Quellen der Menschheit

Śatapatha-Brāhmaṇa (Śukla-Yajurveda) · Dreizehntes Kāṇḍa

Adhyāya 8: Aṣṭamo 'dhyāyaḥ Achter Adhyāya – Śmaśāna: die Errichtung des Grabhügels

athāsmai kalyāṇaṃ kurvanti athāsmai śmaśānam kurvanti gṛhānvā prajñānam vā yo vai kaśca mriyate sa śavastasmā etadannaṃ karoti tasmācavānnam śavānnam ha vai tacmaśānamityācakṣate parokṣaṃ śmaśā u haiva nāma pitṝṇāmattāraste hāmuṣmiṃloke'kṛtaśmaśānasya sādhukṛtyāmupadambhayanti tebhya etadannaṃ karoti tasmācmaśānnaṃ śmaśānnam ha vai tacmaśānamityācakṣate paro'kṣam

Dann bereitet man ihm Wohlergehen, dann errichtet man ihm einen Grabhügel (Śmaśāna) [Anm.: gṛhān vā prajānām vā, unsichere Konstruktion, etwa 'sei es für die Familie oder für die Nachkommenschaft']. Wer immer stirbt, der ist eine Leiche (Śava); für ihn bereitet man diese Speise; daher ist es Leichenspeise (Śavānna); „Śavānna“ nennt man das verhüllt „Śmaśāna“ [Anm.: volksetymologisches Wortspiel śava+anna → śmaśāna]. „Śmaśā“ nämlich ist der Name der Esser der Verstorbenen [Anm.: wörtl. der Väter/Ahnen]; sie vereiteln jenem, für den kein Śmaśāna errichtet wurde, in jener Welt das gute Werk. Für sie bereitet man diese Speise; daher ist es Śmaśānspeise (Śmaśānnam); „Śmaśānnam“ nennt man das verhüllt „Śmaśāna“.

tadvai na kṣipraṃ kuryāt nennavamaghaṃ karavāṇīti cira eva kuryādaghameva tattiraḥ karoti yatra samānānu cana smareyuraśrutimeva tadaghaṃ gamayati yadyanusmareyuḥ

Dies soll man wahrlich nicht eilig tun, [Anm.: unsichere Lesart/Konstruktion des Quelltexts] denkend: „Dass ich ihm nicht abermals Übles antue“ – erst nach einiger Zeit soll man es tun. Tut man es zu schnell, macht man es zu einem verborgenen Übel, wo selbst die Verwandten sich später nicht mehr daran erinnern würden [Anm.: unsichere Konstruktion]; das führt das Übel eben ins Ungehörte, falls sie sich doch erinnern sollten.

ayuṅgeṣu samvatsareṣu kuryāt ayuṅgaṃ hi pitṝṇāmekanakṣatra ekanakṣatraṃ hi pitṝṇāmamāvāsyāyāmamāvāsyā vā ekanakṣatrameko hi yadvetāṃ rātriṃ sarvāṇi bhūtāni samvasanti teno taṃ kāmamāpnoti yaḥ sarveṣu nakṣatreṣu

In ungeraden [Anm.: ayuṅga, wörtl. 'nicht gepaart'] Jahren soll man es tun; ungerade nämlich gehört den Vätern (Pitṛs); einsternig (Ekanakṣatra) gehört den Vätern; einsternig ist die Neumondnacht (Amāvāsyā), oder an der Neumondnacht ist es einsternig, denn eins ist es, da in dieser Nacht alle Wesen zusammenwohnen; dadurch erlangt der den Wunsch, der dies in Bezug auf alle Mondhäuser (Nakṣatras) weiß.

śaradi kuryāt svadhā vai śaratsvadho vai pitṝṇāmannaṃ tadenamanne svadhāyāṃ dadhāti māghe vā mā no'gham bhūditi nidāghe vā ni no'ghaṃ dhīyātā iti

Im Herbst soll man es tun; Svadhā [die Opferspeiseformel für die Väter] ist ja der Herbst, Svadhā ist die Speise der Väter; dadurch legt man ihn in die Speise, in die Svadhā. Oder im Māgha-Monat [Anm.: Wortspiel mā no agham bhūt], denkend: „Dass uns kein Übel widerfahre“; oder in der Sommerhitze (Nidāgha) [Anm.: Wortspiel ni no agham dhīyāt], denkend: „Dass das Übel bei uns niedergelegt werde“.

catuḥsrakti devāścāsurāścobhaye prājāpatyā dikṣvaspardhanta te devāasurāntsapatnānbhrātṛvyāndigbhyo'nudanta te'dikkāḥ parābhavaṃstasmādyā daivyaḥ prajāścatuḥsraktīni tāḥ śmaśānāni kurvate'tha yā āsuryaḥ prācyāstvadye tvatparimaṇḍalāni te'nudanta hyenāndigbhya ubhe diśāvantareṇa vidadhāti prācīṃ ca dakṣiṇāṃ caitasyāṃ ha diśi pitṛlokasya dvāraṃ dvāraivainam pitṛlokam prapādayati sraktibhirdikṣu pratitiṣṭhatītareṇātmanāvantaradikṣu tadenaṃ sarvāsu dikṣu pratiṣṭhāpayati

Vierkantig [ist der Grabhügel] – Götter und Asuras, beide Prajāpati-Abkömmlinge, stritten um die Himmelsrichtungen; die Götter vertrieben die Asuras, ihre Rivalen, Vettern, aus den Himmelsrichtungen; jene, richtungslos geworden, unterlagen. Deshalb machen die göttlichen Geschöpfe ihre Grabhügel vierkantig; die asurischen aber machen sie rund [Anm.: prācyāḥ ... parimaṇḍalāni, unsichere Konstruktion] – denn sie wurden aus den Himmelsrichtungen vertrieben. Er ordnet ihn zwischen beiden Richtungen an, der östlichen und der südlichen; an dieser Richtung nämlich ist das Tor der Ahnenwelt (Pitṛloka); eben durch das Tor lässt er ihn in die Ahnenwelt gelangen. Mit den Ecken steht er fest in den Himmelsrichtungen, mit dem übrigen Teil seines Wesens in den Zwischenrichtungen; dadurch lässt er ihn in allen Himmelsrichtungen feststehen.

athāto bhūmijoṣaṇasya udīcīnapravaṇe karotyudīcī vai manuṣyāṇām diktadenam manuṣyaloka ābhajatyetaddha vai pitaro manuṣyaloka ābhaktā bhavanti yadeṣām prajā bhavati prajā hāssya śreyasī bhavati

Nun zur Wahl des geeigneten Bodens: Man errichtet ihn mit Neigung nach Norden; der Norden ist ja die Richtung der Menschen; dadurch teilt man ihm die Menschenwelt zu. Dies eben sind die Väter, die an der Menschenwelt teilhaben, wenn ihnen Nachkommenschaft zuteilwird; ihre Nachkommenschaft nämlich wird dadurch besser.

dakṣiṇāpravaṇe kuryādityāhuḥ dakṣiṇāpravaṇo vai pitṛlokastadenam pitṛloka ābhajatīti na tathā kuryādāmīvaddha nāma tacmaśānakaraṇaṃ kṣipre haiṣāmaparo'nupraiti

Man solle ihn mit Neigung nach Süden errichten, sagen manche; nach Süden geneigt ist ja die Ahnenwelt, dadurch teile man ihm die Ahnenwelt zu – so aber solle man es nicht tun; „Krankheit“ [Anm.: āmīva] nämlich heißt diese Art der Grabhügel-Errichtung; rasch nämlich folgt ihnen dann ein weiterer Tod nach.

dakṣiṇāpravaṇasya pratyarṣe kuryādityu haika āhuḥ tatpratyucritamagham bhavatīti no eva t!thā kuryādyadvā udīcīnapravaṇe karoti tadeva pratyucritamagham bhavati

Man solle es entgegengesetzt zur Südneigung [Anm.: pratyarṣe, unsichere Deutung] machen, sagen einige; das sei ein 'zurückgeworfenes' Übel [Anm.: pratyucrita] – so aber solle man es auch nicht tun; denn was man auch bei der Nordneigung macht, das wird ebenso zu einem 'zurückgeworfenen' Übel.

yasyaiva samasya sataḥ dakṣiṇatah purastādāpa etya saṃsthāyāpraghnatya etāṃ diśamabhiniṣpadyākṣayyā apo'pipadyeraṃstatkuryādannam vā'āpo'nnādyamevāsmā'etatpurastātpratyagdadhātyamṛtamu vā āpa eṣo ha jīvānām digantareṇa saptarṣīṇāṃ codayanamādityasyacāstamayanamamṛtameva tajjīveṣu dadhāti taddhaitatpratimīvannāma śmaśānakaraṇam jīvebhyo hitaṃ yadvāva jīvebhyo hitam tatpitṛbhyaḥ

Bei ebenem Gelände fließe von Süden her Wasser heran, stehe still und, ohne zu versiegen [Anm.: apraghnatya, unsicher], trete in diese Richtung ein [Anm.: unklare Syntax], so dass unerschöpfliche Gewässer sich einfänden – das soll man tun. Wasser ist ja Speise; eben diese Speise legt man ihm von vorn nach hinten hin [Anm.: unsichere Deutung]; oder Wasser ist Unsterblichkeit; dies ist die Himmelsrichtung der Lebenden, zwischen dem Aufgang der Sieben Ṛṣis [Großer Bär] und dem Untergang der Sonne [Anm.: astronomische Ortsbestimmung, unsicher]; eben Unsterblichkeit legt man damit in die Lebenden. Das nennt man 'entgegenkrankheitswirkend' [Anm.: pratimīvat, Wortspiel zu āmīva 'Krankheit' aus dem vorigen Vers] – diese Art der Grabhügel-Errichtung ist den Lebenden zuträglich; was aber den Lebenden zuträglich ist, das ist auch den Vätern zuträglich.

kamvati kuryāt kam me'sadityatho śamvati śam me'saditi nādhipathaṃ kuryānnākāśe nedāviraghaṃ karavāṇīti

Bei „Kam“ [Anm.: Wortspiel, etwa 'Glück'] soll man es errichten, denkend: „Glück sei mir“, oder bei „Śam“ [Wohlergehen], denkend: „Wohlergehen sei mir“. Nicht auf einem viel begangenen Weg soll man es errichten, noch im offenen Luftraum [Anm.: ākāśe, unsicher], denkend: „Dass ich nicht offenkundig Übles tue“.

guhā sadavatāpi syāt tadyadguhā bhavatyaghameva tadguhā karotyatha yadavatāpyasau vā ādityaḥ pāpmano'pahantā sa evāsmātpāpmānamapahantyatho ādityajyotiṣamevainaṃ karoti

Es könne auch in einer Höhle liegen, sofern es zugänglich ist [Anm.: avatāpi, unsicher] – doch was eine Höhle ist, das macht eben das Übel zu einem verborgenen; aber was zugänglich ist an der Sonne, dort gilt: jene Sonne ist die Vertreiberin des Übels; sie eben vertreibt von ihm das Übel; auch macht sie ihn dadurch zum Sonnenlicht.

na tasminkuryāt yasyetthādanūkāśaḥ syādyācamānaṃ ha nāma tatkṣipre haiṣāmaparo'nupraiti

Man solle es nicht dort errichten, wo dergestalt Unzugänglichkeit [Anm.: anūkāśa] wäre; 'bettelnd' [Anm.: yācamāna, unsichere Deutung] nämlich heißt das; rasch folgt ihnen dann ein weiterer Tod nach.

citram paścātsyāt prajā vai citraṃ citraṃ hāsya prajā bhavati yadi citram na syādāpaḥ paścādvottarato vā syurāpohyeva citr!ṃ haivāsya prajā bhavati

Etwas Auffälliges [Citra, Anm.: evtl. Baum, Fels o.ä.] solle dahinter, im Westen, sein; Nachkommenschaft ist ja das Auffällige, auffällig wird nämlich seine Nachkommenschaft. Wäre kein Auffälliges da, so seien Gewässer dahinter oder nördlich davon; Gewässer sind ja eben das Auffällige, auffällig wird dadurch eben seine Nachkommenschaft.

ūṣare karoti reto vā ūṣāḥ prajananaṃ tadenam prajanana ābhajatyetaddha vai pitaraḥ prajanana ābhaktā bhavanti yadeṣām prajā bhavati prajā hāsya śreyasī bhavati

Man errichtet es auf salzhaltigem Boden (Ūṣara); Same ist ja der salzhaltige Boden, Zeugungskraft [Anm.: Gleichsetzung Same=Zeugung]; dadurch teilt man ihm die Zeugungskraft zu. Dies eben sind die Väter, die an der Zeugungskraft teilhaben, wenn ihnen Nachkommenschaft zuteilwird; ihre Nachkommenschaft wird dadurch besser.

samūle samūlaṃ hi pitṝṇām vīriṇamiśrametaddhāsyāḥ pitryamanatiriktamatho aghameva tadbaddhṛ karoti

An bewurzeltem Ort [Anm.: samūla] – bewurzelt ist ja die Verbindung mit den Vätern; vermischt mit Vīriṇa-Gras [Anm.: eine bestimmte Grasart] – dies ist dessen väterliches Erbe, nicht überschritten [Anm.: unsichere Deutung von anatirikta]; auch macht das eben das Übel zu einem gebundenen [Anm.: baddhṛ, unsicher].

na bhūmipāśamabhividadhyāt na śaraṃ nāśmagandhāṃ nādhyāṇḍāṃ na pṛśniparṇī nāśvatthasyāntikaṃ kuryānna vibhītakasya na tilvakasya na sphūrjakasya na haridrorna nyagrodhasya ye cānye pāpanāmāno maṅgalopepsayā nāmnāmeva parihārāya

Man solle nicht 'Erdschlinge' (Bhūmipāśa) [Anm.: Pflanzenname] hinzufügen, nicht Schilfrohr (Śara), nicht 'Steingeruch' (Aśmagandhā), nicht Adhyāṇḍā [Anm.: Pflanzenname, unsicher], nicht Pṛśniparṇī; nicht in der Nähe eines Aśvattha-Baums solle man es errichten, nicht eines Vibhītaka-Baums, nicht eines Tilvaka, nicht eines Sphūrjaka, nicht eines Gelbwurz-Strauchs (Haridru), nicht eines Nyagrodha [Banyan] – noch anderer Pflanzen, die einen üblen Namen tragen; man vermeidet dies um des Namens willen, im Streben nach Glückverheißendem.

athāta āvṛdeva agnividhayāgnicitaḥ śmaśānaṃ karoti yadvai yajamāno'gniṃ cinute'muṣmai tallokāya yajñenātmānaṃ saṃskuruta etadu ha yajñiyaṃ karmāsaṃsthitamā śmaśānakaraṇāttadyadagnividhayāgnicitaḥ śmaśānaṃ karotyagnicityāmeva tatsaṃsthāpayati

Nun aber, entsprechend, errichtet man für den, der einen Feueraltar geschichtet hat (Agnicit), den Grabhügel nach Art der Feueraltar-Schichtung (Agnividhi). Wenn nämlich der Opferherr einen Feueraltar schichtet, bereitet er sich selbst durch das Opfer für jene Welt; dieses opferliche Werk bleibt bis zur Errichtung des Grabhügels unvollendet; dass man daher für den Feueraltar-Schichter den Grabhügel nach Art der Feueraltar-Schichtung errichtet, damit vollendet man eben das Werk in der Feueraltar-Schichtung.

tadvai na mahatjuryāt nenmahadagham karavāṇīti yāvānapakṣapuco'gnistāvatjuryādityu haika āhuḥ samāno hyasyaiṣa ātmā yathaivāgnestatheti

Man solle es nicht groß machen, denkend: „Dass ich nicht ein großes Übel tue“; so groß wie der Feueraltar ohne Flügel und Schwanz [Anm.: d.h. ohne die Flügel-/Schwanzanbauten] sei, so groß solle man es machen, sagen einige; denn gleich ist ihm dieses sein Selbst, ebenso wie beim Feueraltar.

puruṣamātraṃ tveva kuryāt tathāparasmā avakāśaṃ na karoti paścādvarīyaḥ prajā vai paścātprajāmeva tadvarīyasīṃ kuruta uttarato varṣīyaḥ prajā vā uttarā prajāmeva tadvarṣīyasīṃ kurute tadvidhāyāpasalavisṛṣṭābhi spandyābhiḥ paryātanotyapasalavi pitryaṃ hi karma

Man solle es nur mannsgroß (Puruṣamātra) machen; so schafft man für einen weiteren Toten keinen Platz. Nach Westen hin größer [Anm.: unsichere Zuordnung] – Nachkommenschaft ist ja der Westen, dadurch macht man eben die Nachkommenschaft größer; nach Norden hin ausgedehnter – Nachkommenschaft ist ja der Norden, dadurch macht man eben die Nachkommenschaft ausgedehnter. Nachdem man dies so angeordnet hat, umschreitet man es gegen den Uhrzeigersinn [Anm.: apasalavi] mit den ausgestreuten Erdmassen [Anm.: unsicher]; denn gegen den Uhrzeigersinn verläuft das väterliche Ahnenwerk.

athoddhantavā āha sa yāvatyeva nivapsyantsyāttāvaduddhanyātpuruṣamātraṃ tvevoddhanyāttathāparasmā avakāśaṃ na karotyatho oṣadhiloko vai pitavra oṣadhīnāṃ ha mūlānyupasarpantyatho nedasyā antarhito'saditi

Dann spricht er zum Aufschütten: Soviel er aufschütten will, so hoch solle er aufschütten – nur mannsgroß solle er aufschütten; so schafft man für einen weiteren keinen Platz. Auch ist die Kräuterwelt die der Väter; die Wurzeln der Kräuter nähern sich ihm ja; auch, damit er nicht darunter verborgen sei [Anm.: unsichere Deutung].

antardhāvo haike nivapanti devāścāsurāścobhaye prājāpatyā asmiṃloke'spardhanta te devā asurāntsapatnānbhrātṛvyānasmāllokādanudanta tasmādyā daivyaḥ prajā anantarhitāni tāḥ śmaśānāni kurvate'tha yā āsuryaḥ prācyāstvadye tvadantarhitāni te camvāṃ tvadyasmiṃstvat

'Dazwischenlaufend' [Anm.: antardhāva, unsichere Bautechnik-Bezeichnung] schütten einige auf – Götter und Asuras, beide Prajāpati-Abkömmlinge, stritten in dieser Welt; die Götter vertrieben die Asuras, ihre Rivalen, Vettern, aus dieser Welt; deshalb errichten die göttlichen Geschöpfe ihre Grabhügel ungeteilt/durchgängig [Anm.: anantarhita]; was den Rest dieses Satzes über die asurischen Grabhügel betrifft, ist die Quelle an dieser Stelle offenbar verderbt überliefert ('te camvāṃ tvadyasmiṃstvat') und lässt sich nicht mit Sicherheit rekonstruieren [Anm.: Quelltext-Verderbnis, keine gesicherte Deutung möglich].

athainatpariśridbhiḥ pariśravati yā evāmūḥ pariśritastā etā yajuṣā tāḥ pariśrayati tūṣṇīmimā daivaṃ tatpitryam ca vyākarotyaparimitābhiraparimito hyasau lokaḥ

Dann lässt man dies mit den Umfassungssteinen [Anm.: pariśrit, Umfassungssteine des Feueraltars] umgeben; eben jene Steine, die dort umgebend sind, legt man mit der Opferformel an; diese hier legt man schweigend an – damit unterscheidet man das Göttliche vom Väterlichen. Mit unbegrenzt vielen Steinen – unbegrenzt nämlich ist jene Welt.

athainatpalāśaśākhayā vyudūhati yadevādo vyudūhanaṃ tadetadapeto yantu paṇayo'sumnā devapīyava iti paṇīnevaitadasumnāndevapīyūnasurarakṣasānyasmāllokādapahantyasya lokaḥ sutāvata iti sutavānhi ya ījānodyubhirahobhiraktubhirvyaktamiti tadenamṛtubhiścāhorātraiśca salokaṃ karoti

Dann fegt man dies mit einem Palāśa-Zweig ab [Anm.: vyudūhati]; was dort das Abfegen betrifft: „Fort mögen gehen die gnadenlosen Paṇis, die Götterhasser“ – damit vertreibt er eben die Paṇis [Anm.: mythische geizige Dämonen], die Gnadenlosen, die Götterhasser, die Asuras und Rakṣas aus dieser Welt. „Die Welt ist die dessen, der gepresst hat (Sutāvant)“ – gepresst hat nämlich, wer geopfert hat [Anm.: Wortspiel zur Soma-Pressung]. „Mit Tagen, mit Tagen, mit Nächten offenbar“ [Anm.: Mantra-Fragment] – damit vereint man ihn mit den Jahreszeiten und Tag und Nacht.

yamo dadātvavasānamasmā iti yamo ha vā asyāmavasānasyeṣṭe tamevāsmā asyāmavasānaṃ yācati tāṃ dakṣiṇodasyatyudagitarāṃ daivaṃ caiva tatpitryaṃ ca vyākaroti

„Yama gebe ihm diese Ruhestätte“ – Yama nämlich gebietet über diese Ruhestätte; eben ihn bittet man um diese Ruhestätte für ihn. Man wirft sie, die Erde, nach Süden hin auf, das Übrige nach Norden hin; damit unterscheidet man das Göttliche vom Väterlichen.

atha dakṣiṇataḥ sīram yunakti uttarata ityu haika āhuḥ sa yathā kāmayeta tathā kuryādyuṅkteti sampreṣyābhimantrayate savitā te śarīrebhyaḥ pṛthivyāṃ lokamicatviti savitaivāsyaitacarīrebhyaḥ pṛthivyāṃ lokamicati tasmai yujyantāmusriyā ityetasmā u hi karmaṇa usriyā yujyante

Dann spannt man den Pflug im Süden an, sagen einige im Norden – man tue es, wie man es wünscht. „Man spanne an“, gibt er den Befehl, und spricht die Anrufung: „Savitṛ suche für deine Glieder eine Stätte in der Erde“ – eben Savitṛ sucht für seine Glieder eine Stätte in der Erde. „Für ihn seien die rötlichen (Rinder) angespannt“ – eben für dieses Werk werden die rötlichen Rinder angespannt.

ṣaṅgavam bhavati ṣaḍṛtavaḥ samvatsara ṛtuṣvevainametatsamvatvare pratiṣṭhāyām pratiṣṭhāpayati tadapasalavi paryāhṛtyottarataḥ pratīcīm prathamāṃ sītām kṛṣati vāyuḥ punātviti jaghanārdhena dakṣiṇāgnerbhrājaseti dakṣiṇārdhena prācīṃ sūryasya varcasetyagreṇodīcīm

Es ist zur Zeit der 'Sechs-Rinder-Spanne' (Ṣaḍgava) [Anm.: Tageszeit-Terminus]; sechs sind die Jahreszeiten des Jahres; in den Jahreszeiten festigt man ihn damit im Jahr als Grundlage. Nachdem man dies gegen den Uhrzeigersinn im Norden herumgeführt hat, pflügt man die erste Furche nach Westen: „Vāyu läutere“ – mit der hinteren Hälfte; „Durch den Glanz des südlichen Feuers“ – mit der südlichen Hälfte; „Durch den Glanz der Sonne“ – nach Osten, mit der vorderen Hälfte – nach Norden.

catasraḥ sītā yajuṣā kṛṣati tadyaccatasṛṣu dikṣvannaṃ tasminnevainametatpratiṣṭhāpayati tadvai yajuṣāddhā vai tadyadyajuraddho tadyadimā diśaḥ

Vier Furchen pflügt er mit der Opferformel; was in den vier Himmelsrichtungen an Speise ist, darin eben festigt man ihn damit. Dies geschieht ja durch die Opferformel; wahrhaftig ist ja, was Opferformel ist, wahrhaftig sind diese Himmelsrichtungen [Anm.: Wortspiel yajus/addha 'wahrhaftig'].

athātmānam vikṛṣati tadyadeva samvatsare'nnaṃ tasminnevainametatpratiṣṭhāpayati tūṣṇīmaparimitābhiraparimitohyasau lokaḥ

Dann pflügt man den mittleren Teil [Anm.: ātmānam, 'das Selbst/den Kern'] auf; was eben im Jahr an Speise ist, darin eben festigt man ihn damit. Schweigend, mit unbegrenzt vielen Furchen – unbegrenzt nämlich ist jene Welt.

athainadvimuñcati kṛtvā tatkarma yasmai karmaṇa enadyuṅkte vimucyantāmusriyā ityetasmā u hi karmaṇa usriyā yujyante taddakṣiṇodasyatyudagitaraddaivaṃ caiva tatpitryam ca vyākaroti

Dann spannt man das Pfluggespann wieder aus, nachdem man jenes Werk vollbracht hat, für das man es angespannt hatte: „Es mögen ausgespannt werden die Rötlichen“ – eben für dieses Werk wurden die Rötlichen angespannt. Man wirft das Erdreich nach Süden hin auf, das Übrige nach Norden hin; damit unterscheidet man das Göttliche vom Väterlichen.

atha sarvauṣadham vapati yadevādaḥ sarvauṣadhaṃ tadetadbahvībhistadvapatyekayedaṃ daivaṃ caiva tatpitryaṃ ca vyākarotyaśvatthe vo niṣadanam parṇe vo vasatiṣkṛteti jyogjīvātumevaibhya etadāśāste tatho haiṣāmekaiko'paro jarasānupraiti

Dann sät man Allheilkraut (Sarvauṣadhi) [Anm.: eine Kräutermischung] aus; was dort das Allheilkraut betrifft, das sät man mit vielen Körnern; mit einem Korn unterscheidet man dabei das Göttliche vom Väterlichen. „Im Aśvattha-Baum ist euer Sitz, im Palāśa-Baum ist euch eine Wohnstatt bereitet“ – damit erbittet man für sie langes Leben; deshalb erst stirbt je einer von ihnen nach dem andern eines natürlichen Alterstodes [Anm.: jarasā, 'durch Alter'].

athainannivapati iyam vai pṛthivī pratiṣṭhāsyāmevainametatpratiṣṭhāyām pratiṣṭhāpayati purādityasyodayāttira-iva vai pitarastira-iva rātristira eva tatkaroti yathā kurvato'bhyudiyāttadenamubhayorahorātrayoḥ pratiṣṭhāpayati

Dann schüttet man es, das Grab, auf; diese Erde ist ja Grundlage (Pratiṣṭhā); auf dieser Grundlage eben festigt man ihn damit. Vor dem Aufgang der Sonne – verborgen nämlich sind die Väter, verborgen die Nacht; verborgen eben macht man es damit, so dass die Sonne, während man es tut, aufginge; damit festigt man ihn in beiden, Tag und Nacht.

savitā te śarīrāṇi māturupastha āvapatviti savitaivāsyaitacarīrāṇyasyai pṛthivyai māturupastha āvapati tasyai pṛthivi śambhaveti yathaivāsmā iyaṃ śaṃ syādevametadāha prajāpatau tvā devatāyāmupodake loke nidadhāmyasāviti nāma gṛhṇātyayam vai loka upodakastadenam prajāpatau devatāyāmupodake loke nidadhāti

„Savitṛ säe deine Glieder in den Schoß der Mutter“ – eben Savitṛ säht dessen Glieder in den Schoß dieser Erde, der Mutter. „Dieser Erde zum Heil“ – so wie ihm eben diese Erde zum Heil würde, so spricht man das. „In Prajāpati als Gottheit, in der wassernahen Welt lege ich dich nieder, du N.N.“ – man nennt dabei den Namen; diese Welt ist ja wassernah; damit legt man ihn in Prajāpati als Gottheit, in der wassernahen Welt nieder.

atha kañcidāha etām diśamanavānantsṛtvā kumbham prakṣīyāṇaprekṣamāṇa ehīti tatra japati param mṛtyo anu parehi panthāṃ yaste anya itaro devayānāt cakṣuṣmate śṛṇvate te bravīmi mā naḥ prajāṃ rīriṣo mota vīrāniti jyogjīvātumevaibhya etadāśāste tatho haiṣāmekaiko'paro jarasānupraiti

Dann spricht man zu jemandem: „Komm“, während man, ohne sich nach ihm umzuwenden [Anm.: unsichere Deutung], in diese Richtung schreitet, einen Wasserkrug ausgießend, ohne zurückzublicken [Anm.: unsichere Lesart]. Dabei murmelt man: „Fort, Tod, geh einen anderen Weg, der dir eigen ist, verschieden von dem der Götter-Wandelnden; dir, dem Sehenden, dem Hörenden, sage ich dies: Schade unserer Nachkommenschaft nicht, noch unseren Helden“ [Anm.: vgl. Ṛgveda 10,18,1]. Damit erbittet man für sie langes Leben; deshalb erst stirbt je einer von ihnen nach dem andern eines natürlichen Alterstodes.

athainaṃ yathāṅgaṃ kalpayati śam vātaḥ śam hi te ghṛṇiḥ śam te bhavantviṣṭakāḥ śam te bhavantvagnayaḥ pārthivāso mā tvābhiśūśucan kalpantāṃ te diśastubhyamāpaḥ śivatamāstubhyam bhavantu sindhavaḥ antarikṣaṃ śivam tubhyaṃ kalpantāṃ te diśaḥ sarvā ityetadevāsmai sarvaṃ kalpayatyetadasmai śivaṃ karoti

Dann ordnet man ihn Glied für Glied: „Heil sei dir der Wind, heil sei dir seine Glut, heil seien dir die Ziegel, heil seien dir die irdischen Feuer – sie mögen dich nicht verbrennen; es mögen sich dir die Himmelsrichtungen fügen, dir seien die Gewässer die heilsamsten, dir seien die Ströme, heilsam sei dir der Luftraum, es mögen sich dir alle Himmelsrichtungen fügen“ – damit eben fügt man ihm alles, damit macht man ihm dies heilsam.

atha trayodaśa pādamātrya iṣṭakā alakṣaṇāḥ kṛtā bhavanti yā evāmūragnāviṣṭakāstā etā yajuṣā tā upadadhāti tūṣṇīmimā daivaṃ caiva tatpitryaṃ ca vyākaroti

Dann sind dreizehn fußgroße [Anm.: 'einen Fuß als Maßeinheit groß'] Ziegel ohne Kennzeichen vorbereitet; eben jene Ziegel, die im Feueraltar verwendet werden, diese legt man mit der Opferformel an; diese hier legt man schweigend an – damit unterscheidet man das Göttliche vom Väterlichen.

trayodaśa bhavanti trayodaśa māsāḥ samvatsara ṛtuṣvevainametatsamvatsare pratiṣṭhāyām pratiṣṭhāpayati

Dreizehn sind es; dreizehn Monate hat das Schaltjahr; in den Jahreszeiten festigt man ihn damit im Jahr als Grundlage.

pādamātryo bhavanti pratiṣṭhā vai pādaḥ pratiṣṭhāmevāsmai karotyalakṣaṇā bhavanti tira-iva vai pitarastira-iva tadyadalakṣaṇaṃ tira eva tattiraḥ karoti

Fußgroß sind sie; Grundlage (Pratiṣṭhā) ist ja der Fuß (Pāda); Grundlage bereitet man ihm damit. Unmarkiert sind sie; verborgen nämlich sind die Väter, verborgen; was daher unmarkiert ist, das macht eben das Verborgene verborgen.

tāsāmekām madhye prācīmupadadhāti sa ātmā tisraḥ purastānmūrdhasa+hitāstacirastisro dakṣiṇataḥ sa dakṣiṇaḥ pakṣastisra uttarataḥ sa uttaraḥ pakṣastisraḥ paścāttatpucaṃ so'syaiṣa pakṣapucavānātmā yathaivāgnestathā

Eine von ihnen legt man in der Mitte nach Osten hin an; das ist der Rumpf (Ātman). Drei nach vorne, am Scheitel zusammengefügt – das ist der Kopf. Drei nach Süden – das ist der südliche Flügel. Drei nach Norden – das ist der nördliche Flügel. Drei nach hinten – das ist der Schwanz. So hat er, der Grabhügel, Flügel und Schwanz als sein Wesen, ganz wie der Feueraltar.

atha pradarātpurīṣamāhartavā āha etaddhāsyāḥ pitryamanatiriktamatho aghameva tadbaddhṛ karotyasminnu haike'vāntaradeśe karṣūṃ khātvā tato'bhyāhāraṃ kurvanti parikṛṣantyu haike dakṣiṇataḥ paścāduttaratastato'bhyāhāraṃ kurvanti sa yathā kāmayeta tathā kuryāt

Dann spricht man zum Herbeischaffen der Erde von einer Ackerfurche [Anm.: pradara, unsicher] aus: dies ist eben dessen väterliches Erbe, nicht überschritten; auch macht dies eben das Übel zu einem gebundenen. Manche graben dabei in einer dazwischenliegenden Stelle eine Grube und schaffen von dort die Erde herbei; manche pflügen ringsherum, im Süden, Westen, Norden, und schaffen von dort die Erde herbei – man tue es, wie man es wünscht.

tadvai na mahatkuryāt nenmahadagham karavāṇīti yāvānudbāhuḥ puruṣastāvatkṣatriyasya kuryānmukhadaghnam brāhmaṇasyopasthadaghnaṃ striyā ūrudaghnam vaiśyasyāṣṭhīvaddaghnaṃ śūdrasyaivamvīryā hyeta iti

Man solle es nicht groß machen, denkend: „Dass ich nicht ein großes Übel tue“; so hoch wie ein Mann mit erhobenen Armen, so hoch solle man es für einen Kṣatriya machen; mundhoch für einen Brahmanen; schoßhoch für eine Frau; schenkelhoch für einen Vaiśya; knöchelhoch für einen Śūdra – denn so groß ist ihre jeweilige Kraft (Vīrya).

adhojānu tveva kuryāt tathāparasmā avakāśaṃ na karoti tasya kriyamāṇasya tejanīmuttarato dhārayanti prajā ha sā prajāmeva taduttarato dhārayanti tāṃ na nyasyeddhṛtvā vaināmūḍhvā vā gṛheṣūcrayetprajāmeva tadgṛheṣūcrayati

Doch unterhalb des Knies solle man es letztlich machen; so schafft man für einen weiteren keinen Platz. Während es errichtet wird, hält man die Pfeilspitze [Anm.: tejanī] im Norden – Nachkommenschaft ist ja diese; damit hält man eben die Nachkommenschaft im Norden. Man solle sie nicht einfach hinwerfen; nachdem man sie weggetragen oder heimgebracht hat, solle man sie im Haus aufbewahren [Anm.: unsicher]; damit bewahrt man eben die Nachkommenschaft im Haus.

kṛtvā yavānvapati agham me yavayānityavakābhiḥ pracādayati kam me'saditi darbhaiḥ pracādayatyarūkṣatāyai

Nachdem man es fertiggestellt hat, sät man Gerste aus: „Möge sie mein Übel fernhalten“ [Anm.: Wortspiel yava/yu 'fernhalten']. Mit Wassermoos (Avakā) bestreut man es [Anm.: unsicher]: „Glück sei mir“. Mit Darbha-Gras bestreut man es, zur Vermeidung der Rauheit.

athainacaṅkubhiḥ pariṇihanti pālāśam purastādbrahma vai palāśo brahmapurogavamevainaṃ svargaṃ lokaṃ gamayati śamīmayamuttarataḥ śam me'saditi vāraṇam paścādagham me vārayātā iti vṛtraśaṅkuṃ dakṣiṇato'ghasyaivānatyayāya

Dann umgibt man es mit Pflöcken: einen Palāśa-Pflock im Osten – Brahman ist ja der Palāśa-Baum; damit, dass Brahman vorangeht, lässt man ihn eben zur Himmelswelt gelangen. Einen Śamī-Holz-Pflock im Norden: „Heil sei mir“. Einen Vāraṇa-Holz-Pflock im Westen: „Er möge mein Übel abwehren“. Einen Vṛtraśaṅku-Pflock [Anm.: Bedeutung unsicher] im Süden, eben damit das Übel nicht überschritten werde.

atha dakṣiṇataḥ parivakre khananti te kṣīreṇa codakena ca pūrayanti te hainamamuṣmiṃlokeṛkṣite kulye upadhāvataḥ saptottarastā udakena pūrayanti na ha vai sapta sravantīraghamatyetumarhatyaghasyaivānatyayāya

Dann gräbt man im Süden, an der Biegung [Anm.: unsicher], zwei Gruben; diese füllt man mit Milch und Wasser. Diese laufen ihm dann in jener Welt als zwei Wasserläufe [Anm.: unsicher] entgegen. Sieben weitere nach Norden davon; diese füllt man mit Wasser; denn sieben fließende Gewässer vermag das Übel nicht zu überschreiten – eben damit das Übel nicht überschritten werde.

aśmanastrīṃstrīnprakiranti tā abhyuttarantyaśmanvatī rīyate saṃrabhadhvamuttiṣṭhata pratarata sakhāyaḥ atrā jahīmo'śivā ye asañcivānvayamuttaremābhi vājāniti yathaiva yajustathā bandhuḥ

Man verstreut je drei Steine; diese übersteigen die Reihe: „Steinig fließt der Strom; fasst euch, steht auf, setzt über, Freunde; lasst hier zurück, die uns unheilvoll, ungeeint waren; mögen wir hinübersteigen zu den Siegespreisen“ – wie eben die Opferformel lautet, so ist die mythische Verbindung.

apāmārgairapamṛjate aghameva tadapamṛjate'pāghamapa kilviṣamapa kṛtyāmapo rapaḥ apāmārga tvamasmadapa duḥṣvapnyaṃ suveti yathaiva yajustathā bandhuḥ

Mit Apāmārga-Zweigen wischt man sich ab; damit wischt man eben das Übel ab: „Hinweg das Übel, hinweg die Sünde, hinweg die Zauberei, hinweg den Makel; Apāmārga, treibe du von uns den schlechten Traum fort“ – wie eben die Opferformel lautet, so ist die mythische Verbindung.

yatrodakam bhavati tatsnānti sumitriyā na āpa oṣadhayaḥ santvityañjalināpa upācati vajro vā āpo vajreṇaivaitanmitradheyaṃ kurute durmitriyāstasmai santu yo'smāndveṣṭi yaṃ caparāsiñcettenaiva tam parābhāvayati

Wo Wasser ist, dort badet man: „Freundlich seien uns die Gewässer, die Kräuter“ – mit hohler Hand schöpft man Wasser. Vajra, der Donnerkeil, sind ja die Gewässer; eben mit dem Vajra bewirkt man damit diese freundschaftliche Bindung [Anm.: mitradheya]. Feindlich mögen sie dem sein, der uns hasst; und wen man damit besprengt, den bringt man eben dadurch zu Fall.

sa y!di sthāvarā āpo bhavanti sthāpayantyeṣām pāpmānamatha yadi vahanti vahantyevaiṣām pādmānaṃ snātvāhatāni vāsāṃsi paridhāyānaḍuhaḥ pucamanvārabhyāyantyāsneyo vā anaḍvānagnimukhā eva tatpitṛlokājjīvalokamabhyāyantyatho agnirvai patho'tivoḍā sa enānativahati

Wenn nun das Wasser stehendes ist, lässt man ihr Übel darin verharren; wenn es aber fließendes ist, lässt man ihr Übel eben wegfließen. Nach dem Bad legt man gewaschene Kleider an, fasst den Schwanz eines Rindes und geht heim, gleichsam dem Feuergott verwandt [Anm.: unsicher] – denn feuerköpfig gehen sie eben von der Ahnenwelt in die Welt der Lebenden hinüber; auch ist Agni ja der, der über den Weg trägt; er trägt sie eben hinüber.

udvayaṃ tamasasparīti etāmṛcaṃ japanto yanti tattamasaḥ pitṛlokādādityaṃ jyotirabhyāyanti tebhya āgatebhya āñjanābhyañjane prayacantyeṣa ha mānuṣo'laṅkārastenaiva tam mṛtyumantardadhate

„Empor mögen wir aus der Finsternis...“ [Anm.: vgl. Ṛgveda 1,50,10] – diesen Ṛc murmelnd, gehen sie; aus jener Finsternis, der Ahnenwelt, gelangen sie zum Sonnenlicht. Den Angekommenen reicht man Salbe zum Einsalben; dies ist ja der menschliche Schmuck; eben damit verbergen sie jenen Tod vor sich.

atha gṛheṣvagniṃ samādhāya vāraṇānparidhīnparidhāya vāraṇena sruveṇāgnaya āyuṣmata āhutiṃ juhotyagnirvā ā āyuṣmānāyuṣa īṣṭe tamevaibhya āyuryācatyagna āyūṃṣi pavasa iti puro'nuvākyābhājanam

Dann, nachdem man im Haus ein Feuer entzündet und Vāraṇa-Holz-Umfassungen darumgelegt hat, opfert man mit einem Vāraṇa-Holz-Löffel dem lebenslangen Agni [Anm.: āyuṣmant] eine Spende; Agni nämlich ist der Lebenslange, der über die Lebenszeit gebietet; eben ihn bittet man für sie um Lebenszeit. „Agni, läutere die Lebenszeiten“ – dies ist der Vers vor der Anrufungsformel [Anm.: ritualtechnischer Terminus].

atha juhoti āyuṣmānagne haviṣā vṛdhāno ghṛtapratīko ghṛtayoniredhi gṛtam pītvā madhu cāru gavyam piteva putramabhirakṣatādimāntsvāheti yathaivainānabhirakṣedyathābhigopāyedevametadāha

Dann opfert man: „Lebenslanger Agni, gestärkt durch die Opfergabe, mit schmalzglänzendem Antlitz, in Schmalz beheimatet, sei so; nachdem du das liebliche, süße, aus der Kuh stammende Schmalz getrunken hast, beschütze diese wie ein Vater den Sohn, svāhā“ – genau so, wie er sie beschützen, wie er sie behüten möge, spricht man dies.

tasya purāṇo'naḍvāndakṣiṇā purāṇā yavāḥ purāṇyāsandī sopabarhaṇaiṣā nvādiṣṭā dakṣiṇā kāmaṃ yathāśraddham bhūyasīrdadyāditi nvagnicitaḥ

Dessen altes Zugrind ist die Dakṣiṇā (Priestergabe), alte Gerste, ein altes Bett mit Polster – dies ist die vorgeschriebene Dakṣiṇā; nach Belieben, nach dem Maß seines Glaubens, möge er auch mehr geben, für den Feueraltar-Schichter (Agnicit).

athānagnicitaḥ etadeva bhūmijoṣaṇametatsamānam karma yadanyadagnikarmaṇaḥ kurvādāhitāgneḥ śarkarā ityu haika āhuryā evāmūragnyādheyaśarkarāstā etā iti na kuryādityeka īśvaro haitā anagnicitaṃ santaptoriti sa yathā kāmayeta tathā kuryāt

Für den, der keinen Feueraltar geschichtet hat (Anagnicit), ist es eben dieselbe Bodenwahl, dasselbe Werk, das man außer dem Feueraltar-Werk verrichte. Für den, der das Feuer gegründet hat (Āhitāgni), nehme man Kieselsteine, sagen einige – eben jene Kieselsteine, die bei der Feuergründung verwendet wurden; diese solle man nicht wieder verwenden [Anm.: unsichere Konstruktion], sagt ein anderer maßgeblicher Lehrer – diese seien für den, der keinen Feueraltar geschichtet hat, verbrannt [Anm.: unsicher] – man tue es, wie man es wünscht.

maryādāyā eva loṣṭamāhṛtya antareṇa nidadhātīmaṃ jīvebhyaḥ paridhiṃ dadhāmi maiṣāṃ nu gādaparo arthametam śataṃ jīvantu śaradaḥ purūcīrantarmṛtyuṃ dadhatām parvateneti jīvebhyaścaivaitām pitṛbhyaśca maryādāṃ karotyasambhedāya tasmādu haitajjīvāśca pitaraśca na sandṛśyante

Nachdem man eine Erdscholle von der Grenze geholt hat, legt man sie dazwischen: „Diese Grenze lege ich den Lebenden; keiner von ihnen möge diesem Ziel hin weiter gelangen [Anm.: unsicher]; hundert reichliche Herbste mögen sie leben; den Tod mögen sie mit dem Berg dazwischenlegen“ [Anm.: vgl. Ṛgveda 10,18,4] – damit setzt man eben diese Grenze zwischen den Lebenden und den Vätern, zur Nicht-Vermischung; deshalb eben sind Lebende und Väter nicht mehr sichtbar füreinander.

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