Quellen der Menschheit

Śatapatha-Brāhmaṇa (Śukla-Yajurveda) · Dreizehntes Kāṇḍa

Adhyāya 1 Die Weihe des Brahmaudana und des Opferrosses, die Zügel- und Besprengungsformeln, die Vaiśvadeva-Dīkṣā-Arithmetik, und die Segensformeln für Brahmane, Krieger, Vieh und Nachkommenschaft

brahmaudanam pacati reta eva taddhatte yadājyamuciṣyate tena raśanāmabhyajyādatte tejo vā ājyam prājāpatyo'śvaḥ prajāpatimeva tejasā samardhayatyapūto vā eṣo'medhyo yadaśvaḥ

Man kocht den Brahmaudana, den Brei für die Brahman-Priester. Das ist eben der Same, den man damit ergreift. Was an Schmalz (Ājya) darin köchelt, damit salbt man den Zügel (Raśanā) ein und ergreift ihn. Das Schmalz ist ja Glanz (Tejas); der Prajāpati-gehörige Aśva wird eben durch Glanz mit Prajāpati vervollständigt. Unrein, nicht rein-für-das-Opfer, ist dieser [Same], solange er nur Roß ist.

darbhamayī raśanā bhavati pavitraṃ vai darbhāḥ punātyevainam pūtamevainam medhyamālabhate

Der Zügel besteht aus Darbha-Gras; die Darbha-Halme sind ja ein Reinigungsmittel (Pavitra); er reinigt ihn damit, und nur gereinigt, rein-für-das-Opfer, ergreift er ihn.

aśvasya vā ālabdhasya reta udakrāmattatsuvarṇaṃ hiraṇyamabhavadyatsuvarṇaṃ hiraṇyaṃ dadātyaśvameva retasā samardhayati

Als das Roß ergriffen wurde, trat sein Same aus; der wurde zu goldenem Metall (Suvarṇa, Hiraṇya). Dass man goldenes Metall gibt, bedeutet: man stärkt eben das Roß durch den eigenen Samen.

prajāpatiryajñamasṛjata tasya mahimāpākrāmatsa mahartvijaḥ prāviśattam mahartvigbhiranvaicattam mahartvigbhiranvavindadyanmahartvijo brahmaudanam prāśnanti mahimānameva tadyajñasya yajamāno'varunddhe brahmaudane suvarṇaṃ hiraṇyaṃ dadāti reto vā odano reto hiraṇyaṃ retasaivāsmiṃstadreto dadhāti śatamānam bhavati śatāyurvai puruṣaḥ śatendriya āyurevendriyaṃ vīryamātmandhatte catuṣṭayīrapo vasatīvarīrmadhyamāyāhne gṛhṇāti tā digbhyaḥ samāhṛtā bhavanti dikṣu vā annamannamāpo'nnenaivāsmā annamavarunddhe

Prajāpati schuf das Opfer; von ihm entwich die Größe (Mahiman); diese ging in die Groß-Opferpriester (Mahartvij) ein; er suchte sie in den Groß-Opferpriestern; er fand sie in den Groß-Opferpriestern. Dass die Groß-Opferpriester vom Brahmaudana essen, bedeutet: eben die Größe des Opfers erlangt damit der Opferherr. Beim Brahmaudana gibt man goldenes Metall; der Brei (Odana) ist ja Same, und das Metall ist Same – durch diesen Samen legt er ihm eben seinen Samen bei. Er wiegt hundert Māna [Anm.: ein Gewichtsmaß]; denn der Mensch hat eine Lebensspanne von hundert Jahren, hundert Sinnesvermögen – die Lebensspanne ist ja das Sinnesvermögen; so legt er ihm Kraft in sein Selbst. Vier Gefäße Wasser, die Vasatīvarī-Wasser, nimmt man in der Mitte des Tages; diese sind aus allen Richtungen zusammengetragen; denn in den Richtungen ist Speise – mit Speise eben verschafft er ihm so Speise.

vyṛddhamu vā etadyajñasya yadayajuṣkeṇa kriyata imāmagṛbhṇanraśanāmṛtasyetyaśvābhidhānīmādatte yajuṣkṛtyai yajñasya samṛddhyai dvādaśāratnirbhavati dvādaśa māsāḥ saṃvatsaraḥ saṃvatsarameva yajñamāpnoti

Fürwahr, mangelhaft ist es beim Opfer, wenn etwas ohne begleitende Yajus-Formel getan wird. Mit der Formel „Ich ergreife diesen Zügel der Wahrheit (Ṛta)“ nimmt er den Halfter (Aśvābhidhānī) des Rosses; zur Vollziehung mit Yajus, zum Gedeihen des Opfers. Er ist zwölf Ellen lang [Anm.: Aratni, ein Längenmaß]; zwölf Monate hat das Jahr – so erlangt er eben das Jahr als Opfer.

tadāhuḥ dvādaśāratnī raśanā kāryā3 trayodaśāratnī3rityṛṣabho vā eṣa ṛtūnāṃ yatsaṃvatsarastasya trayodaśo māso viṣṭapamṛṣabha eṣa yajñānāṃ yadaśvamedho yathā vā ṛṣabhasya viṣṭapamevametasya viṣṭapaṃ trayodaśamaratniṃ raśanāyāmupādadhyāttadyatha ṛṣabhasya viṣṭapaṃ saṃstriyate tādṛktat

Dazu sagt man: „Zwölf Ellen lang soll der Zügel gemacht werden“ [Anm.: die Ziffer „3“ im Quelltext markiert hier die dreifach gedehnte Pluta-Aussprache der vorangehenden Silbe, wie an früherer Stelle dieses Werks], „[oder] dreizehn Ellen“ – denn dieses Jahr ist der Stier (Ṛṣabha) unter den Jahreszeiten; dessen dreizehnter Monat ist wie der Buckel (Viṣṭapa) des Stiers; dieser Aśvamedha ist der Stier unter den Opfern. So wie der Buckel des Stiers beschaffen ist, ebenso ist dessen Buckel: man soll die dreizehnte Elle des Zügels zusätzlich anlegen; denn so wie der Buckel des Stiers zusammengedrängt ist, ebenso ist es damit gemeint.

abhidhā asīti tasmādaśvamedhayājī sarvā diśo'bhijayati bhuvanamasīti bhuvanaṃ tajjayati yantāsi dharteti yantāramevainaṃ dhartāraṃ karoti sa tvamagniṃ vaiśvānaramityagnimevainaṃ vaiśvānaraṃ gamayati saprathasaṃ gaceti prajayaivainam paśubhiḥ prathayati svāhākṛta iti vaṣaṭkāra evāsyaiṣa svagā tvā devebhya iti devebhya evainaṃ svagā karoti prajāpataya iti prājāpatyo'śvaḥ svayaivainaṃ devatayā samardhayati

„Du bist die Halfter (Abhidhā)“ – deshalb erobert, wer den Aśvamedha opfert, alle Himmelsrichtungen. „Du bist die Welt (Bhuvana)“ – damit erobert er die Welt. „Du bist der Lenker, der Träger“ – damit macht er ihn eben zum Lenker, zum Träger. „Du bist Agni Vaiśvānara“ – damit lässt er ihn eben zu Agni Vaiśvānara gelangen. „Geh, dich ausbreitend“ – damit breitet er ihn eben mit Nachkommenschaft und Vieh aus. „Zum Svāhā-Ruf gemacht“ – das ist ihm eben der Vaṣaṭ-Ruf. „Svagā sei dir von den Göttern“ – damit verschafft er ihm eben Heil von den Göttern. „Dir gehöre er dem Prajāpati“ – denn der Prajāpati-gehörige Aśva stärkt ihn eben durch die eigene Gottheit.

īśvaro vā eṣaḥ ārtimārtoryo brahmaṇe devebhyo'pratiprocyāśvaṃ badhnāti brahmannaśvam bhantsyāmi devebhyaḥ prajāpataye tena rādhyāsamiti brahmāṇamāmantrayate brahmaṇa evainam pratiprocya badhnāti nārtimārcati taṃ badhāna devebhyaḥ prajāpataye tena rādhnuhīti brahmā prasauti svayaivainaṃ devatayā samardhayatyatha prokṣatyasāveva bandhuḥ

Wer das Roß bindet, ohne es zuvor dem Brahman-Priester für die Götter angekündigt zu haben, der ist fürwahr in Gefahr, in Not zu geraten. „Brahmane, ich werde das Roß für die Götter, für Prajāpati binden; damit möge es mir gelingen“ – so spricht er den Brahman-Priester an. Erst nachdem er es dem Brahman-Priester angekündigt hat, bindet er es; so gerät er nicht in Not. „Binde es für die Götter, für Prajāpati; damit möge es dir gelingen“ – so gibt der Brahman-Priester die Erlaubnis; damit stärkt er ihn eben durch die eigene Gottheit des Brahman. Dann besprengt er es – jener Prajāpati eben ist sein Verwandter (Bandhu).

sa prokṣati prajāpataye tvā juṣṭam prokṣāmīti prajāpatirvai devānāṃ vīryavattamo vīryamevāsmindadhāti tasmādaśvaḥ paśūnāṃ vīryavattamaḥ

Er besprengt es: „Dem Prajāpati geweiht besprenge ich dich, den Willkommenen.“ Prajāpati ist ja der Kraftvollste unter den Göttern; so legt er eben Kraft in es hinein; deshalb ist das Roß das kraftvollste unter den Tieren.

indrāgnibhyāṃ tvā juṣṭam prokṣāmīti indrāgnī vai devānāmojasvitamā oja evāsmindadhāti tasmādaśvaḥ paśūnāmojasvitamaḥ

„Für Indra und Agni geweiht besprenge ich dich, den Willkommenen.“ Indra und Agni sind ja die Kraftreichsten unter den Göttern; so legt er eben Kraft in es hinein; deshalb ist das Roß das kraftreichste unter den Tieren.

vāyave tvā juṣṭam prokṣāmīti vāyurvai devānāmāśiṣṭho javamevāsmindadhāti tasmādaśvaḥ paśūnāmāśiṣṭhaḥ

„Für Vāyu geweiht besprenge ich dich, den Willkommenen.“ Vāyu ist ja der Schnellste unter den Göttern; so legt er eben Schnelligkeit in es hinein; deshalb ist das Roß das schnellste unter den Tieren.

viśvebhyastvā devebhyo juṣṭam prokṣāmīti viśve vai devā devānāṃ yaśasvitamā yaśa evāsmindadhāti tasmādaśvaḥ paśūnāṃ yaśasvitamaḥ sarvebhyastvā devebhyo juṣṭam prokṣāmīti

„Für die Allgötter geweiht besprenge ich dich, den Willkommenen.“ Die Allgötter sind ja die Ruhmreichsten unter den Göttern; so legt er eben Ruhm in es hinein; deshalb ist das Roß das ruhmreichste unter den Tieren. „Für alle Götter geweiht besprenge ich dich, den Willkommenen.“

tadāhuḥ yatprājāpatyo'śvo'tha kathāpyanyābhyo devatābhyaḥ prokṣatīti sarvā vai devatā aśvamedhe'nvāyattā yadāha sarvebhyastvā devebhyaḥ prokṣāmīti sarvā evāsmindevatā anvāyātayati tasmādaśvamedhe sarvā devatā anvāyattāḥ pāpmā vā etam bhrātṛvya īpsati yo'śvamedhena yajeta vajro'śvaḥ paro martaḥ paraḥ śveti śvānaṃ caturakṣaṃ hatvādhaspadamaśvasyopaplāvayati vajreṇaivainamavakrāmati nainam pāpmā bhrātṛvya āpnoti

Dazu sagt man: „Wenn das Roß dem Prajāpati gehört, wie besprengt man es dann auch für andere Gottheiten?“ Alle Gottheiten sind ja beim Aśvamedha zugehörig; wenn er spricht „für alle Götter besprenge ich dich“, dann lässt er eben alle Gottheiten darin eingehen; deshalb sind beim Aśvamedha alle Gottheiten zugehörig. Übel (Pāpman) und Nebenbuhler (Bhrātṛvya) trachten fürwahr nach dem, der mit dem Aśvamedha opfert. Das Roß ist Vajra, der Donnerkeil; „jenseits des Todes, jenseits des Hundes“ [Anm.: paraḥ śvā, Wortspiel mit aśva/śvan] – mit diesen Worten erschlägt er einen vieräugigen Hund und wälzt ihn unter den Huf-Bereich des Rosses; damit eben überschreitet er es, das Übel, mit dem Vajra; das Übel, der Nebenbuhler, erreicht es nicht.

yathā vai haviṣo'hutasya skandet evametatpaśo skandati yaṃ niktamanālabdhamutsṛjanti yatstokīyā juhoti sarvahutamevainaṃ juhotyaskandāyāskannaṃ hi tadyaddhutasya skandati sahasraṃ juhoti sahasrasammito vai svargo lokaḥ svargasya lokasyābhijityai

So wie etwas von einer dargebrachten Opferspende verschüttet werden könnte, ebenso verschüttet sich gleichsam etwas von diesem Tier, dem Opferroß, das man, gewaschen aber nicht wirklich geopfert, wieder freilässt [Anm.: bezieht sich auf den symbolischen Freilauf des Opferrosses vor der eigentlichen Opferung]. Wenn er die Stokīyā-Spenden darbringt, bringt er es dadurch vollständig geopfert dar – damit es nicht verschüttet werde; denn dies ist wie das Verschütten, wenn etwas von einer dargebrachten Spende verschüttet wird. Er opfert tausendfach; tausendfach bemessen ist ja die Himmelswelt – zur Eroberung der Himmelswelt.

tadāhuḥ yanmitā juhuyātparimitamavarundhītetyamitā juhotyaparimitasyaivāvaruddhyā uvāca ha prajāpati stokīyāsu vā ahamaśvamedhaṃ saṃsthāpayāmi tena saṃsthitenaivāta ūrdhvaṃ carāmīti

Dazu sagt man: „Wenn er nur eine begrenzte Zahl von Spenden darbrächte, würde er sich auch nur Begrenztes verschaffen“ – deshalb bringt er unbegrenzt viele Spenden dar, zur Verschaffung eben des Unbegrenzten. Prajāpati sprach: „Bei den Stokīyā-Spenden vollende ich den Aśvamedha; mit diesem Vollendeten eben schreite ich von da an weiter.“

agnaye svāheti agnaya evainaṃ juhoti somāya svāheti somāyaivainaṃ juhotyapām modāya svāhetyadbhya evainaṃ juhoti savitre svāheti savitra evainaṃ juhoti vāyave svāheti vāyava evainaṃ juhoti viṣṇave svāheti viṣṇava evainaṃ juhotīndrāya svāhetīndrāyaivainaṃ juhoti bṛhaspataye svāheti bṛhaspataya evainaṃ juhoti mitrāya svāheti mitrāyaivainaṃ juhoti varuṇāya svāheti varuṇāyaivainaṃ juhotyetāvanto vai sarve devāstebhya evainaṃ juhoti parācīrjuhoti parāṅiva vai svargo lokaḥ svargasya lokasyābhijityai

„Dem Agni, Svāhā!“ – damit opfert er es eben dem Agni. „Dem Soma, Svāhā!“ – damit opfert er es eben dem Soma. „Der Lustbarkeit der Gewässer, Svāhā!“ – damit opfert er es eben den Gewässern. „Dem Savitṛ, Svāhā!“ – damit opfert er es eben dem Savitṛ. „Dem Vāyu, Svāhā!“ – damit opfert er es eben dem Vāyu. „Dem Viṣṇu, Svāhā!“ – damit opfert er es eben dem Viṣṇu. „Dem Indra, Svāhā!“ – damit opfert er es eben dem Indra. „Dem Bṛhaspati, Svāhā!“ – damit opfert er es eben dem Bṛhaspati. „Dem Mitra, Svāhā!“ – damit opfert er es eben dem Mitra. „Dem Varuṇa, Svāhā!“ – damit opfert er es eben dem Varuṇa. So viele Gottheiten sind ja alle Götter; ihnen eben opfert er es. Er opfert die Spenden mit abgewandtem Blick [Anm.: parācīḥ, unsichere Deutung]; abgewandt gleichsam ist ja die Himmelswelt – zur Eroberung der Himmelswelt.

īśvaro vā eṣaḥ parāṅ pradaghoryaḥ parācīrāhutīrjuhoti punarāvartate'sminneva loke pratitiṣṭhatyetāṃ ha vāva sa yajñasya saṃsthitimuvācāskandāyāskannaṃ hi tadyaddhutasya skandati

Wer die abgewandten Opferspenden darbringt, ist fürwahr fähig, den, der ihn schädigen will, abzuwehren [Anm.: pradaghoḥ, unsichere Deutung]; er kehrt zurück, er findet festen Halt in dieser Welt hier. Eben diese Vollendung des Opfers verkündete Prajāpati: damit es nicht verschüttet werde; denn dies ist wie das Verschütten, wenn etwas von einer dargebrachten Spende verschüttet wird.

yathā vai haviṣo'hutasya skandet evametatpaśo skandati yam prokṣitamanālabdhamutsṛjanti yadrūpāṇi juhoti sarvahutamevainaṃ juhotyaskandāyāskannaṃ hi tadyaddhutasya skandati hiṅkārāya svāhā hiṅkṛtāya svāhetyetāni vā aśvasya rūpāṇi tānyevāvarunddhe

So wie etwas von einer dargebrachten Opferspende verschüttet werden könnte, ebenso verschüttet sich gleichsam etwas von diesem Tier, das man, besprengt aber nicht wirklich geopfert, freilässt. Wenn er die Rūpāṇi, die Gestaltlaute des Rosses, darbringt, bringt er es dadurch vollständig geopfert dar – damit es nicht verschüttet werde; denn dies ist wie das Verschütten, wenn etwas von einer dargebrachten Spende verschüttet wird. „Dem Hiṅkāra-Laut, Svāhā! Dem Hiṅkṛta, Svāhā!“ – das sind ja die Gestaltlaute des Rosses; eben diese erlangt er damit.

tadāhuḥ anāhutirvai rūpāṇi naitā hotavyā ityatho khalvāhuratra vā aśvamedhaḥ saṃtiṣṭhate yadrūpāṇi juhoti hotavyā eveti bahirdhā vā etamāyatanātkaroti bhrātṛvyamasmai janayati yasyānāyatane'nyatrāgnerāhutīrjuhoti

Dazu sagt man: „Die Rūpāṇi sind nicht Gegenstand einer regulären Opferspende; sie sollten nicht gesondert dargebracht werden.“ Andere aber sagen: „Eben darin vollendet sich der Aśvamedha, dass man die Rūpāṇi darbringt; sie sollten also durchaus dargebracht werden.“ Wer außerhalb der rituellen Opferstätte, anderswo als beim Agni, Opferspenden darbringt, der versetzt die Handlung außerhalb ihrer Opferstätte und erzeugt sich dadurch einen Nebenbuhler.

sāvitryā eveṣṭeḥ purastādanudrutya sakṛdeva rūpāṇyāhavanīye juhotyāyatana evāhutīrjuhoti nāsmai bhrātṛvyaṃ janayati yajñamukhe-yajñamukhe juhoti yajñasya saṃtatyā avyavacedāya

Vor der Sāvitrī-Opferhandlung eilt er zum Feuer und bringt die Rūpāṇi nur ein einziges Mal im Āhavanīya-Feuer dar; so bringt er die Opferspenden eben an der rechten Opferstätte dar, und erzeugt sich keinen Nebenbuhler. Er opfert am Beginn eines jeden Opfer-Abschnitts (Yajñamukha), zur ununterbrochenen Fortsetzung des Opfers.

tadāhuḥ yadyajñamukhe-yajñamukhe juhuyātpaśubhirvyṛdhyeta pāpoyāntsyātsakṛdeva hotavyā na paśubhirvyṛdhyate na pāpīyānbhavatyaṣṭācatvāriṃśataṃ juhotyaṣṭācatvāriṃśadakṣarā jagatī jāgatāḥ paśavo jagatyaivāsmai paśūnavarunddha ekamatiriktaṃ juhoti tasmādekaḥ prajāsvardhukaḥ

Dazu sagt man: „Wenn er an jedem Opfer-Abschnitt erneut darbringen würde, würde er an Vieh Mangel leiden, würde übler daran sein; man sollte es nur einmal darbringen – dann leidet er nicht Mangel an Vieh, wird nicht übler daran.“ Er opfert achtundvierzigfach; achtundvierzig Silben hat die Jagatī; dem Jagatī-Maß gehören die Tiere – durch die Jagatī eben verschafft er sich Tiere. Er opfert eine zusätzliche Spende darüber hinaus; deshalb ist unter der Nachkommenschaft einer überlegen an Gedeihen.

prajāpatiraśvamedhamasṛjata so'smātsṛṣṭaḥ parāṅaitsa diśo'nuprāviśattaṃ devāḥ praiṣamaicaṃstamiṣṭibhiranuprāyuñjata tamiṣṭibhiranvaicaṃstamiṣṭibhiranvavindanyadiṣṭibhiryajate'śvameva tanmedhyaṃ yajamāno'nvicati

Prajāpati schuf den Aśvamedha; von ihm erschaffen, ging dieses Opferroß fort; er ging in die Himmelsrichtungen ein. Die Götter suchten ihn durch Aussendung; sie setzten ihn mit Opferhandlungen wieder in Gang; sie suchten ihn mit Opferhandlungen; sie fanden ihn mit Opferhandlungen. Dass man mit Opferhandlungen opfert, bedeutet: eben das Rein-für-das-Opfer-Gewordene des Rosses sucht dabei der Opferherr auf.

sāvitryo bhavanti iyaṃ vai savitā yo vā asyāṃ nilayate yo'nyatraityasyāṃ vāva tamanuvindanti na vā imāṃ kaścana tiryaṅnordhvo'tyetumarhati yatsāvitryo bhavantyaśvasyaivānuvittyai

Die begleitenden Formeln sind Sāvitrī-Formeln; diese Erde hier ist ja der Antrieb (Savitṛ) [Anm.: Wortspiel Savitṛ/Sāvitrī]; wer sich auf ihr niederlässt oder anderswohin geht – auf ihr eben findet man ihn wieder. Niemand vermag ja diese Erde schräg oder aufwärts zu überschreiten [Anm.: gemeint ist wohl, dass man die Erde nicht umgehen kann]. Dass die Formeln Sāvitrī-Formeln sind, dient eben dem Wiederauffinden des Rosses.

tadāhuḥ pra vā etadaśvo mīyate yatparāṅeti na hyenam pratyāvartayantīti yatsāyaṃ dhṛtīrjuhoti kṣemo vai dhṛtiḥ kṣemo rātriḥ kṣemeṇaivainaṃ dādhāra tasmātsāyam manuṣyāśca paśavaśca kṣemyā bhavantyatha yatprātariṣṭibhiryajata icatyevainaṃ tattasmāddivā naṣṭaiṣa eti yadveva sāyaṃ dhṛtīrjuhoti prātariṣṭibhiryajate yogakṣemameva tadyajamānaḥ kalpayate tasmādyatraitena yajñena yajante kLptaḥ prajānāṃ yogakṣemo bhavati

Dazu sagt man: „Fürwahr, das Roß entschwindet dabei, wenn es fortgeht; denn man führt es nicht gewaltsam zurück.“ Dass er am Abend die Dhṛti-Spenden darbringt, bedeutet: Dhṛti, Beharrlichkeit, ist ja Sicherheit (Kṣema), die Nacht ist Sicherheit – durch Sicherheit eben hält er es fest; deshalb sind am Abend Menschen und Vieh in Sicherheit. Wenn er aber morgens mit Opferhandlungen opfert, sucht er es eben dadurch auf – deshalb geht dieses Roß, bei Tag verirrt gewesen, wieder zurück. Dass er also abends die Dhṛti-Spenden darbringt und morgens mit Opferhandlungen opfert, bedeutet: eben Erwerb-und-Erhalt (Yogakṣema) richtet der Opferherr damit ein; deshalb gibt es dort, wo man mit diesem Opfer opfert, einen feststehenden Erwerb-und-Erhalt für die Nachkommenschaft.

apa vā etasmāt śrī rāṣṭraṃ krāmati yo'śvamedhena yajate yadā vai puruṣaḥ śriyaṃ gacati vīṇāsmai vādyate brāhmaṇau vīṇāgāthinau saṃvatsaraṃ gāyataḥ śriyai vā etadrūpaṃ yadvīṇā śriyamevāsmiṃstaddhattaḥ

Fürwahr, von dem, der mit dem Aśvamedha opfert, weicht der Glanz (Śrī) zunächst aus seinem Reich. Wenn nämlich ein Mensch zu Glanz gelangt, wird ihm die Laute (Vīṇā) gespielt; zwei Brahmanen, Lautenspieler-Sänger, singen ein Jahr lang. Das ist ja die Gestalt des Glanzes, dass dabei die Laute erklingt; sie legen ihm dadurch eben Glanz in ihn.

tadāhuḥ yadubhau brāhmaṇau gāyetāmapāsmātkṣatraṃ krāmedbrahmaṇo vā etadrūpaṃ yadbrāhmaṇo na vai brahmaṇi kṣatraṃ ramata iti

Dazu sagt man: „Wenn beide, die Sänger, Brahmanen wären und sängen, würde von ihm die Kriegerkraft (Kṣatra) weichen; denn das ist ja die Gestalt des Brahman, dass der Sänger ein Brahmane ist – die Kriegerkraft findet ja im Brahman keine Freude.“

yadubhau rājanyau apāsmādbrahmavarcasaṃ krāmetkṣatrasya vā etadrūpaṃ yadrājanyo na vai kṣatre brahmavarcasaṃ ramata iti brāhmaṇo'nyo gāyati rājanyo'nyo brahma vai brāhmaṇaḥ kṣatraṃ rājanyastadasya brahmaṇā ca kṣatreṇa cobhayataḥ śrīḥ parigṛhītā bhavati

Wenn beide Krieger wären, würde von ihm der Brahmanenglanz (Brahmavarcasa) weichen; denn das ist ja die Gestalt der Kriegerkraft, dass der Sänger ein Krieger ist – der Brahmanenglanz findet ja in der Kriegerkraft keine Freude. Deshalb singt der eine, ein Brahmane, der andere, ein Krieger; der Brahmane ist ja Brahman, der Krieger ist Kṣatra – so ist der Opferherr von beiden Seiten, durch Brahman und durch Kṣatra, mit Glanz umfangen.

tadāhuḥ yadubhau divā gāyetām prabhraṃśukāsmācrīḥ syādbrahmaṇo vā etadrūpaṃ yadaharyadā vai rājā kāmayate'tha brāhmaṇaṃ jināti pāpīyāṃstu bhavati

Dazu sagt man: „Wenn beide nur bei Tag sängen, würde der Glanz von ihm hinfällig werden; denn das ist ja die Gestalt des Brahman, der Tag selbst; wenn nämlich der König begehrt, dann besiegt er damit gleichsam den Brahmanen – er wird dadurch nur übler daran.“

yadubhau naktam apāsmādbrahmavarcasaṃ krāmetkṣatrasya vā etadrūpaṃ yadrātrirna vai kṣatre brahmavarcasaṃ ramata iti divā brāhmaṇo gāyati naktaṃ rājanyastatho hāsya brahmaṇā ca kṣatreṇa cobhayataḥ śrīḥ parigṛhītā bhavatīti

Wenn beide nur bei Nacht sängen, würde von ihm der Brahmanenglanz weichen; denn das ist ja die Gestalt der Kriegerkraft, die Nacht – der Brahmanenglanz findet ja in der Kriegerkraft keine Freude. Deshalb singt bei Tag der Brahmane, bei Nacht der Krieger; so ist er auf diese Weise von beiden Seiten, durch Brahman und durch Kṣatra, mit Glanz umfangen.

ayajatetyadadāditi brāhmaṇo gāyatīṣṭāpūrtaṃ vai brāhmaṇasyeṣṭāpūrtenaivainaṃ sa samardhayatītyayudhyatetyamuṃ saṃgrāmamajayaditi rājanyo yuddhaṃ vai rājanyasya vīryaṃ vīryeṇaivainaṃ sa samardhayati tisro'nyo gāthā gāyati tisro'nyaḥ ṣaṭ sampadyante ṣaḍṛtavaḥ saṃvatsara ṛtuṣveva saṃvatsare pratitiṣṭhati tābhyāṃ śataṃ dadāti śatāyurvai puruṣaḥ śatendriya āyurevendriyaṃ vīryamātmandhatte

„Er opferte“ und „er schenkte“ – so singt der Brahmane; das Opfern-und-Schenken (Iṣṭāpūrta) ist ja Sache des Brahmanen; durch das Iṣṭāpūrta stärkt er ihn eben. „Er kämpfte“ und „jene Schlacht gewann er“ – so singt der Krieger; der Kampf ist ja die Kraft (Vīrya) des Kriegers; durch diese Kraft stärkt er ihn eben. Der eine singt drei Strophen (Gāthā), der andere drei – zusammen werden es sechs; sechs sind die Jahreszeiten des Jahres – in den Jahreszeiten eben findet das Jahr im Jahr seinen Halt. Für beide Gesänge gibt er hundert als Lohn; denn der Mensch hat eine Lebensspanne von hundert Jahren, hundert Sinnesvermögen – die Lebensspanne ist ja das Sinnesvermögen; so legt er ihm Kraft in sein Selbst.

vibhūrmātrā prabhūḥ pitreti iyaṃ vai mātāsau pitābhyāmevainam paridadātyaśvo'si hayo'sīti śāstyevainaṃ tattasmāciṣṭāḥ prajā jāyante'tyo'si mayo'sītyatyevainaṃ nayati tasmādaśvaḥ paśūnāṃ śraiṣṭhyaṃ gacatyarvāsi saptirasi vājyasīti yathāyajurevaitadvṛṣāsi nṛmaṇā asīti mithunatvāya yayurnāmāsi śiśurnāmāsītyetadvā aśvasya priyaṃ nāmadheyam priyeṇaivainaṃ nāmnābhivadati tasmādapyāmitrau saṃgatya nāmnā cedabhivadato'nyo'nyaṃ sameva jānāte

„Mutter-Maß bist du durch die Mutter, Erzeuger-Maß durch den Vater“ – diese Erde hier ist ja die Mutter, jener Himmel der Vater – durch beide übergibt er es. „Roß bist du, Renner (Haya) bist du“ – damit weist er es eben an; deshalb wird dadurch erlesene Nachkommenschaft geboren. „Streitroß bist du, Wonne (Maya) bist du“ – damit lenkt er es eben; deshalb erlangt das Roß die Vorzüglichkeit unter den Tieren. „Rennpferd bist du, Zugpferd (Sapti) bist du, Preisgewinner (Vājin) bist du“ – so ist es ganz den Vorschriften gemäß [Anm.: yathāyajus, unsichere Deutung]. „Stier bist du, Mannhaften-Sinnes bist du“ – zur Paarung. „Yayu ist dein Name, Śiśu ist dein Name“ – das ist ja der Kosename des Rosses; mit seinem Kosenamen spricht er es an; deshalb erkennen einander auch zwei Feinde, wenn sie sich treffen, sogleich als vertraut, wenn sie sich mit Namen ansprechen.

ādityānām patvānvihīti ādityānevainaṃ gamayati devā āśāpālā etaṃ devebhyo'śvam medhāya prokṣitaṃ rakṣateti śataṃ vai talpyā rājaputrā āśāpālāstebhya evainam paridadātīha rantiriha ramatāmiha dhṛtiriha svadhṛtiḥ svāheti saṃvatsaramāhutīrjuhoti ṣoḍaśa navatīretā vā aśvasya bandhanaṃ tābhirevainam badhnāti tasmādaśvaḥ pramukto bandhanamāgacati ṣoḍaśa navatīretā vā aśvasya bandhanaṃ tābhirevainam badhnāti tasmādaśvaḥ pramukto bandhanaṃ na jahāti

„Geh, den Ādityas gehörend, hinterher“ – damit lässt er es eben zu den Ādityas gelangen. „Ihr Götter, Hüter der Richtungen, bewacht dieses für die Götter zum Opfer besprengte Roß“ – hundert schlafende [Anm.: talpyāḥ, unsichere Deutung] Königssöhne sind die Hüter der Richtungen; ihnen eben übergibt er es. „Hier sei Freude, hier möge man sich freuen, hier sei Beharrlichkeit, hier eigene Beharrlichkeit, Svāhā!“ – damit bringt er ein Jahr lang Spenden dar. Sechzehn mal neunzig [Anm.: unsichere Zahlangabe] sind die Fesselung des Rosses; mit diesen fesselt er es eben; deshalb kehrt das Roß, auch wenn losgelassen, zur Fesselung zurück. Sechzehn mal neunzig sind die Fesselung des Rosses; mit diesen fesselt er es eben; deshalb gibt das Roß, auch wenn losgelassen, die Fesselung nicht auf.

rāṣṭraṃ vā aśvamedhaḥ rāṣṭra ete vyāyacante ye'śvaṃ rakṣanti teṣāṃ ya udṛcaṃ gacanti rāṣṭreṇaiva te rāṣṭram bhavantyatha ye nodṛcaṃ gacanti rāṣṭrātte vyavacidyante tasmādrāṣṭryaśvamedhena yajeta parā vā eṣa sicyate yo'balo'śvamedhena yajate yadyamitrā aśvaṃ vinderanyajño'sya vicidyeta pāpīyāntsyācataṃ kavacino rakṣanti yajñasya saṃtatyā avyavacedāya na pāpīyānbhavatyathānyamānīya prokṣeyuḥ saiva tatra prāyaścittiḥ

Das Reich (Rāṣṭra) fürwahr ist der Aśvamedha; im Reich gleichsam bewegen sich die, die das Roß bewachen. Von ihnen werden die, die dem rechten Weg folgen, durch das Reich selbst zum Reich; die aber, die diesem Weg nicht folgen, werden vom Reich abgeschnitten. Deshalb sollte, wer über ein Reich verfügt, mit dem Aśvamedha opfern. Fürwahr, der wird zunichtegemacht, der schwach, ohne Reich, mit dem Aśvamedha opfert. Wenn Feinde das Roß fänden, würde sein Opfer zerrissen werden, würde er übler daran sein; hundert Gepanzerte bewachen es, zur ununterbrochenen Fortsetzung des Opfers; so wird er nicht übler daran. Führen sie aber ein anderes Roß herbei und besprengten es stattdessen – das eben ist dort die Sühnehandlung.

prajāpatirakāmayata aśvamedhena yajeyeti so'śrāmyatsa tapo'tapyata tasya śrāntasya taptasya saptadhātmano devatā apākrāmantsā dīkṣābhavatsa etāni vaiśvadevānyapaśyattānyajuhottairvai sa dīkṣāmavārunddha yadvaiśvadevāni juhoti dīkṣāmeva tairyajamāno'varunddhe'nvahaṃ juhotyanvahameva dīkṣāmavarunddhe sapta juhoti sapta vai tā devatā apākrāmaṃstābhirevāsmai dīkṣāmavarunddhe

Prajāpati wünschte: „Mit dem Aśvamedha möchte ich opfern.“ Da mühte er sich ab, übte er Glutaskese (Tapas). Von ihm, dem Abgemühten, Erhitzten, wich siebenfach die Gottheit des Selbst; das wurde die Dīkṣā, die Weihe. Er sah diese Vaiśvadeva-Spenden; er brachte sie dar; durch diese eben erlangte er die Dīkṣā. Dass man die Vaiśvadeva-Spenden darbringt, bedeutet: eben die Dīkṣā erlangt dadurch der Opferherr. Er opfert Tag für Tag; Tag für Tag eben erlangt er so die Dīkṣā. Er opfert siebenfach; sieben waren ja jene Gottheiten, die wichen; durch diese eben erlangt er die Dīkṣā.

apa vā etebhyaḥ prāṇāḥ krāmanti ye dīkṣāmatirecayanti saptāham pracaranti sapta vai śīrṣaṇyāḥ prāṇāḥ prāṇā dīkṣā prāṇairevāsmai prāṇāndīkṣāmavarunddhe tredhā vibhajya devatāṃ juhoti tryāvṛto vai devāstryāvṛta ime lokā ṛddhyāmeva vīrya eṣu lokeṣu pratitiṣṭhati

Von denen fürwahr weichen die Atemkräfte, die die Dīkṣā überschreiten [Anm.: unsichere Deutung von atirecayanti]. Sie schreiten sieben Tage lang in der Dīkṣā voran; sieben sind ja die im Haupt befindlichen Atemkräfte – die Atemkräfte sind die Dīkṣā; durch die Atemkräfte eben erlangt er sich die Atemkräfte, die Dīkṣā. Er teilt die Gottheit dreifach und opfert sie; dreifach gewunden sind ja die Götter, dreifach gewunden diese Welten – so findet er mit Gedeihen und Kraft in diesen Welten seinen Halt.

ekaviṃśatiḥ sampadyante dvādaśa māsāḥ pañcartavastraya ime lokā asāvāditya ekaviṃśastaddaivaṃ kṣatraṃ sā śrīstadādhipatyaṃ tadbradhnasya viṣṭapaṃ tatsvārājyamaśnute

Sie ergeben zusammen einundzwanzig: zwölf Monate, fünf Jahreszeiten, diese drei Welten, und jener Āditya, die Sonne, als der einundzwanzigste. Das ist die göttliche Kriegerkraft (Kṣatra), das ist der Glanz (Śrī), das ist die Oberherrschaft (Ādhipatya), das ist der Buckel (Viṣṭapa) des rötlich-glänzenden Stiers [Anm.: Bradhna, Beiname der Sonne bzw. des Stiers] – das erlangt er als Eigenherrschaft (Svārājya).

triṃśatamaudgrabhaṇāni juhoti triṃśadakṣarā virāḍvirāḍu kṛtsnamannaṃ kṛtsnasyaivānnādyasyāvaruddhyai catvāryaudgrabhaṇāni juhoti trīṇi vaiśvadevāni sapta sampadyante sapta vai śīrṣaṇyāḥ prāṇāḥ prāṇā prāṇairevāsmai prāṇāndīkṣāmavarunddhe pūrṇāhutimuttamāṃ juhoti pratyuttabdhyai sayuktvāya

Er opfert dreißig Udgrabhaṇa-Spenden; dreißig Silben hat die Virāj; die Virāj ist alle Speise – zur Erlangung aller Speise, des ganzen Nahrungsgenusses. Er opfert vier Udgrabhaṇa-Spenden, dazu drei Vaiśvadeva-Spenden – zusammen werden es sieben; sieben sind ja die im Haupt befindlichen Atemkräfte – durch die Atemkräfte eben erlangt er sich die Atemkräfte, die Dīkṣā. Er opfert die vollständige, letzte Opferspende (Pūrṇāhuti), zur Aufrichtung und Verbindung von neuem.

prajāpatiraśvamedhamasṛjata sa sṛṣṭaḥ prarcamavlīnātpra sāma taṃ vaiśvadevānyudayacanyadvaiśvadevāni juhotyaśvamedhasyaivodyatyai

Prajāpati schuf den Aśvamedha; erschaffen, verschmolz er gleichsam mit dem Ṛc-Vers voran, dem Sāman-Gesang voran [Anm.: unsichere Deutung von „prarcam ... pra sāma avlīnāt“]. Ihn richteten die Vaiśvadeva-Spenden auf. Dass man die Vaiśvadeva-Spenden darbringt, bedeutet: eben zur Aufrichtung des Aśvamedha.

kāya svāhā kasmai svāhā katamasmai svāheti prājāpatyam mukhyaṃ karoti prajāpatimukhābhirevainaṃ devatābhirudyacati

„Dem Ka [Wer?], Svāhā! Dem Kasmai [Wem?], Svāhā! Dem Katamasmai [Welchem von vielen?], Svāhā!“ – damit macht er den Prajāpati-gehörigen Aśva zu einem Hauptbestandteil [Anm.: Wortspiel mit den Prajāpati-Beinamen „Ka“ u.ä.]; durch diese Prajāpati-als-Mund-Gottheiten richtet er ihn eben auf.

svāhādhimādhītāya svāhā manaḥ prajāpataye svāhā cittaṃ vijñātāyeti yadeva pūrvāsām brāhmaṇaṃ tadatra

„Svāhā dem, der über alles nachgedacht hat! Svāhā dem Prajāpati als Geist (Manas)! Svāhā dem Erkennenden als Bewusstsein (Citta)!“ – was eben die Erklärung der vorigen Formeln ist, das gilt auch hier.

adityai svāhā adityai mahyai svāhādityai sumṛḍīkāyai svāhetīyaṃ vā aditiranayaivainamudyacati

„Der Aditi, Svāhā! Der großen Aditi, Svāhā! Der gnädigen Aditi, Svāhā!“ – diese Erde hier ist ja Aditi; mit dieser Formel eben richtet er ihn auf.

sarasvatyai svāhā sarasvatyai pāvakāyai svāhā sarasvatyai bṛhatyai svāheti vāgvai sarasvatī vācaivainamudyacati

„Der Sarasvatī, Svāhā! Der reinigenden Sarasvatī, Svāhā! Der großen Sarasvatī, Svāhā!“ – Sarasvatī ist ja die Rede (Vāc); durch die Rede eben richtet er ihn auf.

pūṣṇe svāhā pūṣṇe prapathyāya svāhā pūṣṇe naraṃdhiṣāya svāheti paśavo vai pūṣā paśubhirevainamudyacati

„Dem Pūṣan, Svāhā! Dem wegkundigen Pūṣan, Svāhā! Dem menschenfördernden Pūṣan, Svāhā!“ – Pūṣan ist ja das Vieh; durch das Vieh eben richtet er ihn auf.

tvaṣṭre svāhā tvaṣṭre turīpāya svāhā tvaṣṭre pururūpāya svāheti tvaṣṭā vai paśūnām mithunānāṃ rūpakṛdrūpairevainamudyacati

„Dem Tvaṣṭṛ, Svāhā! Dem kraftvollen [Anm.: Turīpa, unsichere Deutung] Tvaṣṭṛ, Svāhā! Dem vielgestaltigen Tvaṣṭṛ, Svāhā!“ – Tvaṣṭṛ ist ja der Gestaltbildner der paarungsfähigen Tiere; durch ihre Gestalten eben richtet er ihn auf.

viṣṇave svāhā viṣṇave nibhūyapāya svāhā viṣṇave śipiviṣṭāya svāheti yajño vai viṣṇuryajñenaivainamudyacati viśvo devasya neturiti pūrṇāhutimuttamāṃ juhotīyaṃ vai pūrṇāhutirasyāmevāntataḥ pratitiṣṭhati

„Dem Viṣṇu, Svāhā! Dem alles überwältigenden [Anm.: Nibhūyapa, unsichere Deutung] Viṣṇu, Svāhā! Dem strahlengehüllten (Śipiviṣṭa) Viṣṇu, Svāhā!“ – Viṣṇu ist ja das Opfer; durch das Opfer eben richtet er ihn auf. „Ich preise die ganze Schöpfung des Antreibers“ [Anm.: Zitat, viśvo devasya netuḥ] – mit diesen Worten bringt er die vollständige, letzte Opferspende dar; diese vollständige Opferspende findet eben in ihr, der Erde, letztlich ihren Halt.

ā brahman brāhmaṇo brahmavarcasī jāyatāmiti brāhmaṇa eva brahmavarcasaṃ dadhāti tasmātpurā brāhmaṇo brahmavarcasī jajñe

„Im Brahman möge ein glanzvoller Brahmane geboren werden“ – mit diesen Worten legt er eben dem Brahmanen Brahmanenglanz bei; deshalb wurde vordem ein glanzvoller Brahmane geboren.

ā rāṣṭre rājanyaḥ śūra iṣavyo'tivyādhī mahāratho jāyatāmiti rājanya eva śauryam mahimānaṃ dadhāti tasmātpurā rājanyaḥ śūra iṣavyo'tivyādhī mahāratho jajñe

„Im Reich möge ein tapferer, treffsicherer, durchdringender, wagenmächtiger Krieger geboren werden“ – damit legt er eben dem Krieger Tapferkeit und Größe bei; deshalb wurde vordem ein tapferer, treffsicherer, durchdringender, wagenmächtiger Krieger geboren.

dogdhrī dhenuriti dhenvāmeva payo dadhāti tasmātpurā dhenurdogdhrī jajñe

„Eine milchreiche Kuh“ – damit legt er eben der Kuh Milch bei; deshalb wurde vordem eine milchreiche Kuh geboren.

voḍhānaḍvāniti anaḍuhyeva balaṃ dadhāti tasmātpurānaḍvānvoḍhā jajñe

„Ein zugkräftiger Ochse“ – damit legt er eben dem Zugochsen Kraft bei; deshalb wurde vordem ein zugkräftiger Ochse geboren.

āśuḥ saptiriti aśva eva javaṃ dadhāti tasmātpurāśvaḥ sartā jajñe

„Ein schnelles Rennpferd“ – damit legt er eben dem Roß Schnelligkeit bei; deshalb wurde vordem ein schnellaufendes Roß geboren.

puraṃdhiryeṣeti yoṣityeva rūpaṃ dadhāti tasmādrūpiṇī yuvatiḥ priyā bhāvukā

„Eine fülle-spendende [Anm.: Puraṃdhi] Frau“ – damit legt er eben der Frau Schönheit bei; deshalb ist eine schöne junge Frau begehrt und gedeihlich.

jiṣṇū ratheṣṭhā iti rājanya eva jaitram mahimānaṃ dadhāti tasmātpurā rājanyo jiṣṇurjajñe

„Siegreich, im Wagen stehend“ – damit legt er eben dem Krieger siegreiche Größe bei; deshalb wurde vordem ein siegreicher Krieger geboren.

sabheyo yuveti eṣa vai sabheyo yuvā yaḥ prathamavayasī tasmātprathamavayasī strīṇām priyo bhāvukaḥ

„Ein versammlungswürdiger Jüngling“ – dies ist ja der versammlungswürdige Jüngling, der im ersten Lebensalter steht; deshalb ist, wer im ersten Lebensalter steht, den Frauen begehrt und gedeihlich.

āsya yajamānasya vīro jāyatāmiti yajamānasyaiva prajāyāṃ vīryaṃ dadhāti tasmātpurejānasya vīro jajñe

„Diesem Opferherrn möge ein Held geboren werden“ – damit legt er eben in die Nachkommenschaft des Opferherrn Kraft bei; deshalb wurde vordem dem Opfernden ein Held geboren.

nikāme naḥ parjanyo varṣatviti nikāmenikāme vai tatra parjanyo varṣati yatraitena yajñena yajante phalavatyo na oṣadhayaḥ pacyantāmiti phalavatyo vai tatrauṣadhayaḥ pacyante yatraitena yajñena yajante yogakṣemo naḥ kalpatāmiti yogakṣemo vai tatra kalpate yatraitena yajñena yajante tasmādyatraitena yajñena yajante kLptaḥ prajānāṃ yogakṣemo bhavati

„Nach Wunsch möge uns Parjanya regnen lassen“ – dort, wo man mit diesem Opfer opfert, lässt Parjanya fürwahr Regen nach jedem Wunsch fallen. „Fruchtreich mögen unsere Pflanzen reifen“ – dort, wo man mit diesem Opfer opfert, reifen die Pflanzen fürwahr fruchtreich. „Erwerb-und-Erhalt möge sich uns einrichten“ – dort, wo man mit diesem Opfer opfert, richtet sich fürwahr Erwerb-und-Erhalt ein. Deshalb gibt es dort, wo man mit diesem Opfer opfert, einen feststehenden Erwerb-und-Erhalt für die Nachkommenschaft.

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