Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 11

Hymne 11.1 Um Nachkommen: Empfängnis und Kindersegen

vṛṣā te 'haṃ vṛṣaṇyantyai / garbhaṃ dadhāmi yonyām | / yadi devapariṣṭhitā / prajāṃ tokaṃ na vindase ||

Ein Stier bin ich dir, der Stierbegehrenden; / den Keim setze ich in den Schoß ein. / Wenn du, von den Göttern [daran] gehindert, / Nachkommenschaft, ein Kind nicht erlangst [, so soll es nun geschehen].

dhātā te taṃ sinīvālī / varuṇānī pra yacchatu | / pumāṃsaṃ putram indrāṇī / śatadāyaṃ dadhātu te ||

Dhātar soll dir ihn geben, Sinīvālī, / die Varuṇānī; / einen männlichen Sohn, Indrāṇī, / hundert [Gaben] schenkend, soll sie dir verleihen.

saṃvṛtas te vakṣaṇāsu / garbhaḥ puṃsā pumān kṛtaḥ | / sarvāṅgas tanvor jāyatām / agnir ivāraṇyor adhi ||

Eingeschlossen in deinen Weichen ist der Keim, / vom Mann zum Männlichen gemacht; / vollgliedrig soll er in euren beiden Körpern entstehen / wie Agni in den beiden Reibhölzern.

dhatsva vīraṃ karmaṇyaṃ / prasvaṃ tvāvadhrim avaśāṃ kṛṇomi | / ātmanas te lohitād / garbhaḥ saṃvartatāṃ vṛṣā ||

Empfange einen Helden, tatkräftig; / einen [Sohn] gebärend – ich mache dich [zur] nicht Unfruchtbaren [avaśā?]. / Aus deinem eigenen Blut / soll ein männlicher Keim zusammenwachsen.

tvaṣṭā piṃśatu te prajāṃ / dhātā tokaṃ dadhātu te | / rākā sīvyatu sūcyā / bhūtasyeśānā bhuvanasya devī ||

Tvaṣṭar soll deine Nachkommenschaft zurechtformen, / Dhātar soll dir das Kind einsetzen; / Rākā soll mit der Nadel nähen, / [sie,] die Herrin über das Gewordene, die Göttin der Welt.

sinīvālīm anumatiṃ / rākāṃ guṅguṃ sarasvatīm | / devānāṃ patnīr yā devīr / indrāṇīm avase huve ||

Sinīvālī, Anumati, / Rākā, Guṅgū, Sarasvatī, / die Göttinnen, die Frauen der Götter, / Indrāṇī – [sie alle] rufe ich zum Beistand an.

abhinnāṇḍā vṛddhagarbhā- / -ariṣṭā vīrasūr iyam | / vi jāyatāṃ pra jāyatāṃ / bahvī bhavatu putriṇī ||

Mit unversehrtem Ei, mit gewachsener Leibesfrucht, / unversehrt, Heldensöhne gebärend ist diese: / sie soll gebären, hervorbringen, / viele Söhne haben und reich an Söhnen sein.

pari sṛja garbhaṃ dhehi / māśāḥ pra cyoṣṭa lohitam | / anūnaḥ pūrṇo jāyatām / aśrāmoranvo apiśācadhītaḥ ||

Lass los, setze den Keim ein; / nicht soll das Blut ausfließen. / Voll und unvermindert soll er geboren werden – / [ein Kind] nicht ermüdend, [?] von keinem Piśāca behütet/bedroht.

tvaṃ dadhāsi dvipade catuṣpade / garbhaṃ prajām ejate viśvarūpām | / kanikradad vṛṣabho vīḍuśepāḥ / prajāpate tanvāṃ dhehi garbham ||

Du setzest ein bei Zweifüßern und Vierfüßern / den Keim, die vielgestaltige Nachkommenschaft, die sich regt. / Brüllend, der Stier, mit festem Glied: / Prajāpati, setze den Keim in den Körper ein!

abhikrandaṃ stanayaṃ dhehi garbhaṃ / vidyotamānaḥ pavamāno vīrudbhiḥ | / parjanyemāṃ pṛthivī retasāvata- / -apāṃ rasair oṣadhīnāṃ paśūnām ||

Brüllend, donnernd setze den Keim ein, / blitzend, mit den Pflanzen läuternd [= reinigend]; / Parjanya, erquicke diese Erde mit Samen, / mit den Säften der Wasser, der Pflanzen, der Tiere.

ā te nayāmi vṛṣaṇaṃ / yaḥ prajānāṃ prajāpatiḥ | / sa te dadhātv ṛtviyaṃ / garbhaṃ yonyāṃ vijāṃ prajām ||

Ich führe dir den Stier herbei, / der als Prajāpati über den Geschöpfen ist. / Er soll dir den zur rechten Zeit [gebührenden] / Keim in den Schoß setzen, Nachkommenschaft gebärend.

ye vṛṣāṇo garbhakṛta / ṛtviyānāṃ samenasaḥ | / tāṃs te hvayāmi / tad u te sam ṛdhyatām ||

Die Stiere, die Keim machen, / die einträchtig sind unter den Zeitgemäßen [= Fruchtbaren?] – / diese rufe ich für dich herbei; / und das soll dir gelingen.

agneṣ ṭe tvaṣṭur varuṇād / indrāt somād bṛhaspateḥ | / putraṃ te putrakāmāyai / devebhyo nir mame prajām ||

Von Agni, von Tvaṣṭar, von Varuṇa, / von Indra, von Soma, von Bṛhaspati [her] / bilde ich dir, der Sohnbegehrenden, einen Sohn, / von den Göttern her Nachkommenschaft.

aṅgād aṅgāt saṃ sravatu / tad yonau prati tiṣṭhatu | / prajā te vakṣaṇāśayā / tat te bījaṃ vi rohatu ||

Aus jedem Glied soll er zusammenfließen; / im Schoß soll er sich festsetzen. / Nachkommenschaft liegt dir in den Weichen; / dein Same soll dort aufwachsen.