renner, Jātavedas, zu der Götter liebem gemeinsamem Sitz.
Tanūnapāt, die zu den Göttern führenden Wege wohl kennend, gehe das Ross zu den Göttern ein. Dir, Ross, sollen die Himmelsrichtungen folgen; den Svadhā-Trank (svadhā) gib mit den Göttern dem Opferherrn (Yajamāna).
Preisenswert bist du, verehrungswürdig bist du, Rennross, schnell bist du und opferwürdig bist du, Ross. Agni, mit den Göttern, den Vasu, einträchtig, Jātavedas, soll dich, den lieben Träger, fahren.
Ausgestreut ist die Opferstreu (Barhis), die wohlgebreitete, gern angenommen, weit, breit, sich ausdehnend auf der Erde; von den Göttern gesalbt soll Aditi, einträchtig, Wohlbehagen bereitend, sie in gute Fügung setzen.
etā u vaḥ subhagā viśvavārā vi pakṣobhiḥ śrayamāṇā ud ātaiḥ / ṛṣvāḥ satīḥ kavaṣaḥ śumbhamānā dvāro devīḥ suprāyaṇā bhavantu //
Diese hier, eure glückbringenden, von allen erwählten, sich mit Flügeln ausbreitenden, mit Wehen [?] sich öffnenden, erhabenen, strahlenden Kavaṣa-Türen [?], die göttlichen Türen, sollen leicht zu betreten sein.
Ihr beiden, die ihr zwischen Mitra und Varuṇa wandelt, dem Mund der Opfer entgegen einig: ihr beiden Morgenröten (Uṣāsā), ihr Goldschönen, Kunstvollen, euch setze ich hier auf den Schoß (Sitz) der Ordnung (ṛta).
Als erste, ihr beiden Götter, auf gemeinsamem Wagen, schön gefärbt, alle Wesen schauend, ohne Freude [?], eure Anregungen bemessend, ihr beiden Hotṛ, das Licht als Wegweiser weisend.
ādityair no bhāratī vaṣṭu yajñaṃ sarasvatī saha rudrair na āvīt / iḍopahūtā vasubhiḥ sajoṣāḥ syonaṃ kṛṇvānā suvite dadhātu //
Mit den Ādityas soll uns Bhāratī das Opfer wünschen, Sarasvatī mit den Rudras soll uns gefördert haben; Iḍā, mit den Vasu angerufen, einträchtig, Wohlbehagen bereitend, soll uns in gute Fügung setzen.
Das Ross, mit Schmalz selbst gesalbt, gehe nach den Jahreszeiten zum göttlichen Trank [?] ein. Vanaspati (der Waldbaum, der Opferpfosten), die Götterwelt kennend, soll die durch Agni gesüßten Opfergaben tragen.
Durch Prajāpatis Glut erstarkt, kaum geboren, hast du das Opfer getragen, Agni. Mit der unter „svāhā“ geopferten Opfergabe gehe voran; die Sādhyas, die Götter, sollen die Opfergabe essen.
jīmūtasyeva bhavati pratīkaṃ yad varmī yāti samadām upasthe / anāviddhayā tanvā jaya tvaṃ sa tvā varmaṇo mahimā pipartu //
Wie die Gestalt einer Wolke wird die des Gepanzerten, wenn er im Schoß der Kampfbrunst (samad) in die Schlacht zieht. Mit unverwundetem Leib siege du; die Größe deines Panzers soll dich hinüberführen.
Mit dem Bogen mögen wir Kühe gewinnen, mit dem Bogen den Wettlauf; mit dem Bogen mögen wir die heftigen Kämpfe (samad) gewinnen. Der Bogen soll des Feindes Wunsch vereiteln; mit dem Bogen mögen wir alle Heerhaufen besiegen.
Wie eine, die sprechen will, kommt sie immer wieder ans Ohr, den lieben Freund umarmend; wie eine Frau summt sie, am Bogen gespannt, diese Sehne, die in der Schlacht hinüberbringt.
te ācarantī samaneva yoṣā māteva putraṃ bibhṛtām upasthe / apa śatrūn vidhyataḥ saṃvidāne ārtnī ime visphurantī amitrān //
Diese beiden (Bogenenden) wandeln wie eine Frau zur Versammlung, wie eine Mutter den Sohn tragen sie ihn im Schoß. Einträchtig treffen sie die Feinde und treiben sie weg; diese beiden Bogenspitzen, zitternd, [gehen] auf die Feinde [los].
bahūnāṃ pitā bahur asya putraḥ ciścā kṛṇoti samanāvagatya / iṣudhiḥ saṅkāḥ pṛtanāś ca sarvāḥ pṛṣṭhe ninaddho jayati prasūtaḥ //
Der Vater vieler ist er, viele sind seine Söhne; „ciś“ macht er, wenn er zusammenkommt. Der Köcher, die Haken [?] und alle Heere: auf dem Rücken festgebunden, besiegt er, wenn er (Pfeile) aussendet.
Auf dem Wagen stehend lenkt der gute Wagenlenker die Rennrosse vor sich her, wohin er nur will. Preiset die Größe der Zügel: den Sinn (der Rosse) lenken die Zügel von hinten her.
Heftige Laute machen die stierhufigen Rosse, mit den Wagen zusammen nach Beute strebend; mit den Vorderfüßen die Feinde niedertretend, vernichten sie die Gegner, ohne zu weichen.
vanaspate vīḍvaṅgo hi bhūyā asmatsakhā prataraṇaḥ suvīraḥ / gobhiḥ saṃnaddho asi vīḍayasvāsthātā te jayatu jetvāni //
Vanaspati (Wagen), sei fest in den Gliedern, unser Freund, Überwinder, mit guten Helden; mit Kühen (Lederriemen) bist du festgebunden, sei stark; dein Insasse soll das Siegbare gewinnen.
divas pṛthivyāḥ pary antarikṣād vanaspatibhyaḥ pary āvṛtaṃ sahaḥ / apām ojmānaṃ pari gobhir āvṛtam indrasya vajraṃ haviṣā rathaṃ yaja //
Vom Himmel, von der Erde, vom Luftraum, von den Bäumen her ist Kraft (sahas) zusammengekommen; der Wasser Wucht, von Kühen umhüllt: Indras Keule, den Wagen, verehre mit der Opfergabe.
Die Väter (Pitṛ), auf süßem Sitz sitzend, Lebenskraft verleihend, in Not zufluchtsuchend [?], machtvoll, tief; mit bunten Heeren, pfeilstark, unverletzlich, mit wahren Helden [?], weit, Scharen bezwingend.
brāhmaṇāsaḥ pitaraḥ somyāsaḥ śive no dyāvāpṛthivī ubhe stām / pūṣā naḥ pātu duritād ṛtāvṛdho rakṣā mākir no aghaśaṃsa īśata //
Ihr brahmanischen Väter, ihr Somatrinker: beide, Himmel und Erde, sollen uns freundlich sein. Pūṣan soll uns vor Übel schützen, ihr Ṛta-Mehrer, (schützt uns); kein Übelwünschender soll über uns gebieten.
suparṇaṃ vaste mṛgo asyā danto gobhiḥ saṃnaddhā patati prasūtā / yatrā naraḥ saṃ ca vi ca dravanti tatrāsmabhyam iṣavaḥ śarma yaṃsan //
Ein Federgewand (suparṇa) trägt er, ein Tier ist seine Spitze (Zahn); mit Kühen (Sehnen) gebunden fliegt sie, abgeschossen. Wo die Männer zusammen- und auseinanderlaufen, dort sollen uns die Pfeile Schutz gewähren.
Wie eine Schlange mit ihren Windungen umkreist er den Arm, den Schlag der Sehne abwehrend; der Handschläge abwehrende (Armschutz), alle Künste kennend: der Mann soll den Mann von allen Seiten schützen.
Sie schlagen auf ihre Rücken, ihre Hinterteile; er schlage nach dem Hinterteil [?]. Du Peitsche (Aśvājanī), Verständige, treibe die Rosse in den Kämpfen an.
Lass Erde und Himmel aufatmen; an vielen Orten soll die ausgebreitete Welt an dich denken. Dundubhi (Kriegstrommel), mit Indra vereint und den Göttern, treibe die Feinde weit in die Ferne fort.
ākrandaya balam ojo nā ādhā niṣṭanihi duritā bādhamānaḥ / apaprotha dundubhe duchunā ita indrasya muṣṭir asi vīḍayasva //
Lass Kraft und Stärke für uns erschallen; danach donnere heraus, Übel verdrängend. Vertreibe, Dundubhi, das üble Vorhaben von hier; du bist Indras Faust; sei stark.
āmūr aja pratyāvartayemāḥ ketumad dundubhir vāvadīti / sam aśvaparṇāś carantu no naro 'smākam indra rathino jayantu
Treibe diese hier zurück, Aja [?]; die Dundubhi tönt mit Banner immer wieder. Die Rossflügel [?] sollen sich für uns zusammen bewegen, die Männer; unsere Wagenkämpfer, o Indra, sollen siegen.
Der Zündholz (Samidh) der Himmelsrichtungen, liegend, den Himmel findend: Mādhava (der Frühlingsmonat), der Honig, der Same, soll uns schützen. Agni, der Gott, schwer zu überwinden, unbetrügbar: diese Herrschaft (kṣatra) soll er hüten, uns schützen.
rathantaraṃ sāmabhiḥ pātv asmān gāyatrī chandasāṃ viśvarūpā / trivṛn no viṣṭhayā stomo ahnā samudro vāta idam ojaḥ pipartu //
Das Rathantara-Sāman soll uns mit den Sāmans schützen, die Gāyatrī, die allgestaltige unter den Metren; das Trivṛt-Stoma mit der Viṣṭhā (Aufstellung des Stoma) [Anm.: technischer Terminus], mit dem Tag; Meer und Wind sollen diese Stärke erfüllen.
ugrā diśām abhibhūtir vayodhāḥ śuciḥ śukre ahann ojasīne / indrādhipatyaiḥ pipṛtād ato no mahi kṣatraṃ viśvato dhārayedam //
Die gewaltige, der Himmelsrichtungen Überwinderin, Lebenskraft verleihend, rein, an einem hellen Tag, in Stärke [?]: mit Indras Oberherrschaften soll sie uns von hier aus erfüllen; die große Herrschaft halte von überallher aufrecht, diese hier.
Das Bṛhat-Sāman, die Herrschaft tragend, mit gewachsener Stierkraft, mit der Triṣṭubh die Stärke, geschmückt, mit gewaltigen Helden: Indra soll mit dem Pañcadaśa-Stoma die Mitte, dies hier, mit dem Wind, mit dem Sagara [?] hüten.
Die östliche der Himmelsrichtungen, ruhmvereint, ruhmreich; die Viśve Devāḥ, die himmelhabenden, an den Tagen der Regenzeit: im Vairūpa-Sāman möge ich ihn darüber vermögen [?]; mit der Jagatī lasse ich ihn unter den Stämmen (viś) eintreten.
Diese Herrschaft sei unüberwindlich, die Stärke unangreifbar, siegkräftig, machtvoll. Die Viśve Devāḥ mit dem Saptadaśa-Stoma: Glanz (varcas); diese Herrschaft, gewaltig, mit dem Wasserwind [?].
Die Trägerin der Himmelsrichtungen hat diese Herrschaft getragen, den Beistand der Wünsche [?]; wie Mitra sei die Stärke. Mitra und Varuṇa, am Herbsttag, wohlbewusst, gewährt uns, dem Reich, großen Schutz.
Im Vairāja-Sāman ist mir die Einsicht; mit der Anuṣṭubh zusammengebracht ist Manneskraft (vīrya) und Macht. Diese Herrschaft, mitrahaft, feuchtspendend [?]: Mitra und Varuṇa, schützt sie mit Oberherrschaften.
samrāḍ diśāṃ sahasāmnī sahasvaty ṛtur hemanto viṣṭhayā naḥ pipartu / avasyuvātā bṛhatī na śakvarī diśāṃ tevy avatu no ghṛtācī //
Die Allherrin der Himmelsrichtungen, das Sahas-Sāman, machtvoll, die Jahreszeit Hemanta (Winter) soll uns mit der Viṣṭhā erfüllen; hilfesuchende Winde, die große, wie die Śakvarī, der Himmelsrichtungen Tevī [?], die Ghṛtācī (butterreiche) soll uns schützen.
Die himmelhabende, gutmelkende, milchreiche, die Ghṛtācī, soll dieses Opfer schützen. Du bist der Hüter, vorn und hinten; Bṛhaspati, spanne die Yāmya-Rede [?] an.
ūrdhvā diśāṃ rantīr āśauṣadhīnāṃ saṃvatsareṇa savitā no ahnā / revat sāmātichandā u chando 'jātaśatruḥ syonā no astu //
Die aufwärts gerichtete der Himmelsrichtungen, Freude der Pflanzen, durch das Jahr, Savitṛ, uns am Tag. Das reichliche Sāman, das Atichandas-Metrum, das Metrum, das feindlose, soll uns freundlich sein.
stomas trayastriṃśe bhuvanasya patnī vivasvadvāte abhi no gṛṇīhi / ghṛtavatī savitur ādhipatye payasvatī rātir āśā no astu //
Das Trayastriṃśa-Stoma, der Welt Gattin, im Vivasvat-Wind: preise uns; butterhaltig in Savitṛs Oberherrschaft, milchreich, die Gabe und Hoffnung (āśā) soll uns sein.
Die feste der Himmelsrichtungen, Viṣṇus Gattin, mildmündige, Herrin der Kraft, die im Sinn [?] ...; Bṛhaspati, Mātariśvan und Vāyu, die Windstöße, die zusammen tönenden, sollen uns preisen.
Stütze des Himmels, Halterin der Erde, Herrin dieser Welt, Viṣṇus Gattin, weiträumig, fördernd, gut gedeihend, freundlich sei sie uns im Schoß der Aditi.
ko adya yuṅkte dhuri gā ṛtasya śimīvato bhāmino durhṛṇāyūn / āsanniṣūn hṛtsvaso mayobhūn ya eṣāṃ bhṛtyām ṛṇadhat sa jīvāt
Wer schirrt heute an die Deichsel die Rinder des Ṛta, die schnaubenden [?], glänzenden, schwer zu bändigenden, die Pfeile im Mund haben, im Herzen wohnen, Wohl bringen? Wer von ihnen den Lohn (bhṛtyā) als Schuld leistet, der soll leben [?].
agner manve prathamasyāmṛtānāṃ yaṃ pāñcajanyaṃ bahavaḥ samindhate / viśvasyāṃ viśi praviviśivāṃsam īmahe sa no muñcatv aṃhasaḥ //
Des Agni, des ersten der Unsterblichen, gedenke ich, den als den der fünf Stämme viele entzünden; ihn, der in jeden Stamm eingedrungen ist, bitten wir; er soll uns aus der Bedrängnis (aṃhas) lösen.
yasyedaṃ prāṇan nimiṣad yad ejati yasya jātaṃ janamānaṃ ca kevalam / staumy agniṃ nāthito johavīmi sa no muñcatv aṃhasaḥ //
Dessen dies ist, was atmet, was blinzelt, was sich regt; dessen Geborenes und Gebärendes, das ganze All: Agni preise ich, bittend rufe ich immer wieder; er soll uns aus der Bedrängnis lösen.
indrasya manve prathamasya pracetaso vṛtraghnaḥ stomā upa mām upāguḥ / yo dāśuṣaḥ sukṛto havam upa gantā sa no muñcatv aṃhasaḥ //
Indras, des ersten, weisen, gedenke ich; Vṛtra-tötende Lobgesänge sind zu mir gekommen; der zum Ruf des Spenders, des Gutestuenden, kommt: er soll uns aus der Bedrängnis lösen.
yaḥ saṃgrāmaṃ nayati saṃ vaśī yudhe yaḥ puṣṭāni saṃmṛjati trayāṇi / staumīndraṃ nāthito johavīmi sa no muñcatv aṃhasaḥ //
Der die Schlacht lenkt, der Willensmächtige, zum Kampf; der die drei Gemästeten [?] zusammenfegt: Indra preise ich, bittend rufe ich immer wieder; er soll uns aus der Bedrängnis lösen.
manve vāṃ mitrāvaruṇā tasya vittaṃ satyaujasā durhṛṇā yaṃ nudethe / yā rājānā sarathaṃ yāta ugrā tā no muñcatam āgasaḥ //
Euer beider gedenke ich, Mitra und Varuṇa; erkennt jenen, den ihr, mit wahrer Stärke, Schwerzuhassende, fortstoßt; ihr beiden Könige, die ihr gewaltig auf gemeinsamem Wagen fahrt: diese beiden sollt uns aus der Schuld (āgas) lösen.
yo vāṃ ratha ṛjuraśmiḥ satyadharmā mithucarantam upayāti dūṣayan / staumi mitrāvaruṇau nāthito johavīmi tā no muñcatamāgasaḥ //
Der Wagen von euch beiden, mit geraden Zügeln, wahrem Gesetz, der den verkehrt Wandelnden schädigend aufsucht: Mitra und Varuṇa preise ich, bittend rufe ich immer wieder; diese beiden sollen uns aus der Schuld lösen.
vāyoḥ savitur vidathāni manmahe yā ātmanvad bibhṛto yau ca rakṣataḥ / yau viśvasya paribhū babhūvathus tā no muñcatam āgasaḥ //
Von Vāyu und Savitṛ gedenken wir der Weistümer (vidatha) [?], die ihr beide beseelt tragt und die ihr beide schützt; die ihr beide über alles hinausgewachsen seid: diese beiden sollen uns aus der Schuld lösen.
upa śreṣṭhā na āśiro devayor dharmā asthiran / staumi vāyuṃ savitāraṃ nāthito johavīmi tā no muñcatam āgasaḥ //
Zu uns sind die besten Segenswünsche (āśīr) gekommen, die Ordnungen der beiden Götter sind aufgestanden; Vāyu und Savitṛ preise ich, bittend rufe ich immer wieder; diese beiden sollen uns aus der Schuld lösen.
rathītamau rathīnām ahva ūtaye śubhaṃ gamiṣṭhau suyamebhir aśvaiḥ / yayor vāṃ devau deveṣv aniṣitam ojas tā no muñcatam āgasaḥ //
Die besten Wagenfahrer unter den Wagenfahrern rufe ich zur Hilfe, die glückbringend am ehesten kommen mit gut zu lenkenden Rossen; deren beider, ihr Götter, unter den Göttern ungehemmte Stärke: diese beiden sollen uns aus der Schuld lösen.
yad ayātaṃ vahatuṃ sūryāyās tricakreṇa saṃsadam ichamānau / staumi devā aśvinau nāthito johavīmi tā no muñcatam āgasaḥ //
Als ihr beide den Brautzug der Sūryā fuhrt, mit dem dreirädrigen (Wagen), das Zusammensein begehrend: die Götter, die Aśvin, preise ich, bittend rufe ich immer wieder; diese beiden sollen uns aus der Schuld lösen.
marutāṃ manve adhi no bruvantu premāṃ vācaṃ viśvām avantu viśve / āśūn huve suyamān ūtaye te no muñcantv enasaḥ //
Der Marut gedenke ich; sie sollen für uns eintreten; zu dieser Rede hin sollen alle sie fördern; die Schnellen, gut zu Lenkenden rufe ich zur Hilfe; sie sollen uns aus der Sünde (enas) lösen.
tigmam āyudhaṃ vīḍitaṃ sahasvad divyaṃ śardhaḥ pṛtanāsu jiṣṇu / staumi devān maruto nāthito johavīmi te no muñcantv enasaḥ //
Die scharfe Waffe, feste, machtvolle, himmlische Schar, in Schlachten siegreich: die Götter, die Marut, preise ich, bittend rufe ich immer wieder; sie sollen uns aus der Sünde lösen.
devānāṃ manve adhi no bruvantu premāṃ vācaṃ viśvām avantu viśve / āśūn huve suyamān ūtaye te no muñcantv enasaḥ //
Der Götter gedenke ich; sie sollen für uns eintreten; zu dieser Rede hin sollen alle sie fördern; die Schnellen, gut zu Lenkenden rufe ich zur Hilfe; sie sollen uns aus der Sünde lösen.
yad idaṃ mābhiśocati pauruṣeyeṇa daivyena / staumi viśvān devān āthito johavīmi te no muñcantv enasaḥ //
Was mich hier bedrängt (verbrennt) durch Menschenverursachtes, durch Göttliches: alle Götter preise ich, bittend rufe ich immer wieder; sie sollen uns aus der Sünde lösen. [Anm.: im Text „āthito“, sinngemäß wohl „nāthito“.]
anv adya no anumatir anv id anumate tvaṃ vaiśvānaro na ūtyā //
Heute soll uns Anumati zustimmen; ja, Anumati, du stimme zu; Vaiśvānara [komme] uns mit Hilfe [zu]. [Anm.: verkürzte Wiederholung der Verse aus 3,16.4#13–15.]
Du, Agni, hast mit Glut strahlend beide Welten erfüllt, als du geboren wurdest; du hast den Gott [bzw. die Götter] aus der Verwünschung (abhiśasti) befreit, Vaiśvānara Jātavedas, durch deine Größe.
urvī rodasī varivas kṛṇotaṃ kṣetrasya patnī adhi no bruvāthaḥ / staumi dyāvāpṛthivī nāthito johavīmi te no muñcatam aṃhasaḥ //
Ihr weiten beiden Welten (Rodasī), schafft Raum; ihr, die Herrinnen des Feldes, tretet für uns ein; Himmel und Erde preise ich, bittend rufe ich immer wieder; die beiden sollen uns aus der Bedrängnis lösen.
ye aprathetām amitebhir ojobhir ye pratiṣṭhe abhavatāṃ vasūnām / staumi dyāvāpṛthivī nāthito johavīmi te no muñcatam aṃhasaḥ //
Die ihr euch mit unermesslichen Kräften ausgebreitet habt, die ihr der Vasu Halt (pratiṣṭhā) geworden seid: Himmel und Erde preise ich, bittend rufe ich immer wieder; die beiden sollen uns aus der Bedrängnis lösen.
Was immer wir gegen dich, Jüngster, unter den Menschen in Unbedachtheit an Vergehen begangen haben – mache uns sogleich der Aditi gegenüber schuldlos; löse die Sünden, Agni, nach allen Seiten.
yathā ha tyad vasavo gauryaṃ cit padi ṣitām amuñcatā yajatrāḥ / evo ṣv asman muñcatā vy aṃhaḥ pratāry agne prataraṃ nā āyuḥ
Wie ihr, Vasu, Opferwürdige, jenes am Fuß gebundene Gaur-Tier [?] gelöst habt, so löst auch von uns die Bedrängnis; verlängert werden möge, Agni, unser Leben weiter.