Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 15

Adhyāya 7 Der zehnte Tag: Ānuṣṭubha-Charakter, Umgehung von Fehlern

Erörterung des zehnten Tages (Anuṣṭubh-Tag), der Einwände gegen seine ‚indirekte‘ Ausführung und der Gegenmittel (Vyavavadya, Yajñāyajñīya u.a.), dazu Strophen und Stoma. Die Argumentation in 2129–2133 ist syntaktisch sehr dicht und teilweise dunkel; mehrere Deutungen unsicher.

gāyatraṃ vai saptamam ahas traiṣṭubham aṣṭamaṃ jāgataṃ navamam athaitad ānuṣṭubham ahar yad daśamam

Gāyatra ist der siebte Tag, Traiṣṭubha der achte, Jāgata der neunte; dann ist der zehnte Tag Ānuṣṭubha.

tad āhur yad ānuṣṭubhaṃ stomyāṃ pratyakṣam upeyuḥ parāṃ parāvataṃ yajamāno gacchen na pratitiṣṭhed iti yā vai caturviṃśatir gāyatryas tā aṣṭādaśānuṣṭubho 'nuṣṭubham eva tat stomyāṃ parokṣam upayanti pratiṣṭhāyai pratitiṣṭhati

Dazu sagen sie: Wenn der Ānuṣṭubha[-Tag] sich unmittelbar dem Stomya [Anm.: dem Lobgesang-Teil] nähern würde, so ginge der Opferherr in die fernste Ferne und stünde nicht fest. Denn vierundzwanzig [Silben] sind die Gāyatrīs, achtzehn [?] die Anuṣṭubhs; die Anuṣṭubh eben nähern sie dem Stomya auf mittelbare Weise (parokṣam): zur Festigung; er steht fest [Anm.: Zahlenangabe ‚aṣṭādaśa‘ zu ‚anuṣṭubh‘ unklar; Passage dunkel [?]].

prajāpatiṃ vā etenāhnā pariveviṣati tatra vyavavadyaṃ yad vai śreṣṭhe pariviṣyamāṇo vadaty annādyasya so 'vagrahas tasmān na vyavavadyam annādyasyānavagrāhāya

Mit diesem Tag bedient man Prajāpati; dabei ist Vyavavadya [Anm.: ‚Dazwischenreden‘, ‚Abtrennung‘] am Platz. Wenn man einen Vornehmen bedient, spricht [man dazwischen]; das ist ein Hemmnis der Speisenfülle; daher soll man nicht dazwischenreden, damit die Speisenfülle nicht gehemmt werde [Anm.: Deutung von ‚vyavavadya‘ und ‚pariviṣ‘ ‚bedienen‘ unsicher [?]].

tad u vyavavadyaṃ yathā śreṣṭhāya baliṃ hriyamāṇaṃ panthānaṃ paryanuvedayati gatyai tathā tat

Dies aber ist das Vyavavadya: wie man einem Vornehmen, dem man die Opfergabe (bali) bringt, den Weg zeigt: zum Gehen; so ist dies [Anm.: Sinn unsicher [?]].

yāvaty anuṣṭup tāvatīṃ vācaṃ sampādya vibrūyus tad v anatiriktaṃ svasyo caiva yajñasyāriṣṭyai

So viele [Silben], wie die Anuṣṭubh hat, so viel Rede sollen sie vollständig machen und aussprechen; das ist dann nicht überschüssig, und für das Wohlbleiben (ariṣṭi) des eigenen Opfers [Anm.: ‚svasyo‘ wohl ‚svasya u‘ [?]].

abhi vā ete devān ārohantīty āhur ye daśabhir aharbhiḥ stuvata iti pañcānām ahnām anurūpaiḥ pratyavayanti yathābhyāruhya pratyavarohet tathā tan navarco bhavati yā evāmūḥ prayacchan yā avadadhāti tā etā udasyati

„Sie steigen gewissermaßen auf die Götter“, sagen sie, „die mit zehn Tagen lobsingen“: sie kehren mit den entsprechenden [Strophen] von fünf Tagen zurück, wie man nach dem Aufsteigen wieder absteigt; so ist es. Es ist ein Navarca [Neunerstrophen-Gruppe]; die, die er jenseits gibt, die legt er nieder; diese [Gruppen] wirft er hinauf [Anm.: Passage unsicher; ‚prayacchan … avadadhāti … udasyati‘ [?]].

vāruṇy eṣā bhavati yad vai yajñasya duriṣṭaṃ tad varuṇo gṛhṇāti tad eva tad avayajaty ādityaiṣā bhavatīyaṃ vā aditir asyām eva pratitiṣṭhati

Diese ist für Varuṇa; was am Opfer schlecht geopfert ist, das ergreift Varuṇa; das opfert er damit ab. Diese ist für Āditya: diese [Erde] ist Aditi; auf ihr stellt er sich fest.

caturviṃśa eva stomo bhavati tejase brahmarcasāya

Der Stoma ist eben der vierundzwanzigfache: für Glanz und Brahmaglanz.

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