Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 12

Adhyāya 10 Der vierte Tag: Atijagatī, Viṣṭambha, Vairāja, Traiśoka und Aiḍa

Zeilen zur Atijagatī-Strophe des vierten Tages, zum Vairāja-Sāman mit Viṣṭambhas (zehn- und dreißigfach), zum Ritus des Feuerquirlens am rechten Oberschenkel des Udgātṛ (Zeugungssymbolik, Geburt eines Sohnes) und zu Traiśoka (Brahmasāman) und Bhāradvājasya Pṛśni (Acchāvāka). Z. 15 enthält gedehnte Rufe (praharāmā3 usw.), als Fragen gelesen; Z. 6 (Sonne, Vairājasya nidhana) ist dunkel.

''pibā somam indra mandatu tvā yante suṣāva haryaśvādriḥ/ sotur bāhubhyāṃ suyato nārvā-'' ity ayatam iva vai caturtham ahas tasyaiva yatyai

„Trink Soma, o Indra, er soll dich berauschen, den [der Stein] ausgepresst hat, o Falbenlenker, der Stein, mit den Armen des Pressers, gut gelenkt, nicht ...“ – matt gleichsam ist der vierte Tag, dafür eben [gilt] seine Anstrengung [Anm.: Strophenzitat abgebrochen; ‚ayata‘ als ‚angespannt‘ gedeutet; Sinn unsicher] [?].

viśvāḥ pṛtanā abhibhṛtarannara ity atijagatī varṣīyayaś chanda ākramate 'napabhraṃśāya

„Alle Heere überwältigend, den Männern [überlegen]“ – es ist eine Atijagatī; er steigt in ein größeres Versmaß hinauf, damit kein Absinken sei.

apabhraṃśa iva vā eṣa yaj jayāyasaś chandasaḥ kanīyaś chanda upaiti yad eṣā caturthe 'hany atijagatī kriyate 'napabhraṃśāya

Gleichsam ein Absinken ist es, dass er zu einem kleineren Versmaß hinabgeht, nachdem das Versmaß Jagatī das siegreichere ist; dass diese Atijagatī am vierten Tag gemacht wird, [geschieht], damit kein Absinken sei [Anm.: Zeile dunkel] [?].

yo rājā carṣaṇīnām iti

„Der König der Völker“ [Anm.: Strophenanfang (pratīka)].

rājye hy etarhi vāco 'gacchan rājyam evaitayā yajamānaṃ gamayanti

Denn jetzt gelangten die Reden zur Königsherrschaft; zur Königsherrschaft eben bringt man damit den Opferherrn.

chandobhir vai devā ādityaṃ svargaṃ lokam aharan sa nādhriyata taṃ vairājasya nidhanenādṛṃhaṃs tasmāt parāṅ cārvāṅ cādityas tapati parāṅ cārvāṅ cekāraḥ

Mit den Versmaßen holten die Götter die Sonne in die Himmelswelt; sie hielt nicht stand; sie befestigten sie durch das Nidhana des Vairāja; daher scheint die Sonne abgewandt und zugewandt, [daher] auch das „īkāra“ abgewandt und zugewandt [Anm.: parāṅ cārvāṅ ca; Bezug von īkāra unsicher] [?].

prastāvaṃ prastutya viṣṭambhān viṣṭabhnoti mukhata eva tad annādyaṃ dhatte mukhaṃ hi sāmnaḥ prastāvaḥ

Nachdem er den Prastāva angestimmt hat, setzt er Viṣṭambhas [Stützen]; am Mund eben legt er damit die Nahrung nieder, denn der Mund des Sāman ist der Prastāva.

daśakṛtvo viṣṭabhnoti daśākṣarā virāṅ vairājam annam annādyasyāvarudhyai

Zehnmal setzt er Viṣṭambhas; zehn Silben hat die Virāj, Speise ist das Vairāja, zur Gewinnung der Nahrung.

triṃśatkṛtvo viṣṭabhnoti bhūyaso 'nnādyasyāvarudhyai

Dreißigmal setzt er Viṣṭambhas, zur Gewinnung reichlicherer Nahrung.

vairājaṃ sāma bhavati virāṭsu stuvanti vairājā viṣṭambhāḥ samīcīr virājo dadhāty annādyāya

Es ist das Vairāja-Sāman; sie singen in den Virāj-Strophen; die Viṣṭambhas sind vairāja; er legt zusammentreffende Virāj-Strophen, zur Nahrung.

anutunnaṃ gāyati retodheyāyānutunnād dhi reto dhīyate

Er singt es nach [?] (anutunna), zum Einsetzen des Samens, denn aus dem anutunna wird der Same eingesetzt [Anm.: Deutung von anutunna unsicher] [?].

dakṣiṇa ūrāv udgatur agniṃ manthanti dakṣiṇato hi retaḥ sicyate

Am rechten Oberschenkel des Udgātṛ quirlen sie das Feuer, denn von rechts wird der Same ergossen.

upākṛte 'hiṅkṛte manthanti jātam abhihiṅkaroti

Wenn [der Prastāva] angestimmt, das Hiṅkāra gesprochen ist, quirlen sie; er macht dem Geborenen das Hiṅkāra.

tasmāj jātaṃ putraṃ paśavo 'bhihiṅkurvanti

Daher machen die Tiere dem geborenen Sohn das Hiṅkāra [d.h. brüllen/lecken ihm zu].

tasmai jātāyāmīmāṃsanta gārhapatye praharāmā3 āgnīdhrā3 āhavanīyā3 iti

Für ihn, den Geborenen, berieten sie: „Sollen wir ihn in den Gārhapatya werfen? Auf den Āgnīdhra? Auf den Āhavanīya?“ [Anm.: gedehnte Rufe praharāmā3, āgnīdhrā3, āhavanīyā3 als Fragen].

āhavanīye praharanty etad āyatano vai yajamāno yadā havanīye svam eva tad āyatanaṃ jyotiṣmat karoti

In den Āhavanīya werfen sie [ihn]; das ist die Wohnstatt; der Opferherr gehört [dorthin], wenn er am Havanīya [ist]; so macht er seine eigene Wohnstatt lichtvoll.

jyotiṣmān brahmavarcasī bhavati ya evaṃ veda

Lichtvoll und brahmanglänzend wird, wer dies weiß.

abhijuhoti śāntyai

Er opfert darauf zu [?], zur Beruhigung [Anm.: abhijuhoti; ‚darüber hin opfern‘ unsicher] [?].

ājyenābhijuhoti tejo vā ājyaṃ teja eva tad ātman dhatte

Mit Ājya opfert er darauf; Glut fürwahr ist das Ājya; Glut eben legt er damit in sich.

''preddho agne dīdihi puro na'' iti virājābhijuhoty annaṃ virāḍ annādyasyāvarudhyai

„Entflammt, o Agni, leuchte, vor uns“ [Anm.: Strophenanfang] – mit der Virāj opfert er darauf; Speise ist die Virāj, zur Gewinnung der Nahrung.

traiśokaṃ brahmasāma bhavati

Das Traiśoka ist ein Brahmasāman.

atijagatīṣu stuvanty ahna utkrāntyā ud vā etenāhnā krāmanti

Sie singen in Atijagatī-Strophen, zum Hinaufschreiten des Tages; denn mit diesem Tag schreiten sie hinauf.

diveti nidhanam upayanti pāpmano 'pahatyā apapāpmānaṃ hate traiśokena tuṣṭuvānaḥ

„Am Tage“ (dive) – als Nidhana gehen sie darauf zu, zur Vertreibung des Bösen; das Böse schlägt weg, wer mit dem Traiśoka lobsingt.

bhāradvājasya pṛśny achāvākasāma bhavati

Das Bhāradvājasya Pṛśni ist das Acchāvāka-Sāman.

annaṃ vai devāḥ pṛśnīti vadanty annādyasyāvarudhyai

Speise nennen die Götter „pṛśni“; zur Gewinnung der Nahrung.

iḍābhir aiḍaṃ tathā hy etasyāhno rūpaṃ stomaḥ

Mit Iḍās [?] ist es aiḍa, denn so ist die Gestalt dieses Tages. Stoma.

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