prajāpatirdevebhyo yajñānvyādiśat sa ātmannaśvamedhamadhatta te devāḥ prajāpatimabruvanneṣa vai yajño yadaśvamedho'pi no'trāstu bhaga iti tebhya etānannahomānkalpayadyadannahomānjuhoti devāneva tatprīṇāti
Prajāpati teilte den Göttern die Opfer zu; sich selbst behielt er den Aśvamedha vor. Da sprachen die Götter zu Prajāpati: „Dies hier ist fürwahr das Opfer, der Aśvamedha; auch uns möge daran ein Anteil zukommen.“ Für sie richtete er diese Speiseopfer (Annahoma) ein. Dass man Speiseopfer darbringt, bedeutet: eben die Götter erfreut man damit.
Man opfert mit Schmalz (Ājya); das Schmalz ist ja Glanz (Tejas) – damit legt er eben Glanz durch Glanz in das Opfer. Dass man mit Schmalz opfert, bedeutet: das ist ja die liebe Wohnstatt der Götter, nämlich das Schmalz; mit dieser lieben Wohnstatt stärkt er sie eben.
Man opfert mit geröstetem Reis (Lāja); das ist ja die Gestalt der Nakṣatras, nämlich der geröstete Reis – die Nakṣatras eben erfreut man damit. „Dem Prāṇa, dem Einatem, Svāhā! Dem Apāna, dem Ausatem, Svāhā!“ – so opfert man mit Namensnennung; die Gottheiten mit Namen genannt, eben sie erfreut man damit. „Einem, Svāhā! Zweien, Svāhā! Hundert, Svāhā! Hundertundeinem, Svāhā!“ – so opfert man in aufsteigender Reihenfolge; in aufsteigender Reihenfolge eben erfreut man sie damit. Man opfert Spenden, deren Zahl je um eins steigt; um eins wachsend ist ja die Himmelswelt – so lässt er ihn stufenweise zur Himmelswelt gelangen. Man opfert mit abgewandtem Blick; abgewandt gleichsam ist ja die Himmelswelt – zur Eroberung der Himmelswelt.
Wer die abgewandten Opferspenden darbringt, ist fürwahr fähig, den, der ihn schädigen will, abzuwehren. Er überschreitet nicht die Zahl hunderteins; würde er hunderteins überschreiten, würde er den Opferherrn an Lebensspanne verkürzen. Er opfert bis hunderteins; denn der Mensch hat eine Lebensspanne von hundert Jahren, und das Selbst ist das hunderteinte – so findet er, seiner Lebensspanne gemäß, in seinem Selbst seinen Halt. „Dem Tagesanbruch (Vyuṣṭi), Svāhā! Der Himmelswelt, Svāhā!“ – mit diesen beiden letzten Spenden opfert er; die Nacht ist ja der Tagesanbruch, der Tag die Himmelswelt – Tag und Nacht eben erfreut man damit.
Dazu sagt man: „Wenn man beide Spenden am Tag oder beide in der Nacht darbrächte, würde man Tag und Nacht in Verwirrung bringen.“ „Dem Tagesanbruch, Svāhā!“ – dies opfert man, solange die Sonne noch nicht aufgegangen ist. „Der Himmelswelt, Svāhā!“ – dies opfert man, nachdem sie aufgegangen ist; zur Nicht-Vermengung von Tag und Nacht.
rājā vā eṣa yajñānāṃ yadaśvamedhaḥ yajamāno vā aśdyajñamārabhatevamedho yajamāno yajño yadaśve paśūnniyunakti yajña eva ta
Der Aśvamedha ist fürwahr der König unter den Opfern; das Roß ist gleichsam der Opferherr [Anm.: der Quelltext ist an dieser Stelle beschädigt/unklar („yajamāno vā aśdyajñamārabhatevamedho yajamāno yajño“) und lässt sich nicht sicher rekonstruieren; hier sinngemäß wiedergegeben]. Dass man beim Roß die übrigen Opfertiere anbindet, das ist eben das Opfer in seiner Gesamtheit.
„Ein Roß, einen Tūpara [Anm.: unsichere Deutung, evtl. eine Wildeselart], ein Wildrind (Gomṛga)“ – diese ergreift er am mittleren Opferpfahl; damit fügt er ihm eben die Speerspitze des Heeres (Senāmukha) zusammen; deshalb wird die Heeresspitze eines Königs furchterregend, gedeihlich.
Ein schwarzhalsiges, dem Agni geweihtes Tier vorn an der Stirn des Heeres – damit macht er es eben zum Vorfeuer (Pūrvāgni); deshalb ist das Vorfeuer eines Königs gedeihlich.
Eine der Sarasvatī geweihte Mutterschaf-Ziege unterhalb der beiden Heeresflügel – damit macht er eben Frauen zu dessen Gefolge; deshalb ist es gedeihlich, dass Frauen dem Mann nachfolgen.
Zwei rötliche, den Aśvins geweihte Tiere an den beiden Armen des Heeres – damit legt er eben Kraft in die beiden Arme; deshalb ist es gedeihlich, dass ein König armstark ist.
saumāpauṣṇaṃ śyāmaṃ nābhyām pratiṣṭhāmeva tāṃ kuruta iyaṃ vai pūṣāsyāmeva pratitiṣṭhati
Ein dunkles, dem Soma-und-Pūṣan geweihtes Tier am Nabel des Heeres – damit macht er es eben zur Standfestigkeit (Pratiṣṭhā); diese Erde hier ist ja Pūṣan – auf ihr eben findet das Heer Halt.
sauryayāmau śvetaṃ ca kṛṣṇaṃ ca pārśvayoḥ kavace eva te kurute tasmādrājā saṃnaddho vīryaṃ karoti
Zwei, ein weißes und ein schwarzes, der Sonne geweihte Tiere an den beiden Flanken – damit macht er sie eben zu Rüstungen (Kavaca); deshalb vollbringt ein gerüsteter König Kraftvolles.
Ein dem Tvaṣṭṛ geweihtes, an den Schenkeln behaartes Tier an den beiden Schenkeln – damit legt er eben Kraft in die beiden Schenkel; deshalb ist es gedeihlich, dass ein König schenkelstark ist.
Ein weißes, dem Vāyu geweihtes Tier am Schwanz – damit macht er ihn eben zur Anhöhe (Utsedha) [Anm.: unsichere Deutung]; deshalb nehmen die Untertanen [Anm.: Textstelle beschädigt] in Gefahr Zuflucht zur Anhöhe. „Dem Indra, dem geschickt Wirkenden, das Zugtier“ [Anm.: vehat, unsichere Deutung] – zur Indra-Zugehörigkeit des Opfers. Der Viṣṇu geweihte Zwerg – das Opfer ist ja Viṣṇu; das Opfer selbst findet dadurch letztlich seinen Halt.
te vā ete pañcadaśa paryaṅgyāḥ paśavo bhavanti pañcadaśo vai vajro vīryaṃ vajro vajreṇaivaitadvīryeṇa yajamānaḥ purastātpāpmānamapahate
Diese sind also die fünfzehn „Um-den-Leib-gebundenen“ (Paryaṅgya) Opfertiere. Fünfzehnfach ist ja der Vajra an Kraft, der Vajra; mit diesem Vajra, dieser Kraft, wehrt der Opferherr das Übel von vorn ab.
Fünfzehn und wiederum fünfzehn sind es bei den übrigen Tieren [Anm.: unsichere genaue Zählung dieser weiteren Gruppen]; fünfzehnfach ist ja der Vajra an Kraft, der Vajra; mit diesem Vajra, dieser Kraft, wehrt der Opferherr das Übel von allen Seiten ab.
tadāhuḥ apāhaivaitaiḥ pāpmānaṃ hatā ityakṛtsnaṃ ca tvai prajāpatiṃ saṃskaroti na cedaṃ sarvamavarunddhe
Dazu sagt man: „Mit diesen hat er das Übel fürwahr schon abgewehrt“ – aber dabei bereitet er Prajāpati nur unvollständig zu und erlangt so nicht dies alles hier.
Siebzehn Tiere sollte er am mittleren Opferpfahl ergreifen; siebzehnfach ist ja Prajāpati; Prajāpati ist der Aśvamedha – zur vollständigen Erlangung eben des Aśvamedha. Sechzehn, wiederum sechzehn bei den übrigen; sechzehnteilig ist ja dies alles hier – so erlangt er wirklich dies alles hier.
tānkathamāprīṇīyādityāhuḥ samiddho añjankṛdaram matīnāmiti bārhadukthībhirāprīṇīyādbṛhaduktho ha vai vāmadevyo'śvo vā sāmudriraśvasyāprīrdadarśa tā etāstābhirevainametadāprīṇīma iti vadanto na tathā kuryājjāmadagnībhirevāprīṇīyātprajāpatirvai jamadagniḥ so'śvamedhaḥ svayaivainaṃ devatayā samardhayati tasmājjāmadagnībhirevāprīṇīyāt
Wie soll man diese Tiere rituell zufriedenstellen (Āprī)? Dazu sagt man: „Mit den Bārhaduktha-Formeln soll man sie zufriedenstellen“ – denn Bṛhaduktha war fürwahr der Vāmadevya, das heißt das Roß [Anm.: unsichere Identifikation]. Sāmudri sah die Āprī-Verse des Rosses; diese sind es; „mit diesen eben stellen wir es zufrieden“ – so sagend, sollte man es nicht so tun. Mit den Jāmadagni-Formeln eben sollte man sie zufriedenstellen; denn Prajāpati ist ja Jamadagni; er ist der Aśvamedha; durch die eigene Gottheit stärkt er ihn eben; deshalb sollte man sie mit den Jāmadagni-Formeln zufriedenstellen.
taddhaike eteṣām paryaṅgyāṇāṃ nānā yājyāpuro'nuvākyāḥ kurvanti vindāma eteṣāmavittyetareṣāṃ na kurma iti na tathā kuryātkṣatraṃ vā aśvo viḍitare paśavaḥ pratipratinīṃ ha te pratyudyāminīṃ kṣatrāya viśaṃ kurvantyatho āyuṣā yajamānaṃ vyardhayanti ye tathā kurvanti tasmātprājāpatya evāśvo devadevatyā itare kṣatrāyaiva tadviśaṃ kṛtā?ukarāmanuvartmānaṃ karotyatho āyuṣaiva yajamānaṃ samardhayati
Dazu machen manche für diese „Um-den-Leib“-Tiere verschiedene Yājyā- und Anuvākyā-Formeln, mit den Worten: „Wir finden Formeln für diese, für die anderen finden wir keine eigenen“ – so sollte man es nicht tun. Das Roß ist ja die Kriegerkraft (Kṣatra), die übrigen Tiere sind die Untertanenschaft (Viś); wer so verschiedene Formeln verwendet, der macht die Untertanenschaft fürwahr zu einer Gegen-Kraft, einer sich Widersetzenden gegenüber der Kriegerkraft, und verkürzt zudem den Opferherrn an Lebensspanne. Deshalb gilt: das Roß ist eben dem Prajāpati, der Göttergottheit, geweiht, die übrigen eben der Kriegerkraft [Anm.: der weitere Wortlaut dieser Stelle bleibt unsicher]; und er stärkt zugleich den Opferherrn an Lebensspanne.
Golden ist das Gebiss (Śāsa) des Rosses; kupfern das der „Um-den-Leib“-Tiere, eisern das der übrigen. Gold ist ja Licht (Jyotis); der Aśvamedha ist das Reich – so legt er eben Licht in das Reich; und mit dem goldenen Licht gelangt der Opferherr zur Himmelswelt; und damit macht er ihn eben zu einem, der ihr entgegenleuchtet [Anm.: anūkāśa, unsichere Deutung], zur vollständigen Erlangung der Himmelswelt.
Und ferner: das Roß ist ja die Kriegerkraft; das ist die Gestalt der Kriegerkraft, das Gold – so stärkt er eben die Kriegerkraft durch die Kriegerkraft.
Was aber kupfern ist bei den „Um-den-Leib“-Tieren, so gilt: so wie es beim König Unterkönige, vom König eingesetzte Wagenlenker und Dorfälteste gibt, ebenso sind diese fürwahr dem Roß untergeordnet, die „Um-den-Leib“-Tiere; und ebenso ist auch dies fürwahr vom Gold abgeleitet, das Kupfer [Anm.: loha kann sowohl „Kupfer/Bronze“ als auch allgemein „Metall“ bedeuten] – mit ihrer eigenen, entsprechenden Gestalt stärkt er sie eben.
Was aber eisern ist bei den übrigen Tieren, so gilt: die übrigen Tiere sind die Untertanenschaft; das ist die Gestalt der Untertanenschaft, das Eisen – so stärkt er eben die Untertanenschaft durch die Untertanenschaft. Auf einer Rohrmatte [Anm.: unsichere Deutung] zerlegen sie das Fleisch nördlich des Rosses; das Roß ist ja ānuṣṭubh, dem Anuṣṭubh-Versmaß zugehörig, diese Richtung, der Norden, ist ānuṣṭubh – so legt er ihn eben in diese, ihm zugehörige, Richtung. Was aber die Rohrmatte betrifft: das Roß hat ja seinen Ursprung in den Gewässern, das Schilfrohr ist in den Gewässern entstanden – mit dem ihm eigenen Ursprung stärkt er ihn eben.
devā vā aśvamedhe pavamānaṃ svargaṃ lokaṃ na prājānaṃstamaśvaḥ prājānādyadaśvamedhe'śvena pavamānāya sarpanti svargasya lokasya prajñātyai pucamanvārabhante svargasyaiva lokasya samaṣṭyai na vai manuṣyaḥ svargaṃ lokamañjasā vedāśvo vai svargaṃ lokamañjasā veda
Die Götter kannten beim Aśvamedha die Himmelswelt des Pavamāna [-Soma], des Läuterungs-Soma, nicht; das Roß aber kannte sie. Dass man beim Aśvamedha mit dem Roß zum Pavamāna-Gesang hinschreitet, dient dem Erkennen der Himmelswelt; man ergreift dabei den Schwanz des Rosses, zur vollständigen Erlangung eben der Himmelswelt. Der Mensch kennt ja nicht unmittelbar die Himmelswelt; das Roß aber kennt die Himmelswelt unmittelbar.
Wenn der Udgātṛ-Priester allein sänge, wäre das so, als würde ein Fremder einen anderen auf einem Umweg führen. Wenn er aber, unter Ausschluss des Udgātṛ, das Roß für den Udgītha-Gesang auswählt, dann ist das so, wie wenn ein Ortskundiger unmittelbar führt – ebenso führt dann das Roß den Opferherrn unmittelbar zur Himmelswelt. Es stößt den Hiṅ-Laut aus – das ist eben der Sāman-Gesang, den es damit anstimmt; der Udgītha eben ist es. Die Stuten halten es zurück, wiehern dabei – so wie die Upagātṛ-Sänger mitsingen. Golden ist die Dakṣiṇā-Gabe dafür, hundert Māna wiegendes Feingold; darüber ist an anderer Stelle die Erklärung gegeben.
prajāpatirakāmayata ubhau lokāvabhijayeyaṃ devalokaṃ ca manuṣyalokaṃ ceti sa etānpaśūnapaśyadgrāmyāṃśca tānālabhata tairimau lokāvavārunddha grāmyaireva paśubhirimaṃ lokamavārunddhāraṇyairamumayaṃ vai loko manuṣyaloko'thāsau devaloko yadgrāmyānpaśūnālabhata imameva tairlokaṃ yajamāno'varunddhe yadāraṇyānamuṃ taiḥ
Prajāpati wünschte: „Beide Welten möchte ich erobern, die Götterwelt und die Menschenwelt.“ Da sah er diese Tiere, die zahmen und die wilden; er ergriff sie. Mit ihnen erlangte er beide Welten: mit den zahmen Tieren erlangte er diese Erdwelt, mit den wilden jene Himmelswelt. Diese Erde hier ist ja die Menschenwelt, jene dort die Götterwelt. Dass man zahme Tiere ergreift, bedeutet: eben diese Welt hier erlangt dadurch der Opferherr; dass man wilde ergreift, erlangt er jene Welt dadurch.
Würde er nun das Opfer mit nur zahmen Tieren vollenden, so gingen die Grenzen gleiche Wege, nahe beieinander wären die Enden zweier Dörfer; Bärinnen, menschenfressende Tiger, Räuber, Übeltäterinnen [Anm.: āvyādhinī, unsichere Deutung], Diebe würden in den Wäldern zu nahe bei den Dörfern entstehen. Würde er es aber mit nur wilden Tieren vollenden, so gingen die Grenzen verschiedene Wege, weit entfernt wären die Enden zweier Dörfer; Bärinnen, menschenfressende Tiger, Räuber, Übeltäterinnen, Diebe würden zwar auch in den Wäldern entstehen, aber fern der Dörfer.
Dazu sagt man: „Ein wildes Tier ist fürwahr wie kein reguläres Opfertier; dessen Fleisch sollte man nicht wie üblich darbringen; würde man es darbringen, würde man den Opferherrn rasch tot in die Wildnis tragen [Anm.: gemeint ist wohl ein vorzeitiger Tod]; denn die wilden Tiere gehören der Wildnis an. Würde man es aber nicht darbringen, entstünde eine Lücke im Opfer.“ Daher lässt man sie, nachdem man das Feuer um sie herumgeführt hat, einfach frei. Damit ist es weder wirklich geopfert noch nicht geopfert; man trägt den Opferherrn dadurch nicht tot in die Wildnis, und es entsteht keine Lücke im Opfer.
So vollendet er das Opfer schließlich mit den zahmen Tieren [Anm.: der genaue logische Bezug dieser Einheit zur vorigen bleibt unsicher]. Vater und Sohn trennen sich dann wieder in ihren Besitz, die Grenzen gehen gleiche Wege, nahe beieinander sind die Enden zweier Dörfer; Bärinnen, menschenfressende Tiger, Räuber, Übeltäterinnen, Diebe entstehen in den Wäldern.
Prajāpati schuf den Aśvamedha; von ihm erschaffen, ging dieser fort; er wurde zur Paṅkti [Anm.: ein aus fünf Gliedern bestehendes Versmaß] und ging in das Jahr ein; da entstanden die Halbmonate aus ihm. Er setzte ihn mit den fünfzehngliedrigen Spenden wieder in Gang; er erreichte ihn; nachdem er ihn erreicht hatte, erlangte er ihn mit den fünfzehngliedrigen Spenden. Das ist ja das Abbild der Halbmonate, dass die Opfertiere fünfzehnfach gruppiert sind; dass er fünfzehnfache Tiere ergreift, bedeutet: eben die Halbmonate erlangt dadurch der Opferherr.
tadāhuḥ anavaruddho vā etasya saṃvatsaro bhavati yo'nyatra cāturmāsyebhyaḥ saṃvatsaraṃ tanuta ityeṣa vai sākṣātsaṃvatsaro yaccāturmāsyāni yaccāturmāsyānpaśūnālabhate sākṣādeva tatsaṃvatsaramavarunddhe vi vā eṣa prajayā paśubhirṛdhyate'pa svargaṃ lokaṃ rādhnoti yo'nyatraikādaśinebhyaḥ saṃvatsaraṃ tanuta ityaiṣa vai samprati svargo loko yadekādaśinī prajā vai paśava ekādaśinī yadaikādaśinānpaśūnālabhate na svargaṃ lokamaparādhnoti na prajayā paśubhirvyṛdyate
Dazu sagt man: „Nicht wirklich erlangt hat das Jahr, wer es sich anders als durch die Cāturmāsya-Opfer erstreckt“ [Anm.: gemeint sind die Vier-Monats-Opfer]; denn diese sind ja unmittelbar das Jahr selbst; dass er Cāturmāsya-gruppierte Tiere ergreift, bedeutet: unmittelbar eben erlangt er dadurch das Jahr. Der aber, der es nur so tut, gedeiht zwar an Nachkommenschaft und Vieh, verfehlt aber die Himmelswelt – wer es sich anders als durch die Ekādaśinī-Opfer, die elffachen Gruppierungen, erstreckt. Denn diese Ekādaśinī ist ja gegenwärtig die Himmelswelt selbst; die Ekādaśinī ist ja die Nachkommenschaft, das Vieh. Dass er ekādaśinī-gruppierte Tiere ergreift, bedeutet: er verfehlt nicht die Himmelswelt und gedeiht zugleich nicht weniger an Nachkommenschaft und Vieh.
Prajāpati schuf die Virāj; von ihm erschaffen, ging diese fort; sie ging in das rein-für-das-Opfer gewordene Roß ein. Er setzte sie mit den zehngliedrigen Spenden wieder in Gang; er erreichte sie; nachdem er sie erreicht hatte, erlangte er sie mit den zehngliedrigen Spenden. Dass er zehngliedrige Tiere ergreift, bedeutet: eben die Virāj erlangt dadurch der Opferherr. Er ergreift hundert; denn der Mensch hat eine Lebensspanne von hundert Jahren, hundert Sinnesvermögen – die Lebensspanne ist ja das Sinnesvermögen; so legt er ihm Kraft in sein Selbst.
Er ergreift elf mal zehn Tiere; elfsilbig ist ja die Triṣṭubh; das Sinnesvermögen aber ist die Kraft (Vīrya) – zur Erlangung des Sinnesvermögens, der Kraft der Triṣṭubh, ergreift er elf mal zehn. Zehn sind ja die Atemkräfte des Tieres, das Selbst das elfte – durch die Atemkräfte eben stärkt er die Tiere. Sie sind Vaiśvadeva-Tiere; das Roß ist ja Vaiśvadeva, allen Göttern zugehörig – zur Vollständigkeit eben des Rosses selbst. Sie sind vielgestaltig; deshalb sind Tiere vielgestaltig, verschiedengestaltig; deshalb gibt es verschiedengestaltige Tiere.
„Sie schirren den rötlichen Bradhna, den Wandernden“ – jene Sonne dort ist ja Bradhna, der Rötliche; eben jene Sonne schirrt er ihm damit an, zur vollständigen Erlangung der Himmelswelt.
tadāhuḥ parāṅvā etasmādyajña eti yasya paśurupākṛto'nyatra vederetītyetaṃ stotaranena pathā punaraśvamāvartayāsi na iti vāyurvai stotā tamevāsmā etatparastāddadhāti tathā nātyeti
Dazu sagt man: Das Opfer geht fürwahr von dem fort, dessen Opfertier anderswo als am Vedi-Altar zubereitet wird. „Auf diesem Wege, o Sänger, sollst du das Roß nicht wieder zurückkehren lassen“ – Vāyu ist ja der Sänger (Stotṛ); eben ihn setzt er ihm damit darüber hinaus; so entgeht ihm das Opfer nicht.
„Die Vasus mögen dich salben mit dem Gāyatrī-Versmaß!“ – damit salbt er die Hauptgemahlin (Mahiṣī) an; Schmalz (Ājya) ist ja Glanz, Glanz ist die Gāyatrī – beide Glanzkräfte zugleich legt er damit in ihn.
„Die Rudras mögen dich salben mit dem Triṣṭubh-Versmaß!“ – damit salbt er die Vāvātā an [Anm.: Bezeichnung einer der Gemahlinnen]; Schmalz ist ja Glanz, Sinneskraft ist die Triṣṭubh – Glanz und Sinneskraft zugleich legt er damit in ihn.
„Die Ādityas mögen dich salben mit dem Jagatī-Versmaß!“ – damit salbt er die Parivṛktā an [Anm.: die 'Übergangene' Gemahlin]; Schmalz ist ja Glanz, Vieh ist die Jagatī – Glanz und Vieh zugleich legt er damit in ihn.
Die Gemahlinnen salben ihn an – das ist ja die Gestalt des Glücks (Śrī), dass es Gemahlinnen sind; eben Glück legen sie ihm damit hinein; von ihm weichen dann nicht Glanz, Sinneskraft, Vieh und Glück.
So wie ja Tropfen einer nicht recht geopferten Spende verschüttet würden, so geht dies beim Opfertier verloren, dessen Haare beim Waschen ausfallen. Dass man Glasperlen einflicht, bedeutet: eben damit ersetzt man seine Haare; golden sind sie. Darüber ist bereits die Erklärung gegeben. Hunderteins Glasperlen flicht man ein; hundert Jahre Lebensspanne hat ja der Mensch, das Selbst ist das Hundertunderste – damit findet er, seiner Lebensspanne gemäß, im Selbst seinen Halt. „Bhūḥ, Bhuvaḥ, Svar“ – mit den dem Prajāpati geweihten [Silben] flicht man ein; das Roß ist ja dem Prajāpati zugehörig – mit seiner eigenen Gottheit stärkt man es damit. [Anm.: die folgende mantraartige Wendung im Quelltext („lājīṃ cācīnyavye gavya“) ist unklar bzw. möglicherweise korrupt und wird hier nur sinngemäß, als Aufzählung von Speiseopfergaben, wiedergegeben] Mit einer solchen Formel [?] trägt er dem Roß zusätzliche Speise herbei, um damit die Nachkommenschaft zur Speiseesserin zu machen. „Esst diese Speise, o Götter! Iss diese Speise, o Prajāpati!“ – damit stärkt er die Nachkommenschaft eben durch die Speise.
apa vā etasmāt tejo brahmavarcasaṃ krāmati yo'śvamedhena yajate hotā ca brahmā ca brahmodyaṃ vadata āgneyo vai hotā bārhaspatyo brahmā brahma bṛhaspatistejaścaivāsminbrahmavarcasaṃ ca samīcī dhatto yūpamabhito vadato yajamāno vai yūpo yajamānamevaitattejasā ca brahmavarcasena cobhayataḥ paridhattaḥ
Glanz und Brahman-Glanz (Brahmavarcasa) weichen fürwahr von dem, der mit dem Aśvamedha opfert. Der Hotṛ-Priester und der Brahman-Priester sprechen ein Brahmodya [Anm.: theologisches Rätselgespräch]; der Hotṛ ist ja dem Agni zugehörig, der Brahman-Priester dem Bṛhaspati zugehörig; Brahman [Anm.: hier im Sinne heiliger Erkenntnis] ist Bṛhaspati – Glanz und Brahman-Glanz zugleich legen sie damit hinein. Sie sprechen es um den Opferpfahl (Yūpa) herum; der Yūpa ist ja der Opferherr – eben den Opferherrn umgeben sie damit von beiden Seiten mit Glanz und Brahman-Glanz.
kā svidāsītpiśaṃgileti ahorātre vai piśaṃgile ahorātrayoreva pratitiṣṭhati
„Was war wohl die Piśaṃgile?“ [Anm.: Lautmalerei, unsichere Deutung] – Tag und Nacht sind ja die Piśaṃgile; eben in Tag und Nacht findet er dadurch seinen Halt.
Wenn die Opfertiere zum Opfer bestimmt sind, nimmt der Adhvaryu-Priester die Besprengungswasser (Prokṣaṇī); im Begriff, das Roß zu besprengen, nachdem der Opferherr es berührt hat, spricht er, der ādhvarika-Opferformel [Anm.: der allgemeinen Ritualformel] nachlaufend, die aśvamedhische Opferformel.
„Vāyu möge dich mit dem Kochen begünstigen!“ – Vāyu eben kocht es. „Der Dunkelhalsige mit den Cāga-[Feuern]!“ [Anm.: cāga, unsichere Deutung] – Agni ist ja der Dunkelhalsige; eben Agni kocht es mit den Cāga-[Feuern].
nyagrodhaścamasairiti yatra vai devā yajñenāyajanta ta etāṃścamasānnyaubjaṃste nyañco nyagrodhā rohanti
„Der Nyagrodha-Baum aus den Opferbechern!“ – wo die Götter ja mit dem Opfer opferten, dort stülpten sie diese Opferbecher (Camasa) um; diese, nach unten gestülpt, wuchsen als Nyagrodha-Bäume heran [Anm.: Wortspiel nyañc/nyagrodha, 'nach unten wachsend'].
„Mit sechs, mit vier gingen sie!“ [Anm.: unsicherer Bezug] – deshalb steht das Roß, wenn es steht, auf drei Beinen stehend; angeschirrt aber setzt es sich mit allen Beinen zugleich in Bewegung.
brahmākṛṣṇaśca no'vatviti candramā vai brahmākṛṣṇaścandramasa evainam paridadāti namo'gnaya ityagnaya eva namaskaroti
„Und der schwarze Brahman-Priester möge uns begünstigen!“ [Anm.: brahmākṛṣṇa, unsichere Deutung, wohl eine Mondbezeichnung] – der Mond ist ja der schwarze Brahman-Priester; eben dem Mond übergibt er es damit. „Verehrung dem Agni!“ – eben dem Agni erweist er damit Verehrung.
„Geschmückt ist der Wagen durch den Zügel!“ – damit fügt er eben durch den Zügel den Wagen zusammen; deshalb wird ein angeschirrter Wagen am ansehnlichsten.
„Geschmückt ist das Roß (Haya) durch den Zügel!“ – damit fügt er eben durch den Zügel das Roß zusammen; deshalb leuchtet ein gezügeltes Roß am meisten.
„Geschmückt in den Wassern, in den Wassern geboren!“ – das Roß hat ja seinen Ursprung in den Wassern; mit seinem eigenen Ursprung stärkt er es eben. „Der Brahman-Priester, dem Soma vorangehend!“ [Anm.: somapurogava, unsichere Deutung] – eben mit dem Soma als Vorangehendem lässt er es zur Himmelswelt gelangen.
„Selbst, o Renner, gestalte deinen Leib!“ – das sagt er damit zu ihm: 'Nimm selbst die Gestalt an, die du wünschst.' „Selbst opfere!“ – eben Selbstherrschaft (Svārājya) legt er damit in es hinein. „Selbst freue dich!“ – das sagt er damit zu ihm: 'Erhelle dir selbst die Welt, so groß, wie du sie wünschst.' „Deine Größe soll nicht durch einen anderen verlorengehen!“ – damit stärkt er eben das Roß durch Größe.
na vā u etanmriyase na riṣyasīti praśvāsayatyevainaṃ taddevāṃ ideṣi pathibhiḥ sugebhiriti devayānānevainam patho darśayati yatrāsate sukṛto yatra te yayuriti sukṛdbhirevainaṃ salokaṃ karoti tatra tvā devaḥ savitā dadhātviti savitaivainaṃ svarge loke dadhāti prajāpataye tvā juṣṭam prokṣāmītyupāṃśvathopagṛhṇāti
„Du stirbst hiermit fürwahr nicht, du nimmst keinen Schaden!“ – damit tröstet er es eben. „Du gehst zu den Göttern auf leicht gangbaren Pfaden!“ – damit zeigt er ihm eben die Götterpfade. „Dorthin, wo die Rechtschaffenen weilen, wohin sie gegangen sind!“ – damit macht er es eben den Rechtschaffenen weltgleich. „Dorthin möge dich der Gott Savitṛ setzen!“ – eben durch Savitṛ setzt er es damit in die Himmelswelt. „Dem Prajāpati dich als Erwünschtes besprenge ich!“ – damit ergreift er es leise, im Flüsterton (Upāṃśu).
agniḥ paśurāsīt tenāyajanta sa etaṃ lokamajayadyasminnagniḥ sa te loko bhaviṣyati taṃ jeṣyasi pibaitā apa iti yāvānagnervijayo yāvāṃloko yāvadaiśvaryaṃ tāvāṃste vijayastāvāṃlokastāvadaiśvaryam bhaviṣyatītyevainaṃ tadāha
Agni war ein Opfertier; mit ihm opferten sie; er eroberte diese Welt, in der Agni ist; „Diese wird deine Welt sein; du wirst sie erobern; trink dieses Wasser!“ – damit sagt er ihm eben: 'So groß wie Agnis Eroberung, so groß wie seine Welt, so groß wie seine Herrschaft, so groß wird deine Eroberung, deine Welt, deine Herrschaft sein.'
vāyuḥ paśurāsīt tenāyajanta sa etaṃ lokamajayadyasminvāyuḥ sa te loko bhaviṣyati taṃ jeṣyasi pibaitā apa iti yāvānvāyorvijayo yāvāṃloko
Vāyu war ein Opfertier; mit ihm opferten sie; er eroberte diese Welt, in der Vāyu ist; „Diese wird deine Welt sein; du wirst sie erobern; trink dieses Wasser!“ – so groß wie Vāyus Eroberung, so groß wie seine Welt [Anm.: die Formel bricht im Quelltext elliptisch ab und ist wie in den Parallelstellen (13 und 15) zu vervollständigen].
sūryaḥ paśurāsīt tenāyajanta sa etaṃ lokamajayadyasmintsūryaḥ sa te loko bhaviṣyati taṃ jeṣyasi pibaitā apa iti yāvāntsūryasya vijayo yāvāṃloko yāvadaiśvaryaṃ tāvāṃste vijayastāvāṃlokastāvadaiśvaryam bhaviṣyatītyevainaṃ tadāha tarpayitvāśvam punaḥ saṃskṛtya prokṣaṇīritarānpaśūnprokṣati tasyātaḥ
Sūrya war ein Opfertier; mit ihm opferten sie; er eroberte diese Welt, in der Sūrya ist; „Diese wird deine Welt sein; du wirst sie erobern; trink dieses Wasser!“ – damit sagt er ihm eben: 'So groß wie Sūryas Eroberung, so groß wie seine Welt, so groß wie seine Herrschaft, so groß wird deine Eroberung, deine Welt, deine Herrschaft sein.' Nachdem er das Roß gesättigt und es wieder zurechtgemacht hat, besprengt er mit den Besprengungswassern die übrigen Opfertiere; davon handelt nun das Folgende.
Die Götter kannten, nach Norden gewandt, die Himmelswelt nicht; das Roß aber kannte sie. Dass man beim Roß nach Norden geht, dient dem Erkennen der Himmelswelt. Ein Gewand als Auflage, Gold – so breitet man es für das Roß aus, wie für kein anderes Opfertier; darauf tötet man es rituell [Anm.: saṃjñapana, der technische Begriff für die rituelle Tötung des Opfertiers]; eben dadurch unterscheidet man es von den übrigen Opfertieren.
Man tötet fürwahr das Opfertier, wenn man es rituell tötet. „Dem Einatem, Svāhā! Dem Ausatem, Svāhā! Dem Zwischenatem, Svāhā!“ – während es rituell getötet wird, opfert er diese Spenden; eben die Atemkräfte legt er damit in es hinein; und so ist es ihm eben, als wäre mit dem noch lebenden Opfertier geopfert worden.
„O Mutter, o Mütterchen, o kleine Mutter, niemand führt mich fort!“ [Anm.: liebevolle Anredeformen] – damit führt er die Gemahlinnen herbei; ohne Rufen [Anm.: unsichere Deutung] eben tut er dies ihnen, und macht sie damit eben opferrein.
„Dich, den Herrn der Scharen, der Scharen, rufen wir an!“ – die Gemahlinnen umschreiten das Roß; damit verleugnen sie es ihm gleichsam, und doch verleugnen sie es ihm nur unvollständig [Anm.: Wortspiel, unsichere Deutung]; und so befestigen sie es ihm eben. Dreimal umschreiten sie; drei sind ja diese Welten – eben mit diesen Welten befestigen sie es. Nochmals dreimal umschreiten sie, so werden es sechs; sechs sind ja die Jahreszeiten – eben mit den Jahreszeiten befestigen sie es.
apa vā etebhyaḥ prāṇāḥ krāmanti ye yajñe dhuvanaṃ tanvate nava kṛtvaḥ pariyanti nava vai prāṇāḥ prāṇānevātmandadhate naibhyaḥ prāṇā apakrāmantyāhamajāni garbhadhamā tvamajāsi garbhadhamiti prajā vai paśavo garbhaḥ prajāmeva paśūnātmandhatte tā ubhau caturaḥ padaḥ samprasārayāveti mithunasyāvaruddhyai svarge loke prorṇuvāthāmityeṣa vai svargo loko yatra paśuṃ saṃjñapayanti tasmādevamāha vṛṣā vājī retodhā reto dadhātviti mithunasyaivāvaruddhyai
Von denen weichen fürwahr die Atemkräfte, die beim Opfer die Umschreitungshandlung [Anm.: dhuvana, unsichere Deutung] ohne die richtige Zahl vollziehen – neunmal umschreiten sie; neun sind ja die Atemkräfte – eben die Atemkräfte legen sie sich damit ins Selbst; von ihnen weichen die Atemkräfte nicht. „Ich bin geboren als Empfängnisträchtige, du bist geboren als Empfängnisträchtiger!“ [Anm.: unsichere grammatische Zuordnung der Sprechenden] – Nachkommenschaft sind ja die Opfertiere, der Mutterschoß – eben Nachkommenschaft als Opfertiere legt er sich damit ins Selbst. „Lasst uns beide die vier Füße ausstrecken!“ – zur Erlangung des Paares. „Bedeckt euch in der Himmelswelt!“ – das ist ja die Himmelswelt, wo man das Opfertier rituell tötet; deshalb spricht man so. „Der Bulle, der Renner, der Samenspender – er möge den Samen legen!“ – eben zur Erlangung des Paares.
„Lass sie aufwärts erheben!“ [Anm.: unsichere Bezugsgröße] – der Aśvamedha ist ja Glück und Reich zugleich; eben das Glück lässt er damit für ihn als Reich emporsteigen.
„Wie einer, der eine Last auf den Berg trägt!“ – Glück ist ja die Last des Reiches; eben mit dem Glück umgürtet er ihm damit das Reich, und legt eben das Reich auf das Glück.
„Und ihre Mitte möge kräftig sein!“ [Anm.: medhatām, unsichere Deutung] – Glück ist ja die Mitte des Reiches; eben Speise legt er damit in die Mitte des Reiches.
[Anm.: dieser Abschnitt enthält mehrere lautmalerisch-dunkle Wortspiele des Quelltexts, deren genaue Bedeutung unsicher bleibt und hier nur sinngemäß wiedergegeben wird] „Yakāsakau, o Vögelchen!“ – das Volk (Viś) ist ja das Vögelchen. „Ahalag“ bedeutet 'es betrügt' – die Untertanen betrügen ja das Reich. „Er schlägt in den Mutterleib, den Herrn“ bedeutet 'er hält fest' – das Volk ist ja der Mutterleib des Reiches, der Herr ist das Reich; eben das Reich schlägt er damit durch das Volk; deshalb ist ein starkes Reich dem Volk gegenüber gewaltsam.
mātā ca te pitā ca ta iti iyaṃ vai mātāsau pitābhyāmevainaṃ svargaṃ lokaṃ gamayatyagraṃ vṛkṣasya rohata iti śrīrvai rāṣṭrasyāgraṃ śriyamevainaṃ rāṣṭrasyāgraṃ gamayati pratilāmīti te pitā gabhe muṣṭimataṃsayaditi viḍvai gabho rāṣṭram muṣṭī rāṣṭrameva viśyāhanti tasmādrāṣṭrī viṣaṃ ghātukaḥ
„Deine Mutter und dein Vater!“ – diese Erde hier ist ja die Mutter, jener Himmel der Vater; mit beiden lässt er es eben zur Himmelswelt gelangen. „Steige zum Wipfel des Baumes empor!“ – Glück ist ja der Wipfel des Reiches; eben zum Wipfel des Reiches lässt er es damit gelangen. [Anm.: die folgenden Formeln 'pratilāmi' und die Faust-in-den-Mutterleib-Wendung sind im Quelltext unklar und werden sinngemäß wiedergegeben] „Ich empfange zurück, dein Vater“ – „er lege die Faust in den Mutterleib“ – das Volk ist ja der Mutterleib des Reiches; eben mit der Faust schlägt er das Reich durch das Volk; deshalb ist ein starkes Reich gewaltsam.
yaddhariṇo yavamattīti viḍvai yavo rāṣṭraṃ hariṇo viśameva rāṣṭrāyādyāṃ karoti tasmādrāṣṭro viśamatti na puṣṭam paśu manyata iti tasmādrājā paśūnna puṣyati śūdrā yadaryajārā na poṣāya na dhanāyatīti tasmādvaiśīputraṃ nābhiṣiñcati
„Dass die Gazelle Gerste frisst“ – Gerste ist ja das Volk, das Reich die Gazelle; eben das Volk macht er damit zur Speise für das Reich; deshalb verzehrt das Reich das Volk. „Er hält kein gemästetes Opfertier für geeignet“ – deshalb mästet der König keine Opfertiere [Anm.: genauer Sinn unsicher]. „Dass eine Śūdrā, auch wenn sie die Geliebte eines Adligen ist, nicht zu Wohlstand und Reichtum gelangt“ – deshalb salbt man den Sohn einer Vaiśyā-Frau nicht zum König.
apa vā etebhyaḥ prāṇāḥ krāmanti ye yajñe'pūtāṃ vācaṃ vadanti dadhikrāvṇo akāriṣamiti surabhimatīmṛcamantato'nvāhurvācameva punate naibhyaḥ prāṇā apakrāmanti
Von denen weichen fürwahr die Atemkräfte, die beim Opfer eine unreine Rede sprechen. „Dadhikrāvan habe ich besungen“ [Anm.: Zitat eines bekannten Verses] – danach sprechen sie den wohlriechenden Vers; eben damit läutern sie die Rede; von ihnen weichen die Atemkräfte nicht.
Dass man Schwert-Pfade [Anm.: asipatha, vermutlich eine rituelle Anordnung von Schwertern] anlegt – eben damit schafft sich der Opferherr eine Brücke, einen Übergang, zur vollständigen Erlangung der Himmelswelt.
sūcībhiḥ kalpayanti viśo vai sūcyo rāṣṭramaśvamedho viśaṃ caivāsminrāṣṭraṃ ca samīcī dadhati hiraṇyamayyo bhavanti tasyoktam brāhmaṇam
Man legt sie mit Nadeln an; die Nadeln sind ja das Volk, das Reich der Aśvamedha; Volk und Reich zugleich legt man damit in ihn hinein. Sie sind golden; darüber ist die Erklärung bereits gegeben.
Dreierlei sind die Nadeln: kupferne, silberne, goldene. Die kupfernen sind ja die Himmelsrichtungen, die silbernen die Zwischenrichtungen, die goldenen die aufwärts gerichtete Richtung; mit diesen legt man sie eben an, quer und aufwärts gerichtet; sie sind vielgestaltig; deshalb sind die Himmelsrichtungen vielgestaltig, verschiedengestaltig; deshalb sind die Himmelsrichtungen verschiedengestaltig.
prajāpatirakāmayata mahānbhūyāntsyāmiti sa etāvaśvamedhe mahimānau grahāvapaśyattāvajuhottato vai sa mahānbhūyānabhavatsa yaḥ kāmayeta mahānbhūyāntsyāmiti sa etāvaśvamedhe mahimānau grahau juhuyānmahānhaiva bhūyānbhavati
Prajāpati wünschte: „Groß, noch größer möge ich sein.“ Er erblickte diese beiden 'Größe'-Trankopfer (Mahiman-Graha) beim Aśvamedha; diese opferte er; dadurch wurde er fürwahr groß und noch größer. Wer sich wünscht: „Groß, noch größer möge ich sein“, der opfere diese beiden Mahiman-Trankopfer beim Aśvamedha – fürwahr groß und noch größer wird er.
vapāmabhito juhoti yajamāno vā aśvamedho rājā mahimā rājyenaivainamubhayataḥ parigṛhṇāti purastātsvāhākṛtayo vā anye devā upariṣṭātsvāhākṛtayo'nye tānevaitatprīṇāti svāhā devebhyo devebhyaḥ svāheti rājñā vapām parijayati ye caivāsmiṃloke devā ya u cāmuṣmiṃstānevaitatprīṇāti ta enamubhaye devāḥ prītāḥ svargaṃ lokamabhivahanti
Er opfert die Bauchfett-Opfergabe (Vapā) von beiden Seiten rings umher; der Opferherr, der Aśvamedha, ist ja der König, die Trankopfer sind die Größe (Mahiman) – eben mit der Königsherrschaft umfasst er ihn damit von beiden Seiten. Die einen Götter sind vorn mit 'Svāhā' bedacht, die anderen oben mit 'Svāhā' bedacht – eben diese erfreut er damit. „Svāhā den Göttern! Den Göttern, Svāhā!“ – mit der königlichen Formel umkreist er die Vapā-Opfergabe; die Götter, die in dieser Welt sind, und die, die in jener sind – eben diese erfreut er damit; diese beiderlei Götter, erfreut, führen ihn zur Himmelswelt hinauf.