Adhyāya 5
Achter Tag: Strophen des Dritten Somapressens, Sāmans, Ṣaḍaha-Fragen
Ausführlich: Strophen des Tṛtīyasavana (Gāyatrī, Kakubh/Triṣṭubh, Vālakhilya, Virāj, Akṣarapaṅkti), Beantwortung der brahmavādya-Frage, was das Metrum der Chandomas ist, dann Sāmans Dakṣaṇidhana, Śārkara, Plava, Gaurīvita, Kārtayaśa, Sāhaviṣa, Jarābodhīya. Kaṇḍikā-Nummern der Quelle springen (10-11 fehlen, 13 doppelt). Mehrere Stellen textlich unsicher. Quellenzählung (GRETIL) an folgenden Stellen unregelmäßig, Originalzählung beibehalten: 12, 13, 17.
''yas te mado vareṇya'' iti gāyatrī bhavati madavad vai rasavat tṛtīyasavanaṃ madam eva tad rasaṃ dadhāti
„Yas te mado vareṇyaḥ“ [Anm.: pratīka]: eine Gāyatrī wird es; das dritte Somapressen ist berauschend (madavat), saftvoll; damit legt er Rausch und Saft hinein.
apabhraṃśa iva vā eṣa yat jyāyasaḥ stomāt kanīyāṃsaṃ stomam upayanti yad etā abhyārambheṇa triṣṭubho bhavanty ahna eva pratyuttambhāya
Ein Abfall ist es gleichsam, wenn man von einem größeren Stoma zu einem kleineren übergeht; dass diese durch den Anfang Triṣṭubhs sind, ist ein Gegenstützen des Tages.
''sakhāya āniṣīdata-'' iti vālakhilyā vālakhilyāv etau tṛcau ṣaṣṭhe cāhani saptame ca yad etau vākhilyau tṛcau bhavato 'hnor eva vyatiṣaṅgāyāvyavasraṃsāya santatyai
„Sakhāya ā niṣīdata“ [Anm.: pratīka]: Vālakhilya-[Strophen]; diese beiden Vālakhilya-Tṛcas stehen am sechsten Tag und am siebten; dass diese beiden [hier] Vālakhilyas sind, ist zur Verflechtung der beiden Tage, damit sie nicht auseinanderfallen, zur Fortsetzung.
atho etad (?) dhy evaitarhi chando 'yātayāma yad akṣarapaṅktis tena chandomā ayātayāmānaḥ kriyante
Fürwahr (?) ist dieses Metrum jetzt unabgenutzt (ayātayāma), nämlich die Akṣarapaṅkti; dadurch werden die Chandomas unabgenutzt gemacht [Anm.: „atho etad (?) dhy evaitarhi“ im Text verderbt] [?].
Die Brahmavādins sagen: „Wenn beim Ṣaḍaha Stomas und Metren erlangt werden – von welchem Metrum sind [dann] die Chandomas?“ – „Vom Metrum sind sie, nämlich diese Akṣarapaṅktis“, soll man sagen.
prajāpatiḥ prajā asṛjata tā asmāt sṛṣṭā abalā ivācchadayaṃs tāsv etena sāmnā dakṣāyety ojo vīryam adadhād yad etat sāma bhavaty oja eva vīryam ātman dhatte
Prajāpati schuf die Geschöpfe; diese, von ihm geschaffen, schwach gleichsam, [wandten sich ab] [?]. In sie legte er mit diesem Sāman „zur Tüchtigkeit (dakṣa)“ Kraft und Stärke; dass dieses Sāman gesungen wird, [damit] legt man Kraft und Stärke in sich selbst [Anm.: „ivācchadayan“ unsicher] [?].
indraṃ sarvāṇi bhūtāny astuvan sa śarkaraṃ śiśumārarṣim upetyābravīt stuhi meti so 'paḥ praskandann abravīd etāvato 'haṃ tvāṃ stuyām iti tasmād apāṃ vegam avejayat sa hīna ivāmanyata sa etat sāmāpaśyat tenāpo 'nusamāśnuta tad vāva sa tarhy akāmayata kāmasani sāma śārkaraṃ kāmam evaitenāvarundhe
Indra priesen alle Wesen; er kam zu Śarkara, dem Ṛṣi Śiśumāra, und sagte: „Preise mich!“ Dieser sprach, indem er [über] die Wasser hinspritzte [?]: „Ich möchte dich so viel preisen“ [Anm.: Stelle unsicher] [?]. Daher ließ er die Kraft der Wasser erbeben; er hielt sich gleichsam für gering. Er sah dieses Sāman; damit erreichte er die Wasser [?]. Das wünschte er damals: das Wunsch-gewinnende Sāman, das Śārkara; man gewinnt damit den Wunsch.
samudraṃ vā ete prasnāntīty āhur ye dvādaśāham upayantīti yo vā aplavaḥ samudraṃ prarunāti na sa tata udeti yata plavo bhavati svargasya lokasya samaṣṭyai
„Diese durchschwimmen wohl das Meer“, sagen sie, „die den Dvādaśāha begehen“. Wer ohne Floß das Meer durchschwimmt, kommt von dort nicht heraus; darum wird das Plava gesungen, zur Erlangung der Himmelswelt.
ativiśvāni duritā taremeti yad evaiṣāṃ duṣṭutaṃ duśśastaṃ tad etena taranti
„Möchten wir über alle Unheil hinweggelangen (ativiśvāni duritā taremeti)“ – was ihnen an Schlecht-Gelobtem, Schlecht-Gepriesenem ist, das überwinden sie damit.
ekādaśākṣaraṇidhano bhavaty ekādaśākṣarā triṣṭub ojīvīryaṃ triṣṭub ojasy eva vīrye pratitiṣṭhati
Er hat das Nidhana von elf Silben (ekādaśākṣara); die Triṣṭubh hat elf Silben; Kraft und Stärke ist die Triṣṭubh; in Kraft und Stärke kommt er zum Stand.
Die Brahmavādins sagen: „Wenn beim Ṣaḍaha Stomas und Metren erlangt werden – von welchem Metrum sind die Chandomas?“ – „Vom Metrum ‚Mensch‘ (puruṣa)“, soll man sagen; der Mensch ist paṅkta [fünfteilig], der Mensch ist zweifüßig; zur Unabgenutztheit der Chandomas.
gāyatrīṣu stuvanti pratiṣṭhāyai brahmavarcasāya yenaiva prāṇena prayanti tam abhyudyanti
Man lobpreist mit Gāyatrī-Strophen, zur Standfestigkeit und zum Brahman-Glanz; mit demselben Atem (prāṇa), mit dem sie ausziehen, steigen sie [wieder] auf [Anm.: Lesung „abhyudyanti“ unsicher] [?].