Adhyāya 4
Śakvarī-Sāmans, Mahānāmnīs und Pṛṣṭha-Ende
Der Adhyāya deutet die Śakvarīs und Mahānāmnīs (Herleitung der Namen), die Ayana-Sāmans und die Rāyovājīya-Legende um Indra und die Yatis. Einzelne Herleitungen und Wörter (Iḍe, dvyopaśāḥ, paricāryaṃ carad) sind dunkel. Kaṇḍikā-Nr. 7 statt 17 in der Quelle. Quellenzählung (GRETIL) an folgenden Stellen unregelmäßig, Originalzählung beibehalten: 7, 18.
indraḥ prajāpatim upādhāvad vṛtraṃ hanānīti tasmā etac chandobhya indriyaṃ vīryaṃ nirmāya prāyacchad etena śaknuhīti tac chakvarīṇāṃ śakvarītvaṃ sīmānam abhinat tat simā mahnyam akarot tan mahnyā mahān ghoṣa āsīt tan mahānāmnyaḥ
Indra lief zu Prajāpati: „Ich möchte Vṛtra töten.“ Dem bildete er diese Kraft (indriya, vīrya) aus den Metren und gab sie: „Damit vermagst du es.“ Das ist das Śakvarī-Sein der Śakvarīs [Anm.: Herleitung von śak ‚vermögen‘]. Er spaltete die Grenze (sīman); die Simās machten das Mahnya; deren großes Gebrüll war; das sind die Mahānāmnīs.
Iḍe auf beiden Seiten, dann ‚atha-kāra‘ [Anm.: technische Angabe zu Iḍā-Einlagen und Nidhana-Wort ‚atha‘ [?]]; darum sind die Hörner spitzer als der Schopf [stūpa].
āpo vai kṣīrarasā āsaṃste devāḥ pāpavasīyasād abibhayur yad apa upanidhāya stuvate pāpavasīyaso vidhṛtyai
Wasser hatten den Saft der Milch [kṣīrarasa]. Diese Götter fürchteten sich vor dem Schlechteren [dem Übel] [pāpavasīyasa, ‚schlechter/besser‘ (das Bessere-Schlechtere) [?]]. Dass sie lobsingen, nachdem sie Wasser danebengestellt haben, geschieht zur Trennung [Abgrenzung] vom Schlechteren.
gāyatram ayanaṃ bhavati brahmavarcasakāmasya svarṇidhanaṃ madhunāmuṣmiṃl loka upatiṣṭhate, traiṣṭubham ayanaṃ bhavaty ojaskāmasyāthakāraṇidhana mājyenāmuṣmiṃl loka upatiṣṭhate, jāgatam ayanaṃ bhavati paśukāmasyeḍānidhanaṃ payasāmuṣmiṃl loka upatiṣṭhate
Es gibt das Gāyatra-Ayana für den, der Brahmaglanz wünscht, mit dem Nidhana svar; mit Honig dient er in jener Welt [upatiṣṭhate]; es gibt das Traiṣṭubha-Ayana für den, der Kraft wünscht, mit dem Nidhana ‚atha-kāra‘, mit Schmalz in jener Welt; es gibt das Jāgata-Ayana für den, der Vieh wünscht, mit dem Nidhana ‚iḍā‘, mit Milch in jener Welt.
„Añjasā“ – ‚Ārya Mālya [?] hat die Śakvarīs begonnen‘, sagte Ālamma Pārijānata, [Sohn/Nachkomme] des Rajana Kauṇeya [Text sehr unsicher [?]]: ‚Wenn er sie zum Halt bringen kann‘ – dies ist deren ‚Gleichmäßigkeit‘ [añjayati [?]]: fest gegründet ist, wer mit diesen schnell zu loben beginnt und schnell auf die Udgītha kommt.
paśavo vai śakvaryo gauṣṭhaḥ purīṣaṃ goṣṭham eva tat paśubhyaḥ paryasyanti tam evainān pravartyanty avisraṃsāya
Vieh sind die Śakvarīs, Kuhstall ist der Purīṣa; den Kuhstall legen sie damit um das Vieh herum; sie lassen es eben daraufhin hinausströmen [pravartya [?]], damit es nicht auseinanderfällt.
Indra gab die Yatis den Sālāvṛkas [Wölfen]. Von diesen blieben drei übrig: Pṛthuraśmi, Bṛhadgiri, Rāyovāja. Sie sagten: „Wer wird uns diese Söhne ernähren?“ „Ich“, sagte Indra. Er hielt sie in Obhut, wartete sie [paricāryaṃ carad (?) [Text unsicher: Klammervermerk in der Quelle]], ließ sie wachsen und sagte dann: „Knaben, wählt Gaben!“ „Herrschaft (kṣatra) für mich“, sagte Pṛthuraśmi; dem gab er mit diesem Pārthuraśma Herrschaft; wer Herrschaft wünscht, lobsinge damit: Ausstrahlung (prakāśa) der Herrschaft wird ihm. „Brahmaglanz für mich“, sagte Bṛhadgiri; dem gab er mit diesem Bārhadgira; wer Brahmaglanz wünscht, lobsinge damit: er wird brahmaglänzend. „Vieh für mich“, sagte Rāyovāja; dem gab er mit diesem Rāyovājīya Vieh; wer Vieh wünscht, lobsinge damit: er wird viehreich.
Das Pārthuraśma möge man für den Rājanya zum Brahma-Sāman machen, das Bārhadgira für den Brahmanen, das Rāyovājīya für den Vaiśya; so lässt man sie mit der jeweils eigenen Form gedeihen. Stoma.