Adhyāya 4
Wettstreit Uddālakas und Svaidāyanas um Opferwissen; Löffelhandhabung des Adhvaryu; Śrīs Wiedergewinnung; Vollendung von Opferspeise und Opfer
Brāhmaṇa 1 (Wettstreit): Uddālaka Āruṇi wird von den Nordländern zum Wortführer erwählt; Svaidāyana stellt ihm Rätselfragen (Zahl der Schmalz- und Opferspeiseanteile beim Neu- und Vollmondopfer, Zähne, Haare, Samen) und erklärt sie aus dem Opferablauf; die Vedi ist die Gāyatrī als Falbin mit Lichtflügeln. Brāhmaṇa 2 (Löffel und Ruf): richtiges Aufnehmen, Halten und Überschreiten der beiden Schöpflöffel, sechs Arten des Āśrāvaṇa-Rufs, Darbringung der Spenden; Yājñavalkya belehrt den Adhvaryu Śaulbāyana. Brāhmaṇa 3 (Śrī): Prajāpati, Śrīs Herausgehen, die Götter nehmen ihr Kräfte, Wiedergewinnung durch das Zehn-Opferspeisen-Opfer (Mitravindā), Janaka und Yājñavalkya. Brāhmaṇa 4 (Gelingen): sechs Türen zu Brahman je nach Zustand der Opferspeise; Mängel und Überschuss des Opfers als Zeichen und ihre Umdeutung.
uddālako hāruṇiḥ udīcyānvṛto dhāvayāṃ cakāra tasya niṣka upāhita āsaitaddha sma vai tatpūrveṣāṃ vṛtānāṃ dhāvayatāmekadhanamupāhitam bhavatyupavalhāya bibhyatāṃ tānhodīcyānām brāhmaṇānbhīrviveda
Uddālaka Āruṇi, von den Nordländern erwählt, ließ (sie) laufen [Anm.: dhāvayāṃ cakāra, hier wohl ‚im Redewettstreit antreten lassen'; unsicher]; für ihn wurde ein Preis (niṣka, Goldschmuck) ausgesetzt. Denn so ist es bei den früher Erwählten, die (andere) laufen lassen: ein gemeinsamer Einsatz wird ausgesetzt. Diese nördlichen Brahmanen, die sich fürchteten, herausgefordert zu werden (upavalh), ergriff Furcht.
kaurupañcālo vā ayam brahmā brahmaputraḥ yadvai no'yamardhaṃ na paryādadīta hantainam brahmodyamāhvayāmahā iti kena vīreṇeti svaidāyaneneti śaunako ha svaidāyana āsa
Dieser Brahmane (brahmā) aus dem Land der Kuru-Pañcāla, ein Brahmanensohn (sagten sie): „Damit er uns nicht die Hälfte (ardha) wegnimmt [?], wohlan, fordern wir ihn zu einem Brahma-Gespräch (brahmodya) heraus.“ „Mit welchem Helden?“ „Mit Svaidāyana.“ Śaunaka Svaidāyana nämlich war es.
te hocuḥ svaidāyana tvayā vīreṇemam pratisaṃyatāmahā iti sa hovācopātra khalu ramatāhaṃ nvenaṃ vedānīti taṃ hābhiprapede taṃ hābhiprapannamabhyuvāda svaidāyanā3 iti ho3 gautamasya putretītaraḥ pratiśuśrāva taṃ ha tata eva praṣṭuṃ dadhre
Sie sagten zu ihm: „Svaidāyana, mit dir als Helden wollen wir uns diesem entgegenstellen.“ Er sagte: „Bleibt nur hier in der Nähe und vergnügt euch; ich will ihn kennenlernen.“ Er trat an ihn heran. Den Herangetretenen redete jener an: „Svaidāyana!“ – „Ho, Sohn des Gautama!“, antwortete der andere. Da wagte er, gerade von dort aus ihn zu befragen.
sa vai gautamasya putra vṛto janaṃ dhāvayet yo darśapūrṇamāsayoraṣṭau purastādājyabhāgānvidyātpañca madhyato havirbhāgānṣaṭ prājāpatyānaṣṭā upariṣṭādājyabhāgān
„Der, Sohn des Gautama, wäre als Erwählter würdig, das Volk laufen zu lassen, der beim Neu- und Vollmondopfer (darśapūrṇamāsa) kennt: vorn acht Schmalzanteile (ājyabhāga), in der Mitte fünf Opferspeiseanteile (havirbhāga), sechs prājāpatya-(Anteile) und oben acht Schmalzanteile.“
sa vai gautamasya putra vṛto janaṃ dhāvayet yastaddarśapūrṇamāsayorvidyādyasmādimāḥ prajā adantakā jāyante yasmādāsāṃ jāyante yasmādāsām prabhidyante yasmādāsāṃ saṃstiṣṭhante yasmādāsām punaruttame vayasi sarva eva prabhidyante yasmādadhara evāgre jāyante'thottare yasmādaṇīyāṃsa evādhare prathīyāṃsa uttare yasmāddaṃṣṭrā varṣīyāṃso yasmātsamā eva jambhyāḥ
„Der, Sohn des Gautama, wäre als Erwählter würdig, das Volk laufen zu lassen, der beim Neu- und Vollmondopfer kennt, warum diese Geschöpfe zahnlos geboren werden; warum ihnen (Zähne) wachsen; warum sie bei ihnen (später) ausfallen (prabhidyante) [Anm.: Milchzähne]; warum sie sich (danach) festigen; warum sie im letzten Lebensalter alle ausbrechen; warum zuerst die unteren geboren werden, dann die oberen; warum die unteren feiner, die oberen breiter sind; warum die Eckzähne (daṃṣṭrā) größer sind; warum die Backenzähne (jambhya) gleich sind.“
sa vai gautamasya putra vṛto janaṃ dhāvayet yastaddarśapūrṇamāsayorvidyādyasmādimāḥ prajā lomaśā jāyante yasmādāsām punariva śmaśrūṇyaupapakṣyāṇi durbīriṇāni jāyante yasmācīrṣaṇyevāgre palito bhavatyatha punaruttame vayasi sarva eva palito bhavati
„Der, Sohn des Gautama, wäre als Erwählter würdig, das Volk laufen zu lassen, der beim Neu- und Vollmondopfer kennt, warum diese Geschöpfe behaart geboren werden; warum ihnen gleichsam von neuem Barthaare (und) Haare an den Seiten (aupapakṣya) wachsen, ‚schlecht wie Gras‘ (durbīriṇa) [?]; warum zuerst der Kopf grau wird, dann aber im letzten Lebensalter alles grau wird.“
sa vai gautamasya putra vṛto janaṃ dhāvayet yastaddarśapūrṇamāsayorvidyādyasmātkumārasya retaḥ siktaṃ na sambhavati yasmādasya madhyame vayasi sambhavati yasmādasya punaruttame vayasi na sambhavati
„Der, Sohn des Gautama, wäre als Erwählter würdig, das Volk laufen zu lassen, der beim Neu- und Vollmondopfer kennt, warum der ausgegossene Same eines Knaben nicht zustande kommt (sambhavati); warum er ihm im mittleren Alter zustande kommt; warum er ihm im letzten Lebensalter wieder nicht zustande kommt.“
yo gāyatrīṃ hariṇīm jyotiṣpakṣāṃ yajamānaṃ svargaṃ lokamabhivahantīṃ vidyāditi tasmai ha niṣkam pradadāvanūcānaḥ svaidāyanāsi suvarṇaṃ vāva suvarṇavide dadatīti taṃ hopaguhya niścakrāma taṃ ha papracuḥ kimivaiṣa gautamasya putro'bhūditi
„Wer die Gāyatrī als Falbin (hariṇī) mit Licht als Flügeln kennt, die den Opferherrn zur Himmelswelt trägt.“ Diesem gab er den niṣka [Anm.: Subjekt und Empfänger nach dem Kontext ergänzt: Uddālaka gibt Svaidāyana] (und sagte): „Du bist ein Kundiger (anūcāna), Svaidāyana; Gold (suvarṇa) gibt man ja dem, der ‚Gutfarbiges/Gold‘ (suvarṇa) kennt“ [Anm.: Wortspiel, Sinn unsicher]. Ihn (den niṣka?) umarmend ging er hinaus [?]. Da fragten sie ihn: „Wie war denn der Sohn des Gautama?“
sa hovāca yathā brahmā brahmaputro mūrdhāsya vipatedya enamupavalheteti te ha tata eva vipreyustaṃ ha tata eva samitprāṇiḥ praticakram upa tvāyānīti kimadhyeṣyamāṇa iti yāneva mā praśnānaprākṣīstāneva me vibrūhīti sa hovācānupetāyaiva ta enānbravāṇīti
Er sagte: „Wie ein (rechter) Brahmane, ein Brahmanensohn: der Kopf dessen, der ihn herausfordert, würde zerspringen.“ Da gingen sie sogleich auseinander. Ihm aber trat sogleich (Uddālaka) mit Brennholz in der Hand entgegen: „Ich komme zu dir (als Schüler).“ – „Um was zu lernen?“ – „Eben die Fragen, die du mir gestellt hast, erkläre mir.“ Er sagte: „Auch ohne dass du (als Schüler) aufgenommen bist, will ich sie dir sagen.“
Ihm sagte er dies: „Zwei Übergießungen (āghāra), fünf Vor-Opfer (prayāja), der Agni-Schmalzanteil als achter: das sind die acht vorderen Schmalzanteile. Der Soma-Schmalzanteil ist der erste der Opferspeiseanteile, denn Soma ist Opferspeise (havis); der Agni-Opferkuchen (puroḍāśa), das Flüsteropfer (upāṃśuyāja), der Agni-Soma-Opferkuchen, Agni Sviṣṭakṛt: das sind die fünf mittleren Opferspeiseanteile.
Das Prāśitra (Anteil des Brahmanpriesters) und die Iḍā, und was der Agnīdh (Feuerpriester) hinzufügt [?], der Anteil des Brahman, der Anteil des Opferherrn, das Anvāhārya (Gabe): das sind die sechs prājāpatya-(Anteile). Die drei Nach-Opfer (anuyāja), die vier Gattinnen-Opfer (patnīsaṃyāja), die Samiṣṭayajus-Formel als achte: das sind die acht oberen Schmalzanteile.
Nun: weil die Vor-Opfer keine Einladungsverse (puro'nuvākyā) haben, werden diese Geschöpfe zahnlos geboren. Weil die Opferspeisen Einladungsverse haben, wachsen ihnen (Zähne). Weil die Nach-Opfer keine Einladungsverse haben, fallen sie ihnen aus. Weil die Gattinnen-Opfer Einladungsverse haben, festigen sie sich ihnen. Weil die Samiṣṭayajus-Formel keinen Einladungsvers hat, fallen sie ihnen im letzten Lebensalter alle aus.
Nun: weil er, nachdem er den Einladungsvers (anuvākyā) gesprochen hat, mit dem Opferruf (yājyā) opfert, werden (die Zähne) zuerst unten geboren, dann oben. Weil er, nachdem er eine Gāyatrī gesprochen hat, mit einer Triṣṭubh opfert, sind die unteren feiner, die oberen breiter. Weil er die beiden Übergießungen nach Osten gerichtet gießt, sind die Eckzähne größer. Weil die beiden Saṃyājyā-Sprüche im gleichen Versmaß stehen, sind die Backenzähne gleich.
Nun: weil er das Barhis (Streu) ausbreitet, werden diese Geschöpfe behaart geboren. Weil er das Prastara (Grasbündel) gleichsam von neuem ausbreitet, wachsen ihnen gleichsam von neuem Barthaare (und) Seitenhaare, schlecht wie Gras [?]. Weil er zuerst nur das Prastara nachwirft, wird der Kopf zuerst grau. Weil er dann das ganze Barhis nachwirft, wird im letzten Lebensalter alles grau.
Nun: weil die Vor-Opfer aus Schmalz als Opferspeise bestehen, kommt der Same eines Knaben nicht zustande; er ist gleichsam wie Wasser, denn Schmalz ist gleichsam wie Wasser. Weil man in der Mitte des Opfers ‚mit Dickmilch, mit Opferkuchen‘ opfert, kommt er ihm im mittleren Alter zustande; er ist gleichsam tropfig (drapsin), denn der Same ist gleichsam ein Tropfen. Weil die Nach-Opfer wiederum aus Schmalz als Opferspeise bestehen, kommt er ihm im letzten Lebensalter nicht zustande; er ist gleichsam wie Wasser, denn Schmalz ist gleichsam wie Wasser.
vedireva gāyatrī tasyai ye'ṣṭau purastādājyabhāgāḥ sa dakṣiṇaḥ pakṣo ye'ṣṭā upariṣṭādājyabhāgāḥ sa uttaraḥ pakṣaḥ saiṣā gāyatrī hariṇī jyotiṣpakṣā yajamānaṃ svargaṃ lokamabhivahati ya evametadveda
Die Vedi (Opferaltar) ist die Gāyatrī. Die acht Schmalzanteile davor sind ihr rechter Flügel, die acht oberen Schmalzanteile ihr linker Flügel. Das ist jene Gāyatrī, die Falbin mit Licht als Flügeln, die den Opferherrn zur Himmelswelt trägt – für den, der dies so weiß.
athātaḥ srucorādānasya taddhaitadeke kuśalā manyamānā dakṣiṇenaiva juhūmādadate savyenopabhṛtaṃ na tathā kuryādyo hainaṃ tatra brūyātpratipratiṃ nvā ayamadhvaryuryajamānasya dviṣantam bhrātṛvyamakatpratyudyāminamitīśvaro ha tathaiva syāt
Nun folgt die Aufnahme der beiden Schöpflöffel (sruc). Da nehmen einige, die sich für Kundige halten, mit der rechten (Hand) den Löffel Juhū, mit der linken den Upabhṛt. So soll man es nicht machen: wer einem dabei sagen würde: „Dieser Adhvaryu hat dem Opferherrn den ihn hassenden Rivalen (bhrātṛvya) als Gegenspieler (pratipratiṃ) zum Sich-Erheben gemacht [?]“, der könnte es (auch) so bewirken.
Man soll es so machen: mit beiden Händen die Juhū ergreifend, lege man den Upabhṛt darüber. Hierüber gibt es keinen Zweifel (nopamīmāṃsā); das ist viehbringend, lebensverlängernd. Man nehme sie, ohne dass sie klirrend zusammenstoßen; wenn sie zusammenklirrten, würde der Opferherr um Erwerb und Bewahrung (yogakṣema) kommen [Anm.: ṛcet als ṛcchet gedeutet]. Darum nehme man sie ohne Zusammenklirren.
athāto'tikramaṇasya vajreṇa ha vā anyo'dhvaryuryajamānasya paśūnvidhamati vajreṇa hāsmā anya upasamūhatyeṣa ha vā adhvaryurvajreṇa yajamānasya paśūnvidhamati ya āśrāvayiṣyandakṣiṇenātikrāmati savyenāśrāvyātha hāsmā eṣa upasamūhati ya āśrāvayiṣyantsavyenātikrāmati dakṣiṇenāśrāvyaiṣa hāsmā upasamūhati
Nun vom Hinüberschreiten (atikramaṇa). Der eine Adhvaryu zerstreut mit dem Keil (vajra) das Vieh des Opferherrn, ein anderer sammelt es ihm mit dem Keil wieder zusammen. Der Adhvaryu zerstreut dem Opferherrn das Vieh mit dem Keil, der beim Ausrufen (āśrāvaṇa), wenn er ausrufen will, mit dem rechten (Fuß?) hinüberschreitet und mit dem linken ausruft [Anm.: dakṣiṇena/savyena ohne Beziehungswort; ‚Fuß‘ ergänzt, unsicher]. Dagegen sammelt der es ihm zusammen, der, wenn er ausrufen will, mit dem linken hinüberschreitet und mit dem rechten ausruft.
athāto dhāraṇasya taddhaitadeke kuśalā manyamānāḥ pragṛhya bāhū srucau dhārayanti na tathā kuryādyo hainaṃ tatra brūyācūlau nvā ayamadhvaryurbāhū akṛta śūlabāhurbhaviṣyatītīśvaro ha tathaiva syādatha haiṣa madhyamaḥ prāṇastasmādu tamupanyacyevaiva dhārayet
Nun vom Halten (dhāraṇa). Da halten einige, die sich für Kundige halten, die beiden Löffel mit ausgestreckten Armen. So soll man es nicht machen: wer einem dabei sagen würde: „Dieser Adhvaryu hat die Arme zu Spießen (cūla/śūla) gemacht [?]; er wird spießarmig werden“, der könnte es (auch) so bewirken. Nun ist dies der mittlere Lebenshauch (prāṇa); darum halte man sie eng an sich herangezogen.
Nun vom Ausrufen (āśrāvaṇa). Sechs Arten des Ausrufs gibt es: das Niedrige (nyak), das Schräge (tiryak), das Aufwärts (ūrdhva), das Kümmerliche (kṛpaṇa), das nach außen Glänzende (bahiḥśri), das nach innen Glänzende (antaḥśri).
etaddha vai nyak yo'yamuccairādāya śanairnidadhāti sa yamicetpāpīyāntsyāditi tasyoccairādāya śanairnidadhyāttena sa pāpīyānbhavati
Das ist das Niedrige: wenn einer hoch aufnimmt und langsam niedersetzt. Wen er (schlechter) machen will – „er soll schlechter werden“ –, dessen (Löffel) nehme er hoch auf und setze ihn langsam nieder; dadurch wird jener schlechter.
atha haitattiryak yo'yaṃ yāvataivādatte tāvatā nidadhāti sa yamicennaiva śreyāntsyānna pāpīyāniti tasya yāvataivādadīta tāvatā nidadhyāttena sa naiva śreyānna pāpīyānbhavati
Nun das Schräge: wenn einer gerade so viel aufnimmt, wie er niedersetzt. Wen er weder besser noch schlechter werden lassen will, dessen (Löffel) nehme er so hoch auf, wie er ihn niedersetzt; dadurch wird jener weder besser noch schlechter.
atha haitadūrdhvam yo'yaṃ śanairādāyoccairnidadhāti sa yamicecreyāntsyāditi tasya śanairādāyoccairnidadhyāttena sa śreyānbhavati
Nun das Aufwärts: wenn einer langsam aufnimmt und hoch niedersetzt. Wen er besser werden lassen will, dessen (Löffel) nehme er langsam auf und setze ihn hoch nieder; dadurch wird jener besser.
atha haitatkṛpaṇam yo'yamaṇu dīrghamasvaramāśrāvayati yo hainaṃ tatra brūyātkṛpaṇaṃ nvā ayamadhvaryuryajamānamakaddviṣato bhrātṛvyasyopāvasāyinamitīśvaro ha tathaiva syāt
Nun das Kümmerliche: wenn einer ein wenig, gedehnt und tonlos ausruft. Wer einem dabei sagen würde: „Dieser Adhvaryu hat den Opferherrn kümmerlich gemacht, zu einem Untergebenen (upāvasāyin) seines hassenden Rivalen“, der könnte es (auch) so bewirken.
Nun das nach außen Glänzende: wenn einer, die Lippen weit öffnend, laut und tonlos ausruft. Der Ton (svara) ist der Glanz (śrī); nur nach außen legt er den Glanz; er wird hungrig.
Nun das nach innen Glänzende: wenn einer, die Lippen schließend, laut und tonvoll ausruft. Der Ton ist der Glanz; nach innen legt er den Glanz; er wird ein Speiseesser (annāda).
sa vai mandramivorasi parāstabhyobhayatobārhatamuccairantato nidadhyāttasya nopamīmāṃsāsti tatpaśavyamāyuṣyam
Er soll, gleichsam tief (mandra) an der Brust abstützend [?], beiderseits im Bārhata-(Stil) [?], laut zum Schluss niedersetzen. Hierüber gibt es keinen Zweifel; das ist viehbringend, lebensverlängernd. [Anm.: Der Satz ist syntaktisch und sachlich dunkel; Übersetzung unsicher.]
athāto homasya taddhaitadeke kuśalā manyamānāḥ prācīṃ srucamupāvahṛtya hutvā paryāhṛtyopabhṛtyadhinidadhati na tathā kuryādyo hainaṃ tatra brūyādanuyuvaṃ nvā ayamadhvaryuryajamānamakaddviṣato bhrātṛvyasyānvavasāyinamitīśvaro ha tathaiva syāt
Nun vom Opfern (homa). Da bringen einige, die sich für Kundige halten, den Löffel nach vorn (nach Osten) heran, opfern, tragen ihn herum und legen den Upabhṛt darüber. So soll man es nicht machen: wer einem dabei sagen würde: „Dieser Adhvaryu hat den Opferherrn zu einem Nachfolger (anuyu) [?], zu einem Anhänger (anvavasāyin) seines hassenden Rivalen gemacht“, der könnte es (auch) so bewirken.
pārśvata u haike srucamupāvahṛtya hutvā paryāhṛtyopabhṛtyadhinidadhati na tathā kuryādyo hainaṃ tatra brūyādatīrthena nvā ayamadhvaryurāhutīḥ prārautsītsaṃ vā śariṣyate ghuṇirvā bhaviṣyatītīśvaro ha tathaiva syāt
Andere aber bringen den Löffel von der Seite heran, opfern, tragen ihn herum und legen den Upabhṛt darüber. So soll man es nicht machen: wer einem dabei sagen würde: „Dieser Adhvaryu hat die Opfergüsse an einer unrechten Stelle (atīrtha, ohne Furt) aufgehalten [?]; entweder wird er zerbersten oder wurmzerfressen (ghuṇi) werden“, der könnte es (auch) so bewirken.
Man soll es so machen: den Löffel nur nach vorn (Osten) heranbringen, opfern und ihn auf demselben Weg zurückholen, den Upabhṛt darüberlegen. Hierüber gibt es keinen Zweifel; das ist viehbringend, lebensverlängernd.
pradagdhāhutirha vā anyo'dhvaryuḥ āhutīrhānyaḥ saṃtarpayatyeṣa ha vai pradagdhāhutiradhvayuryo'yamājyaṃ hutvāvadānāni juhotyetaṃ ha vai tadadṛśyamānā vāgabhyuvāda pradagdhāhutirnvā ayamadhvaryurityatha hainā eṣa saṃtarpayati yo'yamājyaṃ hutvāvadānāni juhotyatha punarantata ājyenābhijuhotyeṣa haināḥ saṃtarpayati tāsāṃ saṃtṛptānāṃ devā hiraṇmayāṃścamasānpūrayante
Ein Adhvaryu, dessen Gaben verbrannt sind (pradagdhāhuti), ist der eine; ein anderer sättigt die Spenden. Der ist ein Adhvaryu mit verbrannten Gaben, der Schmalz opfert und dann die Stücke (avadāna) opfert. Diesen redete eine unsichtbare Stimme an: „Dieser Adhvaryu hat verbrannte Gaben.“ Nun sättigt diese der, der Schmalz opfert, dann die Stücke opfert und zuletzt noch einmal mit Schmalz (darauf)opfert; er sättigt sie. Wenn sie gesättigt sind, füllen die Götter goldene Becher (camasa).
Darauf sagte Yājñavalkya: Wenn man, nachdem man unten Schmalz untergebreitet (upastīrya) und die Stücke abgeschnitten hat, sie begießt (abhighārayati), so sättigt man sie; wenn sie gesättigt sind, füllen die Götter goldene Becher. – Für die Hausherren (gṛhapati) des Ayasthūṇa [?] war Śaulbāyana der Adhvaryu.
sa hovāca idamahedaṃ sattraṃ kṛśapaśvalpājyamathāyaṃ gṛhapatirasmīti manyata iti
Er sagte: „Ha [?], diese Opfersitzung (sattra) hat mageres Vieh, wenig Schmalz, und dabei meint dieser Hausherr: ‚Ich bin (jemand)‘.“ [Anm.: Der Anfang idamahedaṃ ist unklar; Sprecher wohl Śaulbāyana.]
sa hovāca adhvaryavā vai no'krukṣa ete vai te srucau ye tvaṃ saṃvatsaraṃ nāśaka ādātuṃ yadvai tvāhametayoranuśiṣyām pra prajayā paśubhirjāyethā abhi svargaṃ lokaṃ vaheriti
Er (Yājñavalkya) sagte: „Adhvaryu, du hast uns gescholten (akrukṣa) [?]. Dies sind die beiden Löffel, die du ein Jahr lang nicht (richtig) aufzunehmen vermochtest. Wenn ich dich über diese beiden belehren würde, würdest du dich mit Nachkommen und Vieh fortpflanzen und (den Opferherrn) zur Himmelswelt hinführen.“
sa hovāca upa tvāyānīti sa hovācātra vāva khalvarhasi yo naḥ saṃvatsare'dhvaryurabhūranupetāyaiva ta etadbravāṇīti tasmā u haitadeva srucorādānamuvāca yadetadvyākhyām tasmādevaṃvidamevādhvaryuṃ kurvītanānevaṃvidam
Er sagte: „Ich komme zu dir (als Schüler).“ Da sagte er: „Hierin verdienst du es, der du uns im Laufe des Jahres Adhvaryu warst; auch ohne dass du (als Schüler) aufgenommen bist, will ich dir dies sagen.“ Ihm sagte er nun eben diese Aufnahme der Löffel, wie sie hier erklärt ist. Darum mache man nur einen Adhvaryu, der dies so weiß, nicht einen, der es nicht so weiß.
Prajāpati erhitzte sich (tapas), als er die Geschöpfe schuf. Aus ihm, dem Ermüdeten, Erhitzten, ging Śrī (Glanz, Glück) heraus. Sie stand da, leuchtend, strahlend, flackernd (lelāyantī). Die Götter blickten (begehrlich) auf sie, die Leuchtende, Strahlende, Flackernde.
te prajāpatimabruvan hanāmemāmedamasyā dadāmahā iti sa hovāca strī vā eṣā yacrīrna vai striyaṃ ghnantyuta tvā asyā jīvantyā evādadata iti
Sie sagten zu Prajāpati: „Wohlan, wir wollen sie töten und ihr dies (Kraft) nehmen.“ Er sagte: „Śrī ist eine Frau; eine Frau tötet man nicht. Nehmt ihr vielmehr (von ihr), während sie lebt.“ [Anm.: Wortlaut dadāmahā/ādadata verkürzt; Sinn nach Kontext.]
Von ihr nahm Agni die Speisefähigkeit (annādya), Soma das Königtum (rājya), Varuṇa die Oberherrschaft (sāmrājya), Mitra die Kriegerherrschaft (kṣatra), Indra die Kraft (bala), Bṛhaspati den Brahmaglanz (brahmavarcasa), Savitṛ die Herrschaft über das Reich (rāṣṭra), Pūṣan das Glück (bhaga), Sarasvatī das Gedeihen (puṣṭi), Tvaṣṭṛ die Gestalten (rūpa).
Sie sah dieses Opfer (iṣṭi) mit zehn Opferspeisen: für Agni einen Opferkuchen (puroḍāśa) auf acht Scherben, für Soma einen Brei (caru), für Varuṇa einen Opferkuchen auf zehn Scherben, für Mitra einen Brei, für Indra einen Opferkuchen auf elf Scherben, für Bṛhaspati einen Brei, für Savitṛ einen Opferkuchen auf zwölf oder auf acht Scherben, für Pūṣan einen Brei, für Sarasvatī einen Brei, für Tvaṣṭṛ einen Opferkuchen auf zehn Scherben.
tānetayānuvākyayānvavadat agniḥ somo varuṇo mitra indro bṛhaspatiḥ savitā yaḥ sahasrī pūṣā no gobhiravasā sarasvatī tvaṣṭā rūpāṇi samanaktu yajñairiti te pratyupātiṣṭhanta
Sie sprach sie mit diesem Einladungsvers an: „Agni, Soma, Varuṇa, Mitra, Indra, Bṛhaspati, Savitṛ, der Tausendfache, Pūṣan mit Rindern, mit Beistand, Sarasvatī: Tvaṣṭṛ möge die Gestalten mit Opfern schmücken.“ Da traten sie (zu ihr) heran [Anm.: pratyupātiṣṭhanta, Sinn etwa ‚traten vor sie hin‘].
tānetayā yājyayā parastātpratilomam pratyaittvaṣṭā rūpāṇi dadatī sarasvatī pūṣā bhagaṃ savitā me dadātu bṛhaspatirdadadindro balam me mitraṃ kṣatraṃ varuṇaḥ somo agniriti te punardānāyādhriyanta
Mit diesem Opferruf (yājyā) ging sie von hinten in umgekehrter Reihenfolge zu ihnen: „Tvaṣṭṛ, der Gestalten gibt, Sarasvatī, Pūṣan (soll) Glück, Savitṛ soll mir geben, Bṛhaspati gebend, Indra mir Kraft, Mitra Kriegerherrschaft, Varuṇa, Soma, Agni.“ [Anm.: Reihenfolge und Verbformen des Spruchs verkürzt, sinngemäß.] Da wurden sie bestimmt, wieder zu geben [?].
Sie sah diese Nebenopfer (upahoma): „Agni, der Speiseesser, Herr der Speise, möge die Speisefähigkeit in diesem Opfer an mich legen, svāhā!“ Als Agni die Spende nur an sich genommen hatte, trat er heraus [Anm.: udakrāmat] und gab ihr die Speisefähigkeit zurück.
„Soma, der König, Herr der Königsherrschaft, möge das Königtum in diesem Opfer an mich legen, svāhā!“ Als Soma die Spende nur an sich genommen hatte, trat er heraus und gab ihr das Königtum zurück.
„Varuṇa, der Allherrscher (samrāj), Herr der Allherrschaft, möge die Oberherrschaft in diesem Opfer an mich legen, svāhā!“ Als Varuṇa die Spende nur an sich genommen hatte, trat er heraus und gab ihr die Oberherrschaft zurück.
„Mitra, die Kriegerherrschaft, Herr der Kriegerherrschaft, möge die Kriegerherrschaft in diesem Opfer an mich legen, svāhā!“ Als Mitra die Spende nur an sich genommen hatte, trat er heraus und gab ihr die Kriegerherrschaft zurück.
„Indra, die Kraft, Herr der Kraft, möge die Kraft in diesem Opfer an mich legen, svāhā!“ Als Indra die Spende nur an sich genommen hatte, trat er heraus und gab ihr die Kraft zurück.
„Bṛhaspati, das Brahma, Herr des Brahma, möge den Brahmaglanz in diesem Opfer an mich legen, svāhā!“ Als Bṛhaspati die Spende nur an sich genommen hatte, trat er heraus und gab ihr den Brahmaglanz zurück.
„Savitṛ, das Reich, Herr des Reiches, möge das Reich in diesem Opfer an mich legen, svāhā!“ Als Savitṛ die Spende nur an sich genommen hatte, trat er heraus und gab ihr das Reich zurück.
„Pūṣan, das Glück (bhaga), Herr des Glücks, möge das Glück in diesem Opfer an mich legen, svāhā!“ Als Pūṣan die Spende nur an sich genommen hatte, trat er heraus und gab ihr das Glück zurück.
„Sarasvatī, das Gedeihen, Herrin des Gedeihens, möge das Gedeihen in diesem Opfer an mich legen, svāhā!“ Als Sarasvatī die Spende nur an sich genommen hatte, trat sie heraus und gab ihr das Gedeihen zurück.
„Tvaṣṭṛ, der Gestalten Gestalter, Herr der Gestalten, möge durch Gestalt das Vieh in diesem Opfer an mich legen, svāhā!“ Als Tvaṣṭṛ die Spende nur an sich genommen hatte, trat er heraus und gab ihr durch Gestalt das Vieh zurück. [Anm.: Der Schluss ist im Text verderbt und doppelt überliefert: ‚Das ist die Opfergabe (dakṣiṇā), aus je zehn bestehend, die Virāj; Śrī ist die Virāj; …‘; Rest unklar] [?]
tā vā etāḥ daśa devatā daśa havīṃṣi daśāhutayo daitadvirājyannādye pratitiṣṭhati
Das sind diese zehn Gottheiten, zehn Opferspeisen, zehn Spenden; damit findet er in der Virāj (Zehnsilbern; Glanz), im Speisegenuss (annādya), Halt [Anm.: daitad im Text unklar] [?].
Für dieses (Opfer) gibt es fünfzehn Anzündungsverse (sāmidhenī). Er opfert den Gottheiten im Flüsterton (upāṃśu). Es gibt fünf Vor-Opfer, drei Nach-Opfer, eine Samiṣṭayajus-Formel. Die beiden Schmalzanteile sind gedeihenreich: „Durch Agni möge man Reichtum erlangen, Gedeihen Tag für Tag, ruhmvoll, reich an Helden“ (RV 1.1.3); „Hausmehrer, Krankheitsvertreiber, Gutfinder, Gedeihenmehrer, guter Freund werde uns, o Soma“ (RV 1.91.12). Die beiden Saṃyājyā-Sprüche sind tausendreich: „Gib uns jetzt Tausendfaches, mit Nachkommenschaft, Gedeihen, Gut, glänzend, Agni, Heldenkraft, höchste, unverminderte“; „Und uns, o Brahman [?], hilf bei den Preisliedern, du bei den Göttern am meisten Gerufener; Heil leuchte uns, von den Marut Gemehrter, Agni, größter Tausendgewinner.“
tāṃ haitāṃ gotamo rāhūgaṇaḥ vidāṃ cakāra sā ha janakaṃ vaideham pratyutsasāda tāṃ hāṅgijidbrāhmaṇeṣvanviyeṣa tāmu ha yājñavalkye viveda sa hovāca sahasram bho yājñavalkya dadno yasminvayaṃ tvayi mitravindāmanvavidāmeti vindate mitraṃ rāṣṭramasya bhavatyapa punarmṛtyuṃ jayati sarvamāyureti ya evaṃ vidvānetayeṣṭyā yajate yo vaitadevaṃ veda
Diese (Iṣṭi) fand Gotama Rāhūgaṇa auf [Anm.: vidāṃ cakāra, Sinn etwa ‚entdeckte/erkannte‘]. Sie ging (später) bei Janaka Vaideha zugrunde [Anm.: pratyutsasāda; Sinn unsicher, ‚kam ab‘] [?]. Aṅgijit [Anm.: hāṅgijit, vielleicht Eigenname] suchte sie unter den Brahmanen [?]; sie fand er bei Yājñavalkya. Dieser sagte: „Tausend (Kühe), Herr Yājñavalkya, geben wir, weil wir bei dir Mitravindā (Freundgewinn) gefunden haben.“ Er gewinnt einen Freund, das Reich wird ihm zuteil, den Wiedertod (punarmṛtyu) wehrt er ab, das ganze Leben erreicht er, wer, dies so wissend, mit dieser Iṣṭi opfert oder dies so weiß.
sa ya upadagdhena haviṣā yajate agninā ha sa brahmaṇo dvāreṇa pratipadyate so'gninā brahmaṇo dvāreṇa pratipadya brahmaṇaḥ sāyujyaṃ salokatāṃ jayati
Wer mit versengter (upadagdha) Opferspeise opfert: durch Agni, als Tür des Brahman, gelangt der dorthin. Durch Agni als Tür des Brahman dorthin gelangt, gewinnt er Vereinigung (sāyujya) und gleiche Welt (salokatā) mit Brahman.
atha yo vipatitena haviṣā yajate vāyunā ha sa brahmaṇo dvāreṇa pratipadyate sa vāyunā brahmaṇo dvāreṇa pratipadya brahmaṇaḥ sāyujyaṃ salokatāṃ jayati
Wer aber mit auseinandergefallener (vipatita) Opferspeise opfert: durch Vāyu, als Tür des Brahman, gelangt der dorthin. Durch Vāyu als Tür des Brahman dorthin gelangt, gewinnt er Vereinigung und gleiche Welt mit Brahman.
Wer aber mit ungekochter (aśṛta) Opferspeise opfert: durch die Wasser gelangt der zur Tür des Brahman. Durch die Wasser, als Tür des Brahman, dorthin gelangt … [Anm.: der Text bricht ab; sinngemäß wie 4.2 zu ergänzen: gewinnt er Vereinigung und gleiche Welt mit Brahman] [?].
atha ya uparaktena haviṣā yajate candramasā ha sa brahmaṇo dvāreṇa pratipadyate sa candramasā brahmaṇo dvāreṇa pratipa
Wer aber mit verfärbter (uparakta) Opferspeise opfert: durch den Mond gelangt der zur Tür des Brahman. Durch den Mond, als Tür des Brahman, dorthin gelangt … [Anm.: Text bricht ab; wie 4.2 zu ergänzen] [?].
atha yo lohitena haviṣā yajate vidyutā ha sa brahmaṇo dvāreṇa pratipadyate sa vidyutā brahmaṇo dvāreṇa pratipa
Wer aber mit roter (lohita) Opferspeise opfert: durch den Blitz gelangt der zur Tür des Brahman. Durch den Blitz, als Tür des Brahman, dorthin gelangt … [Anm.: Text bricht ab; wie 4.2 zu ergänzen] [?].
atha yaḥ suśṛtena haviṣā yajate ādityena ha sa brahmaṇo dvāreṇa pratipadyate sa ādityena brahmaṇo dvāreṇa pratipadya brahmaṇaḥ sāyujyaṃ salokatāṃ jayati saiṣā haviṣaḥ samṛddhiḥ sa yo haivametāṃ haviṣaḥ samṛddhiṃ veda sarvasamṛddhena haivāsya haviṣeṣṭam bhavati
Wer aber mit gut gekochter (suśṛta) Opferspeise opfert: durch die Sonne gelangt der zur Tür des Brahman. Durch die Sonne, als Tür des Brahman, dorthin gelangt, gewinnt er Vereinigung und gleiche Welt mit Brahman. Das ist das Gelingen der Opferspeise. Wer dieses Gelingen der Opferspeise so kennt, dessen Opfer ist mit einer in allem gelungenen Opferspeise dargebracht.
athāto yajñasya samṛddhiḥ yadvai yajñasya nyūnam prajananamasya tadatha yadatiriktam paśavyamasya tadatha yatsaṃkasukaṃ śriyā asya tadatha yatsampannaṃ svargyamasya tat
Nun folgt das Gelingen des Opfers. Was am Opfer mangelhaft (nyūna) ist, das ist seine Zeugungskraft (prajanana); was überschüssig (atirikta) ist, das ist sein Viehreichtum; was wackelig/brüchig (saṃkasuka) ist [?], das ist sein Glanz (śrī); was vollständig (sampanna) ist, das ist sein Himmelsgewinn (svargya).
atha yadi manyeta saṃkasukam me yajñe'bhūditi śriyai ma etadā mā śrīstejasā yaśasā brahmavarcasena parivṛtā gamiṣyatītyeva tadupāsīta
Wenn er aber meint: „Mein Opfer ist wackelig/brüchig geworden“ [?], so betrachte er es so: „Das ist für mich Glanz; Śrī wird, von Feuer, Ruhm und Brahmaglanz umgeben, zu mir kommen.“
atha yadi manyeta sampannam me yajñe'bhūditi svargyam ma etatsvargaloko bhaviṣyāmītyeva tadupāsīta saiṣā yajñasya samṛddhiḥ sa yo haivametāṃ yajñasya samṛddhiṃ veda sarvasamṛddhena haivāsya yajñeneṣṭam bhavati
Wenn er aber meint: „Mein Opfer ist vollständig geworden“, so betrachte er es so: „Das ist himmlisch für mich; ich werde zu einem Bewohner der Himmelswelt.“ Das ist das Gelingen des Opfers. Wer dieses Gelingen des Opfers so kennt, dessen Opfer ist mit einem in allem gelungenen Opfer dargebracht.