Quellen der Menschheit

Śatapatha-Brāhmaṇa (Śukla-Yajurveda) · Kāṇḍa 11

Adhyāya 8 Die Festigung der Welten, die vier Feuer, das Tieropfer für Prajāpati und die Sühne für die getötete Milchkuh

Brāhmaṇa 1 (Festigung der Welten): Die Welten sind zunächst unstet wie ein loses Rad; Prajāpati befestigt sie durch Berge, Flüsse, Vögel, Strahlen, Wolken und Sterne und ruft „mahas“ aus; die Verehrung mit „mahas“ nach dem Agnihotra sichert vor Vertreibung. Brāhmaṇa 2 (Die vier Feuer): āhita, uddhṛta, prahṛta, vihṛta, gedeutet auf Welten, Gottheiten und die Opferfeuer; daher soll man das Tieropfer am „vorzutragenden“ Feuer darbringen. Brāhmaṇa 3 (Tieropfer): Für welche Gottheit das Tier bestimmt sei (Prajāpati, Sūrya, Indra-Agni); Prajāpati sucht ein Wesen, mit dem er opfern kann, und findet in Āditya das Opfertier; die Āprī-Sprüche; die fünf Lebenshauche; was Agni, Vāyu, dem Menschen, den Tieren und dem Mond genommen wurde. Brāhmaṇa 4 (Sühne): Ein Tiger tötet die Samrāj-Milchkuh eines Keśin; Khaṇḍika Audbhāri nennt gegen die Warnung der Seinen die Sühne (Spenden, Ersatzkuh); Folge für seine Nachkommenschaft.

tadyathā ha vai idaṃ rathacakraṃ vā kaulālacakraṃ vāpratiṣṭhitaṃ krandedevaṃ haiveme lokā adhruvā apratiṣṭhitā āsuḥ

Wie ein Wagenrad oder ein Töpferrad, das nicht fest gegründet ist, knarren (oder: schreien) würde, ebenso waren diese Welten damals unstet und nicht fest gegründet.

sa ha prajāpatirīkṣāṃ cakre kathaṃ nvime lokā dhruvāḥ pratiṣṭhitāḥ syuriti sa ebhiścaiva parvatairnadībhiścemāmadṛṃhadvayobhiśca marīcibhiścāntarikṣaṃ jīmūtaiśca nakṣatraiśca divam

Da fasste Prajāpati den Gedanken: „Wie könnten diese Welten fest und gegründet sein?“ Und er befestigte diese (Erde) mit diesen Bergen und Flüssen, den Luftraum mit den Vögeln und den Lichtstrahlen, und mit den Wolken und den Sternen den Himmel [Anm.: die Zuordnung der Wolken (jīmūta) ist grammatisch offen; sie könnten auch zum Luftraum gehören].

sa maha iti vyāharat paśavo vai mahastasmādyasyaite bahavo bhavanti bhūyiṣṭhamasya kule mahīyante bahavo ha vā asyaite bhavanti bhūyiṣṭhaṃ hāsya kule mahīyante tasmādyadyenamāyatanādbādheranvā pra vā yāpayeyuragnihotraṃ hutvā maha ityupatiṣṭheta prati prajayā paśubhistiṣṭhati nāyatanāccyavate

Er rief „mahas!“ (Glanz, Größe) aus. Das Vieh nämlich ist „mahas“. Daher, wessen Vieh zahlreich ist, in dessen Geschlecht wird man am meisten geehrt (mahīyante, Wortspiel mit mahas). Denn zahlreich ist dies (Vieh) bei ihm, und am meisten wird in seinem Geschlecht geehrt. Wenn man ihn daher aus seinem Wohnsitz (āyatana) verdrängen oder vertreiben wollte, so soll er, nachdem er das Agnihotra (das tägliche Feueropfer) dargebracht hat, mit „mahas“ (die Feuer) verehren. Dann steht er fest mit Nachkommenschaft und Vieh und weicht nicht von seinem Wohnsitz.

catvāro ha vā agnayaḥ āhita uddhṛtaḥ prahṛto vihṛto'yameva loka āhito'ntarikṣaloka uddhṛto dyauṣprahṛto diśo vihṛto'gnirevāhito vāyuruddhṛta ādityaḥ prahṛtaścandramā vihṛto gārhapatya evāhita āhavanīya uddhṛto'tha yametamāhavanīyātprāñcam praṇayanti sa prahṛto'tha yametamudañcam paśuśrapaṇāyāharanti yaṃ copayaṅbhyaḥ sa vihṛtastasmātprahārye'gnau paśubandhena yajeta

Vier Feuer gibt es nämlich: das gesetzte (āhita), das herausgehobene (uddhṛta), das vorgetragene (prahṛta) und das auseinandergetragene (vihṛta). Diese Welt ist das gesetzte, die Welt des Luftraums das herausgehobene, der Himmel das vorgetragene, die Himmelsrichtungen das auseinandergetragene. Agni ist das gesetzte, Vāyu das herausgehobene, Āditya (die Sonne) das vorgetragene, Candramas (der Mond) das auseinandergetragene. Das Gārhapatya-Feuer (Hausherrenfeuer) ist das gesetzte, das Āhavanīya-Feuer (Opferfeuer) das herausgehobene. Dasjenige aber, das man vom Āhavanīya nach Osten vorführt, das ist das vorgetragene. Dasjenige, das man nach Norden trägt, um das Opfertier zu garen, und das, was … (yaṃ copayaṅbhyaḥ) [?; Text unsicher, vielleicht auf die Nebenfeuer/Nebenspenden bezogen], das ist das auseinandergetragene. Daher soll man am vorzutragenden Feuer mit dem Tieropfer (paśubandha) opfern.

tadāhuḥ kiṃdevatya eṣa paśuḥ syāditi prājāpatyaḥ syādityāhuḥ prajāpatirvā etamagre'bhyapaśyattasmātprājāpatya evaiṣa paśuḥ syāditi

Darüber sagt man: „Für welche Gottheit soll dieses Tier bestimmt sein?“ „Es soll für Prajāpati bestimmt sein“, sagt man, „denn Prajāpati hat es am Anfang zuerst erblickt; daher soll dieses Tier für Prajāpati bestimmt sein.“

atho apyāhuḥ saurya evaiṣa paśuḥ syāditi tasmādetasminnastamite paśavo badhyante badhnantyekānyathāgoṣṭhameka upasamāyanti tasmātsaurya evaiṣa paśuḥ syāditi

Aber man sagt auch: „Dieses Tier soll für Sūrya (die Sonne) bestimmt sein.“ Denn wenn diese untergegangen ist, werden die Tiere angebunden; die einen bindet man an, andere kommen dann zum Viehstall zusammen. „Daher soll dieses Tier für Sūrya bestimmt sein.“

atho apyāhuḥ aindrāgna evaiṣa paśuḥ syādityete vai devate anvantye devā yadyārto yajate pārayata eva yadi mahasāyajate pārayata eva tasmādaindrāgna evaiṣa paśuḥ syāditi

Und man sagt auch: „Dieses Tier soll für Indra und Agni bestimmt sein.“ Diese beiden Gottheiten nämlich sind … unter den Göttern (anvantye) [?; das Wort ist unklar, vielleicht „die letzten/nächsten“]. Wenn einer in Not opfert, so bringen sie ihn hinüber; wenn er mit Glanz (mahasā) opfert, so bringen sie ihn ebenfalls hinüber. „Daher soll dieses Tier für Indra und Agni bestimmt sein.“

prāṇa eva paśubandhaḥ tasmādyāvajjīvati nāsyānyaḥ paśūnāmīṣṭe baddhā hyāsminnete bhavanti

Der Tieropfer-Ritus (paśubandha) ist der Lebenshauch (prāṇa). Daher verfügt, solange einer lebt, kein anderer über sein Vieh; denn an ihm sind diese (Tiere) gebunden.

sa ha prajāpatiragnimuvāca yajai tvayā tvā labhā iti neti hovāca vāyum brūhīti sa ha vāyumuvāca yajai tvayā tvā labhā iti neti hovāca puruṣam brūhīti sa ha puruṣamuvāca yajai tvayā tvā labhā iti neti hovāca paśūnbrūhīti sa ha paśūnuvāca yajai yuṣmābhirā vo labhā iti neti hocuścandramasam brūhīti sa ha candramasamuvāca yajai tvayā tvā labhā iti neti hovācādityam brūhīti sa hādityamuvāca yajai tvayā tvā labhā iti tatheti hovāca ya u ta ete nācīkamanta kimu ma eteṣu syāditi yadyatkāmayethā iti tatheti tamālabhata so'syāyam paśurālabdhaḥ saṃjñapto'śvayattametābhirāprībhirāprīṇāttadyadenametābhirāprībhirāprīṇāttasmādāp riyo nāma tasmādu paśuṃ saṃjñaptam brūyācetāṃ nu muhūrtamiti sa yāvantamaśvamedheneṣṭvā lokaṃ jayati tāvantametena jayati

Da sagte Prajāpati zu Agni: „Ich will mit dir opfern, dich will ich (als Opfertier) ergreifen.“ „Nein“, sagte er, „nenne Vāyu.“ Da sagte er zu Vāyu: „Ich will mit dir opfern, dich will ich ergreifen.“ „Nein“, sagte er, „nenne den Menschen (puruṣa).“ Da sagte er zum Menschen: „Ich will mit dir opfern, dich will ich ergreifen.“ „Nein“, sagte er, „nenne die Tiere.“ Da sagte er zu den Tieren: „Ich will mit euch opfern, euch will ich ergreifen.“ „Nein“, sagten sie, „nenne den Mond.“ Da sagte er zum Mond: „Ich will mit dir opfern, dich will ich ergreifen.“ „Nein“, sagte er, „nenne Āditya.“ Da sagte er zu Āditya: „Ich will mit dir opfern, dich will ich ergreifen.“ „Gut“, sagte er, „was aber sollte ich bei diesen (anderen) haben, die dich nicht begehrten?“ „Was du auch wünschst.“ „Gut.“ Und er ergriff ihn. Dieser wurde dieses Opfertier, ergriffen und (rituell) getötet, und er schwoll an [?; aśvayat, Lesart unsicher]. Diesen besänftigte er mit diesen Āprī-Sprüchen (Besänftigungs-Sprüchen). Weil er ihn mit diesen Āprī-Sprüchen besänftigte, heißen sie „Āprī“. Deshalb soll man zu dem getöteten Tier sagen: „Sei nun einen Augenblick bei Bewusstsein (cetām nu muhūrtam)“ [?; die Form cetām ist unsicher]. Wieviel Welt einer gewinnt, wenn er mit dem Rossopfer (aśvamedha) geopfert hat, so viel gewinnt er hiermit.

tam prācī dik prāṇetyanuprāṇatprāṇamevāsmiṃstadadadhāttaṃ dakṣiṇā digvyānetyanuprāṇadvyānamevāsmiṃstadadadhāttam pratīcī digapānetyanuprāṇadapānamevāsmiṃstadadadhāttamudīcī digudānetyanuprāṇadudānamevāsmiṃstadadadhāttamūrdhvā dikṣamānetyanuprāṇatsamānamevāsmiṃstadadadhāttasmādu putraṃ jātamakṛttanābhim pañca brāhmaṇānbrūyādityenamanuprāṇiteti yadyu tānna vindedapi svayamevānuparikrāmamanuprāṇyātsa sarvamāyuretyā haiva jarāyai jīvati

Ihm atmete die östliche Himmelsrichtung mit „Prāṇa!“ nach; so legte er den Einatem (prāṇa) in ihn. Ihm atmete die südliche Himmelsrichtung mit „Vyāna!“ nach; so legte er den Zwischenatem (vyāna) in ihn. Ihm atmete die westliche Himmelsrichtung mit „Apāna!“ nach; so legte er den Ausatem (apāna) in ihn. Ihm atmete die nördliche Himmelsrichtung mit „Udāna!“ nach; so legte er den Aufatem (udāna) in ihn. Ihm atmete die obere Himmelsrichtung mit „Samāna!“ nach; so legte er den Ausgleichsatem (samāna) in ihn. Daher soll man bei einem neugeborenen Sohn, dessen Nabelschnur noch nicht durchtrennt ist, fünf Brahmanen sagen: „Atmet ihm nach!“ Wenn er diese nicht findet, soll er auch selbst herumgehen und ihm nachatmen. Dann erreicht (der Sohn) die ganze Lebenszeit und lebt bis ins Alter.

sa prāṇamevāgnerādatta tasmādeṣa nānupadhmāto nānupajvalito jvalatyātto hyasya prāṇa ā ha vai dviṣato bhrātṛvyasya prāṇaṃ datte ya evaṃ veda

Er nahm dem Agni den Lebenshauch. Daher brennt dieser nicht, ohne angeblasen und ohne angezündet zu sein; denn sein Lebenshauch ist ihm genommen. Wer dies so weiß, nimmt dem feindlichen Nebenbuhler (dviṣan bhrātṛvya) den Lebenshauch.

rūpameva vāyorādatta tasmādetasya lelayata ivaivopaśṛṇvanti na tvenam paśyantyāttaṃ hyasya rūpamā ha vai dviṣato bhrātṛvyasya rūpaṃ datte ya evaṃ veda

Er nahm dem Vāyu die Gestalt. Daher hört man ihn nur gleichsam schwirrend (lelayata iva) [?; Bedeutung von lelayat unsicher, etwa „flackernd, sich hin und her bewegend“], sieht ihn aber nicht; denn seine Gestalt ist ihm genommen. Wer dies so weiß, nimmt dem feindlichen Nebenbuhler die Gestalt.

cittameva puruṣasyādatta tasmādāhurdevacittaṃ tvāvatu mā manuṣyacittamityāttaṃ hyasya cittamā ha vai dviṣato bhrātṛvyasya cittaṃ datte ya evaṃ veda

Er nahm dem Menschen das Denken (citta). Daher sagt man: „Göttliches Denken möge mich schützen, nicht menschliches Denken“; denn sein Denken ist ihm genommen. Wer dies so weiß, nimmt dem feindlichen Nebenbuhler das Denken.

cakṣureva paśūnāmādatta tasmādete cākaśyamānā ivaiva na jānantyatha yadaivopajighrantyatha jānantyāttaṃ hyeṣāṃ cakṣurā ha vai dviṣato bhrātṛvyasya cakṣurtatte ya evaṃ veda

Er nahm den Tieren das Auge. Daher sehen sie nur gleichsam schauend (cākaśyamānā iva) und erkennen nicht; erst wenn sie daran riechen, erkennen sie; denn ihr Auge ist ihnen genommen. Wer dies so weiß, nimmt dem feindlichen Nebenbuhler das Auge.

bhāmeva candramasa ādatta tasmādetayoḥ sadṛśayoḥ satornatarāṃ candramā bhātyāttā hyasya bhā ā ha vai dviṣato bhrātṛvyasya bhāṃ datte ya evaṃ veda tadyadādatta tasmādādityaḥ

Er nahm dem Mond den Glanz (bhā). Daher strahlt der Mond, obwohl beide (Sonne und Mond) einander gleichen, weniger hell; denn sein Glanz ist ihm genommen. Wer dies so weiß, nimmt dem feindlichen Nebenbuhler den Glanz. Weil er (dies alles) nahm (ādatta), (heißt er) Āditya.

keśigṛhapatīnāmu ha samrāḍdughāṃ śārdūlo jaghāna sa ha sasattriṇa āmantrayāṃ cakre keha prāyaścittiriti te hocurneha prāyaścittirasti khaṇḍika evaudbhārirasya prāyaścittiṃ veda sa u ta etādṛkcaiva kāmayate'taśca pāpīya iti

Einem der Keśin-Hausherren (Keśigṛhapati) nun tötete ein Tiger die Samrāj-Milchkuh (samrāḍ-dughā, „Herrscher-Milchkuh“) [?; Bedeutung und Bezug des Namens unsicher]. Er rief seine Mit-Opferer (sasattrin) an: „Gibt es hier eine Sühne (prāyaścitti)?“ Sie sagten: „Hier gibt es keine Sühne. Nur Khaṇḍika Audbhāri kennt seine Sühne. Der aber wünscht dir Ähnliches und noch Schlimmeres als dies.“

sa hovāca saṃgrahītaryuṅgdhi me syantsyāmi sa yadyaha me vakṣyati samāpsyāmi yadyu mā mārayiṣyati yajñaṃ vikṛṣṭamanu vikrakṣya iti

Da sagte er: „Wagenlenker (saṃgrahītṛ), spann für mich an! Ich will aufbrechen [Anm.: syantsyāmi mehrdeutig; vielleicht „ich will (es) zu Ende bringen“]. Wenn er es mir sagt, werde ich (die Sache) vollenden; wenn er mich aber umbringen lässt, so werde ich dem zerrissenen Opfer nachgehen [?; vikrakṣye, vikṛṣṭa unsicher].“

sa ha yuktvā yayāvājagāma taṃ ha pratikhyāyovāca yannvetānyevājināni mṛgeṣu bhavantyathaiṣām pṛṣṭīrapiśīrya pacāmahe kṛṣṇājinam me grīvāsvābaddhamityeva medamadhṛṣo'bhyavasyanttū3 miti

Er spannte an, fuhr hin und kam zu ihm. Diesen sah er, und (Khaṇḍika) sagte: „Nun, diese Felle, die es bei den Wildtieren gibt: deren Rückenstücke kochen wir, nachdem wir sie zerkleinert haben; ‚ein Antilopenfell, mir um den Hals gebunden‘ — so, wie dieses (wagen) sie es, unerschrocken (adhṛṣaḥ) [es] zu … (abhyavasyan), nicht wahr?“ [Anm.: Stelle sprachlich dunkel und wohl verderbt; Sinn und Sprecher nicht sicher, wörtlich wiedergegeben].

neti hovāca samrāḍdughāṃ vai me bhagavaḥ śārdūlo'vadhītsa yadyaha me vakṣyasi samāpsyāmi yadyu mā mārayiṣyasi yajñaṃ vikṛṣṭamanu vikrakṣya iti

„Nein“, sagte er. „Meine Samrāj-Milchkuh, Herr, hat ein Tiger getötet. Wenn du es mir sagen wirst, werde ich (die Sache) vollenden; wenn du mich aber umbringen lässt, so werde ich dem zerrissenen Opfer nachgehen.“

sa hovāca āmantraṇīyānnvāmantrayā iti tānhāmantryovāca yadyasmai vakṣyāmyamuṣyaivedam prajā bhaviṣyati na mama lokī tvaham bhaviṣyāmi yadyu vā asmai na vakṣyāmi mamaivedam prajā bhaviṣyati nāmuṣya lokī tvasau bhaviṣyatīti te hocurmā bhagavo voco'yaṃ vāva kṣatriyasya loka iti sa hovāca vakṣyāmyevāmūrvai rātrayo bhūyasya iti

Da sagte er: „Darf ich die (zu Befragenden) befragen?“ Er befragte sie und sagte: „Wenn ich es diesem sage, so wird diese Nachkommenschaft die jenes (anderen) sein, und ich werde nicht Besitzer dieser Welt (lokin) sein. Wenn ich es ihm aber nicht sage, so wird diese Nachkommenschaft die meine sein, und jener wird nicht Besitzer der Welt sein.“ Sie sagten: „Sprich nicht, Herr! Dies ist ja die Welt des Kṣatriya.“ Da sagte er: „Ich werde es dennoch sagen. Jene Nächte sind ja zahlreicher (amūr vai rātrayo bhūyasyaḥ)“ [?; Sinn unsicher, vielleicht Bezug auf die Nächte im Jenseits].

tasmā u haitaduvāca spṛtīrhutvānyāmājateti brūtātsā te samrāḍdughā syāditi candrātte mana spṛṇomi svāhā sūryātte cakṣu spṛṇomi svāhā vātātte prāṇāntspṛṇomi svāhā digbhyaste śrotraṃ spṛṇomi svāhādbhyaste lohitaṃ spṛṇomi svāhā pṛthivyai te śarīraṃ spṛṇomi svāhetyathānyāmājateti brūtātsā te samrāḍdughā syāditi tato haiva sa utsasāda kaiśinīrevemā apyetarhi prajā jāyante

Diesem sagte er nun dies: „Nachdem du die Spṛti-Spenden (Spenden des „Erlösens/Erwerbens“, spṛti) dargebracht hast, sprich: ‚Treibt eine andere herbei!‘ Dann wird sie deine Samrāj-Milchkuh sein. (Sprich:) ‚Vom Mond her erwerbe ich dir den Geist, svāhā! Von der Sonne her erwerbe ich dir das Auge, svāhā! Vom Wind her erwerbe ich dir die Lebenshauche, svāhā! Von den Himmelsrichtungen her erwerbe ich dir das Gehör, svāhā! Vom Wasser her erwerbe ich dir das Blut, svāhā! Von der Erde her erwerbe ich dir den Leib, svāhā!‘ Dann sprich: ‚Treibt eine andere herbei!‘ Dann wird sie deine Samrāj-Milchkuh sein.“ Von da an ging jener zugrunde (utsasāda) [?; Bezug von „jener“ und Bedeutung „ging zugrunde“ nicht sicher], und noch heute werden diese Nachkommen als Kaiśinī (Keśin-Abkömmlinge) geboren.

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