Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 12

Adhyāya 5 Strophen des dritten Tages; Pāṣṭhauha, Vācaḥ Sāman, Śaukta, Tvāṣṭrī, Ariṣṭa

Weitere Strophen und Sāman des dritten Tages: Strophenanfänge mit Deutungen (tisro vācaḥ, ā sotā, sakhāya, sutāso), dann Gāyatra, Pāṣṭhauha, Vācaḥ Sāman, Śaukta, Gaurīvita, Tvāṣṭrī, Ariṣṭa und Trīḍa. Mehrere Ätiologien (Aṅgirasen, Indra, Götter und Asuras). Z. 11, 19 und 21 enthalten seltene Formen und sind unsicher.

''tisro vāca udīrata'' iti tṛtīyasyāhno rūpaṃ tena tṛtīyam ahar ārabhante

„Drei Stimmen erhoben sich“ – das ist die Gestalt des dritten Tages; damit beginnen sie den dritten Tag.

udvad vā etat trivad ahar yat tṛtīyaṃ tad eva tad abhivadati

„Empor“ (ud): dieser Tag, der dritte, ist ein Emporgerichteter, ein Dreifacher; das sagt er damit an.

''ā sotā pariṣiñcata'' iti parivatyo bhavanti

„Kommt und gießt“ – es sind umfassende (pari-) [Strophen].

anto vai tṛtīyam ahas tasyaitāḥ paryāptyai

Das Ende fürwahr ist der dritte Tag; für diesen [gilt] dies zur Vollendung.

''sakhāya āniṣīdata'' ity uddhattam iva vai tṛtīyam ahar yad āha niṣīdatety ahar evaitena pratiṣṭhāpayati

„Freunde, setzt euch nieder“ – gleichsam hochgehoben ist der dritte Tag; dass er „setzt euch nieder“ sagt, dadurch gibt er dem Tag Halt.

''sutāso madhumattamā'' ity anuṣṭubhaḥ satyo jagatyo rūpeṇa jāgataṃ hy etad ahaḥ

„Die ausgepressten, honigreichsten“ – es sind Anuṣṭubh-Strophen, in der Gestalt der Jagatī, denn dieser Tag ist ein Jagatī-Tag.

''pavitraṃ te vitataṃ brahmaṇaspata'' iti

„Dein Läuterungsmittel ist ausgespannt, o Herr des Brahman“ [Anm.: Strophenanfang (pratīka)].

vitatam iva vā idam antarikṣam antareme antarikṣadevatyam etad ahar yat tṛtīyaṃ tad eva tad abhivadati

Gleichsam ausgespannt ist dieser Luftraum; im Innern dieser [Welten] ist der Luftraum die Gottheit dieses Tages, des dritten; das sagt er damit an.

gāyatraṃ bhavati yad eva gāyatrasya brāhmaṇam

Es ist ein Gāyatra-Sāman; was das Brāhmaṇa des Gāyatra ist [gilt hier].

pāṣṭhauhaṃ bhavati

Es ist das Pāṣṭhauha [Sāman].

paṣṭhavāḍ vā etenāṅgirasaś caturthasyāhno vācaṃ vadantīm upāśṛṇot sa ho vāg iti nidhanam upait tad asyābhyuditaṃ tad ahar avasat

Mit diesem hörten die Aṅgirasen am vierten Tag den Paṣṭhavāh [Jungstier] die Rede sprechen; „sa ho vāc“ [Anm.: Nidhana] – er kam als Nidhana hinzu; da wurde ihm der Tag angesagt, und er blieb dort [Anm.: Zeile unsicher] [?].

vāg vai dvādaśāho vācy eva tad vācā stuvate yajñasya prabhūtyai

Die Rede fürwahr ist der Dvādaśāha; in der Rede also lobsingen sie mit der Rede, zur Fülle des Opfers.

niṣkirīyāḥ sattram āsata te tṛtīyam ahar na prājānaṃs tān etat sāma gāyamānān vāg upāplavat tena tṛtīyam ahaḥ prājānaṃs te 'bruvann iyaṃ vāva nas tṛtīyam ahar adīdṛśad iti tṛtīyasyaivaiṣāhno dṛṣṭiḥ

Die Niṣkirīyas saßen im Sattra; sie erkannten den dritten Tag nicht; als sie dieses Sāman sangen, kam die Rede über sie; damit erkannten sie den dritten Tag; sie sagten: „Diese Rede hat uns den dritten Tag sichtbar gemacht“; das ist eben die Sicht dieses dritten Tages [Anm.: Niṣkirīya, Name einer Gruppe, unsicher] [?].

śuktir vā etenāṅgiraso 'ñjasā svargaṃ lokam apaśyat svargasya lokasyānukhyātyai svargāl lokān na cyavate tuṣṭuvānaḥ

Mit diesem sahen die Aṅgirasen mühelos (añjasā) durch die Muschel/den Spalt (śukti) [?] die Himmelswelt, zum Erblicken der Himmelswelt; aus der Himmelswelt fällt nicht, wer lobsingt.

gaurīvitaṃ bhavati yad eva gaurīvitasya brāhmaṇam

Es ist das Gaurīvita [Sāman]; was das Brāhmaṇa des Gaurīvita ist [gilt hier].

indraṃ vā akṣyāmayiṇaṃ bhūtāni nāsvāpayaṃs tam etena tvāṣṭrayo 'svāpayaṃs tad vāva tās tarhy akāmayanta

Den an den Augen leidenden Indra ließen die Wesen nicht einschlafen; ihn ließen die Tvāṣṭra damit einschlafen; damals also begehrten sie das [Ziel] [Anm.: Zeile grammatisch schwierig] [?].

kāmasani sāma tvāṣṭrīsāma kāmam evaitenāvarundhe

Das Tvāṣṭrīsāman ist ein Wunsch-gewinnendes Sāman; den Wunsch gewinnt er damit.

indro vṛtrād vibhyad gāṃ prāviśat taṃ tvāṣṭrayo 'bruvaṃ janayāmeti tam etaiḥ sāmabhir ajanayaṃ jāyāmahā iti vai sattram āsate jāyanta eva

Indra, sich vor Vṛtra fürchtend, ging in eine Kuh ein; zu ihm sagten die Tvāṣṭra: „Wir wollen dich gebären“; ihn ließen sie mit diesen Sāman geboren werden; „wir wollen geboren werden“ – so sitzen sie im Sattra, sie werden gewiss geboren.

devāś ca vā asurāś cāspardhanta yaṃ devānām aghnan na sa samabhavad yam asurāṇāṃ saṃ so 'bhavat te devās tapo 'tapyanta ta etad ariṣṭam apaśyaṃs tato 'yaṃ devānām aghnat saṃ so 'bhavad yam asurāṇāṃ na sa samabhavad anenāriṣāmeti tad ariṣṭasyāriṣṭatvam ariṣṭayā evāriṣṭam antataḥ kriyate

Die Götter und Asuras stritten miteinander; wen von den Göttern sie schlugen, der kam nicht [wieder] zusammen; wer von den Asuras, der kam zusammen; da übten die Götter Askese; sie sahen dieses Ariṣṭa; dann wurde der [den Göttern] Geschlagene wieder zusammengefügt, der der Asuras kam nicht zusammen; „damit wollen wir unversehrt sein“ (ariṣāma) – das ist die Ariṣṭa-Natur des Ariṣṭa; am Ende wird durch die Ariṣṭā [?] das Unversehrte gemacht [Anm.: letzter Satz dunkel] [?].

trīḍaṃ bhavati trirātrasya dhṛtyai

Es ist das Trīḍa [Sāman], zur Festigung des Trirātra.

dravantīm iḍām uttamām upayanti caturthasyāhnaḥ santatyai stomaḥ

Sie gehen auf das fließende Iḍā als letztes zu, zur Verknüpfung mit dem vierten Tag. Stoma.

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