Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 11

Hymne 11.12 Darbha-Gras als Amulett

śatakāṇḍo duścyavanaḥ / sahasraparṇa uttiraḥ | / darbho ya ugra oṣadhis / taṃ te badhnāmy āyuṣe ||

Hundert Halme habend, schwer zu erschüttern, / tausend Blätter, hinaufragend: / der Darbha, die gewaltige Pflanze – / den binde ich dir um zum Leben.

nāsya keśān pra vapanti / norasi tāḍam ā ghnate | / yasmā acchinnaparṇena / darbheṇa śarma yacchati ||

Nicht scheren sie ihm die Haare, / nicht schlagen sie ihm auf die Brust, / dem er mit unzerrissenem Blatt / durch Darbha Schutz gewährt.

divi te tūlam oṣadhe / pṛthivyām asi niṣṭhitaḥ | / tvayā sahasrakāṇḍena / āyuṣ pra vardhayāmahe ||

Im Himmel ist dein Wipfel [Rohrkolben], Pflanze, / auf der Erde bist du gegründet; / mit dir, dem Tausendhalmigen, / lassen wir das Leben wachsen.

tisro divo aty atṛṇas / tisra imāḥ pṛthivīr uta | / tayāhaṃ sarvān durhārdo / jihvāṃ ni tṛṇadmi vacāṃsi ca ||

Drei Himmel hat er überstiegen, ungefressen, / und diese drei Erden. / Damit durchbohre ich alle Böswilligen / an der Zunge und an den Reden.

tvam asi sahamāno / aham asmi sahasvān | / ubhau sahasvantau bhūtvā / sapatnān sahiṣīvahi ||

Du bist der Bezwingende, / ich bin der Überwältigende. / Wir beide, überwältigend geworden, / wollen die Nebenbuhler überwältigen.

sahasva no abhimātiṃ / sahasva pṛtanāyataḥ | / sahasva sarvān durhārdaḥ Bhatt. sarvāṃ durhārdo / suhārdo me bahūn kṛdhi ||

Bezwinge unsere Anfeindung, / bezwinge die, die uns bekämpfen wollen; / bezwinge alle Böswilligen, / mach mir viele zu Freunden.

darbheṇa devajātena / diviṣṭambhena śaśvad it | / tenāhaṃ sasvato janām̐ / asanaṃ sanavāni ca ||

Mit dem gottentsprossenen Darbha, / der den Himmel stützt, immerdar: / mit diesem habe ich die Leute geschlafen [? besiegt], / und will gewinnen.

priyaṃ mā darbhaṃ kṛṇu brahmarājanyābhyāṃ / śūdrāya cāryāya ca | / yasmai ca kāmayāmahe / sarvasmai ca vipaśyate ||

Mache mich beliebt, Darbha, bei Brahmane und Kṣatriya, / bei Śūdra und Ārya, / bei dem, den wir wollen, / und bei jedem, der sieht.

yo jāyamānaḥ pṛthivīm adṛṃhad / yo astabhnād antarikṣaṃ divaṃ ca | / yaṃ bibhrataṃ nanu pāpmā viveda / sa no 'yaṃ darbho dharuṇo divā kaḥ ||

Der, kaum geboren, die Erde festigte, / der den Luftraum und den Himmel stützte – / den Träger, den Frevel gewiss nicht fand: / dieser Darbha soll uns Halter sein, er machte den Tag.

sapatnahā śatakāṇḍaḥ sahasvān / oṣadhīnāṃ prathamaḥ saṃ babhūva | / sa no 'yaṃ darbhaḥ pari pātu viśvatas / tena sākṣīya pṛtanāḥ pṛtanyataḥ ||

Nebenbuhler-Töter, hundertknotig, überwältigend, / der Erste unter den Pflanzen ist entstanden. / Dieser Darbha soll uns von allen Seiten schützen; / mit ihm soll ich die Kämpfer, die uns bekämpfen, bezwingen.