Adhyāya 5
Purūravas und Urvaśī, Cāturmāsya, Upanayana, Sattra der Götter, die fünf großen Opfer und das Selbststudium, Prajāpatis Tapas
Brāhmaṇa 1 (Purūravas und Urvaśī): Die Apsaras Urvaśī lebt unter Bedingungen bei Purūravas; die Gandharvas rauben ihre Widderlämmer, er erscheint nackt und sie verschwindet. Nach Wechselrede (Ṛgveda-Lied) verspricht sie eine Nacht und einen Sohn; Purūravas erhält Feuer von den Gandharvas, das zu Aśvattha und Śamī wird; die Reibhölzer aus Aśvattha machen ihn zum Gandharva. Brāhmaṇa 2 (Cāturmāsya): Prajāpati richtet sich durch die Vierteljahresopfer her; Zuordnung der Opfer zu Gliedern seines Körpers. Brāhmaṇa 3 (Agnihotra-Brahmodya): Rätselfragen Śauceyas an Uddālaka, Entsprechungen der Agnihotra-Handlungen mit Göttern, Sühnen bei Erlöschen der Feuer. Brāhmaṇa 4 (Upanayana): Einführung des Schülers, Anvertrauung an Götter und Wesen, Vortrag der Sāvitrī nach Fristen, Metrum, Haltung und Atemteilung. Brāhmaṇa 4 (Schluss, Brahmacārin): Streit, ob ein Brahmacārin Umgang haben bzw. Honig essen darf; Antwort: nach Belieben. Brāhmaṇa 5 (Sattra der Götter): Die Götter vertreiben mit Sattras (Feiern über viele Tage) die Finsternis der Asuras, lernen von Prajāpati das Śatātirātra-Sattra, geraten bei den Rātri- und Ahaḥ-Sāmans durcheinander und erhalten Anweisung zum Āśvina-Śastra und Prātaranuvāka; Merkverse. Brāhmaṇa 6 (fünf große Opfer): Wesen-, Menschen-, Väter-, Götter- und Brahma-Opfer (Selbststudium); Spenden der Veda-Teile; die vier Vaṣaṭkāras. Brāhmaṇa 7 (Lob des Selbststudiums). Brāhmaṇa 8 (Prajāpatis Tapas): Schöpfung der Welten, Lichter, Veden und „Strahlen“ (bhūḥ, bhuvaḥ, svar); Heilung des Opfers; der Brahman-Priester. Brāhmaṇa 9 (Aṃśu- und Adābhya-Graha): Bedeutung, Ursprung, Mantras und Handhabung dieser Somaschalen.
urvaśī hāpsarāḥ purūravasamaiḍaṃ cakame taṃ ha vindamānovāca triḥ sma māhno vaitasena daṇḍena hatādakāmāṃ sma mā nipadyāsai mo sma tvā nagnaṃ darśameṣa vai na strīṇāmupacāra iti
Urvaśī, die Apsaras (Himmelsnymphe), verliebte sich in Purūravas, den Aiḍa (Sohn der Iḍā). Als sie ihn gefunden hatte, sagte sie: „Dreimal am Tag sollst du mich mit einem Rohrstab (vaitasa daṇḍa) schlagen; ich möchte nicht wider Willen bei dir liegen [Anm.: adakāmām … nipadyāsai, wörtlich etwa „möge ich nicht unwillig beiliegen“]; und nicht möge ich dich nackt erblicken – denn das ist der Umgang mit Frauen.“
sā hāsminyoguvāsa api hāsmādgarbhiṇyāsa tāvajjyogghāsminnuvāsa tato ha gandharvāḥ samūdire jyogvā iyamurvaśī manuṣyeṣvavātmīdupajānīta yatheyam punarāgacediti tasyai hāvirdvyuraṇā śayana upabaddhāsa tato ha gandharvā anyataramuraṇam pramethuḥ
Da lebte sie bei ihm, und sie wurde sogar von ihm schwanger. So lange lebte sie bei ihm. Da besprachen sich die Gandharvas (himmlische Wesen): „Lange schon lebt diese Urvaśī unter den Menschen. Sorgt dafür, dass sie so zurückkehrt, wie sie hergekommen ist.“ Ihr waren nämlich zwei Widderlämmer (uraṇa) am Bett festgebunden. Da raubten die Gandharvas eines der beiden Lämmer.
sā hovāca avīra iva bata me'jana iva putraṃ harantīti dvitīyam pramethuḥ sā ha tathaivovāca
Sie sagte: „Ach, wie ohne Beschützer (avīra) bin ich, wie ohne Sippe (ajana) – man trägt mein Söhnchen fort!“ Da raubten sie das zweite. Sie sagte genau dasselbe.
atha hāyamīkṣāṃ cakre kathaṃ nu tadavīraṃ kathamajanaṃ syādyatrāhaṃ syāmiti sa nagna evānūtpapāta ciraṃ tanmene yadvāsaḥ paryadhāsyata tato ha gandharvā vidyutaṃ janayāṃ cakrustaṃ yathā divaivaṃ nagnaṃ dadarśa tato haiveyaṃ tirobabhūva punaraimītyettirobhūtāṃ sa ādhyā jalpankurukṣetraṃ samayā cacārānyātaḥplakṣeti bisavatī tasyai hādhyantena vavrāja taddha tā apsarasa ātayo bhūtvā paripupluvire
Da dachte er: „Wie wäre denn das ohne Beschützer, wie ohne Sippe, wo ich doch da bin?“ Nackt sprang er ihnen nach; es erschien ihm zu langwierig, ein Gewand anzulegen. Da erzeugten die Gandharvas einen Blitz, und sie sah ihn, wie am hellen Tag, so nackt. Da verschwand sie. „Ich komme wieder“, [sagte er/sie? – Anm.: punar aimi ity etya tirobhūtām, Zuordnung und Konstruktion unsicher] [?]. Er irrte, in Kummer (ādhyā) [?] klagend, in der Gegend von Kurukṣetra umher. Es gibt dort einen lotosstängelreichen (bisavatī) Teich namens Anyataḥplakṣā; an dessen Rand entlang ging er. Da schwammen jene Apsarasen als Wasservögel (āti) umher.
taṃ heyaṃ jñātvovāca ayaṃ vai sa manuṣyo yasminnahamavātsamiti tā hocustasmai vā āvirasāmeti tatheti tasmai hāvirāsuḥ
Sie (Urvaśī) erkannte ihn und sagte: „Das ist jener Mensch, bei dem ich gewohnt habe.“ Da sagten sie (die Apsarasen): „Wir wollen uns ihm zeigen.“ „So sei es.“ Da zeigten sie sich ihm.
tāṃ hāyaṃ jñātvābhiparovāda haye jāye manasā tiṣṭha ghore vacāṃsi miśrā kṛṇavāvahai nu na nau mantrā anuditāsa ete mayaskaranparatare canāhannityupa nu rama saṃ nu vadāvahā iti haivaināṃ taduvāca
Er erkannte sie und redete sie an: „Ach, Gattin, bleibe im Sinn (bei mir) stehen, Grimmige! Lass uns Worte wechseln. Unbesprochen, diese unsere Beschlüsse (mantra), bringen an einem späteren Tag keine Freude. So ruhe nun und sprich mit mir.“ So sagte er ihr.
Die andere antwortete ihm: „Was soll ich mit dieser Rede tun? Ich bin dir entflohen wie die erste der Morgenröten, Purūravas. Kehre wieder heim; ich bin schwer erreichbar wie der Wind.“ – „Du hast nicht getan, was ich dir gesagt hatte [Anm.: so ist na vai tvaṃ tad akaror yad aham abravam wohl gemeint: das Nacktheitsverbot]; schwer erreichbar bin ich dir jetzt. Kehre heim“, sagte sie ihm.
Da sprach dieser, betrübt: „Dein Freund (sudeva) möge heute hinabstürzen und nie wiederkehren, zum fernsten Ort gehen; dann möge er im Schoß der Nirṛti (Göttin des Untergangs) liegen, dann sollen ihn reißende Wölfe fressen.“ Das heißt: er möge sich heute aufhängen oder hinabstürzen, dann sollen ihn Wölfe oder Hunde fressen. So sagte er.
taṃ hetarā pratyuvāca purūravo mā mṛthā mā prapapto mā tvā vṛkāso aśivāsa u kṣan na vai straiṇāni sakhyāni santi sālāvṛkāṇāṃ hṛdayānyeteti maitadādṛthā na vai straiṇaṃ sakhyamasti punargṛhānihīti haivainaṃ taduvāca
Die andere antwortete ihm: „Purūravas, stirb nicht, stürze nicht hinab; nicht sollen dich die bösen Wölfe fressen. Denn mit Frauen gibt es keine Freundschaften; Hyänenherzen (sālāvṛka) sind ihre Herzen.“ Das heißt: Nimm dir das nicht zu Herzen; es gibt keine Frauenfreundschaft. Kehre heim, sagte sie ihm.
„Als ich, in anderer Gestalt (virūpā) wandelnd, vier Herbstnächte unter den Sterblichen wohnte, aß ich einmal am Tag einen Tropfen Ghee (Butterschmalz); davon gesättigt wandle ich jetzt umher.“ Das ist Rede und Gegenrede (uktapratyukta); die Bahvṛcas (Kenner des Ṛgveda) sagen, es sei ein fünfzehnversiges Lied. Ihr Herz [?] machte er/es [?] erweicht/aufgeschlossen [Anm.: hṛdayam āvyayāṃ cakāra, Bedeutung und Subjekt unklar].
sā hovāca saṃvatsaratamīṃ rātrimāgacatāttanma ekāṃ rātrimante śayitāse jāta u te'yaṃ tarhi putro bhaviteti sa ha saṃvatsaratamīṃ rātrimājagāmeddhiraṇyavimitāni tato hainamekamūcuretatprapadyasveti taddhāsmai tāmupaprajidhyuḥ
Sie sagte: „Komm in der Jahresnacht (saṃvatsaratamī rātri, der letzten Nacht des Jahres); dann wirst du eine Nacht bei mir liegen, und dann wird dir dieser Sohn geboren sein.“ Er kam in der Jahresnacht. Da (standen) aufgeflammte, aus Gold gefügte (Gebäude) [?] [Anm.: eddhiraṇyavimitāni unsicher]. Da sagten sie (die Bewohner) zu ihm: „Betritt dieses eine.“ Da sandten sie ihm sie (Urvaśī) zu.
sā hovāca gandharvā vai te prātarvaraṃ dātārastaṃ vṛṇāsā iti taṃ vai me tvameva vṛṇīṣveti yuṣmākamevaiko'sānīti brūtāditi tasmai ha prātargandharvā varaṃ daduḥ sa hovāca yuṣmākamevaiko'sānīti
Sie sagte: „Die Gandharvas werden dir morgen früh einen Wunsch gewähren; den sollst du wählen.“ – „Wähle ihn du selbst für mich.“ – „Sage: ‚Ich möchte einer von euch sein.‘“ Am Morgen gewährten ihm die Gandharvas einen Wunsch. Er sagte: „Ich möchte einer von euch sein.“
te hocuḥ na vai sā manuṣyeṣvagneryajñiyā tanūrasti yayeṣṭvāsmākamekaḥ syāditi tasmai ha sthālyāmopyāgnim pradaduraneneṣṭvāsmākameko bhaviṣyasīti taṃ ca ha kumāraṃ cādāyāvavrāja so'raṇya evāgniṃ nidhāya kumāreṇaiva grāmameyāya punaraimītyettirobhūtaṃ yo'gniraśvatthaṃ taṃ yā sthālī śamīṃ tāṃ sa ha punargandharvāneyāya
Sie sagten: „Bei den Menschen gibt es nicht jene opfergemäße Leibesform (tanū) des Feuers, durch deren Opfer einer von uns würde.“ Sie gaben ihm in einer Schale (sthālī) Feuer: „Wenn du damit opferst, wirst du einer von uns werden.“ Er nahm es und den Knaben und ging fort. Im Wald legte er das Feuer nieder und ging mit dem Knaben ins Dorf. „Ich will wiederkommen“ [Anm.: punar aimi], (sagte er) und ging hin; verschwunden (war es): das Feuer war zum Aśvattha (Feigenbaum, Ficus religiosa) geworden, die Schale zur Śamī (Prosopis-Baum). Da ging er wieder zu den Gandharvas.
te hocuḥ saṃvatsaraṃ cātuṣprāśyamodanam paca sa etasyaivāśvatthasya tisrastisraḥ samidho ghṛtenānvajya samidvatībhirghṛtavatībhirṛgbhirabhyādhattātsa yastato'gnirjanitā sa eva sa bhaviteti
Sie sagten: „Koche ein Jahr lang einen Reisbrei (odana), der für vier Esser bestimmt ist. Von eben diesem Aśvattha nimm je drei Scheite, salbe sie mit Ghee und lege sie mit Versen auf, die ‚Scheit‘ und ‚Ghee‘ enthalten (samidvatī, ghṛtavatī). Das Feuer, das daraus entsteht, wird eben jenes (frühere) sein.“
te hocuḥ paro'kṣamiva vā etadāśvatthīmevottarāraṇiṃ kuruṣva śamīmayīmadharāraṇiṃ sa yastato'gnirjanitā sa eva sa bhaviteti
Sie sagten: „Das ist gleichsam verborgen (parokṣa, nicht unmittelbar einsichtig). Mache das obere Reibholz (uttarāraṇi) aus Aśvattha, das untere (adharāraṇi) aus Śamī. Das Feuer, das daraus entsteht, wird eben jenes sein.“
te hocuḥ paro'kṣamiva vā etadāśvatthīmevottarāraṇiṃ kuruṣvāśvatthīmadharāraṇiṃ sa yastato'gnirjanitā sa eva sa bhaviteti
Sie sagten: „Das ist gleichsam verborgen. Mache das obere Reibholz aus Aśvattha, das untere ebenfalls aus Aśvattha. Das Feuer, das daraus entsteht, wird eben jenes sein.“
sa āśvatthīmevottarāraṇiṃ cakre āśvatthīmadharāraṇiṃ sa yastato'gnirjajñe sa eva sa āsa teneṣṭvā gandharvāṇāmeka āsa tasmādāśvatthīmevottarāraṇiṃ kurvītāśvatthīmadharāraṇiṃ sa yastato'gnirjāyate sa eva sa bhavati teneṣṭvā gandharvāṇāmeko bhavati
Er machte das obere Reibholz aus Aśvattha und das untere aus Aśvattha. Das Feuer, das daraus geboren wurde, war eben jenes. Indem er damit opferte, wurde er einer der Gandharvas. Daher soll man das obere Reibholz aus Aśvattha machen und das untere aus Aśvattha; das Feuer, das daraus entsteht, ist eben jenes; indem man damit opfert, wird man einer der Gandharvas.
Prajāpati richtete sich selbst durch die Cāturmāsya-Opfer (Vierteljahresopfer) her. Diesen rechten Arm machte er zum Vaiśvadeva-Havis (Opfergabe des Vaiśvadeva); dessen Daumen ist das dem Agni gehörige Havis; dies (dieser Finger) das dem Soma gehörige, dies das dem Savitṛ gehörige.
sa vai varṣiṣṭhaḥ puroḍāśo bhavati tasmādiyamāsāṃ varṣiṣṭhedaṃ sārasvatamidam pauṣṇamatha ya eṣa upariṣṭāddhastasya saṃdhistanmārutamidaṃ vaiśvadevaṃ dordyāvāpṛthivīyaṃ tadvā aniruktam bhavati tasmāttadaniruktam
Er ist ein größter (varṣiṣṭha) Puroḍāśa (Opferkuchen); daher ist dieser (Finger) der größte von ihnen; dies das dem Sarasvatī gehörige, dies das dem Pūṣan gehörige. Und die Hand oben: deren Gelenk (saṃdhi) ist das den Maruts gehörige; der Unterarm (dos) das den Viśvedevas, den Himmels- und Erdenhälften [Anm.: dyāvāpṛthivīya, „der Himmel-und-Erde gehörige“]; das ist unbenannt (anirukta); daher ist es unbenannt.
Dieser rechte Schenkel (ūru) sind die Varuṇapraghāsa. Ihre fünf Havis, die zusammengehören [?] (samāyīni), sind diese fünf Zehen; die Knöchel (kulpha) sind das Indra-Agni-Havis, und das ist zweigöttlich; daher sind es diese beiden Knöchel. Dies das dem Varuṇa gehörige, dies das den Maruts gehörige; der Rückenteil (anūka) [?], der Rumpf (kāya), ist unbenannt; daher ist es unbenannt.
mukhamevāsyānīkavatīṣṭiḥ mukhaṃ hi prāṇānāmanīkamuraḥ sāṃtapanīyorasā hi samiva tapyata udaraṃ gṛhamedhīyā pratiṣṭhā vā udaram pratiṣṭhityā eva śiśnānyevāsya kraiḍinaṃ haviḥ śiśnairhi krīḍatīvāyamevāvāṅ prāṇa ādityeṣṭiḥ
Sein Mund ist die Anīkavatī-Iṣṭi (Opfer für Agni Anīkavat), denn der Mund ist das Antlitz (anīka) der Lebenshauche. Die Brust ist die Sāntapanīya-Iṣṭi; denn mit der Brust „brennt“ man gleichsam (sam-tapyate). Der Bauch ist die Gṛhamedhīya-Iṣṭi; der Bauch ist nämlich Halt (pratiṣṭhā), (die Iṣṭi ist) zum Halt (bestimmt). Die Geschlechtsteile sind das Kraiḍina-Havis, denn mit den Geschlechtsteilen spielt man gleichsam (krīḍati). Dieser abwärts gerichtete Hauch (avāṅ prāṇa) ist die Āditya-Iṣṭi.
Dieser andere, obere [Anm.: uttara; hier als „linker“ verstanden, im Gegensatz zu dakṣiṇa] Schenkel ist das Mahāhavis. Seine fünf Havis, die zusammengehören [?], sind diese fünf Zehen; die Knöchel sind das Indra-Agni-Havis, und das ist zweigöttlich; daher sind es diese beiden Knöchel. Dies das dem Mahendra gehörige, dies das dem Viśvakarman gehörige; das ist unbenannt; daher ist es unbenannt. Und was hier im Bauch innen ist, das ist das Pitṛyajña (Väteropfer); das ist unbenannt; daher ist es unbenannt.
Dieser linke Arm ist das Śunāsīrīya. Seine fünf Havis, die zusammengehören [?], sind diese fünf Finger. Und die Hand oben: deren Gelenk ist das Śunāsīrīya; dies das dem Vāyu gehörige; der Unterarm das dem Sūrya gehörige; das ist unbenannt; daher ist es unbenannt.
Diese Cāturmāsya haben drei Gelenke (triṣaṃdhi) und sind zweifach zusammengefasst (dvisamasta) [?]; daher haben diese Glieder des Menschen drei Gelenke und sind zweifach zusammengefasst. Von diesen vier sind bei zweien je drei Havis unbenannt, bei zweien je zwei.
teṣāṃ vai caturṣvagnim manthanti tasmāccaturbhiraṅgairāyute dvayoḥ praṇayanti tasmāddvābhyāmetyevamu ha prajāpatiścāturmāsyairātmānaṃ vidadhe tatho evaivaṃvidyajamānaścāturmāsyairātmānaṃ vidhatte
In vieren von ihnen reibt man das Feuer; daher wird man mit vier Gliedern angeschirrt (āyute) [?]. In zweien leitet man es voran (praṇayanti); daher geht man auf zweien. So richtete Prajāpati sich durch die Cāturmāsya her; ebenso richtet der Opferer, der dies weiß, sich durch die Cāturmāsya her.
Dazu sagen sie: „Das Vaiśvadeva-Havis solle ganz aus Gāyatrī (bestehen) [Anm.: überliefert svargāyatram; wohl sarvagāyatram zu lesen, parallel zu den folgenden], die Varuṇapraghāsa ganz aus Triṣṭubh, das Mahāhavis ganz aus Jagatī, das Śunāsīrīya ganz aus Anuṣṭubh, um das Catuṣṭoma (Vierstoma) zu erlangen.“ Aber so soll man es nicht machen; denn dadurch, dass diese (Metren) ohnehin zusammenkommen, ist ihm dieser Wunsch bereits erreicht.
Diese Cāturmāsya ergeben dreihundert (und) zweiundsechzig Bṛhatīs [Anm.: dvāṣaṣṭāni trīṇi śatāni; Zahl nach wörtlicher Lesung, unsicher] [?]. Damit erlangt er das Jahr und das Mahāvrata. Ferner: Dieser Opferer hat zwei Stützen (dvipratiṣṭha); damit lässt er den Opferer in der Himmelswelt ankommen und stellt ihn fest hin.
sa hovāca gautama kā te'gnihotrī ko vatsaḥ kimupasṛṣṭā kiṃ saṃyojanaṃ kiṃ duhyamānaṃ kiṃ dugdhaṃ kimāhriyamāṇaṃ kimadhiśritaṃ kimavajyotyamānaṃ kimadbhiḥ pratyānītaṃ kimudvāsyamānaṃ kimudvāsitaṃ kimunnīyamānaṃ kimunnītaṃ kimudyataṃ kiṃ hriyamāṇaṃ kiṃ nigṛhītam
Er sprach: „Gautama, welche ist deine Agnihotrī (Agnihotra-Kuh)? Welches das Kalb? Was das Zugelassene (upasṛṣṭā)? Was die Verbindung (saṃyojana)? Was wird gemolken (duhyamāna)? Was ist das Gemolkene? Was das Herbeigebrachte (āhriyamāṇa)? Was das Aufgesetzte (adhiśrita)? Was das Beleuchtete [?] (avajyotyamāna)? Was das mit Wasser Zurückgebrachte (pratyānīta)? Was das Abgesetztwerdende (udvāsyamāna)? Was das Abgesetzte? Was das Emporgeschöpftwerdende (unnīyamāna)? Was das Emporgeschöpfte? Was das Erhobene (udyata)? Was das Getragene (hriyamāṇa)? Was das Niedergehaltene (nigṛhīta)?
kāṃ samidhamādadhāsi kā pūrvāhutiḥ kimupāsīṣadaḥ kimapaikṣiṣṭhāḥ kottarāhutiḥ
Welches Scheit legst du auf? Welche ist die erste Spende? Worauf hast du dich gesetzt? Was hast du angeblickt (apaikṣiṣṭhāḥ) [?]? Welche ist die letzte Spende?
Was lässt du, nachdem du geopfert hast, schwingen (prakampayasi)? Was hast du, nachdem du den Löffel (sruc) abgewischt hast, am Kūrca (Grasbüschel) abgewischt? Was hast du, nachdem du zum zweiten Mal abgewischt hast, rechts neben die Hand gesetzt [?]? Was hast du zuerst gegessen, was zum zweiten? Was (tust du), nachdem du dich fortbewegt hast (utsṛpya), (mit) dem Wasser [?]? Was hast du, nachdem du Wasser in den Löffel geholt hast, ausgesprengt (niraukṣīḥ)? Was das zweite? Was das dritte: nach dieser Richtung hin hast du hinaufgesprengt? Was hast du hinter dem Āhavanīya (Opferfeuer) an Wasser hingeführt? Was hast du zum Stehen gebracht (samatiṣṭhipaḥ)? Wenn du wissend das Agnihotra geopfert hast, dann ist es dir geopfert; wenn aber unwissend, dann ist es dir nicht geopfert.“
Er (Uddālaka) sprach: „Iḍā, die Manu-Tochter (mānavī), ist meine Agnihotrī; das Kalb gehört dem Vāyu; als Zugelassene: Sajū [Anm.: sajūḥ, „die Verbundene/Gefährtin“; Sinn unsicher]; Virāj ist die Verbindung; das Gemolkenwerdende gehört den Aśvins; das Gemolkene den Viśvedevas; das Herbeigebrachte dem Vāyu; das Aufgesetzte dem Agni; das Beleuchtete [?] dem Indra und Agni; das mit Wasser Zurückgebrachte dem Varuṇa; das Abgesetztwerdende dem Vāyu; das Abgesetzte dem Himmel und der Erde; das Emporgeschöpftwerdende den Aśvins; das Emporgeschöpfte den Viśvedevas; das Erhobene ist für Mahādeva (den Großgott) [?]; das Getragene gehört dem Vāyu; das Niedergehaltene dem Viṣṇu.
atha yāṃ samidhamādadhāmi āhutīnāṃ sā pratiṣṭhā yā pūrvāhutirdevāṃstayāpraiṣaṃ yadupāsīṣadam bārhaspatyaṃ tadyadapaikṣiṣīmaṃ cāmuṃ ca lokau tena samadhāṃ yottarāhutirmāṃ tayā svarge loke'dhām
Und das Scheit, das ich auflege: es ist der Halt (pratiṣṭhā) der Spenden. Die erste Spende: damit habe ich die Götter erfreut. Worauf ich mich setzte: das gehört dem Bṛhaspati (bzw. dem Brahman). Was ich angeblickt habe [?]: damit habe ich diese und jene Welt zusammengefügt. Die letzte Spende: damit habe ich mich in der Himmelswelt niedergesetzt.
Und was ich, nachdem ich geopfert habe, schwingen lasse: das gehört dem Vāyu. Was ich, nachdem ich den Löffel abgewischt habe, am Kūrca abwischte: damit habe ich Kräuter und Bäume erfreut. Was ich nach dem zweiten Abwischen rechts neben die Hand setzte [?]: damit habe ich die Väter (Pitṛs) erfreut. Was ich zuerst aß: damit habe ich mich selbst erfreut; was zweitens: damit die Nachkommenschaft. Und was ich, nachdem ich mich fortbewegt hatte, (mit) dem Wasser [?] (tat): damit habe ich die Tiere erfreut. Was ich, Wasser in den Löffel holend, aussprengte: damit habe ich die Schlangen und Götterleute (sarpadevajana) erfreut; das zweite: damit die Gandharvas und Apsarasen. Und was das dritte betrifft: dass ich nach dieser Richtung hinaufsprengte, damit habe ich die Tür der Himmelswelt aufgedeckt. Dass ich hinter dem Āhavanīya Wasser hinführte: damit habe ich dieser Welt Regen gegeben. Was ich zum Stehen brachte, was der Erde an Mangel war: damit habe ich es aufgefüllt. Dies ist uns beiden gemeinsam, Ehrwürdiger“ [Anm.: etan nau bhagavan saha, Sinn von saha unsicher], sagte er.
Śauceya, (nun) unterrichtet, sagte: „Ich will dich aber weiter fragen, Ehrwürdiger.“ – „Frage nur, Prācīnayogya.“ Er sprach: „Wenn zu der Zeit, da du opfern willst, deine Feuer herausgenommen wären, die Geräte bereitgelegt, und dir dann der Āhavanīya erlöschen würde (anugacet) – kennst du die Gefahr, die hierbei für den Opfernden entsteht?“ – „Ich kenne sie“, sagte er. „Schon bald würde sein ältester Sohn sterben, wem dies unbekannt wäre. Ich aber bin durch (meine) Kenntnisse darüber hinweggekommen.“ – „Was ist das Gewusste, was die Sühne (prāyaścitti)?“ – „Der Prāṇa (Einhauch) ist zum Udāna (Aufhauch) gegangen [Anm.: gemeint wohl als Deutung des Erlöschens]. Im Gārhapatya (Hausfeuer) würde ich eine Spende opfern; das ist die Sühne; damit begeht man kein Vergehen.“ – „Dies ist uns beiden gemeinsam, Ehrwürdiger“, sagte er.
Śauceya, unterrichtet, sagte: „Ich will dich aber weiter fragen, Ehrwürdiger.“ – „Frage nur, Prācīnayogya.“ Er sprach: „Wenn zu eben dieser Zeit dir der Gārhapatya erlöschen würde – kennst du die Gefahr, die hierbei für den Opfernden entsteht?“ – „Ich kenne sie“, sagte er. „Schon bald würde sein Hausherr (gṛhapati) sterben, wem dies unbekannt wäre. Ich aber bin durch (meine) Kenntnisse darüber hinweggekommen.“ – „Was ist das Gewusste, was die Sühne?“ – „Der Udāna ist zum Prāṇa gegangen. Im Āhavanīya würde ich eine Spende opfern; das ist die Sühne; damit begeht man kein Vergehen.“ – „Dies ist uns beiden gemeinsam, Ehrwürdiger“, sagte er.
Śauceya, unterrichtet, sagte: „Ich will dich aber weiter fragen, Ehrwürdiger.“ – „Frage nur, Prācīnayogya.“ Er sprach: „Wenn zu eben dieser Zeit dir der Anvāhāryapacana (das Südfeuer) [Anm.: Text verderbt: anvā?āryapacano, so ergänzt] erlöschen würde – kennst du die Gefahr, die hierbei für den Opfernden entsteht?“ – „Ich kenne sie“, sagte er. „Schon bald würden alle seine Tiere sterben, wem dies unbekannt wäre. Ich aber bin durch (meine) Kenntnisse darüber hinweggekommen.“ – „Was ist das Gewusste, was die Sühne?“ – „Der Vyāna (Zwischenhauch) ist zum Udāna gegangen. Im Gārhapatya würde ich eine Spende opfern; das ist die Sühne; damit begeht man kein Vergehen.“ – „Dies ist uns beiden gemeinsam, Ehrwürdiger“, sagte er.
Śauceya, unterrichtet, sagte: „Ich will dich aber weiter fragen, Ehrwürdiger.“ – „Frage nur, Prācīnayogya.“ Er sprach: „Wenn zu eben dieser Zeit dir alle Feuer erlöschen würden – kennst du die Gefahr, die hierbei für den Opfernden entsteht?“ – „Ich kenne sie“, sagte er. „Schon bald würde seine Familie ohne Erben (adāyāda) sein, wem dies unbekannt wäre. Ich aber bin durch (meine) Kenntnisse darüber hinweggekommen.“ – „Was ist das Gewusste, was die Sühne?“ – „Schon bald, nachdem ich ein Feuer gerieben habe, würde ich den Āhavanīya nach der Himmelsrichtung, aus der der Wind weht, herausnehmen und eine Vāyu-Spende opfern. Er möge wissen [Anm.: überliefert vidyāṃ, wohl vidyāt]: ‚Mein Agnihotra ist gelungen, es gehört allen Göttern.‘ Denn in Vāyu gehen alle Wesen ein, aus Vāyu werden sie wieder entlassen. Das ist die Sühne; damit begeht man kein Vergehen.“ – „Dies ist uns beiden gemeinsam, Ehrwürdiger“, sagte er.
Śauceya, unterrichtet, sagte: „Ich will dich aber weiter fragen, Ehrwürdiger.“ – „Frage nur, Prācīnayogya.“ Er sprach: „Wenn zu eben dieser Zeit bei Windstille (nivāte) alle Feuer erlöschen würden – kennst du die Gefahr, die hierbei für den Opfernden entsteht?“ – „Ich kenne sie“, sagte er. „In dieser Welt würde er nur Unerfreuliches sehen, in jener Unerfreuliches, wem dies unbekannt wäre. Ich aber bin durch (meine) Kenntnisse darüber hinweggekommen.“ – „Was ist das Gewusste, was die Sühne?“ – „Schon bald, nachdem ich ein Feuer gerieben und den Āhavanīya nach Osten herausgenommen habe, würde ich mich hinter den Āhavanīya setzen: ‚Ich selbst möchte dies trinken [?]‘ [Anm.: ahameva enat pibeyam, Objekt und Sinn unsicher]. Er möge wissen: ‚Mein Agnihotra ist gelungen, es gehört allen Göttern.‘ Denn in den Brāhmaṇa (Brahmanen) gehen alle Wesen ein, aus dem Brāhmaṇa werden sie wieder entlassen. Das ist die Sühne; damit begeht man kein Vergehen.“ – „Dies aber habe ich nicht gewusst“, sagte er.
Śauceya, unterrichtet, sagte: „Hier sind Brennholzscheite; ich komme (als Schüler) zu dir heran, Ehrwürdiger.“ Er sprach: „Hättest du nicht so gesprochen, wäre dein Kopf gespalten [wörtl. zerfallen] worden. Komm, tritt heran.“ – „So sei es.“ Er nahm ihn (als Schüler) an. Und er sagte ihm diese betrübendere [?] (śokatarā) Aussage [Anm.: śokatarām vyāhṛtim, Sinn unsicher]: „Was wahr ist – deshalb soll man nur Wahres sagen.“
„Ich bin zum Brahmacarya (Schülerstand) gekommen“, sagt er (der Schüler); damit übergibt er sich dem Brahman selbst. „Ich möchte Brahmacārin (Schüler) sein“, sagt er; damit vertraut er sich dem Brahman an. Dann sagt (der Lehrer) zu ihm: „Wie heißt du?“ Prajāpati ist nämlich „Ka“ (Wer); indem er ihn so zu einem Prajāpati-Zugehörigen macht, führt er ihn heran (upanayana).
athāsya hastaṃ gṛhṇāti indrasya brahmacāryasyagnirācāryastavāhamācāryastavāsāvityete vai śreṣṭhe baliṣṭhe devate etābhyāmevainaṃ śreṣṭhābhyām baliṣṭhābhyāṃ devatābhyām paridadāti tathā hāsya brahmacārī na kāṃ canārtimārcati na sa yaevaṃ veda
Dann ergreift er seine Hand: „Indras Schüler bist du, Agni ist dein Lehrer (ācārya), ich bin dein Lehrer, du (bist) der und der [Anm.: hier ist der Name einzusetzen].“ Das sind die besten und stärksten Götter; diesen besten und stärksten Göttern vertraut er ihn an. So gerät sein Schüler in keinerlei Not; auch nicht der, der dies so weiß.
athainam bhūtebhyaḥ paridadāti prajāpataye tvā paridadāmi devāya tvā savitre paridadāmītyete vai śreṣṭhe varṣiṣṭhe devate etābhyāmevainaṃ śreṣṭhābhyāṃ varṣiṣṭhābhyāṃ devatābhyām paridadāti tathā hāsya brahmacārī na kāṃ canārtimārcati na sa ya evaṃ veda
Dann vertraut er ihn den Wesen an: „Dem Prajāpati vertraue ich dich an; dem Gott Savitṛ vertraue ich dich an.“ Das sind die besten und ältesten (varṣiṣṭha) Götter; diesen vertraut er ihn an. So gerät sein Schüler in keinerlei Not; auch nicht der, der dies so weiß.
adbhyastvauṣadhībhyaḥ paridadāmīti tadenamadbhyaścauṣadhibhyaśca paridadāti dyāvāpṛthivībhyāṃ tvā paridadāmīti tadenamābhyāṃ dyāvāpṛthivībhyām paridadāti yayoridaṃ sarvamadhi viśvebhyastvā bhūtebhyaḥ paridadāmyariṣṭyā iti tadenaṃ sarvebhyo bhūtebhyaḥ paridadātyariṣṭyai tathā hāsya brahmacārī na kāṃ canārtimārcati na sa ya evaṃ veda
„Den Wassern und Pflanzen vertraue ich dich an“: damit vertraut er ihn den Wassern und Pflanzen an. „Dem Himmel und der Erde vertraue ich dich an“: damit vertraut er ihn diesen beiden, Himmel und Erde, an, (in) denen dies alles (eingeschlossen ist) [?]. „Allen Wesen vertraue ich dich an, zur Unversehrtheit (ariṣṭi)“: damit vertraut er ihn allen Wesen an, zur Unversehrtheit. So gerät sein Schüler in keinerlei Not; auch nicht der, der dies so weiß.
brahmacāryasītyāha brahmaṇa evainaṃ tatparidadātyapo'śā netyamṛtaṃ vā āpo'mṛtamaśānetyevainaṃ tadāha karma kurviti vīryaṃ vai karma vīryaṃ kurvityevainaṃ tadāha samidhamādhehīti samintsvātmānaṃ tejasā brahmavarcasenetyevainaṃ tadāha mā śuṣupthā iti mā mṛthā ityevainaṃ tadāhāpo'śānetyamṛtaṃ vā āpo'mṛtamaśānetyevainaṃ tadāha tadenamubhayato'mṛtena parigṛhṇāti tathā hāsya brahmacārī na kāṃ canārtimārcati na sa ya evaṃ veda
„Du bist Brahmacārin“, sagt er; damit vertraut er ihn dem Brahman an. „Nimm Wasser zu dir (apo 'śāna; wörtl. „iss Wasser“)“: Wasser ist Unsterblichkeit; „iss Unsterblichkeit“, sagt er ihm damit. „Tu dein Werk (karma)“: Kraft ist Werk; „tu Kraft“, sagt er ihm damit. „Lege das Scheit auf“: „Entflamme dich selbst mit Glanz und Brahmanenglanz (brahmavarcas)“, sagt er ihm damit. „Schlafe nicht (mā śuṣupthāḥ)“: „Stirb nicht“, sagt er ihm damit. „Nimm Wasser zu dir“: Wasser ist Unsterblichkeit; „iss Unsterblichkeit“, sagt er ihm damit. So umfasst er ihn von beiden Seiten mit Unsterblichem. So gerät sein Schüler in keinerlei Not; auch nicht der, der dies so weiß.
athāsmai sāvitrīmanvāha tāṃ ha smaitām purā saṃvatsare'nvāhuḥ saṃvatsarasammitā vai garbhāḥ prajāyante jāta evāsmiṃstadvācaṃ dadhma iti
Dann sagt er ihm die Sāvitrī (den Sāvitrī-Vers) vor. Früher sprachen sie sie erst nach einem Jahr vor: denn nach dem Maß eines Jahres (saṃvatsarasammita) werden Embryonen geboren; „erst wenn er geboren ist, legen wir dann Rede in ihn.“
Dann (sagt man sie) nach sechs Monaten (vor): denn sechs Jahreszeiten hat das Jahr; nach dem Maß eines Jahres werden Embryonen geboren; „erst wenn er geboren ist, legen wir dann Rede in ihn.“
Dann nach vierundzwanzig Tagen: denn vierundzwanzig Halbmonate hat das Jahr; nach dem Maß eines Jahres werden Embryonen geboren; „erst wenn er geboren ist, legen wir dann Rede in ihn.“
tadapi ślokaṃ gāyanti ācāryo garbhī bhavati hastamādhāya dakṣiṇam tṛtīyasyāṃ sa jāyate sāvitryā saha brāhmaṇa iti sadyo ha tvāva brāhmaṇāyānubrūyādāgneyo vai brāhmaṇaḥ sadyo vā agnirjāyate tasmātsadya eva brāhmaṇāyānubrūyāt
Dazu singen sie auch einen Vers (śloka): „Der Lehrer wird schwanger, indem er die rechte Hand (auf den Schüler) legt; in der dritten (Nacht) wird er geboren, zusammen mit der Sāvitrī, als Brāhmaṇa.“ Sofort aber soll er sie dem Brāhmaṇa vortragen: Agni-artig ist nämlich der Brāhmaṇa, und Agni wird sofort geboren; darum soll er sie dem Brāhmaṇa gerade sofort vortragen.
tāṃ haitāmeke sāvitrīmanuṣṭubhamanvāhurvāgvā anuṣṭuptadasminvācaṃ dadhma iti na tathā kuryādyo hainaṃ tatra brūyādā nvā ayamasya vācamadita mūko bhaviṣyatītīśvaro ha tathaiva syāttasmādetāṃ gāyatrīmeva sāvitrīmanubrūyāt
Einige tragen diese Sāvitrī in Anuṣṭubh-Metrum vor: Rede ist Anuṣṭubh; „wir legen damit Rede in ihn.“ So soll man es nicht tun; wenn einer da zu ihm sagte: „Dieser hat ihm ja die Rede aufgezehrt [?] (āditā); er wird stumm werden“, so könnte es tatsächlich so kommen. Darum soll man diese Sāvitrī nur im Gāyatrī-Metrum vortragen.
atha haike dakṣiṇataḥ tiṣṭhate vāsīnāya vānvāhurna tathā kuryādyo hainaṃ tatra brūyādbulbaṃ nvā ayamimamajījanata bulbo bhaviṣyatītīśvaro ha tathaiva syāttasmātpurastādeva pratīce samīkṣamāṇāyānubrūyāt
Und einige tragen sie ihm vor, wenn er rechts (dakṣiṇataḥ) steht oder sitzt. So soll man es nicht tun; wenn einer da zu ihm sagte: „Dieser hat da eine Missgeburt (bulba) [?] gezeugt; er wird ein bulba werden“, so könnte es tatsächlich so kommen. Darum soll man sie ihm nur vor (ihm) stehend (purastāt) vortragen, wenn er nach Westen blickt.
tāṃ vai paco'nvāha trayo vai prāṇāḥ prāṇa udāno vyānastānevāsmiṃstaddadhātyathārdharcaśo dvau vā imau prāṇau prāṇodānāveva prāṇodānāvevāsmiṃstaddadhātyatha kṛtsnāmeko vā ayam prāṇaḥ kṛtsna eva prāṇamevāsmiṃstatkṛtsnaṃ dadhāti
Diese trägt man ihm in Stücken [?] vor [Anm.: pacaḥ, wohl pādaśaḥ „Versviertel für Versviertel“ gemeint]: Drei sind die Lebenshauche: Prāṇa, Udāna, Vyāna; diese legt er damit in ihn. Dann halbversweise (ardharcaśaḥ): Zwei sind diese Lebenshauche, Prāṇa und Udāna; Prāṇa und Udāna legt er damit in ihn. Dann als Ganze: Einer ist dieser Prāṇa; den ganzen Prāṇa legt er damit in ihn.
tadāhuḥ na brahmaṇam brahmacaryamupanīya mithunaṃ caredgarbho vā eṣa bhavati yo brahmacaryamupaiti nedimam brahmaṇaṃ viṣiktādretaso janayānīti
Darüber sagt man: Man soll nicht, nachdem man das Brahmacarya (Brahmanenschülerschaft, Keuschheit) angenommen hat, den Beischlaf ausüben; denn ein Embryo ist der, der das Brahmacarya betritt. (Er denkt:) „Ich möchte doch diesen Brahmanen [?] nicht aus ausgespritztem Samen erzeugen.“ [Anm.: Der Satz ist im Text unsicher überliefert; „brahmaṇam“ ist unklar, vielleicht ist der Vedaschüler bzw. das Brahman (die heilige Rede) gemeint.]
Dazu sagt man aber auch: Man soll es nach Belieben tun. Denn es gibt zwei Arten dieser Geschöpfe: göttliche und menschliche. Die menschlichen Geschöpfe werden durch Zeugung geboren. Die göttlichen Geschöpfe aber sind die Metren (chandas); diese erzeugt er (der Schöpfer) aus dem Mund; von dort her erzeugt er auch diesen (den Vedaschüler?) [?]. Darum soll man nach Belieben (Umgang haben).
tadāhuḥ na brahmacārī sanmadhvaśnīyādoṣadhīnāṃ vā eṣa paramo raso yanmadhu nedannādyasyāntaṃ gacānītyatha ha smāha śvetaketurāruṇeyo brahmacārī sanmadhvaśnaṃstrayyai vā etadvidyāyai śiṣṭaṃ yanmadhu sa tu raso yasyedṛkśiṣṭamiti yathā ha vā ṛcaṃ vā yajurvā sāma vābhivyāharettādṛktadya evaṃ vidvānbrahmacārī sanmadhvaśnāti tasmādu kāmamevāśnīyāt
Darüber sagt man: Als Brahmacārin (Vedaschüler) soll man keinen Honig essen; der Honig ist der höchste Saft der Pflanzen; (man denkt:) „Ich möchte nicht an das Ende der Nahrung gelangen.“ Da sagte Śvetaketu Āruṇeya: „Wenn einer als Brahmacārin Honig isst, so ist der Honig doch der Rest der dreifachen Wissenschaft (trayī vidyā, der drei Veden); und das ist der Saft, dessen Rest solcherart ist.“ Wie wenn man einen Ṛc-Vers, ein Yajus oder ein Sāman (nur) hersagte, so ist es, wenn ein solcher Wissender als Brahmacārin Honig isst. Darum darf er nach Belieben essen.
Als die Götter aufwärts zur Himmelswelt gingen, verbargen die Asuras sie mit Finsternis. Sie sagten: „Es gibt für uns kein Vertreiben (der Asuras) außer durch ein Sattra (mehrtägige Opfersitzung). Wohlan, wir wollen uns zu einem Sattra niedersetzen.“
te śatāgniṣṭomaṃ sattramupeyuḥ te yāvadāsīnaḥ parāpaśyettāvatastamo'pāghnataivameva śatokthyena yāvattiṣṭhanparāpaśyettāvatastamo'pāghnata
Sie unternahmen ein Sattra aus hundert Agniṣṭoma-Feiern. So weit sie, sitzend, in die Ferne sahen, so viel Finsternis vertrieben sie. Ebenso (unternahmen sie) eines aus hundert Ukthya-Feiern: so weit sie, stehend, in die Ferne sahen, so viel Finsternis vertrieben sie.
te hocuḥ apa vāva tamo hanmahe na tveva sarvamiva hanta prajāpatim pitaram pratyayāmeti te prajāpatim pitaram pratītyocurasurā vai no bhagava ūrdhvāntsvargaṃ lokaṃ yatastamasāntaradadhuḥ
Sie sagten: „Wir vertreiben zwar die Finsternis, aber nicht gleichsam alles. Wohlan, wir wollen zu Prajāpati, dem Vater, gehen.“ Sie gingen zu Prajāpati, dem Vater, und sagten: „Herr, die Asuras haben uns, die wir aufwärts zur Himmelswelt gingen, mit Finsternis verdeckt.“
te śatāgniṣṭomaṃ sattramupaima te yāvadāsīnaḥ parāpaśyettāvatastamo'pāhanmahyevameva śatokthyena yāvattiṣṭhanparāpaśyettāvatastamo'pāhanmahi pra no bhagavañcādhi yathāsurāṃstamo'pahatya sarvam pāpmānamapahatya svargaṃ lokam prajñāsyāma iti
„Wir haben ein Sattra aus hundert Agniṣṭoma-Feiern unternommen; so weit wir, sitzend, in die Ferne sahen, so viel Finsternis haben wir vertrieben. Ebenso (eines) aus hundert Ukthya-Feiern; so weit wir, stehend, in die Ferne sahen, so viel Finsternis haben wir vertrieben. Belehre uns, Herr, wie wir, nachdem wir die Asuras und die Finsternis vertrieben, nachdem wir alles Übel vertrieben haben, die Himmelswelt erkennen (bzw. finden) werden.“
sa hovāca asarvakratubhyāṃ vai yajñābhyāmaganta yadagniṣṭomena cokthyena ca śatātirātraṃ sattramupeta tenāsurāṃstamo'pahatya sarvam pāpmānamapahatya svargaṃ lokam prajñāsyatheti
Er sagte: „Ihr seid zu zwei Opfern gegangen, die nicht das Ganze umfassen (asarvakratu), zu Agniṣṭoma und Ukthya. Unternehmt ein Sattra aus hundert Atirātra-Feiern; damit werdet ihr, nachdem ihr die Asuras und die Finsternis vertrieben und alles Übel vertrieben habt, die Himmelswelt erkennen.“
Sie unternahmen ein Sattra aus hundert Atirātra-Feiern; damit vertrieben sie die Asuras und die Finsternis, vertrieben alles Übel und erkannten die Himmelswelt. Bei ihnen aber kamen schon innerhalb der (ersten) fünfzig Tage die Rātri-Sāmans (Nacht-Sāmans) in die Tage hinein und die Tages-Sāmans in die Nacht, sie liefen gleichsam darüber hinweg [?].
te hocuḥ amuhāma vai na prajānīmo hanta prajāpatimeva pitaram pratyayāmeti te prajāpatimeva pitaram pratītyocurahanno rātrisāmāni rātryāmahno bhavanti naḥ vipaścidyajñānmugdhānvidvāndhīro'nuśādhi na iti
Sie sagten: „Wir sind verwirrt, wir erkennen (den Weg) nicht. Wohlan, wir wollen wieder zu Prajāpati, dem Vater, gehen.“ Sie gingen zu Prajāpati, dem Vater, und sagten: „Am Tage haben wir die Nacht-Sāmans, in der Nacht die Tages-Sāmans. Du, der Weise, Kundige, Standhafte, belehre uns über die verwirrten Opfer.“
tānhaitadupajagau mahāhimiva vai hradādbalīyānanvavet]ya anutta svādāsthānāttataḥ sattraṃ na tāyata iti
Ihnen sang er (Prajāpati) dies vor: „Wie eine große Schlange [?] (vom See her) stärker ..., (so) folgend; stoßt (sie) von ihrem (eigenen) Standort (āsthāna) fort; dann wird das Sattra nicht (weiter) ausgespannt.“ [Anm.: Der Vers ist stark verderbt (im Text steht ein Störzeichen); Wortlaut und Sinn sind unsicher, „hradāt“ = „vom See“ ist unklar.]
„Den Āśvina (Śastra, Rezitation für die Aśvins), wenn er (bei euch) gesprochen wird, den Prātaranuvāka (Morgenlitanei): stoßt ihn von dem Standort fort, von dem ihr ihn verstoßt; ihr, die ihr Weise seid, gleichsam wie Unweise. Geht mit dem Praśāstṛ (Priester) auf ihn zu; sprecht leise (und) nicht nach (apratiśaṃsata) [?].“
te hocuḥ kathaṃ nu bhagavaḥ śastaṃ kathamapratiśastamiti sa hovāca yatra hotāśvinaṃ śaṃsannāgneyāsya kratorgāyatrasya candasaḥ pāraṃ gacāttatpratiprasthātā vasatīvarīḥ parihṛtya maitrāvaruṇasya havirdhānayoḥ prātaranuvākamupākurutāduccairhotā śaṃsati śanairitaro jañjapyamāna ivānvāha tanna vācā vācam pratyeti na candasā candaḥ
Sie sagten: „Wie aber, Herr, ist es (recht) vorgetragen, wie ist es nicht nachvorgetragen (apratiśasta)?“ Er sagte: „Wo der Hotṛ, den Āśvina (Śastra) rezitierend, zum Ende des dem Agni gehörigen Kratu (Opferstücks), des Gāyatra-Metrums gelangt, da soll der Pratiprasthātṛ, nachdem er die Vasatīvarī-Wasser herumgetragen hat, am Havirdhāna (Wagenpaar des Opferfutters) des Maitrāvaruṇa (Priesters) [?] den Prātaranuvāka beginnen. Der Hotṛ rezitiert laut, der andere leise, wie murmelnd, spricht er (es) nach. Dann antwortet weder Wort dem Wort noch Metrum dem Metrum.“
„Wenn der Prātaranuvāka abgeschlossen ist, opfert man an dem jeweiligen Platz den Upāṃśu- und den Antaryāma-(Graha, Somaschalen), presst das Reinigungsseihtuch (pavitra) im Droṇakalaśa (Holzkufe) aus und legt es nieder. Nachdem man die Tirohnya-(Schalen) vollzogen hat, kehrt zurück und trinkt die Tirohnyas. Dann, nachdem ihr der Reihe nach den Opferschwanz (yajñapuccha) beendet, die Grahas oberhalb des Antaryāma genommen, die Tropfenspende (vipruṣāṃ homa) geopfert und mit dem Bahiṣpavamāna(-Stotra) die Saṃtani [?] gepriesen habt, geht am Tage selbst (zum Folgenden) weiter.“ [Anm.: „saṃtanim“ ist unsicher; die Anrede wechselt zwischen allgemeiner Regel und Befehl an die Götter.]
tadete'bhi ślokāḥ caturbhiḥ saindhavairyuktairdhīrā vyajahustamaḥ vidvāṃso ye śatakratu devāḥ sattramatanvateti
Dazu gibt es diese Strophen: „Mit vier angeschirrten Saindhava-(Rossen, aus dem Sindhu-Land) ließen die Weisen die Finsternis fahren, die Wissenden, die Götter, die das Hundert-Kratu-Sattra ausspannten.“
Denn vier sind hierbei angeschirrt: zwei Hotṛs (Rezitatoren) und zwei Adhvaryus. „Wie ein Kundiger die Kinnbacken (der Rosse) zurechtrichtend [?], verflochten die Weisen die Enden der beiden Tage.“ [Anm.: „pavernu śakveva“ ist verderbt; Übersetzung unsicher.] (Die Asuras sagen:) „Wir Dānavas erkennen ihren Opferfaden nicht, den ausgespannten; sie verwirren uns. Das Werk des früheren Tages umschließen (?) sie [?], das spannen sie mit dem nachfolgenden Tag weiter aus. Schwer erkennbar ist die Dichtung (Weisheit) der Götter: Somas, mit Somas verflochten, schwimmen dahin; gleiche (Somas) besprengen sie am Sitz wie Rosse, die das (Rennziel-)Holz tragen [?]; gefüllte Krüge des Fließenden im Sitz des Janamejaya [?].“ So wichen die Asura- und Rakṣas-Scharen zurück.
Fünf sind die großen Opfer (mahāyajña), und diese sind die großen Sattras: das Wesenopfer (bhūtayajña), das Menschenopfer (manuṣyayajña), das Väteropfer (pitṛyajña), das Götteropfer (devayajña) und das Brahma-Opfer (brahmayajña).
Täglich soll man den Wesen eine Spende (bali) darbringen; so vollendet man dieses Wesenopfer. Täglich soll man (etwas) geben, wäre es auch nur aus einem Wassergefäß; so vollendet man dieses Menschenopfer. Täglich soll man die Svadhā-Rufe (Väterspende) tun, wäre es auch nur aus einem Wassergefäß; so vollendet man dieses Väteropfer. Täglich soll man den Svāhā-Ruf tun, wäre es auch nur mit einem Stück Holz; so vollendet man dieses Götteropfer.
atha brahmayajñaḥ svādhyāyo vai brahmayajñastasya vā etasya brahmayajñasya vāgeva juhūrmana upabhṛccakṣurdhruvā medhā sruvaḥ satyamavabhṛthaḥ svargo loka udayanaṃ yāvantaṃ ha vā imām pṛthivīṃ vittena pūrṇāṃ dadaṃlokaṃ jayati tristāvantaṃ jayati bhūyāṃsaṃ cākṣayyaṃ ya evaṃ vidvānaharahaḥ svādhyāyamadhīte tasmātsvāhyāyo'dhyetavyaḥ
Nun das Brahma-Opfer: Das Brahma-Opfer ist das Selbststudium (svādhyāya, Veda-Rezitation). Von diesem Brahma-Opfer ist die Rede die Juhū (Opferlöffel), der Geist die Upabhṛt (Löffel), das Auge die Dhruvā (Löffel), die Einsicht (medhā) der Sruva (Löffel), die Wahrheit das Schlussbad (avabhṛtha), die Himmelswelt der Abschluss (udayana). So viel wie einer, der diese Erde mit Besitz gefüllt (verschenkte) [?], an Welt gewinnt, dreimal so viel gewinnt er, und mehr, und Unvergängliches, wer als Wissender täglich das Selbststudium betreibt. Darum soll man das Selbststudium betreiben.
payāahutayo ha vā etā devānām yadṛcaḥ sa ya evaṃ vidvānṛco'harahaḥ svādhyāyamadhīte payāahutibhireva taddevāṃstarpayati ta enaṃ tṛptāstarpayanti yogakṣemeṇa prāṇena retasā sarvātmanā sarvābhiḥ puṇyābhiḥ sampadbhirghṛtakulyā madhukulyāḥ pitṝ!ntsvadhā abhivahanti
Milchspenden (payasaḥ āhutayaḥ) für die Götter sind diese, nämlich die Ṛc-Verse. Wer als Wissender täglich die Ṛc-Verse im Selbststudium liest, der sättigt damit die Götter mit Milchspenden. Gesättigt sättigen sie ihn mit Erwerb und Bewahrung (yogakṣema), mit Lebenshauch, mit Samen, mit dem ganzen Selbst, mit allen glückbringenden Vorzügen. Ghee-Bäche, Honig-Bäche, Svadhās (Väterspenden) führen (ihm) zu den Vätern hin [?].
ājyāhutayo ha vā etā devānām yadyajūṃṣi sa ya evaṃ vidvānyajūṃṣyaharahaḥ svādhyāyamadhīta ājyāhutibhireva taddevāṃstarpayati ta enaṃ tṛptāstarpayanti yogakṣemeṇa prāṇena re
Schmalzspenden (ājyāhutayaḥ) für die Götter sind diese, nämlich die Yajus-Sprüche. Wer als Wissender täglich die Yajus im Selbststudium liest, der sättigt damit die Götter mit Schmalzspenden. Gesättigt sättigen sie ihn mit Erwerb und Bewahrung, mit Lebenshauch, mit Samen (usw. wie zuvor).
somāhutayo ha vā etā devānām yatsāmāni sa ya evaṃ vidvāntsāmānyaharahaḥ svādhyāyamadhīte somāhutibhireva taddevāṃstarpayati ta enaṃ tṛptāstarpayanti yogakṣemeṇa prāṇena re
Somaspenden für die Götter sind diese, nämlich die Sāmans. Wer als Wissender täglich die Sāmans im Selbststudium liest, der sättigt damit die Götter mit Somaspenden. Gesättigt sättigen sie ihn mit Erwerb und Bewahrung, mit Lebenshauch, mit Samen (usw. wie zuvor).
medāahutayo ha vā etā devānām yadatharvāṅgirasaḥ sa ya evaṃ vidvānatharvāṅgiraso'harahaḥ svādhyāyamadhīte medāahutibhireva taddevāṃstarpayati ta enaṃ tṛptāstarpayanti yogakṣemeṇa prāṇena re
Fettspenden (medas) für die Götter sind diese, nämlich die Atharvan- und Aṅgiras-(Texte). Wer als Wissender täglich die Atharvāṅgiras im Selbststudium liest, der sättigt damit die Götter mit Fettspenden. Gesättigt sättigen sie ihn mit Erwerb und Bewahrung, mit Lebenshauch, mit Samen (usw. wie zuvor).
madhvāhutayo ha vā etā devānām yadanuśāsanāni vidyā vākovākyamitihāsapurāṇaṃ gāthā nārāśaṃsyaḥ sa ya evaṃ vidvānanuśāsanāni vidyā vākovākyamitihāsapurāṇaṃ gāthā nārāśaṃsīrityaharahaḥ svādhyāyamadhīte madhvāhutibhireva taddevāṃstarpayati ta enaṃ tṛptāstarpayanti yogakṣemeṇa prāṇena re
Honigspenden für die Götter sind diese, nämlich die Unterweisungen (anuśāsana), die Wissenschaft (vidyā), das Wechselgespräch (vākovākya, Dialog), Itihāsa-Purāṇa (Erzählung und Altüberlieferung), die Gāthās (Strophen) und die Nārāśaṃsīs (Preisverse auf Menschen). Wer als Wissender täglich diese im Selbststudium liest, der sättigt damit die Götter mit Honigspenden. Gesättigt sättigen sie ihn mit Erwerb und Bewahrung, mit Lebenshauch, mit Samen (usw. wie zuvor).
tasya vā etasya brahmayajñasya catvāro vaṣaṭkārā yadvāto vāti yadvidyotate yatstanayati yadavasphūrjati tasmādevaṃvidvāte vāti vidyotamāne stanayatyavasphūrjatyadhīyītaiva vaṣaṭkārāṇāmacambaṭkārāyāti ha vai punarmṛtyum mucyate gacati brahmaṇaḥ sātmatāṃ sa cedapi prabalamiva na śaknuyādapyekaṃ devapadamadhīyītaiva tathā bhūtebhyo na hīyate
Von diesem Brahma-Opfer gibt es vier Vaṣaṭkāras (Opferrufe): wenn der Wind weht, wenn es blitzt, wenn es donnert, wenn es (mit Donner) kracht (avasphūrjati). Darum soll der, der es so weiß, wenn der Wind weht, es blitzt, donnert und kracht, (den Veda) rezitieren, damit die Vaṣaṭkāras nicht (unterbrochen werden) [?]. Er kommt über den Wiedertod hinaus, wird frei und gelangt zur Wesensgleichheit mit Brahman. Wenn er auch nicht gleichsam kräftig (viel) vermag, so soll er doch wenigstens einen einzigen „Götterschritt“ (devapada, Vers oder Wort) [?] rezitieren; so kommt er gegenüber den Wesen nicht zu kurz. [Anm.: „acambaṭkāra“ ist unklar.]
Nun folgt das Lob des Selbststudiums. Selbststudium und Lehren (svādhyāyapravacana) sind beide lieb. Er wird gesammelten Geistes, unabhängig, vollbringt täglich seine Anliegen, schläft gut, wird der beste Arzt seiner selbst; Zügelung der Sinne, Einpünktigkeit (ekārāmatā), Gedeihen der Einsicht, Ruhm und Reifung der Welt (lokapakti) [?]. Die wachsende Einsicht bringt für den Brahmanen vier Dinge hervor: Brahmanentum (brāhmaṇya), angemessenes Verhalten, Ruhm und Reifung der Welt. Die Welt, die reift, nährt (oder: genießt) den Brahmanen [?] mit vier Dingen: mit Verehrung, mit Gabe, dadurch dass er nicht bedrängt wird (ajyeyatā) und dadurch dass er nicht getötet werden darf (avadhyatā).
ye ha vai ke ca śramāḥ ime dyāvāpṛthivī antareṇa svādhyāyo haiva teṣām paramatā kāṣṭhā ya evaṃ vidvāntsvādhyāyamadhīte tasmātsvādhyāyo'dhyetavyaḥ
Was für Mühen es auch zwischen diesen beiden, Himmel und Erde, gibt: das Selbststudium ist für sie das höchste Ziel (kāṣṭhā). Wer als Wissender das Selbststudium betreibt (für den ist es so). Darum soll man das Selbststudium betreiben.
Mit welchem Metrum (Vedatext, chandas) auch immer dieser das Selbststudium betreibt, damit ist für ihn jeweils das entsprechende Opfer (yajñakratu) dargebracht, wenn er als Wissender das Selbststudium betreibt. Darum soll man das Selbststudium betreiben.
yadi ha vā apyabhyaktaḥ alaṃkṛtaḥ suhitaḥ sukhe śayane śayānaḥ svādhyāyamadhīta ā haiva sa nakhāgrebhyastapyate ya evaṃ vidvāntsvādhyāyamadhīte tasmātsvādhyāyo'dhyetavyaḥ
Selbst wenn einer gesalbt, geschmückt, satt, auf weichem Lager liegend das Selbststudium betreibt, so übt er (gleichsam) Askese (tapyate) bis in die Nagelspitzen, wenn er als Wissender das Selbststudium betreibt. Darum soll man das Selbststudium betreiben.
madhu ha vā ṛcaḥ ghṛtaṃ ha sāmānyamṛtaṃ yajūṃṣi yaddha vā ayaṃ vākovākyamadhīte kṣīraudanamāṃsaudanau haiva tau
Honig sind die Ṛc-Verse, Ghee die Sāmans, Unsterblichkeitstrank (amṛta) die Yajus-Sprüche. Was dieser aber als Wechselgespräch (vākovākya) liest, das sind Milchreis und Fleischreis.
madhunā ha vā eṣa devāṃstarpayati ya evaṃ vidvānṛco'harahaḥ svādhyāyamadhīte ta enaṃ tṛptāstarpayanti sarvaiḥ kāmaiḥ sarvairbhogaiḥ
Mit Honig sättigt dieser die Götter, der als Wissender täglich die Ṛc-Verse im Selbststudium liest. Gesättigt sättigen sie ihn mit allen Wünschen, mit allen Genüssen.
ghṛtena ha vā eṣa devāṃstarpayati ya evaṃ vidvāntsāmānyaharahaḥ svādhyāyamadhīte ta enaṃ tṛptā
Mit Ghee sättigt dieser die Götter, der als Wissender täglich die Sāmans im Selbststudium liest. Gesättigt sättigen sie ihn (mit allen Wünschen, mit allen Genüssen).
amṛtena ha vā eṣa devāṃstarpayati ya evaṃ vidvānyajūṃṣyaharahaḥ svādhyāyamadhīte ta enaṃ tṛptā
Mit Amṛta sättigt dieser die Götter, der als Wissender täglich die Yajus-Sprüche im Selbststudium liest. Gesättigt sättigen sie ihn (mit allen Wünschen, mit allen Genüssen).
kṣīraudanamāṃsaudanābhyāṃ ha vā eṣa devāṃstarpayati ya evaṃ vidvānvākovākyamitihāsapurāṇamityaharahaḥ svādhyāyamadhīte ta enaṃ tṛptā
Mit Milchreis und Fleischreis sättigt dieser die Götter, der als Wissender täglich Wechselgespräch, Itihāsa und Purāṇa im Selbststudium liest. Gesättigt sättigen sie ihn (mit allen Wünschen, mit allen Genüssen).
Die Wasser gehen, die Sonne geht, der Mond geht, die Sterne gehen. So wie diese Gottheiten, wenn sie nicht gingen, nichts bewirken würden, so ist es mit dem Brahmanen an dem Tag, an dem er das Selbststudium nicht betreibt. Darum soll man das Selbststudium betreiben. Darum soll man auch (nur) einen Ṛc-Vers oder ein Yajus oder ein Sāman oder eine Gāthā oder eine Kuṃvyā [?] hersagen, damit das Gelübde nicht unterbrochen wird. [Anm.: „kuṃvyā“ unbekannt.]
Prajāpati war im Anfang dies (All), einzig. Er wünschte: „Ich möchte sein, ich möchte mich fortpflanzen.“ Er mühte sich, er übte Askese (tapas). Aus ihm, der sich gemüht und Askese geübt hatte, wurden die drei Welten geschaffen: Erde, Luftraum, Himmel.
sa imāni trīṇi jyotīṃṣyabhitatāpa tebhyastaptebhyastrayo vedā ajāyantāgnerṛgvedo vāyoryajurvedaḥ sūryātsāmavedaḥ
Er erhitzte diese drei Lichter. Aus ihnen, den erhitzten, wurden die drei Veden geboren: aus Agni der Ṛgveda, aus Vāyu der Yajurveda, aus Sūrya der Sāmaveda.
sa imāṃstrīnvedānabhitatāpa tebhyastaptebhyastrīṇi śukrāṇyajāyanta bhūrityṛgvedādbhuva iti yajurvedātsvariti sāmavedāttadṛgvedenaiva hotramakurvata yajurvedenādhvaryavaṃ sāmavedenodgīthaṃ yadeva trayyai vidyāyai śukraṃ tena brahmatvamathoccakrāma
Er erhitzte diese drei Veden. Aus ihnen, den erhitzten, wurden drei Strahlungen (śukra, „Hellglänzendes“) geboren: „bhūḥ“ aus dem Ṛgveda, „bhuvaḥ“ aus dem Yajurveda, „svar“ aus dem Sāmaveda. Daher machten sie (die Priester) mit dem Ṛgveda das Hotṛ-Amt, mit dem Yajurveda das Adhvaryu-Amt, mit dem Sāmaveda den Udgītha (Gesang). Was aber der Glanz (śukra) der dreifachen Wissenschaft ist, damit (verrichtet man) das Brahman-Amt. Hierauf ging er (Prajāpati) hinaus [?]. [Anm.: „atha uccakrāma“ ist im Zusammenhang unsicher; das Subjekt könnte auch das Opfer sein.]
te devāḥ prajāpatimabruvan yadi na ṛkto vā yajuṣṭo vā sāmato vā yajño hvaletkenainam bhiṣajyemeti
Die Götter sagten zu Prajāpati: „Wenn das Opfer von der Ṛc-Seite, von der Yajus-Seite oder von der Sāman-Seite her strauchelte (hvalet, fehlginge), womit sollen wir es heilen?“
sa hovāca yadyṛkto bhūriti caturgṛhītamājyaṃ gṛhītvā gārhapatye juhavatha yadi yajuṣṭo bhuva iti caturgṛhītamājyaṃ gṛhītvāgnīdhrīye juhavathānvāhāryapacane vā haviryajñe yadi sāmataḥ svariti caturgṛhītamājyaṃ gṛhītvāhavanīye juhavatha yadyu avijñātamasatsarvāṇyanudrutyāhavanīye juhavatha tadṛgvedenaivargvedam bhiṣajyati yajurvedena yajurvedaṃ sāmavedena sāmavedaṃ sa yathā parvaṇā parva saṃdadhyādevaṃ haiva sa saṃdadhāti ya etābhirbhiṣajyatyatha yo hāto'nyena bhiṣajyati yathā śīrṇena śīrṇaṃ saṃdhitsedyathā vā śīrṇe garamabhinidadhyādevaṃ tattasmādevaṃvidameva brahmāṇaṃ kurvīta nānevaṃvidam
Er sagte: „Wenn von der Ṛc-Seite, so nehmt mit „bhūḥ“ viermal geschöpftes Schmalz und opfert es im Gārhapatya(-Feuer). Wenn von der Yajus-Seite, so nehmt mit „bhuvaḥ“ viermal geschöpftes Schmalz und opfert es im Āgnīdhrīya oder im Anvāhāryapacana(-Feuer) oder bei einem Haviryajña (Speiseopfer) [?]. Wenn von der Sāman-Seite, so nehmt mit „svar“ viermal geschöpftes Schmalz und opfert es im Āhavanīya. Wenn aber (die Fehlerstelle) unbekannt ist, so opfert ihr, nachdem ihr alles durchgegangen seid (anudrutya), im Āhavanīya.“ So heilt er den Ṛgveda mit dem Ṛgveda, den Yajurveda mit dem Yajurveda, den Sāmaveda mit dem Sāmaveda. Wie man Glied an Glied fügte, so fügt der es zusammen, der mit diesen heilt. Wer aber damit anders heilt, gleicht dem, der Zerbrochenes mit Zerbrochenem verbinden wollte, oder der Gift auf Zerbrochenes legte. Darum soll man nur einen solchen Wissenden zum Brahman-Priester machen, nicht einen Nichtwissenden.
Dazu sagt man: Wenn das Hotṛ-Amt mit dem Ṛc gemacht wird, das Adhvaryu-Amt mit dem Yajus, der Udgītha mit dem Sāman, womit dann das Brahman-Amt? Man soll sagen: „Mit dieser dreifachen Wissenschaft.“
Prajāpati ist dieser Aṃśu (Somastängel, erste Somaschale); er ist dessen Selbst, denn dieses Selbst ist Prajāpati. Die Rede ist der Adābhya (die „nicht zu Täuschende“, zweite Schale). Wenn er nun den Aṃśu genommen hat und dann den Adābhya nimmt, so richtet er damit sein eigenes Selbst zu und legt diese Rede in es hinein.
atha mano ha vā aṃśuḥ vāgadābhyaḥ prāṇa evāṃśurudāno'dābhyaścakṣurevāṃśuḥ śrotramadābhyastadyadetau grahau gṛhṇanti sarvatvāyaiva kṛtsnatāyai
Ferner: der Geist ist der Aṃśu, die Rede der Adābhya; der Hauch (prāṇa) ist der Aṃśu, der Aufhauch (udāna) der Adābhya; das Auge der Aṃśu, das Ohr der Adābhya. Dass man diese beiden Schalen nimmt, dient der Ganzheit und Vollständigkeit.
tato devāḥ arcantaḥ śrāmyantaścerusta etaṃ grahaṃ dadṛśuretamadābhyaṃ tamagṛhṇata te savanāni prāvṛhanta te sarvaṃ yajñaṃ samavṛñjatāntarāyannasurānyajñāt
Da gingen die Götter preisend und sich abmühend umher; sie erblickten diese Schale, den Adābhya, und nahmen sie. Sie rissen damit die (drei) Pressungen (savana) an sich und rafften das ganze Opfer an sich; sie trieben die Asuras vom Opfer fort.
te hocuḥ adabhāma vā enāniti tasmādadābhyo na vai no'dabhanniti tasmādadābhyo vāgvā adābhyaḥ seyamadabdhā vāktasmādvevādābhya evaṃ ha vai dviṣato bhrātṛvyasya sarvaṃ yajñaṃ saṃvṛṅkta evaṃ dviṣantam bhrātṛvyaṃ sarvasmādyajñānnirbhajati bahirdhā karoti ya u evametadveda
Sie sagten: „Wir haben sie überlistet (adabhāma).“ Darum (heißt sie) Adābhya. „Sie haben uns nicht überlistet (na adabhan).“ Darum Adābhya. Die Rede ist der Adābhya: diese Rede ist unbetrogen (adabdha), darum ist sie eben Adābhya. Wer dies so weiß, der entreißt dem feindlichen Rivalen das ganze Opfer, schließt den feindlichen Rivalen vom ganzen Opfer aus und setzt ihn nach draußen.
„Upayāma-genommen bist du. Dem Agni nehme ich dich, dessen Metrum die Gāyatrī ist“: die Gāyatrī gehört zur Morgenpressung; damit reißt er die Morgenpressung (für sich) an sich. „Dem Indra nehme ich dich, dessen Metrum die Triṣṭubh ist“: die Triṣṭubh gehört zur Mittagspressung; damit reißt er die Mittagspressung an sich. „Den Allgöttern nehme ich dich, deren Metrum die Jagatī ist“: die Jagatī gehört zur dritten Pressung; damit reißt er die dritte Pressung an sich. „Die Anuṣṭubh ist dein Zuruf (abhigara)“: was oberhalb der Pressungen liegt, das ist anuṣṭubhisch; eben das reißt er damit an sich. Diesen presst er nicht aus, denn der Stein (grāvan) ist der Donnerkeil (vajra), die Rede ist der Adābhya: „Ich möchte nicht die Rede mit dem Donnerkeil verletzen.“
Er schüttelt nur die Stängel: „Von den Vreśī-(Wassern) [?] ... dich, du Flieger (patman), schüttle ich; von den Kukūnana-... dich, Flieger, schüttle ich; von den Bhandana-... (den Jubelnden); von den Madintama-... (den Berauschendsten); von den Madhuntama-... (den Süßesten) dich, Flieger, schüttle ich“ [?]. Diese sind die göttlichen Wasser; sowohl die göttlichen Wasser als auch diese menschlichen: mit beiden legt er dabei Saft in ihn (den Soma). [Anm.: Die Wörter vreśī, kukūnana und patman sind unsicher; die Wiedergabe folgt dem Zusammenhang.]
„Den hellen Strahl (śukra) dich schüttle ich im hellen“: denn dies ist hell, wenn er es im Hellen schüttelt; „in die Gestalt des Tages, in die Strahlen der Sonne“: so schüttelt er ihn damit in die Gestalt des Tages und in die Strahlen der Sonne.
„Der Höcker (kakubh), die Gestalt des Stieres, leuchtet, hoch“: das ist der Höcker, die Gestalt des Stieres, der leuchtet, der hoch (bṛhat) ist, der hier brennt (die Sonne). „Der Helle ist der Vorläufer des Hellen, Soma der Vorläufer des Soma“: so macht er das Helle zum Vorläufer des Hellen und Soma zum Vorläufer des Soma. „Dir, dessen unbetrügbarer, wacher Name (der du bist), Soma, dir nehme ich dich“: das ist sein unbetrügbarer, wacher Name, nämlich die Rede; so nimmt er die Rede für die Rede.
athopaniṣkramya juhoti tasmai te soma somāya svāheti tatsomamevaitatsomāya juhoti tatho vācamagnau na pravṛṇaktyatha hiraṇyamabhivyanityasāveva bandhustasya tāvatīreva dakṣiṇā yāvatīraṃśoḥ
Dann geht er hinaus und opfert: „Dir, Soma, dem Soma svāhā“; so opfert er Soma dem Soma. Auf diese Weise zerstreut er die Rede nicht im Feuer. Dann haucht er (Atem?) auf das Gold [?]. Dieser ist sein Verwandter (bandhu); sein Lohn (dakṣiṇā) ist so groß, wie die Zahl der Aṃśu-Stängel. [Anm.: „abhivyaniti“ ist unsicher; Bedeutung „behaucht“ ist eine Vermutung, ebenso die Beziehung von „asau“.]
athāṃśūnpunarapyarjati uśiktvaṃ deva somāgneḥ priyam pātho'pīhi vaśī tvaṃ deva somendrasya priyaṃ pātho'pīhyasmatsakhā tvaṃ deva soma viśveṣāṃ devānām priyam pātho'pīhīti savanāni vā adaḥ pravṛhati tānyevaitatpunarāpyāyayatyayātayāmāni karoti tairayātayāmairyajñaṃ tanvate
Dann erwirbt (bzw. holt) er die Stängel wieder [?]: „Du, gieriger Gott Soma, gehe ein in Agnis liebes Trinken; du bist der Herrscher, Gott Soma, gehe ein in Indras liebes Trinken; du, unser Freund, Gott Soma, gehe ein in der Allgötter liebes Trinken.“ Denn die Pressungen hat er jenseits (an sich) gerissen; diese lässt er jetzt wieder anschwellen (āpyāyayati) und macht sie unverbraucht (ayātayāma); mit diesen unverbrauchten spannen sie das Opfer aus.