Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 15

Adhyāya 11 Dritte Pressung des zehnten Tages: Sāmans und Stomas

Beschreibt Strophen und Sāmans der dritten Pressung (tṛtīyasavana) am zehnten Tag: Saphasāman, Rohitakūlīya, Śyāvāśva und Andhīgava, Sauhaviṣa mit yajñāyajñīya-Nidhana, Vājajit. Die Deutung von „pipīlikāmadhyā“ und die Legende in 9 sind unsicher; in 10 ist der Text auffällig (na yanti, tṛtīyasavene).

''svādiṣṭhayā madiṣṭhayā-'' iti gāyatrī bhavati madavad vai rasavat tṛtīyasavanaṃ madam eva tad rasaṃ dadhāti

„Mit der süßesten, berauschendsten“ [Anm.: Strophenanfang (pratīka), Fortsetzung nicht im Text] – das ist eine Gāyatrī; die dritte Pressung ist berauschend und saftig (rasavat); Rausch und Saft legt er damit hinein.

gāyatraṃ bhavati yad eva gāyatrasya brāhmaṇam

Ein Gāyatra wird gesungen; [es gilt] eben das, was das Brāhmaṇa des Gāyatra [sagt].

saṃhitaṃ bhavati dyvakṣaraṇidhanaṃ pratiṣṭhāyai pratiṣṭhāyaivottiṣṭhanti

Es wird das Saṃhita [-Sāman] gesungen, mit zweisilbigem Nidhana, zum Festen Stand; nachdem sie fest stehen, stehen sie auf.

saphaṃ bhavati

Das Saphasāman [Anm.: nach ‚sapha‘ ‚Huf‘ benannt] wird gesungen.

saphena vai devā imān lokān samāpnuvant samāpnuvaṃs tat saphasya saphatvam imān evaitena lokān samāpyottiṣṭhanti

Mit dem Sapha erreichten die Götter diese Welten; dass sie [sie] erreichten (samāpnuvan) – das ist das ‚Sapha-Sein‘ des Sapha [Anm.: etymologisierend, unsicher [?]]; nachdem sie mit diesem diese Welten erreicht haben, stehen sie auf.

rohitakūlīyaṃ bhavati yad eva rohitakūlīyasya brāhmaṇam

Das Rohitakūlīya wird gesungen; [es gilt] eben das, was das Brāhmaṇa des Rohitakūlīya [sagt].

śyāvāśvāndhīgave bhavataḥ samīcyau virājau dadhāty annādyāya

Śyāvāśva und Andhīgava [Anm.: zwei Sāmans] werden gesungen; er legt zwei zusammenpassende (samīcī) Virāj-Verse hin, für Speise (annādya).

pipīlikāmadhyāsu stuvanti

Sie preisen auf ‚Ameisenmitte‘-Strophen (pipīlikāmadhyā) [Anm.: Strophenform, in der Mitte eingeschnürt wie eine Ameise; Deutung unsicher [?]].

indro vṛtraṃ hatvā nāstṛṣīti manyamānaḥ parāṃ parāvatam agacchat sa etām anuṣṭubhaṃ vyauhat tāṃ madhye vyavāsarpad indragṛhe vā eṣo 'bhaye yajate abhaya uttiṣṭhati ya evaṃ vidvān etāsu stuvate

Indra, nachdem er Vṛtra erschlagen hatte, ‚ich habe [nicht] gesiegt/bin nicht [heil]‘ meinend (nāstṛṣīti [?]), ging in die fernste Ferne. Er zerteilte diese Anuṣṭubh [?] und wich in deren Mitte aus. Im Hause Indras opfert wahrlich furchtlos und steht furchtlos auf, wer dies wissend auf diesen [Strophen] preist. [Anm.: Text und Sinn der Legende teilweise unsicher [?]]

yajñāyajñīyanidhanaṃ sauhaviṣaṃ bhavati yajñāyajñīyād eva tat tṛtīyasavene na yanti

Das Sauhaviṣa mit dem Nidhana ‚yajñāyajñīya‘ wird gesungen; vom Yajñāyajñīya aus gehen sie zur dritten Pressung [?] [Anm.: „na yanti“ wörtlich ‚sie gehen nicht‘, Text unsicher [?]].

vājajid bhavati

Das Vājajit [Anm.: ‚Siegpreis-Gewinner‘, ein Sāman] wird gesungen.

sarvasyāptyai sarvasya jityai sarvaṃ vā ete vājaṃ jayanti ye daśamam ahar āgacchanty annaṃ vai vājo 'nnādyasyāvarudhyai

Um alles zu erlangen, um alles zu gewinnen; denn alles, den Siegpreis (vāja), gewinnen die, die zum zehnten Tag kommen; Speise ist der Vāja; um Speise (annādya) zu erlangen.

daśākṣaraṃ nidhanam upayanti daśarātrasya dhṛtyai daśākṣarā virāḍ vairājam annam annādyasyāvarudhyai

Sie gehen zu einem Nidhana von zehn Silben hin, zur Festigkeit des Daśarātra; zehnsilbig ist die Virāj, das Vairāja [Sāman] [ist] Speise; um Speise zu erlangen.

sūryavatīṣu stuvanty anto vai sūro 'nta etad daśamam ahnām anta eva tad antena stuvate pratiṣṭhāyai

Sie preisen auf Strophen mit ‚sūrya‘ (sūryavatī); das Ende (anta) ist ‚sūra‘ [?]; dies ist das Ende, der zehnte der Tage, das Ende der Tage; mit dem Ende preisen sie eben am Ende, zum Festen Stand.

upavatyo bhavanti pratiṣṭhāyai parivatyo bhavanti sarvasya paryāptyai

Es sind Strophen mit ‚upa‘ (upavatī), zum Festen Stand; es sind Strophen mit ‚pari‘ (parivatī), zur vollständigen Erlangung von allem.

caturviṃśa eva stomo bhavati tejase brahmavarcasāya

Der Stoma ist eben der caturviṃśa, für Glanz und Brahman-Kraft (brahmavarcasa).

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