prajāpatirakāmayata sarvānkāmānāpnuyāṃ sarvā vyaṣṭīrvyaśnuvīyeti sa etamaśvamedhaṃ trirātraṃ yajñakratumapaśyattamāharattenāyajata teneṣṭvā sarvānkāmānāpnotsarvā vyaṣṭīrvyāśnuta sarvānha vai kāmānāpnoti sarvā vyaṣṭīrvyaśnute yo'śvamedhena yajate
Prajāpati wünschte: „Alle Wünsche möchte ich erlangen, alle Einzelentfaltungen (Vyaṣṭi) möchte ich erreichen.“ Er erblickte diesen dreinächtigen Aśvamedha-Opferritus; er holte ihn herbei; mit ihm opferte er. Nachdem er damit geopfert hatte, erlangte er alle Wünsche, erreichte alle Einzelentfaltungen. Fürwahr, alle Wünsche erlangt, alle Einzelentfaltungen erreicht, wer mit dem Aśvamedha opfert.
tadāhuḥ kasminnṛtāvabhyārambha iti grīṣme'bhyārabhetetyu haika āhurgrīṣmo vai kṣatriyasyartuḥ kṣatriyayajña u vā eṣa yadaśvamedha iti
Dazu sagt man: „In welcher Jahreszeit soll der Beginn sein?“ Manche sagen: „Im Sommer soll man beginnen; der Sommer ist ja die Jahreszeit des Kriegerstandes (Kṣatriya), und dies ist ja ein Kṣatriya-Opfer, der Aśvamedha.“
tadvai vasanta evābhyārabheta vasanto vai brahmaṇasyarturya u vai kaśca yajate brāhmaṇībhūyevaiva yajate tasmādvasanta evābhyārabheta
Man solle aber fürwahr im Frühling beginnen; der Frühling ist ja die Jahreszeit des Brahmanenstandes; wer auch immer opfert, opfert ja gleichsam als ein zum Brahmanen Gewordener; deshalb solle man eben im Frühling beginnen.
Zum bevorstehenden Phālgunī-Vollmondtag [Anm.: Vollmond im Monat Phālguna] kommen sechs oder sieben Tage vorher die Priester zusammen: der Adhvaryu, der Hotṛ, der Brahman-Priester und der Udgātṛ; und diesen folgen die übrigen Priester.
Für sie spendet der Adhvaryu den 'Vier-Kostungen'-Brahmaudana-Reisbrei [Anm.: cātuṣprāśya, wörtl. 'zum viermaligen Kosten bestimmt']; darüber ist die Erklärung bereits gegeben: vier Gefäße, vier Handvoll, vier Schöpfmaße, zwölffacher Art; zwölf Monate sind das Jahr, alles ist das Jahr, alles der Aśvamedha – zur Erlangung von allem, zur vollständigen Gewinnung von allem.
Diesen Brei kosten die vier genannten Priester; über sie ist die Erklärung bereits gegeben. Ihnen gibt er viertausend [Anm.: die Einheit bleibt implizit]; alles Tausend ist ja alles, der Aśvamedha ist alles – zur Erlangung von allem, zur vollständigen Gewinnung von allem; und vier goldene, hundert Māna wiegende Goldstücke; darüber ist bereits die Erklärung gegeben.
Dann bindet ihm der Adhvaryu eine Halskette (Niṣka) um und spricht dabei: „Glanz bist du, Klarheit, Unsterblichkeit!“ – Glanz, Klarheit, Unsterblichkeit ist ja das Gold – eben Glanz, Klarheit, Unsterblichkeit legt er damit in ihn hinein. „Lebensspannen-Hüter, hüte mir die Lebensspanne!“ – eben Lebensspanne legt er damit in ihn hinein. Dann spricht er zu ihm: „Gelobe Rede!“ – Rede ist ja das Opfer – eben zum Beginn des Opfers.
Vier Gemahlinnen sind bereitgestellt: die Hauptgemahlin (Mahiṣī), die Vāvātā, die Parivṛktā, die Pālāgalī [Anm.: vierte, sonst seltener genannte Gemahlin]; alle sind mit Halsketten geschmückt – zur vollständigen Gewinnung des Paares. Mit ihnen betritt er das Feuerhaus; durch die östliche Tür der Opferherr, durch die südliche die Gemahlinnen.
Nachdem die Abendspende geopfert ist, legt er sich hinter dem Gārhapatya-Feuer, nach Norden gewandt, zusammen mit der Vāvātā nieder; ebenso legen sich auch die übrigen Frauen nieder. Er liegt, die Schenkel nicht bewegend [Anm.: unsichere genaue Körperhaltung], und spricht: „Mit dieser Askese möge ich wohlbehalten das Ende des Jahres erreichen.“
Nachdem die Morgenspende geopfert ist, opfert der Adhvaryu die Vollspende (Pūrṇāhuti); alles Volle ist ja alles, der Aśvamedha ist alles – zur Erlangung von allem, zur vollständigen Gewinnung von allem. Dabei lässt er die Rede mit einem Gunst-Wort los: „Eine Gunst gebe ich dem Brahman!“ – alle Gunst ist ja alles, der Aśvamedha ist alles – zur Erlangung von allem, zur vollständigen Gewinnung von allem.
Die Halskette, die ihm angelegt worden ist, gibt er dann dem Adhvaryu; indem er sie dem Adhvaryu gibt, legt er sich Unsterblichkeit und Lebensspanne ins Selbst; unsterblich ist ja die Lebensspanne, ebenso wie das Gold.
athāgneyīmiṣṭiṃ nirvapati pathaśca kāmāya yajñamukhasya cācambaṭkārāyātho agnimukhā u vai sarvā devatāḥ sarve kāmā aśvamedhe mukhataḥ sarvāndevānprītvā sarvānkāmānāpnavānīti
Dann spendet er ein dem Agni geweihtes Opfer, zur Erlangung des rechten Weges und für den 'Ausruf' (Acambaṭkāra) am Beginn des Opfers [Anm.: unsichere genaue Bedeutung dieses Fachbegriffs]; und Agni ist ja das Antlitz aller Gottheiten; alle Wünsche stehen beim Aśvamedha am Anfang – 'Nachdem ich alle Götter erfreut habe, möge ich alle Wünsche erlangen.'
Für dieses Opfer gibt es fünfzehn Anfeuerungsverse (Sāmidhenī); fünfzehnfach ist ja der Vajra, die Kraft, der Vajra – eben mit dieser Kraft des Vajra stößt der Opferherr im Voraus das Übel ab. Die Vṛtra-tötenden Formeln begleiten die beiden Schmalz-Anteile; Übel ist ja Vṛtra – zum Abstoßen des Übels. „Agni ist das Haupt des Himmels, der Höhepunkt der Erde, der Führer des Opfers und des Luftraums“ – im Flüsterton gesprochen bei der Opferspende ist die eine Formel hauptbezogen (Mūrdhanvat), die andere seiend-bezogen (Sadvat); dies [die Sonne] ist ja das Haupt, das da brennt – zur Gewinnung eben dieses Hauptes. Was aber seiend-bezogen ist, damit gewinnt er das Seiende. Die beiden Virāj-Formeln begleiten die Schlussspenden (Saṃyājya); allgöttlich ist ja dieses Versmaß, nämlich die Virāj; alle Wünsche stehen beim Aśvamedha – 'Nachdem ich alle Götter erfreut habe, möge ich alle Wünsche erlangen.' Gold ist die Dakṣiṇā-Gabe, hundert Māna wiegendes Feingold; darüber ist die Erklärung bereits gegeben.
atha pauṣṇīṃ nirvapati pūṣā vai pathīnāmadhipatiraśvāyaivaitatsvastyayanaṃ karotyatho iyaṃ vai pūṣemāmevāsmā etadgoptrīṃ karoti tasya hi nārtirasti na hvalā yamiyamadhvangopāyatīmāmevāsmā etadgoptrīṃ karoti
Dann spendet er ein dem Pūṣan geweihtes Opfer; Pūṣan ist ja der Herr der Wege – damit schafft er dem Roß ein glückliches Geleit; und diese Erde hier ist ja Pūṣan – eben diese macht er ihm damit zur Hüterin; denn dem, den diese Erde auf dem Weg behütet, dem widerfährt keine Not, kein Straucheln – eben diese macht er ihm damit zur Hüterin.
Für dieses Opfer gibt es siebzehn Anfeuerungsverse; siebzehnfach ist ja Prajāpati, Prajāpati der Aśvamedha – zur Erlangung eben des Aśvamedha. Die 'wachstumsbringenden' Formeln begleiten die beiden Schmalz-Anteile, zum Wachstum eben des Opferherrn. „O Pūṣan, in deinem Dienst rufen wir dich an, den Hüter jedes Weges“ – im Flüsterton bei der Opferspende ist die eine Formel dienst-bezogen (Vratavat), die andere weg-bezogen (Pathanvat); Kraft ist ja der Dienst (Vrata) – zur Erlangung der Kraft. Was aber weg-bezogen ist, damit schafft er dem Roß ein glückliches Geleit. Die beiden Anuṣṭubh-Formeln begleiten die Schlussspenden; Rede ist ja die Anuṣṭubh, Rede ist Prajāpati, Prajāpati der Aśvamedha – zur Erlangung eben des Aśvamedha. Hundert Gewänder sind die Dakṣiṇā-Gabe; Gestalt ist ja dies des Menschen, nämlich das Gewand; deshalb sagt man von jemandem, der gut gekleidet ist: 'Wer ist das nur?' – denn er ist gestaltreich geworden; mit dieser Gestalt stärkt er ihn eben. Es sind hundert; hundert Jahre Lebensspanne hat ja der Mensch, hundert Sinnesvermögen; die Lebensspanne ist ja das Sinnesvermögen – damit legt er ihm Kraft in sein Selbst.
etasyāṃ tāyamānāyām aśvaṃ niktvodānayanti yasmintsarvāṇi rūpāṇi bhavanti yo vā javasamṛddhaḥ sahasrārham pūrvyaṃ yo dakṣiṇāyāṃ dhuryapratidhuraḥ
Während dieses Opfer vollzogen wird, wäscht man das Roß und führt es herbei – das Roß, in dem alle Farben vorhanden sind, oder das an Schnelligkeit vollkommen ist, das tausend wert ist, das urtümliche, das im Süden Zug-und-Gegenzug hält [Anm.: unsichere genaue Deutung, wohl 'zugkräftig und ausgleichend'].
tadyatsarvarūpo bhavati sarvaṃ vai rūpaṃ sarvamaśvamedhaḥ sarvasyāptyai sarvasyāvaruddhyā atha yajjavasamṛddho vīryaṃ vai javo vīryasyāptyai vīryasyāvaruddhyā atha yatsahasrārhaḥ sarvaṃ vai sahasraṃ sarvamaśvamedhaḥ sarvasyāptyai sarvasyāvaruddhyā atha yatpūrvya eṣa vā aparimitaṃ vīryamabhivardhate yatpūrvyo'parimitasyaiva vīryasyāvaruddhyā atha yaddakṣiṇāyāṃ dhuryapartidhura eṣa vā eṣa ya eṣa tapati na vā etaṃ kaścana pratipratiretasyaivāvaruddhyai
Dass es alle Farben hat, bedeutet: alle Farbe ist ja alles, der Aśvamedha ist alles – zur Erlangung von allem, zur vollständigen Gewinnung von allem. Dass es an Schnelligkeit vollkommen ist: Kraft ist ja die Schnelligkeit – zur Erlangung der Kraft. Dass es tausend wert ist: alles Tausend ist ja alles, der Aśvamedha ist alles – zur Erlangung von allem, zur vollständigen Gewinnung von allem. Dass es urtümlich ist: dieses [die Sonne] wächst ja zu unermesslicher Kraft heran; dass es urtümlich ist, dient eben der Erlangung eben dieser unermesslichen Kraft. Dass es im Süden Zug-und-Gegenzug hält: das ist ja dieses, das da brennt [die Sonne]; niemand hält ihm fürwahr stand – zur Erlangung eben davon.
Dazu sagte Bhāllabeya: „Zweifarbig soll dieses Roß sein, schwarz-gesprenkelt; es ist ja aus Prajāpatis Auge entstanden; zweifarbig ist ja dieses Auge, weiß und schwarz zugleich; damit stärkt man es eben durch seine eigene ursprüngliche Gestalt.“
Dazu aber sagte Sātyayajñi: „Dreifarbig soll dieses Roß sein: sein vorderer Teil schwarz, sein hinterer Teil weiß, mit einem hellen Fleck vorn [Anm.: kṛttikāñji, unsichere Deutung]. Dass sein vorderer Teil schwarz ist: das ist eben das Schwarze dieses Auges; dass sein hinterer Teil weiß ist: das ist eben das Weiße dieses Auges; dass es vorn den hellen Fleck hat: das ist die Pupille (Kanīnakā) [Anm.: unsichere genaue Zuordnung]. Eben dieses ist gestaltreich vollkommen. Welches von diesen sich auch für ihn eignet – ob vielfarbig, zweifarbig oder dreifarbig mit dem hellen Fleck –, das soll er ergreifen; an Schnelligkeit aber soll es vollkommen sein.“
Für dieses Roß werden vorn diese Wächter bereitgestellt: hundert gepanzerte Königssöhne, hundert Krieger mit Köchern, hundert Söhne von Wagenlenkern und Dorfvorstehern mit Pfeilbündeln, hundert Söhne von Kṣatriya-Wagenlenkern [Anm.: unsichere genaue Deutung] mit Stäben, und hundert Pferde – ein Gehege ohne Pfahl, ohne festgebundenen Zügel, in das man es loslässt und bewacht.
atha sāvitrīmiṣṭiṃ nirvapati savitre prasavitre dvādaśakapālam puroḍāśaṃ savitā vai prasavitā savitā ma imaṃ yajñam prasuvāditi
Dann spendet er ein dem Savitṛ geweihtes Opfer: für Savitṛ, den 'Antreiber', einen auf zwölf Scherben gebackenen Opferkuchen; Savitṛ ist ja der Antreiber – „Savitṛ möge dieses Opfer für mich antreiben!“
Für dieses Opfer gibt es fünfzehn Anfeuerungsverse; die Vṛtra-tötenden Formeln begleiten die beiden Schmalz-Anteile. „Der über all diese Geschöpfe herrscht, der Gott Savitṛ möge kommen, der Schöngeschmückte“ – im Flüsterton bei der Opferspende; die beiden Virāj-Formeln begleiten die Schlussspenden. Gold ist die Dakṣiṇā-Gabe, hundert Māna wiegendes Feingold; darüber ist die Erklärung bereits gegeben.
Während bei diesem Opfer die Vor-Opfer (Prayāja) vollzogen werden, singt der Lauten-Sänger unter den Brahmanen von Süden her, eine hohe, wohlklingende Melodie anstimmend, drei selbstverfasste Lieder: 'Er opferte' – 'Er gab' [Anm.: knappe, formelhafte Liedinhalte]; darüber ist die Erklärung bereits gegeben.
Dann spendet er das zweite Opfer: für Savitṛ, den 'Heran-Antreiber' (Āsavitṛ), einen auf zwölf Scherben gebackenen Opferkuchen; Savitṛ ist ja der Heran-Antreiber – „Savitṛ möge dieses Opfer für mich heranbringen!“
Für dieses Opfer gibt es siebzehn Anfeuerungsverse; die seiend-bezogenen Formeln begleiten die beiden Schmalz-Anteile – damit erlangt er das Seiende. „Alle diese, o Gott Savitṛ“ – „Er, unser Gott Savitṛ, mit Macht“ – im Flüsterton bei der Opferspende; die beiden Anuṣṭubh-Formeln begleiten die Schlussspenden. Silber und Gold ist die Dakṣiṇā-Gabe, zur Verschiedengestaltigkeit, und zum Aufsteigen, zum Nicht-Weichen; hundert Māna wiegend ist es; hundert Jahre Lebensspanne hat ja der Mensch, hundert Sinnesvermögen; die Lebensspanne ist ja das Sinnesvermögen – damit legt er ihm Kraft in sein Selbst.
Während bei diesem Opfer die Vor-Opfer vollzogen werden, [singt] der Lauten-[Sänger unter den Brahmanen ...] [Anm.: Die Quelle bricht an dieser Stelle mit einem einzelnen '>'-Zeichen ab, vermutlich ein Transkriptionsartefakt für unlesbaren/fehlenden Text; dem Aufbau der Parallelstelle in Einheit 8 nach folgt hier vermutlich eine analoge Beschreibung des Lautengesangs.]
atha tṛtīyāṃ nirvapati savitre satyaprasavāya dvādaśakapālam puroḍāśameṣa ha vai satyaḥ prasavo yaḥ savituḥ satyena me prasavenemaṃ yajñam prasuvāditi
Dann spendet er das dritte Opfer: für Savitṛ, den 'Wahrhaft-Antreibenden' (Satyaprasava), einen auf zwölf Scherben gebackenen Opferkuchen; das ist fürwahr der wahrhafte Antrieb, nämlich der des Savitṛ – „Mit deinem wahrhaften Antrieb, o Savitṛ, treibe dieses Opfer für mich an!“
tasyai saptadaśaiva sāmidhenyo bhavanti rayimantāvājyabhāgau vīryaṃ vai rayivīryasyāptyai vīryasyāvaruddhyā ā viśvadevaṃ satpatiṃ na pramiye saviturdaivyasya tadityupāṃśu haviṣo yājyānuvākye nitye saṃyājye nedyajñapathādayānīti kLpta eva yajñe'ntataḥ pratitiṣṭhati triṣṭubhau bhavata indre vai vīryaṃ triṣṭubindriyasyaiva vīryasyāvaruddhyai hiraṇyaṃ dakṣiṇā suvarṇaṃ śatamānaṃ tasyoktam brāhmaṇam
Für dieses Opfer gibt es ebenfalls siebzehn Anfeuerungsverse; die reichtum-bezogenen Formeln begleiten die beiden Schmalz-Anteile; Kraft ist ja der Reichtum – zur Erlangung der Kraft. „Bis zum allgöttlichen wahren Herrn vergesse ich nicht das Göttliche des Savitṛ“ – im Flüsterton bei der Opferspende; die beständigen Formeln begleiten die Schlussspenden: „Nicht möge ich vom Opferpfad abweichen“ – so findet er wohlgeordnet am Ende des Opfers festen Halt. Die beiden Triṣṭubh-Formeln begleiten sie; Kraft ist ja in Indra, die Triṣṭubh ist Indras – zur Erlangung eben der Kraft. Gold ist die Dakṣiṇā-Gabe, hundert Māna wiegendes Feingold; darüber ist die Erklärung bereits gegeben.
Während bei diesem Opfer die Vor-Opfer vollzogen werden, [singt] der Lauten-[Sänger unter den Brahmanen ...] [Anm.: Die Quelle bricht hier erneut mit einem '>'-Zeichen ab, wie in Einheit 11; wiederum nach dem Muster von Einheit 8 zu ergänzen.]
etasyāṃ saṃsthitāyām upotthāyādhvaryuśca yajamānaścāśvasya dakṣiṇe karṇa ājapato vibhūrmātrā prabhūḥ pitreti tasyoktam brāhmaṇamathainamudañcam prāñcam prasṛjata eṣā hobhayeṣāṃ devamanuṣyāṇāṃ digyadudīcī prācī svāyāmevainaṃ taddiṣi dhatto na vai sva āyatane pratiṣṭhito riṣyatyariṣṭyai
Nachdem dieses Opfer beendet ist, erheben sich der Adhvaryu und der Opferherr und flüstern dem Roß ins rechte Ohr: „Ausgedehnt durch die Mutter, mächtig durch den Vater“ [Anm.: unsichere genaue Konstruktion]; darüber ist die Erklärung bereits gegeben. Dann lassen sie es nach Nordosten los; das ist ja die gemeinsame Richtung von Göttern und Menschen, nämlich der Nordosten – in seiner eigenen Richtung setzen sie es damit; wer in seiner eigenen Wohnstatt fest steht, nimmt fürwahr keinen Schaden – zur Unversehrtheit.
sa āha devā āśāpālāḥ etaṃ devebhyo'śvam medhāya prokṣitaṃ rakṣatetyuktā mānuṣā āśāpālā athaite daivā āpyāḥ sādhyā anvādhyā marutastameta ubhaye devamanuṣyāḥ saṃvidānā apratyāvartayantaḥ saṃvatsaraṃ rakṣanti tadyaṃ na pratyāvartayantyeṣa vā eṣa tapati ka u hyetamarhati pratyā !vayituṃ yadyenam pratyāvartayeyuḥ parāgevedaṃ sarvaṃ syāttasmādapratyāvartayanto rakṣanti
Er spricht: „Ihr Götter, Hüter der Himmelsrichtungen, bewacht dieses für die Götter zum Opfer besprengte Roß!“ – so angesprochen, sind es die menschlichen Hüter der Himmelsrichtungen; und diese göttlichen Hüter sind: die Āpya, die Sādhya, die Anvādhya, die Marut. Diese beiden, Götter und Menschen, bewachen es gemeinsam übereinstimmend ein Jahr lang, ohne es zurückzuwenden. Dass sie es nicht zurückwenden: das ist ja dieses, das da brennt [die Sonne]; wer ist denn fürwahr fähig, dieses zurückzuwenden? Würde man es zurückwenden, so wäre dies alles hier dahin; deshalb bewachen sie es, ohne es zurückzuwenden.
sa āhāśāpālāḥ ye vā etasyodṛcaṃ gamiṣyanti rāṣṭraṃ te bhaviṣyanti rājāno bhaviṣyantyabhiṣecanīyā atha ya etasyodṛcaṃ na gamiṣyantyarāṣṭraṃ te bhaviṣyantyarājāno bhaviṣyanti rājanyā viśo'nabhiṣecanīyāstasmānmā pramadata snātvāccaivainamudakānnirundhīdhvaṃ vaḍavābhyaśca te yadyadbrāhmaṇajātamupanigaceta tattatpṛceta brāhmaṇāḥ kiyadyūyamaśvamedhasya vittheti te ye na vidyurjinīyāta tāntsarvaṃ vā aśvamedhaḥ sarvasyaiṣa na veda yo brāhmaṇaḥ sannaśvamedhasya na veda so'brāhmaṇo jyeya eva sa pānaṃ karavātha khādaṃ nivapāthātha yatkiṃ ca janapade kṛtānnaṃ sarvaṃ vastatsutaṃ teṣāṃ rathakārakula eva vo vasatistaddhyaśvasyāyatanamiti
Er spricht: „Ihr Hüter der Himmelsrichtungen! Die zu dessen Ende [des Jahres] gelangen werden, deren Land wird ein rechtes Reich sein, sie werden Könige sein, salbungswürdig; die aber nicht zu dessen Ende gelangen, deren Land wird kein rechtes Reich sein, sie werden Nicht-Könige sein, ihre Untertanen nicht-königliche, nicht salbungswürdige. Deshalb seid nicht nachlässig! Und nachdem ihr gebadet habt, haltet es vom Wasser fern, auch von Stuten. Welchen Brahmanen-Angehörigen ihr auch begegnet, den befragt jeweils: 'Brahmanen, wieviel wisst ihr vom Aśvamedha?' Diejenigen, die es nicht wissen, sollt ihr besiegen. Alles ist ja der Aśvamedha; wer, ein Brahmane, den Aśvamedha nicht kennt, kennt nicht alles; der ist kein rechter Brahmane, der ist zu besiegen. Er, der Sieger, mag trinken, mag essen, mag Vorräte verstreuen; und was immer im Land an zubereiteter Speise ist, das alles ist ausgeschenkt für euch; eure Bleibe sei eben im Hause des Wagenbauers [Anm.: sinngemäß der Ort der Bewirtung]; das ist ja die Wohnstatt des Rosses.“
Nachdem man das Roß losgebunden hat, breitet er südlich vom Vedi-Altar ein goldenes Sitzpolster (Kaśipu) aus; darauf setzt sich der Hotṛ-Priester. Südlich vom Hotṛ, auf einem goldenen Grasbüschel (Kūrca), sitzt der Opferherr; südlich davon der Brahman-Priester und der Udgātṛ; vor den beiden goldenen Sitzpolstern, nach Westen gewandt, sitzt der Adhvaryu, auf einem goldenen Grasbüschel oder einer goldenen Tafel.
Nachdem alle sich gesetzt haben, gibt der Adhvaryu den Auftrag: „O Hotṛ, verkünde die Geschöpfe, füge unter den Geschöpfen diesen Opferherrn ein!“ So beauftragt, redet der Hotṛ den Adhvaryu an, im Begriff, die zyklische Erzählung (Pāriplava-Ākhyāna) zu verkünden: „O Adhvaryu!“ – „Ja, o Hotṛ!“ antwortet der Adhvaryu.
Er spricht: „Manu Vaivasvata ist König“ – dessen Untertanen, das sind die Menschen, die hier versammelt sitzen; nicht-schriftgelehrte Hausväter sind dabei versammelt. Diesen weist er an: „Die Ṛc ist der Veda, dieser da“ [Anm.: die entsprechende Textstelle ist im Quelltext unklar/fehlerhaft wiedergegeben] – gleichsam einen Sūkta-Hymnus der Ṛc-Verse erklärend, eile er hin. Lauten-Chorsänger sind dabei versammelt; diese beauftragt der Adhvaryu: „Ihr Lauten-Chorsänger!“ spricht er, „besingt diesen Opferherrn mit den alten Liedern von den guthandelnden Königen!“ Diese besingen ihn dementsprechend so. Dass sie ihn so besingen, bedeutet: eben mit den alten Liedern von den guthandelnden Königen machen sie ihn ihnen weltgleich.
Nach der Beauftragung opfert der Adhvaryu die Schritt-Spenden (Prakrama); im Feuer Anvāhāryapacana, oder nachdem er eine Spur des Rosses umzeichnet hat – welches von beiden ihm zusagt, dort wird es vollzogen; die frühere Praxis aber ist der eigentliche Brauch [Anm.: sinngemäß, unsichere genaue Deutung des letzten Satzteils].
Vor dem Savitṛ-Opfer eilt er hin und opfert im Āhavanīya-Feuer sogleich einmalig die 'Gestalten'-Spenden [Anm.: rūpāṇi, wohl formelhafte Bezeichnungen]. Am Abend aber, während die Dhṛti-Spenden geopfert werden, singt der königliche (Kṣatriya-) Lauten-Sänger von Süden her, eine hohe, wohlklingende Melodie anstimmend, drei selbstverfasste Lieder: 'Er kämpfte' – 'Er gewann jene Schlacht'; darüber ist die Erklärung bereits gegeben.
Am nächsten, dem zweiten Tag, ebenso, nachdem diese Savitṛ-Opfer beendet sind: „O Adhvaryu!“ – „Ja, o Hotṛ!“ antwortet der Adhvaryu. Er spricht: „Yama Vaivasvata ist König“ – dessen Untertanen, das sind die Ahnen (Pitṛ); betagte Männer sind dabei versammelt. Diesen weist er an: „Die Yajus sind der Veda, dieser da“ – gleichsam einen Yajus-Abschnitt erklärend, eile er hin. Ebenso beauftragt der Adhvaryu, opfert aber nicht die Schritt-Spenden.
atha tṛtīye'han evamevaitāsviṣṭiṣu saṃsthitāsveṣaivāvṛdadhvaryaviti havai hotarityevādhvaryurvaruṇa ādityo rājetyāha tasya gandharvā viśasta ima āsata iti yuvānaḥ śobhanā upasametā bhavanti tānupadiśatyatharvāṇo vedaḥ so'yamityatharvaṇāmekam parva vyācakṣāṇa ivānudravedevamevādhvaryuḥ sampreṣyati na prakramānjuhoti
Am dritten Tag ebenso: „Varuṇa, der Āditya, ist König“ – dessen Untertanen, das sind die Gandharvas; schöne junge Männer sind dabei versammelt. Diesen weist er an: „Der Atharvan ist der Veda, dieser da“ – gleichsam einen Abschnitt des Atharvan erklärend, eile er hin.
atha caturthe'han evamevaitāsviṣṭiṣu saṃsthitāsveṣaivāvṛdadhvaryaviti havai hotarityevādhvaryuḥ somo vaiṣṇavo rājetyāha tasyāpsaraso viśastā imā āsata iti yuvatayaḥ śobhanāḥ upasametā bhavanti tā upadiśatyaṅgiraso vedaḥ so yamityaṅgirasāmekam parva vyācakṣāṇa ivānudra>
Am vierten Tag ebenso: „Soma, der Viṣṇu-zugehörige, ist König“ – dessen Untertaninnen, das sind die Apsaras; schöne junge Frauen sind dabei versammelt. Diesen weist er an: „Der Aṅgiras-[Veda, d.h. der Atharvaveda] ist der Veda, dieser da“ – gleichsam einen Abschnitt der Aṅgiras-Lieder erklärend, [eile er hin] [Anm.: Die Quelle bricht an dieser Stelle mit einem einzelnen '>'-Zeichen ab, vermutlich ein Transkriptionsartefakt; nach dem Muster der übrigen Tage ist zu ergänzen: 'ebenso beauftragt der Adhvaryu, opfert aber nicht die Schritt-Spenden'].
Am fünften Tag ebenso: „Arbuda Kādraveya ist König“ – dessen Untertanen, das sind die Schlangen; Schlangenbeschwörer und Allwissende [Anm.: sinngemäß Schlangenkundige] sind dabei versammelt. Diesen weist er an: „Die Schlangenkunde (Sarpavidyā) ist der Veda, diese da“ – gleichsam einen Abschnitt der Schlangenkunde erklärend, [eile er hin] [Anm.: erneuter Abbruch mit '>' im Quelltext, wie in Einheit 8].
Am sechsten Tag ebenso: „Kubera Vaiśravaṇa ist König“ – dessen Untertanen, das sind die Rakṣas; Selaga-Leute [Anm.: unsichere Deutung] und Gaukler sind dabei versammelt. Diesen weist er an: „Die Kunde von den Göttervölkern (Devajanavidyā) ist der Veda, diese da“ – gleichsam einen Abschnitt der Kunde von den Göttervölkern erklärend, [eile er hin] [Anm.: erneuter Abbruch mit '>' im Quelltext].
Am siebten Tag ebenso: „Asita Dhānva ist König“ – dessen Untertanen, das sind die Asuras; Wucherer sind dabei versammelt. Diesen weist er an: „Die Zauberkunst (Māyā) ist der Veda, diese da“ – er möge irgendeine Zauberkunst vorführen.
Am achten Tag ebenso: „Matsya Sāmmada ist König“ – dessen Untertanen, das sind die Wasserbewohner; Fischer und Fischfänger sind dabei versammelt. Diesen weist er an: „Die Erzählung (Itihāsa) ist der Veda, diese da“ – er möge irgendeine Erzählung vortragen.
Am neunten Tag ebenso: „Tārkṣya Vaipaśyata ist König“ – dessen Untertanen, das sind die Vögel; Vögel [Anm.: sinnbildlich, wohl Vogelfänger] und Vogelkundige sind dabei versammelt. Diesen weist er an: „Das Purāṇa ist der Veda, dieses da“ – er möge irgendein Purāṇa [Anm.: alte Überlieferung] vortragen.
Am zehnten Tag ebenso: „Dharma, das heißt Indra, ist König“ – dessen Untertanen, das sind die Götter; schriftgelehrte Brahmanen, die keine Gaben annehmen, sind dabei versammelt. Diesen weist er an: „Die Sāmans sind der Veda, diese da“ – er möge zehn Sāmans vortragen.
Diese zyklische Erzählung (Pāriplava) verkündet alle Königreiche, alle Untertanenschaften, alle Veden, alle Götter, alle Geschöpfe. Fürwahr, er erlangt mit all diesen Königreichen Vereinigung und Weltgleichheit; er gelangt zur Herrschaft, zur Oberherrschaft über alle Untertanenschaften; er erlangt alle Veden; nachdem er alle Götter erfreut hat, findet er unter allen Geschöpfen am Ende festen Halt – das gilt für den, für den der Hotṛ, dies so wissend, die zyklische Erzählung verkündet. Wer dies so weiß, für den umkreist dieselbe Erzählung immer wieder das ganze Jahr; dass sie immer wieder umkreist, deshalb heißt sie 'Pāriplava' [die Umkreisende]. Sie verkündet den Zyklus über sechsunddreißig Zehn-Tages-Perioden; sechsunddreißig Silben hat die Bṛhatī, dem Bṛhatī-Versmaß zugehörig sind die Opfertiere – eben mit der Bṛhatī erlangt er für sich die Opfertiere.
Nach Ablauf des Jahres beginnt die Weihe (Dīkṣā); nachdem man das dem Prajāpati geweihte Tier dargebracht hat, gehen die übrigen kleineren Opfer im Feuer des Hauspriesters (Purohita) unter [Anm.: sinngemäß, werden durch das Hauptopfer überflüssig]. Manche sagen: „Er möge opfern“ – aber wie sollte ein Geweihter opfern? Zwölf Tage die Weihe, zwölf die Vorbereitungstage (Upasad), drei die Preßtage (Sutyā) – das ergibt zusammen neunundzwanzig Tage; neunundzwanzigfach ist ja der Vajra, und der Kṣatriya-Stand ist der Vajra; das Roß ist der Kṣatriya-Stand, der Krieger (Rājanya) – durch den Vajra fürwahr ist der Kṣatriya-Stand gestärkt worden [Anm.: unsichere genaue Deutung]; eben durch den Vajra stärkt er damit den Kṣatriya-Stand.
Nachdem das Weihe-Opfer (Dīkṣaṇīyā) beendet und am Abend die Rede freigegeben ist, sind die Lauten-Chorsänger dabei versammelt. Diese beauftragt der Adhvaryu: „Ihr Lauten-Chorsänger!“ spricht er, „besingt diesen Opferherrn mit Liedern von den Göttern!“ Diese besingen ihn dementsprechend so.
Tag für Tag, wenn die Rede freigegeben ist, nach Beendigung der Agnīṣomīya-Opfer, nachdem die Vasatīvarī-Wasser [Anm.: rituelle Wasser für den Soma-Preßtag] beiseitegeschafft sind – dass man ihn dabei mit Liedern von den Göttern besingt, bedeutet: eben mit den Göttern macht man ihn ihnen damit weltgleich.
An den Preßtagen ebenso, Tag für Tag, nachdem die Vasatīvarī-Wasser beiseitegeschafft sind, bis zur Beendigung des Udavasānīya-Schlussopfers, besingt man ihn mit Liedern von Prajāpati. Dass man ihn dabei mit Liedern von Prajāpati besingt, bedeutet: eben mit Prajāpati macht man ihn ihm damit am Ende weltgleich.
Einundzwanzig Opferpfähle sind es insgesamt, einundzwanzig Ellen hoch; der Rajjudāla-Pfahl steht in der Mitte am Feuer, zu beiden Seiten die Paitudāru-Pfähle; sechs Bilva-Pfähle, drei auf dieser, drei auf jener Seite; sechs Khadira-Pfähle, ebenso drei auf dieser, drei auf jener Seite; sechs Palāśa-Pfähle, ebenso drei auf dieser, drei auf jener Seite.
Dass es solche Opferpfähle in dieser Anordnung gibt, beruht auf folgendem: Als Prajāpatis Lebensatem entwichen waren, begann sein Leib aufzuschwellen. Was an ihm Schleim war, das floss zusammen und brach mittig aus der Nase hervor; daraus wurde jener Baum, der Rajjudāla; deshalb ist er schleimig, denn er entstand ja aus Schleim – damit stärkt er ihn eben durch diese ursprüngliche Gestalt. Dass er am Feuer steht: die Mitte der Opferpfähle ist ja der Pfahl am Feuer, die Mitte der Lebensatemkräfte ist die Nase – in seine eigene ursprüngliche Stätte setzt er ihn damit.
atha yadāpomayaṃ teja āsīt yo gandhaḥ sa sārdhaṃ samavadrutya cakṣuṣṭa udabhinatsa eṣa vanaspatirabhavatpotudārustasmātsa surabhirgandhāddhi samabhavattasmādu jvalanastejaso hi samabhavattenaivainaṃ tadrūpeṇa samardhayati tadyattāvabhito'gniṣṭham bhavatastasmādime abhito nāsikāṃ cakṣuṣī sva evainau tadāyatane dadhāti
Und was an ihm der wässerige Glanz war, nämlich der Geruch, das floss zusammen und brach aus den Augen hervor; daraus wurde jener Baum, der Potudāru [Anm.: Variante zu Paitudāru]; deshalb ist er wohlriechend, denn er entstand ja aus Geruch; und deshalb ist er glänzend, denn er entstand ja aus Glanz – damit stärkt er ihn eben durch diese Gestalt. Dass diese beiden zu beiden Seiten des Pfahls am Feuer stehen: deshalb stehen sie zu beiden Seiten der Nase, nämlich die Augen – in ihre eigene Stätte setzt er sie damit.
atha yatkuntāpamāsīt yo majjā sa sārdhaṃ samavadrutya śrotrata udabhinatsa eṣa vanaspatirabhavadbilvastasmāttasyāntarataḥ sarvameva phalamādyam bhavati tasmādu hāridra iva bhavati hāridra iva hi majjā tenaivainaṃ tadrūpeṇa samardhayatyantare paitudāruvau bhavato bāhye bailvā antare hi cakṣuṣī bāhye śrotre sva evaināṃstadāyatane dadhāti
Und was an ihm das Kuntāpa-artige [Anm.: unsichere Deutung] war, nämlich das Mark, das floss zusammen und brach aus den Ohren hervor; daraus wurde jener Baum, der Bilva; deshalb ist bei ihm im Innern die ganze Frucht essbar, und deshalb ist er gelblich, denn das Mark ist ja gelblich – damit stärkt er ihn eben durch diese Gestalt. Innen stehen die Paitudāru-Pfähle, außen die Bilva-Pfähle; innen sind ja die Augen, außen die Ohren – in ihre eigene Stätte setzt er sie damit.
Aus seinen Knochen entstand der Khadira; deshalb ist er hart, markreich, denn hart ist ja der Knochen – damit stärkt er ihn eben durch diese Gestalt. Innen stehen die Bilva-Pfähle, außen die Khadira-Pfähle; innen ist ja das Mark, außen die Knochen – in ihre eigene Stätte setzt er sie damit.
Aus seinem Fleisch entstand der Palāśa; deshalb ist er saftreich, rotsaftig, denn rötlich ist ja das Fleisch – damit stärkt er ihn eben durch diese Gestalt. Innen stehen die Khadira-Pfähle, außen die Palāśa-Pfähle; innen sind ja die Knochen, außen das Fleisch – in ihre eigene Stätte setzt er sie damit.
Dass es einundzwanzig sind, einundzwanzig Ellen hoch: einundzwanzigfach ist ja dieses, das da brennt [die Sonne] – zwölf Monate, fünf Jahreszeiten, diese drei Welten macht jene Sonne dort einundzwanzigfach; sie ist der Aśvamedha, sie ist eben dieser Prajāpati. So bereitet er dieses Prajāpati-Opfer vollständig zu und bringt dabei einundzwanzig dem Agni-und-Soma geweihte Opfertiere dar; für sie gilt die gleiche Handlung – das ist die Handlung am Vortag.