Am Morgen des Soma-Preßtages gilt für Gotama [Anm.: unsichere genaue Deutung dieses Fachbegriffs] das 'Vier-mehr'-Preislied [Anm.: ein ansteigendes Zahlenschema von Lobgesängen]: bei vier Versen der Bahiṣpavamāna-Gesang, bei je acht Versen die beiden Ājya-Gesänge, bei zwölf der mittägliche Pavamāna, bei sechzehn die Pṛṣṭha-Gesänge, bei zwanzig der Ārbhava-Pavamāna, bei vierundzwanzig das Agniṣṭoma-Sāman.
Dazu machen manche das Agniṣṭoma-Sāman vierfach, mit den Worten: „Es ist weder Agniṣṭoma noch Ukthya.“ Würde man es aber so machen, solle man, nachdem man die Hälfte des Stotriya-Verses rezitiert hat, die Hälfte des Anurūpa-Verses rezitieren; das Rathantara ist der Pṛṣṭha-Gesang, das Rathantara ist der Lobspruch; der Agniṣṭoma ist das Opfer; damit erlangt er diese Welt hier.
Einundzwanzig dem Preßtag zugehörige Opfertiere, alle dem Agni geweiht; für sie gilt die gleiche Handlung. Manche aber sagen: Man solle nur diese beiden Ekādaśinī-Gruppen [Anm.: elffache Tiergruppen] darbringen; welcher Wunsch auch in den Ekādaśinī-Gruppen liegt, zur Erlangung eben dieses Wunsches.
Nachdem der Agniṣṭoma beendet und die Vasatīvarī-Wasser beiseitegeschafft sind, opfert der Adhvaryu die Speiseopfer (Annahoma); darüber ist die Erklärung bereits gegeben: „Dem Einatem, Svāhā! Dem Ausatem, Svāhā!“ – mit zwölf Anuvāka-Abschnitten; zwölf Monate sind das Jahr, alles ist das Jahr, alles der Aśvamedha – zur Erlangung von allem, zur vollständigen Gewinnung von allem.
Der mittlere Tag ist der einundzwanzigfache; jene Sonne dort ist ja das Einundzwanzigfache; sie ist der Aśvamedha – eben mit seinem eigenen Preislied lässt er es in seiner eigenen Gottheit festen Stand finden; deshalb der einundzwanzigfache Tag.
Oder auch: einundzwanzigfach ist ja der Mensch – zehn Finger der Hände, zehn Zehen der Füße, das Selbst das Einundzwanzigste; mit diesem einundzwanzigfachen Selbst findet er in diesem einundzwanzigfachen Standhalt festen Stand; deshalb der einundzwanzigfache Tag.
Oder auch: das Einundzwanzigfache ist ja der feste Halt unter den Preisliedern; sehr viel Verschiedenartiges an Handlung wird ja an diesem Tag vollzogen; dass an diesem Tag so viel verschiedenartige Handlung vollzogen wird, heißt: man solle sie in diesem einundzwanzigfachen festen Halt fest gegründet vollziehen; deshalb eben ist dies der einundzwanzigfache Tag.
tasya prātaḥsavanam agniṃ tam manye yo vasuriti hotā pāṅktamājyaṃ śastvaikāhikamupasaṃśaṃsati bārhataṃ ca praugam mādhucandasaṃ ca tricaśa ubhe saṃśaṃsati yaśca bārhate prauge kāmo ya u ca mādhucandase tayorubhayoḥ kāmayorāptyai kLptam prātaḥsavanam
Beim Morgen-Preßtag rezitiert der Hotṛ, nachdem er den fünfgliedrigen (Pāṅkta-) Ājya-Spruch rezitiert hat: „Agni, ihn erachte ich als den Guten“, den tagesbezogenen Zusatzspruch hinzu; das Bārhata-Praugaśastra und das Mādhucandasa-Praugaśastra [Anm.: zwei Varianten des Praugaśastra-Lobgesangs] – beide dreiversig rezitiert er; und welcher Wunsch im Bārhata-Praugaśastra liegt, und welcher im Mādhucandasa, zur Erlangung beider dieser Wünsche ist der Morgen-Preßtag wohlgeordnet.
Nun zum Mittags-Preßtag: 'übermaß-versige' (Aticandas) Verse sind der Anfangsvers des Marutvatīya-Lobgesangs: „Der Büffel ist bei den Trikadruka-Bechern mit Gerstenmilch gemischt“ – das ist ja ein Übermaß der Versmaße, dass es Übermaß-versige Verse sind; Übermaß ist der Aśvamedha unter den Opfern – zur Erlangung eben des Aśvamedha. Eben dieser Vers, dreimal rezitiert, wird zu einem Dreivers; damit erlangt er den Wunsch, der in diesem Dreivers liegt. „Dies, o Guter, ist der ausgepresste Trank“ – das ist der ständige tagesbezogene Anschlussvers. „So fürwahr, o Soma, im Rausch bist du der Helfer des Pressenden, dessen Opfergras ausgebreitet ist“ – Pankti-Verse und Sechs-Fuß-Verse rezitierend, legt man beim tagesbezogenen Lobgesang den Nivid-Einschub [Anm.: eine Art improvisierter Prosa-Zwischenruf] ein; so beim Marutvatīya-Lobgesang.
Nun zum Niṣkevalya-Lobgesang: die Mahānāmnī-Verse [Anm.: 'die Großnamigen', ein bestimmter Versezyklus] werden zum Pṛṣṭha-Gesang; mit Anurūpa-Versen, mit Pragātha-Versen rezitiert er; alle Wünsche liegen ja in den Mahānāmnī-Versen, alle Wünsche im Aśvamedha – zur Erlangung aller Wünsche. „Indra wuchs zum Rausch heran; dieses Gebet hast du in den Vṛtra-Kämpfen unterstützt“ – Pankti-Verse und Sechs-Fuß-Verse rezitierend, legt man beim tagesbezogenen Lobgesang den Nivid-Einschub ein; so ist der Mittags-Preßtag wohlgeordnet.
athātastṛtīyasavanam aticandā eva pratipadvaiśvadevasyābhityaṃ devaṃ savitāramoṇyoriti tasyā etadeva brāhmaṇaṃ yatpūrvasyā abhitvā deva savitarityanucaro'bhivānbhibhūtyai rūpamudu ṣya devaḥ savitā damūnā iti sāvitraṃ śastvaikāhike nividaṃ dadhāti mahī dyāvāpṛthivīiha jyeṣthe iti caturṛcaṃ dyāvāpṛthivīyaṃ śastvaikāhike nividaṃ dadhātyṛbhurvibhvā vāja indro no acetyārbhavaṃ śastvaikāhike nividaṃ dadhāti ko nu vām mitrāvaruṇāvṛtāyanniti vaiśvadevaṃ śastvaikāhike nividaṃ dadhātīti vaiśvadevam
Nun zum dritten Preßtag: übermaß-versig ist auch der Anfangsvers des Vaiśvadeva-Lobgesangs: „Diesen Gott Savitṛ ringsum ...“ [Anm.: unsichere genaue Lesart] – darüber ist eben dies die Erklärung, nämlich dass er von dem vorigen Vers: „Dich ringsum, o Gott Savitṛ“ den tagesbezogenen Anschlussvers macht, zur Überwältigung. „Die Gestalt aufwärts entfaltend, ist der Gott Savitṛ, der Hausfreund“ – das Sāvitra-Lied rezitierend, legt man beim tagesbezogenen Lobgesang den Nivid-Einschub ein. „Groß, o Himmel-und-Erde, seid ihr hier die Ältesten“ – den vierversigen Dyāvāpṛthivī-Lobgesang rezitierend, legt man beim tagesbezogenen Lobgesang den Nivid-Einschub ein. „Ṛbhu, Vibhvan, Vāja, Indra, uns ...“ – den Ārbhava-Lobgesang rezitierend, legt man beim tagesbezogenen Lobgesang den Nivid-Einschub ein. „Wer nun, o Mitra-und-Varuṇa, ist eurer Wahrheit gemäß ...“ – den Vaiśvadeva-Lobgesang rezitierend, legt man beim tagesbezogenen Lobgesang den Nivid-Einschub ein; so beim Vaiśvadeva-Lobgesang.
Nun zum Agni-Marut-Lobgesang: „Das Haupt des Himmels, den Lenker der Erde“ – den Vaiśvānarīya-Lobgesang rezitierend, legt man beim tagesbezogenen Lobgesang den Nivid-Einschub ein. „Herbei, ihr Rudras, mit Indra vereint“ – den Māruta-Lobgesang rezitierend, legt man beim tagesbezogenen Lobgesang den Nivid-Einschub ein. „Diesen euren Gast, den früh erwachenden“ – den neunversigen Jātavedasīya-Lobgesang rezitierend, legt man beim tagesbezogenen Lobgesang den Nivid-Einschub ein. Dass es tagesbezogene Lobgesänge mit Nivid-Einschub sind, bedeutet: fester Halt ist ja der Jyotiṣṭoma [Anm.: das Soma-Grundschema] – zur Unerschütterlichkeit des festen Halts.
Für dieses Opfer gibt es diese Opfertiere: 'Das Roß, der Tūpara [Anm.: unsichere Deutung], das Wildrind' – so die fünfzehn 'Um-den-Leib'-Tiere; darüber ist die Erklärung bereits gegeben. Und diese Wildtiere: für den Frühling bringt er Rebhühner (Kapiñjala) dar, für den Sommer Sperlinge (Kalaviṅka), für die Regenzeit Rephühner (Tittiri); darüber ist ebenfalls die Erklärung bereits gegeben.
athaitānekaviṃśataye cāturmāsyadevatābhya ekviṃśatimekaviṃśatim paśūnālabhata etāvanto vai sarve devā yāvatyaścāturmāsyadevatāḥ sarve kāmā aśvamedhe sarvāndevānprītvā sarvānkāmānāpnavānīti na tathā kuryāt
Und diese bringt er den einundzwanzig Vier-Monats-Gottheiten dar, je einundzwanzig Tiere; so viele sind ja fürwahr alle Götter, wie es Vier-Monats-Gottheiten gibt; alle Wünsche stehen beim Aśvamedha – 'Nachdem ich alle Götter erfreut habe, möge ich alle Wünsche erlangen.' Doch man solle es nicht so machen [Anm.: d.h. diese Maximalvariante nicht wählen].
Nur siebzehn Tiere solle er am mittleren Opferpfahl darbringen; Prajāpati ist siebzehnfach, alles ist siebzehnfach, alles der Aśvamedha – zur Erlangung von allem, zur vollständigen Gewinnung von allem. Sechzehn, je sechzehn bei den übrigen Pfählen; sechzehnteilig ist ja dies alles hier, alles der Aśvamedha – zur Erlangung von allem, zur vollständigen Gewinnung von allem. Dreizehn, je dreizehn Wildtiere bringt er an den freien Stellen dar; dreizehn Monate sind das Jahr [Anm.: mit Schaltmonat], alles ist das Jahr, alles der Aśvamedha – zur Erlangung von allem, zur vollständigen Gewinnung von allem.
atha purā bahiṣpavamānāt aśvaṃ niktvodānayanti tena pāvamānāya sarpanti tasyoktam brāhmaṇaṃ stute bahiṣpavamāne'śvamāstāvamākramayanti sa yadyava vā jighredvi vā vartet samṛddho me yajña iti ha vidyāttamupākṛtyādhvaryurāha hotarabhiṣṭuhīti tamekādaśabhirhotābhiṣṭauti
Vor dem Bahiṣpavamāna-Gesang wäscht man das Roß und führt es herbei; damit schreitet man zum Pavamāna-Gesang. Darüber ist die Erklärung bereits gegeben: Nachdem der Bahiṣpavamāna gepriesen ist, lässt man das Roß auf einen Riemen [Anm.: unsichere Deutung] treten; wenn es dabei herabschnuppert oder sich umwendet, solle er wissen: 'Mein Opfer ist gelungen.' Nachdem man es herangeführt hat, spricht der Adhvaryu: „O Hotṛ, preise es!“ Ihn preist der Hotṛ mit elf Versen.
„Als du zuerst wiehernd geboren wurdest“ – dreimal mit der ersten Strophe, dreimal mit der letzten; diese werden zu fünfzehn; fünfzehnfach ist ja der Vajra, die Kraft, der Vajra – eben mit dieser Kraft des Vajra stößt der Opferherr im Voraus das Übel ab; eben dieser Vajra wird eben dem Opferherrn übergeben, nämlich der, der in der letzten Strophe als 'ausgestreckt' bezeichnet wird, zum Ausstrecken: „Herbei zum Opferaltar kam der Renner, das Roß, herbei kam zum höchsten gemeinsamen Sitz“ [Anm.: sinngemäß wiedergegeben].
Nachdem er diese Spenden entnommen hat, spendet er 'unaufhaltsam' [Anm.: unsichere genaue Deutung] den Hymnus „Nicht uns, Mitra, Varuṇa, Aryaman ...“; „vierunddreißig des Renners, des Gottverwandten“ – manche legen diesen Vers vor die Rippen. „Nicht an unpassender Stelle lege ich den Grundton [Anm.: unsichere Deutung]“ – auch heißt es: 'Nicht möge ich mit dem Singular den Plural durchbrechen' – man solle es nicht so machen; er solle vielmehr den ganzen Hymnus zusammenhängend spenden: „Herbei zum Opferaltar kam der Renner, das Roß, herbei kam zum höchsten gemeinsamen Sitz“.
Nachdem er dies gesprochen hat, was vom 'unaufhaltsamen' Hymnus übrig bleibt, das spricht er. Ein Gewand als Auflage, Gold – so breitet man es für das Roß aus; darauf tötet man es rituell. Während die Opfertiere rituell getötet werden, kommen die Gemahlinnen mit den Fußwaschungswassern heran: vier Gemahlinnen, als fünfte eine Jungfrau, und vierhundert Gefolgsfrauen.
Nachdem die Fußwaschungen beendet sind, lässt man die Hauptgemahlin sich zum Roß niederlegen; dann bedeckt man beide mit dem Auflagegewand: „Bedeckt euch in der Himmelswelt!“ – das ist ja die Himmelswelt, wo man das Opfertier rituell tötet. Mit einer herausgezogenen Binde [Anm.: unsichere Deutung] legt man das Glied des Rosses in den Schoß der Hauptgemahlin: „Der Bulle, der Renner, der Samenspender – er möge den Samen legen!“ – zur vollständigen Gewinnung des Paares.
tayoḥ śayānayoḥ aśvaṃ yajamāno'bhimethatyutsakthyā ava gudaṃ dhehīti taṃ na kaścana pratyabhimethati nedyajamānam pratipratiḥ kaścidasaditi
Während die beiden so liegen, neckt der Opferherr das Roß: „Mit erhobenem Schenkel, lege den Darm ab!“ [Anm.: obszöne rituelle Neckformel, sinngemäß wiedergegeben] – ihn neckt niemand zurück, damit dem Opferherrn niemand als Gegner entgegentrete.
Dann neckt der Adhvaryu die Jungfrau: „O Jungfrau, hei-hei, o Jungfrau, yakāsakau, o Vögelchen!“ [Anm.: lautmalerisch-dunkle Neckformel] – ihn neckt die Jungfrau zurück: „O Adhvaryu, hei-hei, o Adhvaryu, yako'sakau, o Vögelchen!“
atha brahmā mahiṣīmabhimethati mahiṣi haye-haye mahiṣi mātā ca te pitā ca te'gram vṛkṣasya rohata iti tasyai śataṃ rājaputryo'nucaryo bhavanti tā brahmāṇam pratyabhimethanti brahmanhaye-haye brahmanmātā ca te pitā ca te'gre vṛkṣasya krīḍata iti
Dann neckt der Brahman-Priester die Hauptgemahlin: „O Hauptgemahlin, hei-hei, o Hauptgemahlin, deine Mutter und dein Vater steigen zum Wipfel des Baumes empor!“ [Anm.: obszöne Neckformel, sinngemäß] – für sie sind hundert Königstöchter als Gefolge da; diese necken den Brahman-Priester zurück: „O Brahman-Priester, hei-hei, o Brahman-Priester, deine Mutter und dein Vater spielen am Wipfel des Baumes!“
Dann neckt der Udgātṛ die Vāvātā: „O Vāvātā, hei-hei, o Vāvātā, lass sie aufwärts erheben!“ – für sie sind hundert Kriegertöchter als Gefolge da; diese necken den Udgātṛ zurück: „O Udgātṛ, hei-hei, o Udgātṛ, erhebe sie aufwärts!“
Dann neckt der Hotṛ die Parivṛktā: „O Parivṛktā, hei-hei, o Parivṛktā, was von ihr die enge Öffnung ist ...“ [Anm.: obszöne Formel, sinngemäß] – für sie sind hundert Töchter von Wagenlenkern und Dorfvorstehern als Gefolge da; diese necken den Hotṛ zurück: „O Hotṛ, hei-hei, o Hotṛ, was die Götter mit Stirnzeichen ...“ [Anm.: unsichere Deutung].
Dann neckt der Kṣattṛ [Anm.: ein weiterer Priester-/Amtstitel] die Pālāgalī: „O Pālāgalī, hei-hei, o Pālāgalī, dass die Gazelle Gerste frisst, hält man kein gemästetes Tier für geeignet“ – für sie sind hundert Töchter von Kṣatriya-Wagenlenkern als Gefolge da; diese necken den Kṣattṛ zurück: „O Kṣattṛ, hei-hei, o Kṣattṛ, dass die Gazelle Gerste frisst, hält man nicht für viel gemästet“ [Anm.: leicht abgewandelte Gegenformel].
Das ist ja eine vollständige Gewinnung der Rede, dass es Neck-Formeln sind; alle Wünsche liegen im Aśvamedha – 'Mit aller Rede möge ich alle Wünsche erlangen.' Dann lässt man die Hauptgemahlin sich erheben; danach kehren jene Frauen wieder an ihren Platz zurück; dann sprechen die übrigen den wohlriechenden Vers: „Dadhikrāvan habe ich besungen“.
apa vā etebhya āyurdevatāḥ krāmanti ye yajñepūtām vā cam vadanti vācamevaitatpunate devayajyāyai devatānāmanapakramāya yā ca gomṛge vapā bhavati yā cājetūpare te aśve pratyavadhāyāharanti nāśvasya vapāstīti vadanto na tathā kuryādaśvasyaiva pratyakṣam meda āharetprajñātā itarāḥ
Von denen weichen ja Lebensspanne und die Gottheiten, die beim Opfer eine unreine Rede sprechen; eben die Rede läutern sie damit, zur Götterverehrung, damit die Gottheiten nicht weichen. Die Bauchfett-Opfergabe (Vapā), die beim Wildrind vorhanden ist, und die beim Ziegenbock – diese beiden bringt man, dem Roß zugewandt [Anm.: unsichere Deutung], herbei, mit den Worten: 'Das Roß hat ja keine Vapā' – so sprechend, solle man es aber nicht so machen; er solle vielmehr das dem Roß selbst sichtbare Fett herbeitragen; die übrigen Tiere sind erkennbar an ihrer eigenen Vapā.
Nachdem die Bauchfett-Opfergaben gegart sind, vollziehen sie die Svāhā-Riten und kehren rückwärts gewandt zur Versammlungshütte (Sadas) zurück; dort sprechen sie ein Brahmodya [theologisches Rätselgespräch]; durch die östliche Tür eintretend, setzen sie sich, jeder an seinen Feuersitz.
athādhvaryurhotāram pṛcati kiṃ svitsūryasamaṃ jyotiriti tam pratyāha brahma sūryasamaṃ jyotiriti
Dann fragt der Adhvaryu den Hotṛ: „Welches Licht ist wohl der Sonne gleich?“ Ihm antwortet er: „Das Brahman [heilige Erkenntnis] ist der Sonne gleiches Licht.“
Dann fragt der Brahman-Priester den Udgātṛ: „Ich frage dich zum Erkennen, o Gottfreund“ – ihm antwortet er: „Auch bin ich in diesen drei Schritten enthalten“ [Anm.: Anspielung auf Viṣṇus drei Schritte].
Dann fragt der Udgātṛ den Brahman-Priester: „In welche ist der Mensch (Puruṣa) eingegangen?“ Ihm antwortet er: „In die fünf ist der Mensch eingegangen.“
Nachdem dies gesprochen ist, erheben sie sich aus der Versammlungshütte und gehen ostwärts zum Opferherrn, der vor dem Havirdhāna-Wagenschuppen sitzt; sie setzen sich ringsum, jeder an seinen Platz.
athādhvaryurhotāram pṛcati ka īmare piśaṅgileti tam pratyāhājāre piśañgileti
Dann fragt der Adhvaryu den Hotṛ: „Wer ist wohl fern, o Piśaṅgilā?“ [Anm.: lautmalerische Anrede] Ihm antwortet er: „Die Ungeborene ist fern, o Piśaṅgilā.“ [Anm.: sehr unsicherer Sinn dieses knappen Rätselspruchs]
Dann fragt der Brahman-Priester den Udgātṛ: „Wie viele sind seine Standorte, wie viele Silben?“ Ihm antwortet er: „Sechs sind seine Standorte, hundert die Silben.“
Dann fragt der Opferherr den Adhvaryu: „Ich frage dich nach dem äußersten Ende der Erde“ – ihm antwortet er: „Dieser Vedi-Altar ist das äußerste Ende der Erde.“
Das ist ja eine vollständige Gewinnung der Rede, dass es ein Brahmodya ist; alle Wünsche liegen im Aśvamedha – 'Mit aller Rede möge ich alle Wünsche erlangen.'
Nachdem das Brahmodya gesprochen ist, tritt der Adhvaryu hervor und ergreift mit einem goldenen Gefäß das Prajāpati-geweihte 'Größe'-Trankopfer (Mahiman-Graha); dessen Anfangsvers ist: „Der Goldkeim entstand am Anfang“; seine Anuvākyā-Einleitungsformel ist: „Wohlseiend, selbstentstanden, der Erste“ – der Hotṛ spricht: 'Er möge Prajāpati opfern'; der Ausspruch (Praiṣa) ist: „Für Prajāpati, nicht für einen anderen als dich“; der Hotṛ opfert; bei ausgerufenem Vaṣaṭ opfert er: „Der dir heute im Jahr an Größe zuteil wurde“ – er ruft dabei kein 'Vaṣaṭ' nach, denn er opfert die ganze Spende auf einmal. [Anm.: eine im Quelltext an dieser Stelle eingeschobene Ziffernfolge ist ein Transkriptions-artefakt ohne erkennbaren Sinn und wird hier ausgelassen.] Nun zum Opfer der Bauchfett-Opfergaben (Vapā): 'Man solle nicht anders vorgehen als zugunsten der Vaiśvadeva-Vapā' – nachdem die Vaiśvadeva-Vapā geopfert ist, solle man die übrigen danach opfern – so pflegte Satyakāma Jābāla zu sagen: 'Die Viśve Devāḥ sind ja alle Götter; damit erfreut man eben diese, nicht eine andere Gottheit.'
aindrāgnasya vadāyāṃ hutāyām tadanvitarā juhuyuriti ha smāhatuḥ saumāpau mānutantavyāvindrāgnī vai sarve devāstadevainānyathādevatam prīṇātīti
Nachdem die dem Indra-und-Agni geweihte Bauchfett-Opfergabe geopfert ist, solle man danach die übrigen opfern – so pflegten Saumāpi und Mānutantavya [Anm.: zwei Eigennamen] zu sagen: 'Indra-und-Agni sind ja alle Götter; damit erfreut man eben diese, nicht eine andere Gottheit.'
kāyasya vapāyāṃ hutāyām tadanvitarā juhuyuriti ha smāha inānyathādevatam prīṇātīti śailāliḥ prajāpatirvai kaḥ prajāpatimu vā anu sarve devāstadevainānyathādevatam prīṇātīti
Nachdem die dem Ka [Anm.: 'Wer?', Bezeichnung Prajāpatis] geweihte Bauchfett-Opfergabe geopfert ist, solle man danach die übrigen opfern – so pflegte Śailāli zu sagen: 'Ka ist ja Prajāpati; und Prajāpati folgen ja alle Götter; damit erfreut man eben diese, nicht eine andere Gottheit.'
ekaviṃśatiṃ cāturmāsyadevatā anuhutya ekviṃśatidhā kṛtvā pracareyuriti ha smāha bhāllabeya etāvanto vai sarve devāyāvatyaścāturmāsyadevatāstadevainānyathādevatam prīṇātīti
Nachdem den einundzwanzig Vier-Monats-Gottheiten nachgeopfert ist, solle man die übrigen, einundzwanzigfach gemacht, darbringen – so pflegte Bhāllabeya zu sagen: 'So viele sind ja fürwahr alle Götter, wie es Vier-Monats-Gottheiten gibt; damit erfreut man eben diese, nicht eine andere Gottheit.'
„Man solle sie nicht anders darbringen“ – so sprach Indrota Śaunaka – „wozu sollte man sich beeilen? Damit erfreut man eben diese, nicht eine andere Gottheit.“ So spricht er ihre aller genannten Lehrer Lehrmeinung; eine andere Praxis aber ist der tatsächliche Brauch.
Dazu aber sagte Yājñavalkya: „Nur einmal solle man mit den dem Prajāpati geweihten Formeln, nur einmal mit den den Göttergöttern geweihten Formeln darbringen; damit erfreut man eben diese, nicht eine andere Gottheit; geradewegs gelangt man zum Abschluss des Opfers und strauchelt nicht.“
Nachdem die Bauchfett-Opfergaben geopfert sind, tritt der Adhvaryu hervor und ergreift mit einem silbernen Gefäß das Prajāpati-geweihte 'Größe'-Trankopfer, das zweite (Uttara); dessen Anfangsvers ist: „Der durch Atmendes und Blinzelndes an Größe ...“ – mit vertauschter Yājyā- und Anuvākyā-Formel, zur Unerschöpftheit der Versmaße; eben der vorige Ausspruch gilt auch hier; bei ausgerufenem Vaṣaṭ opfert er: „Der dir in der Nacht im Jahr an Größe zuteil wurde“ – er ruft dabei kein 'Vaṣaṭ' nach; darüber ist die Erklärung bereits gegeben.
Nicht bei den übrigen Opfertieren schneiden sie Fleischstücke auf dieselbe Art ab; sie schneiden vom Roß südlich ab, von den übrigen Opfertieren nördlich; auf Feigenbaum-Zweigen zerlegen sie die übrigen Opfertiere, auf Rohr-Zweigen das Roß.
tadu hovāca sātyayajñiḥ itarathaiva kuryuḥ patha eva nāpodityamiti pūrvā tveva sthitirukthyo yajñastenāntarikṣalokamṛdhnoti sarvastomo'tirātra uttamamaharbhavati sarvam vai sarvastomo'tirātraḥ sarvamaśvamedhaḥ sarvasyāptai sarvasyāvaruddhyai
Dazu aber sagte Sātyayajñi: „Man solle es anders machen – nur nicht vom Weg abweichen“ [Anm.: sinngemäß, unsichere genaue Deutung] – die frühere Praxis aber ist der tatsächliche Brauch. Der Ukthya ist das Opfer dieses Tages – damit erlangt er die Luftraum-Welt. Der letzte Tag ist der Sarvastoma-Atirātra; der Sarvastoma-Atirātra ist ja alles, der Aśvamedha ist alles – zur Erlangung von allem, zur vollständigen Gewinnung von allem.
Für diesen Tag gilt: dreifach der Bahiṣpavamāna, fünfzehnfach die Ājya-Gesänge, siebzehnfach der mittägliche Pavamāna, einundzwanzigfach die Pṛṣṭha-Gesänge, neunundzwanzigfach der dritte Pavamāna, dreiunddreißigfach das Agniṣṭoma-Sāman, einundzwanzigfach die Uktha-Gesänge, einundzwanzigfach nochmals, sechzehnfach, fünfzehnfach die Nacht – der dreifache Übergang [Anm.: unsichere genaue technische Bedeutung], der des zweiten Pṛṣṭha-Tages der sechstägigen Reihe – das ist der Lobspruch, der Atirātra ist das Opfer; damit erlangt er jene Welt dort.
Einundzwanzig dem Preßtag zugehörige Opfertiere, alle dem Agni geweiht; für sie gilt die gleiche Handlung. Manche aber sagen: Man solle vierundzwanzig Rinder darbringen, für die zwölf Gottheiten; zwölf Monate sind das Jahr, alles ist das Jahr, alles der Aśvamedha – zur Erlangung von allem, zur vollständigen Gewinnung von allem.
Mit diesem Opfer ließ Indrota Daivāpa Śaunaka den Janamejaya Pārikṣita opfern; nachdem dieser damit geopfert hatte, stieß er alle Übeltat, allen Brahmanenmord von sich ab; fürwahr, alle Übeltat, allen Brahmanenmord stößt von sich ab, wer mit dem Aśvamedha opfert.
Das ist mit diesem Lied (Gāthā) besungen: „In Āsandīvant band Janamejaya das getreidefressende, goldgeschmückte, gelbbekränzte, bunte Roß für die Götter fest.“
ete eva pūrve ahanī jyotiratirātrastena bhīmasenamete eva pūrve ahanī gauratirātrastenograsenamete eva pūrve ahanī āyuratirātrastena śrutasenamityete pārikṣitīyāstadetadgāthayābhigītam pārikṣitā yajamānā aśvamedhaiḥ paro'varam ajahuḥ karma pāpakam puṇyāḥ puṇyena karmaṇeti
Eben diese Riten der beiden vorigen Tage sind: der Jyotir-Atirātra – mit ihm opferte Bhīmasena; eben diese der beiden vorigen Tage: der Gaura-Atirātra – mit ihm Ugrasena; eben diese der beiden vorigen Tage: der Āyus-Atirātra – mit ihm Śrutasena; das sind die Nachkommen des Parikṣit (Pārikṣitīya). Das ist mit diesem Lied besungen: „Die Nachkommen des Parikṣit, als Opferherren, stießen mit den Aśvamedha-Opfern übles Werk weit von sich, als Reine durch reines Werk.“
ete eva pūrve ahanī abhijidatirātrastena ha para āṭṇāra īje kausalyo rājā tadetadgāthayābhigītamaṭṇārasya paraḥ putro'śvam medhyamabandhayat hairaṇyanābhaḥ kausalyo diśaḥ pūrṇā amaṃhateti
Eben diese der beiden vorigen Tage: der Abhijit-Atirātra – mit ihm opferte Para Āṭṇāra, König von Kosala. Das ist mit diesem Lied besungen: „Para, Āṭṇāras Sohn, band das Opfer-würdige Roß fest, der goldnabelige Kausalya; die Himmelsrichtungen füllte er reichlich mit Gaben.“
ete eva pūrve ahanī viśvajidatirātrastena ha purukutso daurgaheṇeja aikṣvāko rājā tasmādetadṛṣiṇābhyanūktamasmākamatra pitarasta āsantsapta ṛṣayo daurgahe badhyamāna iti
Eben diese der beiden vorigen Tage: der Viśvajit-Atirātra – mit ihm opferte Purukutsa Daurgaha [Anm.: 'Sohn des Durgaha'], König, ein Ikṣvāku-Nachkomme. Deshalb wurde dies von einem Ṛṣi nachgesprochen: „Unsere Väter waren dort, die sieben Ṛṣis, als bei Durgahas Sohn gebunden wurde das Roß.“
ete eva pūrve ahanī mahāvratamatirātrastena ha marutta āvikṣita īja āyogavo rājā tasya ha tato marutaḥ pariveṣṭāro'gniḥ kṣattā viśve devāḥ sabhāsado babhūvustadetadgāthayābhigītam marutaḥ pariveṣṭāro maruttasyāvasangṛhe āvikṣitasyāgniḥ kṣattā viśve devāḥ sabhāsada iti maruto ha vai tasya pariveṣṭāro'gniḥ kṣattā viśve devāḥ sabhāsado bhavanti yo'śvamedhena yajate
Eben diese der beiden vorigen Tage: der Mahāvrata-Atirātra – mit ihm opferte Marutta Āvikṣita, König, ein Āyogava. Bei ihm wurden damals die Maruts zu Aufwärtern, Agni zum Kṣattṛ [Anm.: Amtsträger], die Viśve Devāḥ zu Versammlungssitzenden. Das ist mit diesem Lied besungen: „Die Maruts als Aufwärter im Gasthaus des Marutta Āvikṣita, Agni als Kṣattṛ, die Viśve Devāḥ als Versammlungssitzende.“ Fürwahr, die Maruts werden zu dessen Aufwärtern, Agni zum Kṣattṛ, die Viśve Devāḥ zu Versammlungssitzenden, wer mit dem Aśvamedha opfert.
ete eva pūrve ahanī aptoryāmo'tirātrastena haitena kraivyaīje pāñcālo rājā krivaya iti ha vai purā pañcālānācakṣate tadetadgāthayābhigītam aśvam medhyamālabhata krivīṇāmatipūruṣaḥ pāñcālaḥ parivakrāyāṃ sahasraśatadakṣiṇamiti
Eben diese der beiden vorigen Tage: der Aptoryāma-Atirātra – mit eben diesem opferte Kraivya, König von Pañcāla; 'Krivi' nannte man früher fürwahr die Pañcālas. Das ist mit diesem Lied besungen: „Das Opfer-würdige Roß brachte dar, der Übermensch der Krivis, der Pañcāla, bei Parivakrā, mit hundert mal tausend als Dakṣiṇā-Gabe.“
Und mit dem zweiten Lied: „Tausend Ayuta [Anm.: Zehntausend-Einheiten] und hundertfünfundzwanzig waren es, die die Brahmanen der Pañcālas, jeder einzeln beschenkt, sich teilten.“
Dreifach der Agniṣṭoma, fünfzehnfach der Ukthya, siebzehnfach der dritte Tag mit dem Uktha-Zusatz, einundzwanzigfach, sechzehnfach, fünfzehnfach die Nacht – der dreifache Übergang; das ist Anuṣṭubh-vollständig [Anm.: unsichere genaue Deutung]. Mit eben diesem opferte Dhvasan Dvaitavana, König der Matsyas, dort, wo dieser Dvaitavana-See ist. Das ist mit diesem Lied besungen: „Vierzehn Rosse band der König Dvaitavana, siegreich in der Schlacht, für Indra, den Vṛtra-Töter, fest; daher heißt der Dvaitavana-See so.“
Vierundzwanzigfach die Pavamāna-Gesänge beim dreifachen Rückkehr-Schema [Anm.: unsichere technische Bedeutung], vierundvierzigfach die Pavamāna-Gesänge beim einundzwanzigfachen Rückkehr-Schema, achtundvierzigfach die Pavamāna-Gesänge beim dreiunddreißigfachen Rückkehr-Schema vom Agniṣṭoma-Sāman an, zweiunddreißigfach die Uktha-Gesänge, einundzwanzigfach, sechzehnfach, fünfzehnfach die Nacht – der dreifache Übergang.
Das ist der Schritt des Viṣṇu [Anm.: Bezeichnung dieses Ritus]. Mit eben diesem opferte Bharata Dauḥṣanti; nachdem er damit geopfert hatte, erlangte er diese Einzelentfaltung (Vyaṣṭi), die der Bharatas ist. Das ist mit diesem Lied besungen: „Achtundsiebzig Rosse band Bharata, Duḥṣantas Sohn, entlang der Yamunā, und fünfundfünfzig Rosse an der Gaṅgā, für Indra, den Vṛtra-Töter, fest.“
Und mit dem zweiten Lied: „Hundertdreiunddreißig opfer-würdige Rosse gebunden habend, übertraf der König, Sohn des Sudyumna, andere, nicht so zaubermächtige, als der Zaubermächtigere.“
Und mit dem dritten Lied: „Śakuntalā, die Nāḍapi-Apsaras [Anm.: unsichere genaue Zuordnung], gebar den Bharata, der, nachdem er die ganze Erde erobert hatte, mehr als tausend Opfer-Rosse für Indra herbeibrachte.“
Und mit dem vierten Lied: „Groß ist heute Bharatas Tat; weder frühere noch spätere Menschen stützten wie er, ein Sterblicher, mit den Armen den Himmel – fünf Männer-Geschlechter“ [Anm.: unsichere genaue Deutung].
Mit dem einundzwanzigfachen Preislied opferte Ṛṣabha Yājñatura, König der Śviknas. Das ist mit diesem Lied besungen: „Als Yājñatura opferte, der Brahmanen-Stier, teilten die Menschen beim Aśvamedha, nachdem sie Reichtum erlangt hatten, die Dakṣiṇā-Gaben unter sich.“
Mit dem dreiunddreißigfachen Preislied opferte Śoṇa Sātrāsāha, König von Pañcāla. Das ist mit diesem Lied besungen: „Als Sātrāsāha mit dem Aśvamedha opferte, erhoben sich die Nachkommen des Turvaśa; dreiunddreißighundert und sechstausend Gepanzerte.“
Und mit dem zweiten Lied: „Je sechs, sechs Herden zu tausend, bei deinem Opfer, o Kokapitu [Anm.: Eigen-/Beiname], erhoben sich dreiunddreißighundert und sechstausend Gepanzerte.“
Und mit dem dritten Lied: „Als Sātrāsāha opferte, der Pañcāla-König, der Schönbekränzte, berauschte sich Indra am Soma, sättigten sich die Brahmanen an Reichtümern.“
govinatena śatānīkaḥ sātrājita īje kāśyasyāśvamādāya tato haitardavākkāśayo'gnīnnādadhata āttasomapīthāḥ sma iti vadantaḥ
Mit dem Govinata-Preislied [Anm.: unsichere Deutung] opferte Śatānīka Sātrājita, nachdem er das Roß des Kāśi-Königs genommen hatte; seitdem entzünden die Kāśis kein Feuer mehr [Anm.: unsichere Deutung] mit den Worten: 'Wir haben unseren Soma-Trank verloren' [Anm.: sinngemäß].
Dessen Ritus-Anordnung: vierundzwanzigfach die Pavamāna-Gesänge beim dreifachen Rückkehr-Schema, vierundvierzigfach die Pavamāna-Gesänge, einundzwanzigfach die Ājya-Gesänge, neunundzwanzigfach die Uktha-Gesänge, einundzwanzigfach die Pṛṣṭha-Gesänge, sechsunddreißigfach die Pavamāna-Gesänge beim dreiunddreißigfachen Rückkehr-Schema vom Agniṣṭoma-Sāman an, einundzwanzigfach die Uktha-Gesänge, einundzwanzigfach, sechzehnfach, fünfzehnfach die Nacht – der dreifache Übergang.
Das ist mit diesem Lied besungen: „Śatānīka Sātrājita nahm bei den Samantas [Anm.: Orts-/Volksname] das Opfer-würdige Roß, das Opfer der Kāśis, wie einst Bharata das der Sātvatas.“
Und mit dem zweiten Lied: „Das weiße, bei den Samantas frei umherziehende, Opfer-würdige Roß des Dhṛtarāṣṭra nahm Śatānīka; das zehnmonatige, im Kampf überwundene Roß – Śatānīka opferte es mit dem Govinata-Preislied.“
Und mit dem vierten Lied: „Groß ist heute die Tat der Bharatas; weder frühere noch spätere Menschen stützten wie er, ein Sterblicher, mit seinen Flügeln [Anm.: Bild der Streitmacht] den Himmel – der siebte, der neunte“ [Anm.: unsichere genaue Zählung].
athāto dakṣiṇānām madhyam prati rāṣṭrasya yadanyadbhūmeśca puruṣebhyaśca brāhmaṇasya ca vittātprācī digghoturdakṣiṇā brahmaṇaḥ pratīcyadhvaryorudīcyudgātustadeva hotṛkā anvābhaktāḥ
Nun zur Aufteilung der Dakṣiṇā-Gaben, was das Reich betrifft, außer dem, was Grund und Boden, Menschen und Besitz des Brahmanen betrifft: die östliche Himmelsrichtung ist die Dakṣiṇā des Hotṛ, die südliche die des Brahman-Priesters, die westliche die des Adhvaryu, die nördliche die des Udgātṛ; eben das übrige Land wird unter den übrigen Hotṛ-Gehilfen aufgeteilt.
Nachdem das Udayanīya-Abschlussopfer beendet ist, bringt er einundzwanzig unfruchtbare Kühe dar, dem Mitra-und-Varuṇa, den Viśve Devāḥ, dem Bṛhaspati geweiht, zur Erlangung dieser Gottheiten. Dass die dem Bṛhaspati geweihten die letzten sind, bedeutet: Brahman ist ja Bṛhaspati – eben im Brahman findet er damit am Ende festen Halt.
atha yadekaviṃśatirbhavanti ekaviṃśo vā eṣa ya eṣa tapati dvādaśa māsāḥ pañcartavastraya ime lokā asāvāditya ekaviṃśa etāmabhisampadam
Dass es einundzwanzig sind: einundzwanzigfach ist ja dieses, das da brennt [die Sonne] – zwölf Monate, fünf Jahreszeiten, diese drei Welten – jene Sonne dort ist einundzwanzigfach; dieser Entsprechung gemäß.
Nachdem das Udavasānīya-Schlussopfer beendet ist, gibt er die vier Gemahlinnen, die Jungfrau als fünfte, und die vierhundert Gefolgsfrauen, wie zuvor genannt, als Dakṣiṇā-Gabe.
Dann opfert er das folgende Jahr mit Jahreszeiten-Opfertieren: mit sechs dem Agni geweihten im Frühling, mit sechs dem Indra geweihten im Sommer, mit sechs dem Parjanya oder den Marut geweihten in der Regenzeit, mit sechs dem Mitra-und-Varuṇa geweihten im Herbst, mit sechs dem Indra-und-Viṣṇu geweihten im Winter, mit sechs dem Indra-und-Bṛhaspati geweihten im Spätwinter; sechs Jahreszeiten sind das Jahr – eben in den Jahreszeiten, im Jahr, findet er festen Halt. Sechsunddreißig sind diese Opfertiere; sechsunddreißig Silben hat die Bṛhatī; auf der Bṛhatī ist die Himmelswelt gegründet – damit findet er am Ende eben mit dem Bṛhatī-Versmaß in der Himmelswelt festen Halt.